Skip to main content

148805

Page 1

Lance Lambert

Den

Den Guten Kampf Guten kämpfen

Kampf kämpfen

„Ja, ich komme bald!“ (Offb. 22, 20)


Lance Lambert

Den

Guten Kampf kämpfen „Ja, ich komme bald!“ (Offb. 22, 20)

Azar GbR, Schwarzauer Str. 56, 83308 Trostberg www.azarnet.de


Alle Bibelzitate stammen aus der Übersetzung von Franz Eugen Schlachter, es sei denn, sie sind anderweitig gekennzeichnet (EÜ = Einheitsübersetzung; GN = Gute Nachricht Elb = Elberfelder; NKJV = New King James Version; Hfa = Hoffnung für alle).

DEN GUTEN KAMPF KÄMPFEN LANCE LAMBERT Original: WARRING THE GOOD WARFARE © 2013, Two-fish Publications Corona, California Two-fishPublications@gmail.com German translation published by permission © 2015 Azar GbR Schwarzauer Str. 56, 83308 Trostberg, Germany www.azarnet.de Eine Co-Produktion zwischen AZAR GbR und IFI-Deutschland (Intercessors for Israel) www.ifi-deutschland.org Alle Rechte vorbehalten 1. Auflage Januar 2015 ISBN 978-3-944603-03-2 Übersetzung: Heinz-Jürgen und Dorothea Heuhsen Layout: Ewald Sutter, Azar GbR Trostberg Umschlagfoto: © Tom Wang | Dreamstime.com Umschlag: Ewald Sutter, Azar GbR Trostberg Druck: CPI books GmbH, 25917 Leck


Inhalt Vorwort ������������������������������������������������������������������������������������������������ 7 Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung �������������������������������� 9 Kapitel 2: Die göttliche Strategie im Gebetskampf ������������������������ 37 Kapitel 3: Wenn der Feind kommt wie eine Flut �������������������������� 63 Kapitel 4: Der Ruf Gottes zur Fürbitte ������������������������������������������ 93 Kapitel 5: Kämpfe den guten Kampf (1) �������������������������������������� 121 Kapitel 6: Kämpfe den guten Kampf (2) �������������������������������������� 145 Kapitel 7: In der ganzen Waffenrüstung Gottes stehen ���������������� 169


Vorwort Dieses Buch enthält mehrere Botschaften zum Thema geistliche Kriegführung, die zu verschiedenen Zeitpunkten entstanden und an unterschiedlichen Orten weitergegeben worden sind. Der alttestamentliche Bezug ist meinem Verständnis nach die Wendung „... alle, die in den Dienst (auch Kriegsdienst) treten, um die Arbeit am Zelt der Begegnung zu verrichten“ (4 Mose 4,23) oder als direkte Übersetzung aus dem Englischen „den Kampf des Dienstes führen.“ Im Neuen Testament bezog sich meinem Verständnis nach der Apostel Paulus auf jene alttestamentliche Stelle, als er an Timotheus schrieb, er solle „den guten Kampf kämpfen“ (1 Tim 1,18). Es gibt nichts Lebensnotwendigeres oder strategisch Bedeutsameres als zu lernen, diesen guten Kampf zu kämpfen. Während wir uns zunehmend in die Endzeit hineinbewegen, muss die erlöste, aus Gott geborene und durch den Heiligen Geist mit Kraft ausgerüstete Gemeinde Gottes wissen, wie sie den Willen Gottes in jeder Situation, die ihr begegnet, durchsetzen kann – sei es auf internationaler, nationaler oder lokaler Ebene. Die Niederschriften, aus denen das vorliegende Buch erstellt wurde, sind, wie bereits erwähnt, Botschaften, die zu verschiedenen 7


Den guten Kampf kämpfen

Zeitpunkten in unterschiedlichen Teilen der Welt gegeben worden sind. So kommt es, dass Wiederholungen der Beispiele, die diese Wahrheiten veranschaulichen – ebenso wie die Wahrheiten selbst, die für dieses Thema zentral sind – auftauchen. Sie mögen zuweilen hilfreich und zuweilen ermüdend sein! Ich bitte den Leser um Nachsicht. Ich möchte Craig und Inja Lewis aus Kalifornien danken, die diese Botschaften gesammelt und zusammengestellt haben, weil sie davon überzeugt waren, dass es wichtig sei, sie in Buchform herauszubringen. Ich habe auch Helen Reis aus Jerusalem zu danken, die sich gewissenhaft bemüht hat, sie zu überarbeiten. Mein Dank gilt ebenso Michael Hungerford aus Nord Carolina, der eine große Hilfe beim ersten Bearbeiten und Abtippen war. Ich möchte auch Shirley Harrison und Geoffrey Pittman, beide aus Virginia, für die wertvolle Hilfe danken, die sie geleistet haben. Möge der Herr selbst dieses Buch gebrauchen, um uns unsere Berufung bewusst zu machen, gute Soldaten des Herrn Jesus, des Messias, zu sein und den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen. – Lance Lambert Jerusalem, April 2013 P.S. Die hier vorliegende deutsche Ausgabe enthält sieben der insgesamt vierzehn Botschaften des Buches zu diesem Thema. Unsere Auswahl war davon bestimmt, welche Inhalte uns für den betenden Leib im deutschsprachigen Raum nützlich und vorrangig erschienen. Wir hoffen und beten, dass sie ein Anstoß zum tieferen Verständnis dieser Zusammenhänge sein mögen. – Heinz-Jürgen Heuhsen Gießen, Januar 2015

8


Kapitel 1 Ziel und Waffen der Kriegsführung 2 Kor 10,4-5 „... denn die Waffen unsrer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott (oder mächtig in der Gegenwart Gottes oder mächtig vor Gott) zur Zerstörung von Festungen, so dass wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich wider die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangen nehmen zum Gehorsam gegen Christus.“ 1 Tim 6,12a „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, ergreife das ewige Leben, zu welchem du berufen bist.“ 2 Tim 2,3 „Du nun erdulde die Widrigkeiten als ein guter Streiter Christi Jesu.“ Lasst uns beten: Herr, wir sind durch unseren Lobpreis und unsere Anbetung bereits in Deine Gegenwart gekommen. Nun möchten wir einfach jene Salbung, die Du uns zum Sprechen und zum Hören gegeben hast, ergreifen, damit Du uns mit Deinem Wort erreichen und etwas in unsere Herzen hineinlegen kannst. 9


Den guten Kampf kämpfen

Herr, bewahre uns vor meinem eigenen Reden und unserem eigenen Hören. Sei Du vielmehr in einer Weise mit uns und auf uns, dass wir den Dienst Deines Geistes empfangen, der uns nicht nur hilft, Hörer, sondern auch Täter Deines Wortes zu sein. Wir vertrauen uns Dir mit Danksagung im Namen unseres Herrn Jesus an. Amen.

In den Kampf hineingeboren Als Gläubige sind wir in einen Kampf hineingeboren. Das Erste, was wir uns als Kind Gottes bewusst machen müssen, ist die Tatsache, dass der Konflikt und der Kampf, in dem wir uns befinden, viel größer ist als wir selbst. Es geht nicht um etwas, das bloß persönlich mit uns oder unseren Umständen zu tun hat, sondern um etwas, in das du und ich hineingeboren sind, weil uns das Wort Gottes sagt, dass die Welt unter der Macht des Bösen steht (1 Joh 5,19). Wir können deshalb nicht ohne Aufruhr von den Mächten der Finsternis befreit und in das Königreich des Sohnes seiner Liebe (Kol 1,13) versetzt werden. Wir können nicht einfach zusammen kommen und über unseren Glauben und unser Leben durch Ihn sprechen, ohne dass eine gewisse Art von Feindseligkeit oder Widerstand in der Luft liegen. Wir sind in einen Kampf hineingeboren. Von Anfang an ist es wichtig zu verstehen, dass wir in diesem Kampf absolut sicher sind, vorausgesetzt wir gebrauchen das, was uns der Herr gegeben hat. Wenn wir lernen, die ganze Waffenrüstung Gottes anzuziehen und die Waffen unseres Kampfes, die uns gegeben sind, zu ergreifen; wenn wir die Disziplin, das Training und die notwendigen Abhärtungsmaßnahmen des Herrn zulassen, dann haben wir in diesem Kampf absolut nichts zu fürchten, denn es ist wirklich der Kampf des Herrn. Wenn es der Kampf des Herrn ist, dann ist der Ausgang völlig gewiss. Die Frage ist, ob du und ich an diesem Sieg teilhaben oder nicht. Das ist die große Preisfrage.

