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Axel Kühner
Voller Licht und Leben 365 Andachten
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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. Die Bibelverse sind folgender Übersetzung entnommen: Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. © 2016 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn Alle Rechte vorbehalten Umschlaggestaltung: Braun Werbeagentur, Wuppertal, unter Verwendung eines Bildes von lola1960 © shutterstock Auswahl und Zusammenstellung: Christina Herr, Lich DTP: Breklumer Print-Service, www.breklumer-print.service.com Verwendete Schrift: Times New Roman booksEbner GmbH, Gesamtherstellung: CPI cpi books & Leck Spiegel, Ulm Printed in Germany ISBN 978-3-7615-6336-6 www.neukirchener-verlage.de
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1. Januar
Bitte um ein gesegnetes Jahr Ich bitte dich um ein gesegnetes Jahr, gesundes und behütetes Leben, um eine gute Zeit und Tage mit erfüllten Stunden. Ich bitte dich um offene Augen, die dich in allen Dingen am Werk sehen; um Augen, die hellsichtig sind für die Gaben, die du mir schenkst. Ich bitte dich um offene Ohren, die mich auch die leisen und unausgesprochenen Bitten meiner Mitmenschen hören lassen. Ich bitte dich um Behutsamkeit im Umgang mit schwierigen Menschen. Ich bitte dich um ein gutes Gedächtnis für die Sorgen anderer und für Dinge, die ich zu tun versprochen habe. Ich bitte dich um ein fröhliches Gesicht und um ein Lächeln, das aus dem Herzen kommt. Ich bitte dich, begegne mir auf den Wegen, die ich morgen gehen werde; tritt mir entgegen in den Menschen, die von mir Hilfe erwarten. Lass mein Leben in deiner Hand ruhen, so geborgen wie ein Vogel in seinem Nest. Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, Herr Zebaoth, mein König und mein Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen. Psalm 84,4f
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2. Januar
Segen sei mit dir … … der Segen strahlenden Lichtes, Licht um dich her und innen in deinem Herzen. Sonnenschein leuchte dir und erwärme dein Herz, bis es zu glühen beginnt wie ein großes Torffeuer – und der Fremde tritt näher, um sich daran zu wärmen. Aus deinen Augen strahle gesegnetes Licht, wie zwei Kerzen in den Fenstern eines Hauses, die den Wanderer locken, Schutz zu suchen dort drinnen vor der stürmischen Nacht. Wen du auch triffst, wenn du über die Straße gehst – ein freundlicher Blick von dir möge ihn treffen. Und der gesegnete Regen, der köstliche, sanfte Regen ströme auf dich herab. Die kleinen Blumen mögen zu blühen beginnen und ihren köstlichen Duft ausbreiten, wo immer du gehst. Der Segen der Erde, der guten, der reichen Erde sei für dich da. Weich sei die Erde dir, wenn du auf ihr ruhst, müde am Ende des Tages, und leicht ruhe die Erde auf dir am Ende des Lebens, dass du sie schnell abschütteln kannst – und auf und davon auf deinem Wege zu Gott. (Alter irischer Segenswunsch) Das Land gibt sein Gewächs; es segne uns Gott, unser Gott! Es segne uns Gott, und alle Welt fürchte ihn! Psalm 67,7f
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3. Januar
Ein gesegnetes neues Jahr Kolumbus richtete, als er den neuen Erdteil betrat, als Erstes ein Kreuz auf. Das neue, unbekannte Land sollte unter dem Zeichen Jesu stehen. Kolumbus konnte nicht ahnen, dass das Kreuz auch für Menschenschuld und Leid und vielfachen Tod stehen würde. Wie viel Unrecht und Grausamkeit, wie viel Blut und Tränen kam mit den Europäern nach Amerika! Und doch brauchen gerade Menschenschuld und Menschenleid, Menschengewalt und Menschentod das erlösende Zeichen Jesu Christi. Wenn wir ein neues Jahr wie ein unbekanntes Land betreten, wollen wir ein Kreuz aufrichten. Das neue Jahr soll von Anfang an unter dem Zeichen Jesu stehen. Gerade weil wir wissen, dass wir im neuen Jahr wieder schuldig werden, einander verletzen werden. Menschen werden leiden und sterben. Aber gerade darum wollen wir das Kreuz Jesu als Zeichen des Sieges aufrichten. In Jesu Namen wollen wir das neue Jahr beginnen. Alles, auch unsere Schuld, unser Leid und Tod, soll unter dem Zeichen seiner überwindenden Liebe stehen. Das heißt ein gesegnetes Jahr: ein signiertes Jahr, ein Jahr unter dem Siegeszeichen Jesu, ein Jahr unter dem Zeichen des Kreuzes.
