Leseprobe
Irmgard Weth
7x7 Geschichten aus der Neukirchener Kinderbibel Mit Bildern von Kees de Kort
Dieses Buch gehört:
Geschichte Gottes mit seinen Menschen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen die vollständige Neukirchener Kinderbibel. ▲
Leseprobe Diese Ausgabe liegt inzwischen auch in englischer Übersetzung vor, sodass die Geschichten auch zweisprachig erschlossen und vermittelt werden können.
Diese Sonderausgabe
enthält ausgewählte Geschichten aus der Neukirchener Kinderbibel. ▲
Diesind „7x7das Geschichten“ möchten neugierig machen auf dürfen das Buch der die Bücher Kinder kostbarste Gut, das uns anvertraut ist. Wir ihnen gute und seine einzigartige Botschaft. Nachricht von Gottes Liebe erzählen und sie seiner Liebe anvertrauen. Jesus hat selbst dazu eingeladen: „Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht!“ Sie möchten dazu einladen, mit unseren Kindern nach Gott zu fragen und mit ihnen gemeinsam den Weg des Glaubens zu wagen.
▲
▲ ▲
„Eltern brachten ihre Kinder zu Jesus. Aber die Jünger fuhren sie an: „Was wollt ihr Dieser Sonderband bietet nurzueinen ausviel derzugroßen hier? Wollt ihr etwa die Kinder Jesus kleinen bringen? Ausschnitt Die sind doch klein! Die verGeschichte Gottes mit seinen Menschen. Wenn Sie mehr darüber erfahren stehen doch nichts!“ Kinderbibel. wollen, empfehlen wir Ihnen die vollständige Aber Jesus sprach: „Lasst sie! Lasst die Kinder zu Neukirchener mir kommen und wehrt ihnen nicht! Denn sie gehören mehr zu Gott als ihr alle...“ Und er winkte die Kinder zu sich, Diese Ausgabe liegt inzwischen auch in englischer Übersetzung vor, sodass schloss sie in seine Arme, legte die Hände auf sie und segnete sie. die Geschichten auch zweisprachig erschlossen und vermittelt werden können. (nach Markus 10,13-16)
Diese Sonderausgabe
enthält ausgewählte Geschichten aus der Neukirchener Kinderbibel. ▲
Kinder das kostbarste Gut, das uns anvertraut ist. Wir ihnen gute Diesind „7x7 Geschichten“ möchten neugierig machen auf dürfen das Buch der die Bücher Nachricht von Gottes Liebe erzählen und sie seiner Liebe anvertrauen. Jesus hat und seine einzigartige Botschaft. selbst dazu eingeladen: „Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht!“ Sie möchten dazu einladen, mit unseren Kindern nach Gott zu fragen und mit ihnen gemeinsam Wegzudes Glaubens wagen. „Eltern brachten ihreden Kinder Jesus. Aber diezu Jünger fuhren sie an: „Was wollt ihr ▲
▲ ▲
hier? Wollt ihr etwa die Kinder zueinen Jesus kleinen bringen? Ausschnitt Die sind doch zugroßen klein! Die verDieser Sonderband bietet nur ausviel der stehen doch nichts!“ Geschichte Gottes mit seinen Menschen. Wenn Sie mehr darüber erfahren Aber Jesus sprach: „Lasst sie! Lasst Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen Neukirchener Kinderbibel. wollen, empfehlen wir Ihnen die die vollständige nicht! Denn sie gehören mehr zu Gott als ihr alle...“ Und er winkte die Kinder zu sich, Diese Ausgabe liegt inzwischen auch inauf englischer Übersetzung vor, sodass schloss sie in seine Arme, legte die Hände sie und segnete sie. die Geschichten auch zweisprachig erschlossen und vermittelt werden (nach Markus können. 10,13-16)
Kinder sind das kostbarste Gut, das uns anvertraut ist. Wir dürfen ihnen die gute Nachricht von Gottes Liebe erzählen und sie seiner Liebe anvertrauen. Jesus hat Diese Geschichte ist zunächst einedie ganz und garzumenschliche Geschichte, die bestimmt selbst dazu eingeladen: „Lasst Kinder mir kommen und wehrt ihnen nicht!“ ist durch die Ruhelosigkeit und Ziellosigkeit des Menschen. In der Ruhelosigkeit des Menschen seine ihre Tragik. SeitzuBeginn der Menschheitsgeschichte steht er unter „Elternliegt brachten Kinder Jesus. Aber die Jünger fuhren sie an: „Was wollt ihr dem hier? Fluch:Wollt »Unstet und flüchtig sollst seinbringen? auf Erden.« (1. Mose 4, 12) ihr etwa die Kinder zudu Jesus Die sind doch viel zu klein! Die verstehen doch nichts!“ 22.05.12 16:50 Aber Jesus sprach: „Lasst sie! Lasst die Kinder zu mir kommen und wehrt ihnen nicht! Denn sie gehören mehr zu Gott als ihr alle...“ Und er winkte die Kinder zu sich, schloss sie in seine Arme, legte die Hände auf sie und segnete sie. (nach Markus 10,13-16)