10


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

Leben in der Zeit der Erfüllung des prophetischen Wortes Gottes Wir, die wir in dieser Generation leben, haben vor jeder anderen Generation der Kirchengeschichte das Vorrecht, in einer Zeit leben zu dürfen, die Propheten, Könige und Apostel herbeisehnten. In unserer Zeit sehen wir mit eigenen Augen die physische und buchstäbliche Erfüllung des prophetischen Wortes Gottes. Wir leben an der Schwelle des Kommens des Messias. Sie alle haben sich danach gesehnt, diese Zeit zu erleben. Sie sind jedoch im Glauben gestorben und haben weder die Verheißung sichtbar erlebt noch auch nur den Beginn ihrer Erfüllung gesehen. Dies ist ein gewaltiges Privileg, das uns gehört. Es ist nicht etwas, was uns Angst machen müsste, sondern worüber wir den Herrn preisen dürfen.

Eine Zeit großer Verantwortung Gleichzeitig bringt dieses Vorrecht auch eine besondere Verantwortung mit sich, denn unser Herr Jesus hat uns nicht nur einmal, sondern wiederholt davor gewarnt, dass die letzte Phase der Weltgeschichte voller besonderer und eigentümlicher Probleme und Schwierigkeiten sein würde. So sagte Er uns zum Beispiel, dass es alle möglichen falschen Prophetien und falschen Propheten geben würde. Er sprach sowohl von vielerlei kultischen Strömungen und Vermischungen von Christlichem und Weltlichem als auch von Fälschungen, die beanspruchen, den Herrn Jesus zu repräsentieren und behaupten, sie seien der Christus und würden Sein Wort und Seine Wahrheit repräsentieren. Wir fangen an, all diese Dinge vor unseren Augen zu sehen, weshalb es außerordentlich wichtig ist, dass du und ich kämpfen lernen, oder wie es in 4. Mose 4,23b heißt: „den Kampf des Dienstes zu kämpfen“ (wörtlich aus dem Englischen). Wir müssen lernen, wie wir diesen guten Kampf des Glaubens tatsächlich kämpfen und das ewige Leben ergreifen können, zu dem

11


Den guten Kampf kämpfen

wir nicht nur persönlich sondern auch gemeinschaftlich berufen sind. In diesen letzten Tagen kommt alles zur Reife. Das Unkraut reift und der Weizen reift. Alles bewegt sich auf sein festgesetztes Ende zu. Die Ernte des Bösen und die Ernte des Guten sind überall sichtbar. Es gibt alle möglichen Dinge, die zu unserer Zeit und in unserer Generation erfüllt werden müssen. Gott muss Seine Absichten mit dem Leib Jesu zur Erfüllung bringen. Er muss uns aufbauen und durch diese Tage von Aufruhr, Irrtum, Verwirrung und sogar Schwäche führen, um uns dahin zu bringen, dass wir in Seiner Kraft und durch Seine Gnade überwinden. Geistlicher Kampf ist erforderlich. Es wird nicht ohne diejenigen geschehen, die wahre Fürbitter sind, die darum ringen – sozusagen in den Geburtswehen des Geistes Gottes – eine derartige Erfüllung der Absichten Gottes zu bewirken.

Die Predigt des Evangeliums vom Königreich Gottes in aller Welt Es gibt ein Evangelium vom Königreich, das auf der ganzen Welt allen Nationen zum Zeugnis gepredigt werden muss, bevor das Ende kommt. Deshalb müssen wir erwarten, dass die Mächte der Finsternis alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um die Predigt des Evangeliums vom Königreich in aller Welt zu verhindern. Diese Mächte der Finsternis werden auf die eine oder andere Weise versuchen zu verhindern, dass das Evangelium vom Königreich in den verschiedenen Regionen der Welt gepredigt wird. Deshalb müssen du und ich lernen, wie dieser „Kampf des Dienstes“ zu kämpfen ist, damit die Absichten Gottes, wie Jesus sie offenbart hat, erfüllt werden. Wir wissen, dass es noch viele Bereiche gibt, über die ich sprechen könnte, in denen es nötig ist, dass Gottes Absichten und Sein Wort zur Erfüllung kommen; aber diese Erfüllung wird nicht 12


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

geschehen, bis du und ich gelernt haben, wie der Gebetskampf geführt wird. Ich habe keinen Zweifel daran, dass eine Gemeinschaft wie diese, die in der Schlichtheit zusammen kommt, mit der ihr euch trefft, nicht zusammen bleiben kann, es sei denn es gibt solche, die den Kampf des Dienstes kämpfen können, um den Raum zu schaffen für das Heranwachsen von Männern und Frauen im Herrn. Denn damit Spaltungen beseitigt, Sondergruppen aufgehoben, Trennwände durch das vollbrachte Werk Jesu beseitigt werden können und beseitigt bleiben, ist geistliche Kampfführung nötig. Wenn eure Kinder eine reale Begegnung mit dem Herrn haben sollen – nicht ein Christentum aus zweiter Hand –, sondern eine eigene, direkte Beziehung zu Jesus; wenn sie Ihn kennenlernen und Zeugen für ihn in einer zunehmend heidnischen und dämonisierten Welt sein sollen, sind Gläubige erforderlich, die den Kampf des Dienstes um sie führen können.

Richtige Prioritäten setzen Das ist unsere Situation, und deshalb ist dieses Thema der geistlichen Kriegführung so enorm wichtig. Wie interessant ist in diesem Zusammenhang folgende Prophetie aus Jesaja 21,11-12: „Wächter, ist die Nacht bald hin? Wächter, ist die Nacht bald hin? Der Wächter spricht: Der Morgen ist angebrochen, und doch ist es noch Nacht! Wenn ihr fragen wollt, so fragt; kommt bald wieder!“ Als Erstes: wir sollten unsere Augen auf den Morgen richten, nicht auf die Nacht. Wir erwarten einen Morgen, auf den wir uns freuen – nicht eine Nacht. Wir blicken auf den Tag des Herrn, dem wir entgegengehen – nicht auf die Nacht, die wir erdulden müssen. Gott sei Dank dafür! Mir gefällt diese Aussage „so fragt“, denn es gibt nur wenige Gläubige, die ein Verständnis für die Zeit haben, in der wir leben. Nur wenige fragen den Herrn im Licht Seines 13


Den guten Kampf kämpfen

Wortes nach dem, was denn wirklich geschieht, und empfangen Verständnis. Wir müssen uns umwenden. Viele von uns beschäftigen sich mit den falschen Dingen – unsere Prioritäten sind falsch. Wir schauen oft in die falsche Richtung und sind an falsche Prioritäten gebunden. Wir müssen noch einmal hinschauen, unsere Prioritäten ordnen und uns in die Richtung bewegen, in die der Herr uns bewegen will.

Eine Offenbarung über den geistlichen Charakter dieser Welt Das Erste, was ich zur geistliche Kriegführung ansprechen möchte, ist die für uns alle bestehende Notwendigkeit einer grundlegenden Offenbarung über den geistlichen Charakter dieser Welt, ohne die wir die Bedeutung des Gebetskampfes niemals verstehen werden. In christlichen Kreisen gibt es die Vorstellung (vergebt mir, ihr gottesfürchtigen älteren Frauen), dass Gebet eine Sache für alte Frauen sei. Angeblich ist es nichts, wofür sich junge Männer begeistern. Ja, es wäre beinahe unnormal, wenn sich ein junger Kerl voller Lebenskraft in den Gebetskampf investieren würde. Das erscheint lächerlich und liegt daran, dass wir die Vorstellung haben, Gebetskampf sei nichts wirklich Normales, sondern man müsse dazu ein Mystiker sein, in Wolkenkuckucksheim leben, ein bisschen sonderbar oder etwas exzentrisch sein. Dann könnte man sich stundenlang ins Gebet zurückziehen. In Wahrheit jedoch sind wir zum Gebetskampf berufen, und bevor nicht die Männer diese Berufung ergreifen, können auch die Frauen nicht völlig in ihre Berufung hineinkommen, weil der Gebetskampf Männer erfordert, die an vorderster Front stehen. Das ist sehr wichtig. Bitte, versteht mich nicht falsch. Ich sage damit nicht, dass die Schwestern nicht beten können. Doch ist es erforderlich, dass wir alle – Junge und Alte, Männer und Frauen – gemeinsam beteiligt sind.

