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Stephan Goldschmidt / Lars Hillebold / Margit Zahn (Hg.) Fasse dich kurz – Gottesdienste im Espresso-Format

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Stephan Goldschmidt / Lars Hillebold / Margit Zahn (Hg.)

Fasse dich kurz – Gottesdienste im Espresso-Format Werk- und Beispielbuch

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. © 2022 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn Alle Rechte vorbehalten Umschlaggestaltung: Grafikbüro Sonnhüter, www.grafikbuero-sonnhueter.de, unter Verwendung eines Bildes © ds_vector (shutterstock.com) Lektorat: Ekkehard Starke, Ruth Atkinson DTP: Breklumer Print-Service, Breklum, www.breklumer-print-service.com Verwendete Schrift: Chaparral Pro, Myriad Pro Gesamtherstellung: GGP Media GmbH, Pößneck Printed in Germany ISBN 978-3-7615-6835-4 Print ISBN 978-3-7615-6836-1 E-Book www.neukirchener-verlage.de

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Inhalt

Zum Geleit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ralph Kunz

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Teil 1 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 1. Zu diesem Buch Ideen, Fragen – Menschen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Margit Zahn 2. Espresso-Gottesdienst Der intensive, starke liturgische Genuss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Stephan Goldschmidt 3. Espressivo Homiletisch auf den Geschmack kommen . . . . . . . . . . . . . . . . . Lars Hillebold

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4. Lesung im kurzen Gottesdienst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 Holger Pyka 5. Storytelling . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57 Claudia Süssenbach 6. Predigen wie TED . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Felix Ritter und Peter Meyer 7. Die Predigt als Rap . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 Lukas Klette

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Teil 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75 1. Unmöglich Winter | Adventszeit | Lukas 1,46-48 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77 Lars Hillebold und Kathrin Oxen 2. Fürchtet euch nicht! Dezember | Weihnachten | Lukas 2,1-10 . . . . . . . . . . . . . . . . . 85 Inken Richter-Rethwisch 3. Der Stein, eine Rose und ein Schimmer Hoffnung Winter | Jahreswechsel | Prediger 3,1-12 . . . . . . . . . . . . . . . . . Lars Hillebold

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4. Unsichtbare Herrlichkeit Januar | Epiphaniaszeit | 2. Buch Mose 33,17b–23 . . . . . . . . . 95 Ferenc Herzig 5. Einmal aufbrechen Februar | Karnevalszeit | Matthäus 9,9-13 . . . . . . . . . . . . . . . 99 Rosemarie Czekalla 6. Lieben: immer und überall Februar | Valentinstag | 1. Korintherbrief 13,1-13 . . . . . . . . . 103 Johanna und Sebastian Klee 7. In Sack und Asche Februar / März | Aschermittwoch | Psalm 51,1-5.12-14 . . . . . 107 Stephan Goldschmidt 8. Unter der Oberfläche März | Passionszeit | Johannes 12,20-24 . . . . . . . . . . . . . . . . 115 Gerlinde Feine 9. Und dann ist alles bereitet Frühjahr | Gründonnerstag | Matthäus 26,17-30 . . . . . . . . . . 121 Elisabeth Rabe-Winnen 10. Vollbracht Frühjahr | Karfreitag | Johannes 19,16-30 . . . . . . . . . . . . . . . 127 Heike Springhardt

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11. Das Beste ist das Blühen Frühling | Ostern | Johannes 20,11-18 . . . . . . . . . . . . . . . . . 131 Julia Koll 12. Der Mai ist gekommen Frühsommer | zwischen Ostern und Pfingsten Matthäus 6,25-34 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137 Mathias Klein 13. jubeln, singen, beten Frühsommer | zwischen Ostern und Pfingsten Apostelgeschichte 16,23-34 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141 Stephan Goldschmidt, Lars Hillebold und Margit Zahn 14. Pfingstflammen Frühsommer | Pfingsten | Apostelgeschichte 2,2-4 . . . . . . . . . 147 Friederike Erichsen-Wendt 15. Ein Gott, der lange aufbleibt 20./21. Juni | Sommersonnenwende | Johannes 3,14–20 . . . . 153 Holger Pyka 16. Ein Sehnen wohnt in uns Hochsommer | Trinitatiszeit | Johannes 4,5-19 . . . . . . . . . . . 157 Katrin Kusmierz 17. Wenn Fragen sich erübrigen Spätsommer | Trinitatiszeit | Markus 12,28-34 . . . . . . . . . . . 163 Michael Greßler 18. Hier bin ich – der Alltag hat mich wieder Sommerferienende | Trinitatiszeit | 2. Buch Mose 3,1-14 . . . . 169 Susanne Hornung 19. Wo Friede und Gerechtigkeit sich küssen September | Schöpfungstag | Friedenstag | Psalm 85,5.8-13 . 175 Jochen Arnold

