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In unseren Veröffentlichungen bemühen wir uns, die Inhalte so zu formulieren, dass sie allen Menschen gerecht werden, dass sich alle Geschlechter angesprochen fühlen, wo alle gemeint sind, oder dass ein Geschlecht spezifisch genannt wird. Nicht immer gelingt dies auf eine Weise, dass der Text gut lesbar und leicht verständlich bleibt. In diesen Fällen geben wir der Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes den Vorrang. Dies ist ausdrücklich keine Benachteiligung einzelner Geschlechter.

Benennung der Bibeltexte auf Grundlage der Überschriften in der Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuauflage, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Verwendung mit freundlicher Genehmigung.

Dieser Titel ist entstanden in Zusammenarbeit mit dem Bibellesebund Schweiz, www.bibellesebund.ch, und der Deutschen Bibelgesellschaft, www.die-bibel.de.

Impressum

© 1. Auflage 2024

Praxisverlag buch+musik bm gGmbh, Stuttgart 2024

Printed in Germany. All rights reserved.

Praxisverlag buch+musik bm gGmbh, Stuttgart; www.praxisverlag-bm.de

ISBN Buch 978-3-86687-366-7

ISBN E-Book 978-3-86687-367-4

Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart; www.die-bibel.de

ISBN Buch 978-3-438-03992-7

ISBN E-Book 978-3-438-07273-3

Lektorat: buch+musik – Marlen Bleiholder, Stuttgart

Umschlaggestaltung, Satz Downloads: buch+musik – Toby Wolf, Stuttgart

Satz: buch+musik, Stuttgart – unter Verwendung von parsX der pagina GmbH, Tübingen

Bildrechte Umschlag, Inhalt, Downloads: iStock: Vitalii Dumma; unsplash: Marjan Blan

Bildrechte Fotos: Sara Schmidt, Steffisburg

Bildrechte Illustrationen: Bianca Stegmaier, Ditzingen

Bildrechte Fotos von Autorin und Illustratorin: bei Autorin / Illustratorin Druck und Gesamtherstellung: KRÜGER Druck+Verlag GmbH & Co. KG, Merzig

Einleitung

Mit Kindern zur Bibel gestalten

Sich schöpferisch und kreativ auszudrücken, ist ein tiefes Bedürfnis von Kindern. Damit die Kinder möglichst viel Freude daran haben, sollte beachtet werden:

•Einladende Umgebung: Eine Mal- oder Bastelecke sollte hell und ansprechend eingerichtet sein und unterschiedliche Materialien beinhalten (Recycling- und Naturmaterialien, Farben, Papier, Werkmaterialien, ...), auf die die Kinder selbstständig zugreifen können.

•Raum zum Ausprobieren: Das Experimentieren und die Lust am eigenen Tun und Erleben sind wichtiger als ein fertiges Produkt. Daher sollten die Arbeiten der Kinder nicht bewertet werden. Stattdessen lieber interessiert nachfragen, warum ein Werk wie gestaltet wurde.

•Aufmerksame Begleitung: Die Leitung beobachtet und begleitet den kreativen Prozess. Bei Misserfolgen oder wenn das Kind nicht weiterkommt, unterstützt sie durch Fragen und Impulse. Außerdem ist es wichtig, Materialien, Werkzeuge und ihre Handhabung einzuführen und mit den Kindern Regeln für den Gebrauch festzulegen.

Durch die kreative Tätigkeit finden Kinder einen Zugang zu ihren inneren Bildern und Emotionen. Neugierig probieren sie aus und erproben ihre eigene Handlungsfähigkeit. Durch das Experimentieren mit verschiedenen Materialien und Techniken entwickeln sie ihre Feinmotorik und Hand-Auge-Koordination. Sie lernen, eigene Ideen

zu entwickeln und umzusetzen und Problemlösungsfähigkeiten zu entfalten. Das kreative Gestalten stärkt ihr Selbstbewusstsein, ihre emotionale Ausdrucksfähigkeit und ihre Konzentration. Zum kreativen Gestalten zählen unter anderem das Malen, Werken, Modellieren, Schreiben und Fotografieren.

