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tägliches MANNA

Mit der Bibel durch das Jahr

Beröa-Verlag | Zellerstrasse 61 | CH-8038 Zürich www.beroea.ch

Die Bibelzitate sind der überarbeiteten Elberfelder Übersetzung (Edition CSV Hückeswagen) entnommen.

Verantwortlich für den Inhalt: Marcel Graf / Matthias Billeter

Layout: Formid' graphic design, Ollon

© Beröa-Verlag Zürich 2023

Druck: BasseDruck, Hagen 422

ISBN 978-3-03811-122-1

Vorwort

Vier Tipps helfen uns, das Wort Gottes im Jahr 2024 mit Freude zu lesen:

1) Beten wir, bevor wir die Bibel öffnen. Danken wir Gott, dass Er uns sein Wort gegeben hat. Bitten wir Ihn um Verständnis für den Abschnitt, den wir lesen.

2) Lesen wir unsere Bibel aufmerksam. Suchen wir nach Zusagen, die uns Mut machen. Beachten wir die Hinweise für den Alltag. Entdecken wir etwas von Jesus Christus.

3) Lesen wir die Bibel regelmässig. Nähren wir unseren Glauben täglich mit dem Wort Gottes. Benutzen wir die Bibel in jeder Situation als Ratgeber.

4) Befolgen wir die biblischen Anweisungen. Das Wort Gottes will unser Leben prägen. Tun wir deshalb alles, was die Bibel uns lehrt.

Das tägliche Manna unterstützt das regelmässige Bibellesen. Es gibt jeden Tag einen Abschnitt an und erklärt ihn kurz. Die früheren Jahrgänge dieser Bibellesehilfe sind unter www.beroea.ch erhältlich.

DER BRIEF AN DIE

Römer

IN 46 TAGEN

1. Januar bis 15. Februar

Den Bibeltext in der BeröaLeselounge lesen: leselounge.bereoa.ch

Einführung

Der Römer-Brief kann wie folgt eingeteilt werden:

Kapitel 1,1 – 1,17

Einleitung: Das Evangelium Gottes

Kapitel 1,18 – 5,11 Wir sind gerechtfertigt worden.

Kapitel 5,12 – 8,39 Wir sind befreit worden.

Kapitel 9,1 – 11,36

Gott kommt mit Israel zum Ziel.

Kapitel 12,1 – 16,24 Wir leben für Gott.

Kapitel 16,25 – 16,27

Schluss: Das Geheimnis Gottes

Montag | 1. Januar

RÖMER 1,1-7

Der Herr Jesus machte Paulus zu seinem Knecht und setzte ihn in das Amt eines Apostels ein, um ihm eine besondere Aufgabe anzuvertrauen. Er sollte das Evangelium Gottes verkündigen und erklären.

Diese wunderbare Botschaft hat ihren Ursprung im Herzen Gottes, der einen Weg gefunden hat, wie Er verlorene Menschen retten kann. Im Gegensatz zum ewigen Vorsatz Gottes über die Versammlung ist das Evangelium des Heils kein Geheimnis, denn es ist bereits im Alten Testament angekündigt worden.

Der Inhalt des Evangeliums ist der Retter Jesus Christus. Als Mensch stammt Er von David ab und ist somit der Träger der alttestamentlichen Verheissungen. Er hat in göttlicher Kraft ein heiliges Leben geführt und am Kreuz den Tod, die Sünde und den Teufel überwunden. Durch TotenAuferstehung hat Er bewiesen, dass Er der Sohn Gottes ist. «Zum Glaubensgehorsam» drückt die Zielrichtung der Verkündigung des Evangeliums aus: Menschen sollen an den Erlöser Jesus Christus glauben und dem Aufruf zur Umkehr gehorchen. «Unter allen Nationen» bezeichnet den Bereich der Empfänger dieser Botschaft: Alle Menschen aus allen Völkern der Erde sind angesprochen.