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20. Wer ist mein Mitmensch? Spätsommer | Diakoniewochen | Lukas 10,29-37 . . . . . . . . . . 181 Cornelia Coenen-Marx 21. Der Engel an deiner Seite Spätsommer | Michaelistag | 1. Buch Mose 21,9-20 . . . . . . . 185 Sabine Koch 22. Als ob das ganze Leben herausbrechen will Herbst | Erntedank | 1. Buch Mose 8,18-22 . . . . . . . . . . . . . . 189 Katharina Scholl 23. Nah dran Oktober | Ende Trinitatiszeit | Johannes 6,1-14 . . . . . . . . . . . 195 Isabell Paul 24. Widerstehen! 9. November | Gedenktag Novemberpogrome 1. Petrusbrief 5,8-9 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201 Evelina Volkmann 25. Der Himmel grüßt schon die Erde Herbst | Toten- / Ewigkeitssonntag | Offenbarung 21,1-5a . . . 207 Margit Zahn Autorinnen und Autoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213 Bibelstellenregister . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 217 Liedregister (Synopse) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 218 Verwendete Liederbücher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 222 Hinweise und Quellen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 224

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Zum Geleit

Ich habe für dieses Geleitwort ein maximales Zeichenlimit bekommen. Für mich ist das okay. Für Geleitworte gilt die Devise: Lieber knapp und knackig als lang und fädig! Einfach ist das allerdings nicht. Kurztexte sind ein anspruchsvolles Genre. Man muss die Kunst der Auslassung beherrschen und den genialen Gedanken, in den man sich beim Schreiben verliebt hat, am Ende, wenn gezählt wird, kaltblütig in den Papierkorb manövrieren. Wer regelmäßig für Zeitungen und Zeitschriften Artikel verfasst, weiß, was ich meine ... Was wir in der Liturgik Andacht oder Besinnung nennen, der Wortteil im Ritual, hat ein vergleichbares Profil. Es ist zwar nicht die Schriftleiterin, die ein Zeichenkontingent festlegt, sondern die Uhr, die fünf Minuten vorschreibt, aber die Wirkung ist dieselbe. Ich muss mich beschränken und das, was ich sagen will, auf den Punkt bringen. In meinem Redetempo entsprechen fünf Minuten Redezeit ungefähr 500 Worten oder 2.500 Zeichen. Einige meiner norddeutschen Freunde bringen es in derselben Zeitspanne locker auf 1.000 Worte. Aber auch sie müssen ihren Gedankenstrauch stutzen. Was aus der Perspektive der Rednerin oder des Autors einer sogenannten Kurzandacht Selbstdisziplinierung bedeutet, kann für die Zuhörenden ein Gewinn werden. Kurzweil hat allemal den größeren Unterhaltungswert als Langweiliges. So verstanden ist „kurz“ eine Verheißung. Es enthält aber auch einen Trost. Sollte dummerweise

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ein Langweiler die Andacht leiten, ist die Leidenszeit des Auditoriums auf ein erträgliches Maß begrenzt. Natürlich versprechen sich die Herausgebenden dieses Buches ein wenig mehr vom Kurzformat. Darum haben sie sich für eine Metapher entschieden, die Genuss verheißt. Espresso ist der starke Kaffee! Sein Geschmack ist intensiv. Erfunden wurde der Espresso um die vorletzte Jahrhundertwende in Mailand. Den starken Kleinen konsumiert man an der Bar im Stehen, hergestellt wird er mit Dampfdruck. Daher der Name. Das Wort espresso (= ausdrücken) kann mit dem mechanischen Vorgang in Verbindung gebracht werden. Weil man das Tässchen schnell getrunken hat, könnte man auf die Idee kommen, der Espresso habe etwas mit dem schnellen Express zu tun. Hat er nicht. Naheliegender und passender ist die Assoziation, dass espresso – von esprimere abgeleitet – so viel heißt wie „ausdrücken von Gefühl, Meinung, Bedeutung“ und hier als Adjektiv im Sinne von „explizit, also ausdrücklich“ gebraucht wird.1 Ob dieses „explizit“ für den alleinigen Bezug der Espressi an der Bar steht oder sich auf die Geschmacksintensität bezieht, lassen wir offen. Das Espresso-Bild offeriert eine witzige Analogie. Es entspricht der Absicht der in diesem Band versammelten Beispiele, den Gehalt ausdrücklicher zu präsentieren. Würde man das Versprechen der Kürze nur auf die kürzere Dauer beziehen, wäre das Anliegen missverstanden worden. Hätten die Herausgebenden an ein Express-Format für eilige Zeitgenossen gedacht, wäre wohl ein Burger oder Döner die bessere kulinarische Metapher. Quickfood ist für Schnellesser, die sich keine Mahlzeit gönnen oder die plötzlich einen Heißhunger auf Salz und Fett verspüren. Mit Blick auf diese ungesunden Gewohnheiten ist es sicher nicht schlecht, wenn man sich die mögliche Verwechslung vor Augen hält. Eine Kurzandacht, die Verkürztes statt Konzentriertes bietet, hat ihre Chance verpasst.

