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Auf Englisch hört er sich noch ein bisschen griffiger an, dieser nette Spruch. Home is where your heart is!
Er geht leicht über die Lippen. Man kann sich ihn problemlos einprägen. Außerdem transportiert er eine nette Botschaft. Eine Botschaft, der wohl kaum jemand widersprechen wird. Zuhause ist dort, wo dein Herz ist.
Kein Wunder also, dass dieses schöne Motto viele Wohnungen ziert – auf Plakaten, in Bilderrahmen oder auch auf Handtüchern. Es ist der Titel eines Popsongs und auch ein junges Modelabel nennt sich so.
Leicht nachzuvollziehen, warum sich viele dieses Motto ausgesucht haben. Es liest sich gut, es hört sich gut an – und um den Sinn dahinter zu verstehen, reichen auch Grundkenntnisse in Englisch.
Eine kleine, einfache Wahrheit also, die auf viele Situationen und eigentlich fĂĽr alle Personen passt.
Man kehrt (hoffentlich!) immer wieder gerne nach Hause zurück; vielleicht zu seiner Familie, in sein eigenes Zimmer. Vielleicht auch zu einem geliebten Menschen oder in die eigene Wohnung, zu lieb gewonnen Möbeln und Erinnerungen.
Vielleicht erwarten einen Eltern oder die Geschwister zu Hause, vielleicht auch Freunde. Manche sehnen sich nach dem vertrauten Bellen ihres Hundes oder dem Schnurren der Katze auf dem Sofa.
Home is where your heart is – diesem Slogan könnten wohl die meisten Menschen problemlos zustimmen.
In der Bibel kommt er nicht vor, dieser Spruch. Es gibt dort aber einen recht ähnlichen Vers. Frei übersetzt heißt er: Your heart is where your treasure is – Dein Herz ist dort, wo dein Schatz ist.
So steht es im Zusammenhang in der Bibel: Häuft in dieser Welt keine Reichtümer an! Sie werden nur von Motten und Rost zerfressen oder von Einbrechern gestohlen! Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, die unvergänglich sind und die kein Dieb mitnehmen kann. Wo nämlich euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
(Matthäus 6,19-21)
Dieser Abschnitt stammt aus der Bergpredigt, der bekanntesten Ansprache von Jesus.
Wieder einmal hat er wohl recht, dieser Jesus. Anscheinend hat er die Menschen wirklich gut gekannt. Schließlich hat er ja auch noch andere Weisheiten erzählt; Weisheiten, die ebenfalls den Nagel auf den Kopf treffen.
Unser Herz hängt also an unserem Besitz.
Soweit stimmt es schon mal, dagegen kann man kaum etwas einwenden. Nicht umsonst heißt es, dass man in Dinge, die einem besonders wichtig sind, viel Herzblut investiert. Damit ist wohl genau das gemeint. Wofür wir arbeiten, woran wir denken, was wir anstreben – daran hängt unser Herz.
Aber auf Dauer werden wir so nicht glücklich, meint Jesus. Die ganzen Schätze dieser Welt, denen wir vielleicht nachjagen, werden irgendwann kaputtgehen. Sie werden uns auf lange Sicht nichts bringen.
Auch diese Aussage drückt eine Wahrheit aus, der wir wohl kaum widersprechen können. Zumindest nicht, wenn wir länger als zehn Sekunden darüber nachdenken.
Du glaubst es nicht?
Dann überleg mal: Was hast du dir als kleines Kind schon gewünscht – und dann auch bekommen?
Eine Playstation?
Einen Koffer voller Lego?
Ein bestimmtes Buch oder Spiel?
Wie lange hat der Reiz daran angehalten?
Wann wurde das vielleicht lang ersehnte Geschenk langweilig? Und wo ist es heute – falls du es noch weißt?
Ja genau, du kannst heute nicht mehr viel damit anfangen. Es hat in den meisten Fällen gar nicht so lange gedauert, bis der Reiz des Neuen verflogen war. Vielleicht ist es auch schnell kaputtgegangen, das neue Spielzeug. Egal, es interessiert dich einfach nicht mehr. Das damals so wertvolle Teil hat ganz einfach seinen Wert für dich verloren.
