In unseren Veröffentlichungen bemühen wir uns, die Inhalte so zu formulieren, dass sie Frauen und Männern gerecht werden, dass sich beide Geschlechter angesprochen fühlen, wo beide gemeint sind, oder dass ein Geschlecht spezifisch genannt wird. Nicht immer gelingt dies auf eine Weise, dass der Text gut lesbar und leicht verständlich bleibt. In diesen Fällen geben wir der Lesbarkeit und Verständlichkeit des Textes den Vorrang. Dies ist ausdrücklich keine Benachteiligung von Frauen oder Männern. Die im Titel enthaltenen Bibeltexte sind zitiert aus Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Dieser Titel ist in Zusammenarbeit mit dem Bibellesebund Schweiz, www.bibellesebund.ch, und der Deutschen Bibelgesellschaft, www.die-bibel.de, entstanden.
Impressum
© 1. Auflage 2020 buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart 2020 Printed in Germany. All rights reserved. buch+musik ejw-service gmbh, Stuttgart www.ejw-buch.de ISBN Buch 9783866872578 ISBN E-Book 9783866872585 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart www.die-bibel.de ISBN Buch 9783438040879 ISBN E-Book 9783438070296 Lektorat: buch+musik – Marlen Bleiholder, Stuttgart Umschlaggestaltung: buch+musik – Daniela Buess, Stuttgart Satzprogrammierung: X1-Publishing, Stuttgart Satz Downloads: buch+musik – Daniela Buess, Stuttgart Bildrechte Umschlag und Deckblätter: istock, francescoch und Daniela Buess, Stuttgart Bildrechte Fotos: Sara Schmidt, Steffisburg Bildrechte Illustrationen: Bianca Stegmaier, Ditzingen, © Bibellesebund Schweiz Bildrechte Fotos von Autorin und Illustratorin: bei Autorin/Illustratorin Druck und Gesamtherstellung: Kösel Gmbh & Co. KG, Altusried-Krugzell
INHALTSVERZEICHNIS Einführung
Ein Gedanke vorweg ................................................................................................. ........ 8 Einführung ............................................................................................................... ........ 9
Geschichten
1. Mose 1,128: Die Erschaffung der Welt ................................................................. ...... 18 1. Mose 2,4b-25: Der Mensch im Garten Eden (Das Paradies) ................................... ...... 22 1. Mose 3,123: Die Menschen müssen den Garten Eden verlassen .......................... ...... 26 1. Mose 4,116: Der Bruder erhebt sich gegen den Bruder ........................................ ...... 30 1. Mose 6,922: Gott gibt Noach den Befehl zum Bau der Arche ............................... ...... 34 1. Mose 7,723: Die Sintflut kommt auf die Erde ....................................................... ...... 38 1. Mose 9,117: Gottes Friedensbund mit den Menschen und Tieren ........................ ...... 42 1. Mose 11,19: Der babylonische Turm .................................................................... ...... 46 1. Mose 12,19: Gott beruft Abraham (Abram) ......................................................... ...... 50 1. Mose 13,118: Abraham (Abram) und Lot trennen sich ......................................... ...... 54 1. Mose 15,17: Gottes Bund mit Abraham (Abram) .................................................. ...... 58 1. Mose 18,115: Gott kündigt Abraham und Sara einen Sohn an ............................. ...... 62 1. Mose 25,1934: Esau und Jakob. Verkauf des Erstgeburtsrechts ............................. ...... 66 1. Mose 27,129: Rebekkas List. Jakob wird anstelle seines Bruders gesegnet ............. ...... 70 1. Mose 28,1022: Jakobs Traum von der „Himmelsleiter“ ........................................ ...... 74 1. Mose 29,130: Jakob kommt zu Laban und heiratet Lea und Rahel ........................ ...... 78 1. Mose 32,2333: Jakob ringt mit Gott .................................................................... ...... 82 1. Mose 33,120: Das Wiedersehen mit Esau ............................................................. ...... 86 1. Mose 37,1236: Die Brüder verkaufen Josef nach Ägypten ..................................... ...... 90 1. Mose 39,120a: Josef bei Potifar. Konflikt mit dessen Frau ..................................... ...... 94 1. Mose 41,1444: Josef deutet die Träume des Pharaos und wird sein Stellvertreter ...... .. 98 .... 102 1. Mose 42,626: Die Brüder erkennen Josef nicht .................................................... 1. Mose 45,115: Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen .................................... .... 106 2. Mose 2,110: Israels künftiger Retter wird aus dem Wasser gerettet ...................... .... 110 2. Mose 3,115: Gott braucht Mose für seinen Plan und gibt sich zu erkennen .......... .... 114 2. Mose 4,27 – 5,19: Mose und Aaron gehen zum Pharao. Die Not wird größer ....... .... 118 2. Mose 7,1 – 12,30: Die ägyptischen Plagen ............................................................ .... 122 2. Mose 12,3142: Der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten ................................... .... 126 2. Mose 15,121: Das Danklied der Befreiten ............................................................. .... 130 2. Mose 16,121: Gott sorgt für sein Volk .................................................................. .... 134 2. Mose 17,816: Erhobene Hände bringen den Sieg ................................................. .... 138 2. Mose 20,117: Die Zehn Gebote Gottes für sein Volk ............................................. .... 142 2. Mose 32,18: Der selbst gemachte Gott: das Goldene Kalb ................................... .... 146 4. Mose 13,133: Erkundung des Landes Kanaan. Bericht der Kundschafter .............. .... 150 Josua 1,19: Gott gibt den Befehl zum Einzug in das Land ......................................... .... 154 Josua 4,124: Steine als Erinnerungszeichen .............................................................. .... 158 Josua 6,121: Die Mauern Jerichos fallen ................................................................... .... 162
