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ANNA BöCK i

GLAUBe IN deR KLIMAKATASTRopHe

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Leseprobe
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von Jörg Alt

Warum kann eine Pfarrerin Klimaaktivistin sein? Warum ist ein Buch, das sie über ihre Erfahrungen schreibt, lesenswert?

Zunächst einmal gehören die Bilder und Erzählungen der Religionen zum Wirkmächtigsten und Handlungsleitenden, das die Menschheit in ihrer Geschichte kennt. Nehmen wir die beiden Schöpfungsgeschichten: Jahrtausendelang dominierte die erste Schöpfungsgeschichte in 1. Mose 1, während die zweite Schöpfungsgeschichte in 1. Mose 2 weitestgehend unbekannt war. Die hymnische Komposition der ersten Schöpfungsgeschichte gipfelt in der Erschaffung des Menschen und Gottes Auftrag an ihn, den Luther wie folgt übersetzt: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ Dieses Bild vom Menschen als Krone der Schöpfung, den Gott als Herrscher über die Erde eingesetzt hat, war natürlich schmeichelhaft und setzte sich in den Köpfen fest; eine Wirkungsgeschichte dieses Menschenbilds kann von der Bibel über die Renaissance, den englischen Liberalismus bis hin zum heute herrschenden Neoliberalismus und dem Menschen als Homo Oeconomicus nachgezeichnet werden. Wir alle wissen/ahnen heute, wie fatal dieses Menschenbild ist und in welche Schwierigkeiten es uns gerade bringt.

Umso wichtiger ist es, dass Pfarrpersonen und Theolog*innen alles nur Mögliche daransetzen, dieses zunehmend todbringende Bild durch ein lebensdienlicheres in den Köpfen und dem Handeln der Menschen zu ersetzen: eben den Schöpfungsbericht in 1. Mose 2, der den Menschen nicht als Krone, sondern integralen Bestandteil der Schöpfung darstellt, dem Gott den Auftrag gibt, wie ein sorgfältiger Gärtner gut und verantwortungsvoll für seine Schöpfung zu sorgen.

Und damit sind wir schon beim Klimaengagement von Pfarrpersonen. Um Verkündigung so glaubwürdig wie möglich zu machen, ist Kompetenz wichtig: zunächst die Kompetenz, von der man annimmt, dass sie durch das Theologiestudium erworben wird, zum anderen die angelesene Kompetenz durch die Beschäftigung mit den wissenschaftlichen Fakten hinter der Klimakatastrophe und schließlich durch die Kompetenz, die man als Seelsorger durch zahllose Gespräche mit Menschen gewinnt, in deren Verlauf man deren Sorgen und Nöte kennenlernt.

Wer aber die Fakten hinter der Klimakatastrophe kennt und versteht, weiß, dass es nicht länger ausreicht, nur zu predigen oder Bücher zu schreiben – man muss sich auch in Formen engagieren, die dem Ernst der Lage angemessen sind: Dazu kann auch gehören, zivilen Ungehorsam zu unterstützen oder sich daran zu beteiligen. Solch ein provozierend-störendes Verhalten ist nichts, wofür sich eine Pfarrperson schämen müsste – gibt es doch in der Heiligen Schrift in den Gestalten der Prophet*innen große Vorbilder für ein solch provozierend-anklagendes Verhalten. Oder Jesus, der die Not des leidenden Menschen höher wertet als das ansonsten strenge Gebot der Sabbathruhe. Oder in der christlichen Tradition durch Martin Luther King.

Wenn also jemand, der sowohl theologisch-naturwissenschaftliche Kompetenz als auch eine – wie ich finde – zeitgemäße Form prophetischen Handelns praktiziert, ein Buch zur Klimakatastrophe und zum „Klimaglauben“ schreibt, kann man sicher sein, durch die Lektüre gut durchdachte und inspirierende Impulse zu erhalten, die helfen können, die eigene Einstellung zu Bibel, Wissenschaft und Klimaprotest zu durchdenken. Deshalb wünsche ich diesem Buch viele aufmerksame Leser*innen.

