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Leseprobe

Hanna Buiting

Und der Regen klingt wie

Applaus

WORTE ZUM STAUNEN EIN JAHRESZEITENBEGLEITER


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Für Malou, die mich das Staunen immer wieder neu lehrt


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„Das Staunen, das mich erfüllt, wenn ich im Gras liege und eine Riesenwelt im Kleinen beobachte, in der Grashalme Mammutbäume sind und ein Käfer ein angreifendes Nashorn, ist noch dasselbe wie damals, als ich ein kleiner Junge war.“ Leo Lionni


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Bauklötze staunen oder: Fast ein Vorwort Das kleine Mädchen reicht mir einen Bauklotz. Und dann noch einen und noch einen. Wir sitzen auf ihrem Kinderzimmerboden und bauen aus Duplosteinen ein Haus. Sie scheint genau zu wissen, was sie vorhat. „Hier muss noch einer hin“, weist sie mich an und ich drücke einen blauen Stein auf die Noppen der Duploplatte. Vier Wände, halbhoch, eine Lücke, damit man reinkommt, kein Fenster, kein Dach und doch ganz klar: Ein Haus. Die Familie kann einziehen. Oma, Vater, Katze und Kind. Es ist doch erstaunlich, wie viel man nicht braucht. Das stelle ich immer wieder fest, wenn ich mit dem kleinen Mädchen auf ihrem Kinderzimmerboden sitze. Wir essen Apfelstücke und Weintrauben aus einer Tupperdose, die sie aus der Kita wieder mitgebracht hat. Ein Picknick. Draußen klatscht der Regen an die Fensterscheibe. Es ist januargrau und wir spielen heute lieber drinnen. „Du wärst jetzt mal die Oma, ja? Im Spiel“, schlägt das kleine Mädchen vor. Ich nicke, verstelle meine Stimme und lasse die Duplo-Oma einen unsichtbaren Kuchen backen. „Mit Sahne!“, bittet das kleine Mädchen und ich sprühe unsichtbare Sahne auf den Kuchen. Katze und Kind lassen es sich schmecken. „Mmhh“, seufzt das kleine Mädchen selig. „Lecker!“ Der Nachmittag vergeht. Außer mit Duplo spielen wir auch noch mit der Puppenküche, dem Arztkoffer und dem Indianerzelt. Ständig wechseln wir die Rollen. „Im Spiel“, wie das kleine Mädchen es nennt, werde


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ich zum Gast, der Gemüsesuppe kostet, lasse meine tausend Wunden verarzten und mich schließlich im Indianerzelt gefangen nehmen. Ganz viel geschieht unsichtbar. Ich tue nur so, als ob ich Suppe löffle. Meine Wunden bluten nicht wirklich und im Indianerzelt spiele ich nur, dass ich mich fürchte. Für das kleine Mädchen aber scheint alles echt. Und ich beneide sie darum. Wann habe ich verlernt, so zu spielen? Wann ersetzte meine Wirklichkeit die Welt aus Fantasie und Träumen? Wann hörte ich auf – mit dem Staunen? Nach einer Weile hält das Mädchen plötzlich inne und lauscht. Sie hat den Kopf ein wenig schiefgelegt und schaut nach draußen. „Der Regen klingt heute so, als ob einer immer klatscht“, sagt sie und klatscht ebenfalls. Ich sehe ihr dabei zu und denke, dass das Staunen vielleicht viel leichter ist, als ich es mir vorstelle. Ich lausche. Sie hat recht: Der Regen klingt wie Applaus. … Vielleicht kennst du das auch: Das Staunen als Kind. Du schaust dich um und die Welt ist voller Wunder. Ständig entdeckst du etwas Neues. Manchmal kommst du gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Doch irgendwann ging das verloren. Die Welt ist dir vertraut. Überrascht bist du seltener, an Wunder glaubst du nicht mehr. Staunen? Wie ging das nochmal? Dieses Buch ist ein Wegweiser zu den Staun-Räumen des Lebens. Im Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Ein Buch für dich. Zum Lesen und Weiterdenken. Zum Staunen. Wunder in Geschichten und Gedichte gekleidet. Worte auf dem Weg gesammelt und von Kindern gelernt. Ideen, die überraschen. Dich und andere. Willkommen, dem Staunen einen Platz in deinem Leben zu geben. Vielleicht so wie früher ...