120515_Kibi 7x7 AT_fein.indd 2
Leseprobe
INHALT Das Alte Testament Gott macht den Anfang . . . . . . . . . . . . . 5 1. Am Anfang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 2. Mann und Frau . . . . . . . . . . . . . . . . 10 3. Die Schlange . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10 4. Kain und Abel . . . . . . . . . . . . . . . . 12 5. Noah und die Arche . . . . . . . . . . . . 14 6. Der Turm von Babel. . . . . . . . . . . . 17 7. Abraham bekommt ein Versprechen . . . . . . . 19 Gott führt sein Volk . . . . . . . . . . . . . . . . 23 8. Durch das Rote Meer . . . . . . . . . . . 23 9. Hunger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26 10. Am Berg Sinai . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Gott rettet sein Volk . . . . . . . . . . . . . . . 30 11. Saul wird König. . . . . . . . . . . . . . . . 30 12. David . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 13. David und Goliat . . . . . . . . . . . . . . 34 14. David muss fliehen . . . . . . . . . . . . . 37 15. David in der Höhle . . . . . . . . . . . . . 38 16. David in der Wüste. . . . . . . . . . . . . 39 17. David wird König . . . . . . . . . . . . . . 40 18. David bekommt ein Versprechen. . . . . . . . 42
Das Neue Testament Jesus, der Retter, ist da!. . . . . . . . . . . . . 47 19. Gute Nachricht für Zacharias . . . . . 48 20. Gute Nachricht für Maria . . . . . . . . 51 21. Jesus wird geboren . . . . . . . . . . . . . 52 22. Ehre sei Gott! . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
23. Endlich ist er da! . . . . . . . . . . . . . . . 55 24. Der neue König. . . . . . . . . . . . . . . . 56 25. Am Jordan. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58 Jesus hilft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 26. Am See . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 27. Auf der Hochzeit. . . . . . . . . . . . . . . 65 28. Ausgestoßen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66 29. Gelähmt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 30. Zu spät? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 69 31. Im Sturm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 32. Alle werden satt . . . . . . . . . . . . . . . 72 Jesus erzählt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 33. Vom Sämann. . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 34. Vom barmherzigen Samariter . . . . 75 35. Vom verlorenen Sohn. . . . . . . . . . . 77 Jesus muss sterben . . . . . . . . . . . . . . . . 80 36. Hosianna!. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80 37. Jesus räumt auf . . . . . . . . . . . . . . . . 82 38. Jesus wäscht den Jüngern die Füße 83 39. Jesus feiert das Mahl. . . . . . . . . . . . 85 40. Jesus betet in Gethsemane. . . . . . . 86 41. Jesus wird verhaftet. . . . . . . . . . . . . 88 42. Jesus wird verhört . . . . . . . . . . . . . . 89 43. Jesus wird verleugnet . . . . . . . . . . . 90 44. Jesus wird verurteilt . . . . . . . . . . . . 91 45. Jesus wird gekreuzigt . . . . . . . . . . . 93 Jesus lebt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98 46. Jesus erscheint den Frauen . . . . . . 99 47. Jesus erscheint den Jüngern . . . . 100 48. Jesus geht zum Vater . . . . . . . . . 102 49. Gott schenkt seinen Geist . . . . . 103
Anhang
Anhang
. . . . . . . . . .. .. .. . . . . . . . .. .. .. . . . . . . . . . .. .. .. . . 106 Die Geschichten der Bibel . . . . . . . . . 106 Zur Neukirchener Kinderbibel . . . . . 108
3
Leseprobe
Das Alte Testament Leseprobe
Gott macht den Anfang Dies ist die Geschichte, die uns die Bibel erzählt. Sie erzählt von Gott und seinen Menschen und von dem Weg, den er mit ihnen ging. Es ist eine sehr lange Geschichte, die längste und größte und erstaunlichste Geschichte, die uns Menschen bekannt ist. Sie begann schon vor langer Zeit, lange bevor wir geboren wurden,
lange bevor unsere Eltern und Großeltern lebten. Vor vielen, vielen Jahren, als noch kein Mensch auf der Erde lebte, als noch keine Blume und kein Baum auf der Erde wuchs, noch viel, viel früher, als es noch nicht einmal die Erde gab, da war Gott schon da, ganz am Anfang. Mit ihm beginnt diese Geschichte.