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4. Januar
Eine bessere Welt Wenn wir eine bessere Welt möchten mit besseren Völkern und besseren Staaten und besseren Regierungen und besseren Verwaltungen, wenn wir bessere Städte und bessere Wohngebiete, bessere Arbeitsplätze und bessere Ausbildungen, wenn wir bessere Gemeinden und bessere Familien, bessere Erzieher und bessere Eltern, bessere Kinder und bessere Jugendliche möchten, dann müssen wir selbst bessere Menschen werden. Wenn wir bessere Menschen werden möchten, dann sollten wir mit guten Vorsätzen aufhören und auf Jesus hören, dann sollten wir unsere angestrengte Vorbildlichkeit aufgeben und uns ganz an Jesus abgeben, dann sollten wir unsere verkrampfte Besserung loslassen und Jesus ganz festhalten, dann sollten wir uns von unserem vergeblichen Streben verabschieden und uns in der Erziehung Jesu einfinden. Denn seine erlösende Liebe macht uns besser als unsere verbissenste Anstrengung! Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung. 1. Korinther 1,30
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5. Januar
Ausblick Wenn das Jahr beginnt Ist man in Gedanken Gehört am Ende man Zu den Gesunden oder Kranken Vieles wird passieren Freude und auch Leid Jeder muss addieren Hoffentlich Zufriedenheit Das Jahr ist jung und übertreibt Infolgedessen sehr Was von uns allen übrig bleibt Das weiß bald keiner mehr Drum hebe doch das alte Haupt Und bleib bei deinen Dingen Auch wenn es kein Mensch glaubt Am Ende werd ich singen. (Hanns Dieter Hüsch) Der Herr behüte dich; der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand, dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts. Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Psalm 121,5-8
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6. Januar
Rezept für ein gutes Jahr Man nehme zwölf gut ausgereifte Monate und achte darauf, dass sie vollkommen sauber sind und frei von bitterer Erinnerung, von Groll und Rachsucht, von Neid und Eifersucht. Man entferne jede Spur von Kleinlichkeit und Niedrigkeit und alle unbewältigte Vergangenheit. Die zwölf Monate müssen also frisch und sauber sein, wie sie aus der Werkstatt Gottes hervorgehen. Man zerlege jeden Monat in dreißig oder einunddreißig Tage. Man richte jeweils nur einen einzigen Tag an. Und damit diese einzelnen Tage die besten unseres Lebens werden, beachte man sorgfältig die folgenden Anweisungen: Für jeden Tag nehme man einige Teile Gebet und Arbeit, Entschlossenheit und Gelassenheit, Überlegung und Vertrauen, Mut und Bescheidenheit. Nun füge man dem Ganzen einen Löffel fröhliche Schwungkraft, eine Messerspitze Nachsicht und eine gute Dosis aufrichtige Herzlichkeit zu. Sodann übergieße man das Ganze mit Liebe und rühre es kräftig um. Man garniere zuletzt alles mit einem guten Sträußchen Aufmerksamkeiten und trage es mit Heiterkeit auf den Tisch. Guten Appetit! Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. O Herr, hilf! O Herr, lass wohl gelingen! Psalm 118,24f
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7. Januar
Neue Schritte wagen „Wer einen Sprung nach vorne machen will, geht weit zurück.“ (Bert Brecht) Eine Zukunft in dem Sinn, dass Neues hinzukommt, hat nur, wer seine Vergangenheit ordnet. Für die meisten Menschen bedeutet Zukunft, dass die Vergangenheit wieder vor ihnen steht. Niemand kann ohne seine Geschichte, die er mit seinem Leben geschrieben hat, einfach neu beginnen, ohne zurückzugehen und Altes zu ordnen. In vielen Neuanfängen, sei es in einem neuen Haus, an einem neuen Ort, in einem neuen Beruf oder mit einem neuen Partner, steckt der Trugschluss, einfach so ein neues Leben beginnen zu können. Solange wir selbst die Alten bleiben, gibt es keinen wirklichen Neuanfang. Denn die Macht des Vergangenen stellt sich uns in den Weg. Im Glauben an Jesus haben wir die Chance, zurückzugehen und zu ordnen. Schuld wird uns Christus vergeben. So wird der Rücken frei für einen neuen Weg nach vorn. Wo wir unschuldig eine schwere Vergangenheit mit uns herumschleppen, hilft uns der Glaube an Jesus, mit unserer Lebensgeschichte versöhnt zu sein. Einen Neuanfang gibt es für jeden, der in seiner Personenmitte erneuert und durch Bewältigung des Alten zu einer neuen Lebenszukunft befreit wird. Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden! 2. Korinther 5,17
