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Dorothea Bronsema Wenn die Hoffnung leise anklopft
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Dorothea Bronsema
Gedanken vom Suchen und Gefunden werden
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Für „mein Dorf“ Für euch Menschen, die mit mir Herz und Leben teilen.
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Alles, was in der Welt erreicht wurde, wurde aus Hoffnung getan. Martin Luther
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INHALT Leise Hoffnung wächst Hoffnung.......................................................................................................... 12 Das verlorene Paradies....................................................................................... 15 Still sein............................................................................................................ 17 Wenn weniger mehr ist...................................................................................... 20 Besuch von Gott................................................................................................ 22 Neues................................................................................................................ 25 Wachstum braucht Zeit...................................................................................... 27 Glauben und hoffen........................................................................................... 30 Guter Hoffnung sein.......................................................................................... 32 Ein Sonntag, der nach Apfelkuchen und Heimat riecht....................................... 34 Alltagsschatz...................................................................................................... 36 Das beste Geschenk............................................................................................ 38 Von einer Amsel und dem Vertrauen................................................................... 40 Wurzeln............................................................................................................ 43
Von Hoffnungsräubern und Hoffnungswundern Wunden und Wunder........................................................................................ 47 Gegensätze........................................................................................................ 50 Schlechte Nachrichten........................................................................................ 53 Land unter........................................................................................................ 54 Segen im Mangel............................................................................................... 56 Harte Nuss........................................................................................................ 59 Komm zur Ruhe................................................................................................ 60 Sonntag – Sein – Tag......................................................................................... 63 Entmutigung..................................................................................................... 65 Tränen.............................................................................................................. 67 Höhlenmodus.................................................................................................... 69 Du wirst es schaffen........................................................................................... 71 Sturmbezwinger................................................................................................ 73 Kraft in schweren Zeiten.................................................................................... 75 Schwere-los........................................................................................................ 79 Leichtigkeit....................................................................................................... 80
Von der größten Hoffnungsgeschichte aller Zeiten Asche (Aschermittwoch)...................................................................................... 84 Osterweg (Ostern)............................................................................................. 85 Dunkelfreitag (Karfreitag)................................................................................. 87 Tiefpunkt (Karfreitag)....................................................................................... 88 Aushalten (Karsamstag)..................................................................................... 91 Zwischenzeit (Karsamstag)................................................................................. 94 Zwischen den Stühlen (Karsamstag)................................................................... 96 Ostermorgen (Ostern)........................................................................................ 99 Auferstanden (Ostern)..................................................................................... 100 Danach (Ostern)............................................................................................. 102
