In unseren Veröffentlichungen bemühen wir uns, die Inhalte so zu formulieren, dass sie allen Menschen gerecht werden, dass sich alle Geschlechter angesprochen fühlen, wo alle gemeint sind, oder dass ein Geschlecht spezifisch genannt wird. Nicht immer gelingt dies auf eine Weise, dass der Text gut lesbar und leicht verständlich bleibt. In diesen Fällen geben wir der Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes den Vorrang. Dies ist ausdrücklich keine Benachteiligung einzelner Geschlechter.
Dieser Titel ist entstanden in Zusammenarbeit mit dem Bibellesebund Schweiz, www.bibellesebund.ch, und der Deutschen Bibelgesellschaft, www.die-bibel.de.
Bildrechte Foto Autorin: Klaus Anderson, Sindelfingen; Illustratorin: privat Druck und Gesamtherstellung: KRÜGER Druck+Verlag GmbH & Co. KG, Merzig
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Mit Kindern die Bibel mitnehmen
Die Methoden in diesem Band eignen sich für die Übertragung eines Inhaltes in den Alltag, meist im Anschluss an die Weitergabe einer biblischen Geschichte. Mithilfe der Methoden können Kinder die Geschichte selbst deuten und in einen Lebensbezug bringen.
Kinder suchen nach Sinn. Sie wollen den Dingen auf den Grund gehen und sie verstehen. Sie empfinden besonders das spannend und interessant, was sie mit ihren eigenen Erfahrungen in Verbindung bringen können. Dabei leben Kinder gegenwartsorientiert und denken vorwiegend konkret. So verwundert es nicht, dass im Schulalter praktische ethische Fragen an Bedeutung gewinnen: Wie kann ich richtig handeln? Was ist gerecht? Wie gehe ich mit Streit um? Biblische Geschichten werden also immer dann besonders greifbar, wenn sie in einen Bezug zu Situationen gebracht werden, die Kinder aus dem eigenen Leben kennen und an denen sie wachsen wollen. Es geht also nicht darum, Kindern die eigene Auslegung einer Geschichte vorzugeben, sondern Zeit und Raum zu schaffen, damit Kinder einen eigenen Bezug zum Leben herstellen können, sei es in Eigenarbeit und/oder im Gespräch mit der Gruppe.
Wir können Kinder darin fördern, indem wir beispielsweise
•das Vorwissen der Kinder und ihre Erfahrungen aufgreifen und diese gemeinsam mit ihnen in einen Bezug zur Geschichte bringen.
•die Deutungen der Kinder ernst nehmen und stehen lassen, selbst wenn sie in den Augen der Erwachsenen noch unfertig sein mögen.
•das Geheimnisvolle und Vielschichtige in den Geschichten und der Frage nach Gott bewahren und festgelegte Auslegungen und Deutungen vermeiden.
Für die Übertragung einer biblischen Geschichte eignen sich
Gesprächs- und Reflexionsmethoden, Schreibmethoden und freie kreative Methoden. Auch Stille, Besinnung und das gemeinsame Gebet haben an dieser Stelle einer Gruppenstunde einen wichtigen Platz, werden in diesem Band aber nicht eigens mit Methoden abgebildet.
Die Methoden dieses Bandes
Einige Methoden dieses Bandes ermutigen dazu, wichtig gewordene Bibelverse herauszusuchen und aufzuschreiben wie „Endlosarmband“ oder „Rollenvers“. Dann gibt es solche Methoden, in denen die Kinder schriftlich einen kurzen Gedanken festhalten und mitnehmen können, z. B. „Wegweiser“. Einige Methoden, z. B. „Finger-Bildmotiv-Sucher“ oder „Mitbringsel“ verbinden die Suche nach dem Alltagsbezug mit einer gestalterischen Ausdrucksform. Wieder andere Methoden beinhalten eine stärker innerliche Auseinandersetzung. Die Methode „Anker“ ist hierfür ein Beispiel. Außerdem führt der Band auch Methoden auf, die Kinder zu einem Gespräch einladen, z. B. „Alltagswürfel“ und „Sternstunde“. Spannend für ältere Kinder sind „Challenge“ und „Videonachricht“.