Glaubst du, das wird mit den Dingen, auf die du heute hinarbeitest, einmal anders sein? Ganz egal, ob du auf teure Sneakers sparst, dir einen Roller zulegen willst oder am Geburtstag auf ein neues Handy hoffst. Alle diese Dinge werden irgendwann ihren Wert verlieren. Dabei ist es ganz egal, ob sie irgendwann von Motten oder Rost gefressen werden, wie es in der Bibel steht, oder ob sie ganz einfach ihren Wert für dich verlieren. Materielle Schätze, die wir uns hier auf dieser Welt zusammensammeln, machen uns wohl nicht zufrieden oder glücklich – zumindest nicht auf Dauer!
Diese Welt bietet uns kein dauerhaftes Zuhause, keine endgĂĽltige Zufriedenheit.
Manchmal spüren wir das sogar – je mehr wir darüber nachdenken, umso mehr.
Soweit das Problem.
Aber was schlägt Jesus als Lösung vor?
Wenn er wirklich so schlau war, dann sollte doch auch an seinem Lösungsvorschlag was Wahres dran sein.
Leseprobe
Wir sollen seiner Meinung nach also keine Schätze auf der Erde aufhäufen.
Wir sollen lieber Schätze im Himmel sammeln!
Schätze im Himmel?
Hm, was soll das denn sein?
Impulsfragen
1. Woran hängt dein Herz? Was ist dir am wichtigsten im Leben?
2. Warum sagt Jesus so etwas? Will er uns vielleicht die Freude am Leben nehmen oder was steckt fĂĽr eine Absicht dahinter?
3. Wie geht das eigentlich – Schätze im Himmel sammeln? Was meint Jesus damit? Fällt dir ein Beispiel ein – oder mehrere?
(Antwortmöglichkeit: Mit den Schätzen im Himmel meint Jesus gute Taten; all das, wo wir uns für andere einsetzen, Nächstenliebe praktizieren und nicht nur auf unser eigenes Wohl schauen; all diese Dinge vergisst Gott nicht. Er merkt sie sich vielmehr genau – denn genau diese Dinge sind Schätze im Himmel; Schätze, denen weder Motten noch Rost etwas anhaben können; Schätze, die ihren Wert auf Dauer behalten! Klingt das nicht gut?)
Gebet
Lieber Gott! Es stimmt.
So richtig zu Hause fĂĽhle ich mich hier nicht.
Wirklich ganz zufrieden, tatsächlich restlos beruhigt, ehrlich wunschlos glücklich, das bin ich nicht!
Oder zumindest viel zu selten!
Mein Herz hängt an vielen Dingen, die mir etwas bedeuten. Trotzdem habe ich natürlich schon kapiert, dass mich die Schätze dieser Welt nicht glücklich machen werden.
Ich soll Schätze im Himmel sammeln, schlägst du vor?
Meinen Blick auf dein Reich richten, die Welt durch deine Augen anschauen, mich in deiner Gegenwart verlieren.
Hilf mir, genau das zu versuchen, immer wieder neu! Lass mich erkennen, was ich an dir habe, und motiviere mich neu, Dinge für dich zu bewegen. Es stimmt nämlich schon: Home is where your heart is! Und ich möchte mich gerne zu Hause fühlen bei dir!
Amen
3. Date mit dem Bundespräsidenten
Ansage
Das Kopfkino geht los, sobald du die Einladung das erste Mal gesehen hast.
Ein teurer Umschlag, drei Seiten hochwertiges Papier, mit Stempel, Unterschrift und allem Pipapo. Sogar der deutsche Wappenvogel, ich glaube, ein Adler, ist eingeprägt.
Im Text dann die Erklärung: Du wurdest ausgelost unter allen Klassensprecherinnen und Klassensprechern deines Bundeslandes.
Zusammen mit deinen ebenfalls ausgelosten Kollegeinnen und Kollegen aus den anderen Bundesländern bist du eingeladen beim deutschen Bundespräsidenten ins Schloss Bellevue nach Berlin.
Am Weltlehrertag, dem 5. Oktober, empfängt der Präsident nämlich immer wieder Leute aus verschiedenen Schulen – und diesmal darfst du dorthin. Es ist alles bereits organisiert, die Fahrt, die Unterbringung, das Programm – du musst dich eigentlich um gar nichts kümmern.
Krass, oder?
Aber kaum hast du kapiert, um was es geht, beginnen schon die Gedanken und die Sorgen:
– Warum bin ausgerechnet ich eingeladen?
– Was soll ich denn bloß sagen?
