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Fabian Vogt (Hg.) Zwischen Beffchen und Bierzelt
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Fabian Vogt (Hg.)
Zwischen Beffchen und Bierzelt Gott feiern im öffentlichen Leben Ideen für die Praxis
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Die automatisierte Analyse des Werkes, um daraus Informationen insbesondere über Muster, Trends und Korrelationen gemäß § 44b UrhG zu gewinnen, ist untersagt. © 2024 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn Alle Rechte vorbehalten Umschlaggestaltung: Grafikbüro Sonnhüter, www.grafikbuero-sonnhueter.de, unter Verwendung eines Bildes © Marish (shutterstock.com) Lektorat: Anna Böck DTP: Burkhard Lieverkus, Wuppertal Verwendete Schriften: Chapparal Pro, Myriad Pro Gesamtherstellung: Drukarnia Dimograf Sp. z o.o., Bielsko-Biała Printed in Poland ISBN 978-3-7615-7007-4 www.neukirchener-verlage.de
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Inhaltsverzeichnis
Editorial. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Die Kraft der Event-Gottesdienste. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Modell 1
„Ist das wirklich ernst gemeint?“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 Genussvoll glauben mit Whisky, Kaffee oder Mathematik Modell 2
Eintauchen in den Segen!. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Gottesdienste am Lieblingsort Modell 3
Kirche, die ernsthaft Spaß macht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 Segenshochzeiten für alle Modell 4
„Fußball ist unser Leben …“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39 Anstöße für den großen Kick
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Modell 5
Mit Gott in der Achterbahn. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 Kirche im Europa-Park Modell 6
Jesus in my Car. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49 Gottesdienste im Auto-Kino Modell 7
„Die Vielfalt feiern!“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 Gottesdienst zum Christopher Street Day Modell 8
Bedingungslose Liebe!. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59 Segen tanken am Valentinstag Modell 9
Blockbuster für Herz und Seele. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 65 Kirche im Kino Modell 10
Kirche unterwegs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 Gottesdienst auf dem Campingplatz Modell 11
„5000 Brote – Konfis backen Brot für die Welt“ . . . . . . . . . . . . 75 Gottesdienst zur gleichnamigen Aktion Modell 12
Tauf-frisch. Vielfältig Taufe feiern. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 Zur Taufinitiative der Evangelischen Kirche #deinetaufe
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Modell 13
„Manege frei“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 Gottesdienste in der Schaustellerseelsorge Modell 14
1:0 für Vielfalt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89 Open-Air-Gottesdienst vieler Religionen zur Euro 2024 Modell 15
„Gott segne dieses Klärwerk“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 95 Kirchliche Segnungen öffentlicher Einrichtungen Modell 16
„Gott auf der Bühne“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 101 Theatergottesdienst zum Dorf-Jubiläum Modell 17
GoSpecial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107 Der Gottesdienst für Kirchendistanzierte Modell 18
„Nimm deine Matte und komm!“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .113 Yoga-Gottesdienste für Leib und Seele Modell 19
„Willkommen an Bord!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 Schulgottesdienste Modell 20
„An Tagen wie diesen!“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125 Säkulare Musik im Gottesdienst Modell 21
Wenn Glaube auf den Werkzeugkasten trifft. . . . . . . . . . . . .131 Handwerksgottesdienste
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Praktische Ideen und Vorschläge. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .137 Einstieg „Gottesdienst am Lieblingsort“
„Hier bin ich gerne!“. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139 Predigt für einen Motorradfahrer-Gottesdienst
Voll satt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141 Wie ist das mit dem „Hunger nach Leben“? Andacht zu Musik als Gebet
Wünsch dir was. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149 Anleitung Flechtritual
Ritual bei Segenshochzeiten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .153 Predigt für einen Fußball-Gottesdienst
Das Wunder von Bernd . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155 Szene zum Dorfjubiläum
Zeitreise nach Landefeld. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161 Motto-Lied zum Dekanatskirchentag