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Gegangen, um zu bleiben (Himmelfahrt)......................................................... 104 Himmlisch (Himmelfahrt)............................................................................... 107 Manna für einen Tag – Brot des Himmels........................................................ 109 Pfingsten......................................................................................................... 111
Was der Hoffnung Kraft gibt Leben feiern.................................................................................................... 113 Sonntage......................................................................................................... 114 Leben, lieben jetzt........................................................................................... 115 Das wichtigste Möbelstück............................................................................... 118 Freundinnen und Herzensmenschen................................................................. 120 Vom Segen der Gemeinschaft............................................................................ 121 Tischgemeinschaft............................................................................................ 123 Zugvögel......................................................................................................... 124 Erdbeerfreude.................................................................................................. 127 Vom Warten und vom Schneckenhaus............................................................... 129 It’s a part of it................................................................................................. 130 Segne mich! .................................................................................................... 132 Abendstunden.................................................................................................. 134 Lass los!........................................................................................................... 135 Thanks and Giving (Erntedank)....................................................................... 137 Tage mit Goldrand.......................................................................................... 138
Hoffen über Grenzen hinweg Grenzkind....................................................................................................... 141 Das Unfertige.................................................................................................. 143 Engel auf dem Weg.......................................................................................... 144 Daheim.......................................................................................................... 138 Teilen............................................................................................................. 148 Kindheitserinnerungen und die Leerstelle im Kirchenjahr.................................. 149 Sonntagsgebet.................................................................................................. 152
Hoffnung, weil es hell wird Adventssegen................................................................................................... 154 Die, die wir sind (Advent)............................................................................... 156 Krippe am großen Parkplatz (Advent).............................................................. 158 Auf der Suche nach Weihnachten...................................................................... 160 Was liegt unter deinem Baum (Weihnachten).................................................... 163 Ganz nah dran (Weihnachten)......................................................................... 164 Wenn Gott ein Feuerwerk für dich macht (Silvester)......................................... 166 Drei Suchende (Weihnachten).......................................................................... 167 Sonntag.......................................................................................................... 169 Hoffnungssuche am Ende des Jahres (Silvester).................................................. 171 Danke............................................................................................................. 173 Quellen........................................................................................................... 175
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Vorwort