– Wie muss ich mich denn da verhalten?
– Und die schwierigste Frage – was soll ich denn nur anziehen?
Du siehst deine Mutter schon vor dir, wie sie in deinem Schrank wĂĽhlt, aber auch nach langer Suche kein passendes Outfit fĂĽr diese Gelegenheit findet.
„Wir müssen unbedingt einkaufen“, beschließt sie dann und klappt die Schranktür mit einem Knall wieder zu.
Na toll!
Nix gegen ein bisschen Shopping, denkst du.
Aber ausgerechnet mit Mama??
Dir reichen schon ihre Kommentare ĂĽber deinen Style an einem normalen Schultag.
Was für Tipps hat sie wohl drauf, wenn es um eine Einladung zum Bundespräsidenten geht?
Nein, darauf hast du definitiv keine Lust!
SchlieĂźlich wachst du auf.
Als du realisierst, dass die ganze Sache nur ein Traum war, bist du erst mal erleichtert. Doch kein Shopping-Stress mit Mama. Ein bisschen enttäuscht bist du aber auch: Eine Einladung zum Bundespräsidenten – zum höchsten Mann im ganzen Land – kriegt schließlich nicht jeder.
Das stimmt allerdings. Ein persönliches Treffen mit dem höchsten Mann im deutschen Staat, davon können wohl die meisten von uns nur träumen. Schließlich gibt es nicht viele Leute, die mehr Macht haben.
Außerdem hat der Präsident ja alle Hände voll zu tun. Ein wichtiger Termin jagt den nächsten. Es ist kaum vorstellbar, dass jemand, der so wichtig ist, Zeit für dich hat. Oder dass er sich überhaupt für dich interessiert.
Umso schöner ist es doch, dass jemand anderes Interesse an dir hat. Jemand, der noch weit über allen Präsidenten dieser Welt steht – nämlich Gott!
Er interessiert sich nicht nur fĂĽr dich, sondern er hat auch Zeit fĂĽr ein Treffen mit dir. Oder fĂĽr ganz viele Treffen.
Immer wieder neu lädt er dich zu einem ganz persönlichen Meeting mit ihm ein. Seine schriftliche Einladung – die Bibel – ist weit verbreitet. Sie gilt dir genauso wie jedem anderen Menschen.
Du brauchst ĂĽbrigens nicht mal einen bestimmten Termin einzuhalten. Gott ist ultra-flexibel: so flexibel, dass du die Termine vorgeben kannst.
Ja, genau: Du machst die Termine – und Gott hält sich daran! Unglaublich, oder?
In Wirklichkeit ist es sogar noch besser: Gott hat immer Zeit für dich! Du kannst auch ohne Termin hereinplatzen zu ihm. Er schaut dich dafür nicht einmal schief an. Er fühlt sich auch nicht gestört von dir, obwohl er garantiert viel zu tun hat. Er freut sich über deine Termine mit ihm. Er mag es ausgesprochen gern, wenn du ohne Voranmeldung zu ihm kommst und ihm deine Sorgen und Probleme hinknallst.
Er liebt es, wenn du ihm auch Schönes und Tolles erzählst.
Deine Besuche findet er übrigens nie peinlich oder unnötig, keine Sorge.
Du musst auch nicht in die nächste Kirche, um ihn zu besuchen. Gott mag Hausbesuche bei dir, er trifft dich aber auch gerne im Bus, im Schulhof oder sonst irgendwo.
An Kleidervorschriften musst du dich natĂĽrlich auch nicht halten, das Shopping mit Mama kannst du dir also sparen.
Eigentlich gibt es nur eine Bedingung fĂĽr die Treffen mit Gott: Du solltest ehrlich sein.
Das ist aber nicht so schwer, weil er ja eh alles weiĂź!
Gott freut sich immer, wenn du zu ihm kommst. Sollte es dir aber aus irgendeinem Grund gerade ĂĽberhaupt nicht passen, kannst du auch jemand anderen schicken.
Als Vertretung fĂĽr dich, sozusagen. Die Vertretung richtet dann das aus, was du eigentlich selbst Gott sagen wĂĽrdest. FĂĽrbitte nennt man das. Das haben schon viele gemacht und gemerkt, dass Gott sich trotzdem um die Anliegen kĂĽmmert.