Die Gläubigen in Rom, an die der Apostel schrieb, hatten das Evangelium angenommen. Nun standen sie als Geliebte in einer wunderbaren Beziehung zu Gott und nahmen als berufene Heilige eine vollkommene Stellung vor Ihm ein. Die Gnade, die Gott ihnen zur Errettung geschenkt hatte, und der Frieden, den sie mit Gott besassen, begleiteten sie täglich auf dem Glaubensweg. 

Dienstag | 2. Januar

RÖMER 1,8-17

Paulus dankte für die Christen in Rom, weil sich ihr Glaube an den Herrn Jesus in der ganzen Welt ausbreitete. Ihr Beispiel spornt uns an, ebenfalls vom Erlöser zu zeugen. Der Apostel betete auch für die Gläubigen in Rom. Sein besonderes Anliegen war, sie zu besuchen. Doch er wollte nichts Eigenwilliges tun. Wir sehen hier zwei wichtige Merkmale im Dienst für den Herrn, die sich nicht ausschliessen, sondern ergänzen: Paulus diente in seinem Geist – das ist Hingabe. Zudem wollte er den Willen Gottes tun – das ist Gehorsam.

Mit dem Besuch des Apostels sollte ein doppeltes Ziel erreicht werden: Erstens wollte er den Gläubigen mit seiner Gnadengabe dienen, um sie im Wort Gottes zu befestigen. Zweitens konnten sie in der Gemeinschaft miteinander getröstet werden, und zwar jeder durch den Glauben des anderen. Weil Paulus der Apostel der Nationen war, gehörte auch Rom zu seinem Arbeitsfeld. Deshalb war er sowohl schuldig als auch bereitwillig, den Gläubigen dort die gute Botschaft zu bringen.

Das Evangelium der Gnade hat die Kraft, Menschen aus dem Sumpf der Sünde zu ziehen und zu Gott zu bringen. Es schenkt jedem, der es glaubensvoll annimmt, eine vollkommene Errettung. Darum soll es sowohl Juden als auch Griechen verkündigt werden.

Das Evangelium offenbart Gottes Gerechtigkeit: Es spricht glaubende Menschen gerecht, weil Jesus Christus in seinem Tod die gerechte Strafe für ihre Sünden und das gerechte Gericht Gottes über die Sünde erduldet hat. Es erfordert jedoch, dass jeder persönlich glaubt. 

Mittwoch | 3. Januar

RÖMER 1,18-32

Bevor der Apostel die Rechtfertigung aus Glauben erklärt, zeigt er die Ausgangslage: Gott wird einmal alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen bestrafen. Damit keiner denkt, das würde ihn nicht betreffen, spricht Paulus alle Gruppen von Menschen an und beweist ihre Schuld vor Gott.

Er beginnt mit den Heiden, die das Wort Gottes nicht kennen. Sie besitzen jedoch sein Zeugnis in der Schöpfung: «Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk» (Psalm 19,2). Sie erfahren auch, wie der lebendige Gott sie am Leben erhält. Darum können sie sich nicht mit Unkenntnis über Gott entschuldigen.

Leider nehmen sie das nicht an, was der Schöpfer von sich offenbart hat. Anstatt Ihm für seine Güte zu danken und seine Autorität über sich anzuerkennen, machen sie sich ihre eigenen Gottesvorstellungen. Sie verehren Götzenbilder, die Menschen oder Tiere darstellen. Als Folge davon verfallen sie in schlimmste Unmoral.

In den Versen 24-28 lesen wir dreimal, dass Gott die Heiden «hingegeben» hat. Er lässt sie auf ihrem selbstgewählten, sündigen Weg laufen. Ihre verdorbene Gesinnung zeigt sich nicht nur in ihrem unmoralischen und gewalttätigen Verhalten. Sie finden auch Gefallen an solchen, die ein sündiges Leben führen. So ist ihre Schuld vor Gott klar erwiesen. Wenn sie das Evangelium nicht annehmen, gehen sie ewig verloren. Als Gläubige wollen wir uns davor hüten, gegenüber Götzendienst, Unmoral und Gewalttat unempfindlich zu werden. Gott verurteilt diese Sünden. 

