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Wilhelm Busch Alles, Herr, bist du Glaubensschätze aus einem gesegneten Leben
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Dieses Buch wurde auf FSC®-zertifiziertem Papier gedruckt. FSC® (Forest Stewardship Council®) ist eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, die sich für eine ökologische und sozialverantwortliche Nutzung der Wälder unserer Erde einsetzt. Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar. © 2016 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn Alle Rechte vorbehalten Umschlaggestaltung: Andreas Sonnhüter, www.sonnhueter.com unter Verwendung eines Bildes von © tuthelens, Alena Ozerova (shutterstock.com) Redaktion: Sarah Müller, Brunnthal/Neukirchstockach DTP: Breklumer Print-Service, www.breklumer-print-service.com Verwendete Schrift: Bembo, Matrix Script, Diskus Gesamtherstellung: FINIDR, s.r.o. Printed in Czech Republic ISBN 9783-7615-6295-6 www.neukirchener-verlage.de
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Inhaltsverzeichnis Geleitwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Rettung und Befreiung . . . . . . . . . . . . . . .
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Glaube und Vertrauen . . . . . . . . . . . . . . .
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Heilung und Vergebung . . . . . . . . . . . . . . .
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Geborgenheit und Gottes Liebe . . . . . . . . . .
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Trost und Kraft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Weisheit und Erkenntnis . . . . . . . . . . . . . .
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Dankbarkeit und Freude . . . . . . . . . . . . . .
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Quellenverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109
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Geleitwort „Früher holten die Leute uns, wenn es eine Schlägerei gab. Jetzt holen sie den Pastor!“ sagte ein Polizist zu Wilhelm Busch und das beschreibt etwas von seinem durchschlagenden Erfolg in der Essener Stadtgesellschaft, wo er 33 Jahre Jugendpfarrer im Weigle-Haus war. PB (Pastor Busch), wie er genannt wurde, erreichte im Weigle-Haus und auf seinen vielen Evangelisationsreisen Menschen aus den unterschiedlichsten Berufen. Den Bergarbeiter und die Sekretärin ebenso wie einen Hochschulprofessor. Seine missionarische Botschaft war immer fest in der Welt der Jugendlichen und der Erwachsenen verwurzelt. Und das spürt man seinen Worten noch heute ab. Wilhelm Busch war Jugendpfarrer von ganzem Herzen und ganzer Seele. Mit nur wenigen Sätzen konnte er Jugendlichen eine Geschichte erzählen, die ihnen einen neuen Blick auf den Glauben und auf ihr eigenes Leben eröffnete. Seine Geschichten motivieren Jugendliche und Erwachsene noch heute, sich mit Jesus und der Bibel zu beschäftigen. Seine Sprache ist deutlich und direkt.