Gerne darfst du zum Treffen mit Gott ĂĽbrigens auch Freunde mitbringen. Auch von ihnen braucht keiner eine Anmeldung. Gebetsgemeinschaft sagt man dazu. Gott freut sich darĂĽber. Er hat gerne viele Leute um sich herum, auch gleichzeitig.
Das kann doch alles gar nicht sein, denkst du dir jetzt vielleicht. Wo gibt es denn so was?
Tja, bei Gott gibt es sowas!
Wie wäre es, wenn du es einfach mal versuchst?
Impulsfragen
1. Kennst du einen echten Promi – also persönlich?
2. Warst du auch schon mal bei ihr oder ihm zu Hause eingeladen?
3. Wenn du keinen Promi kennst – wer ist dann die berühmteste
Person, die du kennst? Der BĂĽrgermeister? Deine Trainerin? Der Schulleiter?
4. Was macht diese Person denn berĂĽhmt? Warum ist sie bekannt?
5. Warum ist Gott eigentlich so „fame“? Warum kennt ihn jeder –zumindest dem Namen nach?
Ansage II
Wenn ein echter Promi dich einladen wĂĽrde, dann wĂĽrdest du dich geehrt fĂĽhlen, oder nicht?
Wenn Gott dich einlädt, fühlst du dich dann auch geehrt – oder bist du vielleicht sogar davon genervt?
Gott ist auf jeden Fall ein Promi – und er lädt dich ein. Jeden Tag neu!
Ist das nicht krass?
Es wird aber gleich noch krasser: Gott lädt dich nämlich nicht nur ein!
Er tut noch viel mehr!
Wenn du seiner Einladung nicht folgst, dann läuft er dir nach.
Wenn du vergessen hast, dass Gott etwas mit dir zu tun haben möchte, dann sucht er dich. Er lässt sich nicht davon abhalten, nach dir zu suchen.
Ja, richtig. Er läuft dir nach. Er sucht nach dir, weil du ihm wichtig bist. Ja, du! Ganz genau!
Du glaubst das nicht?
Kein Problem – schau einfach mal in der Bibel nach. Dort steht oft genug, wie sehr Gott uns Menschen liebt. Ziemlich genau ist auch beschrieben, wie angestrengt Gott nach uns sucht – und wie groß seine Freude ist, wenn wir uns von im finden lassen. Im Lukas-Evangelium hat Jesus das durch drei Gleichnisse ausgedrückt. Vielleicht hast du ja Lust, sie zu lesen …
Tipp zum Weiterlesen
Lukas 15: Das Gleichnis vom verlorenen Schaf, vom verlorenen Groschen und vom verlorenen Sohn
Gebet
Lieber Gott!
Vorstellen kann ich es mir nicht so richtig, dass du wirklich immer Zeit hast für mich. Aber allein die Vorstellung ist echt schön. Danke dafür!
Zeig mir doch, dass du da bist. Lass mich erleben, dass man sich auf dich verlassen kann. Gib mir Geduld, wenn du dich nicht so verhältst, wie ich mir das vorgestellt habe.
Danke fĂĽr deine Einladung.
Vielleicht musst du mich ab und zu an unsere Treffen erinnern. Danke, dass du das immer wieder tust – auch jetzt gerade!
In diesem Sinne – lieber Gott: bis demnächst! Amen
4. Gebet eines Unbekannten
Gebet
Lieber Gott, ich bin heute ganz zufrieden mit mir. Ich habe noch niemanden angemotzt und war auch nicht wütend –außer vielleicht auf meinen Wecker, aber der zählt ja nicht, oder?
Mit meinen Eltern habe ich noch nicht gestritten und bis jetzt hat auch kein Lehrer mit mir geschimpft.
Ich habe noch niemanden angelogen und auch noch nichts geklaut. Nicht einmal neidisch war ich auf irgendjemanden.
Aber in ungefähr einer Minute werde ich aufstehen – und ab dann brauche ich wirklich deine Hilfe!
Amen1
Ansage I
Jetzt aber mal ehrlich: Das schafft doch keiner:
– immer nett sein
– nix klauen und niemanden anlügen
– weder über Lehrer lästern noch mit den Eltern streiten
– sich über nichts aufregen und niemanden anmotzen
– nicht mal was Böses denken?
Sorry, aber das krieg’ ich nicht hin.
Niemals!
Mag ja sein, dass Gottes Regeln Sinn machen. Daran habe ich gar