Leseprobe

VO RW OR T

Ich bin im Gespräch mit einer Bischöfin und erzähle von mir. Ich bin Anna, aufgewachsen in Württemberg und entsprechend pietistisch geprägt. Ich arbeite für einen Arbeitgeber, der eine ähnliche Herkunft hat, nur am Niederrhein. Ich bin Pfarrerin und Klimaaktivistin. Die Bischöfin meint völlig erstaunt: „Da haben Sie aber einen weiten Weg hinter sich!“ In ihrem Kopf passt die Klimaaktivistin nicht zu meiner frommen Herkunft. Aber doch. Genau da passt sie hin! Und weil nicht nur eine Bischöfin das anders sieht, sondern mir sehr oft Unverständnis begegnet, schreibe ich dieses Buch.

Glaube und Klima gehören zusammen. Das eine ergibt sich aus dem anderen und das andere aus dem einen. Immer wieder sehe ich Parallelen zwischen Gemeinde und Klimabewegung, zwischen meinem Glauben und den Gedanken, die ich mir um die Zukunft dieser Welt mache. Wenn mein Glaube sich nicht mit meiner Realität konfrontieren lässt, ist er nichts wert. Die Klimakatastrophe ist und wird immer mehr unsere Realität. Also gehe ich in diesem Buch der Frage nach, wie Glaube und Klima miteinander in Wechselwirkung sind. Dieses Buch will ein Fenster öffnen für Christ*innen, die mehr über Klimakatastrophe und Klimaaktivismus wissen wollen. Wenn das Buch auch andersherum zum Fenster für Klimaakivisti wird, die G*tt kennenlernen, die ihre Verzweiflung mitaushält und teilt, habe ich mehr erreicht, als ich wollte.

Das Buch ist eine lose Blattsammlung meiner Gedanken, die im Austausch mit guten Freund*innen stehen, die ihren kleinen Beitrag beigesteuert haben. Es kann von vorne nach hinten gelesen werden, ist aber auch zugänglich, wenn man sich die Themen herauspickt, die einen gerade besonders bewegen.

Das Buch ist eine Mischung meiner Erfahrungen und Einsichten als Klimaaktivistin, die glaubt, und als Pfarrerin, der die Erde nicht egal ist. Sie sind sicher nicht erschöpfend. Ich verstehe sie mehr als Einstieg in eine Diskussion, die ich mit euch führen möchte. Kommt dafür gerne mit mir ins Gespräch. Schreibt mir auf SocialMedia (@pfarrertogo)! Ladet mich zu Lesungen und Workshops ein!

Hat G*tt ihr Potential bei der Schöpfung ausgeschöpft? Haben wir es in der Gestaltung unserer Welt getan? Was ist eigentlich noch möglich auf einem Planeten, der sich rasant verändert? Ich frage nach der Schöpfung, ihren Grenzen und meinem Glauben.

Im Normalfall werde ich in diesem Buch das Gender* verwenden. Sollte ich das Maskulinum Plural verwenden, kann es tatsächlich sein, dass ich über eine Menschengruppe spreche, die nur aus Männern besteht. Es kann natürlich auch sein, dass ich mich einfach vertan habe. Auch in meinen Genen stecken Jahrtausende des Patriarchats. In der Klimabewegung wird mit einem i am Ende gezeigt, dass alle mitgemeint sind. Bei spezifischen Begriffen aus der Szene verwende ich deshalb diese Form: Aktivisti, Polizisti, Richteri …

G*tt lässt sich keinem Geschlecht zuordnen, weswegen ich sie mit * schreibe und ihr weibliche Pronomen gebe. Unsere patriarchal geprägten Ohren zucken dann jedes Mal zusammen und stutzen. Das innerliche Stolpern wird so jedes Mal zu einer kleinen Erinnerung, das eigene Bild der Schöpferin nicht zu fest zu klopfen. Auch hier entschuldige ich mich für maskuline G*ttesbezeichnungen, die mir dazwischen gerutscht sein könnten.

Den Gastbeiträger*innen habe ich es freigestellt, wie sie diese Dinge handhaben. Gerade bei poetischen Texten ergibt manchmal ein anderer Umgang mit Sprache Sinn.