Die letzten Jahre hatten es in sich. Zwei unserer Kinder wurden in der Pandemie geboren. In Momenten, in denen ich den Eindruck hatte, dass die Welt untergehen würde. Mit einem Kind habe ich die erste Woche seines Lebens in Isolation in einem Krankenhaus verbracht. Kontakt zur Außenwelt gab es nur telefonisch. Ich war allein mit einem neugeborenen Baby, das intensivmedizinische Hilfe brauchte. Ein Ge fühl, als wäre ich im falschen Film. Meinen beiden älteren Kindern musste ich erklären, was es bedeutet, dass wenige Kilometer von uns Menschen aufeinander schießen. Und in meinem persönlichen Umfeld sind auch so manche Bomben des Lebens eingeschlagen: Depression, Scheidung, Konflikte und andere Lebensstürme und Scherben. Manchmal habe ich sie nicht mehr verstanden – meine kleine Welt und die große schon gar nicht. Ich bin in der Lebensmitte angekommen. In der deutlich zu spüren ist, dass nicht alles gekittet werden kann. Dass nicht alles ein Happy End hat. Und dass meine Zeit begrenzt ist. Ich musste bereits an einigen Gräbern stehen. Habe innegehalten, zurückgeblickt, wurde dankbar und habe vermisst. An den Gräbern, den realen und den metaphorischen, beginnen wir, dem Leben neues Gewicht zu geben und zu unterscheiden, was wirk lich wichtig ist und was wir in Zukunft im Angesicht der Begrenztheit des Lebens meiden wollen. Manchmal wird die Welt plötzlich ganz eng und klein. Aber auch intensiv und überraschend besonders. In den Scherben des Lebens ist so viel zu entdecken. Ein mir lieb gewonnener Musiker, Bastian Benoa, singt von einem Scherbenmosaik, das Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens legt. Ja, die Scherben würden wir uns freiwillig niemals aussuchen, aber im Rückblick ist so vieles zu entdecken.
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Während der letzten Jahre, die von Abstand und Isolation geprägt wa ren, haben wir manchmal in unserem Wohnzimmer gebetet und uns dabei wie die ersten Christen gefühlt. Dabei gab es Momente, die ich so intensiv erlebt habe wie kaum etwas vorher. Wir haben uns gegen seitig ermutigt und angefeuert, nicht aufzugeben. Am Küchentisch er lebte ich Gespräche mit Goldrand. Wir rückten zusammen. Wir haben gerade jetzt ein Haus gebaut und Bäume gepflanzt, weil wir an ein Morgen glauben. Und wir haben voller Freude jedes neugeborene Leben und jeden neuen Abschnitt gefeiert – gerade jetzt. Und während ich die Bretter unseres roten Hauses strich, dachte ich wirklich: „Und wenn morgen die Welt untergeht, werde ich heute noch diese Balken streichen.“ Die heilige Trotzkraft hat uns Rückenwind ge geben. Gott selbst hat uns Hoffnung gegeben. Ich bin zur Sucherin geworden. Zur Hoffnungssucherin im Alltag. Gerade da, wo ich bin. An der frischen Luft, im ganz normalen Alltag, zwischen Duplosteinen und schmutziger Wäsche. Noch vor ein paar Jahren bin ich viel gereist, fühlte mich manchmal wie eine Weltenbürgerin, die nie ankommt. Jetzt fühle ich mich geerdet an einem kleinen Fleck in Nordhessen mit wenigen Straßen und jeder Menge Natur. Ich bin innerlich und äußerlich angekommen. Ich habe mich auf den Weg gemacht, Hoffnung zu suchen. Für mich, für meine Kinder und für die Menschen, die ich liebe. Zeit zum Schreiben hatte ich oft nur eine Kaffeelänge zwischen Kinder lachen und Chaos um mich herum. Was dort entstand, hat mich ge rettet in einer stürmischen Zeit. Ich durfte Schätze heben: in meinem ganz normalen Alltag, in Scher ben, Unfertigem, Buntem und Lautem und auch an wirklich dunklen Orten. 9
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Die Worte purzelten aus mir heraus und ich fand einen Faden zu mir selbst und zu dem, der mich wohl am Besten kennt. Gott ist mir begegnet – nicht da, wo ich ihn sofort vermutet hätte. Überraschend! An Orten, an denen ich gar nicht gesucht hatte. Und je mehr ich gesucht habe, begriff ich, dass ICH gefunden wurde. Dass da einer ist, der mich immer suchen wird. Weil er mich liebt. Der Gott, der nicht begrenzt ist auf menschliche Möglichkeiten. Der, der die Stürme kennt und nicht flieht, wenn es eng wird. Der, der kreativ wird, wenn keine Lösungen mehr zu finden sind. Und wenn ich mir eins wünschen dürfte, wäre es, dass du in den Zeilen dieses Buches spürst, dass die Hoffnung leise klopft. Da wartet so viel Segen und Gutes. Da wartet Hoffnung!
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e � i e L g n u n Hoff t � h c ä w 11
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Hoffnung ist eine Trotzkraft. In allen Herausforderungen. In allen schlechten Nachrichten. Ja, sogar im hässlichen Angesicht des Todes. Die Hoffnung klopft leise an. Lässt Auferstehungshoffnung aufkeimen. Schenkt das Wunder der kreativen Ideen mitten im Chaos. Lässt Liebe fließen inmitten von Trostlosigkeit. Die Hoffnung ist die Kraft der Zwischenzeit. Sie ruft laut, dass noch nicht alles zu Ende geht. Sie feuert dich an, zu kämpfen und wieder aufzustehen. Wieder und wieder und wieder. Sie legt eine leise Melodie in dein Herz. Eine Melodie, die von der Zukunft erzählt. Vom Blühen eines neuen Baums. Hoffnung ist Rückenwind. Hoffnung ist wie ein leuchtendes, warmes Haus mitten in der Dunkelheit.
Hoffnung ist wie stärkender Kaffee und wie eine feste Umarmung. Sie leuchtet gerne da, wo jedes Licht ausgegangen ist. Hoffnung ist da, wo Menschen zusammenstehen und den ansehen, der alles besiegt hat, was jemals gegen die Hoffnung aufgestanden ist. Sein Name ist Jesus. Er ist Hoffnung!