5
Leseprobe
1. Am Anfang Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Noch war die Erde öde und ohne Leben. Wasser bedeckte das Land. Und es war überall dunkel.
Da sprach Gott: „Es werde Licht!“ Und es geschah, wie Gott gesagt hatte: Über der Erde wurde es hell. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Er trennte das Licht von dem Dunkel. Und er nannte das Licht „Tag“. Und das Dunkel nannte er „Nacht“. Da wurde es Abend. Die Erde lag wieder im Dunkeln. Der e rste Tag war vorüber.
Und Gott sprach: „Über der Erde soll ein Himmel entstehen!“ Und so geschah es: Gott spannte das Firmament über die Erde und nannte es „Himmel“. Und Gott sah, dass es gut war, was er gemacht hatte. Wieder wurde es Abend. Der zweite Tag war vorüber.
Und Gott sprach:
„Alles Wasser soll weichen!“
6
Und so geschah es: Das Wasser floss zusammen. Und trockenes Land trat aus dem Wasser hervor. Und Gott nannte das Trockene „Land“. Und das Wasser nannte er „Meer“. Und Gott ließ auf dem Land wachsen Gräser und Kräuter und Bäume aller Art. Und Gott sah, dass es gut war, was er gemacht hatte. Wieder wurde es Abend. Der dr itte Tag war vorüber.
Und Gott sprach: „Lichter sollen am Himmel leuchten bei Tag und bei Nacht!“ Und so geschah es: Am Morgen ging die Sonne auf, strahlend und hell. Und am Abend leuchtete der Mond am Himmel. Und viele Sterne funkelten in der dunklen Nacht. Und Gott sah, dass es gut war, was er gemacht hatte. Da war der vier te Tag vorüber.
Und Gott sprach:
„Tiere sollen das Wasser und die Luft mit Leben erfüllen!“ Und so geschah es: Im Wasser wimmelte es von Fischen, großen und kleinen.
Leseprobe
Und Vögel flogen in Schwärmen herbei und erfüllten die Luft mit ihrem Geschrei. Und Gott sah, dass es gut war, was er gemacht hatte. Er segnete die Fische und Vögel und sprach: „Vermehrt euch! Legt Eier und brütet sie aus! Wasser und Luft sollen von euch erfüllt sein.“ Wieder wurde es Abend. Der fünfte Tag war vorüber.
Und Gott schuf Menschen nach seinem Bild: Mann und Frau. Und Gott segnete sie und sprach: „Vermehrt euch! Breitet euch aus über die Erde! Alles, was ich gemacht habe, soll für euch da sein, die Bäume und die Früchte, die Fische und die Vögel und die Tiere auf dem Land. Alles soll euch gehören, euch und allen Menschen, die auf der Erde leben werden. Aber ihr sollt mir gehören.“
Und Gott sprach:
Und Gott sah auf alles, was er gemacht hatte. Es war alles sehr gut.
Und so geschah es: Gott schuf die Tiere die auf dem Land leben, große und kleine flinke und lahme, wilde und zahme, alles, was kriecht und was Beine hat.