In diesem Buch geht es auch ab und zu um die „Letzte Generation vor den Kipppunkten“. Seit Januar 2025 bezeichnen wir uns nicht mehr so. Dennoch stehen die Aktionen, Straßenblockaden und Gerichtstermine, um die es in diesem Buch gehen wird, mit dem Bewegungsnamen in Verbindung, weswegen ich die Bewegung dann weiterhin so bezeichne. Manchmal auch verkürzt als Letzte Generation. Dennoch ist es wichtig und kommt auch in diesem Buch vor, dass wir mit diesem Namen nicht der Hoffnungslosigkeit Raum geben (nach uns kommt niemand mehr), sondern die Wahrheit benennen, dass die Kipppunkte, die das Klima sehr radikal verändern werden, teilweise schon überschritten sind und nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Dieses Buch entstand hauptsächlich im RE5 von Koblenz nach Duisburg oder andersherum. In eineinhalb Jahren Fernbeziehung und seither in umgedrehter Richtung zu meinem Arbeitsplatz an den Niederrhein habe ich eine Hassliebe zum RE5 entwickelt. Selten hat alles funktioniert. Meist gab es keine funktionierende Toilette und ich habe den Anschluss in Koblenz verpasst oder der RE5 drehte vor Koblenz um und ließ mich in Koblenz eine Stunde auf den nächsten warten. Und dennoch: Die Bahn ist ein wichtiger Baustein in einer klimaneutralen Welt. Ein funktionierender öffentlicher Nahverkehr ist unverzichtbar, wenn wir Individualverkehr abbauen wollen. Lieber RE5, du kannst nichts für ein marodes Schienennetz. Du stöhnst und zuckelst halt auf alten Gleisen mit deinen kaputten Türen und Toiletten. Dabei bringst Du mich zur Arbeit oder zu meinem Lieblingsmenschen. Irgendwann bin ich noch immer angekommen. Dir ist dieses Buch gewidmet – dir und all den Fußballfans, Karnevalist*innen, Pendler*innen, Familien, Musiklauthörenden, Türblockierer*innen … kurz: allen, die dich und die Öffis brauchen, hassen, lieben und ihnen treu bleiben.

Zubereitung

Backofen auf 180°C vorheizen und ein Muffinblech mit Papierförmchen auslegen.

Die trockenen Zutaten Mehl, Backpulver, Natron, Zitronenabrieb und Zucker mit einem Schneebesen vermengen.

Öl, Wasser und Zitronensaft hinzugießen und zu einem glatten Teig verrühren.

Teig in die Muffinförmchen füllen und im Ofen für ca. 20 Minuten backen. Anschließend gut abkühlen lassen.

Für das Frosting die zimmerwarme Margarine 1-2 Minuten mit dem Handmixer aufschlagen. Nach und nach den Puderzucker dazugeben. Die pürierten Himbeeren langsam dazugeben und gründlich einrühren.

Das Frosting in einen Spritzbeutel mit Spritztülle geben und auf die abgekühlten Muffins aufspritzen. Mit Himbeeren garnieren.

Mission

Wer Mission hört, denkt heute sehr schnell an Kolonialismus. Aber Mission ist mehr. Ja, der mit der Mission einhergehende Kolonialismus ist ein sehr großer Grund für die Probleme, die wir heute haben, wenn es um ungerechte Verteilung der Klimafolgen oder des auf fossilen Stoffen aufgebauten Wohlstandes geht. Darüber haben sehr coole Menschen sehr coole Bücher geschrieben.12

12 Siehe Medienliste!

Ich möchte aber von etwas anderem erzählen. Wenn ich als (nicht rein politische) Christin im Bereich Aktivismus unterwegs bin, bewege ich mich zunächst auf unbekanntem Terrain. Die Begegnungen, die daraus resultieren, können missionarischen Charakter haben, haben es aber nicht unbedingt. Für manche Christ*innen heißt die Begegnung mit Menschen, die sich selbst nicht als Christ*innen bezeichnen, sofort, Zeugnis geben und Jesu Liebe ausstrahlen. Je nachdem, welche Formen das annimmt, kann das gar nicht so schlecht sein. Aber schon die etwas fremd anmutenden Begriffe dafür, den eigenen Glauben möglichst attraktiv rüberbringen zu wollen, zeigen ein Problem dabei. Manchmal schäme ich mich aber auch einfach nur fremd, wenn Christ*innen ihren missionarischen Eifer ausleben. Im Gegenüber mit der Klimabewegung steht uns Christ*innen Rollenklarheit gut zu Gesicht. Wie fühlst du dich unter Aktivisti?