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Das Leben ist voller Geschichten. Und Wilhelm Busch zeigt uns in diesem Buch immer wieder neu, Gott in ihnen zu entdecken. Rolf Zwick, Jugendpfarrer und Leiter des Weigle-Hauses seit 1996
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Rettung und Befreiung
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ls ich noch ein kleiner Junge war, führte mich mein Vater einmal durch eine alte Stadt. Da kamen wir auch an den „Schuldturm“. „Sieh!“, erklärte mir mein Vater, „wenn in alter Zeit ein Mann Schulden gemacht hatte, die er nicht bezahlen konnte, dann wurde er in diesen Turm gesperrt und so lange darin festgehalten, bis er die Schulden bezahlte.“ Erschüttert schaute ich auf das alte Gemäuer. „Vater“, sagte ich, „in dem Turm konnte er doch erst recht nichts verdienen. Da kam er ja sein Leben lang nicht heraus.“ „Doch!“, erwiderte mein Vater, „wenn ein anderer für ihn bezahlte und ihn loskaufte.“
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ls ich einst einem jungen Mann die Herrlichkeit des Christenstandes pries, da meinte er pfiffig: „Mit Speck fängt man Mäuse!“ Er war der Überzeugung – und diese Überzeugung teilt er mit sehr vielen Leuten –, dass ein von Gott gelöster Weltmensch in herrlicher, sonniger Freiheit lebe. Und nun versuchen die Christen mit vielen süßen Worten, diese herrlich freien Leute in einen finsteren Keller zu locken, wo man nur noch den Kopf hängen lassen kann und ein recht trübseliges Leben führt. O was für eine Verkehrung der Tatsachen! Ich habe damals dem jungen Mann ins Gesicht gelacht und ihm gesagt: „Die Sache steht genau umgekehrt, wie Sie sie sehen. Der unbekehrte Mensch sitzt in einem sehr dunklen Keller, den er sich mit allerlei künstlichen Lichtlein zu erhellen sucht. Dabei aber ist draußen der helle Tag angebrochen, seitdem der Herr Jesus in die Welt gekommen ist. Und nun bitte ich Sie: Springen Sie doch aus Ihrem finsteren Keller in den hellen Sonnenschein der Gnade Jesu Christi!“
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a ist ein Mensch in die Gewalt der Sklavenhändler geraten. Er kann sich nicht selber loskaufen. Und da kommt ein freundlicher Herr über den Sklavenmarkt und sieht den Sklaven. Das Herz entbrennt ihm und er fragt: „Was kostet der? Ich kaufe ihn frei!“ Von welchem Moment an ist der Sklave frei? Von dem Moment an, wo der letzte Pfennig bezahlt ist. Der Herr Jesus hat für Sie auf Golgatha den letzten Pfennig bezahlt! Und nun dürfen Sie’s fassen und sagen: „Herr Jesus, jetzt lege ich dir meine Sünde hin und glaube es, dass du sie getilgt hast.“ Jesus kauft los! Jesus macht Sklaven der Sünde frei! Philipp Friedrich Hiller singt: „Die Sünden sind vergeben. / Das ist ein Wort zum Leben / Für den gequälten Geist. / Sie sind’s in Jesu Namen …“
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a ist ein Seemann im Sturm vom Schiff ins Meer gespült worden. Nun treibt er in den empörten Wellen. Da kann er verschiedene Wandlungen durchmachen: Er kann Brust schwimmen und auf dem Rücken schwimmen. Er kann sich treiben lassen oder an ein Holzstück klammern. Er kann von einem Haifisch gefressen werden oder ertrinken. Wandlungen! Aber immer bleibt der Seemann, was er ist: ein verlorener Mann. Es gibt für ihn nur eine entscheidende Wandlung: dass er gerettet wird. So ist es mit unserem Leben! Ob wir arm oder reich, angesehen oder verachtet, alt oder jung, töricht oder klug sind – wir sind vor Gott verlorene Leute. Und es gibt in unserem Leben nur eine entscheidende Wandlung: dass Jesus uns rettet! Gott schenke uns diese Wandlung!
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esus, der Sohn Gottes, ist wohl ein großer Kämpfer. Aber er kämpft nie gegen Menschen, sondern immer um Menschen. Er kämpft um den Menschen, der in der Gewalt der dämonischen Mächte ist. Er kämpft um den Menschen, der in seinen Lügereien, Unkeuschheiten, Streitereien, Süchten und in seiner Geldgier ein williger Knecht des Teufels ist. Um solche Menschen kämpft der Sohn Gottes. Er kämpft – hoffentlich haben wir das begriffen – um uns! Um uns ging es, als der Sohn Gottes Mensch wurde und in Bethlehem geboren wurde. Um uns ging es, als er im Garten Gethsemane in großer Herzensnot rang. Um uns ging es, als er auf Golgatha an das Kreuz genagelt wurde. Um uns ging es, als er von den Toten auferstand. Und um uns ging es, als er den Heiligen Geist in die Welt sandte.