Da wurde es Abend. Der sechste Tag war vorüber.
„Auch auf dem trockenen Land sollen allerlei Tiere leben!“
Und Gott sah, dass es gut war, was er gemacht hatte.
Zuletzt aber schuf Gott
die Menschen. Gott sprach: „Ich will Menschen machen, die mir gleichen. Über alle Tiere will ich sie stellen.“
Am sieb ten Tag aber ruhte Gott und vollendete sein Werk. Gott segnete den siebten Tag und sprach: „Dieser Tag soll mein Tag sein. Alle Arbeit soll ruhen an diesem Tag!“ So wurden Himmel und Erde durch Gott geschaffen. Alles, was in dieser Welt ist, kommt von ihm. 1. Mose 1
7
Leseprobe
Gottes gute Erde
8
Leseprobe
Und Gott sah auf alles, was er gemacht hatte. Es war alles sehr gut.
9
Leseprobe
2. Mann und Frau So schuf Gott den Menschen: Er machte ihn aus Erde und hauchte ihm Leben ein. Und Gott ließ ihn wohnen in Eden, in einem Garten mit vielen Bäumen und köstlichen Früchten. Der Mensch durfte ihn pflegen und seine Früchte ernten. Der ganze Garten war für ihn da. Da sprach Gott: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein bleibt. Ich will ihm eine Gefährtin geben, die ihm gleich ist, die zu ihm gehört und die ihn versteht.“ Und Gott brachte Tiere zu ihm. Und der Mensch gab ihnen Namen, jedem Tier einen besonderen Namen. Aber unter allen Tieren fand sich kein Tier, das dem Menschen gleich war. Mit keinem konnte er reden. Und kein Tier konnte den Menschen verstehen. Da ließ Gott den Menschen in einen tiefen Schlaf sinken. Und als er aufwachte, da war eine Frau bei ihm. Gott hatte sie ihm gegeben. „Endlich!“, rief er froh. „Das ist sie, meine Frau, der Mensch, der mir fehlte!“
10
Nun war der Mensch nicht mehr allein. Nun gehörten sie für immer zusammen: Frau und Mann, Mann und Frau. Gott hatte sie füreinander geschaffen. 1. Mose 2
3. Die Schlange Adam und Eva hießen die Menschen, die Gott geschaffen hatte. Sie lebten miteinander in Frieden. Sie kannten keine Angst und auch keine Schmerzen. Es fehlte ihnen an nichts. Gott war bei ihnen und sorgte für sie wie ein Vater für seine Kinder. Alles hatte Gott den Menschen gegeben. Alles, was im Garten wuchs, durften sie ernten und essen. Nur eines hatte Gott verboten: Mitten im Garten stand ein besonderer Baum, der „Baum der Erkenntnis“. Wer von diesem Baum aß, wusste, was gut und böse ist. Dieser Baum gehörte nur Gott. Gott hatte zu Adam gesagt: „Alle Früchte dürft ihr essen. Aber von diesem Baum sollt ihr keine Frucht essen. Sonst werdet ihr sterben.“
Leseprobe
Aber eines Tages geschah es: Eva ging mit Adam im Garten umher. Plötzlich hörte sie eine Stimme. Sie schaute sich um. Da entdeckte sie eine Schlange. Die sah sie listig an und flüsterte ihr zu: „Wie? Dürft ihr keine Früchte essen? Hat Gott das gesagt?“ „Aber nein“, widersprach Eva. „Alles dürfen wir essen. Nur von dem Baum in der Mitte sollen wir nichts essen. Gott hat gesagt: ‚Esst nicht davon! Rührt seine Früchte nicht an! Sonst müsst ihr sterben.‘“ Aber die Schlange flüsterte: „Nein, glaubt mir! Ihr werdet nicht sterben. Das hat Gott nur so gesagt. Aber es ist nicht wahr. Sondern ihr werdet wie Gott sein, so klug wie Gott selbst.“ Da sah Eva den Baum an. Wie verlockend seine Früchte waren! Eva streckte die Hand aus pflückte eine Frucht, biss hinein und gab sie ihrem Mann. Der nahm die Frucht und aß auch davon. Auf einmal gingen den beiden die Augen auf. Plötzlich erkannten sie, dass die Schlange sie betrogen hatte. Sie schauten sich erschrocken an.