Die Methoden dieses Bandes

Die hier aufgenommenen Methoden wollen Kinder in ihrem kreativen Experimentieren und Gestalten mit unterschiedlichen Materialien fördern. So gibt es zum einen Methoden, in denen Papier und Farben auf ganz unterschiedliche Weise zum Einsatz kommen, z. B. „Bildlücken“ und „Reißbilder“. Andere Methoden, z. B. das „Filzen“, arbeiten mit Textilien. „Lege-Mosaik“ und „Miniaturmodell“ beinhalten Lege- und Baumaterial und laden zum Gestalten und Konstruieren ein. „Liegebilder“ ermöglichen einen gestalterischen Ausdruck mit dem eigenen Körper. „Knautsch-Dinger“ und „Knetfiguren“ gehören zu den plastischen Gestaltungstechniken. Außerdem führt der Band auch eine Reihe von Methoden auf, die vielfältige Materialien mit unterschiedlicher Struktur und verschiedenen Arbeitstechniken kombinieren. Die „Foto-Story“ und die „Assemblage“ sind hierfür nur zwei Beispiele.

In diesem Band nicht abgebildet sind Methoden, mit denen zur Bibel kreativ geschrieben wird und Methoden zum musischen Gestalten.

Die Einsatzmöglichkeiten

Die Methoden in diesem Band können unterschiedlich eingesetzt werden. Das „Bilddiktat“ eignet sich z. B. für die Begegnung mit einer biblischen Geschichte. Die meisten Methoden kommen jedoch eher nach der Darbietung der Geschichte zum Einsatz. Mit „Lapbook“ oder „Comic XXL“ setzen sich die Kinder gestalterisch mit einem

Bibeltext auseinander. Auch das „Bible Art Journaling“ bringt das, was die Kinder an einem Text berührt, in ein Bild.

Oft ist es bei Kindern auch so, dass die Lust zum Gestalten von der Tätigkeit an sich ausgelöst wird. Die Methode „Freies Gestalten“ stellt darum eine Palette an Materialien und Werkzeugen zur Verfügung und lässt bewusst Raum für eigenes Gestalten und Ausdrücken. Auch die „Schaumbilder“ stellen das Experimentieren in den Vordergrund. Bei einigen Methoden ist es für die Umsetzung wichtig, dass die Kinder Material, Beschaffenheit und Verarbeitungsmöglichkeiten gut kennen. Ein Beispiel dafür ist die „Frottage“.

Die meisten Methoden dieses Bandes werden als Einzelarbeit durchgeführt. So liegt der Schwerpunkt darauf, dass die Kinder ihre je eigene Gestaltungs- und Ausdrucksweise finden, die zu ihnen passt. Doch auch solche Methoden, die das Planen und Arbeiten in der Gruppe ermöglichen, wie z. B. die „Ergänzungs-Collage“, sind in diesem Buch zu finden.

Die Altersangaben

Anhand der Icons unter dem jeweiligen Methodennamen ist eine Einschätzung, in welcher Altersgruppe die Methode gut durchführbar ist, leicht möglich. Sie orientiert sich an den erforderlichen Kompetenzen, die Kinder für den Umgang mit einem Material oder einer Gestaltungstechnik mitbringen müssen. Die Altersangaben sind jedoch nicht als absolute Angaben zu verstehen. Methoden können auch für jüngere oder ältere Kinder angepasst werden, indem für die jüngeren Materialien reduziert und Arbeitsschritte vereinfacht werden. Bei älteren Kindern können unbekanntes Material (z. B. besondere Stifte, eine andere Technik) zu neuer Experimentierfreude anregen.

Die Reihe „Mach mit-Methoden“

Die „Mach mit-Methoden“ befähigen Kinder, Geschichten und Texte aus der Bibel möglichst selbstständig und gemeinsam mit anderen zu entdecken. Die Reihe möchte inspirieren und ermutigen, bei der Wahl der Methoden die Kinder stärker in den Blick zu nehmen. Ihre Lust am Entdecken und Spielen, ihre Gestaltungsfreude, ihre Fragen und Antworten, ihre Möglichkeiten des Verstehens, ihre Deutungen und Gottesvorstellungen sollen im Mittelpunkt stehen.

Die Auswahl der Methoden

Bei der Auswahl der Methoden dreht sich alles um das Entdecken biblischer Geschichten und um die Vertiefung der Beschäftigung mit biblischen Texten. Die ausgewählten Methoden sind darauf ausgerichtet, dass die Kinder zwar angeleitet, aber dann selbst aktiv werden. Jeder Band der „Mach mit-Methoden“-Reihe bündelt verschiedene Methoden zu einem bestimmten Thema.

