In unseren Veröffentlichungen bemühen wir uns, die Inhalte so zu formulieren, dass sie allen Menschen gerecht werden, dass sich alle Geschlechter angesprochen fühlen, wo alle gemeint sind, oder dass ein Geschlecht spezifisch genannt wird. Nicht immer gelingt dies auf eine Weise, dass der Text gut lesbar und leicht verständlich bleibt. In diesen Fällen geben wir der Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes den Vorrang. Dies ist ausdrücklich keine Benachteiligung einzelner Geschlechter.
Dieser Titel ist entstanden in Zusammenarbeit mit dem Bibellesebund Schweiz, www.bibellesebund.ch, und der Deutschen Bibelgesellschaft, www.die-bibel.de.
Bildrechte Fotos von Autorin und Illustratorin: bei Autorin / Illustratorin Druck und Gesamtherstellung: KRÜGER Druck+Verlag GmbH & Co. KG, Merzig
Einleitung
Mit Kindern die Bibel erforschen
Kinder sind wissbegierig und haben viele Fragen. Ihre Fragen machen auch vor Gott und der Bibel nicht halt. Selbst etwas herausfinden zu wollen und die Welt und ihre Möglichkeiten zu erforschen, ist eine Motivation, die Kinder in sich tragen und die sie zum Handeln bewegt.
Kinder lernen durch Beobachtung und Nachahmung. Sie lernen durch eigene Erfahrungen, durch Ausprobieren und Fehler-Machen. Dabei entdecken sie eigene Potenziale und eigene Wirksamkeit. Auch Wiederholung ist wichtig. Indem Kinder Dinge immer wieder üben, festigen sie ihr Wissen und ihre Fähigkeiten. Das Spielen ist ein wichtiger Erfahrungsraum für Kinder. Inhalte spielerisch und aktiv zu erkunden, weckt ihren Forscherdrang und macht Spaß. Kinder lernen durch Interaktion mit anderen Kindern und Erwachsenen. Im Gespräch, in Diskussionen und durch Zusammenarbeit können sie ihr Wissen erweitern und neue Perspektiven kennenlernen. Dabei lernt jedes Kind individuell. Für einige ist das Sehen besonders einprägsam, für andere eher das Hören oder die Bewegung.
Diese Wesensmerkmale von Kindern fordern heraus. Denn um ihnen zu begegnen, braucht es Angebote, in deren Rahmen die Kinder ihrer Neugierde nachgehen und Dingen auf den Grund gehen können. In denen sie selbst zu Forscherinnen und Forschern werden. Und es braucht Leitende, die nicht vorrangig ihre eigenen Überzeugungen vermitteln, sondern die Kinder wertschätzend begleiten und ihre Fragen und Antworten ernst nehmen.
Die Methoden dieses Bandes
Die hier aufgenommenen Methoden laden Kinder ein, Bibeltexte und Geschichten selbst zu erforschen. Ein wichtiger Baustein dafür sind Methoden, die das Fragenstellen ermöglichen, wie z. B. „Interview“ und „Köpfchen“. Andere Methoden, wie die „Verfolgung“, ermöglichen es Kindern, durch Beobachtung Informationen zu erhalten. Bei anderen Methoden, z. B. der „Eigenrecherche“, geht es darum, Inhalte selbst zu recherchieren und sich Wissen anzueignen. Wieder andere Methoden kommen aus dem spielerisch-entdeckenden Bereich: So kann mit der Methode „Roter Faden“ die Handlung einer Geschichte spielerisch erkundet werden. In einem bewussten Rollentausch können die Kinder eine Detektivkappe aufsetzen und einen „Tatort“ untersuchen oder eine „Hausdurchsuchung“ durchführen. Es sind auch Methoden aufgeführt, die einen Zugang über bildliche Elemente, deren Wahrnehmung und Interpretation ermöglichen, so z. B. die „Gucklöcher“ oder die „Dunkelfolien“. Einige Methoden enthalten mehrere Lernzugänge, z. B. die „Lernschachtel“. So können Kinder aus unterschiedlichen Medien und Aufgabenstellungen eine für sie passende auswählen. Außerdem führt dieser Band auch Methoden auf, die Kinder ermutigen, das Wissen, das sie sich selbst erarbeitet haben, mit anderen zu teilen oder selbst Inhalte zu erstellen. „Bibel-Lern-Duett“ und „Intelligenter Stift“ sind hierfür zwei Beispiele.