Da sahen sie, dass sie nackt waren. Schnell rissen sie ein paar Feigenblätter ab und banden sie sich um. Schon kam der Abend heran. Da hörten sie, wie Gott durch den Garten ging. Voll Angst liefen sie davon und versteckten sich zwischen den Bäumen. Aber Gott hatte sie längst gesehen. „Adam“, rief er, „wo bist du?“ Zitternd kam Adam aus seinem Versteck hervor. „Adam“, sprach Gott, „hast du von dem Baum gegessen?“ „Ja“, gab Adam zu, „ich habe es getan. Aber Eva war schuld daran. Sie gab mir die Frucht.“ „Eva“, sprach Gott, „warum hast du das getan?“ „Ich war nicht schuld“, wehrte sich Eva. „Die Schlange war schuld. Sie hat mir gesagt, dass ich von dem Baum essen darf.“ Da sprach Gott zur Schlange: „Verflucht sollst du sein, weil du das getan hast. Die Tiere werden dir aus dem Weg gehen und die Menschen dir feind sein.“ Und zu Eva sprach Gott: „Du wirst viel Mühe haben in deinem Leben. Kinder wirst du gebären, aber mit Schmerzen.“
11
Leseprobe
Und zu Adam sprach er: „Auch du wirst es schwer haben. Felder wirst du bebauen. Aber Dornen und Disteln werden darauf wuchern. Und deine Arbeit wird dich viel Schweiß kosten.“ Nun war mit einem Mal das Leben mit Gott zu Ende. Adam und Eva mussten den Garten verlassen. Gott selbst wies sie hinaus. Gerne wären die beiden wieder zurückgekehrt. Aber Engel mit feurigen Schwertern bewachten den Zugang zum Garten. Doch Gott ließ auch jetzt seine Menschen nicht los. Er erhielt sie am Leben und gab ihnen alles, was sie zum Leben brauchten: Kleider aus Fellen, um sie vor Kälte zu schützen, und Korn und Früchte, um ihren Hunger zu stillen. Aber der Tag war noch fern, an dem Gott selbst zu den Menschen kommen würde, um sich mit ihnen zu verbinden für immer… 1. Mose 3
4. Kain und Abel Adam und Eva lebten nun fern von Gott. Doch eines Tages geschah, was Gott gesagt hatte: Eva gebar einen Sohn. Sie nannte ihn Kain. Bald darauf gebar sie noch einen Sohn, den nannte sie Abel. Kain wuchs heran und wurde ein Bauer. Er arbeitete auf dem Feld wie sein Vater, säte und erntete das Korn. Abel aber wurde ein Hirte. Er führte die Schafe auf die Weide und sorgte für sie. Kain und Abel hatten Gott nie gesehen. Aber sie dachten oft an ihn. Sie brachten ihm Opfer und dankten ihm für alles, was er ihnen zum Leben gab. Wenn Abel opferte, wählte er das schönste Schaf aus, schlachtete es und legte es auf einen Altar, den er aus Steinen gebaut hatte. Dann schob er dürre Zweige unter das Schaf, zündete das Opfer an und betete zu Gott, sobald Rauch zum Himmel aufstieg. Und Gott sah auf Abels Opfer und freute sich daran. Wenn aber Kain opferte, dann legte er auf den Altar
12
Leseprobe
Körner und Früchte, die er geerntet hatte. Auch er zündete sein Opfer an und betete zu Gott. Aber es schien, als sähe Gott sein Opfer nicht.
Gib Acht, was du tust!“ Doch Kain hörte nicht auf Gott. Er lockte Abel aufs Feld, fiel über ihn her und schlug auf ihn ein, bis er tot war.
Da dachte Kain bei sich: Jetzt weiß ich es sicher. Gott liebt nur Abel. Mich hat er nicht lieb. Sein Gesicht wurde ganz finster. Er konnte Abel gar nicht mehr ansehen, so wütend war er auf ihn. Schließlich fasste Kain einen furchtbaren Plan: Abel musste sterben! Tag und Nacht sann er darüber nach.