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Frühling „Mach schnell, mein Liebes! Komm heraus, geh mit! Der Winter ist vorbei mit seinem Regen. Es grünt und blüht, soweit das Auge reicht.“ (Hoheslied 2,10-12)

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Frühling, das bedeutet …

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Blümchenpflanzen • Erwachen • Gedichte lesen, die vom Frühling erzählen • Großreinemachen • eine Ahnung vom Paradies haben • einfach mal tanzen • anders atmen • ein Picknick wagen, wenigstens ein kleines • sich irgendwie lebendiger fühlen • das Autoverdeck mal offen lassen • Veränderung • Fensterputzen • ein Lied und ein Lächeln auf den Lippen haben • Sonne auf die Winterhaut lassen • Frohsein • auch mal vom Regen überrascht werden • den ersten Kaffee des Jahres auf dem Balkon trinken • jetzt aber echt mal Sport machen, um den Winterspeck wieder loszuwerden • jemanden vermissen, der letzten Frühling noch da war • Neuanfang • mit Kreide malen • zum Frühlingsfrühstück einladen • endlich wieder Röcke tragen • das Ende des Winters • Osterferien • Schneeglöckchen • auf der grünen Gartenbank sitzen und einfach da sein • sehen, dass etwas wird • Vorhänge und Kissenbezüge nähen • Fastenzeit • Postkarten mit Frühlingsgrüßen verschicken • Wolken ziehen sehen • Knospen • die Gartenmöbel rausstellen • sich durch harte Erde kämpfen • Mutter werden oder Großmutter, Tante oder große Schwester • ein erster Mückenstich • Glauben üben • das erste Eis des Jahres essen • vielleicht noch einmal Skifahren gehen • Lämmchen streicheln • Ostergras säen • Raureif • einfach mal was wagen • endlich wieder Fahrradfahren ohne Glatteis • Uhren umstellen • Gott zwischen den Kochtöpfen entdecken • Maifeuer • mächtig doll verliebt sein • Sonnenküsse • Und bei all dem Rilke im Ohr haben, der einst schrieb: „Du bist der Werdenste, der wird.“


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Und jetzt du! Hier ist Platz für deinen Frühling …

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Schöpfung Ohrmuschel an Jakobsmuschel rauschendes Wasser rauschendes Blut beides im Herzschlag der Welt

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Am Anfang Ich stelle mir vor: Am Anfang war das Staunen. Ein Knall. Ein Licht. Ein Leben. Und dann ganz viel Staunen. Staunen, das ermutigte, weiterzudenken. Zu schauen, was alles möglich ist. Wie viel Leben passt wohl in so eine Welt? Wenn ich an einen Gott denke, dann stelle ich ihn mir am liebsten als Künstler vor. Ein Maler, eine Schriftstellerin, ein Musiker, eine Bildhauerin, ein ins Leben verliebter Träumer, der das Licht sucht und auch Schatten kennt. Eine, die ihren Gefühlen Ausdruck verleiht in Bildern, Worten und Tönen. Einer, der neu schafft. Weiterdenkt und die Welt größer oder blauer oder klingender macht, als sie oft scheint. Und wenn Gott das kann, warum nicht auch wir ein bisschen? Abbild wie wir sein sollen. Das Ausloten aller Möglichkeiten. Denn Fantasie kennt keine Grenzen. In allen Farben malen. Und auch, wenn mal was schiefgeht, das Pinselwasser umkippt und sich auf das Gemälde ergießt, weitermalen. Weiterdenken. Was ist möglich? Aus blauen Farbrinnsalen einen Fluss erschaffen. Chagall entdecken. Wolken, Paradiesgärten und Ziegenböcke. Künstlerin sein. Den Pinsel in Farbe tauchen, wieder und wieder. Größer denken. Über Rahmen hinaus malen. Wände und Türen und Böden und Decken voll mit Klecksen. Ganz egal. Verbinden, was zusammengehören soll. Wie Malen-nach-Zahlen, bis ein Sternbild entsteht an der Zimmerdecke. Einfach so. Oder Melodien aufs Leben finden. Tönen lauschen. Saiten zum Klingen bringen. Mit vollem Atem Klänge hervorbringen, die Gänsehaut machen. Ganze Klaviaturen rauf- und runterspielen. Keinen Unterschied

