Harry Voß Woran merke ich,
dass Gott mich liebt?
Kinderfragen über Gott und die Welt



Eine Koproduktion des Bibellesebund Verlag, Marienheide, mit SCM Verlag in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
ISBN 978-3-95568-360-3 (Bibellesebund)
Bestell.-Nr. 71160
ISBN 978-3-417-28901-5 (SCM Verlag)
Bestell-Nr. 228.901
© 2020 Bibellesebund Verlag, Marienheide und SCM Verlag in der SCM Verlagsgruppe GmbH, Holzgerlingen
Soweit nicht anders angegeben, sind die Bibelverse folgenden Ausgaben entnommen:
Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung, © 2011 Genfer Bibelgesellschaft, wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten: Seite 17 (Johannes 3,16), 53 (Johannes 3,16), 123 (Johannes 3,16).
Freie Übertragung des Autors: Seite 12, 17 (2. Korinther 5,10), 25, 27, 40 (Epheser 1,13-14), 89, 104, 107, 112, 146 (Markus 12,30).
Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart: Seite 88 (Matthäus 3,2), 146 (1. Johannes 5,3).
Hoffnung für alle ® Copyright © 1983, 1996, 2002, 2015 by Biblica, Inc.®. Verwendet mit freundlicher Genehmigung des Herausgebers Fontis – Brunnen Basel: Seite 70.
Covergestaltung: Sybille Koschera, Stuttgart
Illustrationen: Jonas Heidenreich, Berlin Satz: Katrin Schäder, Velbert Druck und Bindung: Finidr s.r.o. Gedruckt in Tschechien
Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn ich als Kind knifflige Fragen gestellt habe, die man nicht mit einem Satz beantworten konnte, dann sagte man mir manchmal: „Das ist halt so.“ Solche Antworten habe ich gehasst. Denn damit fühlte ich mich abgefertigt und zur Seite geschoben. Ich habe mir geschworen: Wenn ich groß bin, mach ich das mal anders.


gehasst.
Hin und wieder haben sich Erwachsene wirklich Zeit genommen und haben mir genauer erklärt, wie sie die eine oder andere Sache verstehen. Dabei mussten sie manchmal zugeben, dass sie selbst auch nicht alles wussten. Das war für mich als Kind aber kein Problem. Im Gegenteil. Ich habe am Leben dieser Leute gesehen: Sie konnten Gott von Herzen vertrauen, auch wenn sie manches über Gott auch nicht kapiert haben. Diese Leute waren für mich echte Vorbilder.
Jetzt bin ich einer der Erwachsenen. Und immer noch stellen Kinder Fragen. Dieselben, die ich damals hatte. Darum ist es für mich eine Ehre, dass ihr Kinder mit diesen Fragen auf mich zukommt und von mir eine Antwort erhofft. Und es ist für mich selbstverständlich, dass ich mir dafür Zeit nehme und so antworte, wie ich selbst es als Kind gut gefunden hätte. Wenn ich keine Antwort habe, dann sag ich das auch. Und trotzdem kann ich versuchen, auf Spurensuche zu gehen.
Weil ich bereits als zehnjähriger Junge angefangen habe, selbst in der Bibel zu lesen und darin nach Aussagen über Gott für mein Leben zu suchen, ist die Bibel auch heute noch für mich eine wichtige Grundlage. Fragen nach Gott, Jesus, dem Heiligen Geist, dem Leben nach dem Tod und ähnliche kann ich nur mithilfe der Bibel beantworten.
Zu manchen Themen gibt es keine eindeutige Bibelstelle. Manchmal kommen verschiedene Bibelleser und Bibelstudierer sogar zu unterschiedlichen Antworten auf dieselbe Frage. In solchen Fällen habe ich zumindest die Bibelstellen, die es dazu gibt, herausgesucht und nebeneinandergestellt. Damit kann ich immerhin zeigen: Hier lässt
sich keine eindeutige Antwort aus der Bibel ableiten. Aber meine eigene Meinung kann ich trotzdem sagen.
Viele Leute zweifeln die Bibel als Gottes Botschaft an uns Menschen an. Sie glauben, das, was darin steht, gelte heute sowieso nicht mehr. Man könne nicht sagen: „Was in der Bibel steht, ist wahr, und andere Religionen haben unrecht.“ Ich habe nichts dagegen, wenn andere so denken. Ich persönlich habe großen Respekt auch vor anderen Religionen und Glaubensrichtungen. Trotzdem wäre ich aus meiner Sicht kein Christ und kein Nachfolger von Jesus, wenn für mich die Bibel und die Aussagen von Jesus nicht der absolute Maßstab wären. Ich würde niemals behaupten: „Ich habe recht!“ Aber ich kann immer sagen: „Ich nehme die Bibel ernst. Und in der Bibel lese ich dies und das. Und darum habe ich auf diese und jene Frage eine bestimmte Antwort gefunden.“ Darüber kann ich selbstverständlich auch mit anderen ins Gespräch kommen. Und andere können mir sagen, welche Antwort sie gefunden haben. Im Gespräch können wir miteinander und voneinander lernen. Trotzdem bleibe ich dabei, dass ich persönlich die Bibel als erste Anlaufstelle für meine Fragen nehme.
Wundere dich deshalb bitte nicht, wenn du in diesem Buch viele Bibelstellen findest. Wenn du willst, kannst du sie in deiner eigenen Bibel nachlesen. Meistens habe ich die Bibelverse nach der „Guten
Nachricht Bibel“ zitiert. Manchmal habe ich aber auch selbst so formuliert, wie ich sie für euch Leser für verständlich halte.
Wenn du in diesem Buch Antworten auf Fragen findest, die dich beschäftigen, dann freut es mich sehr. Wenn du aber noch mehr Fragen hast, die hier nicht gestellt oder nicht ausreichend beantwortet wurden, dann trau dich ruhig, mir zu schreiben. Ich begebe mich gerne mit dir zusammen auf Antwortsuche. Unter h.voss@bibellesebund.de kannst du mir schreiben.
In jedem Fall wünsche ich dir viel Spaß und gute Entdeckungen beim Eintauchen in diesen See voller Fragen und Antworten.
Herzliche Grüße
Wo findest du was?