Weitere Methoden zur Textarbeit werden an anderer Stelle der Reihe „Mach mit-Methoden“ thematisiert.
Die Einsatzmöglichkeiten
Einige Methoden unterstützen das erste Erfassen eines Bibeltextes oder eines Themas. Beispiele hierfür sind der „Info-Point“ und die „Textbesichtigung“. Ein Großteil der Methoden lädt dazu ein, sich
aktiv mit einem Bibeltext/ einer Geschichte auseinanderzusetzen. Für Kinder ist es eine wichtige Erfahrung, die Fähigkeit zu haben, sich einen Inhalt selbst anzueignen. Für Leitende (besonders in altersgemischten Gruppen) sind solche Methoden zu Beginn oft arbeitsintensiver in der Vorbereitung als eine erzählende Darbietung. Kinder und Leitende müssen sich an neue Lernformen und Rollen erst gewöhnen. Es gilt, die Spannung auszuloten, einerseits den Kindern eigenständige Zugänge zu ermöglichen und sie andererseits in diesem Lernprozess auch nicht zu überfordern. Hilfreich ist es, Rahmen und Methoden gut vorzubereiten. Auch der Umgang mit (Bibel-)Texten, Arbeitsaufträgen und Medien will eingeübt und wiederholt werden. Für Kinder, die nicht gut lesen oder sehen können, eignen sich Texte in leichter Sprache, kurze Texte mit hohem Bildanteil, eingesprochene Audio-Dateien, Ausschnitte aus Hörbüchern und Hörbibeln.
Die Altersangaben
Anhand der Icons unter dem jeweiligen Methodennamen ist eine Einschätzung, für welche Altersgruppe die Methode sich eignet, leicht möglich. Die Methoden in diesem Band sind größtenteils ab acht Jahren angegeben. In diesem Alter beginnen Kinder damit, Geschichten, Bibeltexte und Sachtexte nach und nach eigenständig zu lesen und lernen in der Schule Sinn und Umgang mit Fragen und Arbeitsaufträgen. Das selbstständige Lesen und Arbeiten mit einer Vollbibel, mit Sachbüchern, Lexika und digitalen Medien gelingt Kindern meist erst später.
Die Reihe „Mach mit-Methoden“
Die „Mach mit-Methoden“ befähigen Kinder, Geschichten und Texte aus der Bibel möglichst selbstständig und gemeinsam mit anderen zu entdecken. Die Reihe möchte inspirieren und ermutigen, bei der Wahl der Methoden die Kinder stärker in den Blick zu nehmen. Ihre Lust am Entdecken und Spielen, ihre Gestaltungsfreude, ihre Fragen und Antworten, ihre Möglichkeiten des Verstehens, ihre Deutungen und Gottesvorstellungen sollen im Mittelpunkt stehen.
Die Auswahl der Methoden
Bei der Auswahl der Methoden dreht sich alles um das Entdecken biblischer Geschichten und um die Vertiefung der Beschäftigung mit biblischen Texten. Die ausgewählten Methoden sind darauf ausgerichtet, dass die Kinder zwar angeleitet, aber dann selbst aktiv werden. Jeder Band der „Mach mit-Methoden“-Reihe bündelt verschiedene Methoden zu einem bestimmten Thema.
Die Kompetenzen
Eine Vermittlung, die Kindern eine aktive Rolle zugesteht, stellt andere Anforderungen an Kinder und Erwachsene. Neben dem inhaltlichen Verständnis einer Geschichte, geht es beispielsweise darum, selbst Entdecktes zu beschreiben, eigene Sichtweisen zu erklären, Inhalte zu deuten oder etwas kreativ darzustellen. Die Kompetenzen unter jeder Methode zeigen auf, welche Kompetenzen durch eine Methode erworben und entwickelt werden können. Es handelt sich um sogenannte prozessbezogene Kompetenzen, die miteinander verknüpft sind:
• Wahrnehmen: Die Kinder staunen über Geschichten und beschreiben, was sie im Innern bewegt. Sie nehmen religiöse Phänomene, Symbole und Erfahrungen als solche wahr und ordnen sie ein. Sie sammeln ästhetische Erfahrungen. Sie äußern Fragen nach Ursprung, Sinn und Ziel des Lebens.