Könige DAS ERSTE BUCH DER

IN 73 TAGEN

16. Februar bis 28. April

Den Bibeltext in der BeröaLeselounge lesen: leselounge.bereoa.ch

Einführung

Inhalt

Nach dem Tod Davids wird Salomo

König über Israel. Er bekommt von Gott eine aussergewöhnliche Weisheit, um über sein Volk zu regieren. Er baut den Tempel des Herrn und weiht ihn ein.

Am Ende seines Lebens verehrt

Salomo fremde Götter. Darum kommt es nach seinem Tod zur Reichsteilung. Im Norden herrschen gottlose

Könige über zehn Stämme. Im Süden regieren die Nachkommen Davids über Juda und Benjamin.

Einteilung

Kapitel 1 – 11: Das Reich Salomos

Kapitel 12 – 22: Das geteilte Reich

Freitag | 16. Februar

1. KÖNIGE 1,1-10

Den ersten König in Israel hatte das Volk im Eigenwillen gefordert. Doch Saul hatte versagt. Dennoch gehörte das Königtum zum Ratschluss Gottes für sein irdisches Volk. So war David der erste König, der nach Gottes Gedanken über Israel regierte. Doch nun war er sehr alt geworden, so dass er umsorgt und gepflegt werden musste. Wer führte die Regierungsgeschäfte?

Adonija, ein Sohn Davids, wollte die Gelegenheit ausnutzen, um das Königtum an sich zu reissen. Wie früher sein Bruder Absalom handelte er eigenmächtig und gegen Gott, denn der Herr hatte Salomo zum Nachfolger Davids bestimmt (1. Chronika 28,5.6). Joab, der Heeroberste Davids, der sich gegen Absalom gestellt hatte, folgte dieses Mal dem Empörer. Leider hielt auch der Priester Abjathar zu ihm. Zum Krönungsfest lud Adonija nur Leute, von denen er Unterstützung erwarten konnte.

David war der König nach dem Ratschluss Gottes. Gleichzeitig aber war er als Mensch für sein Verhalten vor Gott verantwortlich. Gottes Plan für das Leben eines Menschen und die persönliche Verantwortung dieser Person schliessen einander nicht aus. Sie laufen parallel, wobei beides hundertprozentig gilt. Sobald es aber um die Verantwortung des Menschen geht, zeigt sich Versagen. So auch bei David. Als Vater war er dem Eigenwillen seines Sohnes nie entgegengetreten (Vers 6). So konnte Adonija immer seinen eigenen Willen durchsetzen. Das Neue Testament aber lehrt uns Eltern, dass wir dem Willen unserer Kinder nicht einfach freien Lauf lassen dürfen (1. Timotheus 3,4). 

Samstag | 17. Februar

1. KÖNIGE 1,11-21

Einmal hat der Prophet Nathan König David einen menschlichen Rat gegeben (2. Samuel 7,3). Da musste Gott ihn zurückrufen und korrigieren. Doch dieses Mal handelt er in göttlicher Weisheit, als er Bathseba, die Mutter Salomos, darüber informiert, dass Adonija sich zum König gemacht hat. Mit Ehrerbietung spricht er vom alten und körperlich schwachen König, wenn er sagt: «Unser Herr David weiss es nicht.» Dann gibt er Bathseba einen Rat. Sie soll zum König hineingehen und ihn an das Versprechen erinnern, das er ihr einst aufgrund der Worte des Herrn gegeben hat. Sowohl der Prophet Nathan als auch die Mutter Salomos stützen sich auf das, was Gott gesagt hat. Das wollen auch wir tun, wenn ein Problem an uns herantritt, das uns zwingt, etwas zu unternehmen. Wir wollen uns nicht auf unsere Weisheit verlassen, sondern uns auf den Herrn und seine Anweisungen in der Bibel stützen (Psalm 119,117).