4 | INHALTSVERZEICHNIS
Anhang
Methoden „begegnen“ ............................................................................................ ........................................................................ .... 168 ............................... . ......................................... .... 172 Methoden „auseinandersetzen“ ............................................................................... ........................................................................ .... . 176 Methoden „übertragen“ ........................................................................................... Autorin und Illustratorin ........................................................................................... ........................................................................ .... 180
INHALTSVERZEICHNIS | 5 INHALTSV
EIN GEDANKE VORWEG Jedes Kind will wachsen, sich entfalten, sich einbringen und dazugehören. Dieser Wunsch nach dem Selbst-sein-Wollen ist in den Kindern tief verwurzelt. Schon früh treiben sie ihre eigene Entwicklung voran. Der Neurobiologe Gerald Hüther spricht von zwei Haltungen: Neugierde/Entdeckerfreude einerseits und Gestaltungslust andererseits (Hüther, Gerald / Quarch, Christoph: Rettet das Spiel! Weil Leben mehr als funktionieren ist, btb Verlag, München 22018, S. 35 – 40). Eine Sache muss bedeutsam sein und begeistern. Dann wollen Kinder sich auch damit beschäftigen. Das trifft auf die gesamte Entwicklung im Kindes- und Jugendalter zu, auch und gerade im Bereich des christlichen Glaubens und der Religion. Der Glaube selbst ist ein Geschenk, er ist das Werk Gottes in einem Menschen. Aber dennoch wollen sich Kinder den Glauben zu eigen machen, ihn selbst entdecken und erfahren. In der religionspädagogischen Arbeit in Gemeinde, Schule und Familie geschieht das durch die Schaffung von Erlebnis- und Beziehungsräumen. Hier kann sich das Kind als vollwertiges und gleichberechtigtes Gegenüber erfahren, sich mit biblischen Geschichten ganzheitlich und eigenständig auseinandersetzen und mit anderen Kindern und Erwachsenen Glauben erleben und teilen. Die Methodenbibel entstand aus der Beobachtung, dass es zwar eine Vielzahl hilfreicher Bücher zum Erzählen biblischer Geschichten gibt, dass aber Methoden, die die Kinder dazu einladen, einem Text zu begegnen, sich mit einer Geschichte vertieft auseinanderzusetzen und sie auf ihr eigenes Leben zu übertragen, weniger verbreitet sind. Solche Methoden galt und gilt es für die Methodenbibel zu entwickeln und aufzunehmen. Ich danke Bianca Stegmaier dafür, dass sie eine Vielzahl an Methoden so liebevoll und originell umgesetzt hat und damit diesem Buch eine ganz besondere Note gibt. Ohne die zündende Idee zur Methodenbibel von Claudia Siebert und Michael Jahnke wäre das Buch vermutlich so nicht entstanden. Claudia Siebert hat darüber hinaus den Rahmen für das Buch geschaffen und die Methodenbibel auch verlegerisch begleitet. Michael Jahnke hat meine Arbeit fachlich begleitet, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Marlen Bleiholder hat sich als Lektorin nicht nur durch die vielen Seiten gearbeitet, sondern viele wertvolle Anregungen eingebracht. Und nicht zuletzt danke ich Markus Giger, der mich ermutigt und mir den Freiraum gegeben hat, dieses Buch in Angriff zu nehmen und umzusetzen. Euch allen meinen herzlichen Dank! Sara Schmidt
8 | EIN GEDANKE VORWEG
G EINFÜHRUNG Leitfaden zum Buch Die Methodenbibel will einen Beitrag dazu leisten, de den en A Anspruch der Vermittlung an und rch Kinder zzusammenzubringen. das Recht der Erschließung biblischer Erzählungen durch Das Buch stellt eine Auswahl an biblischen Geschichten vor und zeigt eine mögliche Umsetzung auf, nicht im Sinne einer Verkündigung, sondern einer vertieften Auseinandersetzung mit den Texten. Bei der Auswahl der Methoden stellt das Buch die Kinder in die Mitte des Geschehens. Die Kinder werden angeleitet, die Geschichten möglichst eigenständig zu entdecken und zu erforschen. Zugleich werden damit die Erwachsenen herausgefordert, Beziehungs- und Bildungsräume zu eröffnen, die nach den Bedürfnissen von Kindern gestaltet sind und ausreichend Inhalte bieten, mit denen die Kinder sich selbstständig auseinandersetzen können. So kann das, was entdeckt wird, für die Kinder bedeutsam werden. In heutigen religionspädagogischen Ansätzen ist es Konsens, Kinder als eigenständig zu betrachten und ihnen die Fähigkeit zuzusprechen, ihre persönlichen Erfahrungen und Reflexionen in einen Deutungsprozess einzutragen. Kinder stellen existenzielle Fragen, sie sind in der Lage, biblische Geschichten zu erschließen und Texte im übertragenen Sinn zu verstehen. Sie verknüpfen, stellen einen Bezug zum Alltag her oder ziehen eine „Lehre“ aus einem biblischen Text. Natürlich variiert diese Fähigkeit je nach Alter und Entwicklung. Wer mit diesem Buch arbeitet, wird sich darum möglicherweise in eher ungewohnten Rollen wiederfinden: als Begleiter, Beobachter, Moderator, Reiseleiter und Arrangeur. Ein Rezept, wie mit der Methodenbibel gearbeitet werden kann, gibt es nicht. Manche werden sich einzelne Methoden heraussuchen und in ihre Arbeitsweise integrieren, andere werden Methoden genauso ausprobieren wollen, wie sie beschrieben sind, wieder andere werden die Methoden kreativ weiterdenken und etwas ganz Eigenes daraus machen. Alle diese Ansätze haben ihre Berechtigung. Die Methodenbibel soll keine strikte Anweisung für die „richtige“ Vermittlung biblischer Geschichten an Kinder sein, sondern vielmehr als Inspiration und Ideensammlung dienen. Auswahl der Bibeltexte Bei der Auswahl der Geschichten wurden solche Bibeltexte ausgewählt, die in der bibeldidaktischen Arbeit verwendet werden und in verschiedenen Plänen aufgeführt sind. Die 37 Geschichten dieses Bandes enthalten Texte von der Schöpfung bis einschließlich zum Josuabuch. Das Buch führt sie chronologisch auf. Einsatzmöglichkeiten der Methoden Die Methodenbibel bietet eine Zusammenstellung neuer und bereits bewährter Methoden und konkrete Anregungen zur Umsetzung für Weiterbildung und Praxis für alle haupt-