• Verstehen: Die Kinder eignen sich Wissen und Bibelverständnis an. Sie fragen nach, beobachten, erforschen, kombinieren. Sie lernen wichtige Grundbegriffe und religiöse Symbole kennen und verstehen. Sie nutzen dabei verschiedene Medien, Materialien und Werkzeuge.
• Sprechen: Die Kinder tauschen sich mit anderen aus. Sie vergleichen ihre Beobachtungen und Gedanken. Sie vertreten ihre Meinung, hören aber auch anderen zu und fühlen mit. Sie wenden Mimik, Gestik und (religiöse) Sprache an.
• Handeln: Die Kinder gestalten, stellen dar, werden schöpferisch tätig. Sie agieren plan- und fantasievoll, wenden Techniken und Methoden an. Sie probieren christliche Praxis aus.
• Reflektieren: Die Kinder vergleichen, unterscheiden, deuten eine Geschichte, ordnen sie ein und bewerten sie. Sie finden selbst eine Position und beziehen die Perspektive anderer ein.
In der Arbeit können die Kompetenzen helfen, die Methoden an sich besser einzuordnen: Welche Kompetenzen ermöglicht eine Methode? Wofür eignet sie sich? Was kann sie leisten und was nicht? Das hilft bei der Auswahl einer Methode und bewahrt auch davor, eine Methode zu überfrachten.
Der Aufbau der Methoden
Symbole:
Geschätzte Zeit für die Durchführung: kurz, mittel oder lang
Altersangaben: von 6Jahren an aufwärts
Sozialform: Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit
Aufwand: niedrig, mittel oder hoch
Schwarz: Die praktische Umsetzung der Methode. Die Beschreibung enthält alles benötigte Material, ggf. in Klammern einen Hinweis auf Vorlagen zum Download, die allgemeine Beschreibung der Methode mit den einzelnen Schritten und einen Praxisbezug. Wo auf Bastelvorlagen zum Download verwiesen wird, ist das benötigte Bastelmaterial im entsprechenden Download aufgelistet. In der Materialliste zur Methode selbst steht dann nur der Hinweis auf den Download und „entsprechendes Material“. Wird in der Beschreibung auf andere Methoden verwiesen, ist das immer durch Anführungszeichen gekennzeichnet.
Grau: Zusätzliche Informationen. Dazu gehören die Kompetenzen, die eine Methode fördert und fordert, und der Querverweis (••) auf einige ausgewählte biblische Geschichten, die sich für diese Methode eignen.
Die Downloads und externen Links
Unter download.praxisverlag-bm.de stehen zu den Methoden zusätzliche Materialien in digitaler Form zum Download zur Verfügung. Die meisten Vorlagen können auf geeignetem Papier ausgedruckt werden. Für einen wiederholten Einsatz und eine bessere Haltbarkeit bietet es sich an, die Vorlagen vor dem Ausschneiden zu laminieren.
Der Kauf berechtigt zum Downloaden, Ausdrucken, Kopieren und Verwenden der Daten, sofern sie zur Vorbereitung und Durchführung der Inhalte dieses Buches verwendet werden. Eine Vervielfältigung, Verwendung oder Weitergabe darüber hinaus ist ohne Erlaubnis ausdrücklich nicht gestattet.
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Info-Point
Sich an einem Ort selbstständig über Inhalte informieren.
Material
Präsentationsmedium; Bibellexika, Landkarten zur Bibel, Bücher zur Zeitgeschichte, Bildmaterial, evtl. Abspielgerät für AudioDateien / Hörbücher
Beschreibung
Die Kinder erhalten an einem Info-Point sachliche Informationen: Begriffserklärungen, Hintergrundwissen, Informationen zur Zeitgeschichte. Auf Deutungen sollte verzichtet werden. In einem ersten Schritt geht es darum, dass die Kinder den Info-Point wahrnehmen, die erste Neugierde stillen, die ausgehängten Informationen betrachten und, je nach Interesse, bereits Auszüge davon lesen. Ziel der Methode ist, dass die Kinder in den weiteren Schritten selbstständig mit biblischen Texten / Inhalten arbeiten und auf den InfoPoint zugreifen können.