14


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

Unser Kampf richtet sich nicht gegen Fleisch und Blut Warum fühlen sich nur wenige Menschen zum Gebet hingezogen? Weshalb nehmen nur so wenige wahr, dass Gebet derart entscheidend ist? Es liegt daran, dass diese Welt weithin als eine Welt aus Fleisch und Blut angesehen wird. Man denkt, alles sei eine Sache von Zeit und Sinneswahrnehmung. Das sei diese Welt. Man versteht nicht, dass die wesentlichen Dinge dieser Welt Zusammenhänge sind, die wir nicht sehen können. Alles was wir nicht mit diesen Augen sehen, mit diesen Händen fühlen und mit diesen Ohren hören können, sind die Dinge, die am wichtigsten sind. Deshalb heißt es im Epheserbrief: „unser Kampf richtet sich nicht wider Fleisch und Blut, sondern wider die Herrschaften, wider die Gewalten, wider die Weltbeherrscher dieser Finsternis, wider die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Regionen“ (Eph 6,12).

Herrschaften Was sind diese Herrschaften? Wir können sie nicht sehen, nicht mit diesen Händen berühren oder mit diesen Ohren hören. Wir können einen Mao Tse Tung hören, wir können einen Stalin hören, wir können einen Lenin hören – doch wenn wir dabei stehenbleiben, sehen und hören wir nur Fleisch und Blut. Dasselbe gilt für Ayatollah Khomeini oder Oberst Gaddafi oder die New Age Bewegung. Wir denken, es handele sich lediglich um Fleisch und Blut oder um einen seltsamen neuen Kult. Wenn uns jedoch bewusst wird, dass diese Welt ihrem Wesen nach eine geistliche Welt ist, erkennen wir, dass hinter dem Islam oder dem Marxismus eine geistliche Macht steht. Es handelt sich nicht um ein „es“, sondern um eine Person, ein Engelwesen mit tatsächlicher Intelligenz. Es handelt sich nicht um eine Art tierische Macht, die mit viel Lärm verscheucht werden kann, sondern um ein hochintelligentes, geschaffenes, gefallenes Wesen.

15


Den guten Kampf kämpfen

Weltbeherrscher dieser Finsternis Weltbeherrscher dieser Finsternis. Das bedeutet, dass z.B. hinter dem Humanismus eine Herrschaft steht, ein Weltbeherrscher dieser Finsternis. Offensichtlich steht auch hinter dem Satanismus eine derartige Macht. Wenn Gott die Augen unseres Herzens anrührt und öffnet und wir zum ersten Mal durch Fleisch und Blut hindurch auf das sehen, was dahinter steht, werden wir zu Fürbittern. Erst in dem Augenblick, in dem du und ich verstehen, dass diese Welt eine geistliche Welt ist, erkennen wir, dass die einzige Möglichkeit, Einfluss auf sie auszuüben, im Einsatz geistlicher Mittel besteht.

Geistlicher Kampf hinter den Kulissen Betrachten wir zum Beispiel eine Jugendarbeit, in der wir vielleicht mitarbeiten. Es gibt keinen Durchbruch; es ist hart wie Granit. Junge Leute kommen, junge Leute gehen – nichts kommt wirklich vorwärts, sie sind mit nichts zu erreichen. Sie werden nicht brennend im Geist, bei Bekehrungen werden sie nicht mit dem Geist gefüllt, die Arbeit schleppt sich dahin. Dann überlegen wir: was können wir noch für die jungen Leute tun? Wir veranstalten ein Tischtennisoder Fußballturnier, wir gehen gemeinsam Schwimmen ... Damit halten wir die jungen Leute zwar bei der Stange, doch sie entwickeln sich geistlich nicht weiter. D.h. nicht, dass ich gegen Fußballturniere, Schwimmen oder ähnliche Aktivitäten bin. Tatsache jedoch ist, dass, wenn es in dieser Situation Menschen gäbe, die hinter den Kulissen die Mächte, die die Jugendarbeit blockieren und einen Durchbruch verhindern, vertreiben könnten, etwas geschehen würde. Dasselbe gilt für Kinder. Du kannst Kinder lehren und lehren – und nichts bleibt hängen. Ich bin zwei Jahre jeden Sonntag zur Kinderstunde gegangen und habe es geschafft, in dieser Zeit absolut nichts zu lernen. Als die Zeit um war, konnte ich noch nicht einmal das Vaterunser. Natürlich hatte ich auch nie die Bibel gelesen. Ich 16


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

musste hingehen, weil meine Schwester dort hin wollte und meine Mutter mir auftrug, sie zu begleiten. Deshalb ging ich mit meiner Schwester in diese Kinderstunde, doch ich lernte absolut nichts. Es ging zum einen Ohr hinein und zum anderen heraus. Dennoch danke ich Gott für ein oder zwei Menschen, denen dieser dunkelhaarige Junge mit seinen großen Augen und dessen dunkelhaarige Schwester mit ihren noch größeren Augen aufgefallen waren, und die für uns gebetet haben, dass Gott bei uns durchkommen und uns erretten möge. Schließlich hat Er es in einer höchst außergewöhnlichen Weise getan. Das ist Gebetskampf. Manchmal gibt es einen Geist der Spaltung in einer Gruppe, und es rumort und rumort. Es gibt Trennungen, Streit, einen Geist von Parteiungen, und alle denken: „Ja, soundso verursacht die Probleme“ – bis wir plötzlich erkennen, dass das Ganze geistliche Ursachen hat. Ein Feind ist an der Arbeit und versucht, das gesamte Werk zu zerstören. Wir können uns beim Predigen den Mund fusselig reden, wir können Versammlungen abhalten und unsere Lieder singen, doch der Geist der Parteiungen wird weiter wirken, bis er die Arbeit und das Zeugnis zerstört hat. Die Ursache dieser Zerstörung ist, dass es keine Gläubigen gibt, die gelernt haben, eine Sache durchzubeten, d.h. herauszufinden, was genau das Werk zerstört, und dann an ihm im Namen des Herrn „das geschriebene Urteil zu vollstrecken“. Das ist geistlicher Kampf. Einer meiner Freunde, ein begabter Evangelist, war auf einer großen Evangelisationstour in Finnland. Er veranstaltete keinen Firlefanz, sondern hatte eine echte Gabe zur Evangelisation. In den ersten drei Tagen wurde keine einzige Person errettet. Der Himmel war wie Blei. Sie hatten einen Chor, das Wort wurde gepredigt, und auch sonst lief alles völlig richtig – doch niemand wurde errettet. In der vierten Nacht hatte er plötzlich eine Eingebung und sagte zu seinem Übersetzer: „Lass uns hinter der Bühne auf die Knie gehen und Gott