EINFÜHRUNG | 9
und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der christlichen Arbeit mit Kindern wie auch für Lehrkräfte im Fachbereich Religion. Darüber hinaus richtet sich das Buch selbstverständlich an jede und jeden, die/der Kindern die Möglichkeit eröffnen will, biblischen Geschichten zu begegnen, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und sie in ihren Alltag zu übertragen – also auch an Eltern und Großeltern, Tanten und Onkel, Patinnen/ Paten und Freundinnen/Freunde. Das Buch ist vorrangig für die Altersgruppe 6 – 12 Jahre konzipiert, die meisten Methoden lassen sich aber auch für jüngere oder ältere Kinder und Jugendliche anpassen. Art der Methoden Das Buch bietet 111 Methoden, die Kinder befähigen, Geschichten und Texte aus der Bibel möglichst selbstständig und gemeinsam mit anderen zu entdecken. Die Methoden laden dazu ein, • dem Text zu begegnen: seinen Inhalt wahrzunehmen und zu erfassen. • sich mit dem Text auseinanderzusetzen: seine Bedeutung zu erschließen und zu erarbeiten. • den Text zu übertragen: ihn ins Leben zu übersetzen und im Alltag umzusetzen. Für alle 37 Geschichten dieses Bandes gibt es jeweils eine Methode aus den Bereichen „begegnen“, „auseinandersetzen“ und „übertragen“. Die Methoden knüpfen an den Inhalt und die Thematik der jeweiligen biblischen Geschichte an und bereiten sie so auf, dass die Kinder den Inhalt des biblischen Textes verstehen und ihn für sich anwenden lernen. Der Dreiklang der Methoden dient der Unterteilung, er sortiert die Methoden und skizziert einen möglichen Weg von der Begegnung mit dem Text hin zu seiner Übertragung in die eigene Lebenswelt. So kann eine Geschichte anhand der gewählten Methoden fertig ausgearbeitet und in dieser Form ausprobiert werden. Eigentlich liegt es jedoch nicht in der Absicht des Buches, Entwürfe zu präsentieren, die genau in der vorgegebenen Form umgesetzt werden sollen. Vielmehr braucht es bei vielen Methoden eine gewisse Routine im Umgang mit der Methode selbst, damit die Kinder sich tatsächlich auf die Geschichte und ihren Inhalt konzentrieren können. Deshalb kann eine Kombination zwischen neuen Methoden und solchen, die den Kindern schon vertraut sind, hilfreich sein. Auch der häufigere Einsatz einer Methode bei verschiedenen Geschichten erleichtert den Umgang. Beispiel: Bei einem ersten Bibellese-Einsatz mit den „Denk-mal-Karten“ wird die eigentliche Auseinandersetzung mit dem Text wahrscheinlich noch gering ausfallen. Die Kinder müssen zuerst die acht verschiedenen Symbole und ihre Bedeutung kennenlernen, bevor sie in einem späteren Schritt diese Symbole als Gesprächs-, Meinungs- und Bewertungshilfen selbstständig einsetzen können. Darum sind die Symbole als Karten verfügbar. So können sie nach und nach eingeführt werden und an vielen Stellen zum Einsatz kommen.
10 | EINFÜHRUNG
Viele Methoden lassen sich innerhalb des Methoden-Dreiklangs recht eindeutig zuordnen und man kann davon ausgehen, dass sie mit einer anderen Geschichte in ähnlicher Weise eingesetzt werden können. Andere Methoden sind offener. Hier entscheidet die Art der Umsetzung darüber, wo sie im Verlauf einer Stundenplanung zum Einsatz kommen. Beispiel: Das „Erzähltheater“ kann Kinder dazu einladen, einer Geschichte zu begegnen. Erzählen die Kinder selbst mit dem Theater, dann wäre dieselbe Methode eher dem Bereich der Auseinandersetzung mit der Geschichte zuzuordnen. Damit würde sie auch andere Kompetenzen der Kinder fördern und fordern. Die hier vorgenommene Einteilung ist also nur als eine grobe Sortierhilfe zu verstehen. Die Methoden im Buch sind größtenteils erarbeitende und verarbeitende Methoden. Sie sind handlungsorientiert, mit ihnen kann erfragt, entdeckt, gestaltet, erforscht, erspielt, inszeniert, ausgetauscht, dokumentiert, präsentiert und reflektiert werden. Die Methoden kommen aus dem Bibeltext. Es sind also die Geschichten, die die Methoden vorgeben. Das erklärt, warum in diesem Band viele interaktionale Methoden mit aufgenommen wurden: Die großen Familiengeschichten beispielsweise wollen auf Lebenskonflikte hinweisen. Deshalb sollten die Kinder die Geschichten und Konflikte nicht nur hören, sondern auch – teilweise sogar körperlich – erleben und mitempfinden und anschließend besprechen können. Wo Menschen sich beispielsweise auf eine Reise begeben, da lädt das förmlich dazu ein, es ihnen gleich zu tun. Es kann also der inhaltliche Schwerpunkt einer Geschichte sein, der eine Methode im Buch vorgibt, aber auch die Dynamiken der Geschichten selbst. Beispiel: Gerade das Spielen ermöglicht intensive Erfahrungen und entspricht kindlichen Bedürfnissen. Beim „Emotionstheater“ können Kinder beispielsweise in andere Rollen schlüpfen, ihrer emotionalen Betroffenheit Ausdruck verleihen und Verhaltensweisen kennenlernen. Viele Methoden im Buch haben spielerischen Charakter, es geht um das Erleben, das Sich-Bewegen, um das Anfassen, Schmecken, Rätseln, Bauen oder Sich-Ausprobieren. Auf diese Weise erobern Kinder nicht nur ihre Umwelt, sondern setzen sich auch lustvoll mit einer Geschichte auseinander. Was Dreiklang und Methoden nicht sind Die Methodenbibel will nicht als didaktisches Konzept für die Arbeit mit Kindern in Gemeinde und Religionsunterricht verstanden werden. Es handelt sich um eine Methodensammlung, nicht um eine Sammlung fertiger Stundenentwürfe. Einführungsprozesse wie Vorerfahrungen und Kontexte aus der Welt der Kinder sind nicht abgebildet. Jede/jeder ist selbst gefragt, die Methoden in die eigene Arbeitsweise und konkrete Stundenplanung zu integrieren. Das Buch enthält keine ausgeschriebenen Beispieltexte, da das den Rahmen einer Methodensammlung übersteigen würde. Auf den ersten Blick mag das frustrierend sein, gerade wenn man hochmotiviert etwas ausprobieren will. Es kann aber auch eine Hilfe sein, denn