Praxisbezug
Für die Präsentation eignen sich Plakate, die an Pinnwand, Tisch, Säule oder Wand aufgehängt werden. Die Informationen in großer Schrift aushängen oder auslegen, Inhalt und Textlänge auf das Alter der Kinder abstimmen: Jüngeren Kindern hilft es, wenn der Schwerpunkt auf Bildmaterial liegt und die Texte nur wenige Sätze lang sind. Kinder ab der dritten Klasse können auch schon längere
Texte lesen. Barrierefreiheit, z. B. für Kinder, die schlecht sehen oder lesen können, kann durch selbst aufgenommene Audio-Dateien, Ausschnitte aus Hörbüchern u. Ä. gewährleistet werden. Dafür wird ein geeignetes Abspielgerät benötigt. – Ein Info-Point kann mit verschiedensten Aktivitäten verknüpft werden: Lösen von Arbeitsaufträgen, Aufgaben im Rahmen eines Haus- oder Geländespiels, Hintergrundwissen für eine Darbietung oder kreative Gestaltung zu einer Geschichte.
Tipp
Landkarten: Stier, Ekkehard: Bibelatlas elementar, Calwer Verlag GmbH und Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2012; Hörbibeln: Herzler, Hanno/ Wolfsberger, Dorothea: Hoffnung für alle. Die Hörbibel, Fontis, Kreuzlingen (CH) 2017; YouVersion APP mit integrierter Hörbibel, Life.Church, 2023; Hörbücher: Jeschke, Tanja:
Die große Hörbibel für Kinder, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2012; Metzger Wolfgang/ Erne, Andrea: Wieso? Weshalb? Warum?: Wir entdecken die Bibel, JUMBO Neue Medien und Verlag GmbH, Hamburg 2017
Kompetenzen
Die Kinder können durch die Informationen die ihnen fremde Kultur der Bibel besser verstehen. Sie können selbst recherchieren und sich Wissen aneignen.
•• 1.Mose 7,7-23: Die Sintflut kommt auf die Erde/ 2.Mose 7,1 –12,30: Die ägyptischen Plagen/ Lukas 22,14-23: Jesus feiert mit den Aposteln das Abschiedsmahl/ Apostelgeschichte 27,1-44: Paulus auf dem Weg nach Rom. Schiffbruch
Steckbrief
Die wichtigsten Fakten über eine (biblische) Person erfassen oder selbst erarbeiten und stichwortartig aufschreiben.
Material
Bastelvorlage (s. Downloads) und entsprechendes Material; Klebestreifen, evtl. 1Bibel pro Kind, Bibellexika für Kinder und weiteres Informationsmaterial zum Bibeltext
Beschreibung
Ein Steckbrief enthält wichtige Fakten zu einer Person: Name, Geschlecht, Familie, Geburtsort, Beruf, Aussehen, weitere Informationen. Es ist wichtig, dass die Kinder mit Form und Inhalt eines Steckbriefes vertraut gemacht werden. – Ein Steckbrief kann den Kindern vorgestellt werden oder er kann aushängen, damit sie sich allein ein Bild von einer Person machen können. Wenn er von den Kindern selbst erstellt wird, eignet sich die Methode dafür, sich vertieft mit dem Text auseinanderzusetzen. Die Kinder benötigen dann passendes Material, mit dem sie Informationen sammeln und einen leeren Steckbrief ausfüllen können. Die Ergebnisse werden anschließend in der Gruppe besprochen.
Praxisbezug
Der biblische Text bietet den Kindern oft schon gute Hinweise, die sich mit einem Bibellexikon für Kinder ergänzen lassen.
Kompetenzen
Die Kinder können sich Informationen über (biblische) Personen erarbeiten. Sie können kurze Inhalte lesen und verstehen. Die Kinder können ggf. in Eigenarbeit Informationen sammeln, notieren, sie nach vorgegebenen Kriterien ordnen und aufschreiben.
•• 1.Mose 29,1-30: Jakob kommt zu Laban und heiratet Lea und Rahel/ Jesaja 6,1-13: Jesaja berichtet über seine Berufung zum Propheten/ Johannes 3,1-12: Jesus und Nikodemus/ Apostelgeschichte 12,25 – 13,3: Barnabas und Saulus von der Gemeinde in Antiochia ausgesandt