1 https://www.espresso-kaffee-blog.de/2009/06/woher-kommt-der-name-espresso; zuletzt abgerufen am 10.01.2022.

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Geben wir es zu: Die Verknappung des Zeitbudgets kommt dem beschleunigten Lebensrhythmus entgegen. Dennoch meine ich, dass der Geist, der sich in diesen Andachten ausdrückt, nicht zeitgeistig daherkommt. Das gewählte Zeichen- und Zeitmaß berücksichtigt die Aufnahmespanne auch der Gemeinde, die sich nicht im Raum, sondern hinter dem Bildschirm versammelt hat. Gerade mit Blick auf diese Verwendungsform ist das halbe Maß der Kurzformate körperfreundlich. Was nicht lange dauert, kann trotzdem in die Tiefe gehen. Aber wie macht man das „mundwerklich“? Wer darin Anleitung sucht, wird sie hier – natürlich kurz und knapp – finden! Die Kapitel über TED, Storytelling und die praktischen Hinweise zur Lesung sind schnell gelesen. Es ist ein Starterkit samt Musterbeispielen, wie man es (nach)machen kann. Gute Praxishilfen sind wichtig, sollten aber nicht zu gewichtig sein. Mein Zeichenlimit ist erschöpft. Ich kann leider nicht mehr ausführen, was ich noch zu sagen hätte. Es wäre um Nespressokapseln gegangen und ich hätte den Vorzügen eines guten Latte macchiato nachgespürt. Aber das ist so unendlich komplex und derart gescheit, dass ich keine Worte finde, um es kurz zu sagen. „Gott sei Dank“, höre ich Sie flüstern. Wünsche fruchtbare Lektüre! Ralph Kunz, Zürich im November 2021

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11. Das Beste ist das Blühen Frühling | Ostern Johannes 20,11-18

Einzug mit Osterkerze, dreimal anhalten. Ostergruß Eine*r: Der Herr ist auferstanden! Alle: Er ist wahrhaftig auferstanden! (Der Gruß wird dreimal im Wechsel gesprochen.) Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden – so begrüßen sich zu Ostern Christ*innen auf der ganzen Welt. In diesen Ruf stimmen auch wir heute Morgen ein. Wir werden ihn singen, sprechen und hören, ihn uns auf der Zunge zergehen lassen: Jesus Christus, der tot war, ist wieder lebendig geworden und hat die Kraft, auch uns lebendig zu machen. So lasst uns singen, beten und fröhlich sein im Namen des Vaters und des Sohnes und Heiligen Geistes. Amen. Lied Wir wollen alle fröhlich sein (EG 100,1-4) Gebet mit Kehrvers „Halleluja“ (EG 100) Großer Gott, heilig bist du: Du lässt die Erde grünen und zu neuer Blüte auferstehen. Wir loben dich und singen: Halleluja …

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Großer Gott, barmherzig bist du: Du rufst uns heraus aus dem Dunkel und stellst uns ins Licht. Wir loben dich und singen: Halleluja … Großer Gott, mächtig bist du: Du machst unsere Herzen weit und erweckst uns zum Leben. Wir loben dich und singen: Halleluja … Großer Gott, an diesem Morgen feiern wir dich und deine Wunder: Dass du Jesus Christus auferweckt hast von den Toten. Dass du auch uns herausrufst aus der Grabesstille in die Fülle deines Lebens. Gib uns Ohren, die dich hören. Gib uns Augen für den Lebendigen in den Untiefen, in den Zwischenräumen, im Vorübergehen. Gib uns ein Herz, das dir vertraut. Amen. Predigt mit Lesung Johannes 20,11-18 (Bibel in gerechter Sprache) 1. Es blüht. Endlich wieder. Sie kann das ganze immergrüne Zeug nicht mehr sehen. Die Tannenzweige zum Abdecken, die Schneehümpel an den Wegesrändern. Nun wird sie in den nächsten Tagen die Rosen aus ihren Wintersäcken befreien, und dann kommt der Heckenschnitt dran. Sie wird einige der Wege neu befestigen müssen, frischen Kies streuen, wenn es trocken bleibt. Manchmal denken die Menschen, sie hätten eine Erscheinung, wenn sie auf einmal hinter einem der Grabsteine auftaucht. Dabei arbeitet sie doch einfach hier. Pflegt Beete, legt Pfade an, ist mit Schubkarre, Spaten und Rechen unterwegs. Das macht sie gerne. Sie liebt das Draußensein und die Ruhe. Wobei: So ruhig ist es auf dem Friedhof