Bathseba macht David darauf aufmerksam, dass er jetzt handeln und zeigen muss, wer nach ihm auf dem Thron in Jerusalem sitzen soll. Das Volk wartet auf die Entscheidung des Königs. Wenn er nichts unternimmt, wird dies ernste Folgen für Bathseba und Salomo haben. Wird der alte König etwas unternehmen? Wie wird der Herr zu seinem Wort stehen?

Es kommt auch in unserem persönlichen Leben und im Leben der Versammlung Gottes immer wieder vor, dass das Böse eindringen will. Dann dürfen wir nicht zögern, sondern müssen in einer demütigen Haltung entschieden dagegen auftreten und das Böse Gott gemäss verurteilen. 

Sonntag | 18. Februar

1. KÖNIGE 1,22-31

Während Bathseba mit David spricht, meldet sich der Prophet Nathan. Er wird zum König vorgelassen. Demütig beginnt er mit einer Frage und schildert dann mit deutlichen Worten, dass sich Adonija zum König hat ausrufen lassen.

Bathseba hat schon erwähnt, wen Adonija eingeladen hatte. Namentlich werden der Priester Abjathar und der Heeroberste Joab angegeben. Aus dem zweiten Buch Samuel lernen wir Joab als ehrgeizigen, rücksichtslosen und brutalen Mann kennen, der mit menschlicher Klugheit immer den eigenen Vorteil gesucht hat. Nie sieht man, dass er nach Gottes Willen gefragt hätte. Dieses Mal aber werden ihm seine klugen Überlegungen zum Verhängnis. Er hat sich verrechnet!

Wenn Nathan die gegenwärtige Situation schildert, erwähnt er besonders die Personen, die Adonija nicht eingeladen hat. Es sind der Prophet Nathan und der Priester Zadok. Zu ihnen gehören auch Benaja, der die Keretiter und Peletiter (vermutlich die Leibgarde des Königs) befehligte, und Salomo, den Gott zum Thronfolger bestimmt hat. Alle diese Personen hätten dem Plan Adonijas hinderlich sein können. Deshalb schloss er sie aus.

Nun wird der alte David aktiv. Da es um die Sache Gottes geht, schenkt der Herr dem körperlich alten und schwachen Gläubigen die nötige geistige und geistliche Kraft, um in seinem Sinn zu handeln. Zuerst bestätigt David vor dem Herrn den Schwur gegenüber Bathseba im Blick auf ihren Sohn Salomo: «Er soll auf meinem Thron sitzen an meiner statt!, so werde ich an diesem Tag tun.» 

Rückblick

Die Blütezeit in Israel unter König Salomo:

Der König Salomo war grösser an Reichtum und an Weisheit als alle Könige der Erde. Und die ganze Erde suchte das Angesicht Salomos, um seine Weisheit zu hören, die Gott in sein Herz gegeben hatte.

1. Könige 10,23.24

Der Niedergang in Israel unter König Ahab:

Ahab tat mehr, um den Herrn, den Gott Israels, zu reizen, als alle Könige von Israel, die vor ihm gewesen waren.

1. Könige 16,33

DER ZWEITE BRIEF AN

Timotheus

IN 9 TAGEN

11. Mai bis 19. Mai

Den Bibeltext in der BeröaLeselounge lesen: leselounge.bereoa.ch

Einführung

Der Apos tel Paulus steht kurz vor seinem Märtyrertod. Er schreibt seinem Mitarbeiter Timo theus einen letzten Brief mit drei Schwerpunkten:

• Das christliche Zeugnis endet unter der menschlichen Verantwortung im völligen Ruin.

• Der Herr verändert sich in seiner Treue nicht. Seine Gnade steht uns bis zuletzt zur Verfügung.

• Es gibt einen Weg, auf dem wir getrennt vom Bösen dem Herrn treu bleiben können.

