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Christina Herr Die Strandspürnasen | Das Rätsel des verlorenen Schatzes
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Christina Herr
Die Strandspürnasen
Band 4
Das Rätsel des verlorenen Schatzes
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abruf bar. © 2021 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn Alle Rechte vorbehalten Umschlaggestaltung: Grafikbüro Sonnhüter, www.grafikbuero-sonnhueter.de, unter Verwendung einer Illustration von Joy Katzmarzik Illustrationen: Joy Katzmarzik, www.leap4joy.de Lektorat: Anja Lerz, Moers DTP: Magdalene Krumbeck, Wuppertal Verwendete Schriften: Dante MT, Supernett Gesamtherstellung: Finidr, s.r.o. Printed in Czech Republic ISBN 978-3-7615-6726-5 (Buch) ISBN 978-3-7615-6727-2 (Hörbuch) www.neukirchener-verlage.de/hoerbuchstrandspuernasen www.neukirchener-verlage.de
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Für Carla Weißt du was? Du bist ein Schatz! Würglich.
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Nick Winter
Ältestes der W inter-Kinder, sp ortlicher Ermittler mit ei ner Vorliebe fü rs Kochen. Hat einen feinen Spürsinn und is t sehr geschickt in der rasanten Verfolgung von Verdächtigen.
Leni Winter
ter, tierlieber Nicks jüngere Schwes Wirbelwind. leicht durchschauen Kann Menschen meist rteidigungskünsten und sorgt mit ihren Ve i Einsätzen. für die Sicherheit be
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meister Albert »Einstein« Stein
und, der Lenis und Nicks neuer Fre dspürnasen. »kluge Kopf« der Stran chnellen Verfügt über einen blitzs vere Idee cle e ein Durchblick, hat immer ge Kolle n mit der parat und stattet seine Ausrüstung aus. passenden technischen
Charlie Schlappohr Felliger Freund und jüngstes Mitglied der Strandspürnasen. Der Beagle mit der tierisch guten Spürnase ist zwar eine ausgezeichnete Wache bei Einsätzen, leider aber auch allzu leicht mit Leckerlis zu bestechen.
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Voll verkleidet
»
Du siehst voll schick aus, Einstein!« Nick Winter klopft seinem Freund Albert lachend auf die Schulter. »Oder sollen wir dich lieber Sherlock nennen?«, fragt Leni schmunzelnd. »Mit dieser Mütze siehst du aus wie Sherlock Holmes, dieser super intelligente Detektiv aus England.« Verlegen zupft Albert an seiner Kopfbedeckung und blickt sich im Raum um. Aber hier, auf dem Dachboden der Zeevilla, gibt es keinen Spiegel, in dem er sich begutachten könnte. Er räuspert sich. »Wenn ihr meint. Nun ja, diese Mütze ist in der Tat äußerst angenehm zu tragen, besonders bei der Kälte in dieser Räumlichkeit.« Leni kramt in einem geöffneten Koffer. »Da, schau mal.« Sie zieht einen beigefarbenen Mantel hervor, der eher einem Umhang gleicht. »Der passt perfekt zu deiner Verkleidung.« »Fehlen nur noch eine Lupe und ’ne Tabakpfeife«, meint Nick. 9
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»Eine Pfeife habe ich bei Tante Wilmas alten Sachen nicht gefunden«, sagt Leni und fährt kichernd fort: »Ich stelle mir gerade Tante Wilma beim Pfeiferauchen vor.« Dann greift sie nach einer zierlichen Holzkiste von der Größe eines Schuhkartons und schüttelt sie vorsichtig hin und her. »Hier scheint irgendein Kleinkram verstaut zu sein.« Doch so sehr Leni sich auch bemüht – der hübsch verzierte Deckel lässt sich keinen Millimeter öffnen. »Lass mich mal.« Nick reißt seiner Schwester die kleine Truhe aus den Händen. »Ich bin eh viel stärker als du.« »Als ob«, murmelt Leni und verdreht die Augen. Als es Nick ebenfalls nicht gelingt, die Holzkiste zu öffnen, kann sie sich ein Grinsen nicht verkneifen. Albert kratzt sich am Kinn. »Hm. Ich vermute, ohne passenden Schlüssel werden eure Bemühungen nicht von Erfolg gekrönt sein.« 10