17


Den guten Kampf kämpfen

anflehen, dass Er sich über uns erbarmt.“ Die zwei Brüder gingen hinter der Bühne auf die Knie und beteten von ganzem Herzen für die vielen, vielen Menschen, die sich in dem Sportstadium versammelt hatten – die Schwere blieb. Es war undurchdringlich und sie beteten: „Herr, Du musst etwas tun. Du musst es tun.“ Da sprach der Herr zu seinem Herzen: „Ein Geist ist gekommen, der gesagt hat: ‚Bis hierher und nicht weiter‘.“ Die zwei Männer besprachen sich und waren sich einig: „Wir können im Namen des Herrn die Macht dieses Geistes brechen“. Sie identifizierten den Geist, der die Evangelisationsveranstaltungen behinderte, zerrten ihn ans Licht und vertrieben ihn im Namen des Herrn! An diesem Abend wurden Tausende errettet. So ging es weiter, und es hatte mächtige Auswirkungen auf die gesamte große finnische Stadt. Offensichtlich wurde dieser Mann zum Fürbitter. Er lernte die größte Lektion seines Lebens. Er hatte entdeckt, dass man predigen und predigen und schwitzen und schwitzen und sich die Finger wund arbeiten kann, ohne ein Ergebnis zu erzielen. Diese beiden Brüder, die für die Evangelisation verantwortlich waren und vor Gott Autorität besaßen, mit der Sache umzugehen, waren auf ihre Knie gegangen und hatten den Herrn gesucht, und er hatte begonnen, ihnen etwas zu offenbaren. Dann gingen sie die Situation im Namen des Herrn an und der Widerstand brach. Wie erklären wir das? Es waren dieselben Menschen, derselbe Chor, dieselben Sänger, derselbe Prediger, derselbe Übersetzer. Alles war genauso wie am Abend zuvor, als nichts geschah. Doch in jener Nacht gab es einen Durchbruch, der Abend für Abend anhielt, bis Tausende den Herrn gefunden hatten. Ist es überspannt, zu sagen, dass ein paar Minuten Gebet die gesamte Situation verändert haben? Allerdings war es kein sentimentales Gebet gewesen sondern geistlicher Kampf. Die Art des Kampfes, von der wir im Epheserbrief lesen, wird manchmal als Grimms Märchen abgetan. Oder vielleicht denkt je-

18


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

mand, dass so etwas zur Kultur von Paulus vor 2000 Jahren gehört hat, jedoch nichts mit uns heute zu tun hat. Alles sei ein Märchen und gehöre in die Welt von Kobolden und ähnlichen Dingen. Gewiss gibt es dies alles heute in unserer wunderbaren, modernen Zeit, in der wir leben, nicht mehr. Wirklich? – Es führt zu unserer Zerstörung, wenn wir nicht erkennen, dass wir es mit derselben Macht zu tun haben, die heute sogar in noch stärkerem Maße als vor 2000 Jahren wirkt. Die Weltbeherrscher dieser Finsternis beschleunigen ihre Aktivitäten, weil sie wissen, dass sie nur noch wenig Zeit haben. Deshalb müssen wir – du und ich – diese Lektion lernen!

Die Waffen unseres Kampfes sind mächtig in der Gegenwart des Herrn In 2. Korinther 10,3-5 lesen wir: „Denn ob wir schon im Fleische wandeln ... die Waffen unsrer Ritterschaft sind nicht fleischlich, sondern mächtig durch Gott zur Zerstörung von Festungen, so dass wir Vernunftschlüsse zerstören und jede Höhe, die sich wider die Erkenntnis Gottes erhebt, und jeden Gedanken gefangen nehmen zum Gehorsam gegen Christus.“ Was sind diese Festungen, die zerstört werden? Was sind diese Waffen, die mächtig sind durch Gott, oder mächtig in der Gegenwart Gottes? Anders ausgedrückt, sie werden nur in der unmittelbaren Gegenwart Gottes wirksam. Wir können diese Waffen nicht als bloße Technik oder Methode betrachten und einfach einsetzen. Wir können sie nur in der Kraft der Gegenwart Gottes gebrauchen. Er muss uns leiten, erfüllen, inspirieren und schützen. Niemand wird im Gebet wirklich effektiv sein, bis er das erkennt. Niemand! Weil wir die Realität dieser geistlichen Mächte nicht wirklich erkennen, ist letztendlich jeder Aufbruch, den Gott in der Geschichte Seiner Gemeinde gegeben hat, mit der Zeit institutionalisiert und formalisiert worden – und schließlich gestorben. Wir sind keine Ausnahme.

19


Den guten Kampf kämpfen

Es wird auch uns ebenso passieren, wenn wir diese einfache Lektion nicht lernen.

Eine entscheidende Offenbarung ist nötig Lasst uns jene erstaunliche Geschichte des hebräischen Propheten Elisa ansehen: Der König von Syrien war außer sich, dass jeder Hinterhalt, den er gegen die israelische Armee geplant hatte, entdeckt und seine Kommandotruppen getötet wurden. Er rief sein gesamtes Kabinett zusammen und verkündete: „Niemand verlässt diesen Raum, bis herausgefunden ist, wer von euch der Verräter ist.“ „Aber“, sagten sie alle, „wissen eure Majestät nicht, dass es einen Propheten in Israel gibt? Sein Name ist Elisa.“ Der König hatte gedacht, es gäbe eine Art Abhöranlage in seinem Palast, weil es so aussah, als ob Israel alles, was er mit seinem obersten Heerführer oder jemandem anderen besprach, erfuhr. Deshalb fragte er: „Wer ist dieser Prophet?“ „Elisa.“ „Und was hat er mit der Sache zu tun?“ „Nun“, sagten sie, „durch den Geist Gottes hört er alles, was du in deinem Schlafzimmer redest.“ „Oh!“ sagte der König, „das werden wir ändern.“ Er sandte eine Einheit seiner Elitetruppen nach Dotan, um Elisa zu umzingeln, und befahl: „Bindet ihn und bringt ihn zu mir. Dann werden wir sehen, was für eine Art von Macht dieser Mann besitzt.“ Die Truppen machten sich nachts auf den Weg und umzingelten den Hügel, wo der arme Elisa fest in seinem Bett schlief. Sein Diener war ein junger Mann, der früh am Morgen aufstand, um ihm, wie alle guten Diener, das Frühstück zuzubereiten. Während er das Frühstück vorbereitete, fiel sein Blick plötzlich aus dem Fenster, wo er eine Bewegung bemerkte.

20


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

Er schaute genauer hin und rief: „Syrer! Das sind syrische Soldaten.“ Dann ging er leise zum anderen Fenster und sah noch mehr Syrer. Von jedem Fenster aus sah er mehr Syrer. „Oh!“ rief er. „Das ist schrecklich! Wir sind umzingelt! Die Syrer haben uns im Schlaf umzingelt.“ Er rannte zum alten Propheten, rüttelte ihn und sagte. „Herr! Wir sind erledigt. Die Syrer haben uns umzingelt.“ Nun hätte Elisa sagen können: „Setz dich mal hin, mein lieber Mann. Ich werde dir etwas über geistliche Kriegführung beibringen.“ Oder er hätte sagen können: „Verstehst du nicht, dass die Mächte des Himmels viel stärker sind als die des Königs von Syrien?“ Er hätte mit ihm 1. Mose, 2. Mose, 3. Mose, 4. Mose und ein paar andere Schriftstellen durchgehen und den armen Mann am Boden zerschmettern können. Das hätte überhaupt nichts geholfen, weil er bereits in Panik war. Elisa sprach das kürzeste Gebet in der Bibel: „Herr, öffne ihm die Augen!“ Das ist ein sehr kurzes Gebet, aber es kommt von Herzen und trifft den Punkt. „Herr, öffne ihm die Augen!“ Und in diesem Augenblick öffnete der Geist die Augen von Elisas Diener, sodass er plötzlich die ganze Bergflanke voller Heerscharen oder Armeen des Herrn sah. Und – sie waren zahlreicher als die Syrer. Wie erstaunlich ist das! Glaubst du, dass sie vorher schon da gewesen sind? Glaubst du, dass die Öffnung der Augen von Elisas Diener die Situation verändert hat? Überhaupt nicht! Jene Armeen des Himmels waren bereits in Stellung gewesen, doch Elisas Diener konnte sie nicht sehen. Nun, genau das ist es, was auf viele von uns zutrifft. Wir erkennen die geistlichen Mächte, die da wirken, nicht – weder den Geist des Herrn noch die geistlichen Mächte der Finsternis. Doch wenn unsere Augen geöffnet würden, könnten wir plötzlich erkennen: „Dies ist der Kampf des Herrn. Wir können in diesen Kampf nicht erfolglos sein, weil es des Herrn Kampf ist!“ Wir wissen, dass Elisa schließlich zu seinem Diener sagte: „Lass uns beten.“ Dann betete er: „Herr! Schlage sie alle mit Blindheit.“

21


Den guten Kampf kämpfen

Zuerst bat er darum, dass seinem Diener die Augen geöffnet würden, dann bat er, dass die syrische Einheit mit Blindheit geschlagen würde – und so geschah es. Darauf sagte er: „Geh hinaus, binde sie mit einem Seil zusammen, damit wir sie zum König von Israel führen.“ Es ist eine höchst erstaunliche Geschichte. Meinst du nicht, dass wir in Situationen geraten, die wir durch unser eigenes Nachdenken unnötig kompliziert machen? Wir sagen: „Ach du liebe Zeit! Was ist bloß in unserem Werk passiert? Was ist nur in der Gemeinde los?“ Wir machen uns viele Gedanken, wägen das Für und Wider ab, probieren dieses und jenes. Nichts funktioniert wirklich. Alles wird nur komplizierter. „Wie sollen wir damit umgehen? Was sollen wir tun?“ Wir geraten immer mehr in Schwierigkeiten und alles wird nur schlimmer. Dann werden wir schließlich depressiv und haben die Situation nicht mehr im Griff. Wir denken: „Was passiert hier bloß? Ich verstehe gar nichts mehr. Hat mich der Herr im Stich gelassen? Warum greift Er nicht ein?“ Ein paar Worte im Gebet könnten die ganze Situation ändern. Das ist es, was ich damit meine, dass ‚eine entscheidende Offenbarung’ nötig ist.

