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Stephan Goldschmidt Die Seele zum Klingen bringen
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Stephan Goldschmidt
Seele zum Klingen
Die
bringen
Andachten und Impulse zu den Sonn- und Feiertagen des Kirchenjahres Zur Predigtreihe II
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Sämtliche Bibeltexte sind entnommen aus: Lutherbibel, revidiert 2017 © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß § 44b UrhG zu gewinnen, ist untersagt. © 2025 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn Andreas-Bräm-Straße 18/20, 47506 Neukirchen-Vluyn, info@neukirchener-verlage.de Alle Rechte vorbehalten Umschlaggestaltung: Grafikbüro Sonnhüter, www.grafikbuero-sonnhueter.de, unter Verwendung eines Bildes © iStockphoto.com Layout: Magdalene Krumbeck, Wuppertal DTP: Burkhard Lieverkus, Wuppertal Lektorat: Anna Böck Verwendete Schriften: Chaparral Pro, Priva TwoPro Gesamtherstellung: PrintBest, Viljandi Printed in Estonia ISBN 978-3-7615-7073-9 www.neukirchener-verlage.de
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Inhalt Vorwort ........................................................................................................................................... 9 1. Sonntag im Advent ............................................................................................................. 10 2. Sonntag im Advent ........................................................................................................... 12 3. Sonntag im Advent ........................................................................................................... 14 4. Sonntag im Advent ........................................................................................................... 18 Christvesper .............................................................................................................................. 20 Christnacht ................................................................................................................................. 22 Christfest I ................................................................................................................................... 24 Christfest II ................................................................................................................................. 26 1. Sonntag nach dem Christfest ................................................................................... 28 Altjahrsabend ........................................................................................................................... 30 Neujahrstag ................................................................................................................................ 32 2. Sonntag nach dem Christfest ................................................................................... 34 Fest der Erscheinung des Herrn: Epiphanias ...................................................... 38 1. Sonntag nach Epiphanias ............................................................................................ 40 2. Sonntag nach Epiphanias ........................................................................................... 42 3. Sonntag nach Epiphanias ........................................................................................... 44 Letzter Sonntag nach Epiphanias .............................................................................. 48 5. Sonntag vor der Passionszeit ................................................................................... 52 4. Sonntag vor der Passionszeit ................................................................................... 56 3. Sonntag vor der Passionszeit: Septuagesimä .............................................. 58 2. Sonntag vor der Passionszeit: Sexagesimä .................................................... 62 Sonntag vor der Passionszeit: Estomihi ................................................................ 66 1. Sonntag der Passionszeit:Invokavit ...................................................................... 70 2. Sonntag der Passionszeit:Reminiszere ............................................................. 74 3. Sonntag der Passionszeit:Okuli .............................................................................. 78
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4. Sonntag der Passionszeit:Lätare .......................................................................... 80 5. Sonntag der Passionszeit:Judika .......................................................................... 82 6. Sonntag der Passionszeit:Palmsonntag .......................................................... 84 Tag der Einsetzung des Heiligen Abendmahls: Gründonnerstag ......... 88 Tag der Kreuzigung des Herrn: Karfreitag ............................................................ 92 Tag der Auferstehung des Herrn: Ostersonntag .............................................. 96 Ostermontag .......................................................................................................................... 100 1. Sonntag nach Ostern:Quasimodogeniti ........................................................... 102 2. Sonntag nach Ostern:Miserikordias Domini ................................................ 104 3. Sonntag nach Ostern:Jubilate ................................................................................ 106 4. Sonntag nach Ostern:Kantate .............................................................................. 108 5. Sonntag nach Ostern:Rogate ................................................................................... 112 Christi Himmelfahrt ............................................................................................................ 116 6. Sonntag nach Ostern:Exaudi ................................................................................... 118 Tag der Ausgießung des Heiligen Geistes: Pfingstsonntag ..................... 