— D er Fremdkörper: Viel zu oft habe ich mich in aktivistischen Kontexten fremd gefühlt. Später, als ich andere kirchliche Menschen in der Aktivisti-Szene beobachtet habe, habe ich verstanden, warum ich nicht ernst genommen worden bin. Kirchenmenschen stehen in dem Verruf, zu nett zu sein. Der Standardsatz ist dann: „Müssen wir immer gegen alles sein? Können wir nicht auch mal für etwas sein?“ So einleuchtend das klingt, hilft es halt nicht weiter, wenn es gerade darum geht, schlechten Entwicklungen die Stirn zu bieten. Kirchenmenschen feiern gern Vielfaltsfeste, aber dabei verschwimmt das Anliegen so sehr, dass man am Ende nicht mehr weiß, worum es eigentlich ging. So werden in Bewegungen die Leute von Kirche oft als Bremsklötze wahrgenommen. Man freut sich über Logistik, die Kirche zur Verfügung hat, aber verzichtet gerne auf den Rest. Vor allem auf peinliche, leere, nichtssagende Grußworte.

— Die fürs gute Gefühl: Eventuell ist man rhetorisch doch ganz gut unterwegs. Oft habe ich tatsächlich erlebt, dass Menschen es sehr emotional empfunden habe, wenn ich behutsam in einem sehr

atheistischen Kontext Gefühle eingefangen und vielleicht sogar ein Gebet gesprochen habe. Das darf nicht brachial geschehen. Das braucht viel Freiraum für Menschen, denen das Wort G*tt – und von anderen Worten will ich gar nicht anfangen – nichts bedeutet. Dennoch gibt es Situationen, wo ich erlebt habe, dass andere sich überfordert gefühlt haben, eine Situation einzufangen und froh waren, dass ich übernommen habe: eine Schweigeminute und Gebet für einen verstorbenen wichtigen Menschen in einem kommunalen Ausschuss, eine Demo für Frieden oder ein Gedenken der an Corona Verstorbenen.

— Die Zivilgesellschaft: Leider fehlt es inzwischen in vielen Kommunen an einer breiten Zivilgesellschaft, die parteiübergreifend dasteht, wenn es darum geht, für Menschlichkeit und Minderheiten einzustehen. Auch in puncto Klimaaktivismus sehen sich die meisten Aktiven in die linke Ecke gedrängt. Als Vertreter von christlichen Gemeinden stehen wir für eine Breite der Gesellschaft und können zeigen, dass die sogenannte Mitte auch nicht alles mit sich machen lässt und unter einem falschen Neutralitätsverständnis nichts mehr kritisch in den Blick nimmt. Ich träume davon, dass Gemeinden diese Rolle sehr bewusst einnehmen und nicht immer nur hinterherrennen, wenn sich alle anderen darauf verständigt haben, dass man jetzt doch mal wirklich etwas tun müsse. Die in die linke Ecke Geschobenen reagieren auf mich immer eher anerkennend, wenn ich loyal mit ihnen für eine bessere Welt einstehe, weil ich sie eben für ihr Engagement respektiere und nicht abstempele, wie es ihnen so oft an anderer Stelle ergeht.

— Die auf Augenhöhe: Deswegen ist das meine liebste Rolle. Ich bin gar kein Fremdkörper. Ich gehöre dazu, ich leide an den gleichen Themen, ich wünsche mir eine Welt ohne Klimakatastrophe und kämpfe für sie. Ich teile den Wert der Gewaltlosigkeit. Ach ja und irgendwie bin ich halt Christin. Das ist eine Quelle für Hoffnung

und Kraft, die mir die anderen manchmal abkaufen, manchmal belächeln, aber immer respektieren.

Übrigens habe ich nie erlebt, dass sich ein Mitaktivisti bekehrt hätte, aber ich habe erlebt, dass sie herausgefordert wurden, über ihren eigenen Glauben nachzudenken. Als ich von meiner letzten Pfarrstelle verabschiedet wurde, saßen im G*ttesdienst mehr Menschen der Linken, die zum Großteil noch nie bei einem G*ttesdienst dabei waren, als Menschen aus dem Gemeindekirchenrat. Als dazu aufgerufen wurde, sich hinter mich zu stellen, um mich zu segnen, standen auch einige von ihnen dort. Nicht, weil sie hätten formulieren können, was sie da tun, sondern weil sie mir und meinem Glauben Respekt zollten. Dennoch glaube ich, dass sie in dem Moment eine Glaubenserfahrung gemacht haben und zwar eine sehr wirkmächtige.