Dieser Brief ermutigt bis heute jeden Diener des Herrn, seine Aufgaben treu zu erfüllen.

Samstag | 11. Mai

2. TIMOTHEUS 1,1-7

Paulus stellt sich als Apostel vor, weil er auf die Gefahren am Ende der christlichen Zeit hinweist. Die «Verheissung des Lebens» zeigt, dass jeder Erlöste das ewige Leben besitzt –unabhängig vom Verfall in der Christenheit. Was der Apostel seinem geliebten Kind Timotheus wünscht, gilt auch uns:

• Die Gnade Gottes hilft uns, in Zeiten des Niedergangs den Weg zu gehen, der zur Ehre des Herrn ist.

• Die Barmherzigkeit Gottes gilt unserem Elend, in dem wir uns wegen des gemeinsamen Versagens befinden.

• Der Friede Gottes will uns trotz Schwierigkeiten auf dem Glaubensweg innerlich ruhig machen.

Die Verse 3-5 machen deutlich, was Paulus und Timotheus aus früherer Zeit miteinander verband, auch wenn sie sich nicht sehen konnten:

• Paulus diente Gott von Jugend an mit reinem Gewissen. Er lebte aufrichtig im jüdischen Glauben, bis er Jesus Christus erkannte und an Ihn glaubte.

• Timotheus besass einen ungeheuchelten Glauben. Wie seine Grossmutter und Mutter vertraute er auf Gott. Später nahm auch er den Herrn Jesus als Erlöser an.

Gott hatte Timotheus eine Gnadengabe gegeben. Er sollte sie nun in der Ausübung seines Dienstes anfachen.

Diese Erinnerung hatte er aus zwei Gründen nötig: Erstens war Timotheus in seiner Art eher schüchtern, zweitens begegnete er aufgrund des Niedergangs einem zunehmenden Widerstand gegen die Wahrheit. Doch der Heilige Geist, der in ihm wohnte, konnte eine innere Geisteshaltung der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit bewirken, damit er für seinen Dienst ausgerüstet war. 

Sonntag | 12. Mai

2. TIMOTHEUS 1,8-18

Als Diener brauchen wir uns für das Zeugnis unseres Herrn nicht zu schämen, auch wenn viele es ablehnen und dem Evangelium widerstehen. Warum? Weil diese herrliche Botschaft mit dem ewigen Vorsatz Gottes verknüpft ist! Sein Plan kann vom Feind nicht durchkreuzt werden.

Gott hat uns vom ewigen Tod errettet (Römer-Brief) und uns in eine wunderbare Stellung berufen (Epheser-Brief).

Um dies möglich zu machen, kam unser Heiland Jesus Christus auf die Erde. Durch sein Sterben am Kreuz und durch seine Auferstehung besiegte Er den Tod. Seither wird den Menschen das Evangelium verkündigt, das Leben und Unverweslichkeit in Aussicht stellt. Wer an den Herrn Jesus glaubt, bekommt jetzt ewiges Leben. Der volle Segen davon liegt in der Zukunft.

Der Apostel Paulus verkündigte und erklärte diese wunderbare Botschaft den Menschen aus den Nationen. Dafür musste er Verfolgung und Gefängnis erdulden. Doch er schämte sich nicht, denn er wusste, dass es sich lohnte, dem Herrn Jesus zu glauben und zu dienen.

Wie wichtig ist es in der Zeit des Verfalls, die christliche Wahrheit in ihrer Harmonie und in ihrer Schönheit glaubensvoll festzuhalten (Verse 13.14)!

Die Christen in Asien hatten sich vom Apostel Paulus abgewandt und damit das besondere Werkzeug des Herrn zur Ausbreitung der christlichen Wahrheit abgelehnt. Onesiphorus bildete eine Ausnahme. Er besuchte den Apostel im Gefängnis. Er war barmherzig und stand Paulus bei. Nun wünschte der Apostel ihm und seiner Familie die Barmherzigkeit des Herrn (Matthäus 5,7). 