„Hoffentlich“ – ein Lied, das Mut macht . . . . . . . . . . . . . . . 165 Blick in die Zukunft. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167
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Editorial
Der Apostel Paulus ist überzeugt: „Das ganze Leben sollte ein Gottesdienst sein!“ (Nach Römerbrief 12,1.) Klingt gut. Finde ich. Denn es bedeutet auch: Das ganze Leben eignet sich, um es als Gottesdienst zu feiern. Nicht nur in der Kirche, sondern auch im öffentlichen Raum. Wie schön! Tatsächlich gehören solche Angebote an vielen Orten seit langem dazu: Regelmäßig feiern Gemeinden zu besonderen Anlässen besondere Gottesdienste, sei es bei der Einweihung eines Feuerwehrautos, zum Beginn einer Fußball-Meisterschaft … oder als Trost nach katastrophalen Ereignissen. Und in den vergangenen Jahren sind sogar völlig neue Formate dazugekommen: Drop-In-Taufen am Baggersee, Spontan-Hochzeitsfestivals im Weinberg, Segenspartys zum Valentinstag oder Andachten zu aktuellen Blockbustern im Kino. Das Spannende dabei ist: Je nach Anlass unterscheiden sich diese „außergewöhnlichen“ Gottesdienste deutlich von dem, was sonst klassisch-liturgisch am Sonntagmorgen geschieht. Es gibt eben an der Kläranlage keine Orgel. Die Vorstellung im Filmpalast findet am Abend statt und der Biergarten öffnet meist erst ab 14 Uhr. Vor al9
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lem aber feiern bei diesen Angeboten oft viele Menschen mit, die mit den üblichen Abläufen eines sonntäglichen Gottesdienstes nicht oder nicht mehr vertraut sind. Gottesdienste sind öffentliche Events In diesem Buch behaupten wir frech: Solche Gottesdienste zu besonderen Gelegenheiten sind Events. Man könnte für sie auch den theologischen Begriff „Kasualie“ verwenden – von lateinisch „Kasus“, der Fall. Doch damit werden üblicherweise nur die bekannten Kasualien „Taufe“, „Trauung“ und „Beerdigung“ bezeichnet. Letztlich meint „Kasualie“ aber nichts anderes als einen besonderen Anlass, der theologisch begleitet wird, sprich: ein geistliches Event. Das Entscheidende an solchen Gottesdiensten ist dabei nach unserem Verständnis nicht die spektakuläre Lightshow, die Mega-Tanzinszenierung oder die besonders experimentelle zeitgenössische Musik, sondern die Tatsache, dass die Mitwirkenden sich speziell auf diesen „Fall“, also auf einen Kasus, vorbereiten. Zu den bekannten Kasualien findet sich schon jetzt viel Literatur, dagegen sind andere kirchliche Events bislang kaum erforscht. Deshalb präsentiert „Zwischen Beffchen und Bierzelt“ eine kleine, unterhaltsame „Theologie des Events“. Es spürt den Spielregeln und Rahmenbedingungen nach, unter denen öffentliche Gottesdienste funktionieren. Und es fragt, ob und wie auch unsere Gemeinde-Gottesdienste von solchen Erfahrungen profitieren können. Denn viele Eigenschaften, die Event-Gottesdienste auszeichnen, werden im Zuge der kirchlichen Veränderungsprozesse immer stärker auch für tradierte Angebote gelten: Sie können kaum noch Vorwissen bei den Gästen voraussetzen, sie müssen an die den Menschen vertrauten Kommunikationsformen anknüpfen, und sie sollten die Bedürfnisse ihrer jeweiligen Zielgruppe in den Blick nehmen. Von der Vielfalt gestalterischer Möglichkeiten Nach einer kurzen Einführung ins Thema kommen in diesem Buch vor allem engagierte Praktikerinnen und Praktiker zu Wort. Sie stellen 21 profilierte und stilbildende Gottesdienste im öffentlichen Raum 10
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vor: vom Whiskey-Tasting bis zur Eröffnung des Dorffestes, von der Autokino-Feier bis zur Theater-Vesper, von der spirituellen Valentinstag-Aktion bis zur Camping-Kirche und von der feierlichen Einschulung bis zum Tauffest. Modelle, die jeweils etwas vom Geheimnis „öffentlicher“ Gottesdienste aufzeigen. Wobei die Bandbreite der ausgewählten Modelle große Events in der Zivilgesellschaft genauso einschließt wie kirchliche Veranstaltungen für spezielle Zielgruppen – die sich aber ebenfalls bewusst als Angebote verstehen, die kulturell offen sein wollen. Derartige Event-Gottesdienste sind für die Kirche ein nachhaltiges Erfahrungsfeld, weil sie die Vielfalt gestalterischer Möglichkeiten aufzeigen, und weil sie Lust machen, die christliche Botschaft in Situationen einzubringen, die oftmals von ganz konkreten Fragen und Sehnsüchten des Alltags geprägt sind. Das zumindest erleben die vielen Mitwirkenden dieses Buches, denen ich für ihr großartiges Engagement vor Ort und natürlich für ihre jeweiligen Beiträge danke; Beiträge, in denen sie nicht nur von Jubelmomenten, sondern auch von den Herausforderungen erzählen, die solche Event-Gottesdienst mit sich bringen. Ich bin überzeugt: Sie werden als Leserinnen und Leser auf vielfältige Weise inspiriert!