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8. Januar
Eine gute Aussicht Gottes Liebe hüllt uns wie warme Kleidung sorgsam ein. Jesu Gegenwart umgibt uns wie eine zweite Haut. So ist unser Leben von Gott völlig umfangen, und wir sind bei ihm gut untergebracht. Alles, was nun auf uns zukommt, kommt zuerst auf Gott zu. Was uns berührt, muss zuerst Gott berühren. Nichts wird uns betreffen können, ohne vorher auf Gott zu treffen. Jeder neue Tag, jede Aufgabe und Begegnung, jeder Mensch und jedes Ereignis müssen erst an Gott heran, bevor sie uns erreichen. Das ist eine gute Aussicht für ein neues Jahr! Welche Leiden uns auch begegnen, Gott wird in seiner Liebe zu uns zuerst darunter leiden. Was uns Freude und Hoffnung macht, wird erst Gott erfreuen. Menschen, die uns helfen oder hindern, trösten oder traurig machen, treffen erst auf Gott, bevor sie zu uns kommen. Nichts, was uns begegnet oder widerfährt, bedrückt oder erhebt, uns aufgetragen oder abverlangt wird, kommt in unser Leben, ohne bei Gott gewesen zu sein. Die Widrigkeiten, die uns entgegenstehen, empfängt Gott vor uns. Was wir auch erdulden, legt sich erst auf Gott und wird dadurch in erträgliches und zuträgliches Leid verwandelt. Nicht wir tragen letztlich das Leben, Gott trägt uns mit unserem Leben! Darum müssen denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen! Römer 8,28
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9. Januar
Es ist Zeit zum Leben Den Geschäftigen rinnt sie wie Sand durch die Finger. Die jungen Leute können nicht abwarten, bis sie vergeht. Die Älteren möchten sie gern noch ein wenig festhalten. Die einen flehen um sie und empfangen sie wie eine Freundin. Die anderen verfluchen sie und vertreiben sie wie einen Feind. Die Zeit! Nichts täuscht uns mehr als die Zeit! Die einfachste Täuschung: Zeit ist Geld. Ein kleines Mädchen geht mit einem großen Korb in einen Spielwarenladen und packt sich viele schöne Sachen ein. An der Kasse legt sie einen Stapel Papierstreifen hin. Als die Verkäuferin entsetzt abwehrt, sagt das Mädchen: „Papier ist Geld!“ Natürlich ist unter ganz bestimmten Umständen Papier auch Geld. Wenn es von der Bundesbank herausgegeben und amtlich als Geldschein bedruckt ist. Ebenso ist manchmal Zeit auch gutes Geld. Aber stimmt die Gleichung wirklich? Zeit ist viel mehr als Geld. Sie ist die Chance zum Leben. Man kann an einem Tag sein ganzes Leben zerstören und in einer Stunde die letzte Erfüllung des Lebens empfangen. Ich denke an den Schächer, der neben Jesus gekreuzigt wurde. Nach einem verpfuschten Leben gewann er buchstäblich in einer Minute das ganze Leben, als er zu Christus rief: „Herr, denke an mich!“ Zeit ist mit Geld nicht zu bezahlen und in Euro nicht zu umschreiben. Zeit ist die große Leihgabe Gottes an die Menschen. Sie ist wie ein Gefäß, das sich mit Freude, Liebe und Leben füllen kann oder unter unseren Händen in tausend Scherben zerbricht. Gott gab uns die Zeit, damit wir in ihr mit Gott und nach seinem Willen leben. So wird die bloße Zeit zur erfüllten und gewonnenen Zeit, zur Zeit des Heils, die in die Ewigkeit einmündet. Gott gibt uns diesen Tag, Zeit für ihn und das Leben. „Ein Tag kann eine Perle sein, und ein Jahrhundert nichts.“ (G. Keller)
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10. Januar
Das Beste Einer Legende von Leo Tolstoi nach stellte einst ein Kaiser dem eine hohe Belohnung in Aussicht, der ihm folgende Fragen beantworten könnte: Welche Zeit ist die beste Zeit? Welcher Mensch ist der wichtigste Mensch? Welche Aufgabe ist die sinnvollste Aufgabe? Keine Antwort seiner Weisen und Ratgeber befriedigte den Kaiser. Und so machte er sich auf den beschwerlichen Weg zu einem Einsiedler, um ihm die Fragen vorzulegen und eine Antwort zu erbitten. Indem der Kaiser – keine Antwort erhaltend – dem Eremit beim Graben hilft, dort bei ihm einem Mordanschlag entgeht, sich dann mit dem Feind aussöhnt, lernt der Kaiser schließlich die Antwort auf seine Fragen persönlich und leibhaftig kennen: Die beste Zeit ist gerade jetzt! Der wichtigste Mensch ist gerade der, mit dem man gerade jetzt zusammen ist! Die sinnvollste Aufgabe ist, den Menschen, der gerade da ist, glücklich zu machen. Versuchen wir, diese Stunde und diesen Menschen und diese Aufgabe ganz ernst zu nehmen! Es ist immer das Beste! So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, und kauft die Zeit aus! Epheser 5,15