Montag | 13. Mai

2. TIMOTHEUS 2,1-7

Wenn es mit dem christlichen Zeugnis bergab geht, dürfen wir uns auf die Gnade stützen, die uns täglich in Christus Jesus zur Verfügung steht.

In Vers 2 erkennen wir, wie am Anfang der christlichen Zeit die biblische Wahrheit weitergegeben wurde. Der Apostel Paulus verkündigte die christliche Lehre. Timotheus nahm sie auf und vertraute sie treuen Gläubigen an, die fähig waren, andere darin zu unterweisen. Das ist bis heute der göttliche Weg, um die christliche Wahrheit an die nächste Generation weiterzugeben.

Die Verse 3-6 zeigen anhand von drei Beispielen vier Eigenschaften eines Dieners:

1) Wer dem Herrn dienen und für die Wahrheit einstehen will, muss wie ein Soldat bereit sein, dafür Mühen und Leiden auf sich zu nehmen.

2) Ein Diener verwickelt sich wie der Soldat nicht in die Beschäftigungen des Lebens, sondern setzt sich ganz für die Sache des Herrn ein. Ihm möchte er gefallen.

3) Ein Sportler, der einen Wettkampf gewinnen will, hält sich an die Regeln. Genauso unterordnet sich der Diener dem Willen und den Anordnungen seines Herrn.

4) Wie ein Ackerbauer viel Arbeit auf sich nimmt, um eine gute Ernte zu bekommen, so erfordert jeder Dienst für den Herrn einen grossen Einsatz.

Der Apostel Paulus war das besondere Werkzeug, um die christliche Wahrheit vorzustellen. Darum werden wir in Vers 7 aufgefordert, uns intensiv mit dem zu befassen, was er in seinen Briefen gelehrt hat. Der Herr wird uns in seiner Gnade das Verständnis dafür geben. 

DIE BERGPREDIGT

In den Kapiteln 5 – 7 stellt der Herr die Grundsätze vor, die im Reich der Himmel gelten. Dieses Reich besteht auf der Erde, wird aber durch den Himmel regiert. Der Herr Jesus ist der Mittelpunkt in diesem Reich, obwohl Er abgelehnt worden ist und die Erde verlassen hat. Er zeigt allen, die an Ihn glauben und seine Autorität über sich anerkennen, wie sie sich als seine Jünger verhalten sollen.

Damit wir aus diesen Kapiteln den richtigen Nutzen für uns ziehen, gilt es einiges zu beachten:

• Diese Rede enthält nicht das Evangelium für verlorene Sünder, sondern richtet sich an Menschen, die den Herrn Jesus im Glauben angenommen haben. Weil sie neues Leben besitzen, können sie seine Anweisungen befolgen.

• Der Herr spricht hier nicht über die besonderen christlichen Segnungen und Beziehungen, die die Erlösten der Gnadenzeit kennen. Er behandelt das Verhalten der Jünger in seinem Reich.

• Darum gelten seine Worte in der Bergpredigt allen, die sich im Reich Gottes befinden: sowohl den damaligen Jüngern als auch uns Christen und dem gläubigen Überrest in der Zukunft.

• Diese Anweisungen des Herrn betreffen unser Leben als Jünger auf der Erde. Zugleich halten wir im Glauben fest, dass wir Kinder Gottes sind, zur Versammlung gehören und ein himmlisches Ziel haben. 

Sonntag | 14. Juli

MATTHÄUS 5,1-12

Zu Beginn seiner Rede nennt der Herr solche glückselig, die die Merkmale eines Jüngers in seinem Reich tragen. Nur Menschen, die an Ihn glauben und neues Leben haben, können diese Eigenschaften in ihrem Verhalten zeigen.

• Die Armen im Geist haben eine demütige Einstellung. Sie halten nichts von sich, sondern erwarten alles von Gott. Sie sind glückliche Jünger im Reich.