Herzlich,
Fabian Vogt Herausgeber, Pfarrer und Referent für Evangelisation bei midi, der Zukunftswerkstatt von Kirche und Diakonie.
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Die Kraft der Event-Gottesdienste
Wir waren eingeladen, Gottesdienste anzubieten. 2017. Auf der Welt ausstellung „Reformation“ in Wittenberg. Am Sonntagmorgen. Es kam aber niemand! Zumindest fast niemand. Kein Wunder: Wenn jemand an einem Sonntag nach Wittenberg fährt, dann will er verständlicherweise in die Schlosskirche (an deren Tür Martin Luther seine berühmten 95 Thesen angenagelt haben soll) … oder in die Stadtkirche (an der der Reformator viele hundert Mal gepredigt hat). Bestimmt nicht zur LichtKirche, einem mobilen Sakralbau aus Plexiglas, der als einer der Pavillons der Weltausstellung hier stand. Na klasse! Bis einer der nächtlichen Security-Männer uns lächelnd erzählte: „Wisst ihr eigentlich, dass jeden Abend, wenn es dunkel wird und eure Kirche kunstvoll illuminiert ist, hier unzählige Menschen auftauchen, um diesen fantastisch leuchtenden Anblick zu genießen? Vor allem freitags ist alles überfüllt!“ Wussten wir nicht! Aber verrückt war es schon: Sonntags um 11 Uhr kam kaum jemand, freitags um 21.30 Uhr strömten die Menschen von allein – und sogar ohne Gottesdienst – zur Kirche. Na klasse! 13
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Also verlegten wir unsere Gottesdienste vom Sonntag kurzerhand auf Freitag, 21.30 Uhr, nannten das Angebot „Church@Night“ und dachten uns: „Wir nehmen das mit den 7 Prozent Protestanten in der Region mal ernst. Wir feiern einen Gottesdienst, für den niemand Vorkenntnisse braucht. Sprich: Wer an der LichtKirche feiert, muss keine Lieder kennen (die üben wir gegebenenfalls), er braucht keinen Sprachkurs „Kirchisch“ („Nach dem Gloria folgt nun die Epistel“), er muss kein Vaterunser können (das gibt’s ausgedruckt … mit der Einladung, probeweise mitzusprechen) und er muss die Geschichten der Bibel nicht für interessant halten (wir versuchen erfahrbar zu machen, was in ihnen steckt).“ Schon nach kurzer Zeit kamen jeden Freitag bei Einbruch der Dunkelheit Hunderte von Menschen zu Church@Night – nicht nur, weil die LichtKirche so traumhaft bunt erstrahlte. Es kam auch eine ziemlich bunte neue Zielgruppe, nämlich Interessierte aus der Region, von denen viele wenig bis gar keinen Bezug zur Kirche hatten. Und die feierten voller Freude, dass sie miterleben konnten, was Christinnen und Christen glauben, und dass es Geschichten gibt, die auch nach Jahrtausenden nichts von ihrer Faszination verloren haben. Vor allem aber standen die Haupt- und Ehrenamtlichen erstaunt da, weil diese Gottesdienste so wenig mit den normalen Sonntagsgottesdiensten zu tun hatten … und sich trotzdem deutlich stärker nach Gottesdienst anfühlten als die gewohnten Ange bote zuhause. Wie wäre es mit einer neuen Haltung? So eine Erfahrung verändert den Blickwinkel. Viele der Beitragenden in diesem Buch haben ähnliche Erfahrungen gemacht: dass Gottesdienste im öffentlichen Raum in vielerlei Hinsicht nach anderen Regeln funktionieren als klassisch-liturgische Angebote. Und dass diese Event-Regeln helfen, ein Handwerkszeug für die Kirche der Zukunft zu entwickeln. Schon deshalb, weil der überall spürbare kirchliche Traditionsabbruch dafür gesorgt hat, dass Jahrhunderte alte Selbstverständlichkeiten erst einmal vorbei sind. 14