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machen zwischen schwarzen und weißen Tasten. Augen schließen. Noten malen. Komponieren und dirigieren. Bässe dröhnen spüren. Herzschläge in Rhythmen verwandeln. Lauter werden und leiser. Die Stimme erheben und singen. Klatschen und klopfen. Gefühle in Musik verwandeln. Den Körper selbst als Instrument verstehen. Ihn bewegen. Tanzen, als gäb’ s kein Morgen mehr und niemand sähe zu. Hinhören. Ganz genau. Auf alle Zwischentöne. Auf alles Nachhallen. Auf alle Stille. Oder Worte umkehren und neu buchstabieren. Gegensätze suchen, reimen, lauschen, auskosten. Geschichten, Gedichte und Gedanken zu Papier bringen. Das Leben in Worte kleiden. Neues erfinden. Die Welt machen widde-widde-wie-sie-dir-gefällt. Duftende Druckerschwärze atmen. Über das weiße Papier hinaus schreiben. Worte leihen und Worte teilen. Mal wohlklingend und mal weise, mal rau und mal runzlig, mal sorgenvoll und mal sonderbar. Fragen stellen und Antworten wagen. Wann ist die letzte Seite des Buches erreicht und wie wird der letzte Satz lauten? Diskutieren, rufen, schreien. Jemanden beim Wort nehmen. Ihn an die Wand reden und schreiben. Um dann auch wieder mit Worten zu küssen, sanft und sanfter. Versöhnlich oder tröstend. Am Ende sei das Wort. Und bei alldem zwischendurch: Immer wieder absetzen, innehalten, staunen. Um dann weiterzumachen. Erschöpfen. Alles Mögliche. Und alles Unmögliche auch. Ich glaube, das ist Leben in seiner schönsten Form. Ich glaube, das ist der Staun-Raum des Lebens. Mit Platz genug für alle.


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Staun–Raum schaffen •

Nimm dir Praktikumstage: Schnuppere fremde Arbeitsluft, probiere dich aus, entdecke dich neu. Als Floristin, als Schreiner, als Hebamme. Als Du.

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Überlege, woher die Dinge kommen, die dich umgeben. Dein Lieblingspulli, das Frühstücksei oder das Stofftierschweinchen deines Sohnes. Stell dich unbequemen Wahrheiten.

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Wage etwas zum ersten Mal. Nach Israel reisen. Einen Menschen küssen, der dein Herz schneller schlagen lässt. Etwas absagen, weil es einfach zu viel ist. Vergiss nicht: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

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Lichtknospen

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Es gibt diesen Tag irgendwann in einem der ersten Monate eines Jahres, da kehrt plötzlich das Licht zurück. Es fällt einem vor die Füße und ins Gesicht. Es lässt Pfützen glitzern und Augen. Es ergießt sich in alle Zimmer und erinnert ans Fensterputzen. Es stiehlt sich durch jede Ritze und meist auch in jedes Herz. Mit einem Mal gehen die Menschen wieder aufrechter. An Bushaltestellen sammeln sie sich und halten das Gesicht in die Sonne. Mit geschlossenen Augen, geglätteter Stirn und einem seligen Lächeln auf den Lippen. In dieser Zeit sind Bushaltestellen eigentlich Tankstellen. Dort halten die Menschen inne und füllen ihre leergewordenen Tanks wieder auf. Der Treibstoff heißt Licht. Er lässt sie anders weitergehen. In den Schaufenstern ziehen jetzt wieder Farben ein. Koralle und Apricot, Petrol und Pink. Die Eisdielen eröffnen und die Fahrradwege füllen sich. Die Gartenbank wird zur Sonnenbank. Die Vögel kehren zurück und bringen neue Lieder mit. Sie erzählen vom Süden. Durch die harte Erde kämpfen sich Schneeglöckchen. Alles blüht und knospt und ist so im Beginnen und Werden begriffen, dass man nun eigentlich noch mal ein Neujahrsfest feiern müsste. Dieser Tag, an dem das Licht zurückkehrt, hält sich nicht an Wetterprognosen und meteorologische Kalender. Er lässt sich nicht vorhersagen, nicht herbeisehnen. Auf einmal ist er da. Auf einmal blüht das Licht. Und alles, was nun noch an Schnee und Regen kommt, fühlt sich weniger trüb an. Weil in einem drin längst Frühling ist.