Challenge: Geh zu einem Treffen auf kommunalpolitischer Ebene – Bündnis gegen Rechts, offenes Parteitreffen einer demokratischen Partei deiner Wahl, Friedensgruppe … und höre zu! Sage so wenig wie möglich! Nimm einfach wahr!

Jugend

Zuerst waren sie unangenehme Bälger: die jungen Menschen von Fridays for Future. Irgendwann wurden sie salonfähig und man konnte sich mit ihnen öffentlich zeigen. Wollte das sogar fürs Image: Wir machen was fürs Klima! Sogar Klimaaktivisti lassen sich mit uns fotografieren!

Irgendwann merkte man, dass Klimaaktivisti noch viel schlimmere Dinge tun können als Schuleschwänzen. Wobei sich mir nicht erschließt, warum Schuleschwänzen für das Klima so ein Drama

sein soll. Spätestens seit einige Aktivisti mit einem Hungerstreik vor der Bundestagswahl 2021 auf sich aufmerksam machten – die völlig ignorierten Baumhausbesetzer in diversen Wäldern lassen wir hier beiseite – war Fridays For Future auf einmal vorbildlich. Zumindest solange sie nicht weiter störten.

Ich habe eine Gruppe von Fridays For Future ca. zwei Jahre begleiten dürfen. Dabei fand ich die Reaktionen von außen sehr eklig. Die Grundlage, die alle Menschen gefühlt einte, war, dass junge Menschen (und wir reden hier durchaus von jungen Erwachsenen, nicht Zwölfjährigen) grundsätzlich nicht richtig ernst genommen werden. Als Ausnahme möchte ich die Mitarbeiter*innen des Ordnungsamtes nennen. (Die bekommen selten mal ein Lob. Hier ist es wirklich verdient.) Egal, ob in der Kirchengemeinde, unter den Parteien oder gegenüber Klimagegner*innen: Die jungen Menschen wurden belächelt und erst einmal als naiv angesehen. Das macht auch ganz schnell ein Messen mit unterschiedlichem Maß möglich. Nach einer unserer Demonstrationen wurde auf Facebook ein Foto geteilt, das Plastikkonfetti in einer Unterführung der Stadt zeigte. Wir würden Müll produzieren. Wir waren aber von der Polizei oberhalb über die Kreuzung geleitet worden (ja, manch Auto musste für uns anhalten). Danach fiel mir erst auf, wie oft vor dem Standesamt Plastikkonfetti liegt, ohne dass es irgendjemanden stören würde. Gruselig fand ich auch, als eine Diskussionsveranstaltung mit guter Presse vom Oberbürgermeister und anderen kommunalen Politiker*innen initiiert wurde, bei der man sich ganz so gab, als würde man die Jugendlichen von FFF ernst nehmen. Leider passierte danach genau – nichts. Die jungen Menschen von FFF waren inzwischen zum Großteil im Studium. Sie bohrten nicht mehr nach und man hatte keine Verpflichtungen. Junge Menschen sind schnell mal woanders. Deswegen zählen sie nicht wirklich als Bürger*innen und potentielle Wähler*innen, die man für sich gewinnen müsste.

Auch in der Kirche widersprach man sich. Als Fridays For Future auf einmal Teil der Jugendarbeit war, haben alle noch applaudiert,

Alle Bibelverse sind, soweit nicht anders gekennzeichnet, entnommen aus: BasisBibel 2021, © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Used by permission.

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Gesamtgestaltung und DTP: Grafikbüro Sonnhüter, www.grafikbuero-sonnhueter.de, unter Verwendung der Bilder von © Viktoriia Ablohina (S.28), iam2mai (S. 70) und Lightkite (S. 94) (shutterstock)

Lektorat: Ruth Atkinson Verwendete Schrift: Battery Pack, Din Next, Minon Gesamtherstellung: Finidr, s.r.o., Český Těšín

Printed in Czech Republic

ISBN 978-3-7615-7065-4 Print

ISBN 978-3-7615-7066-1 E-Book

www.neukirchener-verlage.de

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