Die Kompetenzen

Eine Vermittlung, die Kindern eine aktive Rolle zugesteht, stellt andere Anforderungen an Kinder und Erwachsene. Neben dem inhaltlichen Verständnis einer Geschichte, geht es beispielsweise darum, selbst Entdecktes zu beschreiben, eigene Sichtweisen zu erklären, Inhalte zu deuten oder etwas kreativ darzustellen. Die Kompetenzen unter jeder Methode zeigen auf, welche Kompetenzen durch eine Methode erworben und entwickelt werden können. Es handelt sich um sogenannte prozessbezogene Kompetenzen, die miteinander verknüpft sind:

• Wahrnehmen: Die Kinder staunen über Geschichten und beschreiben, was sie im Innern bewegt. Sie nehmen religiöse Phänomene, Symbole und Erfahrungen als solche wahr und ordnen sie ein. Sie sammeln ästhetische Erfahrungen. Sie äußern Fragen nach Ursprung, Sinn und Ziel des Lebens.

• Verstehen: Die Kinder eignen sich Wissen und Bibelverständnis an. Sie fragen nach, beobachten, erforschen, kombinieren. Sie lernen wichtige Grundbegriffe und religiöse Symbole kennen und verstehen. Sie nutzen dabei verschiedene Medien, Materialien und Werkzeuge.

• Sprechen: Die Kinder tauschen sich mit anderen aus. Sie vergleichen ihre Beobachtungen und Gedanken. Sie vertreten ihre Meinung, hören aber auch anderen zu und fühlen mit. Sie wenden Mimik, Gestik und (religiöse) Sprache an.

• Handeln: Die Kinder gestalten, stellen dar, werden schöpferisch tätig. Sie agieren plan- und fantasievoll, wenden Techniken und Methoden an. Sie probieren christliche Praxis aus.

• Reflektieren: Die Kinder vergleichen, unterscheiden, deuten eine Geschichte, ordnen sie ein und bewerten sie. Sie finden selbst eine Position und beziehen die Perspektive anderer ein.

In der Arbeit können die Kompetenzen helfen, die Methoden an sich besser einzuordnen: Welche Kompetenzen ermöglicht eine Methode? Wofür eignet sie sich? Was kann sie leisten und was nicht? Das hilft bei der Auswahl einer Methode und bewahrt auch davor, eine Methode zu überfrachten.

Der Aufbau der Methoden

Symbole:

Geschätzte Zeit für die Durchführung: kurz, mittel oder lang

Altersangaben: von 6Jahren an aufwärts

Sozialform: Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit

Aufwand: niedrig, mittel oder hoch

Schwarz: Die praktische Umsetzung der Methode. Die Beschreibung enthält alles benötigte Material, ggf. in Klammern einen Hinweis auf Vorlagen zum Download, die allgemeine Beschreibung der Methode mit den einzelnen Schritten und einen Praxisbezug. Wo auf Bastelvorlagen zum Download verwiesen wird, ist das benötigte Bastelmaterial im entsprechenden Download aufgelistet. In der Materialliste zur Methode selbst steht dann nur der Hinweis auf den Download und „entsprechendes Material“. Wird in der Beschreibung auf andere Methoden verwiesen, ist das immer durch Anführungszeichen gekennzeichnet.

Grau: Zusätzliche Informationen. Dazu gehören die Kompetenzen, die eine Methode fördert und fordert, und der Querverweis (••) auf einige ausgewählte biblische Geschichten, die sich für diese Methode eignen.

Die Downloads und externen Links

Unter download.praxisverlag-bm.de stehen zu den Methoden zusätzliche Materialien in digitaler Form zum Download zur Verfügung. Die meisten Vorlagen können auf geeignetem Papier ausgedruckt werden. Für wiederholten Einsatz und bessere Haltbarkeit bietet es sich an, die Vorlagen vor dem Ausschneiden zu laminieren.

Der Kauf berechtigt zum Downloaden, Ausdrucken, Kopieren und Verwenden der Daten, sofern sie zur Vorbereitung und Durchführung der Inhalte dieses Buches verwendet werden. Eine Vervielfältigung, Verwendung oder Weitergabe darüber hinaus ist ohne Erlaubnis ausdrücklich nicht gestattet.

Für in diesem Titel enthaltene Links auf Websites / Webangebote Dritter übernehmen wir keine Haftung, da wir uns deren Inhalt nicht zu eigen machen, sondern sie lediglich Verweise auf den Inhalt darstellen. Die Verweise beziehen sich auf den Inhalt zum Zeitpunkt des letzten Zugriffs: 17. 11. 2023.