Weitere Methoden zur Reflexion werden an anderer Stelle der Reihe „Mach mit-Methoden“ thematisiert.
Die Einsatzmöglichkeiten
In Kindergottesdiensten oder auf Freizeiten findet die Zeit der praktischen Übertragung oft in kleinen Gruppen statt, direkt im Anschluss an die Darbietung und Erschließung einer Geschichte. Dafür brauchen Mitarbeitende einfache Methoden und Tools. Viele der aufgeführten Methoden sind darum kurz und lassen sich auf viele Geschichten anwenden. Eine Reihe an Methoden enthalten zudem Bastelvorlagen wie „Lesezeichen“ und „Postkarte“. Diese können in einer Kiste mit weiterem kreativem Material zum freien Gebrauch ausliegen. Methoden wie „Anhänger“ oder „Wegweiser“ lassen sich auch in Begleitmaterialien wie Arbeitsblättern oder Freizeitheften integrieren.
Beim Einsatz ist es wichtig, Methoden abzuwechseln oder sogar mehrere Aktivitäten zur Auswahl anzubieten. Denn Kinder gehen individuell verschieden an Inhalte heran und haben oft ein bis zwei bevorzugte Formen, sich mit einem Inhalt auseinanderzusetzen. Manche Kinder suchen Antworten durch Lesen und Aufschreiben. Sie notieren sich gern einen Bibelvers oder einen wichtigen Gedanken. Andere wollen von den Alltagserlebnissen der anderen hören und sich darüber austauschen. Einige Kinder sind praktisch veranlagt und fragen nach dem, was sie als Nächstes tun können. Wieder andere mögen es, sich künstlerisch auszudrücken. Manche brauchen zum Nachdenken Ruhe und eigene Zeit. Andere wollen lieber lesen, etwas (nach)spielen oder sich bewegen.
Die Altersangaben
Anhand der Icons unter dem jeweiligen Methodennamen ist eine Einschätzung, in welcher Altersgruppe die Methode gut durchführbar ist, leicht möglich. Die Methoden in diesem Band sind größtenteils ab acht Jahren angegeben. In diesem Alter können sich
Kinder in die Geschichten hineindenken und eigene Erkenntnisse und Anwendungen daraus ziehen. Die Altersangaben sind jedoch nicht als absolute Angaben zu verstehen. Einige Methoden lassen sich auch für jüngere Kinder oder Kinder, die nicht gut sehen oder schreiben können, anpassen. Zum Beispiel, indem das Aufschreiben eines Gedankens durch Aufmalen oder Skizzieren einer wichtigen Szene ersetzt wird. Oder indem der Austausch über die Geschichte stärker gewichtet wird als die schriftliche Umsetzung. Nicht empfehlenswert ist es, diesen Kindern stattdessen vorgefertigte Vorlagen mit Merksätzen o. Ä. mitzugeben.
Die Reihe „Mach mit-Methoden“
Die „Mach mit-Methoden“ befähigen Kinder, Geschichten und Texte aus der Bibel möglichst selbstständig und gemeinsam mit anderen zu entdecken. Die Reihe möchte inspirieren und ermutigen, bei der Wahl der Methoden die Kinder stärker in den Blick zu nehmen. Ihre Lust am Entdecken und Spielen, ihre Gestaltungsfreude, ihre Fragen und Antworten, ihre Möglichkeiten des Verstehens, ihre Deutungen und Gottesvorstellungen sollen im Mittelpunkt stehen.
Die Auswahl der Methoden
Bei der Auswahl der Methoden dreht sich alles um das Entdecken biblischer Geschichten und um die Vertiefung der Beschäftigung mit biblischen Texten. Die ausgewählten Methoden sind darauf ausgerichtet, dass die Kinder zwar angeleitet, aber dann selbst aktiv werden. Jeder Band der „Mach mit-Methoden“-Reihe bündelt verschiedene Methoden zu einem bestimmten Thema.