EINFÜHRUNG | 11
es fordert dazu heraus, alle nötigen Schritte der Vorbereitung selbst zu gehen. Dabei fällt oft schnell auf, welche Schwerpunktsetzung in der eigenen Gruppe sinnvoll ist und wo besondere Aufmerksamkeit benötigt wird. Die Methoden stellen keine Erfolgsrezepte dar. Sie zeigen lediglich Wege der Vermittlung und Möglichkeiten der Aneignung auf. Wenn Kinder zehn Jahre später beispielsweise über den Kindergottesdienst erzählen, werden sie nicht von Methoden und Techniken schwärmen. Vielleicht werden sie erwähnen, ob es dort langweilig oder spannend war und wie der Kindergottesdienst ihr Leben geprägt hat. Es wird einzelne Angebote geben, die hängen geblieben sind. Aber vor allem werden es die Menschen sein, an die die Kinder sich erinnern – und ob sie sich in der Gruppe angenommen und wertgeschätzt gefühlt haben. Die Kompetenzen Am Ende jeder Methode werden die Kompetenzen genannt, die die jeweilige Methode bei den Kindern fördert und fordert. Sie sind weder umfassend aufgeführt noch messbar ausdifferenziert, wie das in curricularen Bildungsplänen der Fall ist. Das ist für die Funktion, die sie in diesem Buch erfüllen, nicht notwendig. Die ausgewählten Kompetenzen sollen nochmals sichtbar machen, dass das Konzept des Buches sich nicht an zu vermittelnden Lernzielen orientiert. Vielmehr sollen Art und Auswahl der Methoden dabei helfen, einen offenen Erkenntnisprozess vonseiten der Kinder anzuregen und die Kinder und ihre Deutungen einer Geschichte ernst zu nehmen. Beispiel: Nicht immer können und wollen Kinder ihre Deutungen in Worte fassen. Einige Methoden wie die „Handabdruck-Collage“ oder das „Bilddiktat“ bieten daher kreative Zugänge an. Hier können Kinder ihre eigenen Bilder und Gefühle wahrnehmen und durch das Malen und Gestalten tief in eine Geschichte eintauchen. So drücken sie ebenfalls aus, was für sie von Bedeutung ist. In der Arbeit mit dem Buch können die aufgeführten Kompetenzen helfen, die Methoden an sich besser einzuordnen: Welche Kompetenzen ermöglicht eine Methode? Wofür eignet sie sich? Was kann sie leisten und was nicht? Das hilft bei der Auswahl einer Methode und bewahrt auch davor, eine Methode zu überfrachten. Beispiel: Eine Gesprächsmethode, in der Kinder eingeladen werden, ihre Meinung zu sagen, hat genau darin ihren Gewinn, dass Kinder sich in einem sicheren Rahmen frei äußern können. Die Kinder hören dabei auch auf andere, lernen zuzuhören, müssen andere Meinungen aushalten lernen. Aber die Methode darf in dieser Freiheit stehen bleiben, am Ende muss keine Erwachsene / kein Erwachsener eine letztgültige Beurteilung vornehmen. Sie unterscheidet sich demnach von einer Reflexionsmethode, bei der es darum gehen kann, Inhalte zu deuten und am Ende zu einer Bewertung zu kommen.
12 | EINFÜHRUNG
Der Erwerb religiöser Kompetenzen ist vielschichtig und geschieht immer mehrdimensional. Damit Kinder nicht nur Kenntnisse, sondern auch Fertigkeiten und Haltungen gewinnen können, sind in die Methodenbibel folgende Kompetenzebenen eingeflossen: • Wahrnehmen: Religiöse Phänomene als solche wahrnehmen. Sensibel dafür werden, staunen und das beschreiben, was im Inneren bewegt. • Verstehen: Sich Wissen aneignen, Bibelverständnis entwickeln. Fragen stellen, Neues aufnehmen, entdecken, forschen. Grundbegriffe und religiöse Symbole kennen und benennen können. • Sprechen: Mit anderen in einen Austausch treten. Sich mitteilen, die eigene Meinung vertreten, anderen zuhören, mitfühlen. Aber auch religiöse Sprache verstehen und verwenden. • Handeln: Meint hier gestalten, darstellen, schöpferisch tätig sein. Verschiedene Techniken wie „Standbild“ und „Erzähltheater“ methodisch anwenden können. Christliche Praxis ausprobieren. • Reflektieren: Selbst eine Position finden und die Perspektive anderer einbeziehen. Vergleichen, unterscheiden, eine Geschichte deuten, einordnen und bewerten.
Aufbau der Geschichten Bibeltext Der Bibeltext ist in der neu überarbeiteten Fassung der Gute Nachricht Bibel 2018 abgedruckt. Sofern dies möglich war, wurde der Text vollständig übernommen. Vereinzelt mussten aus Platzgründen Kürzungen vorgenommen werden, die jedoch durch „[...]“ kenntlich gemacht sind. So kann man bei Interesse die eigene Bibel heranziehen, den vollständigen Text nachlesen und ggf. die gekürzten Stellen beim Vorlesen ergänzen. Einführung Zu jedem Bibeltext gibt es eine kurze Einführung mit Begriffserklärungen. Neben Informationen, die das Verständnis des Textes erleichtern, soll die Einführung auch größere Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Texten aufzeigen. So zieht sich beispielsweise das Thema Verheißung und Erfüllung wie ein roter Faden durch alle Geschichten über die Erzeltern und kann mithilfe der jeweiligen Einleitungen leichter nachvollzogen werden. Jede/jeder ist eingeladen, selbst weiter zu forschen, die Geschichte für sich persönlich zu deuten und die angegebenen Begriffe mit einem Bibel-Lexikon zu vertiefen. Methoden Farbig: blau = begegnen, rot = auseinandersetzen, grün = übertragen. Anhand der Farbe, in der der Name, die Symbole und die Kurzbeschreibung jeder Methode gedruckt sind, kann die Methode einem der drei Bereiche „begegnen“, „auseinandersetzen“ und „übertragen“ zugeordnet werden. Zu jeder Geschichte ist jeweils eine Methode aus jedem der drei Bereiche aufgeführt.