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elch eine Botschaft ist das, die der zerrissene Vorhang verkündet! Als ich kürzlich einen hohen Beamten sprechen wollte, hieß es: „Das wird sich kaum machen lassen.Vielleicht verhandeln Sie mit dem Sekretär!“ Aber der Weg zum Herrn aller Herren, zum lebendigen Gott ist frei und offen! Offen durch das Sterben des Sohnes! Welch eine Botschaft! Lasst uns durch den zerrissenen Vorhang gehen!
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ch kenne einen Mann, der ging eines Abends, als es schon dunkel war, fröhlich und nichtsahnend von seiner Arbeit nach Hause. Auf einmal blieb er erschrocken stehen. Ein Gedanke hatte ihn überfallen: „Wie, wenn Gottes Hand gegen dich gekehrt wäre!“ Er wunderte sich selber, dass ihm solch ein Gedanke kam. Aber der war da und ließ ihn nicht los. Er sprach gelegentlich mit seinen Freunden darüber. Die meinten, er sei überarbeitet. Das brachte ihn nicht weiter. Er entdeckte bald, dass Gott viele gute Gründe hatte, gegen ihn zu sein. Und er merkte, dass das schrecklich ist. Ja, er erkannte, dass nichts wichtiger sei als Frieden mit Gott. Da kamen die schlaflosen Nächte, wo es heißt: „Von Herzen begehre ich dein des Nachts.“ Der Mann hatte vorher manchmal von Jesus gehört. Es hatte ihn nicht sonderlich bewegt. Aber als er nun eines Tages entdeckte, dass in Jesus Gott für uns ist, da kamen ihm die Tränen der Freude.
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o wagte ich es eines Tages mit viel innerlicher Furcht, den Studenten bekannt zu geben: „Im neuen Semester findet jede Woche einmal eine Weltanschauungs-Stunde für alle Teilnehmer statt. Freie Diskussion wird zugesichert.“ […] Ein wilder Atheist hatte sich immer wieder zu Wort gemeldet und sich endlich beschwert, er komme nicht genug zum Zuge. Darauf gab ich ihm die Erlaubnis: „Beim nächsten Mal dürfen Sie die einleitende Rede halten!“ Die Weltanschauungs-Stunde am nächsten Mittwoch kam. Im gedrängt vollen Saal erwartungsvolle Stille! Der Redner wird aufgerufen. Aber er meldet sich nicht. Endlich stellt man fest: Er ist gar nicht erschienen! Und nun meldet sich sein Freund und sagt verlegen: „Es hat ihn getroffen. Er glaubt nicht mehr an seinen Unglauben. Aber – er kann noch nicht darüber sprechen!“ Große Stille! Alle spüren etwas von der überwindenden Macht des auferstandenen Herrn Jesus.
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ine Bekehrung zu Gott ist einfach ein Wunder. Ein moderner Philosoph, Paul Deussen, hat gesagt: „Die Kraft, die imstande wäre, die Umdrehung unseres Planeten aufzuhalten oder herumzuwerfen in die entgegengesetzte Bahn, müsste wohl eine ganz große kosmische Kraft genannt werden. Und doch ist sie klein im Verhältnis zu der Kraft, die nötig wäre, uns Menschen in unserer selbstischen Umdrehung aufzuhalten und uns herumzuwerfen in die entgegengesetzte Bahn …“
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hristenstand ist dies, dass mein Herz sich dem Herzen des Sohnes Gottes verbindet, das sich mir ganz geöffnet hat. Im Lied heißt es (und das ist wahrhaftig nicht Schwärmerei): „Ich will dich lieben, meine Zier …“ Das ist die wirkliche Erlösung aus der Einsamkeit, die der Mensch von heute so heiß ersehnt.