• Die Trauernden sind über die Ablehnung des Herrn Jesus auf der Erde betrübt. Sie trauern auch über das Versagen im Volk Gottes. Der Herr wird sie trösten.

• Die Sanftmütigen nehmen Gottes Wort bereitwillig auf. Zudem begegnen sie ihren Mitmenschen milde. Sie werden ein Erbteil im zukünftigen Reich bekommen.

• Die Jünger möchten so leben, wie es vor Gott recht ist. In einer ungerechten Welt sehnen sie sich nach der gerechten Regierung des Herrn in der Zukunft.

• Die Barmherzigen haben ein mitfühlendes Herz und helfende Hände für Menschen, die im Elend sind. Sie erfahren im eigenen Leben die Barmherzigkeit Gottes.

• Die Jünger des Herrn wünschen sich ein reines Herz. Darum prüfen sie sich und entfernen alles, was Gott widerspricht. Sie werden im Herrn Jesus Gott sehen.

• Die Friedensstifter versuchen mit allen Menschen in Frieden zu leben. Wenn sie unter den Gläubigen Frieden stiften, werden sie als Söhne Gottes ausgezeichnet.

Mit den beiden letzten «Glückselig» beschreibt der Herr, was treue Nachfolge mit sich bringt. Wenn seine Jünger gerecht leben, erleiden sie manchmal Nachteile. Wenn sie sich zu Ihm bekennen, werden sie verspottet. 

Montag | 15. Juli

MATTHÄUS 5,13-20

Das Salz hemmt die Fäulnis und würzt die Speisen. So sollen wir uns im übertragenen Sinn als Jünger auf der Erde verhalten, indem wir das Böse verurteilen und das Gute fördern. Das ist nur in dem Mass möglich, wie wir getrennt von der Welt leben. Sonst wird unser Zeugnis kraftlos.

Das Licht leuchtet und erhellt. In diesem Sinn haben wir als Jünger des Herrn den Auftrag, in einer dunklen Welt Licht über Gott und über seine Gedanken zu verbreiten. Wir sollen am Platz, an den Gott uns hingestellt hat, ein klares, sichtbares Zeugnis von Ihm sein. Das geschieht durch Wort und Tat.

Ab Vers 17 bis zum Ende des Kapitels zeigt der Herr Jesus, dass die Grundsätze des Reichs den Aussagen Gottes im Alten Testament nicht widersprechen, obwohl Er die Jünger nicht zum Gesetz zurückführt.

Der Herr ist nicht gekommen, um das Alte Testament aufzuheben oder das Gesetz aufzulösen. Die Jünger im Reich der Himmel können nicht tun, was sie wollen. Das Wort Gottes ist die Richtschnur ihres Lebens. Aber das Gesetz, das bestehen bleibt, richtet sich nicht an sie. Sie stehen nicht unter dem gesetzlichen Joch vom Sinai. Einerseits hat Jesus Christus in seinem Leben als treuer Israelit das Gesetz befolgt. Anderseits hat Er in seinem Tod das Gesetz völlig zur Geltung gebracht, als Er den Fluch des Gesetzes für andere auf sich genommen hat (siehe Fussnote zu Vers 17; Galater 3,13).

Wie wichtig ist es, dass wir das Wort Gottes nicht abschwächen. Zudem sollen wir zuerst die Anweisungen des Herrn tun und erst dann andere lehren. 

Rückblick

Klare Aussagen über Jesus Christus

Die Sternkundigen fragen: Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist?

Petrus bezeugt: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.

Zwei Blinde rufen:

Erbarme dich unser, Herr, Sohn Davids!

Pilatus schreibt:

Dieser ist Jesus, der König der Juden.

Der Hauptmann erklärt: Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn!