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Kleines Menschenkind Manchmal frage ich mich, ob es dich eines Tages geben wird, kleines Menschenkind. Wessen Nase du dann tragen wirst und welche Augenfarbe die deine ist. Ob du groß werden wirst oder eher klein bleibst. Ob du gern singst oder malst oder schreibst? Oder alles gar nicht so gern, denn eigentlich bist du ein Trampolinkind, dem es am besten geht, wenn es hoch in die Luft fliegt. Manchmal frage ich mich, wie es wäre, wenn es dich geben würde. Ob du eher leise wärst oder laut, ob du gern Fragen stellst, in Frage stellst, die Welt, deine Eltern und vielleicht auch dich selbst. Ob du alles auf den Kopf stellst, Geschichten erfindest und unsichtbare Freunde. Ob du gern auf Bäume kletterst und Höhlen im Wald baust, ob du dich traust, alleine U-Bahn zu fahren und dir nichts sehnlicher wünschst als einen Cockerspaniel und dass die Sommerferien niemals enden. Wenn ich ein Baby im Arm halte, das Kind einer Freundin vielleicht, und wenn es sein Köpfchen dann an mich schmiegt und wohlig seufzt oder gleich anfängt zu weinen, weil es merkt, dass nicht ich seine Mutter bin, frage ich mich, wie es sich anfühlen mag, ein eigenes Kind in den Armen zu halten. Doch manche Dinge weiß man wohl erst, wenn sie da sind. Was ich aber jetzt schon weiß: Wenn es dich eines Tages geben sollte, kleines Menschenkind, werde ich voll Staunen schauen. Auf dich, du Wunder.

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Vom Staunen zu Ostern Das Staunen zu Ostern beginnt eigentlich immer schon am Karsamstag. Dann nämlich, wenn sich weiße Eier in bunte verwandeln und aus Mehl, Milch, Hefe und ein paar anderen Zutaten ein duftender Osterhefezopf wird. Verwandlung. Nichts bleibt, wie es war. Ein neuer Anfang ist gemacht. Etwas geschieht. Vieles davon unsichtbar. Ein Tuch über dem Hefeteig und wenn man es wegnimmt, ist er gewachsen. Eier, die in Farbe getaucht und getunkt werden, verändern ihre Farbe. Manches braucht Zeit. Damit Licht die Dunkelheit durchbricht. Außerdem: Geduld und den Glauben, dass etwas wird. Ostern zum Beispiel.


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Osterhefezopf Zutaten: 500 g Weizenmehl 80 g Zucker 1 TL Salz 1 Päckchen Trockenhefe (7 g) 250 ml lauwarme Milch 80 g Butter oder Margarine 1 Ei abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone Zum Bestreichen und Bestreuen: 1 Eigelb und Hagelzucker


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Zubereitung:

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Gib das Mehl und den Zucker in eine Schüssel, füge etwas Salz hinzu und vermische alles miteinander. Mache anschließend eine Mulde und streue die Trockenhefe hinein. Fülle Milch und Margarine in einen kleinen Topf und lasse sie bei schwacher Hitze schmelzen, beziehungsweise warm werden. Gut aufpassen: Milch kocht schnell über oder brennt an! Gieße die lauwarme Milch-Margarine-Mischung in die Teigschüssel, gib ein Ei dazu und reibe die Schale einer Bio-Zitrone darüber. Nun verrühre alles mit dem Stiel eines Holzkochlöffels miteinander. So lange, bis eine glatte Teigkugel entsteht. Lege ein Tuch über die Schüssel und lasse den Teig an einem warmen Ort etwa 1,5 Stunden gehen, bis er sichtbar größer geworden ist. Knete den Teig nun auf einer bemehlten Arbeitsfläche noch einmal gut durch und teile ihn in drei große Teigklumpen. Forme die Klumpen zu langen Rollen und lege sie nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech. Heize den Ofen auf 160 °C vor. Flechte die drei Teigrollen zu einem Zopf. Trenne das Eigelb vom Eiweiß und bepinsele den Teigzopf damit. Wenn du magst, kannst du ihn außerdem mit Hagelzucker bestreuen. Jetzt kommt der Zopf für etwa 45 Minuten bei 160 °C in den Backofen. Schau einfach zwischendurch mal nach, wie braun er schon ist. Je dicker dein Zopf, desto länger die Backzeit. Lass es dir und deinen Lieben gut schmecken. Vielleicht schon nachts, bei Osterkerzenschein und bemalten Eiern? Frohe Ostern!