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11. Januar
Was ist das Leben? Das Leben kann man nicht machen oder herstellen. Alle wesentlichen Werte des Lebens sind nicht beliebig verfügbar. Liebe kann man nicht kaufen, Vertrauen nicht erzwingen, Gesundheit nicht garantieren, Lebenszeit nicht immer verlängern, Lebenskraft nicht grenzenlos erneuern, Lebensgefährten nicht festhalten und Lebensfreude nicht fabrizieren. Wie die ganze Schöpfung ist unser Leben nicht gemacht, also nicht unser Faktum, sondern gegeben, also sein Datum. Es ist uns von Gott anvertraut. Darum verbietet sich das Entarten des Lebens in eine Ware, alles Berechnen und Kalkulieren, Verwerten und Benützen, Ausbeuten und Wegwerfen. Der Gabecharakter des Lebens verlockt uns zur Dankbarkeit, leitet uns in die Liebe zum Geber und legt uns das Ausleben im Sinne Gottes nahe. Nur wer sein Leben bewusst als Geschenk empfängt, dankbar wahrnimmt, liebevoll behandelt, kann es auch richtig und ruhig gestalten und voller Freude und Ehrfurcht genießen. Jenseits alles Zweck- und Nützlichkeitsdenkens, befreit von Leistungsdruck und Konsumzwang können wir das Leben als Geschenk von Gott und zur Freude empfangen. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht. Psalm 36,10
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12. Januar
Das wünsche ich dir Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen, mögest du den Wind im Rücken haben, möge die Sonne warm dein Gesicht bescheinen, möge Gott seine schützende Hand über dir halten. Mögest du in deinem Herzen dankbar bewahren die kostbare Erinnerung der guten Dinge in deinem Leben. Das wünsche ich dir, dass jede Gottesgabe in dir wachse und sie dir helfe, die Herzen jener froh zu machen, die du liebst. Möge freundlicher Sinn glänzen in deinen Augen, anmutig und edel wie die Sonne, die aus dem Nebel steigend die ruhige See erwärmt. Gottes Macht halte dich aufrecht, Gottes Auge schaue für dich, Gottes Ohr höre für dich, Gottes Wort spreche für dich, Gottes Hand schütze dich! Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! Psalm 121,7f
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13. Januar
Bild des Lebens Es war einmal ein kleiner Junge, der wollte das Leben malen. Er nahm das Braun der Erde und das Blau des Himmels, brachte das Grün der Bäume und die Buntheit des Sommers dazu, malte das Gold eines Herbstes und die weiße Ruhe des Winters, vermischte sie mit dem betörenden Duft des Frühlings, schüttete die Pracht der Sonne darüber aus und ließ es von den Geheimnissen der Winde durchwehen. So malte er ein Bild des Lebens, das er liebte. Das Bild atmete Freude aus. Es tönte wie ein herzhaftes Lachen, schmeckte nach Glück und fasste sich an wie Wahrheit. Der Junge fand sein Bild so schön und lebendig, dass er es Gott schenken wollte. Gott lächelte, als er das Bild sah. „Mein Junge, dein Bild ist wunderbar. Ich will dir helfen, dass es vollkommen wird.“ Und Gott schenkte ihm den Glauben. Da verwandelte sich das Bild des Jungen. Er malte die Glut der Hingabe, das Feuer der Jesusliebe, die Begeisterung von Gott in das Bild. Es behielt die Freude, wurde aber tiefer und reifer, bekam einen überirdischen Glanz und reichte in die letzten Geheimnisse des Lebens hinein. Der Junge wurde zum Mann, und wieder legte er Gott sein Lebensbild hin. Gott nickte zustimmend, aber er gab ihm das Bild zurück und schenkte ihm das Leid. Da tupfte der Mann auf das Meer der Freude die Tränen von Menschen, malte an den wunderbar bunten Regenbogen einen kleinen schwarzen Rand, zeichnete in die grünen Hoffnungsbäume den Trauerflor, mischte mitten in den bunten Sommer die Kränkungen und Verwundungen seines Herzens, fügte zur Sonne der Liebe die Nacht des Leides, ergänzte Wonne mit Qual und Lachen mit Weinen. Das Bild wurde durch die Töne der Schwermut und Trauer noch echter und schöner. Still ging der Mann zu Gott. „Herr, nimm mein Bild, ich habe es mit Herzblut und Schmerzen gemalt.“ Gott sah ihn gütig an. „Ich habe noch ein letztes Geschenk für dich, das schwerste.“ Und er schenkte ihm die Einsamkeit. 17