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»Tja, dann gibt’s heute eben keine Krönung. Ein einzelner Schlüssel ist mir nämlich hier oben nicht begegnet«, sagt Nick schulterzuckend. »Schade, ich hätte zu gern gewusst, was in der Kiste ist«, sagt Leni bedauernd. »Vielleicht hatte Tante Wilma ja ein Geheimnis. Vielleicht ist das eine kleine Schatztruhe.« Nick grinst. »Wer weiß. Vielleicht enthält die Kiste auch einfach nur Tante Wilmas alte Lesebrillen. Oder ihr Gebiss.« Er klatscht in die Hände. »Los, lasst uns weiter nach coolen Klamotten zum Verkleiden suchen!« Schon seit einer Stunde wühlen sich die drei Freunde durch Wilma Winters Hinterlassenschaften – mit der ausdrücklichen Erlaubnis von Mama Viktoria, wohlgemerkt. Immerhin wird an diesen Tagen das Faschingsfest gefeiert, was besonders Leni allen Grund zum Verkleiden gibt. Und obwohl die Winters in Holland wohnen, wo der deutsche Karneval eher unbekannt ist, möchten sich die Kinder unbedingt verkleiden. Außerdem ist Albert extra mit seiner Mutter angereist, um das lange Wochenende am Meer zu verbringen und dem Kölner Karnevalstrubel zu entfliehen. Nick und Leni Winter haben sich riesig auf seinen Besuch gefreut, denn leider sehen sie ihren besten Freund nur in den Ferien oder an schulfreien Tagen. Volle achte Monate ist es mittlerweile her, dass die Geschwister mit ihrer Familie in den niederländischen Badeort 11
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Strandvoort gezogen sind. Hier haben die Winters nämlich das alte Haus ihrer Tante Wilma – die Pension Zeevilla – geerbt. Und nicht nur das: Die komplette Inneneinrichtung mitsamt aller Kisten, Koffer und Truhen auf dem Dachboden waren ebenfalls im Erbe enthalten. Ach ja – ein kleiner Hund gehörte auch noch dazu. Aber dazu später mehr. »Probier den mal an«, sagt Leni nun und reicht ihrem Bruder einen verknitterten karierten Anzug. »Wenn ich noch einen passenden Hut dazu finde, kannst du dich als Doktor Watson verkleiden.« »Doktor wer?« Nick hebt die Augenbrauen. »Der werte Doktor Watson ist in den Kriminalgeschichten um Sherlock Holmes dessen Assistent und treuer Begleiter«, erklärt Albert. »Es wäre mir eine Freude, wenn du diese Rolle an meiner Seite heute spielen würdest, lieber Nick.« »Und wen soll ich spielen?«, will Leni wissen. »Och, die beiden Männer hatten sicher eine Haushälterin oder eine Dienstmagd – die kannst du gerne sein.« Lässig fügt Nick hinzu: »Du könntest uns dann zum Beispiel Tee und Kekse bringen. Und eine Wärmflasche oder einen Heizlüfter, ist nämlich wirklich voll frostig hier oben.« »Bei dir im Kopf ist es wohl eher frostig«, faucht Leni. »So weit kommt’s noch – ich und eine Magd, die euch bedient! Ist dir das Gehirn eingefroren oder was?!« Sie springt auf und stürmt mit erhobener Faust auf Nick zu. 12