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eht nur auf das Kreuz, wo die Arme Gottes für alle ausgebreitet sind: „Kommt her, Mühselige, ich erquicke euch! Kommt her, Friedelose, ich tröste euch! Kommt her, Sünder, ich wasche euch rein!“ Und wenn nur einer zu ihm kommt, erschallt in den himmlischen Räumen unendlicher Jubel. Jesus sagt: „Es ist Freude im Himmel über einen Sünder, der Buße tut.“
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on einer Koppel in Südamerika ist ein Pferd ausgebrochen und hat sich einer Herde wilder Pferde angeschlossen. Darüber vergeht ein Jahr. Eines Tages reitet der Herr über die Pampas. Er sieht die Herde. Und mittendrin seinen Rappen. Ein Pfiff! Der Rappe spitzt die Ohren. Er erkennt den Ruf seines Herrn. Und dann bricht er aus der Herde aus und trabt zu seinem Herrn. Alle Bekehrungen zu Jesus haben etwas von diesem Vorgang an sich: Man hört den Ruf dessen, der allein Herr ist, weil er uns mit seinem Blut erkauft hat. Man hört den Ruf und bricht aus der Herde der anderen Menschen aus.
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Glaube und Vertrauen
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leich nach dem Kriege zog ich einen alten Opel P 4 an Land, weil ich viel reisen wollte. Das war ein tolles Modell! Als ich zum ersten Mal mit dem kleinen P 4 angeklappert kam, rief ein Freund: „Du liebe Zeit! Jetzt müssen wir alle Bäume polstern! Der Pastor fährt Auto!“ Ärgerlich habe ich gesagt: „Meinst du, ich könnte nicht Auto fahren?“ – „Doch, du hast ja einen Führerschein!“ – „Komm, dann steig ein“, forderte ich ihn auf. „Nein, lieber nicht! Ich habe mein Testament noch nicht gemacht“, erwiderte er. In dem Moment kam meine Frau daher. „Frau, komm, steig ein!“, sagte ich zu ihr. Die stieg ein! Ohne Zögern! Sie lebt heute noch. In dem Augenblick, als sie den festen Boden verließ und bei mir einstieg, vertraute sie ihr Leben mir an. So machen Sie es Jesus gegenüber: Vertrauen Sie ihm rückhaltlos Ihr Leben an!
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m Jahre 1924 war ich nach Essen gekommen in die große Altstadt-Gemeinde. Nie werde ich vergessen, wie ich an einem trüben Novembertag zum ersten Mal einen Gang durch den Bezirk machte. […] Mir war klar: In diesem Bezirk hilft nur, dass ich Gott um Vollmacht und um Liebe bitte. Und dann hinein – nach dem Worte Jesu: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.“ Es stellte sich bald heraus, dass „die Wölfe“ gar nicht so gefährlich waren. Mit der Zeit durfte ich viel Vertrauen erfahren. Oft kam ich gar nicht zu den Besuchen, die ich mir vorgenommen hatte, weil ich auf der Straße immer wieder angehalten wurde, dass ich stundenlang seelsorgerliche Sprechstunden mitten im lärmenden Verkehr abhielt. Wie freute ich mich an jenem Tag, an dem mir ein Polizist fast ärgerlich sagte: „Früher holten die Leute uns, wenn es eine Schlägerei gab. Jetzt holen sie den Pastor!“
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o ist es mit Jesus. Immer neu kommt er auf die Welt zu. Zuerst kam er im Fleisch. Da wurde er ein Kindlein und lag in der Krippe. Heute kommt er im Geist zu uns. Da heißt es: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen.“ Möchten wir doch sein Kommen und Klopfen nicht überhören! Das dritte Kommen aber steht uns und der Welt noch bevor. Da wird er wiederkommen in Herrlichkeit. Da wird der Schleier, der ihn unsern Augen verhüllt, zerreißen. Da werden ihn sehen alle Geschlechter auf Erden.