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Noch einmal wandelte sich das Bild. Es wurde stiller. Alles Aufgeregte, Schreiende wurde gemildert. Sanfte, einfache, demütige Farben begannen zu leuchten. Menschenstimmen, Zeitgeister, Tagesformen wurden umgestaltet in ruhige Worte des Lebens, Weisheit des Himmels und Sehnsucht nach Ewigkeit. Nun erst konnte man den ganzen Zauber des Lebens erkennen. Da nahm Gott das Bild zu sich und sprach: „Nun ist es ausgereift. Wir werden es in meinem Reich zum ewigen Leben erwecken.“ Wachset aber in der Gnade und Erkenntnis unsres Herrn und Heilands Jesus Christus! 2. Petrus 3,18
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14. Januar
Lebensschule In einer kleinen Dorfschule gab es eine Schulinspektion. Der Schulrat kam und fragte die Kinder von der ersten bis zur achten Klasse, was sie lernen. Alle brachten ihre Lektionen vor. Vorne in der ersten Bank saß die kleine Tochter des Lehrers. Sie war noch gar nicht schulpflichtig, aber sie saß schon dabei. Zum Spaß fragte der Schulrat das Mädchen. „Und was lernst du?“ Sie antwortete: „Ich lerne stille sein!“ Bevor man wirken kann, muss man still sein. Bevor man etwas Großes tun will, muss man auch Großes empfangen. Bevor man reden will, muss man hören. Und das ereignet sich in der Stille. „Ich lerne das Stillesein!“ Diese Phase wird es auch in unserem Leben geben müssen, in der Schule des Lebens, in der wir warten lernen. Warum zieht man einen Pfeil, der nach vorne abfliegen soll, zurück? Im Zurückziehen erhält er die Kraft nach vorne, Wucht und Dynamik. Warum ziehen sich Christen, die im Alltag wirken und schaffen wollen, zurück und gehen in die Stille? Dort empfangen sie die Kräfte und Weisungen für das Leben und Handeln. Dynamik und Lebenskraft empfangen wir im Einswerden mit dem, der Kraft und Leben ist, mit Jesus. Und dieses Einswerden vollzieht sich in der Stille des Gebetes und Horchens. Sei stille dem Herrn und warte auf ihn. Psalm 37,7
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15. Januar
Noch nie dagewesen Eine Lehrerin möchte ihrer Schulklasse den Erfindungsreichtum der modernen Gesellschaft nahebringen. Sie spricht mit den Schulkindern über all das vermehrte Wissen und Können der letzten Jahrzehnte. Was haben Menschen alles erdacht und erfunden, erprobt und erschlossen! Schließlich fragt sie die Kinder: „Kann mir einer von euch eine wichtige Sache nennen, die es vor fünfzig Jahren noch nicht gab?“ Ein Junge in der ersten Reihe meldet sich eifrig und sagt voller Stolz: „Mich!“ Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war. Psalm 139,14ff
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16. Januar
Mit Augen des Glaubens Ein Mann wird von seinen Arbeitskollegen wegen seiner hässlichen Frau verspottet. Er bleibt ruhig und antwortet ihnen: „Wenn ihr meine Augen hättet, fändet ihr sie auch schön!“ So ist es mit dem Glauben und der Liebe. Mit Augen der Liebe gesehen, sind die Menschen schön. Oft genug ist unser Leben grausam entstellt durch Lüge und Neid, Streit und Eifersucht. Aber mit den Augen der Liebe gesehen, sieht alles ganz anders aus. Auch die oft so kümmerliche Gestalt der christlichen Gemeinde sehen wir mit Augen des Glaubens in einem ganz anderen Licht. Da ist die Gemeinde der Leib und das Eigentum Christi, das wächst und ausreift zur Vollendung. Mit Augen der Liebe gesehen, bekommt alles einen anderen Glanz und eine Schönheit, die von innen nach außen strahlt. Ohne die Augen der Liebe wären wir alle hässlich und unansehnlich. Aber Gott sieht uns mit den Augen seiner unendlichen Liebe. Das ist unsere Chance. Gott sieht über unsere Fehler und Schwächen, Sünden und Entstellungen nicht hinweg, aber er sieht darüber die Möglichkeit, durch seine Liebe verwandelt zu werden in sein Bild. Gott sieht in seiner Liebe über uns das Bild seines Sohnes, Jesus Christus. Hat nicht Gott erwählt die Armen auf dieser Welt, dass sie am Glauben reich seien und Erben des Reichs, welches er verheißen hat denen, die ihn lieb haben? Jakobus 2,5