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Rasch stellt sich Albert ihr in den Weg. »Dein großer Bruder hat sich gewiss nur einen Scherz erlaubt. Wie so häufig. Du kennst ihn doch.« »Ja, leider.« Schmollend verschränkt sie die Arme. »Also, wenn eure Detektiv-Verkleidung bedeutet, dass ich einen auf Dienerin machen soll, bin ich raus. Da mache ich nicht mit. Dann bleibe ich lieber Leni.« Wütend pustet sie sich eine blonde Haarsträhne aus dem Gesicht. »Chill, Schwesterchen, chill«, sagt Nick beschwichtigend. »Na klar kannst du dir dein Kostüm selber aussuchen. Eigentlich müssten wir uns auch gar nicht als Detektive verkleiden – schließlich sind wir ja welche. Und wir sind mindestens so clever und so gut wie Sherlock und Watson. Oder Kollegen, was meint ihr?!« Albert und Leni nicken zustimmend. »Mir liegt es zwar fern, mich mit der Brillanz und dem Genie eines Sherlock Holmes zu vergleichen, aber ich gebe dir Recht, Nick: Wir sind Detektive, das haben wir nun mehrfach unter Beweis gestellt.« Alberts Miene hat einen feierlichen Ausdruck angenommen. »Genau!«, ruft Leni. »Wir sind die Strandspürnasen! Und Charlie natürlich auch! Der ist unsere Superspürnase.« »Wuff!«, macht Charlie, als die Kinder wenig später in lustiger Kostümierung das Wohnzimmer der Villa betreten. Eben noch hat der kleine Beagle friedlich auf seiner 13
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Kuscheldecke geschlummert, jetzt sieht er seine großen Freunde erstaunt an. Wie komisch die aussehen! Albert trägt seine Sherlock-Holmes-Mütze, dazu jedoch keinen Mantel, sondern ein bunt geblümtes Kleid, das ihm viel zu groß ist. Seine Füße stecken in quietschgelben Gummistiefeln. Nicks Kopf ziert ein überdimensionaler Strohhut, und über Jogginghose und Pullover hat er einen pinken Schneeanzug gezogen. An den Füßen trägt er rote Wollsocken und Sandalen. »Komm, Charlie, wir wollen spazieren gehen«, sagt Leni, die sich für den karierten Anzug entschieden hat, über dem sie eine Küchenschürze sowie eine braune Strickjacke trägt. Auf ihrem blonden Haarschopf sitzt eine Pudelmütze, auf ihrer Nase eine riesige Sonnenbrille. Sofort verliert Charlie sein Interesse an der ulkigen Erscheinung der Kinder und flitzt zur Haustür. Spaziergänge liebt er über alles. Jetzt, Ende Februar, kann er am Strand nach Herzenslust toben und spielen und buddeln. Und pupsen, das kann er dort ebenfalls nach Herzenslust, völlig unbeschwert und ungestört. Denn seine gewaltigen Duftwolken werden am weitläufigen Strand weniger bemerkt als in der Zeevilla. Und das finden sowohl der kleine Hund als auch seine großen Freunde ganz wunderbar. »Ich will auch mit!«, ertönt plötzlich eine erboste Stimme. »Bitte gefälligst!« Tim, das jüngste Winterkind, erscheint keuchend im Flur und ringt nach Atem. »Ich … 14
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ich … wünsche mir das«, sagt er trotzig und deutet auf die blauen Punkte in seinem Gesicht. Leni kichert. »Hast du dich als Sams verkleidet, Timmy?« Sie mustert ihren kleinen Bruder von oben bis unten – die Schwimmflossen, den blauen Neoprenanzug und die blau gesprenkelten Wangen. »Ja-a. Ich bin das Sams und ich habe natörlich Wunschpunkte.« »Natürlich«, korrigiert Albert automatisch. »Aber damit können sich nur die anderen etwas wünschen, nicht du. So ist das jedenfalls bei dem echten Sams. Und bei dem verschwinden die Punkte auch nach dem Wünschen«, sagt Nick. »Bei mir nicht. Bei mir halten die ewiglich.« Tim hält einen wasserfesten Filzstift in die Höhe. »Wollt ihr auch mal?« »Na, da werden Mama und Papa sich freuen, wenn du ewiglich als Sams durch die Gegend läufst.« Leni schüttelt den Kopf. »Und nein danke, wir wollen keine Punkte im Gesicht oder sonst wo. Wir wollen endlich mit Charlie Schlappohr an den Strand.« »Und wenn du lieb bist, darfst du mitkommen«, fügt Nick hinzu. »Ausnahmsweise.« »Apropos ausnahmsweise«, sagt Albert, als sie kurze Zeit später auf den Strandzugang zumarschieren, »ich habe euch ausnahmsweise ein Geschenk mitgebracht. Es 15
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