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Auferstehung Manchmal trägt mein Herz Schwarz das Leben schweigt und bleibt mir schuldig Antworten und Wegweiser Manchmal fehlt mir der Halt des Lebens Sinn und vergeblich suche ich den Grund der mich trägt Aber leise und doch überlebensgroß ist da diese Hoffnung dass du wiederkommst und Licht mitbringst

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Staun-Raum schaffen

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•

Halte alle Uhren an.

•

Verzichte auf Gewohnheiten. Breche mit angestaubten Traditionen. Faste.

•

Schau einem Hefeteig beim Wachsen zu. Sieh, dass etwas wird.


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Morgenschönheit Wenn ich morgens für einen ersten Kaffee in die Küche gehe, dann laufe ich, meist noch etwas schläfrig, an einem Magneten am Türrahmen vorbei. „Guten Morgen, du Schöne!“ steht darauf. In leuchtend pinken Buchstaben. Meine Freundin Lisa hat ihn mir mal geschenkt. Vielleicht als sie dachte, dass mir ein wenig Schönheit am Morgen gut tun würde. Ein Kompliment, ein gutes Gefühl, noch vor dem ersten Blick in den Spiegel. Oft lässt mich dieser kleine Zuspruch im Morgengrauen lächeln. Meine Winterschläfrigkeit weicht einem Frühlingserwachen. Willkommen, neuer Tag! Wie schön du bist. Ich mach mit. Zugegeben: Nicht immer fällt so ein Denken leicht. Wenn es draußen bitterkalt ist, der Regen gegen die Fensterscheiben prasselt und über allem ein Einerlei-Grau zu hängen scheint, das den ganzen Tag unverändert bleibt. Und das, obwohl doch längst Frühling sein sollte. Nicht immer ist es leicht, wenn die Waage etwas ganz anderes zeigt, als man es sich wünscht, mitten auf der Stirn ein Pickel erblüht und eigentlich jeder Day ein Bad-Hair-Day zu sein scheint. Und doch im Türrahmen: „Guten Morgen, du Schöne!“ Ein paar Worte bloß und in mir drin wird etwas weicher. Schönsein hängt nicht allein an Äußerlichkeiten. Die Welt ist nicht weniger schön, wenn es auf ihr regnet. Und ich bin es auch nicht. So übe ich, ein bisschen gnädiger mit mir selbst zu sein. Gehe verändert durch die Tür, in den Tag, blicke anders in mein Spiegelbild. Ich versuche, mich zu sehen, wie andere das wohl tun.

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Versuche, mich selbst anzuschauen, wie ich andere anschaue. Leihe mir selbst einen anderen Blick. So oft entdecke ich so viel Schönes in anderen Menschen. Innen und außen. Warum nicht auch in mir? Diese Worte im Türrahmen, kostbare Ermutigung für mich und die Welt: Du Schöne. Wunderbar gemacht, an diesem Tag in neuer Schönheit aufgewacht.


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Frühlingsboten In Gänsehaut verweilen bis die Wolken wieder freigeben die Wärme der Sonne und die Ahnung: der Frühling kommt bald!

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Die Texte auf S. 124, 126 sind entnommen aus: Michael Ende (1960): Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Genehmigte Taschenbuchausgabe Oktober 1995, Omnibusverlag, München, S. 125 und S.130, Zitat von Leo Lionni: ders., Frederick. Übersetzt aus dem Amerikanischen von Günter B. Fuchs. (c) 2016 Verlagsgruppe Beltz. Julius Beltz GmbH & Co.. KG. Die Bibeltexte sind folgenden Übersetzungen entnommen: S. 11 und 42: Gute Nachricht Bibel, revidierte Fassung, durchgesehene Ausgabe © 2000 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. S. 81 und 119: Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. S. 104: Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen Copyright © 2011 Genfer Bibelgesellschaft. Wiedergegeben mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. © 2017 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn Alle Rechte vorbehalten Gesamtgestaltung: Miriam Gamper-Brühl, Agentur 3Kreativ, Essen Bildern und Illustrationen: © Shutterstock.com Lektorat: Christina Herr, Lich Verwendete Schriften: TheSans, Bernadette Rough und Trixie Rough Gesamtherstellung: Finidr, s.r.o. Printed in Czech Republic ISBN 978-3-7615-6459-2 www.neukirchener-verlage.de


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