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17. Januar
Ein scharfer, stechender Schmerz Ein junger Mann kommt zum Arzt und klagt: „Herr Doktor, ich habe starke Kopfschmerzen, die ich einfach nicht loswerde, können Sie mir helfen?“ Der Arzt schaut den strengen, jungen Mann freundlich an und fragt ihn, ob er regelmäßig Sport treibe. „Nein, das ist doch Zeitverschwendung, ich treibe nur wesentliche Dinge!“ Der Arzt fragt ihn weiter, ob er öfter mit anderen jungen Leuten was unternehme und dabei Spaß habe. „Nein, mit solchen zweifelhaften Vergnügungen habe ich nichts im Sinn!“ – „Lachen Sie hin und wieder herzhaft und machen Sie auch mal was Schönes wie Essen gehen oder Theaterbesuch?“ – „Nein“, antwortet der junge Mann, „ich bin ein ernsthafter Mensch!“ – „Sagen Sie, ist dieses Kopfweh, über das Sie klagen, ein scharfer, stechender Schmerz?“ – „Ja, ein scharfer, stechender Schmerz um den ganzen Kopf herum!“ – „Ganz einfach, mein Lieber, Ihr Leiden ist, dass Ihr Heiligenschein zu stramm sitzt. Sie brauchen ihn nur etwas zu lockern, und es geht Ihnen viel besser!“ So geh hin und iss dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen. Lass deine Kleider immer weiß sein und lass deinem Haupte Salbe nicht mangeln! Prediger 9,7f
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18. Januar
Eine Tür Eine Tür setzt Anfang und Ende. Eine Tür ist ein Zeichen für die Spannung des Lebens. In die festen Wände sind offene Türen eingebaut. Unser Leben ereignet sich in Häusern und Räumen, die beides haben, starke Mauern und bewegliche Türen. Menschen brauchen beides, schützende Mauern und offene Türen. Mauern bergen und bewahren, Türen eröffnen und verheißen. Mauern ohne Türen würden das Leben ersticken. Türen ohne feste Wände ließen das Leben erfrieren oder verwehen. Wie wunderbar ist es, durch eine Tür in ein bergendes Haus hinein- oder aus dem Begrenzten in die Weite des Lebens hinaustreten zu können. So ist auch die Tür für sich noch eine Spannung. Sie ist Eingang und Ausgang. Eine Tür teilt unser Leben ein in ein Innen und Außen. Wir brauchen ein Innen der Bewahrung, worin wir das Verletzliche, Schöne, Zarte und Geheimnisvolle des Lebens bergen. Wir suchen das Draußen der Bewährung, die Herausforderung und Weite, wo wir das Leben erfahren, Neues erproben, Sinn erkennen, andere finden und an Letztes stoßen. Eine Tür ist Ende des einen und Anfang des anderen Raumes. Eine Tür lässt eintreten und hinausgelangen. In der Tür werden wir entlassen in die Weite, in der Tür werden wir empfangen, in die Wärme eingeladen. Die Tür ist immer eine Schwelle und Grenze. Sie verbindet und trennt, eröffnet und verschließt, nimmt ein und lässt heraus. Eine Tür hat immer zwei Seiten, wie das Leben. Jesus sagt: „Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich eingeht, der wird gerettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.“ Johannes 10,9
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19. Januar
Wo das Glück zu finden ist Es waren zwei Mönche, die lasen einmal miteinander in einem alten Buch, in welchem die Weisheit und Wahrheit geschrieben stehen: Am Ende der Welt gäbe es einen Ort, an dem der Himmel und die Erde sich berühren, an dem also das große Glück zu finden ist. Sie beschlossen, diesen Ort zu suchen und nicht umzukehren, ehe sie ihn gefunden hätten. So durchwanderten die beiden die Welt, bestanden unzählige Gefahren, erlitten alle Entbehrungen, die eine Wanderung durch die ganze Welt erfordert; und alle Versuchungen, die einen Menschen von seinem Ziel abbringen können, wehrten sie ab. Eine Tür sei dort, so hatten sie gelesen. Man brauche nur anzuklopfen und befinde sich bei Gott. Schließlich fanden sie, was sie suchten. Sie klopften an die Tür. Bebenden Herzens sahen sie, wie sich die Tür öffnete. Und als sie eintraten und die Augen erhoben, fand sich jeder in seiner Klosterzelle. Da begriffen sie: Der Ort, wo das große Glück zu finden ist, ja wo Gott begegnet, befindet sich nicht am Ende der Welt, sondern hier auf dieser Erde, an der Stelle, die uns Gott zugewiesen hat.