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Da� verlorene Paradie� Ich glaube, es steckt ganz tief in uns. Die Sehnsucht nach einem vollkommenen Ort. Nach der Heimat. Nach Ganzheit, Frieden und Sicherheit. Nach einem Leben ohne Brüche und Scheitern. Unsere Welt ist ganz schön zerbrechlich. Wir sind immer wieder schockiert, wie unvollkommen das Leben sein kann. Wie Menschen sich gegenseitig verletzen und bekriegen. Wie Katastrophen plötzlich hereinbrechen und niemand sie verhindern kann. Wie unsicher unsere Kinder aufwachsen in einer Welt, die sich immer schneller und wilder zu drehen scheint. Manchmal überkommt mich die Sehnsucht, an einen perfekteren Ort auszuwandern: am besten nach Schweden oder auf eine einsame Insel. Manchmal meine ich, am falschen Platz gewurzelt zu haben und dass es anderswo besser sein muss. Irgendwie steckt dieses Denken, dass das Gras auf der anderen Seite doch sicher grüner ist, tief in mir. Aber ich weiß, auch wenn ich woanders hinreisen würde, hätte ich mich dennoch immer selbst im Gepäck dabei. Meine Geschichte. Meine Ecken und Kanten. Das Leben, das ich letztendlich nicht in den Händen halte. In der Bibel gibt es einen Vers, der mir viel bedeutet. Dort heißt es, dass Gott uns die Ewigkeit ins Herz gelegt hat. Also eine tiefe Sehnsucht nach dem Ort, an dem wir diese Vollkommenheit finden werden. Hier auf der Erde werden wir immer wieder stolpern, uns wundern, uns unvollkommen, vielleicht auch ein bisschen weltfremd fühlen. Und trotzdem dürfen wir geborgen leben. Getragen. Geliebt. 15
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Geerdet im Hier und Jetzt als Menschen, die das Leben lieben und feiern. Und die gleichzeitig auch um die Begrenztheit des Lebens wissen. Die Sehnsucht wird immer zu unserem Leben gehören. Sie ist ein Lebensmotor, der uns antreibt. Sie bewegt, lässt uns suchen und manchmal finden. Wir sehnen uns danach, dass alles gut wird.
Schon im Hier und Jetzt. Genauso sehnen wir uns aber auch danach, dass wir an einem guten Ort ankommen, wenn unser Leben auf der Erde endet. Dass unsere Geschichte ein Happy End bekommt. Einen Ort, an dem wir sein dürfen. Diesen guten Ort gibt es. Eines Tages wird es einen neuen Himmel und eine neue Erde geben. Ohne Leid. Ohne Schmerz. Ohne Chaos und Katastrophen. Ohne Sehnsucht, weil wir dann angekommen sind.
Eines Tages wird alles neu. Besser als jedes jetzige Paradies, das wir uns vorstellen können. Bis dahin dürfen wir einander Heimat sein mit sehnsuchtsvollen Herzen auf dem Weg zum ewigen Zuhause.
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Still�ein Da gibt es einen Zusammenhang zwischen Stillsein und Hoffen. Je lauter meine Welt wird, desto beladener fühle ich mich. Als müsste ich alles, was ich höre, selbst tragen. Und so höre ich zu: der Freundin, den Nachrichten, manchen Meinungsmachern und der Nachbarin am Gartenzaun. Oft fühle ich mich hilflos und ratlos bei all den Katastrophen und Leiderfahrungen, von denen ich höre. Und so oft begehe ich den Fehler, zu glauben, dass ich etwas retten könnte. Dabei wurde diese Welt schon vor vielen tausend Jahren ge rettet von einem, der die Kraft dafür hat und bis heute am Wirken ist. So oft spüre ich in mir ein leises Rufen, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, still zu werden. Im Trubel meines Alltags überhöre ich es oft. Schaffe den Absprung nicht. Ich muss doch eine Lösung finden. Und dann wird mein Herz schwer und traurig.
Ich fühle mich hoffnungslos und beladen wie ein Mensch, der schwere Säcke trägt. Ich bin so froh, dass mein Schöpfer mich kennt. Meine Marotten. Meine Selbstüberschätzung. Mein Denken, dass ich stark bin und dass mich so schnell nichts umwehen kann. Freundlich lädt er mich ein. Und so oft, wenn ich in seine Nähe komme, mich zu ihm flüchte, merke ich,
dass all mein Zuviel, Zulaut, Zuschwer genau da seinen Platz hat. So oft fließen die Tränen der Erleichterung, dass es diesen Ort gibt.