120 Pfingstmontag ........................................................................................................................ 124 Tag der Heiligen Dreifaltigkeit: Trinitatis ............................................................ 126 1. Sonntag nach Trinitatis ............................................................................................... 128 2. Sonntag nach Trinitatis .............................................................................................. 130 3. Sonntag nach Trinitatis .............................................................................................. 132 4. Sonntag nach Trinitatis .............................................................................................. 134 5. Sonntag nach Trinitatis .............................................................................................. 136 6. Sonntag nach Trinitatis .............................................................................................. 140 7. Sonntag nach Trinitatis .............................................................................................. 142 8. Sonntag nach Trinitatis .............................................................................................. 144 9. Sonntag nach Trinitatis .............................................................................................. 146 10. Sonntag nach Trinitatis: Israelsonntag: Kirche und Israel ................................................................... 148 10. Sonntag nach Trinitatis: Israelsonntag: Gedenktag der Zerstörung Jerusalems ................. 150
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11. Sonntag nach Trinitatis ............................................................................................. 152 12. Sonntag nach Trinitatis ............................................................................................ 154 13. Sonntag nach Trinitatis ............................................................................................ 156 14. Sonntag nach Trinitatis ............................................................................................ 158 15. Sonntag nach Trinitatis ............................................................................................ 160 Erntedank .................................................................................................................................. 164 16. Sonntag nach Trinitatis ............................................................................................ 166 17. Sonntag nach Trinitatis ............................................................................................ 168 18. Sonntag nach Trinitatis ............................................................................................ 170 19. Sonntag nach Trinitatis ............................................................................................ 172 Reformationsfest ................................................................................................................. 174 20. Sonntag nach Trinitatis ........................................................................................... 176 21. Sonntag nach Trinitatis ............................................................................................ 178 22. Sonntag nach Trinitatis ........................................................................................... 182 23. Sonntag nach Trinitatis ........................................................................................... 184 24. Sonntag nach Trinitatis ........................................................................................... 186 Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres ................................................................ 190 Vorletzter Sonntag des Kirchenjahres ................................................................... 194 Buß- und Bettag .................................................................................................................... 198 Letzter Sonntag des Kirchenjahres: Ewigkeitssonntag ............................ 202 Letzter Sonntag des Kirchenjahres: Totensonntag .................................... 206
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Vorwort Manchmal ist es gut, schnell einen Punkt zu finden. Und kurz und knapp das zu sagen, was man sagen will. Statt lange um den heißen Brei herumzureden. Gerade bei Andachten kommt es mir oft vor, dass sie zu lang sind und deshalb behäbig wirken. In diesem Buch finden sich kurze Impulse. Sie haben in der Regel 2.000 Zeichen. Sie sind für die Predigttexte der Predigtreihe II verfasst und können unterschiedlich genutzt werden: • als Andachten für das eigene geistliche Leben; • als Impuls im gemeindlichen Kontext, z. B. als geistlicher Einstieg zu Beginn einer Sitzung; • als Anregung für die Vorbereitung einer Predigt. • Außerdem können die Impulse in den kleinen Gottesdiensten vorgetragen werden, die von Ehrenamtlichen ohne Mitwirkung von Haupt- und Nebenamtlichen mehr und mehr gefeiert werden. Und durch die in kleinen Orten auch dann regelmäßig gottesdienstliche Feiern stattfinden, wenn es immer weniger Pfarrpersonen gibt. • Oder sie werden bei Werktags-Gottesdiensten in den Kirchen größerer Städte verwendet. Die Impulse sind elementar gehalten und greifen oft nur einen Gedanken auf, der mit dem vorgegebenen Bibeltext korrespondiert, der – entsprechend der aktuellen Lutherbibel – komplett abgedruckt ist. Ich wünsche den Nutzerinnen und Nutzern viel Freude mit den vorgelegten Impulsen Hannover, im Mai 2025 Stephan Goldschmidt
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1. Sonntag im Advent Lesung: Römer 13,8-12 Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. Denn was da gesagt ist: „Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren“, (2. Mose 20,13-17) und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ (2. Mose 19,18) Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Und das tut, weil ihr die Zeit erkannt habt, dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.