EINFÜHRUNG | 13
Symbole:
Geschätzte Zeit für die Durchführung: kurz, mittel oder lang
6+
8+ 10+
Altersangaben: von 6 Jahren an aufwärts
Sozialform: Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeit
Aufwand: wenig, mittel oder hoch Schwarz: Die praktische Umsetzung der Methode. Die Beschreibung enthält alles benötigte Material, ggf. in Klammern einen Hinweis auf Vorlagen zum Download, die allgemeine Beschreibung der Methode mit den einzelnen Schritten und den Bezug der Methode zum Bibeltext. In den Fällen, wo auf Bastelvorlagen zum Download verwiesen wird, ist das benötigte Bastelmaterial im entsprechenden Download aufgelistet. In der Materialliste zur Methode selbst steht dann nur der Hinweis auf den Download und „entsprechendes Material“. Bei vielen Methoden kann es zur Vorbereitung hilfreich sein, sich mit der Google-Bildersuche Inspirationen anzeigen zu lassen. Grau: Zusätzliche Informationen. Dazu gehören die Kompetenzen, deren Funktion oben näher beschrieben ist, und der Querverweis auf andere Methoden aus dem Buch. •• Die Vorschläge, die als Querverweise angegeben sind, können auf zweierlei Weise gelesen werden: Oft ist es möglich, die obere Methode durch eine der im Querverweis genannten Methoden auszutauschen. Wenn das nicht passt, bilden die unteren Querverweise einen neuen Methoden-Dreiklang. Website und Downloads Zu den Methoden stehen auf www.diemethodenbibel.net zahlreiche zusätzliche Materialien in digitaler Form zum Download zur Verfügung. Der Kauf des Buches berechtigt zum Downloaden, Ausdrucken, Kopieren und Verwenden dieser Daten, sofern sie zur Vorbereitung und Durchführung der Inhalte dieses Buches verwendet werden. Eine Vervielfältigung, Verwendung oder Weitergabe darüber hinaus ist ohne Erlaubnis ausdrücklich nicht gestattet. Die meisten Vorlagen können auf geeignetem Papier ausgedruckt werden. Für einen wiederholten Einsatz und eine bessere Haltbarkeit bietet es sich an, die Vorlagen vor dem Ausschneiden zu laminieren.
14 | EINFÜHRUNG
Methodenverzeichnisse Am Ende des Buches befinden sich drei Methodenverzeichnisse, in denen die verschiedenen Methoden nach den Bereichen „begegnen“, „auseinandersetzen“ und „übertragen“ gegliedert aufgelistet sind. Die Methoden sind jeweils alphabetisch sortiert und neben dem Namen der Methode gibt es auch eine Kurzbeschreibung und eine Angabe, für welche Altersgruppe sich die Methode am besten eignet. Zusätzlich zu den Querverweisen am Ende jeder Methode wird auch in der Beschreibung einzelner Methoden auf andere Methoden verwiesen. Dies wird immer durch Anführungszeichen gekennzeichnet.
EINFÜHRUNG | 1 15
1. MOSE 3,123 Die Menschen müssen den Garten Eden verlassen 1
Die Schlange war das klügste von allen Tieren des Feldes, die Gott, der HERR, gemacht hatte. Sie fragte die Frau: „Hat Gott wirklich gesagt: ‚Ihr dürft die Früchte von den Bäumen im Garten nicht essen‘?“ 2 „Natürlich dürfen wir sie essen“, erwiderte die Frau, 3 „nur nicht die Früchte von dem Baum in der Mitte des Gartens. Gott hat gesagt: ‚Esst nicht davon, berührt sie nicht, sonst müsst ihr sterben!‘“ 4 „Nein, nein“, sagte die Schlange, „ihr werdet bestimmt nicht sterben! 5 Aber Gott weiß: Sobald ihr davon esst, werden euch die Augen aufgehen; ihr werdet wie Gott sein und wissen, was gut und was schlecht ist. Dann werdet ihr euer Leben selbst in die Hand nehmen können.“ 6 Die Frau sah den Baum an: Seine Früchte mussten köstlich schmecken, sie anzusehen war eine Augenweide und es war verlockend, dass man davon klug werden sollte! Sie nahm von den Früchten und aß. Dann gab sie auch ihrem Mann davon und er aß ebenso. 7 Da gingen den beiden die Augen auf und sie merkten, dass sie nackt waren. Deshalb flochten sie Feigenblätter zusammen und machten sich Lendenschurze. 8 Am Abend, als es kühler wurde, hörten sie, wie Gott, der HERR, durch den Garten ging. Da versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott zwischen den Bäumen. 9 Aber Gott rief nach dem Menschen: „Wo bist du?“ 10 Der antwortete: „Ich hörte dich kommen und bekam Angst, weil ich nackt bin. Da habe ich mich versteckt!“ 11 „Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?“, fragte Gott. „Hast du etwa von den verbotenen Früchten gegessen?“ 12 Der Mensch erwiderte: „Die Frau, die du mir an die Seite gestellt hast, gab mir davon; da habe ich gegessen.“ 13 Gott, der HERR, sagte zur Frau: „Was hast du da getan?“ Sie antwortete: „Die Schlange ist schuld,
sie hat mich zum Essen verführt!“ 14 Da sagte Gott, der HERR, zu der Schlange: „Verflucht sollst du sein wegen dieser Tat! Auf dem Bauch wirst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang – du allein von allen Tieren. 15 Und Feindschaft soll herrschen zwischen dir und der Frau, zwischen deinen Nachkommen und den ihren. Sie werden euch den Kopf zertreten, und ihr werdet sie in die Ferse beißen.“ 16 Zur Frau aber sagte Gott: „Ich verhänge über dich, dass du Mühsal und Beschwerden hast, jedes Mal wenn du schwanger bist; und unter Schmerzen bringst du Kinder zur Welt. Es wird dich zu deinem Mann hinziehen, aber er wird über dich herrschen.“ 17 Und zum Mann sagte Gott: „Weil du auf deine Frau gehört und mein Verbot übertreten hast, gilt von nun an: Deinetwegen ist der Acker verflucht. Mit Mühsal wirst du dich davon ernähren, dein Leben lang. 18 Dornen und Disteln werden dort wachsen, und du wirst die Pflanzen des Feldes essen. 19 Viel Schweiß musst du vergießen, um dein tägliches Brot zu bekommen, bis du zurückkehrst zur Erde, von der du genommen bist. Ja, Staub bist du, und zu Staub musst du wieder werden!“ 20 Der Mensch nannte seine Frau Eva, denn sie sollte die Mutter aller Menschen werden. 21 Und Gott, der HERR, machte für den Menschen und seine Frau Kleider aus Fellen. 22 Dann sagte Gott: „Nun ist der Mensch wie einer von uns geworden und weiß, was gut und was schlecht ist. Es darf nicht sein, dass er auch noch vom Baum des Lebens isst. Sonst wird er ewig leben!“ 23 Und er schickte den Menschen aus dem Garten Eden weg, damit er den Ackerboden bearbeite, aus dem er gemacht war. [...]