Nun war es geschehen. Abel lag am Boden und rührte sich nicht mehr. Auf einmal war es totenstill auf dem Feld. Schnell verscharrte Kain seinen Bruder in der Erde.
Aber Gott sah, was Kain plante. Er warnte ihn: „Kain, was hast du vor? Warum blickst du so finster?
Aber plötzlich – rief da nicht jemand? Erschrocken sah Kain sich um. Er konnte niemanden entdecken. Gott war es, der ihn rief: „Kain, wo ist Abel, dein Bruder?“ „Wie soll ich das wissen?“, gab Kain zurück. „Soll ich denn meinen Bruder hüten wie ein Hirte sein Schaf?“
13
Leseprobe
Doch Gott sprach zu Kain: „Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit zum Himmel und klagt dich an. Nun musst du fliehen. Aber wohin du auch fliehst, nirgendwo kannst du bleiben.“ Da erst begriff Kain, was er Furchtbares getan hatte. Seinen eigenen Bruder hatte er umgebracht. Schnell machte er sich auf und lief davon. Aber wohin? Er wusste es selbst nicht. Er floh von Ort zu Ort, immer weiter. Nirgendwo fand er Ruhe. Überall hatte er seinen toten Bruder vor Augen. Sein Leben lang konnte er ihn nicht mehr vergessen. Gott aber gab Kain ein Zeichen an seine Stirn und schützte ihn, solange er lebte. Nun waren Adam und Eva wieder allein wie am Anfang. Doch Gott ließ sie auch jetzt nicht allein. Er schenkte ihnen noch einen Sohn: Set. Der wuchs heran und hatte selbst Kinder. Und auch seine Kinder bekamen wieder Kinder. So entstand bald ein großes Volk. 1. Mose 4
14
5. Noah und die Arche Bald dachten die Menschen nicht mehr an Gott. Sie spielten sich auf, als seien sie selbst Gott, und verdarben alles, was er gemacht hatte. Sie raubten und mordeten und machten sich nichts daraus. Jeder dachte nur an sich selbst und tat, was ihm allein nützte. Da tat es Gott Leid, dass er die Menschen gemacht hatte. Und er sprach zu sich: „Ich will die Menschen mitsamt der Erde verderben. Denn sie sind alle von Grund auf verdorben.“ Nur einer war anders: Noah. Er hörte auf Gott und lebte, wie Gott es gefiel. Da sprach Gott zu Noah: „Bau dir ein Schiff! Denn bald wird es regnen, so viel, dass alles Land im Wasser versinkt. Auch die Blumen und Bäume, sogar die Tiere und Menschen, alles, was lebt, wird ertrinken. Aber dich will ich am Leben erhalten, dich und deine Frau und deine drei Söhne mit ihren Frauen.“ Da hörte Noah auf Gott. Und er baute die Arche, ein riesiges Schiff, so hoch wie ein Haus,
Leseprobe
drei Stockwerke hoch, mit zahllosen Kammern, mit Tür und Fenster und einem richtigen Dach. Danach sprach Gott: „Nun wähle von allen Tieren je ein Paar aus und bringe sie in die Arche hinein! Denn auch sie will ich am Leben erhalten.“ Und schon kamen sie an, Löwen und Schafe, auch Vögel und Käfer, alles, was kriecht und was Beine hat. Von allen brachte Noah je ein Paar in die Arche, wie Gott gesagt hatte. Auch schaffte er für die Tiere gewaltige Mengen an Futter herbei. Darauf ging Noah selbst in die Arche hinein, er, seine Frau und seine drei Söhne mit ihren Frauen. Und Gott schloss die Tür zu. Sieben Tage lang blieb es still auf der Erde. Dann verschwand die Sonne hinter den Wolken. Der Himmel wurde ganz schwarz. Ein furchtbarer Regen brach los. Es schüttete. Es goss in Strömen. Die Flüsse traten über die Ufer. Sie überschwemmten das Land. Menschen und Tiere ertranken. Bald stand alles Land unter Wasser.