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IMPUL S:
Das Ende der dunklen Nacht deutet sich an. Ganz sachte setzt die Dämmerung ein und macht deutlich, dass der neue Tag beginnt – ein schönes Bild für den Advent und den Beginn des neuen Kirchenjahres. Noch gilt es, auf das Licht des Tages zu warten. Doch es ist nur noch eine begrenzte Zeit, bis sich der Tag durchsetzt und die Nacht vollständig vertrieben wird. Die Dämmerung lässt die Hoffnung auf den Beginn des neuen Tages wachsen. In seinem Brief an die Römer verbindet Paulus das Bild des beginnenden Tages mit einem starken Appell, heute schon so zu leben, wie es dem Reich Gottes entspricht. Also nicht mehr nach den Maßstäben, die auf der Welt typischerweise gelten. Der Grundsatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ (2. Mose 21,24) darf schon jetzt zur Seite gelegt werden. Diese Regel wird in Gottes Welt nicht mehr gelten, auf die wir im Advent warten. Dort gilt nur noch die Liebe zu Gott und zwischen den Menschen. Wer den Nächsten liebt wie sich selbst, erfüllt damit alle Gebote. Und lebt schon jetzt so, wie Gott es will. Denn die Liebe tut niemandem Böses. Wer die Liebe Gottes auf diese Weise weitergibt, ist wie ein Mensch, der morgens schon während der Dämmerung aufsteht und den neuen Tag beginnt. Wer seinen Nächsten liebt, lebt schon jetzt so, als wäre das Gottesreich da. Liebe ist deshalb eine durch und durch adventliche Haltung, die uns Menschen aber in der Realität immer nur ansatzweise gelingt. Es ist wie beim Reich Gottes, das schon jetzt da ist, dessen Vollendung aber noch aussteht. Wie beim anbrechenden Tag, der mit der Dämmerung beginnt. Auf dessen Licht wir aber dann noch geduldig warten müssen.
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2. Sonntag im Advent Lesung: Lukas 21,25-33 Jesus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass der Sommer schon nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.
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IMPUL S:
Den Völkern wird bange sein und die Menschen sollen voller Angst auf das starren, was am Ende der Zeit geschieht. So werden die Zeichen beschrieben, die das Ende der alten und den Beginn der neuen Welt ankündigen. Es sind bedrohliche Zeichen. Aber sie sollen auf das Kommen Christi einstimmen. Darum dürfen sich alle freuen, die auf Christus trauen und auf die neue Welt hoffen. Sie können sich aufrichten und ihren Blick auf das erheben, was ihnen entgegenkommt: ihre Erlösung aus der Dunkelheit und der Enge, in der sie sich gerade befinden. Damit ist die Haltung beschrieben, mit der wir Christinnen und Christen leben. Gerade in den Wochen des Adventes. Bis hinein in das körperliche Auftreten wirkt sich die Freude aus. Denn Himmel und Erde werden neu. Das Alte wird dann vergangen sein. Advent bedeutet also, bloß nicht mit gebeugtem Rücken oder hängenden Schultern aufzutreten. Sondern freudig und aufrecht dem Kommenden entgegenzusehen. Nun sind die Zeichen, über die Jesus im Lukasevangelium spricht und die auf das Ende der Welt hindeuten, alles andere als eindeutig. Immer wieder wurden und werden sie als Hinweis verstanden, dass die Wiederkunft Christi unmittelbar bevorsteht. Doch sie sind mehrdeutig und es ist riskant, sich allein auf sie zu stützen. Auch in unserer Zeit klingen sie aktuell: Der Meeresspiegel steigt und gefährdet manche Länder. Die Welt zerfällt in Blöcke, die sich gegenseitig bedrohen. Kriege herrschen und breiten sich aus. Das macht Angst. Und mag für manche wirken, als ob die Himmelskräfte ins Wanken gerieten. Wir sollten die Zeichen nicht überbewerten. Aber vor allem müssen wir nicht ängstlich in die Zukunft blicken. Was auch immer mit der Welt geschieht: Wir können zuversichtlich nach vorne schauen. Wir erwarten die Erlösung aus der Dunkelheit, die unsere Welt immer mehr gefangen nimmt. Kein Mensch kann das erwirken. Das kann uns nur von Gott geschenkt werden, auf dessen Kommen wir uns trotz allem freuen.