Das Ziel Gottes in diesem Kampf Das Zweite ist das Ziel Gottes in diesem Kampf. In einem Krieg oder einer Schlacht ist es gut zu wissen, was die Absicht des Herrn ist. Was ist das Ziel des Herrn? Das göttliche Ziel in diesem Krieg ist – ihn zu gewinnen. Das ist eigentlich sehr einfach und erfordert nicht soviel Klugheit. Gottes Absicht in diesem Krieg ist, dass er gewonnen werden soll. Nun möchte ich euch ein anderes Geheimnis wissen lassen. Das größte Problem für den Herrn, Sein Ziel in diesem Krieg zu erreichen, sind nicht die Dämonen, die geistlichen Mächte, die Fürstentümer, die Weltbeherrscher dieser Finsternis oder die Scharen böser Geister an himmlischen Orten. Es sind du und ich. Wir sind unglaublich. Normalerweise verbringen wir unsere Zeit damit, in

22


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

die falsche Richtung zu schießen, wobei wir oft sogar aufeinander schießen. Wir sind das größte Problem für den Herrn. Ich habe mich oft gefragt, warum der Herr uns errettet hat, weil Er genauso viele „Probleme“ errettet hat, wie es Gläubige gibt. Doch wie wir bereits gesagt haben: Das Ziel des Herrn in diesem ganzen Krieg ist, ihn zu gewinnen.

Jesus hat den Kampf gewonnen Nun müssen wir erkennen, dass der Herr Jesus diesen Kampf bereits gewonnen hat und sich zur Rechten Gottes gesetzt hat. Ich weiß, dass dies für einige echt schwer zu verstehen ist – doch dieser Kampf ist tatsächlich bereits gewonnen. Erinnert ihr euch daran, als Jesus sagte: „Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden“ (Joh 12,31)? Manchmal denken wir: hinausgeworfen? Er ist hinausgeworfen? Was für eine Art von Hinausgeworfensein ist das? Wir sehen den Kreml, den Islam oder den Humanismus und tausend andere Dinge. Wir haben all die Probleme in unseren Gemeinden und denken: „Wo ist der Feind hinausgeworfen?“ Aber Jesus kämpft tatsächlich nicht. Er hat Platz genommen. Er hat gewonnen. Hier kommt das Geheimnis. Wir lesen es in Kolosser 2,14b-15: „er löschte die gegen uns bestehende Schuldschrift ... indem er sie ans Kreuz heftete. Als er so die Herrschaften und Gewalten auszog, stellte er sie öffentlich an den Pranger und triumphierte über sie an demselben.“ Mir gefällt dieses Wort besonders in der Übersetzung von Conybeare: „Er zog die Fürstentümer und Gewalten nackt aus, stellte sie öffentlich zur Schau und triumphierte über sie durch sein Kreuz.“ Dies ist das Bild eines nach Rom zurückkehrenden triumphierenden siegreichen Feldherrn zur Zeit des römischen Reiches. Hinter seinem Kampfwagen gingen alle Könige und Mächtige, die er gefangen hatte – und zwar nackt. Dieses Bild gebraucht Paulus an dieser Stelle. Er sah Jesus als den absoluten Sieger über all jene Fürs-

23


Den guten Kampf kämpfen

ten und Gewaltigen, die sozusagen an Seinen Kampfwagen gekettet nackt daherliefen. Sie waren erledigt! Lasst uns noch einmal Hebräer 2,14b-15 ansehen: „... damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der des Todes Gewalt hat, nämlich den Teufel, und alle diejenigen befreite, welche durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden.“ Dies ist ein wunderbares Wort. Ich liebe es. Durch den Tod machte er den zunichte, der die Gewalt über den Tod hatte. Mit anderen Worten: Jesus hat das Werk Satans völlig zerstört. Er hat es zunichte gemacht. Er hat daraus ein absolutes Nichts, eine Null, gemacht. Nun – Null ist Null. Egal wie oft man die Null multipliziert, das Ergebnis bleibt Null. Jesus hat durch den Tod den zunichte gemacht, der die Macht über den Tod hat. Jesus hat diesen Sieg gewonnen! Was für eine gewaltige Sache ist das!

Unsere Aufgabe: den absoluten Sieg des Herrn kundzutun Ich denke an Psalm 110,1: „Der HERR sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße.“ Im Neuen Testament ist dies der am häufigsten wörtlich zitierte messianische Psalm! Es wird uns gesagt, dass er in Jesus erfüllt wurde, als Er zur Rechten der Majestät in der Höhe auffuhr. Wir wollen uns darüber noch einmal klar werden. Gottes Ziel in diesem Krieg ist, ihn zu gewinnen. Und vom Wort her sehen wir, dass Jesus den Krieg bereits gewonnen und sich hingesetzt hat. Unsere Aufgabe ist jedoch, diesen vollkommenen Sieg Jesu kundzutun und ihn in irdischen Situationen durchzusetzen. Das können wir jedoch nur, wenn wir es sehen. Sobald wir dies mit den Augen unseres Herzens sehen, sagen wir nicht bloß: „Herr, sei Sieger, Herr, sei Sieger, Herr, sei Sieger.“ Es ist ein Schritt weiter. Geistlicher Kampf findet dann statt, wenn wir vortreten und sagen: „Der Herr ist Sieger

24


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

in dieser Situation.“ Wir können die spezifische Situation, die Beziehung, das Problem oder, was immer es ist, nennen und sprechen: „Über dieses Problem ist Jesus Herr!“ Das ist eine Deklaration, eine Proklamation. Genau genommen ist jede Abendmahlsfeier eine derartige Proklamation. Wir verkünden allen unsichtbaren Mächten, dass Jesus den Sieg gewonnen hat. Darum hasst Satan das Abendmahl. Mit der Taufe verhält es sich ebenso. Sie ist eine Deklaration des gewonnenen Sieges Jesu. Er hat eine gesamte alte Schöpfung beiseite getan und eine neue Schöpfung ins Leben gerufen. Er hat den alten Menschen beiseite getan und den neuen Menschen ins Leben gerufen. Das ist der Grund, weshalb der Feind die Taufe hasst.