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20. Januar
Bewahrt mit Umsicht Schlafende Kinder sind ein schönes Bild. Es atmet Frieden aus und stellt Geborgenheit dar. Der Betrachter empfindet, so müsste das Leben sein. Mitten in Dunkel und Bedrohung der Nacht ruhig und zufrieden, entspannt und gelöst, weil das Kind geschützt und geborgen ist in der Fürsorge anderer. Dass wir als kleine Kinder in den Bombennächten des Zweiten Weltkrieges, bedroht durch feindliche Flieger und ihre tödliche Bombenlast, trotz Sirenengeheul und Lebensgefahr ruhig schlafen konnten, lag an der wachsamen Fürsorge unserer Mutter. Im letzten Kriegsjahr trug uns Mutter bei Fliegeralarm oft mehrmals in einer Nacht in den Luftschutzkeller und legte uns dort in bereitgestellte Liegestühle, wo wir, ohne das Geringste zu merken, tief und fest weiterschliefen. Mutter wartete und wachte und brachte uns nach der Entwarnung wieder in unsere Betten. Wir Kinder waren uns weder der Gefahr unseres Lebens noch der Mühe unserer Mutter bewusst. Wir haben kindlich geschlafen und die Bewahrung und Geborgenheit einfach empfangen. Leben wir als Menschen nicht alle davon, dass Gott wie eine Mutter für uns wacht und sorgt? Wir ahnen wohl kaum die wirkliche Bedrohung unseres Lebens. Feindliche Mächte überfliegen uns, zerstörerische Absichten kreuzen unseren Weg. Wir sind als Menschenkinder viel gefährdeter, als wir es sehen können. Was wissen wir schon von den tausend Möglichkeiten, in denen unser Leben scheitern, zerbrechen und verkümmern könnte. Aber Gott sieht das alles mit wacher Fürsorge, und unermüdlich setzt er sich für die Bewahrung unseres Lebens ein. Der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht! Psalm 121,3f
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21. Januar
Winterpsalm Es ist jetzt nicht die Zeit, um zu ernten. Es ist auch nicht die Zeit, um zu säen. An uns ist es, in winterlicher Zeit uns eng um das Feuer zu scharen und den gefrorenen Acker in Treue geduldig zu hüten. Andere vor uns haben gesät. Andere nach uns werden ernten. An uns ist es, in Kälte und Dunkelheit beieinander zu bleiben und, während es schneit, unentwegt wachzuhalten die Hoffnung. Das ist es. Das ist uns aufgeben In winterlicher Zeit. (Lothar Zenetti) Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. Ihm sei die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! 1. Petrus 5,10f
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22. Januar
Dankbarkeit Auf einer Reise durch sein Land lernte ein König einen Schafhirten kennen, an dem er so viel Gefallen hatte, dass er ihn in seinen Palast mitnahm. Der Hirte beeindruckte durch sein Verhalten den König so sehr, dass er ihn bald zu seinem persönlichen Berater ernannte. Die Minister und andere Beamte wurden deshalb neidisch und hinterbrachten dem Herrscher das Gerücht, sein persönlicher Berater schmiede heimtückische Pläne gegen ihn. Als Grund dafür gaben sie an, er gehe täglich längere Zeit in eine abgeschiedene Kammer. Der König war über diese Rede verwundert und verlangte darum, in den Raum geführt zu werden. Die Kammer war fast leer, nur das alte, längst verstaubte Hirtenkleid hing an der Wand. Groß war jedoch das Erstaunen des Königs und groß auch seine Freude, als der frühere Hirte auf die Frage nach dem Gewand bescheiden antwortete, er komme jeden Tag eine Stunde hierher, betrachte das alte Kleid und führe sich vor Augen, wer er einmal gewesen sei und woher er komme. (Nach einer orientalischen Erzählung)
Wenn dich nun der Herr, dein Gott, in das Land bringen wird, von dem er deinen Vätern geschworen hat, es dir zu geben – große und schöne Städte, die du nicht gebaut hast, und Häuser voller Güter, die du nicht gefüllt hast, und Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast – und wenn du nun isst und satt wirst, so hüte dich, dass du nicht den Herrn vergisst, der dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft geführt hat. 5. Mose 6,10f