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gar nicht. Es kommen eine Menge Leute hierher, zum Spaziergehen, Nachdenken oder um miteinander auf der Bank zu sitzen und zu reden. Und dann sind da noch die Trauernden. Sie sieht viele Tränen, hinter den Buchsbäumen, zwischen den „Dieser-Grabstein-fällt-baldum“-Aufklebern und den Forsythien. Manche sprechen sie auch an, wenn sie gerade in der Nähe ist: „Wissen Sie, sie war so eine wunderbare Frau …!“ oder „Glauben Sie, dass es mein August jetzt guthat?“. Doch das Beste an dem Job ist nicht der Duft nach frischer Erde oder dass sie Feierabend hat, wenn es dunkel wird. Das Beste ist das Blühen. Das Wiederaufblühen. Am Anfang klammern sie. Wollen den Tod nicht wahrhaben. Schluchzen vielleicht schon, wenn sie durch das Eisentor treten. Manche auch ohne Laut, ohne das Gesicht zu verziehen. Der Blick geht nur zurück. Aber dann verändert sich etwas. Zuerst an den Augen: Auf einmal gucken sie anders. Die Schritte, die Stimme, da ist was im Gang. Das ist so ein Freilassen, kein bisschen herzlos. Eher als würden sie verstehen, dass die Liebe bestehen bleibt. Wenn sie das mal mitkriegt, so ein Blühen, dann harkt sie gleich viel vergnügter ihre Kieselsteine. 2. Dass er am Ostersonntag in die Kirche geht, ist für ihn selbstverständlich. Er ist allein gekommen, seine Frau interessiert das nicht. Sie kann nicht verstehen, so drückt sie es aus, „was er daran bloß findet“. Und ehrlich gesagt: Ganz genau weiß er es auch nicht. Er hätte gerne Sicherheit. Er würde zu gerne herausfinden, was von all diesen Geschichten wirklich stimmt.

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Was ihn berührt hat: wie Jesus „Maria“ sagt. Das kenn ich, denkt er. So fühlt er sich auch – als ob einer ihn ab und zu rufen würde, mit Namen. Sehr leise, sehr genau. Aber mehr noch: Das „Halt mich nicht fest“. Auweia. Er hat es sofort gemerkt: Das bin ich. Weil ich immer alles ganz genau wissen will. Weil ich die Erscheinungen Gottes dingfest machen will. Auf einmal versteht er: Das hat keinen Sinn, weil sie eben das nicht sind: fest nicht und Dinge schon gar nicht. Er wird nach Hause gehen und seiner Frau recht geben: Man kann nicht genau sagen, „was man daran bloß findet“. Auch an Ostern nicht. 3. Es ist ein kleiner Hüpfer im Herzen. Es ist eine Minute, und auf einmal sieht man etwas ganz neu. Ein Schwung, von irgendwoher, der ansteckend wirkt, der froh macht und nachgiebig. Wenn ich die Augen aufsperre und die Ohren und damit rechne, den Lebendigen zu sehen. Vielleicht im Garten, neben mir, vielleicht zwischen den Gräbern, während ich noch weine. Vielleicht im Hören einer Geschichte, die mich befreit. Frohe Ostern! Und: Amen. Lied Die ganze Welt, Herr Jesu Christ (EG 110 / GL 332)

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Fürbittengebet Jesus Christus, du Gärtner alles Lebendigen, wen du anschaust, der kommt wieder zu Kräften, und wen du ansprichst, der fasst neuen Mut. So bitten wir dich: Lass das Vertrauen ins Leben wachsen bei allen, die Angst haben vor dem Ende des Lebens, und bei denen, die sich verschlossen haben und das Leben nur noch aus der Ferne betrachten. Lass dein Leben grünen für alle, die eine Liebe verloren haben, und für diejenigen, die am Rande stehen, weil sie nicht genug Geld und Einfluss haben. Lass uns aufblühen und lebendig werden, wenn wir erschöpft sind, wenn wir uns sorgen, wenn wir über unseren Schatten springen, uns auf andere Menschen einlassen und ihnen begegnen. Gemeinsam beten wir: Vaterunser Segen Lied Christ ist erstanden (EG 99 / GL 318) Julia Koll, Uelzen

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