171191

Page 1


„Fang mich doch!“ Der kleine Waschbär kletterte einen hohen Baum hinauf und versteckte sich zwischen den Blättern.

„Wo bist du?“, rief das Eichhörnchen und sprang flink umher. Der kleine Waschbär schaute sich um. Auf dem Ast, auf dem er sich vor seinem Freund versteckte, s ah er ein kleines Vogelnest. Vier kleine Küken piepsten laut durcheinander ...

Für einen Moment war er abgelenkt.

„Ich hab dich!“ Das kleine Eichhörnchen grinste ihn siegesfreudig an.

„Okay, du hast gewonnen“, gab der sich geschlagen.

„Die kleinen Piepmätze haben mich wohl verraten.“

Kurz darauf zwitscherte es lauter.

Eine Amsel landete bei ihren Küken im Nest.

„Was wollt ihr zwei denn hier?“, fragte sie.

„Wir haben Verstecken gespielt“, antworteten die Freunde fast gleichzeitig.

„Ihr solltet jetzt besser nach Hause gehen. Eure Eltern fragen sich bestimmt, wo ihr bleibt.“

Erst jetzt fiel dem kleinen Waschbären auf, dass es schon dämmerte. Zwar war er mit seinen Eltern öfter spätabends und sogar nachts unterwegs, aber nie alleine ...

„Ich glaube, wir sollten uns jetzt wirklich auf den Heimweg machen“, sagte das Eichhörnchen schnell und sprang von Ast zu Ast tiefer in den Wald hinein. „Tschüss!“

Der kleine Waschbär nickte und rief: „Bis bald!“

Eilig kletterte der kleine Waschbär den Baum hinunter und lief nach Hause. Mittlerweile war es fast dunkel geworden.

Büsche und Bäume waren nur noch als Schatten erkennbar.

Wo genau ging es noch mal nach Hause? „Huhuu-huhuhuhuu.“

Der kleine Waschbär erschrak und blieb stehen. Was war das?

Plötzlich wurde ihm mulmig zumute. Überall raschelte es, Äste bewegten sich im Wind. Alles wirkte auf einmal so anders. Irgendwie unheimlich ... Warum war er nur so spät aufgebrochen!

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Issuu converts static files into: digital portfolios, online yearbooks, online catalogs, digital photo albums and more. Sign up and create your flipbook.