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23. Januar
Scheuklappen Er war einmal ein Mann, der sehr gläubig war, aber immer wieder von Zweifeln heimgesucht wurde. Daher bat er: „Gott, sprich zu mir!“ Da sang eine Lerche, doch der Mann hörte sie nicht. Er war zu sehr damit beschäftigt, nach Gottes Stimme zu lauschen. So bat er wieder: „Gott, sprich zu mir!“ Da grollte ein heftiger Donner über den Himmel. Doch der Mann bemerkte es nicht einmal. Zu sehr lauschte er auf Gottes Wort. Wenn Gott nicht zu ihm sprach, dann würde er sich ihm vielleicht zeigen, dachte der Mann. Also sah er sich um und rief: „Gott, zeige dich mir!“ Da leuchtete ein Stern hell über ihm auf. Aber der Mann beachtete ihn gar nicht. Zu sehr war er damit beschäftigt, Gott zu entdecken. Dann wollte er Gott auf die Probe stellen. Also rief er: „Gott, zeige mir ein Wunder!“ Da wurde ein neues Leben geboren. Doch das berührte den Mann nicht. Zu sehr hielt er nach dem Wunder Ausschau. Nun wurde er immer verzweifelter und schrie: „Berühre mich, Gott, und lass mich wissen, dass du da bist!“ Gott beugte sich hinunter und berührte den Mann mit unendlicher Zärtlichkeit. Doch der wischte den Schmetterling von seiner Schulter und ging traurig weg. Freue dich über den Herrn! Er wird dir alles geben, was du dir von Herzen wünschst. Psalm 37,4
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NEUKIRCHENER_VERLAGSGESELLSCHAFT :Kühner, Voller Licht und Leben : 23-Aug-17 : Page: 29
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24. Januar
Wege aus der Ausweglosigkeit „Komme, was mag! Gott ist mächtig! Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große segnende Kraft gibt, die Gott heißt. Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen. Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln – zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit. Amen.“ (Martin Luther King) Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. 2. Timotheus 1,7
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NEUKIRCHENER_VERLAGSGESELLSCHAFT :Kühner, Voller Licht und Leben : 23-Aug-17 : Page: 30
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25. Januar
Dies ist der Tag Ein Pastor sollte den Gottesdienst in einer kleinen Dorfkirche halten und übernachtete in einem alten Haus gegenüber. Als er am Morgen aufgestanden war und die Rollläden hochzog, sah er, dass jemand in die Fensterscheibe die Worte geritzt hatte: „Dies ist der Tag!“ Beim Frühstück fragte er die Frau des Hauses, was die Worte im Fenster zu bedeuten hätten. Die Frau erzählte ihrem Gast, wie viel Leid sie in ihrem Leben erfahren habe und dass sie immer große Angst vor dem nächsten Morgen gehabt habe. „Eines Tages“, sagte sie, „las ich in meiner Bibel das Psalmwort: Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasset uns freuen und fröhlich darinnen sein! Bisher hatte ich immer gedacht, das gelte nur für besondere, festliche und glückliche Tage. Doch dann wurde mir klar, dass damit jeder Tag gemeint ist. Warum sollte ich mich vor den Tagen fürchten, die der Herr selber gemacht hat? So ritzte ich die Worte in die Fensterscheibe, damit ich jeden Morgen, wenn ich die Läden öffne, daran erinnert werde: Diesen Tag hat Gott für mich gemacht. Es ist sein Tag, und ich muss mich nicht davor fürchten!“ Die Christen nennen den Tag, an dem Jesus auferstand und alles Dunkel überwand, den Tag des Herrn. Und sie nennen den Tag, an dem Jesus wiederkommt und alles vollenden wird, den Tag des Herrn. Jeder Tag zwischen Auferstehung und Wiederkunft Jesu ist ein Tag des Herrn. Ein Tag von Gott, ein Tag mit Gott, ein Tag für Gott und ein Tag zu Gott hin. So bekommen die einzelnen Alltage ihren Wert und ihren Glanz und verlieren ihre Bedrohlichkeit und Sorge. Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt. Matthäus 28,20
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