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Dass ich sein darf. Dass hier nichts muss, aber alles kann. Dass ich an diesem Ort die bin, die abladen darf – immer und immer wieder. Wie er das nur macht, dass ich wirklich zur Ruhe komme? Dass meine Atmung sich verlangsamt und mein Herzschlag wieder ins Gleichgewicht kommt. Dass sich mein Selbstbild wieder zurechtrückt. Dass Hoffnung wieder einzieht. Dass Lautes leise und Schweres leicht wird. —
Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Vertrauen würdet ihr stark sein. (Jesaja 30,15)
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Wenn weniger mehr i�t Ich bin Jägerin und Sammlerin. Schätze jeglicher Art finden ihren Weg in unser Haus. Angefangen bei Flohmarkt-Fundstücken über Dinge, die andere aussortieren, bis zu Sperrmüll-Entdeckungen und Altem aus Omas Nachlass. Ich kann mich riesig darüber freuen. In der Fastenzeit darf ich dagegen immer wieder entdecken, wie reich doch das Weniger macht. Nicht nur das materielle Weniger, sondern auch das, was sich in meinem Kopf ansammelt, um dort zu nisten, bis ich das Gefühl habe, selbst voller Krempel zu sein. Diese Zeit lädt mich ein, innezuhalten, ein- und auszusortieren und bewusste Entscheidun gen zu treffen. Dabei geht es nicht um einen falschen Zwang. Kein „Du musst“ oder „Du sollst“. Auch nicht um ein geistliches Höher oder Besser. Es ist eher eine Einladung von dem, der mich am besten kennt. Eine Einladung zu entdecken, dass weniger manchmal mehr ist. Ja, dass es das Weniger sogar manchmal braucht, um wirklich Neues zu entdecken.
Es scheint ein Geheimnis zu sein, wie ER mehr aus weniger macht. Er hat mit 2 Fischen und 5 Broten viele Menschen satt gemacht. Er hat aus den fiesesten Krankheiten neues Leben geformt. Er hat denen mehr anvertraut, die ihm ihr Weniges gegeben haben. Er hat die verrücktesten Geschichten mit den Kleinen der Geschichte geschrieben. Gerade sie hat er oft ausgesucht, um Großes zu bewegen.
Ich bin gespannt, was er aus meinen leeren Händen macht und wie er sie füllt:
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Mit neuer Hoffnung. Mit Liebe für mich selbst und andere. Mit Kraft für meinen Alltag. Mit Mut, die zu sein, die ich bin. Mit Leichtigkeit in aller spürbaren Schwere. Und mit einem dankbaren Herzen, das wirklich verstanden hat: Ich bin genug – ich habe genug. Gleichzeitig will ich mutig das Zuviel in meinem Leben ansehen und mir neu überlegen, wovon ich weniger brauche: weniger Sofa, mehr in der Erde wühlen. Mehr echter Bodenkontakt. Weniger kaufen, mehr selbst machen. Weniger Handy, mehr echte Gesichter. Weniger schimpfen, mehr umarmen. Weniger Zeitnot, mehr im Hier und Jetzt. Weniger reden, mehr zuhören. Weniger aufräumen, mehr sein lassen. Mehr weinen und mehr lachen. Mehr wieder aufstehen. Weniger „Das haben wir immer schon so gemacht“, mehr ganz neu ausprobieren. Weniger zaudern, mehr Mut-Schübe und einfach mal machen. Weniger der Angst zuhören. Mehr Rückenwind. Losgehen, als wäre es bereits ganz sicher, dass ich ankomme. Mehr Vertrauen in den Meister der guten Pläne. Mehr Herz ausschütten und einmal mehr neu anfangen. Mehr seine Worte in mein Herz fallen lassen. Und dann etwas tun. Etwas, das mich und andere bewegt.