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So gibt es zum Beispiel kaum noch ein Bewusstsein dafür, dass Bibeltexte überhaupt einer Auslegung wert sein könnten, dass die Gestalt im dunklen Gewand vor dem Altar einen sakralen Glaubwürdigkeitsbonus hat oder dass es einen intrinsischen Grund gibt, sich in bestimmten Momenten zu erheben. Selbst die Information „Achtung! Die Zahlen an der Wand haben was mit dem Buch in deiner Hand zu tun“ kann oft nicht mehr vorausgesetzt werden. Wenn ich Gäste dann nicht aktiv und einladend in das Geschehen mit hineinnehme, sitzen sie ziemlich hilflos und verloren in den Bänken. Event-Gottesdienste dagegen müssen fast immer davon ausgehen, dass zumindest ein Teil der Besuchenden liturgisch völlig ungeschult ist. Das heißt: Es braucht Übersetzung. Dazu kommt, dass die meisten solcher Event-Gottesdienste keiner klassischen „Komm-Struktur“ folgen. Sie erwarten nicht einfach, dass Menschen zu ihnen kommen und bringen den Gottesdienst zu den Menschen. Natürlich müssen sich die Interessierten trotzdem aus ihren Häusern an einen bestimmten Ort begeben, wenn sie mitfeiern wollen, aber dieser Ort ist eben nicht die oft unvertraute Welt eines Kirchengebäudes, sondern eine als „weltlich“ empfundene Location. Und schon das macht einen gigantischen Unterschied, weil sich viele Suchende an ihnen vertrauten Orten deutlich leichter auf neue Erfahrungen einlassen als an Orten, an denen sie sich fremd fühlen. Event-Gottesdiente müssen deshalb sorgfältig überlegen, wie an neuen Orten für beide Seiten Vertrautheit entstehen kann. Das heißt: Es braucht Inkulturation. Und anders als in ritualisierten Gottesdiensten, in denen oftmals eine Liturgin oder ein Liturg als Alleinunterhaltende (neben den Menschen an der Orgel, sofern diese funktioniert und bespielt wird) agieren können, braucht es an öffentlichen Orten meist ein Team, dass die Veranstaltung durchführt. Und nicht nur das: Bei der geistlichen Eröffnung der neuen Autobahn-Brücke wollen natürlich auch die Architektin, der Landrat und die Ministerin eingebunden werden. Und vielleicht bietet sich ja eine regionale Band an, die das Ganze musikalisch unterstützen könnte. Diese Offenheit für weitere 15
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Beteiligte erweist sich meist als höchst inspirierend, weil sie deren andere und vielfältige Perspektiven auf das Geschehen mit einbindet. Event-Gottesdienste müssen im Blick haben, dass die Vielfalt der Beteiligten eine starke inhaltliche Aussage ist, die deutlich macht: „Hier feiern viele Menschen mit Euch!“ Das heißt: Es braucht Vernetzung. Mit anderen Worten: Auch wenn jeder sorgfältig vorbereitete Gottesdienst letztlich eine Kasualie ist, weil sich die Agierenden konkret auf die jeweiligen Themen und Fragen dieses Tages, also den jeweiligen „Fall“, einstellen, gibt es zusätzlich bei Event-Gottesdiensten im öffentlichen Raum Kriterien, die eine neue Haltung verlangen – ein bewusst von den besonderen Situationen bestimmtes Wahrnehmen der Menschen und der Umstände, das in liturgisch geprägten Angeboten, bei denen die Einstellung und der Kenntnisstand der zu erwartenden Besucherinnen und Besucher scheinbar vorhersehbar sind, nicht so im Mittelpunkt steht. Eine Erkenntnis vieler Beitragenden dieses Buch ist dabei: Es lohnt sich, die „Haltung“ der Beteiligten an Event-Gottesdiensten auch auf die sonntäglichen Gottesdienste zu übertragen, weil diese dann ebenfalls spürbar einladender und offener werden. Was Event-Gottesdienste prägt Die markanten Kennzeichen von Gottesdiensten im öffentlichen Raum stellen die Autorinnen und Autoren jeweils sehr anschaulich vor. Trotzdem lohnt es sich, in dieser Einleitung einige grundsätzliche Perspektiven schon mal vorab zu skizzieren. Wir haben nämlich gemerkt, dass Event-Gottesdienste gar nicht anders können, als die genannten Herausforderungen von Übersetzung, Inkulturation und Vernetzung ernst zu nehmen. Man könnte auch sagen: Events müssen für bestimmte Grundfragen sensibel sein, wenn sie Menschen erfolgreich ansprechen wollen. Und das hat nichts, aber auch gar nichts mit einem Hang zu überbordender Inszenierung zu tun, sondern mit den Grundlagen gelingender Kommunikation. 16