Bilddiktat

Geschichten hören und gleichzeitig in Bilder umsetzen, eine eigene Interpretation finden.

Material

Papier (120–160g), geeignete Stifte, überarbeiteter Bibeltext oder Kinderbibel zum Vorlesen

Beschreibung

Beim Bilddiktat skizzieren die Kinder, ohne in Details zu gehen. Es eignen sich Texte mit ausdrucksstarken Bildern, die als Szene oder Symbolbild gezeichnet werden können. Der Text sollte so überarbeitet werden, dass Bilder verstärkt und schwierige Textpassagen vereinfacht werden. Ob man mit normalen Buntstiften arbeitet, Bleistifte, Leuchtfarben oder Wachsmalstifte einsetzt, variiert je nach Geschichte und Kindergruppe. – Die Kinder sitzen in Gruppen an Tischen. Alle erhalten Papier (mindestens DIN A4) und geeignete Farbstifte. Nun liest die Erzählerin/ der Erzähler abschnittsweise einen überarbeiteten Text oder einen Text aus einer Kinderbibel vor. Die Kinder zeichnen dazu. Auf ausreichend Pausen achten. Wenn gewünscht, können die Kinder ihre Zeichnungen in einer Folgemethode weiterführen und im Anschluss einander präsentieren. Bleibt es bei dieser Methode, vergleichen die Kinder am Ende ihre Werke innerhalb ihrer Gruppe: Wer hat was wie gezeichnet und warum?

Praxisbezug

Für die eigene Vorarbeit am Text kann es hilfreich sein, in Kinderbibeln die Bilder zum jeweiligen Text zu betrachten. Den Inhalt der Handlung in drei bis vier sinnvolle Abschnitte aufteilen. – Bei der Durchführung für Skizzen einfacher Szenen ca. 3Minuten Zeit lassen, für komplexere Szenen bis zu 5Minuten. Wird die Zeit zum Malen eher kurz gehalten, hilft das den Kindern, sich auf wesentliche Inhalte zu konzentrieren.

Kompetenzen

Die Kinder können sich Informationen bildlich vorstellen, das Gehörte spontan mit eigenen einfachen Bildern und Formen umsetzen und ggf. ausgestalten. Sie können Bildinhalte vergleichen und mit anderen darüber sprechen.

•• 1.Mose 12,1-9: Gott beruft Abraham (Abram)/ 1.Samuel 17,41-51: David besiegt Goliat/ Matthäus 2,1-12: Jesus – von den Völkern erwartet und als König begrüßt/ Lukas 4,1-13: Jesus wird auf die Probe gestellt

Bildlücken

Bildlücken mit der eigenen Fantasie füllen und gestalten.

Material

1 beliebiges unvollständiges Bild pro Kind auf geeignetem Papier, Buntstifte, Bibeln

Beschreibung

Die Kinder sitzen an Tischen, das Material liegt aus. Die Kinder betrachten das unfertige Bild, füllen die Lücken in ihrer Fantasie und vervollständigen das Bild entsprechend. Sind die Kinder fertig, können sie ihre Bilder vorstellen. Die Moderation greift die unterschiedlichen „Lösungen“ auf. Dabei können Interpretationen gesucht und verglichen werden. Wichtig ist, dass nicht bewertet wird.

Praxisbezug

Neben Buntstiften lassen sich auch wasservermalbare Stifte einsetzen, wenn das Bild auf ausreichend stabilem Papier (mindestens 160g) ausgedruckt wurde. Diese Technik fasziniert viele Kinder und regt ihre Fantasie zusätzlich an.

Tipp

Die „Kinder-Bibel zum Selbstgestalten“ enthält Bildelemente oder Symbole zu einer großen Auswahl an Geschichten und lädt zum kreativen Gestalten ein: Landgraf, Michael: Kinder-Bibel zum Selbstgestalten, Deutsche Bibelgesellschaft in Zusammenarbeit mit Calwer Verlag, Stuttgart 32018.

Kompetenzen

Die Kinder können eigene Vorstellungen zur Geschichte malen und gestalten. Sie können ihr Bild vorstellen und die Ergebnisse anderer betrachten.

•• 1.Mose 25,19-34: Jakob und Esau. Verkauf des Erstgeburtsrechts/ 1.Mose 41,14-44: Josef deutet die Träume des Pharaos und wird sein Stellvertreter/ Matthäus 2,13-23: Flucht nach Ägypten und Rückkehr nach Nazaret/ Lukas 1,57-66: Der Täufer Johannes wird geboren

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