Die Kompetenzen
Eine Vermittlung, die Kindern eine aktive Rolle zugesteht, stellt andere Anforderungen an Kinder und Erwachsene. Neben dem inhaltlichen Verständnis einer Geschichte geht es beispielsweise darum, selbst Entdecktes zu beschreiben, eigene Sichtweisen zu erklären, Inhalte zu deuten oder etwas kreativ darzustellen. Die Kompetenzen unter jeder Methode zeigen auf, welche Kompetenzen durch eine Methode erworben und entwickelt werden können. Es handelt sich um sogenannte prozessbezogene Kompetenzen, die miteinander verknüpft sind:
• Wahrnehmen: Die Kinder staunen über Geschichten und beschreiben, was sie im Innern bewegt. Sie nehmen religiöse Phänomene, Symbole und Erfahrungen als solche wahr und ordnen sie ein. Sie sammeln ästhetische Erfahrungen. Sie äußern Fragen nach Ursprung, Sinn und Ziel des Lebens.
• Verstehen: Die Kinder eignen sich Wissen und Bibelverständnis an. Sie fragen nach, beobachten, erforschen, kombinieren. Sie lernen wichtige Grundbegriffe und religiöse Symbole kennen und verstehen. Sie nutzen dabei verschiedene Medien, Materialien und Werkzeuge.
• Sprechen: Die Kinder tauschen sich mit anderen aus. Sie vergleichen ihre Beobachtungen und Gedanken. Sie vertreten ihre Meinung, hören aber auch anderen zu und fühlen mit. Sie wenden Mimik, Gestik und (religiöse) Sprache an.
• Handeln: Die Kinder gestalten, stellen dar, werden schöpferisch tätig. Sie agieren plan- und fantasievoll, wenden Techniken und Methoden an. Sie probieren christliche Praxis aus.
• Reflektieren: Die Kinder vergleichen, unterscheiden, deuten eine Geschichte, ordnen sie ein und bewerten sie. Sie finden selbst eine Position und beziehen die Perspektive anderer ein.
In der Arbeit können die Kompetenzen helfen, die Methoden an sich besser einzuordnen: Welche Kompetenzen ermöglicht eine Methode? Wofür eignet sie sich? Was kann sie leisten und was nicht? Das hilft bei der Auswahl einer Methode und bewahrt auch davor, eine Methode zu überfrachten.
Der Aufbau der Methoden
Symbole:
Geschätzte Zeit für die Durchführung: kurz, mittel oder lang
Altersangaben: von 6 Jahren an aufwärts
Sozialform: Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit
Aufwand: niedrig, mittel oder hoch
Schwarz: Die praktische Umsetzung der Methode. Die Beschreibung enthält alles benötigte Material, ggf. in Klammern einen Hinweis auf Vorlagen zum Download, die allgemeine Beschreibung der Methode mit den einzelnen Schritten und einen Praxisbezug. Wo auf Bastelvorlagen zum Download verwiesen wird, ist das benötigte Bastelmaterial im entsprechenden Download aufgelistet. In
der Materialliste zur Methode selbst steht dann nur der Hinweis auf den Download und „entsprechendes Material“. Wird in der Beschreibung auf andere Methoden verwiesen, ist das immer durch Anführungszeichen gekennzeichnet.
Grau: Zusätzliche Informationen. Dazu gehören die Kompetenzen, die eine Methode fördert und fordert, und der Querverweis (••) auf einige ausgewählte biblische Geschichten, die sich für diese Methode eignen.
Die Downloads und externen Links
Unter download.praxisverlag-bm.de stehen zu den Methoden zusätzliche Materialien in digitaler Form zum Download zur Verfügung. Die meisten Vorlagen können auf geeignetem Papier ausgedruckt werden. Für wiederholten Einsatz und bessere Haltbarkeit bietet es sich an, die Vorlagen vor dem Ausschneiden zu laminieren.