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So wie sich Jesus von Petrus mit dem Schiff ein Stück auf den See hinausfahren lässt, damit ihn die Leute besser hören (Lukas 5,3), ist es klug, bei einem Event eine dem Ort angemessene und funktionierende Verstärkeranlage einzuplanen (was übrigens auch für viele Kirchen gilt). Und so, wie Jesus mit dem gebildeten Pharisäer Nikodemus anders spricht als mit Fischern, lohnt es sich, über die jeweilige Sprache einer Zielgruppe nachzudenken. Deshalb hier fünf erste wegweisende Kriterien. Event-Gottesdienste sind milieusensibel Gottesdienste im öffentlichen Raum fragen als Erstes: Wer kommt denn da? Denn bei der Segnung einer Achterbahn erscheinen vermutlich andere Gäste als bei der Eröffnung einer Studien-Akademie oder bei einem Rommé-Turnier. Diese Frage ist deshalb so relevant, weil sich die meisten Kirchengemeinden meist gar nicht bewusst machen, in welcher Bubble sie leben. Ja, viele Gemeinschaften sind längst geschlossene Gesellschaften, die eine eigene Sprache, eigene Rituale und eigene Werte entwickelt haben und nur in sehr eingegrenzten Milieus agieren. Kürzlich hat eine Studie über Kirchenmusik festgestellt, dass in Kirchenchören großenteils Akademikerinnen und Akademiker singen. Die können noch so oft betonen „Wir sind doch für alle offen“ – wenn ihr gesamtes Agieren (bewusst oder unbewusst) auf Personen mit Studienabschlüssen ausgerichtet ist, werden sie vermutlich keine anderen Zielgruppen erreichen. Event-Gottesdienste versuchen solche Bubble-Tendenzen zu überwinden … oder sie zumindest wahrzunehmen. Und wenn sie sich dann zum Beispiel speziell an Zirkusartistinnen und -artisten wenden, prüfen sie natürlich achtsam: Welche Fragen haben diese Menschen? Welche Musik hören sie am liebsten? An welche Lebensthemen kann ich bei ihnen anknüpfen? Event-Gottesdienste sind anlasssensibel Nachweislich kommen immer weniger Leute einfach wegen eines gewohnten und vertrauten Rituals in einen Gottesdienst. Mit ande17
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ren Worten: Sie brauchen einen Grund. Eine Antwort auf die Frage: „Warum soll ich mich von meinem gemütlichen Sofa erheben und zu diesem kirchlichen Angebot kommen?“ Natürlich kann ein solcher Grund auch die gute Gemeinschaft sein, ein relevantes Predigtthema, meine langjährige Freundschaft mit der Pfarrerin, der anschließende Kirchenkaffee oder die Freude an klassischen Kirchenliedern. Über dieses „Warum“ sollte sich aber grundsätzlich jeder Gedanken machen, der Gottesdienste anbietet. Event-Gottesdienste haben in der Regel einen Anlass (oder schaffen einen). Deshalb nehmen sie ihn auch ernst und richten die Gestaltung der Veranstaltung an diesem Anlass aus. Was vielerlei Konsequenzen hat, weil sich plötzlich ein Thema (nämlich der Anlass) wie ein roter Faden durch die gesamte Gestaltung zieht. Und nicht nur das: Wenn ich einen Anlass habe, der vor allem junge Familien ansprechen will (zum Beispiel ein Tauffest), dann muss ich von Anfang an einplanen, dass vermutlich viele Kinder vor Ort sein werden. Was wiederrum andere Lieder, eine kindgerechte Sprache oder ein eigenes Kinderprogramm erfordert. Event-Gottesdienste sind ortssensibel Es ist oben schon angeklungen: An vielen öffentlichen Locations kommt Kirche in eine Welt, in der sich die Gäste mehr zuhause fühlen als die Gottesdienst-Initiatorinnen. Und an diesen Orten gelten zuallererst die Spielregeln des Ortes. Ein Beispiel: Ob es klug und sinnvoll ist, in einer barocken Kirche zum Gottesdienst frisch gezapftes Bier anzubieten, ist sicher diskussionswürdig (obwohl es Kulturen gibt, in denen das niemanden stört), bei einem Gottesdienst in einem Bierzelt wäre es dagegen komisch und irritierend, wenn kein Bier getrunken werden dürfte. Zu einer klassischen Konfirmation im Neopren-Anzug zu erscheinen, wäre ziemlich auffällig – bei einem Kanuten-Gottesdienst am Fluss hingegen wäre ein schwarzer Anzug völlig unangebracht. Orte prägen. Situationen prägen. Und das nehmen Event-Gottesdienste ernst. Also: Was kommuniziert dieser Ort? Wozu lädt er 18