Jesus ist zum Haupt über alles gesetzt Dies gibt uns Verständnis dafür, weshalb es im Epheserbrief heißt: „und ihn zum Haupt über alles der Gemeinde gab, welche sein Leib ist, die Fülle dessen, der alles in allen erfüllt“ (Eph 1,22b-23). Nun könnte man sagen: „Rede keinen Unsinn. Er ist nicht Haupt über alles. Wenn man unter der Herrschaft des Kreml lebt, kann man nicht sagen, Er ist Haupt über den Kreml.“ O doch! Wenn der Herr sagt: „Deine Zeit ist abgelaufen“, wird der Kreml verschwinden. Wenn der Herr sagt, dass die Zeit des Marxismus in China beendet ist, dann ist sie beendet. Und wenn der Herr schließlich das Wort über den Antichristen sprechen wird, wird Er ihn mit dem Hauch Seines Mundes töten. Das ist der absolute Sieg Jesu. „... wobei er alles unter seine Füße tat und ihn zum Haupt über alles der Gemeinde gab, welche sein Leib ist“ (Eph 1,22-23a). Wo ist der Leib? Da ist Sein Haupt und Seine Füße, aber wo ist der Leib? Er ist dazwischen. Wo bist Du? Alle Dinge sind unter Seinen Füßen, und Er ist Haupt über alles für die Gemeinde. Deshalb können wir es so ausdrücken: „die in Ihm sind“. 25


Den guten Kampf kämpfen

Stehen – Widerstehen – Stehen In Epheser 6,10.11a finden wir die Worte: „Im übrigen, meine Brüder, erstarket im Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt.“ Stehen! Es heißt nicht kämpft, sondern steht. Geht nicht vorwärts – steht. Wogegen sollen wir stehen? Gegen die listigen Anschläge des Teufels, gegen die Strategien des Teufels, gegen die Kunstgriffe des Teufels. „... damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen könnt. So steht nun ...“(Eph 6,13b.14a). Sicher ist hierin eine Botschaft enthalten – „steht, widersteht, steht“. Warum hat er nicht gesagt: „geht vorwärts“? Warum heißt es – steht? Weil – „er alles unter seine Füße tat und ihn zum Haupt über alles der Gemeinde gab, welche sein Leib ist“, deshalb steht. Wo stehen wir? In Ihm. Wir widerstehen, stehen, und nachdem wir alles getan haben, stehen wir – in Ihm. Verlasse deine Position in Ihm nicht. Verlasse diesen Ort der Geborgenheit in Ihm nicht. Dort ist der Sieg. Von dieser Position aus sollen wir den Willen des Herrn kundtun und das Wort des Herrn aussprechen! Sei spezifisch. Sei nicht allgemein. Wenn Gott dir ein Wort in Bezug auf eine spezifische Situation gibt, setze es ein!

Das Schwert des Geistes Lasst uns das Wort anschauen: „Bei dem allen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr alle feurigen Pfeile des Bösewichts auslöschen könnet ... und das Schwert des Geistes, nämlich das Wort Gottes. Bei allem Gebet ... betet jederzeit im Geist“ (Eph 6,16-18a). Wir sollen das Schwert des Geistes nehmen, welches das Wort Gottes ist. Nun wissen wir, dass dieses Buch vom Heiligen Geist verfasst ist. Das glaube ich von ganzem Herzen. Ich weiß, dass es objektiv die Wahrheit ist, auch wenn ich nicht alles verstehe. Es ist objektive Wahrheit, es ist inspiriert, es ist genau und es ist das mit 26


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

Seiner Autorität erfüllte Wort Gottes. Aber du kannst nicht einfach mit der Bibel nach dem Teufel werfen. Manche Christen meinen, alles was sie tun müssten sei, irgendetwas zu nehmen und es dem Feind entgegen zu schleudern – als ob damit etwas ausgerichtet würde. Nein, der Heilige Geist muss dieses Buch nehmen, eine Verheißung oder Aussage daraus für Dich mit Leben erfüllen – und zwar in Verbindung mit einer bestimmten Situation – bis du weißt, es ist vom Herrn. Wie oft habe ich erlebt, dass der eine geheilt wurde und der andere nicht. Und meiner Erfahrung nach wurde häufig um die Personen, die nicht geheilt worden war, viel Emotion, Lärm und Wirbel gemacht. Doch haben sie den Herrn nicht gehört. Jedes Mal aber, wenn der Herr Sein Wort sandte, heilte er. Das ist die Aussage in Psalm 107, 20a: „Er sandte sein Wort und machte sie gesund.“ Wenn der Herr einer Person konkret ein Wort gibt, enthält dies die Kraft, die Absicht Gottes in diesem Menschen real zustande zu bringen. Kein Wort des Herrn fällt jemals zu Boden. Kein Wort des Herrn ist ohne Kraft. Kein Wort, das aus Seinem Mund hervorgeht, wird leer zu ihm zurückkehren, sondern wird das bewirken, wozu es gesandt wurde. Deshalb müssen du und ich unsere Bibel kennen lernen. Wir müssen daraus auswendig lernen und sie studieren, denn dann hat der Heilige Geist sehr viel mehr Material, das Er gebrauchen kann. Wenn du auf den Knien bist, kann Er ein Wort in deinem Herzen lebendig machen, das du seit Wochen nicht gelesen hast, es kommt dir in Erinnerung, in deinen Geist, und in diesem Augenblick weißt du: dies ist das Wort! Wenn andere es hören, werden auch sie berührt. Da hast du das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist. Es ist so leicht zu denken, dass wir nur emotional sind, wenn wir einer bestimmten Situation gegenüber stehen. Vielleicht ist es etwas, das uns alle emotional berührt, aber wenn der Herr Sein Wort gibt und es in der Gemeinde bestätigt wird, dann wissen wir, dass wir in dieser Angelegenheit das Schwert des Geistes haben. 27


Den guten Kampf kämpfen

Wir haben hier die einzige Angriffswaffe, die in Epheser 6 erwähnt wird. Alles andere dient der Verteidigung – die Waffenrüstung, der Schild und alle anderen Teile. Bei diesem Schwert des Geistes handelt es sich jedoch um das griechische Kurzschwert, welches dazu benutzt wurde, dem Feind den Todesstoß zu versetzen. Wenn man ihn niedergerungen hatte, konnte man ihn mit diesem Schwert töten.

Den guten Kampf des Glaubens kämpfen Wenn wir nur lernen könnten, diesen Kampf des Glaubens zu kämpfen; wenn wir nur lernen könnten, wie wir mit diesen Fürstentümern, Mächten und Weltbeherrschern der Finsternis verfahrenen sollen, so würden sich manche eurer familiären Situationen über Nacht ändern. Einige Probleme mit deinen Kindern würden abnehmen und verschwinden. Einige Probleme in unseren Gemeinschaften und Gemeinden würden sich vor der Macht Gottes beugen. Alle möglichen Dinge würden geschehen. Unsere beruflichen, familiären, persönlichen, gemeindlichen Situationen – ja, sogar manchmal nationale Situationen würden auf Grund solcher Gebete verändert, sobald Gott uns in richtiger Weise führen könnte. Wenn wir das lernen könnten, glaube ich, wäre es eines der erstaunlichsten Dinge. Ich erinnere mich daran, dass wir vor Jahren einen Mann in unserer Gemeinschaft hatten, der stark alkoholabhängig war. Er war eine ziemlich schreckliche Person. Man musste mehr oder weniger jede junge Schwester von ihm wegsperren – das war sein Problem. Er ging dann zur Luftwaffe nach Gibraltar, wurde dort sehr depressiv und geriet tiefer in sein Alkoholproblem. Er war schließlich so am Ende, dass er sich irgendwo zwischen Madrid und der Küste auf die Eisenbahnschienen legte und dachte: „Ich werde Schluss machen.“ So legte er sich auf die Schienen wohl wissend, dass nur ein Schnellzug pro Tag verkehrte. Den langsamen Zug wollte er nicht.

28


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

Jedoch kam der Schnellzug nie. Er lag dort mehr als eineinhalb Stunden in der Sonne und wartete, doch der Zug kam nicht, weil es an diesem Tag einen Streik gab. Er stand wieder auf und lief zurück nach Gibraltar. Er hatte eine schwere Depression, die ihn zu einem Selbstmordversuch getrieben hatte, der nun fehlgeschlagen war. Irgendwie lief er jemandem aus der Armee in die Arme, der ein Bibelleser war und ihn zum Herrn führte. Er wurde auf wunderbare Weise errettet und stieß zur Gemeinschaft der Heiligen im Halford House hinzu. Dort hatte er einen ganz speziellen Beitrag, weil alles, was er tat, unglaublich originell war. Eines Tages stand er während der Abendmahlsfeier auf. Man bedenke, dieser Mann war Alkoholiker gewesen und hatte Pferderennen und Wetten geliebt! Er stand also beim Abendmahl auf, um Zeugnis zu geben. Während ich ihm zuhörte, dachte ich: „Ich glaube, ich muss ihn sofort stoppen“. Deshalb sagte ich zu einem anderen Bruder: „Meinst du nicht, wir sollten das beenden?“ Aber Ron antwortete: „Lass ihn noch etwas weiterreden.“ Wir warteten einen Moment und ließen ihn reden. Er sagte: „Gestern war ich von einem Spaziergang im Park auf dem Weg nach Hause. Dort angekommen sah ich, dass meine drei Jungs förmlich vor dem Fernseher klebten. Ich musste gar nicht fragen, worum es ging, denn ich konnte das Donnern der Pferdehufe hören. Gegen besseres Wissen wurde ich selbst auch zum Fernseher hingezogen. Als ich sah, wie die Pferde in die Kurve rasten, kam meine alte Liebe zu Pferderennen wieder hoch. Ich schaute weiter zu und rief: ‚Das Pferd da wird gewinnen! Ja, das da wird gewinnen!‘ Sie galoppierten Runde um Runde. Schließlich sagte der Kommentator: ‚Es ist nicht klar, welches Pferd gewonnen hat; wir müssen warten. Der Zieleinlauf muss noch einmal auf der Aufnahme geprüft werden, erst dann werden wir erfahren, welches Pferd gewonnen hat.‘ Sie warteten ein paar Minuten bis die offizielle Ansage kam: ‚Das und das Pferd hat