Der Kauf berechtigt zum Downloaden, Ausdrucken, Kopieren und Verwenden der Daten, sofern sie zur Vorbereitung und Durchführung der Inhalte dieses Buches verwendet werden. Eine Vervielfältigung, Verwendung oder Weitergabe darüber hinaus ist ohne Erlaubnis ausdrücklich nicht gestattet.
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Alltagswürfel
Mit einfachen Symbolen über das persönliche Erleben im Alltag austauschen.
Material
Bastelvorlage (s. Downloads) und entsprechendes Material
Beschreibung
Die Kinder tauschen sich über ihre Erlebnisse im Alltag aus. Der quirlige Hund Henry begleitet sie dabei. Sie treffen sich dazu in Gruppen bis acht Personen und erhalten einen oder zwei Würfel. Die Symbole der sechs Würfelseiten bedeuten: Das ist gerade schön. / Das finde ich doof. / Diese Person habe ich gern. / Dafür möchte ich Gott Danke sagen. / Das macht mir Angst. / Joker (hier kann ein Symbol frei gewählt werden). Das erste Kind würfelt und erzählt von sich. Dann folgt das nächste Kind usw.
Praxisbezug
Ein niederschwelliges Tool, das Kindern ermöglicht, ihren Alltag ins Gespräch und mit Gott in Verbindung zu bringen. Der Joker lässt sich auch für eine bestimmte Frage zu einem Thema einsetzen. Wird der Würfel nach einer Geschichte eingesetzt, ergibt es sich manchmal ganz natürlich, dass in den Antworten der Kinder Inhalte aus der Geschichte aufgegriffen und mit dem eigenen Erleben verbunden werden.
Tipp
Mit zwei Würfeln durchführen, damit das würfelnde Kind aus zwei Symbolen das für sich passende aussuchen kann.
Kompetenzen
Die Kinder können eigene Erfahrungen wahrnehmen. Sie können formulieren, wie es ihnen geht und anderen zuhören.
•• 1. Mose 12,1-9: Gott beruft Abraham (Abram) / 1. Könige 19,1-18: Elija will aufgeben / Lukas 10,25-37: Das wichtigste Gebot. Das Beispiel des barmherzigen Samariters / Johannes 20,24-29: Jesus zeigt sich Thomas
Lesezeichen
Eine Markierung basteln, um eine Seite in einem Buch wiederzufinden, oder als Erinnerungs- und Merkhilfe.
Material
Bastelvorlage (s. Downloads) und entsprechendes Material; Stifte, Bastelmaterial wie farbiger Tonkarton, Bänder und Stoff; Scheren, Klebstoff
Beschreibung
Selbst gestaltete Lesezeichen können beim Bibellesen eine Stelle markieren, die das Kind nochmals lesen möchte. Sie können auch eine Hilfe sein, gelesene Texte und das, was einem dabei wichtig wurde, durch eine individuelle Gestaltung in Erinnerung zu rufen. –Die Kinder gestalten ein Lesezeichen mit dem ausliegenden Material oder sie nutzen eine Vorlage und verzieren diese mit Stiften.
Praxisbezug
Bibellesezeichen können immer wieder mal als Bastelidee angeboten und mit ganz verschiedenen Materialien gestaltet werden. So sammeln die Kinder im Laufe eines Jahres kleine Schätze und Erinnerungen an die gehörten Geschichten.
Variante
Vorgedruckte Lesezeichen für die Kinder gestalten, z. B. mit einer Orientierungshilfe zum Bibellesen, der Jahreslosung zum Mitnehmen oder mit Gebetstexten.
Kompetenzen
Die Kinder kennen die Funktion eines Lesezeichens. Sie können Lesezeichen selbst gestalten und als Buchzeichen verwenden.
•• 1. Mose 6,9-22: Gott gibt Noach den Befehl zum Bau der Arche / 1. Samuel 1,1-20: Gott hört Hannas Gebet / Lukas 5,12-16: Jesus heilt einen Aussätzigen / Lukas 23,33-49: Jesus stirbt am Kreuz