Einführung Die Menschen dürfen alles im Garten essen, außer die Früchte des einen Baumes. Gott erwartet, dass Adam und Eva seine Grenze anerkennen, damit die Gemeinschaft nicht zerstört wird. Die Schlange sät Zweifel. Und Eva misstraut Gott, sie glaubt der Lüge, genau wie Adam. Die Absicht, klug zu werden, treibt sie von Gott weg. Voll Scham wollen sie die Verantwortung abwälzen, was ihnen nicht gelingt. Gott führt zwar seine Drohung nicht aus, doch die Menschen müssen den Garten verlassen und sich auf neue Begrenzungen einstellen. Gott bekleidet Adam und Eva mit Fellen, er bleibt zugewandt. Schlange: ist ein Geschöpf Gottes. Woher das Böse kommt, verrät der Text nicht. Kerubim: geflügelte himmlische Wächter, halb Mensch halb Tier. Bewachen den Garten Eden (1. Mose 3,24).
26 | 1. MOSE 3,123
Textbesichtigung
8+
Eine visualisierte Geschichte wahrnehmen und lesen. Material: ausgedruckte Bibeltexte und passende Requisiten (hier: Plakat mit aufgemaltem Baum, Früchtekorb, Stoffschlange, Grünpflanzen, Barbie und Ken, Wäscheleine, Babykleidung, Gartengeräte, Abtrennband, Schild „Betreten verboten“) Beschreibung: Der Bibeltext wird hier nicht nur gelesen, sondern auch an verschiedenen Orten besichtigt. Dazu den Bibeltext in sinnvolle Abschnitte gliedern, die jeweiligen Texte vergrößert ausdrucken, auslegen oder auf ein Schild kleben. Eine Frage unter jedem Bibeltextabschnitt kann zum Nachdenken einladen. Jeder Ort wird mit wenigen Gegenständen visualisiert. Für die Darstellung eignen sich die Ecken eines Raumes. Die Kinder besichtigen in Zweierteams die ausgestellten Szenen. Sie lesen den Bibeltext und sprechen über die Frage. Oder eine Person aus dem Team begleitet die Kinder, z. B. jüngere Kinder im Erstlesealter, und liest die Texte vor. Bibeltext: Es bieten sich vier Szenenbilder an: V. 17: Plakat eines Baumes, Korb mit Früchten, Stoffschlange. V. 813: verschiedene Pflanzen auf einem Tisch, Barbie und Ken, die sich dahinter verstecken. V. 1419: Wäscheleine mit Babykleidung, einfache Gartengeräte. V. 2023: Abtrennband mit Schild „Betreten verboten“. Kompetenzen: Die Kinder kennen die Geschichte von der Vertreibung aus dem Garten Eden. Sie können den biblischen Text mit Gegenständen verbinden und darüber nachdenken. Sie können einem mehrteiligen Text folgen und sich die Inhalte selbst erschließen. •• Dialog-Geschichte / Lückentext
BEGEGNEN | 27
Verkehrszeichen
10+
Einen biblischen Text oder eine gestellte Geschichte mit bekannten Zeichen untermalen, kommentieren, bearbeiten und dadurch neue Lösungen und Deutungen entwickeln. Material: Verkehrszeichen gibt es im Internet. Für große Schilder: Zeichen auf DIN A4 ausdrucken und ausschneiden, auf Begrenzungsstangen oder Saugglocken anbringen Beschreibung: Verschiedene den Kindern bekannte Verkehrszeichen liegen aus. Entweder wird die Geschichte in Abschnitten vorgelesen und die Kinder ordnen dem Inhalt passende Zeichen zu. Oder der Bibeltext wird groß auf Packpapier geschrieben und von den Kindern mithilfe der Zeichen kommentiert. Auch Szenenbilder können beschildert werden. Die Wahl der Verkehrszeichen gemeinsam auswerten. Bibeltext: Für diese Geschichte eignen sich verschiedene Gefahr-, Verbots- und Gebotsschilder, Einbahnstraßenschilder, usw. Die Kinder treffen sich in kleinen Gruppen. Jede Gruppe sucht passende Zeichen für eine Szene heraus und stellt oder legt sie dazu. Im Anschluss werden die Schilder besprochen: Warum habt ihr dieses Verkehrszeichen gewählt? Warum passt es zu dem Bibeltext? Die Schilder können auch noch ausgetauscht oder ergänzt werden. Kompetenzen: Die Kinder können einen Text mithilfe einfacher Zeichen bearbeiten und damit über Gebote und Grenzen ins Gespräch kommen. Sie können sich mit anderen über ihre Wahl austauschen und voneinander hören und lernen. •• Stimmungsthermometer / Kontrastpunkte
28 | AUSEINANDERSETZEN
Ganz Ohr sein
10+
Austauschen, Fragen klären, Texte mit Blick auf den Alltag interpretieren. Material: Smartphone, Kopfhörer, Symbol Fragezeichen Beschreibung: Die Methode hilft Kindern dabei, ihre Fragen zu klären, in einen Austausch zu kommen, auszusprechen, was sie bewegt, und Missverständnisse zu reduzieren, die beim Interpretieren biblischer Geschichten entstehen können. Die moderierende Person kann und soll ihre Sichtweise ebenfalls einbringen und anbieten. Es werden kleine Gruppen bis acht Kinder gebildet. In der Mitte liegen ein ausgeschnittenes Fragezeichen, ein Smartphone und ein Kopfhörer. Fragezeichen: Zu welcher Frage möchtest du (von Gott) eine Antwort haben? Kopfhörer: Was aus dem Text würdest du am liebsten ausblenden oder wo möchtest du weghören? Positive