29


Den guten Kampf kämpfen

gewonnen. Einige Zuschauer hatten vermutlich gedacht, dass dieses Pferd nicht gewonnen hätte, weil es ein längeres Pferd war als das andere, und weil sein Schwanz weiter hinten zu sehen war als beim anderen Pferd. Da es aber mit der Nase zuerst über die Ziellinie gekommen war, hatte auch seine Schwanzspitze gewonnen.‘“ Dann sagte er: „Der Herr sprach in mein Herz: ‚Fred! Fred! Wenn die Nase über der Ziellinie ist, hat auch das letzte Schwanzhaar gewonnen!‘ Blitzartig wurde mir bewusst, dass ich wie das letzte Haar im Schweif des Herrn bin! Er ist über die Ziellinie gegangen, Er hat gewonnen! Deshalb habe auch ich gewonnen!“ Da ging ein Murmeln durch die Versammlung. Alle hatten verstanden: Wenn der Kopf über die Ziellinie gekommen ist, dann hat auch die Schwanzspitze gewonnen.

Als Leib des Hauptes haben wir gewonnen Wir mögen 2000 Jahre später als die Himmelfahrt des Herrn hinterher kommen und somit wirklich die Schwanzspitze sein – in den allerletzten Tagen des letzten Abschnittes des Zeitalters – dennoch haben wir gewonnen, weil das Haupt sich schon hingesetzt hat. Wir haben gewonnen, weil wir der Leib unseres Herrn Jesus sind. Wenn wir das nur ergreifen könnten, würden wir anfangen zu verstehen, dass wir in einigen Situationen, in denen wir uns befinden, ernsthaft den Herrn suchen müssen. Wir können nicht vorschnell handeln, wie das so häufig geschieht. Sobald wir in eine pfingstliche oder charismatische Versammlung kommen (vergebt mir, ich liebe die Charismatiker und die Pfingstler wirklich sehr), dauert es nicht lange, bis irgendjemand aufsteht und den Feind bindet. Oft habe ich dann das Gefühl, als ob ein Kichern aus der Hölle käme und Satan sagen würde: „Ha, ha, ha, du denkst, du hättest mich gebunden?“ Wenn es nur so wäre, dass der Feind gebunden und ein großer Durchbruch erreicht wäre, wenn solche Leute sagen: „Ich binde 30


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

dich im Namen des Herrn“. Ich wäre begeistert, aber es geschieht nie. Die Schwere ist genau so groß wie vorher. Und wenn du dann gar etwas zu sagen wagst, könnte jemand hinterher zu dir kommen und sagen: „Du hast Furcht auf die Leute gebracht. Jetzt trauen sie sich nicht mehr, dem Teufel zu widerstehen. Dabei werden wir aufgefordert, dem Teufel zu widerstehen, und er wird vor uns fliehen.“

Abhängig vom Befehlshaber Der Punkt ist, dass wir nicht einfach in eine Schlacht hineinrennen und mit unserem Gewehr in alle Richtungen schießen können. Wir haben einen obersten Befehlshaber, dem wir uns völlig unterordnen müssen. Wenn Er sagt: „Hinlegen“, legen wir uns hin. Wenn Er sagt: „Kopf runter“, halten wir unseren Kopf unten in Deckung. Wenn Er sagt: „Gewehr bereit machen“, machen wir es bereit. Und wenn Er sagt: „Noch nicht schießen“, schießen wir nicht. Wenn Er sagt „Feuer!“, dann schießen wir. Und wir schießen nicht irgendwohin, sondern genau dorthin, wohin Er sagt. Das macht doch Sinn, oder?! In unseren Gebetstreffen dagegen schießen wir oft wild durch die Gegend – peng, peng, peng. Das erinnert mich daran, wie hierzulande in unserer Umgebung Hochzeit gefeiert wird. Jeder knallt irgendwie mit Feuerwerkskörpern oder auch mit Gewehrkugeln herum. Manch einer muss tatsächlich auf einer Trage in die nächste Klinik gebracht werden, weil vor lauter Begeisterung und Erregung über die Hochzeit irgendjemand getroffen wird. Es ist einfach unglaublich, was wir tun! Genau dasselbe geschieht bei unseren Gebetstreffen. Wir laden unsere Gewehre, ballern wild in der Gegend herum und treffen uns sogar aufs Geratewohl manchmal gegenseitig. Unglaublich, was wir da tun! Hinterher fragen wir uns, „woran liegt es bloß, dass wir eine ganze Stunde gebetet haben, und es scheint nichts geschehen 31


Den guten Kampf kämpfen

zu sein.“ Offensichtlich haben wir nicht verstanden, dass wir einen Befehlshaber – den Herrn der Heerscharen und Herrn der Armeen – haben. Er erwartet, dass wir unsere Augen auf Ihn richten und auf Seine Befehle warten. Deshalb müssen wir erst einmal fragen: „Herr, was ist Deine Strategie? Was ist Deine Erklärung für das Problem, das wir hier haben? Gib sie uns.“ Bei einem echten Wort der Erkenntnis geht es ja genau darum, dass Gott uns die tatsächlichen Fakten hinter einer Situation offenbart. Dann besteht ein wahres Wort der Weisheit darin zu wissen, was wir mit diesen Fakten tun und wie wir sie anpacken sollen. Danach bekommen wir zum ersten Mal das außergewöhnliche Empfinden in unsere Herzen, dass der Herr handeln wird. Er gibt uns das Wort, und dann können wir mit diesem Wort des Herrn in eine Situation eingreifen und sehen tatsächlich eine Veränderung. Ich glaube deshalb, dass es sich bei diesem Aspekt des Gebets (es gibt ja auch andere Arten des Gebets) um eine geistlich militärische Operation handelt. Man muss ihn in dieser Weise angehen und entsprechend vorgehen. Dazu ist es notwendig, dass sich jeder von uns, der ein Soldat ist, absolut dem obersten Befehlshaber unterordnet. Im Prinzip ist es wirklich sehr einfach, doch wir sind ein derart undisziplinierter Haufen, dass wir es sehr schwierig finden. Wir scheinen Seh-, Hör- und Bewegungsprobleme zu haben – sozusagen geistliche Augenprobleme, geistliche Hörprobleme, geistliche Arthritis und geistliches Rheuma. Das ist unglaublich. Deshalb brauchen wir Heilung vom Herrn in allen diesen Bereichen, so dass wir uns richtig bewegen können.