Kommen
Fragen zur Freundschaft mit Jesus ....................................109
Fragen rund um das Thema Taufe .......................................125
Fragen danach, wie sich der Glaube im Alltag auswirkt .....................................................................131
Ist es schlimm, wenn ich manchmal keine Lust zum Bibellesen habe? ...........................................................150
Wie kann die Bibel spannender für mich werden? .............
Meine Freundin ist sehr traurig –wie kann ich sie trösten? ......................................................



Ben, 12

Es wird gesagt, dass Gott das Universum und die Welt erschaffen hat. Meine Frage ist jetzt: Wo soll so ein Gott herkommen? Wie ist er entstanden?
Lieber Ben, ich finde es gut, dass du dir die Frage nach Gott stellst. Denn um die kommt keiner herum. Vor allem finde ich es gut, dass du auch Christen danach fragst. Denn viele versuchen, völlig allein zu einer Antwort zu kommen und Gott überhaupt nicht in Betracht zu ziehen. Das machst du nicht so. Darum haben wir schon mal eine gute Grundlage, um darüber ins Gespräch zu kommen.
Wer Gott gemacht hat, wird von uns Christen so beantwortet: Niemand hat Gott erschaffen, denn Gott war schon immer da. Gott ist ohne Anfang und Ende. Er ist ewig.
Es ist ja bei allen Theorien
so: Irgendwas muss immer zuerst da sein. Wenn es jemanden gäbe, der Gott erschaffen hätte (nennen wir ihn Gott-Gott), dann wäre die nächste Frage: Wer hat diesen Gott-Gott erschaffen? Das geht immer so weiter. Irgendeine Größe muss aber zuerst da gewesen sein. Ohne Anfang. Für die, die die Bibel ernst nehmen, ist das Gott.
Woher Gott kommt, kann ich dir darum nicht erklären. Weil wir nicht über Gott stehen, können wir nur das über Gott wissen, was uns Gott selbst über sich mitgeteilt hat. Für uns Christen ist die Bibel das Buch, in dem wir alles finden, was wir über Gott wissen sollen. Zum Beispiel: Gott war schon vor der Welt da (1. Mose 1,2). Gott hat die Welt erschaffen (1. Mose 1). Gott hat den Menschen als Gegenüber gemacht (1. Mose 1,27). Gott