Alternative: Worauf willst du dich voll konzentrieren, wo willst du genau hinhören? Smartphone: Sag in einem Satz, was du an jemand anderen texten würdest, oder was eine andere Person hören sollte. – Die Moderation stellt die Gegenstände vor und lädt zu einem offenen Austausch ein. Ein Kind beginnt. Es nimmt einen Gegenstand in die Hand und sagt etwas dazu. Die anderen haben die Möglichkeit, darauf zu reagieren, oder den Gegenstand selbst zu übernehmen und ihre Gedanken einzubringen. Dann wird der Gegenstand wieder in die Mitte gelegt und das nächste Kind macht weiter. Die Moderation leitet das Gespräch, fragt nach und nimmt die Gedanken auf, ohne sie zu werten. So kann ein Gespräch entstehen. Es gilt dabei auch, Momente der Stille gemeinsam auszuhalten. Denn es braucht Zeit, in sich hineinzuhören und auszudrücken, was einen bewegt. Bibeltext: Fragen, die hier auftauchen können: Gott, warum hast du den Baum in den Garten gesetzt? Warum soll es verkehrt sein, Gut und Böse unterscheiden zu können? Warum müssen Adam und Eva raus aus dem Garten? Interessant könnte auch das Thema Grenzen sein und wie Gott mit Grenzüberschreitungen umgeht. Kompetenzen: Die Kinder können gemeinsam über ihre Fragen und Deutungen nachdenken. Sie können einander zuhören und andere Meinungen aushalten. •• Fragebox / Fragenquiz
ÜBERTRAGEN | 29
1. MOSE 13,118 Abraham (Abram) und Lot trennen sich 1
Abram kehrte mit seiner Frau und seinem ganzen Besitz an Tieren und Menschen in den südlichsten Teil des Landes Kanaan zurück. Auch sein Neffe Lot begleitete ihn. 2 Abram war sehr reich. Er besaß große Viehherden und viel Silber und Gold. 3 Von dort zog er von Lagerplatz zu Lagerplatz bis zu der Stelle zwischen Bet-El und Ai, wo er zuerst seine Zelte aufgeschlagen hatte. 4 Das war auch der Ort, an dem er den Altar gebaut hatte. Dort rief er im Gebet den Namen des HERRN an. 5 Auch Lot, der mit ihm zog, hatte viele Schafe, Ziegen und Rinder und viele Zelte, in denen seine Hirten mit ihren Familien lebten. 6 Das Weideland reichte nicht aus für die Viehherden der beiden; sie konnten auf die Dauer nicht zusammenbleiben. 7 Es gab immer Streit zwischen den Hirten Abrams und den Hirten Lots. Außerdem wohnten damals noch die Kanaaniter und die Perisiter im Land. 8 Da sagte Abram zu seinem Neffen: „Es soll doch kein Streit zwischen uns sein, auch nicht zwischen unseren Hirten. Wir sind doch Brüder! 9 Das Beste ist, wir trennen uns. Das ganze Land steht dir offen: Du kannst nach Norden gehen, dann gehe ich nach Süden; du kannst auch nach Süden gehen, dann gehe ich nach Norden.“ 10 Lot schaute
sich nach allen Seiten um. Er sah, dass es in der Jordanebene reichlich Wasser gab. Bevor der HERR Sodom und Gomorra zerstörte, war es dort wie im Garten Gottes oder wie am Nil in Ägypten – bis hinab nach Zoar. 11 Deshalb entschied sich Lot für die Jordangegend und zog nach Osten. So trennten sich die beiden: 12 Abram blieb im Land Kanaan, Lot ging ins Gebiet der Jordanstädte und kam im Lauf der Zeit mit seinen Zelten bis nach Sodom. 13 Die Bewohner Sodoms aber führten ein schändliches Leben, das dem HERRN missfiel. 14 Nachdem Lot sich von Abram getrennt hatte, sagte der HERR zu Abram: „Sieh dich von hier aus nach allen Seiten um, nach Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen! 15 Das ganze Land, das du siehst, will ich für immer dir und deinen Nachkommen geben. 16 Und ich werde deine Nachkommen so zahlreich machen wie den Staub auf der Erde, den niemand zählen kann. 17 Durchzieh das Land nach allen Richtungen; dir und keinem anderen gebe ich es.“ 18 Abram zog mit seinen Zelten weiter und nahm seinen Wohnsitz in Hebron, bei den Eichen von Mamre. Dort baute er einen Altar für den HERRN.
Einführung Abram und Lot sind vermögend, sie besitzen Groß- und Kleinvieh. Für beide Herden gibt es nicht genügend Weideflächen. Zwischen den Hirten von Abram und denen von Lot kommt es zum Streit. Abram verzichtet großzügig auf den besseren Teil, die grüne und wasserreiche Jordanebene, die als „Garten Gottes“ beschrieben wird. Ihm ist der Frieden mit seinem Neffen wichtiger. Lots Wahl fällt auf den Osten, er zieht bis nach Sodom, einer Stadt, die Gott missfällt. Gott erneuert sein Versprechen an Abram. Dessen Wahl erweist sich schlussendlich als die bessere (1. Mose 14,116). Abram zieht nach Hebron, zu den Eichen von Mamre. Sodom: vermutlich am Südwestufer des Toten Meeres gelegen, wird zusammen mit Gomorra wegen seiner Sünden vernichtet (1. Mose 19,1229). Der Bericht deutet auf eine Naturkatastrophe hin. Eichen von Mamre: galten als heiliger Ort. Abraham erlebt hier wichtige Ereignisse (1. Mose 18; 23).