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3. Sonntag im Advent Lesung: Lukas 3,[1-2]3-14[15-17]18[19-20] [Im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius, als Pontius Pilatus Statthalter in Judäa war und Herodes Landesfürst von Galiläa und sein Bruder Philippus Landesfürst von Ituräa und der Landschaft Trachonitis und Lysanias Landesfürst von Abilene, als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren, da geschah das Wort Gottes zu Johannes, dem Sohn des Zacharias, in der Wüste. Und] Johannes kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch der Worte des Propheten Jesaja: „Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Steige eben! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden, und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen.“ (Jesaja 40,3-5)
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Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Otterngezücht, wer hat euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir nun tun? Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer Speise hat, tue ebenso. Es kamen aber auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist!
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Da fragten ihn auch Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold! [Als aber das Volk voll Erwartung war und alle dachten in ihren Herzen, ob Johannes vielleicht der Christus wäre, antwortete Johannes und sprach zu allen: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber der, der stärker ist als ich; ich bin nicht wert, dass ich ihm die Riemen seiner Schuhe löse; der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. In seiner Hand ist die Worfschaufel, und er wird die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in seine Scheune sammeln, die Spreu aber wird er mit unauslöschlichem Feuer verbrennen.] Und mit vielem andern mehr ermahnte er das Volk und predigte ihm. [Herodes aber, der Landesfürst, der von Johannes zurechtgewiesen wurde wegen Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen all des Bösen, das er getan hatte, fügte zu dem allen noch dies hinzu: Er warf Johannes ins Gefängnis.]
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IMPUL S:
Im Mittelpunkt des dritten Adventssonntags steht der Täufer Johannes – eine Figur, deren Geburt im Lukasevangelium eng mit der Geburt Jesu verwoben ist. Und doch unterscheidet sich der asketische Mann im Auftreten und in dem, was er verkündet, durch und durch von Jesus. Die nahe bevorstehende Weltenwende, die mit dem Kommen des Messias beginnt, kann Johannes nur als Zeit des Gerichtes verstehen. Gott wird die Menschen streng richten. Dafür verwendet Johannes das einprägsame Bild von Spreu und Weizen. Nur die gute Frucht hat Platz in Gottes Reich. Seine Verkündigung ist also hochgradig ernst. Er verlangt von den Menschen, sich für Gott und gegen ein Leben in Sünde zu entscheiden. Jetzt ist die Zeit, in der die Menschen umkehren müssen. Die Axt ist den Bäumen schon an die Wurzel gelegt. Es kann nicht mehr lange dauern, dann werden die meisten gefällt. Die Taufe, mit der er die Menschen tauft, versteht Johannes als deutliche Absage an ein Leben, das Gott nicht gefällt. Anders als Jesus versetzt der Täufer die Menschen in Angst und Schrecken. Geradezu verzweifelt klingen die Fragen, was sie tun sollen. Für Johannes scheint klar: Nur wer den Armen und den am Rand Stehenden hilft, kann im Gericht bestehen. Offenbar fragen sich auch Zöllner und Soldaten, wie sie vor Gott bestehen können. Seine Antworten sind einfach: Sie sollen nicht korrupt handeln. Die einen sollen nicht mehr Zoll einnehmen, als ihnen zusteht. Und die anderen sollen sich mit ihrem Lohn zufriedengeben, statt Schutzgeld zu erpressen. Das Besondere an Johannes ist aber, dass er andauernd auf den Messias hinweist. Ihm will er den Weg bereiten – mehr nicht. Den Menschen, die überlegen, ob er selbst der von Gott Gesandte ist, sagt er das deutlich. Johannes kennt seine Rolle. Und füllt sie mit Leidenschaft aus. Wie mit einem langen Zeigefinger weist er auf den Kommenden, der nicht nur mit Wasser tauft, sondern mit dem Heiligen Geist und mit Feuer.
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