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ir wollen Pläne auf lange Sicht machen. Wir wollen unsern Weg auf eine weite Strecke hin übersehen. Und hier sagt uns nun der Herr, dass er es anders mit uns vorhat. Er will seine Kinder ins Dunkel führen. Da will er sie wohl nicht verlassen. Er wird ihnen für jeden Tag Licht geben. Aber – und das ist wieder hart! – eben nur für einen Tag und einen Schritt: „Ich will das Dunkel vor ihnen her zum Licht machen.“ „Vor ihnen her“! Der Herr Jesus hat das einmal so ausgedrückt: „Sorget nicht für den anderen Morgen. Es ist genug, dass ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe.“ Da sieht man nicht den ganzen Weg; aber man hat Licht genug, um weiterzugehen. […]
So wandern Kinder Gottes. Sehr zaghaft! Und doch – sehr sicher! Denn sie wissen: Auch für morgen ist wieder Licht da. Und am Ende – am Ziel – wird es ganz hell sein. Wohl den Menschen, die von Herzen dir nachwandeln.
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Psalm 84,6
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ir Menschen machen oft sehr viel überflüssige und unnötige Worte. Der Herr Jesus aber nicht. Und wenn er nun sagt: „Ich will das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir“, dann soll ja keiner meinen, da sei eben zweimal dasselbe gesagt. Wir dürfen mit ihm das Abendmahl halten. Das heißt: Er will uns bewirten. Aber er sagt auch, er wolle mit uns das Abendmahl halten. Und das will sagen, dass auch wir ihn bewirten sollen; und dass wir ihm auftragen dürfen; und dass er sich an uns erquicken und ergötzen will. So ist es in der Tat. Der Herr Jesus kehrt im Geist bei uns ein. Und da will er sich erfreuen an unserem Glauben und an unserer Liebe und an unserem Gehorsam und an unserer Hoffnung. Damit dürfen wir ihn bewirten. Aber – ach – wie geht’s da bei uns so armselig her! Unser Herz ist ja eine leere Vorratskammer. Unser Glaube ist so klein. Unsere Liebe zu ihm ist erbärmlich. Unser Gehorsam ist jammervoll. Und unsere Hoffnung kann sich schon gar nicht sehen lassen. Das gibt eine armselige Bewirtung. Das gibt ein trübseliges Festmahl, bei dem mit nichts aufgewartet werden kann. Oder nur mit Verdorbenem.
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Aber dafür gibt’s nun auch Rat und Hilfe. Der Herr Jesus hat ja volle Vorratskammern. Und die stehen uns offen. Da dürfen wir frei und umsonst holen, was wir brauchen. Ja, da wollen wir uns holen: Glauben und Liebe und Gehorsam und Hoffnung. Der Herr nimmt’s nicht übel, wenn wir ihn mit seinem Eigenen bewirten. Im Gegenteil! So ist’s ihm am liebsten.
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ch habe einen Abend im Gefängnis erlebt, an dem die Hölle los war. Da haben sie einen durchgehenden Transport von Leuten eingeliefert, die ins KZ gebracht werden sollten, Leute, die gar keine Hoffnung mehr hatten, teils Kriminelle, teils schuldlose Leute, Juden. Diese Leute packte an einem Samstagabend die Verzweiflung. Und dann brüllte alles los. Das können Sie sich gar nicht vorstellen. Ein ganzes Haus mit lauter Zellen voll Verzweiflung, wo alles schreit und gegen die Wände und Türen donnert. Die Wärter werden nervös und knallen mit ihren Revolvern gegen die Decke, rennen herum, prügeln einen zusammen. Und ich sitze in meiner Zelle und denke: „So wird die Hölle sein.“ Das kann man schlecht schildern. In dieser Situation nun fällt mir ein: „Jesus! Er ist ja da!“ Ich erzähle Ihnen, was ich tatsächlich selber erlebt habe. Dann habe ich nur leise – ganz leise – in meiner Zelle gesagt: „Jesus! Jesus! Jesus!!!“ Und in drei Minuten wurde es still.Verstehen Sie: Ich rief ihn an, das hörte kein Mensch, nur er – und die Dämonen mussten weichen! Und dann sang ich, was streng verboten war, ganz laut: „Jesu, meine Freude, / Meines Herzens Weide, / Jesu, meine Zier. / Ach, wie lang, ach lange / Ist
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dem Herzen bange / Und verlangt nach dir!“ Und alle Gefangenen hörten es. Die Wärter sagten kein Wort, dass ich laut sang: „Mag von Ungewittern / Rings die Welt erzittern, / Mir steht Jesus bei!“ Meine Freunde, da habe ich etwas gespürt, was das bedeutet, einen lebendigen Heiland zu haben.