liebt die Menschen (z.B. Johannes 3,16). Gott hat einen Sohn: Jesus (z.B. Matthäus 3,17). Und einiges mehr.
Manches über sich gibt Gott aber nicht preis: Wie alt ist Gott? Wer hat Gott erschaffen? Wann werden der neue Himmel, die neue Erde da sein? Wann wird diese Welt, in der wir jetzt leben, zu Ende sein? Um auf diese Fragen eine Antwort zu finden, grübeln und schreiben und denken viele Menschen unentwegt nach.
Viel spannender finde ich die Frage: Wenn es einen Gott gibt, der bewusst Menschen erschafft, die lieben, Verantwortung übernehmen, fühlen, planen, denken und sich freuen können – warum macht er das? Was hat er mit ihnen vor? Das tut er doch sicher nicht nur aus Spaß, aus Langeweile oder gar aus Zufall. Und gleich kommt die nächste Frage hinterher: Gibt es eine Möglichkeit, diese Fragen zu beantworten?
Meine Antwort lautet: Ja. Durch die Bibel. Dort lesen wir, dass Gott uns liebt. Dass die Liebe, das größte Gefühl der Welt, auch das größte Gefühl von Gott ist. Und sollten wir, die wir aus Liebe erschaffen sind, uns diesem liebenden Gott nicht zuwenden und Kontakt zu ihm aufnehmen und mit ihm gemeinsam durchs Leben gehen?
Lieber Ben, ich wünsche dir viel Erfolg bei deiner Suche nach Gott. Vielleicht liest du bei dieser Gelegenheit einfach mal selbst die Bibel. Am besten fängst du beim Neuen Testament an. Denn da beschreibt Jesus selbst, wie Gott liebt.
Alles Gute und ganz herzliche Grüße

Mia, 12
Warum glauben alle, dass es Gott gibt? Wir haben ihn doch noch nie gesehen!
Liebe Mia,
das stimmt. Niemand hat Gott bisher gesehen. Trotzdem haben Menschen zu allen Zeiten und in allen Ländern irgendwie gespürt, dass sie nicht aus purem Zufall auf dieser Welt sind. Es muss eine höhere Macht geben, die darüber wacht, welches Leben entsteht, welches Leben zu Ende geht, welcher Mensch wie viel Leid oder Glück erlebt. So etwas Kompliziertes wie diese Welt mit ihrem Sonnensystem, dem sinnvollen Wechsel von Tag und Nacht, von Sommer und Winter, von Ernten und Aussäen kann nie im Leben allein entstanden sein; der Mensch mit all seinen Gefühlen, mit seinem Wissen, seinem Können, mit seiner haushohen Überlegenheit über alle Tiere und alles andere kann sich unmöglich zufällig aus einem Einzeller entwickelt haben.

Also, irgendjemand muss dahinterstecken.
Dieses Gespür tragen alle Menschen dieser Erde in sich. Auch die entferntesten Busch-Einwohner. Selbst wenn heute viele behaupten, sie kämen ohne ein „höheres Wesen“ aus: Eine Ahnung davon steckt trotzdem in ihnen.
Es ist allerdings völlig unterschiedlich, wie sich die Menschen in all den Jahren auf den vielen Erdteilen nun mit dieser Frage beschäftigen und welche Antwort sie darauf geben.

Viele Naturreligionen glauben: Die Erde selbst hat eine göttliche Macht. Andere halten die Sonne für die lebensschaffende Kraft. Wieder andere bauen sich Figuren aus Holz, Stein oder Gold und sagen: „Das ist unsere Gottheit. Dieses Wesen schenkt uns Leben, Gesundheit und Wohlstand.“ In einigen Teilen der Welt glaubt man an böse und gute Geister, die miteinander kämpfen und dadurch über die Menschen bestimmen. Oder man hält Bäume oder Berge für Götter. Die Anzahl an Vorschlägen nimmt gar kein Ende.
So, und nun stell dir folgende Situation vor:
Wir sind in der Zeit ungefähr 2000 Jahre vor Christus. Es gibt bisher nur ganz wenige befestigte Städte. In einer von ihnen – im heutigen Irak – hat ein Mensch eine Begegnung mit einem Gott, den man nicht sehen kann. Er nimmt wahr, wie jemand mit ihm spricht und sich ihm vorstellt: „Ich will aus dir ein großes Volk machen. Zieh aus deiner Heimat aus in ein Land, das ich dir zeigen werde.“ Dieser Mann hat keine Ahnung, was das für ein Gott ist. Er ist weder aus Holz oder Stein noch ist er die Sonne oder der Mond. Er ist und bleibt unsichtbar. „Niemand kann mich sehen“, sagt dieser Gott. „Wer mich sieht, muss sterben, so heilig bin ich.“
Trotzdem vertraut der Mann diesem ungewöhnlichen Gott. Er zieht aus seiner Heimat aus und kommt in das Gebiet des heutigen Israel. Hier entsteht innerhalb der nächsten 500 Jahre ein so großes Volk, dass die anderen Völker ringsherum in Angst und Schrecken verfallen. Die Nachbarvölker, die sich ja immer noch mit eigenen Göttern beschäftigen, die Sonne, Mond oder die eigenen Könige anbeten, haben großen Respekt vor diesem ungewöhnlichen Volk, das seine Stärke und Autorität von einem Gott bekommt, den man nicht sehen kann.
Der Mann, mit dem alles angefangen hat, war Abraham.
Das Volk, das daraus entstanden ist, ist das Volk Israel. Und dieser unsichtbare Gott ist der Gott der Bibel, der sich seinen Leuten mehr und mehr vorgestellt hat. Über ihn wird in der Bibel erzählt: Er ist es, der die Welt geschaffen hat. Alles, was die anderen Völker als Götter anbeten, Sonne, Mond und Sterne, hat er selbst gemacht. Er liebt die Menschen ungemein. Seine Gesetze, seine Vorhersagen und was er sonst noch mitgeteilt hat, sind in der Bibel festgehalten worden.
Bis heute hat niemand Gott gesehen.
Aber immer wieder bezeugen Menschen, die mit ihm reden, über ihn lesen und sich ernsthaft mit ihm beschäftigen, dass sie Erfahrungen mit diesem Gott machen, die nicht bloß Einbildung sind, sondern aus denen sie erkennen: Gott ist wirklich da, auch wenn man ihn nicht sieht.
Auch ich habe Gott noch nie gesehen. Aber ich nehme ihn ernst und möchte mit ihm leben. Ich habe durch die Bibel erkannt, dass dieser unsichtbare Gott jeden Menschen geschaffen hat, weil er ihn liebt, und dass der Sinn unseres Lebens darin besteht, in Partnerschaft mit diesem Gott zu leben.
Leider glauben längst nicht „alle“ Menschen an diesen Gott, so wie du es vermutet hast. Aber die, die es tun, tun es mit großer Freude und in tiefer Verbundenheit mit diesem Gott, den sie als lebendiges Gegenüber erfahren haben.
Herzliche Grüße
Jakob, 8