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Be�uch von Gott Stell dir mal vor, Gott würde dich besuchen. Er schickt dir keinen Brief, sondern kommt höchstpersönlich bei dir vorbei. Ganz überraschend, steht er vor deiner Tür mit deinen Lieblingsblumen in der Hand. Rosen? Tulpen? Schneeglöckchen oder Schleierkraut? Er fragt, ob er kurz reinkommen kann und du sagst: „Klar, gerne.“ Bei Kaffee und Kuchen sitzt ihr am Tisch. Zuerst bist du ganz angespannt und überlegst, was du jetzt Sinnvolles sagen kannst. Eigentlich hättest du gerne noch deine wilden Haare sortiert und die Krümel vom Tisch gefegt. Aber jetzt sitzt ihr da. Mitten im ganz normalen Chaos. Du beginnst ein paar Belanglosigkeiten zu erzählen. Versuchst, einen guten Eindruck zu erwecken. Aber Gott stellt gute Fragen. Fragen, die du gerne beantworten willst: „Wie geht es dir?“ „Erzähl mir von deinen Sorgenfalten!“ „Sag, was lässt dein Herz schneller schlagen und erzähl mir von deinem Frust!“ Und so purzeln die Buchstaben heraus, die zu Sätzen werden. Die Ge danken, die du schon lange mal aussprechen wolltest. Du hörst auf, darüber nachzudenken, was du preisgeben kannst, weil du spürst, dass jedes Wort bei ihm gut aufgehoben ist. Du denkst: „Er versteht. Ich glaube, er weiß, wie es mir geht. Er will genau wissen, was ich denke. 22
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Ich muss nichts verstecken, die Augenringe und meine Müdigkeit, nicht einmal meinen Bauch ziehe ich ein.“ Und plötzlich laufen die Tränen. Die Tasse Kaffee steht neben den vollgeheulten Taschentüchern. Und als sie leer ist, sind auch die Tränen versiegt. Irgendwann sitzt ihr beide schweigend am Tisch. Es ist diese Art von Schweigen, die angenehm ist. Du fühlst dich so verstanden. Es ist ein bisschen so, als hättest du Ballast weggeredet und dein Herz hat wieder Luft und Platz. Hoffnung zieht ein und ein leises Lächeln fliegt über dein Gesicht. „Gott, warum reden wir so wenig“, fragst du. Er lächelt dich an und sagt: „Ich bin da, jederzeit gerne wieder.” 23
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Neue� Es haut mich jedes Mal wieder völlig um. Oben verdorrtes Zeug, alte Zweige, braune ausgediente Pflanzenreste. Unansehnlich, zerbrechlich, kaputt. Unten neues Leben. Grün, kräftig und lebendig. Noch gänzlich unscheinbar und klein, aber grün. Noch in der Erde, aber bald wird es explodieren. Der Schöpfer erinnert mich: Sieh hin, wie ich Neues schaffe. Erkennst du es? Das möchte ich auch für mein Leben glauben. Für andere, die gerade im tiefen Winter stecken. Für diese Welt im Taumel. Für die vertrockneten Bereiche. Für die festgefahrenen Stellen. Für das scheinbar Leblose. Aber mir ist auch völlig klar: Da braucht es gewaltige Schöpferkraft von außen und die Kraft, die das in mir lebendig macht. Die Kraft, die mich innerlich belebt und verändert. Gottes gute Geistkraft wird nicht umsonst als Wind und Feuer beschrieben. Eine Kraft, die wirklich Veränderung schafft. Die mehr kann als das, was in mir und in uns ist. Mit meinem bisschen positiven Denken komme ich da nicht weiter. Da helfen keine Binsenweisheiten.
Da braucht es mehr.
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Mehr Kraft für Veränderung. Da braucht es einen Schöpfer. Mehr Ideen, wie Neues zu schaffen ist. Und das kann er. Verschwenderisch mit Farben um sich werfen. Schönheit aus Asche hervorbringen. Brote und Fische vermehren. Lahme bewegen und Füße auf weites Land stellen. Kleines groß werden lassen und aus wenig genug schaffen. Und letztlich auch den Tod zu neuem Leben herausrufen.
Hab Hoffnung, meine Seele! Neues wächst. Der Schöpfer ist am Werk – immer!
— Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Jesaja 43,19
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. © 2024 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn Alle Rechte vorbehalten Gesamtgestaltung: Miriam Gamper-Brühl, Essen, www.3kreativ.de Coverfoto: © Annie Spratt auf Unsplash Fotos im Innenteil: © Dorothea Bronsema, außer Seite 47 © Thomas Sackmann Lektorat: Marco Michalzik, Marburg Verwendete Schrift: Northwell, Avenir, Adobe Garamond Gesamtherstellung: Finidr, s.r.o., Ceský Tešín Printed in Czech Republic ISBN 978-3-7615-6962-7 www.neukirchener-verlage.de