Und immer noch hörte der Regen nicht auf. Das Wasser stieg höher und höher, bis zu den höchsten Bergen empor. Schließlich war nichts mehr zu sehen, nur Wasser, ein unendliches Meer. Aber die Arche schwamm auf dem Meer, ruhig und sicher. Kein Tropfen Wasser drang in sie ein.
* Vierzig Tage lang dauerte der furchtbare Regen. Da dachte Gott an Noah und setzte dem Regen ein Ende. Der Himmel riss auf. Die Wolken verschwanden. Und am blauen Himmel strahlte wieder die Sonne. Aber noch war alles Land von den Fluten bedeckt. Tage und Wochen vergingen. Das Wasser sank nur ganz langsam. Die Arche trieb immer noch ziellos dahin. Endlich, nach vielen Wochen, lief sie auf einen Berg auf. Der lag noch ganz unter Wasser. Aber nach und nach trat die Spitze des Berges aus dem Wasser hervor. Nun wusste Noah: Bald ist es so weit. Er öffnete das Fenster und ließ eine Taube hinausfliegen. Aber am Abend kam die Taube zurück. Sie hatte kein Futter gefunden.
15
Leseprobe
Da wartete Noah noch eine Woche. Danach ließ er noch einmal die Taube hinausfliegen. Und wieder kam sie zurück. Aber diesmal hielt sie ein Ölblatt im Schnabel, als wollte sie sagen: „Seht doch, die Bäume tragen schon wieder Blätter!“ Noch eine Woche verging. Danach ließ Noah noch einmal die Taube hinausfliegen. Aber diesmal kam sie nicht mehr zurück. Da deckte Noah das Dach ab und schaute hinaus. Und sieh da: Das Land war überall trocken. Und Gott sprach zu Noah: „Nun geh aus der Arche, du und deine Frau und deine drei Söhne mit ihren Frauen, dazu alle Tiere!“
16
Da machte Noah die Tür weit auf. Menschen und Tiere stürmten hinaus. Wie schön war die Erde wieder! So schön wie am Anfang! Aus dem Boden spross grünes Gras. Und überall blühten Blumen. Da baute Noah einen Altar und brachte Gott Opfer. Gott hatte sein Versprechen gehalten und alle am Leben erhalten, Menschen und Tiere. Wie dankbar war Noah dafür! Aber was hatte Gott in Zukunft mit ihnen vor? Würde er die Erde noch einmal vernichten? Doch Gott sprach zu Noah: „Ich will die Erde nicht mehr verderben. Nie mehr soll es so eine große Flut geben. Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte,
Leseprobe
Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Und wenn noch einmal ein großes Unwetter kommt, sodass ihr euch fürchtet, dann schaut auf zum Himmel! Dort steht in den Wolken mein Bogen. Er ist das Zeichen, dass ich mein Versprechen halte.“ Und als Noah aufschaute, da sah er am Himmel einen großen Regenbogen. Der spannte sich über die Erde von einem Ende zum andern und leuchtete in allen Farben. Da dankte Noah Gott für sein großes Versprechen. Und er fing wieder von vorn an. Er pflügte die Erde, legte Äcker und Weinberge an, säte und pflanzte. Und Gott ließ wachsen und reifen, was er gepflanzt hatte. 1. Mose 6–9
6. Der Turm von Babel Bald gab es wieder viele Menschen auf der Erde. Sie sprachen dieselbe Sprache und wohnten in Zelten. Wo es ihnen gefiel, schlugen sie ihre Zelte auf und ließen sich nieder.