Wie groß ist eigentlich Gott?
Lieber Jakob, tja, wie groß ist Gott? In Metern oder Zentimetern kannst du Gott nicht ausmessen, das hast du dir sicher schon gedacht. Gott kann man ja nicht anfassen, darum ist er mit unseren Größeneinheiten nicht messbar. Gott ist zumindest so groß, dass er die Erde und das ganze Weltall geschaffen hat. Also ist er noch größer als alles, was wir auf der Welt sehen. Gleichzeitig ist Gott klein genug, dass er mit in dein Zimmer passt, ganz nah bei dir, wenn du dich traurig unter der Bettdecke verkrochen hast.

Wenn die Menschen in der Bibel ausdrücken, wie groß Gott ist, dann tun sie das nicht mit einer Größentabelle. Sie benutzen das Wort „groß“ im Sinne von „mächtig“ oder „großartig“. Wie zum Beispiel in diesen Bibelstellen: „Gott ist so groß – das ganze Heer der Sterne erzählt von Gottes Schöpfermacht!“ (Psalm 19,2). „Gott ist so groß, wir können es gar nicht begreifen. Auch wie alt Gott ist, können wir nicht ergründen“ (Hiob 36,26). „Gott hat die ganze Welt gemacht, alle furchtbaren Drachen, die wir uns nur vorstellen könnten, hat er besiegt! Mit seinem Atem hat er mal eben den Himmel blank gepustet. Und
das alles ist nur der Saum von seinen Taten, ein schwaches Echo, das wir davon hören. Wie groß und mächtig muss Gott wirklich sein!“ (frei nach Hiob 26,12-14).
„HERR, mein Gott, wie groß du bist! In Hoheit und Pracht bist du gekleidet, in Licht gehüllt wie in einen Mantel. Den Himmel spannst du aus wie ein Zeltdach. Droben über dem Himmelsozean hast du deine Wohnung gebaut. Du nimmst die Wolken als Wagen oder fliegst auf den Flügeln des Windes. Stürme sind deine Boten und das Feuer ist dein Gehilfe“ (Psalm 104,1-4).

Das alles sind nur Bilder. Vergleiche, die uns vor Augen führen sollen, wie unendlich groß und mächtig Gott ist. Die ganze Bibel ist voll von solchen Aussagen über Gott, die zeigen, wie sehr die Menschen über ihn staunen.
Eigentlich könnte man es mit der Angst zu tun bekommen, wenn man sich so einen riesigen, mächtigen Gott vorstellt, der mit einem einzigen Wort alles gebaut hat und genauso wieder zerstören könnte. Für mich persönlich ist es aber etwas ganz Besonderes, dass dieser große Gott mich kleinen Menschen beschützen will. Dass er mich wertvoll findet, dass er mir zur Seite steht. Dass er möchte, dass ich nach diesem Leben ganz nah bei ihm in seiner Welt lebe. Mit Gott an meiner Seite habe ich den stärksten und größten Beschützer bei mir. Und das finde ich klasse.
Ganz herzliche Grüße
Emilia, 11

Woran merke ich, dass Gott mich liebt?
Liebe Emilia, woran merkst du, dass andere Menschen dich lieb haben, zum Beispiel deine Eltern? Vielleicht nehmen sie dich in den Arm, vielleicht sagen sie dir: „Ich hab dich lieb“, vielleicht merkst du es auch daran, dass sie für dich Zeit haben, dass sie dir helfen, wenn du in Schwierigkeiten bist, oder dass sie dich trösten, dir zuhören oder einfach für dich sorgen.