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m Westfälischen lebte im vorigen Jahrhundert ein Schuhmacher namens Rahlenbeck. Den hat man bloß den „Fienen-Pastor“, den „Pietisten-Pfarrer“ genannt, weil er mit großem Ernst in der Nachfolge Jesu stand. Er war ein gewaltiger und gesegneter Mann. Eines Tages besuchte ihn ein junger Pfarrer. Rahlenbeck sagte zu ihm: „Herr Pfarrer, Ihr Theologiestudium garantiert auch noch nicht, dass Sie ein Kind Gottes sind. Sie müssen den Heiland aufnehmen!“ Da antwortete der Pfarrer: „Ja, den Heiland habe ich. Ich habe sogar ein Bild von ihm im Studierzimmer hängen.“ Darauf erwiderte der alte Rahlenbeck: „Ja, an der Wand ist der Heiland ganz ruhig und friedlich. Aber wenn Sie den in Ihr Herz und Leben aufnehmen, dann gibt’s Rumor!“ Ich wünsche Ihnen, dass Sie diesen herrlichen Rumor erleben, wo das Alte stirbt und man als Kind Gottes den Vater im Himmel preisen kann, weil man weiß, wozu man auf der Welt ist, wo man als Kind Gottes den Vater im Himmel ehren kann mit Werken, Worten und Gedanken.
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purgeon, der gewaltige englische Erweckungsprediger, hat es einmal so ausgedrückt: „Der Glaube ist ein sechster Sinn.“ Sehen Sie: Wir haben fünf Sinne, um diese Welt zu erkennen: Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken, Riechen. Das sind die fünf Sinne, mit denen wir diese dreidimensionale Welt erkennen können. Ein Mensch, der nur mit diesen fünf Sinnen lebt, der fragt: „Wo soll Gott sein? Ich sehe ihn nicht. Und Jesus sehe ich auch nicht. Ich glaube das alles nicht!“ Wenn uns nun Gott durch seinen Heiligen Geist Erleuchtung gibt, dann kriegen wir den sechsten Sinn. Dann können wir nicht bloß sehen, hören, fühlen, schmecken und riechen, sondern dann können wir auch die andereWelt erkennen. Die Bibel sagt: „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen.“ Das kann der sechste Sinn!
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inder sind hilflos. Und wir sind es auch. Wie sollen wir fertig werden mit den Problemen der Welt? Wie sollen wir fertig werden mit unseren Trieben, unseren Wünschen und Sehnsüchten? Wie sollen wir fertig werden mit unserem Leben und unserem Sterben! Und wie mit der Schuld unseres Lebens? Hilflos sind wir! Und nur wer das erkennt, begreift, warum uns Gott seinen Sohn gesandt hat zum Heiland. Jesus sagt, Gott habe es „den Weisen und Klugen verborgen“ und „den Unmündigen offenbart“. „So ihr nicht werdet wie die Kinder …“, mahnt er. Dass er doch auch uns als „Kindlein“ anreden möchte, weil wir vor ihm die Wirklichkeit unserer Hilflosigkeit erkannt haben und darum auf ihn zueilen!
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