Montag | 30. Dezember

Der Segen über Joseph weist auf den Herrn Jesus hin, der über sein Volk und über die ganze Erde herrschen wird. Als der Abgesonderte unter seinen Brüdern hat Er rein und heilig gelebt. Darum hat Gott Ihm das Köstlichste und Vorzüglichste gegeben. Christus wird auch die Majestät des Erstgeborenen besitzen und so in allem den Vorrang haben. Jedes Knie wird sich vor Ihm beugen. Durch Ihn wird der Segen Gottes zuerst zu Israel und dann zu allen Menschen auf der Erde ausfliessen.

Sebulon und Issaschar stehen für die Freude, die das Volk Israel im Tausendjährigen Reich geniessen wird. Bei Gad geht es um die Freiheit Israels unter der Regierung des Herrn Jesus. Dann wird niemand dieses Volk bedrücken.

Dan zeigt die Macht, die das Volk Gottes über die Nationen ausüben wird. Der Segen über Naphtali bezeugt, dass der zukünftige Segen für Israel der Gnade Gottes entspringt. Bei Aser sehen wir vielleicht, wie das Gedeihen im Volk Gottes beständig sein wird, weil alles von Christus abhängt.

Nachdem Gott sein irdisches Volk von allen Feinden befreit haben wird, wird Israel im Tausendjährigen Reich unter allen Nationen eine bevorzugte Stellung einnehmen. Es wird ein abgesondertes Volk sein, das in einer besonderen Beziehung zu Gott stehen wird.

In diesem Segen für Israel gibt es auch Zusagen, die uns gelten: Gott schenkt uns immer die Kraft, die wir in einer bestimmten Situation nötig haben (Vers 25). Unter uns sind seine mächtigen Arme, die uns tragen, bis wir bei Christus am Ziel sind (Vers 27).  5. MOSE 33,13-29

Dienstag | 31. Dezember

5. MOSE 34,1-12

Dieses Kapitel zeigt, wie die Gnade Gottes auf dem Gipfel des Pisga in ihrem vollen Glanz erstrahlte. Dort befand sich Mose in der Gegenwart des Herrn und überschaute das verheissene Land in seiner ganzen Ausdehnung. Er durfte es vom göttlichen Standpunkt aus betrachten, wie Gott es dem Volk Israel geben wollte.

Dann entschlief Mose. Der Herr selbst begrub ihn, was eine besondere Auszeichnung für diesen treuen Knecht Gottes war. Mose starb nicht als ein schwacher, hinfälliger Mensch, sondern in der Frische und Energie eines gereiften Mannes. Gott hatte ihm bis zuletzt den klaren Blick und die notwendige Kraft für seine Aufgabe gegeben. Wie erlebnisreich war doch sein Leben gewesen! Wie viel können wir von seiner Jugend, seinem Dienst und seinem Alter für uns lernen (Hebräer 11,24-27; 4. Mose 12,7.8; Psalm 92,14-16).

Die Israeliten weinten über den Tod Moses. Mit ihm hatten sie einen erfahrenen Führer verloren. Doch Gott sorgte weiter für sie. Er gab ihnen Josua, der ihnen nun vorstehen sollte.

In den letzten drei Versen wird dem treuen Knecht Mose ein schönes Zeugnis ausgestellt. Was ihn besonders auszeichnete, war sein besonders enger Kontakt zu Gott. In 2. Mose 33,11 heisst es dazu: «Der Herr redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freund redet.» Als Folge davon konnte Gott ihn in Ägypten und in der Wüste zum Segen für sein Volk gebrauchen. – So ist es auch heute. Aus einer gelebten Gemeinschaft mit Gott können wir den Seinen eine gute Hilfe sein. 

Rückblick

Gehorsam bringt Segen!

Habe acht und höre auf alle diese Worte, die ich dir gebiete, damit es dir und deinen Kindern nach dir wohl ergehe in Ewigkeit, weil du tust, was gut und recht ist in den Augen des Herrn, deines Gottes.

5. Mose 12,28

Gott ist treu!

Der Fels: Vollkommen ist sein Tun; denn alle seine Wege sind recht.

Ein Gott der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er!

5. Mose 32,4

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