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ein? Wie verhält man sich hier normalerweise? Und wie kann ich den besonderen Zauber, den gewisse Orte haben, im Gottesdienst aufnehmen? Dazu kommt eben die Erkenntnis, dass es ein Riesengewinn sein kann, die mit dem Ort Vertrauten auf vielfältige Weise einzubinden – zum Beispiel im Bierzelt auch die Volksmusik-Band zu fragen, ob sie nicht zum Ablauf beitragen will, um dann überrascht festzustellen, dass man „Gott ist gegenwärtig“ auch als Ländler oder Pop-Schlager spielen kann. Event-Gottesdienste sind erfahrungssensibel Trotz aller pädagogischen Forschungen und Erkenntnisse der vergangenen Jahrzehnte sind liturgische Gottesdienste (von der Kirchenmusik und dem Abendmahl mal abgesehen) immer noch unglaublich wortlastig. Da wird geredet und geredet. Als ginge es darum, Menschen vor allem argumentativ von etwas zu überzeugen oder ihnen Informationen zu vermitteln. Dabei ist die viel wesentlichere Frage: Machen die Menschen in diesem Gottesdienst eine Erfahrung? Werden sie berührt – vielleicht sogar von Gott? Was vor allem dann geschieht, wenn die Besucherinnen und Besucher emotional angesprochen oder selbst aktiv werden und wenn sie spüren: Hier geht es konkret um meine Lebensfragen und -herausfor derungen. Event-Gottesdienste nehmen deshalb verstärkt die Interaktion in den Blick. Wo und wie kommen die Gäste im Geschehen selbst vor? Gibt es zum Beispiel die Möglichkeit zu Symbolhandlungen (etwa das Verbrennen eines Zettels, auf den ich vorher eine persönliche Belastung geschrieben habe), oder sind die Gäste mit allen Sinnen beteiligt (zum Beispiel durch eine Körperübung, etwas Haptisches, das sie in die Hand nehmen können, oder eine neugierig machende Dekoration, die in ihnen eine persönliche Erinnerung auslöst)? Deshalb ist es auch kein Zufall, dass viele Event-Gottesdienste mit Give-Aways arbeiten, also kleinen Geschenken, die die Menschen mitnehmen dürfen … und die die Gottesdiensterfahrung in den Alltag hinein verlängern.
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Gottesdienst neu entdeckt! Die angeführten Sensibilitäten deuten nur eine Richtung an. Wie sie konkret umgesetzt werden können, sehen wir in den 21 Modellen, die hier vorgestellt werden, an vielen Stellen sehr viel detaillierter und ganz praktisch. Dabei werden wir überrascht feststellen: Was ein Gottesdienst genau ist, muss womöglich im 21. Jahrhundert noch einmal neu definiert werden. Ist es zum Beispiel ein Gottesdienst, wenn sich im Jahr 2024 Tausende von Menschen in Kassel auf dem Friedrichsplatz die Popmusik-Inszenierung „Die Passion“ von RTL anschauen (plus gute zwei Millionen Menschen am Bildschirm) und dabei nicht nur in die Leidensgeschichte Jesu eintauchen, sondern auch sehr persönliche Glaubenserlebnisse von Christinnen und Christen hören? Eigentlich müsste man sagen: „Ja. Das ist ein Gottesdienst! Was denn sonst?“ Das heißt nicht, dass einem der Stil und die theologische Deutung zusagen müssen. Aber das war ja auch ein Angebot für ein klassisches RTL-Publikum (also eine milieusensible Gestaltung). Je mutiger wir den Gottesdienstbegriff im Sinn des paulinischen „Das ganze Leben ist ein Gottesdienst“ weiten, desto mehr weiten wir auch das Angebot der Kontaktmöglichkeiten für das Evangelium – gerade im Bezug auf Zielgruppen, die bislang in den liturgischen Sonntagsangeboten nur äußerst spärlich vertreten sind. In diesem (weiten) Sinne sind alle hier vorgestellten Angebote Event-Gottesdienste, die von der Lust geprägt sind, die „Schönheit des Glaubens“ zu den Menschen zu bringen: raus aus den Kirchen – hin zu den Menschen an öffentliche Orte, an denen Gott natürlich auch längst am Wirken ist. Dies miteinander zu entdecken, ist wahrlich himmlisch.