54 | 1. MOSE 13,118
Koffergeschichte
6+
Einer Geschichte zuhören, verschiedene Sinne aktivieren, sich aktiv einbringen. Material: alter Koffer, Handpuppe, Kappe, Requisiten (hier: Figuren für Abram, Lot, Hirten, Tiere; Zelte; braune und grüne Tücher als Landschaft und ein blaues für einen Fluss) Beschreibung: Im Koffer befinden sich verschiedene Requisiten, die nach und nach herausgeholt und während des Erzählens aufgebaut werden. Neben den Figuren und Gegenständen aus einer Geschichte eignen sich auch Requisiten, die mit allen Sinnen wahrgenommen werden können und die Kinder miteinbeziehen. Das kann eine Puppe sein, der die Kinder Fragen stellen können, oder auch ein Erzählhut, eine Kappe oder ein Erzählstein, damit die Kinder sich mitteilen können. Auch Instrumente bieten sich an, um die Erzählung mit einem passenden Lied zu bereichern. Je nach Ausführung der Methode gehen hier das Begegnen, Auseinandersetzen und Übertragen der Geschichte ineinander über. Für die Durchführung sitzen die Kinder in einem Halbkreis vor dem Koffer. Mit den Kindern den Koffer öffnen. Während des Erzählens Gegenstände herausnehmen oder von den Kindern suchen lassen. Die Geschichte vor dem Koffer entstehen lassen und spielen, die Kinder miteinbeziehen. Bibeltext: Ein braunes Tuch für die karge Landschaft, ein blaues für den Jordan, ein grünes für die Jordanebene, dazwischen ein weiteres Tuch für den Ort, wo sich Abram und Lot befinden. Herden mit Hirten von den Kindern aufbauen lassen, dann die Geschichte erzählen. Fragen während der Geschichte: Warum haben die Hirten Streit? Wie reagiert Abram darauf? Wie findest du seine Entscheidung? Wie denken wohl die Hirten von Abram und Lot über die Trennung? Alltagsnahe Themen: Wann streite ich? Was macht das mit mir? Habe ich schon einmal einen Streit gelöst? Wie war das? Ist ein Streit immer so lösbar, dass beide Seiten gewinnen? Einer anderen Person den Vortritt lassen, ist das klug? Warum ja, warum nein? Liedvorschlag: „Auf geht’s, Abraham!“, Kontakte Musikverlag. Kompetenzen: Die Kinder erfahren von dem Konflikt, der zur Trennung von Abram und Lot führt. Die Kinder erleben die Geschichte aktiv mit und bringen sich ein. Sie verbinden Inhalte der Geschichte mit ihrem eigenen Leben und tauschen sich darüber aus. •• Zwei Lager / Wortmeldung
BEGEGNEN | 55
Denk-mal-Karten
6+
Mit unterschiedlichen Symbolen Inhalte erschließen, bewerten und deuten. Material: Bastelvorlage (s. Downloads) und entsprechendes Material Beschreibung: Bodenbilder, gestellte Szenen mit Figuren und Bildmaterialien können mithilfe der Karten vertieft und gedeutet werden. Dazu mehrere Kartensätze vorbereiten. Die Karten liegen offen aus. Ein Kind beginnt und nimmt eine Karte, mit der es etwas zur Geschichte sagen will und legt die Karte dann zu dem passenden Bild. Symbole: Kreuz (Da läuft etwas verkehrt.), Haken (Da läuft etwas richtig.), Daumen hoch (Gefällt mir.), Daumen runter (Gefällt mir nicht.), Ausrufezeichen (Das finde ich wichtig.), Fragezeichen (Das verstehe ich nicht.), Herz (Das berührt mich, bedeutet mir etwas.), Anführungszeichen (Dazu möchte ich etwas erzählen.). Bibeltext: Die Karten als Legekarten einsetzen. Für Kinder im Erstlesealter die Kartenauswahl reduzieren, z. B. Kreuz, Haken, Ausrufezeichen und Anführungszeichen. Varianten: Mit den Karten oder dem „Denk-mal-Drehspiel“ können Kinder auch die Bibel lesen und sich über den Text austauschen. Kompetenzen: Die Kinder können sich zur Geschichte äußern und einander zuhören. Sie erschließen den Inhalt und tragen gemeinsam zur Deutung eines Textes bei. •• Charakterköpfe / Stimmungsthermometer
56 | AUSEINANDERSETZEN
Koffer oder Kübel
8+
Unterscheiden, was für einen selbst brauchbar und wichtig und was unbrauchbar und unnötig ist. Material: 1 Koffer, 1 Kübel; Zettel und Stifte oder Tischtennisbälle und Papier Beschreibung: Die Methode eignet sich für alltagsnahe Geschichten und Themen. Der Koffer steht für das, was die Kinder aus einer Geschichte für ihr eigenes Leben mitnehmen wollen, was ihnen wichtig ist. Der Kübel für das, was unwichtig ist oder im eigenen Leben sogar hinderlich wäre. Ein Koffer und ein Kübel werden im Raum aufgestellt. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder schreiben die Kinder zwei Dinge auf, eines für den Koffer und das andere für den Kübel. Sind die Kinder fertig, werden die Zettel vorgelesen und besprochen. Oder die Behälter werden symbolisch gefüllt, z. B. nehmen die Kinder einen Tischtennisball und legen ihn – symbolisch für eine wichtige Sache – in den Koffer. Ebenso nehmen sie ein zerknülltes Papier und legen es – symbolisch für eine unwichtige Sache – in den Kübel. Wer will, darf etwas dazu sagen. Am Schluss wird der Koffer mit all den Ideen gewürdigt und alles, was im Kübel ist, entsorgt. Wenn sie möchten, können die Kinder das, was sie in den Koffer gelegt haben, mit nach Hause nehmen. Bibeltext: Der Text enthält viele Grunderfahrungen: Wir streiten und schließen Frieden, verzichten auch einmal auf unser Recht, gönnen anderen Gutes. Es ist sinnvoll, das Thema mit den Kindern einzugrenzen: Was interessiert sie? Womit wollen sie sich beschäftigen? Kompetenzen: Die Kinder können zum Inhalt einer Geschichte eine Position einnehmen. Sie können den Inhalt für sich bewerten, ihre Wahl sichtbar machen und begründen. •• Globetrotter / Gespräch mit Alltagsbrille
ÜBERTRAGEN | 57