Eines Tages zogen sie nach Osten und kamen in die Ebene Schinar, in ein weites und fruchtbares Land. Da riefen die Menschen: „Hier gefällt es uns. Hier wollen wir bleiben.“ Und sie sagten zueinander: „Auf, worauf warten wir noch? Wir wollen Häuser bauen aus festen Steinen, richtige Häuser mit Dächern, Fenstern und Türen.“ Und sogleich fingen sie an. Sie formten Steine aus Lehm, brannten sie in der Hitze und fügten die Steine zusammen. Aber die Menschen riefen: „Auf, wir bauen noch mehr! Eine Stadt wollen wir bauen mit Häusern, Straßen und Plätzen und einer Mauer ringsum. Dann bleiben wir für immer zusammen.“ Und sogleich fingen sie an und bauten die Stadt Babel, eine riesige Stadt mit vielen Häusern, Straßen und Plätzen und einer dicken Mauer ringsum. Aber die Menschen riefen: „Auf, wir können noch mehr! Einen Turm wollen wir bauen, so hoch wie der Himmel! Dann sind wir die Größten, und alle Welt redet später von uns.“ „Ja, das ist gut“, riefen alle begeistert. „Auf, worauf warten wir noch?“ Und sogleich fingen sie an, schleppten eifrig Steine herbei
17
Leseprobe
und setzten einen Stein auf den andern. Der Turm wuchs. Er wurde höher und höher. Bald ragte er über die ganze Stadt. Aber die Menschen riefen: „Noch höher! Viel höher! So hoch wie der Himmel! Wir geben nicht auf.“ Aber Gott sah herab auf die Stadt und den Turm. Er sah, was die Menschen planten. Da sprach er zu sich: „So sind die Menschen. Immer mehr wollen sie haben. Nie ist es ihnen genug. Am Ende wollen sie wie Gott selbst sein.“ Und Gott ließ geschehen, was keiner gedacht hätte: Die Menschen bekamen untereinander Streit.
18
Keiner konnte mehr den andern verstehen. Jeder sprach nur noch seine eigene Sprache. Schließlich sprach niemand mehr mit dem andern. Da warfen die Leute ihre Arbeit hin und zogen aus der Stadt, jeder in eine andere Richtung. Der Turm aber blieb zurück, halb fertig und verlassen. Und alle, die später vorübergingen, zeigten auf ihn und sagten: „Seht doch den Turm von Babel! Seht, was sich die Menschen damals ausgedacht haben! Sie wollten zusammenhalten. Aber sie wurden zerstreut. Sie wollten groß und stark sein. Doch was ist von ihnen geblieben?“ 1. Mose 11, 1–9
Leseprobe
7. Abraham bekommt ein Versprechen Die Menschen hatten sich von Gott abgewandt. Es schien, als blieben sie nun für immer von Gott getrennt. Aber Gott ließ seine Kinder nicht los. Er machte einen neuen Anfang mit einem Mann namens Abraham. Ihm gab Gott ein großes Versprechen. Abraham war ein Hirte. Er wohnte in der Stadt Haran und war sehr reich. Er hatte viele Schafe, auch Ziegen, Kühe und Kamele, dazu Knechte und Mägde, die für die Tiere sorgten. Nur eines fehlte Abraham: Er und seine Frau Sara hatten kein Kind. Eines Tages aber sprach Gott zu Abraham: „Geh, Abraham! Geh weg von hier! Zieh in ein anderes Land, das ich dir zeigen werde. Dort will ich ein großes Volk aus dir machen. Ich will dich segnen. Und durch dich sollen alle gesegnet werden, alle Menschen auf dieser Erde.“ Da hörte Abraham auf Gott, nahm Abschied von seinen Verwandten und brach von Haran auf, wie Gott gesagt hatte.
Sara, seine Frau, und Lot, der Sohn seines Bruders, begleiteten ihn, dazu alle seine Knechte mit allen Kühen, Kamelen, Ziegen und Schafen. Es wurde eine lange, beschwerliche Reise. Der Weg führte durch heiße Wüsten und über kahle Berge. Abraham kam nur langsam mit seinen Tieren voran. Auch wusste er nicht, wohin ihn der Weg führte. So zog er immer weiter und wartete, bis Gott ihm das Land zeigte, das er suchte. Endlich kam Abraham in das Land Kanaan. Es war ein Land mit sanften Hügeln und grünen Tälern. Dort ließ sich Abraham nieder und schlug sein Zelt auf bei einer großen Eiche. Da sprach Gott zu Abraham: „Schau, Abraham! Dies ist das Land, das ich dir versprochen habe. Dieses Land will ich deinen Nachkommen schenken.“ Abraham horchte auf. Was hatte Gott gesagt? Deinen Nachkommen will ich dieses Land schenken? Aber er hatte doch gar keine Kinder! Sollten er und Sara etwa noch ein Kind bekommen?
19
Leseprobe
Im neuen Land
20