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Modell 1
„Ist das wirklich ernst gemeint?“ Genussvoll glauben mit Whisky, Kaffee oder Mathematik
Das oikos-Institut für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche von Westfalen bietet unter der Überschrift „genussvoll glauben“ drei Gemeindeprojekte an, die an jeweils einem Abend Genuss und Bibel zusammenbringen. Sie sind besonders für Menschen ansprechend, die andere Gemeindeveranstaltungen nicht besuchen. Es gibt ein biblisches Whisky- Tasting, ein biblisches Kaffee-Cupping und „ausgerechnet Gott“, einen Abend um Mathe und Bibel. Alles ist so ausgearbeitet, dass die Projekte selbstständig durchgeführt werden können. „Ist das wirklich ernst gemeint?“ Unter anderem begegnete uns diese Frage am Anfang unserer Projektidee. Wir wollten unter dem Titel „genussvoll glauben“ ein biblisches Whisky-Tasting anbieten. Insgesamt fielen die wenigen kritischen Anfragen gegenüber den vielen positiven Reaktionen aber kaum ins Gewicht. Doch die Frage „Ist das wirklich ernst gemeint?“ bleibt spannend. Meinen wir es wirklich ernst, wenn wir in der Abendmahlsliturgie sagen: „Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist“ (Psalm 34,9 Schlachter)? Und dann gibt es eine trockene Oblate und einen Schluck 21
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Traubensaft, der vorher aus dem Tetra-Pak in den Kelch gefüllt wurde. Schmeckt so die Freundlichkeit Gottes? Oder schmeckt sie eher wie ein 15 Jahre im Fass gereifter Single Malt Whisky, hergestellt mit Leidenschaft und Zeit, gereift im dunklen Fass und so farblich verändert durch den Kontext? Wir sollten eines nie vergessen: Der christliche Glaube ist sinnlich. In der Bibel wird Wunderbares gesehen, bestaunt, gerochen, geschmeckt. Das beginnt in den ersten Kapiteln der Bibel mit der Schöpfung. Welche Fülle, in die Adam und Eva hineingesetzt werden. Und am Ende der Bibel, in der Offenbarung, zückt Gott im 21. Kapitel sein Taschentuch und trocknet jede Träne. In Kapitel 22 wird sogar ein Blick in das neue Paradies geworfen: Bäume, die zwölfmal Früchte tragen, Wasser des Lebens entspringt. Übrigens: Wasser des Lebens heißt auf gälisch „uisge na beatha“. Daher kommt das Wort Whisky. Genussvoll geht es zu im Reich Gottes. Ein paar Beispiele: Im Johannesevangelium ist das erste Wunder Jesu die Verwandlung von Wasser in Wein – umgerechnet 600 Liter. Und im letzten Kapitel wird wieder mit den Jüngern am See von Tiberias gegessen und bei knusprigem Fisch das letzte Gespräch geführt. Quasi geht es von der Hochzeitsfeier zur Strandparty. Und auch der Genuss von Zahlen kommt vor: 6 Krüge, jeder etwa 100 Liter Fassungsvermögen in Johannes 2. 153 Fische, eine erstaunlich schöne Zahl in Johannes 21. 153 ist die einzige dreistellige Zahl, bei der die Summe der dritten Potenz der Einzelziffern wieder dieselbe Zahl ergibt. Ist das etwa ein genussvoller Hinweis auf die Trinität? Zachäus, die Sünderin, die Jesus die Füße salbt, Maria und Martha, die Emmausjünger: wenn Jesus Menschen begegnet, wird gegessen und getrunken. Glaube geht – wie die Liebe – durch den Magen. Die Liebe Christi vermittelt sich auch im Genuss. Und genau das feiern wir auch in unseren Sakramenten. Abendmahl und Taufe sind eigentlich höchst sinnliche Geschehen. „Verbum visibile“, sagen die Theologen – sichtbares Wort. Vielleicht wäre es besser, vom spürbaren Wort zu reden. „Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.“ 22
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„Genussvoll-Glauben-Abende“ sind wunderschöne Abende mit Genuss. Es geht jeweils um eine Veranstaltung, die interessant und spannend für Menschen ist, die der Kirche sonst eher distanziert gegenüberstehen. Im Blick sind vor allem Menschen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren. Es geht um die Bibel, um leckeres Essen, um Whisky, um Kaffee und um Zahlen. Es geht um genussvolle Abende, bei denen man sich begegnet, Spaß hat, genießt, Informationen bekommt und über biblische Texte nachdenkt. Die Bibel ist dabei fester Bestandteil des Abends, nicht nur eine Andacht am Anfang, die ertragen werden muss, und ein Segen am Schluss. Zu allen drei Abenden gibt es ein Projekthandbuch mit Hintergrundinformationen und Tipps für diejenigen, die sie veranstalten