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Leseprobe

Martina Plieth

Mia besucht

e k c e n h c s o b r u T u Fra Ein Bilderbuch über Demenz Illustriert von Lena Miller


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Für Berta Turboschnecke, Irmtraud Anderland

und Hilde, die allerbeste Hochstaplerin der Welt. Ich habe die Drei (allerdings unter anderen Namen) im Jacobi-Haus, einem Altenheim in Bünde/Westf., bei meiner Arbeit als Pfarrerin tatsächlich kennengelernt. Sie waren dement und wunderbar. Ich werde sie wohl nie vergessen. Martina Plieth


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Das ist meine Oma Anna. Sie denkt sich immer tolle Sachen aus. In ihrer Küche hat sie eine ganze Wand mit gelb-leuchtenden Sonnenblumen bemalt, damit sie sich an kalten und dunklen Wintertagen an die Wärme und das Licht des Sommers erinnern kann. Und im Glasfach ihres Wohnzimmerschrankes sammelt sie „Erinnerungsschätze aus aller Herren Länder“, wie sie sagt. Das sind Andenken, die Oma Anna von ihren vielen Reisen mitgebracht hat. Andenken und Fotos, damit besonders schöne Ferienereignisse nicht vergessen werden, wenn der Urlaub zu Ende ist.

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Mir gefällt die braun-weiß gestreifte, glänzende Südseemuschel mit ihren vielen Zacken am meisten; und das Foto von Oma Annas Ritt auf dem Kamel durch die Wüste Gobi, das mag ich auch. Oma Anna sagt immer: „Wenn du Urlaubslaune brauchst, dann musst du dir nur die Muschel ans Ohr halten. Du kannst dann die Südsee rauschen hören.“ Sie weiß natürlich, dass das so nicht stimmt. Die Muschel ist eigentlich das Haus einer Meeresschnecke, und in diesem Haus ist gar kein Wasser drin. Das, was da rauscht, sind all die vielen Geräusche um uns her, die im Schneckengehäuse zusammenkommen und verstärkt werden. Aber das ist nicht wirklich wichtig, zumindest nicht so wichtig wie Oma Annas Lächeln im Gesicht, wenn sie mit ihrer ‚Muschel‘ am Ohr an ihren wundervollen Südsee-Urlaub zurückdenkt.

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Autorin Martina Plieth, Prof. Dr. habil., geb. 1959, ist Theologin sowie Pädagogin und arbeitet als Professorin für Gemeinde­ pädagogik und Kirchliche Bildungsarbeit an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EvHN). Von 2005 bis 2010 war sie in einem Altenheim als Pfarrerin tätig.

Grafikerin Lena Miller, geb. 1984, studierte „KulturGestaltung“ in Schwäbisch-Hall und arbeitet als Bildende Künstlerin sowie Kulturmanagerin. Sie lebt in Nürnberg.

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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. © 2018 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn Alle Rechte vorbehalten Umschlaggestaltung: Grafikbüro Sonnhüter unter Verwendung eines Bildes © Lena Miller Lektorat: Dr. Susanne Roll, Neuenkirchen-Vörden DTP: Grafikbüro Sonnhüter, www.sonnhueter.com Verwendete Schrift: Chalkduster, Minion Gesamtherstellung: Finidr, s.r.o. Printed in Czech Republic ISBN 978-3-7615-6424-0 www.neukirchener-verlage.de


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