Gott kann dich nicht so in den Arm nehmen, wie es ein Mensch tut. Aber er lässt dir durch die Bibel ausrichten, dass er dich sehr lieb hat: Gottes Liebe zu uns hat sich darin gezeigt, „dass er seinen einzigen Sohn in die Welt sandte. Durch ihn wollte er uns das neue Leben schenken. Das Einzigartige an dieser Liebe ist: Nicht wir haben Gott geliebt, sondern er hat uns geliebt“ (1. Johannes 4,9-10). „Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat“ (1. Johannes 4,19).
Gott hat für dich Zeit, er hört dir zu, er steht dir zur Seite und möchte dich trösten, wenn du traurig bist. „Der HERR hat mein Weinen gehört“, steht in Psalm 6,9. „Auch wenn ich viel durchstehen muss, gibt er mir immer wieder Mut. Darum kann ich auch anderen Mut machen, die Ähnliches durchstehen müssen. Ich kann sie trösten und ermutigen, so wie Gott mich selbst getröstet und ermutigt hat“ (2. Korinther 1,4). „Und muss ich auch durchs finstere Tal – ich fürchte kein Unheil! Du, HERR, bist ja bei mir; du schützt mich und du führst mich, das macht mir Mut“ (Psalm 23,4). „Bist du in Not, so rufe mich zu Hilfe! Ich werde dir helfen und du wirst mich preisen“ (Psalm 50,15).
Das alles sind Sätze aus der Bibel, in denen du nachlesen kannst, was Gott für dich tut und wie sehr er dich liebt. Aber nachlesen heißt
nicht, dass man es merkt. Nur wenn man etwas weiß oder gelernt hat, fühlt man es nicht automatisch. Ich weiß zum Beispiel, dass ich von Luft umgeben bin. Aber ich sehe sie nicht und spüre sie auch nicht. Ich habe gelesen, dass um mich herum alles voller Funkwellen ist. Die spüre ich auch nicht. Aber wenn ich ein Radio einschalte, höre ich, wie die Wellen von diesem Gerät empfangen und als Töne ausgestrahlt werden.
So ähnlich empfinde ich es auch bei Gott: Ich kann ihn nicht sehen. Aber ich kann mir vornehmen, mich innerlich auf ihn einzulassen. Mein Herz sozusagen auf „Empfang“ zu stellen. Nach Spuren zu suchen, in denen ich erkenne, was Gott für mich tut. Dass er mich so gut versorgt zum Beispiel. Ich habe ein Zuhause, ich habe eine Familie und Freunde. Dafür bin ich dankbar. Ich sehe in der Natur, wie wunderschön alles gemacht ist: die Tiere, die Blumen, der Wald, die Berge, das Meer – das alles sind für mich Zeichen dafür, wie sehr Gott mich liebt. Manchmal sind plötzliche Begegnungen mit anderen Menschen wie kleine Liebeserklärungen von Gott: wenn mir jemand etwas Nettes sagt oder wenn mich jemand anlächelt.
Bei solchen Kleinigkeiten zu merken, dass Gott einen liebt, das kann man nicht in Büchern nachlesen oder in der Schule lernen. So etwas passiert innen drin. Im Herzen. Dazu braucht es Vertrauen. Und man muss sich selbst vornehmen, offen dafür zu sein.
Liebe Emilia, das alles sind nur einzelne kleine Zeichen. Und keine Anleitung dafür, was du tun musst, um zu merken, dass Gott dich liebt. Aber vielleicht nimmst du all diese Hinweise zusammen und bekommst dadurch doch ein Gespür dafür, dass Gott dich liebt. Und zwar nicht nur so ganz allgemein, sondern gerade dich ganz persönlich. Wenn du willst, kannst du Gott dafür danken und ihm sagen, dass du ihn auch lieb haben möchtest.
Ich wünsche dir jedenfalls, dass du jeden Tag solche Zeichen dafür entdeckst, wie lieb dich Gott hat.
Dein