möchten. Und es gibt jeweils ein schön gestaltetes Heft für die Teilnehmenden sowie mit dem Projekthandbuch auch einen Online-Zugang zu den Präsentationen und Filmen. Bei allem war uns wichtig, mit den Materialien wenigstens ansatzweise hinsichtlich Optik und Haptik den genussvollen Bestandteilen (Bibel, Whisky, Kaffee, Mathe) zu entsprechen. Das Projekt ist darauf angelegt, dass eigentlich alle, die Spaß an der Sache haben, dieses in der eigenen Gemeinde durchführen können. Das heißt auch: Für die Abende muss man nicht Whisky/Kaffee/ Mathe-Experte sein. Man kann auch so Informationen weitergeben und gemeinsam mit den anderen, die dabei sind, Entdeckungen machen. Ideal ist es, wenn eine die biblischen Genusspunkte, ein anderer das Kulinarische und eine dritte die Whiskys, Kaffees oder Mathe-Programmpunkte übernimmt. Gerade dafür finden sich oft Menschen in der Gemeinde. Und die Abende finanzieren sich selbst durch Beiträge der Teilnehmenden. Wer „genussvoll glauben“ durchführen möchte, lässt sich damit auf eine interessante Veranstaltung ein, die gut vorbereitet werden will. Es geht um Genuss und um Glauben. Beides braucht Qualität. Das geht schon bei der Einladung los und hört mit der schönen, genussfördernden Raumgestaltung noch nicht auf. Genuss passt oft gut in 23
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die Abendstunden. Will ich mit diesem Format auch Menschen erreichen, die sonst nicht an Gemeindeveranstaltungen teilnehmen und eher unter als über 50 Jahre alt sind, ist ein Freitagabend eine gute Wahl. Wir empfehlen zudem eine dem Thema entsprechende Hintergrundmusik, die während der Zeiten zum Austausch, Whisky, Kaffee- und Essgenuss eingespielt wird. Singen oder Chordarbietungen sollten allerdings nicht Teil der Veranstaltung sein. Beides lenkt vom Genuss ab und verändert den Charakter des Abends. Auch so benötigt man schon drei Stunden Zeit für die Durchführung. Lassen Sie sich die Veranstaltung etwas kosten – und nehmen Sie auch eine Gebühr dafür. Dabei geht es nicht nur um die Refinanzierung, sondern auch um die Wertigkeit. Dass etwas Gutes auch etwas kostet, schreckt nicht ab. Vielleicht hat es sogar einen eigenen einladenden Wert. Die Teilnehmendenzahl sollte maximal bei 20 liegen. Wenn Sie das Interesse in Ihrer Gemeinde höher einschätzen, kann die Veranstaltung ja mehrmals durchgeführt werden. Es ist außerdem empfehlenswert, für die Moderation des Abends mindestens zu zweit zu sein, um die einzelnen Teile durch den Wechsel abwechslungsreicher zu gestalten. Stattgefunden haben „Genussvoll-Glauben-Events“ im ganzen deutsch sprachigen Raum. Als Veranstaltungshilfe kann man für das biblische Whisky-Tasting eine Kiste mit Nosing-Gläsern und anderem im oikos-Institut für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche von Westfalen ausleihen. Genauso gibt es eine hilfreiche Kaffee-Kiste für das biblische Kaffee-Cupping. Die Kisten waren schon an vielen Orten zwischen Kaiserstuhl, Dresden und Flensburg. Fehler, die in der Vorbereitung oder Durchführung gemacht wurden: � Eine Gemeinde hatte einfach im Gemeindebrief und Kirchenvorstand eingeladen. Die Veranstaltung war gut besucht, aber es waren nur die üblichen Verdächtigen da. Auch für die war es ein schöner Abend. Außenstehende erreicht man aber nur, wenn gezielt eingeladen wird. 24
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� Eine Gemeinde hatte vergessen, das Whisky-Tasting „biblisches Whisky-Tasting“ zu nennen. So war bei einigen die Überraschung groß, als dann die Bibel einen nicht unbeträchtlichen Teil des Abends einnahm. Wir sollten sagen, was drin ist. Die Bibel ist weniger abschreckend auf Außenstehende, als wir selber manchmal denken. � Eine Gemeinde fand das Projekt großartig, allerdings nahmen sie andere Whiskys, andere Bibeltexte und anderes Essen. Geht auch. Weitere Informationen: www.genussvoll-glauben.de
© Oikos-Institut
Kuno Klinkenborg Pfarrer im oikos-Institut für Mission und Ökumene der Ev. Kirche von Westfalen. Er ist leidenschaftlich gerne Christ. Besonders liegt ihm die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen am Herzen. Er ist begeistert von allen neuen Ideen, um mit Menschen über den christlichen Glauben ins Gespräch zu kommen.
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