Geistliche Kriegführung lernen durch persönliche Erfahrung Zum Schluss möchte ich noch eine weitere Geschichte erzählen, die das Ganze vielleicht verdeutlichen kann. Nach meiner Errettung

32


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

wuchs ich geistlich in einer Gruppe auf, die wirklich Eifer und Intensität besaß und von ganzem Herzen betete. Das ist im Prinzip gut, doch das Gebet selbst verlief völlig kreuz und quer. Wir verschossen unsere Munition in jede nur vorstellbare geistliche Richtung. Wir hatten Weltgebetsreisen, wo jemand uns von einem Land zum anderen rund um die Welt führte. Jemand anderes warf alles bereits Gesagte in einem einzigen zwanzig-Minuten-Gebet in einen Topf. Alle Möglichkeiten wurden in der Gebetszeit ausgeschöpft. Dann ging ich nach Ägypten und wurde dort krank. Ich glaube, dass das der Herr war. Als ich mich langsam erholte, sagten die Missionare in Ismailia: „Du solltest nach Port Said gehen und dort bei zwei alten Missionarinnen wohnen“, von denen ich bereits gehört hatte. Die zwei liebenswerten Missionarinnen ermahnten mich und sagten: „Diese Missionarinnen sind die gottesfürchtigsten Frauen im Nahen Ostens, du darfst sie nicht schockieren. Du musst dich sehr gut benehmen, denn sie werden dich sofort zurechtweisen, sobald du nur den Mund aufmachst.“ Die liebe Schwester Susan Hamil fügte hinzu: „Ich denke, Lance, es wäre gut, wenn du einfach den Mund hältst.“ So machte ich mich also auf, um bei diesen erstaunlichen alten Schwestern zu wohnen – beides Missionarinnen im Ruhestand. Sie hatten Verbindung zu Mr. Sparks, durch den ich von ihnen gehört hatte. Ich begann dort etwas höchst Erstaunliches zu erleben. Wenn das Telefon klingelte, hörte ich die eine, die ich Tante Kathleen nannte, am Telefon sagen: „Ja, von wo aus rufst du an? Beirut. Oh, ja, ja was ist los? Warte, ich habe Block und Stift hier. Ja, das Problem ist welches? Ja, ja, gut, Alex und ich werden darüber beten.“ Dann kam ein Anruf aus Algier, und es ging um eine andere Sache. Es trafen Briefe aus den verschiedensten Orten ein, die am Frühstückstisch erörtert wurden – jedoch nicht vollständig. Dennoch konnte ich aus dem, wie sie sprachen, entnehmen, dass es um gewisse Dinge in Assuan in Oberägypten oder woanders ging. Ich staunte nur.

33


Den guten Kampf kämpfen

Einmal kam ein Telefonanruf, und ich hörte plötzlich Kathleen Smythe sagen: „Alex! Gebet!“ Es ging um einen Ort namens Damanhur, und sie sagten: „Es geht um dies und dies und dies.“ Dann sagten sie: „Wir werden jetzt zum Herrn gehen und Ihn fragen, wie Er möchte, dass wir beten sollen.“ Die beiden gingen auf die Knie und ich auch. Sie fingen an, den Herrn zu preisen und fragten Ihn: „Herr, wie sollen wir für diese Sache beten?“ Dann hörte ich sie in ihren Bibeln blätterten. Diese Frauen waren unglaublich; sie waren wandelnde Bibeln. Sie kannten die verstecktesten Verse in Obadja oder Nahum. Plötzlich bekamen sie einen von diesen Versen aus Obadja und sagten: „Schau mal, Alex. Ich glaube, das ist das Wort des Herrn.“ Als sie darauf deutete, antwortete Alex: „Preis den Herrn! Das ist es!“ Ich, der ich damals ein junger Mann von bloß 18 Jahren war, kann das, was geschah, nur beschreiben. Es war wie zwei Personen, die Helmen trugen und sich ruckartig mit einem Gewehr herumdrehten und schossen. Sie begannen in Richtung des Feindes zu feuern. Es war absolut erstaunlich. Dann hörten sie auf und eine sagte zur anderen: „Meinst du, wir sind fertig?“ Die andere sagte dann vielleicht: „Noch nicht ganz.“ Sie schossen weiter und plötzlich priesen beide den Herrn. Von diesen beiden Schwestern habe ich mehr gelernt, als ich an irgendeinem anderen Ort in Jahren gelernt hatte. Ich hatte bereits das Verständnis, dass es meine Pflicht war, zu Gebetsversammlungen zu gehen, weil ich in einer Gemeinschaft von Gläubigen war, die glaubten, es sei die Priorität. Der Pastor pflegte zu sagen: „Egal, was du sonst tust, halte dir die Montagabende frei, weil das der Gebetsabend ist, und es ist das wichtigste Treffen im Leben dieser Gemeinde.“ In Port Said lernte ich, dass diese Welt eine geistliche Welt ist. Ich sage nun nicht, dass jedes einzelne Anliegen, für das diese beiden 34


Kapitel 1: Ziel und Waffen der Kriegsführung

erstaunlichen Schwestern beteten, dann auch in Ägypten geschah. Es gab einige Dinge, für die sie jahrelang beteten, die nicht geschahen. Sie sind jetzt beide in der Gegenwart des Herrn, aber ich habe Dinge beantwortet gesehen, für die sie vor 30 Jahren und mehr in Port Said gebetet haben. Ich sehe die Erfüllung ihrer Gebete heute in Israel, denn sie haben sehr viel für die verschiedenen Städte und Orte in Israel gebetet. Ich lernte von diesen beiden, dass unsere Welt eine geistliche Welt ist, und wenn du dich allein der Führung des Oberkommandierenden unterordnest und so in diesen Kampf ziehst, wirst du tatsächlich Dinge geschehen sehen. Möge Gott uns helfen, etwas aus diesen Lektionen zu lernen, weil ich glaube, es könnte so viel im Leben jeder Gruppe des Volkes Gottes verändern. Ich reise um die ganze Welt, und meine größte Freude ist, manchmal mit Dienern Gottes zusammen zu sein, die an vorderster Front stehen – z.B. in Borneo, Indonesien, Malaysia oder Thailand, wo man wirklich okkulten oder geistlichen Mächten gegenübersteht. Eines der wunderbarsten Dinge ist, Diener Gottes zu finden, die gelernt haben, wie sie zusammen sein und Dinge gemeinsam durchbeten können. Möge der Herr uns helfen. Ich muss euch nicht daran erinnern, dass Margaret Barber (englische Missionarin in China 1866-1930) einen großen Teil ihres Lebens mit einer anderen Schwester im Gebetsdienst verbracht hat, woraus die ganze Arbeit von Bruder Nee entstand. Ich muss euch auch nicht erzählen, dass die betagte Miss Cowie in Indien gemeinsam mit einer anderen Schwester einen Großteil ihres Lebens im Gebet für Indien zugebracht hat, woraus die Arbeit von Bruder Bakht Singh für ganz Indien hervorgegangen ist. Dies sind keine Märchen. Sie führen uns vielmehr mitten ins Herz von allem im Werk des Herrn – und wenn du und ich es verstehen könnten, würden wir wieder die Worte des Apostel Paulus hören: „Leide mit mir als guter Soldat Christi Jesu“ (2 Tim 2,3 EÜ).

35


Den guten Kampf kämpfen

Lasst uns beten: Herr, wir wollen uns Dir anvertrauen, weil wir Dich brauchen. Bitte öffne die Augen unserer Herzen, damit wir zum ersten Mal diese Dinge verstehen und erkennen; damit wir nicht bloß etwas darüber wissen, sondern Dich und diese Dinge erkennen. Herr, ich kann nur das Gebet Elisas beten: Öffne die Augen von jedem einzelnen meiner Brüder und Schwestern hier. Öffne ihre Augen, Herr, damit sie erkennen, dass Du mit uns bist. Wir befehlen Dir dies im Gebet mit Danksagung an im Namen unseres Herrn Jesus. Amen.

36


Lance Lambert

Mein Haus soll ein Haus des Gebets sein

In diesem Buch greift Lance Lambert auf vielfältige Erfahrungen zurück, die er in seinem Leben als Beter und Fürbitter machen konnte. Als 13 Jähriger war er der jüngste Teilnehmer einer Gebetsgruppe, als junger Mann erlebte er in einer kleinen Gruppe, wie der Herr nach jahrelangem kontinuierlichen Gebet einen geistlichen Durchbruch in ihrer Region und darüber hinaus schenkte. Die enge Gemeinschaft mit dem Herrn und mit Geschwistern im Gebet ist bis heute ein zentraler Ausdruck seines geistlichen Lebens. Die vielfältigen Erfahrungen und Einblicke, die schwierigen und auch humorvollen Erlebnisse, die der Herr ihm in den nun fast 70 Jahren als Beter geschenkt hat, machen dieses Buch zu einem kostbaren Schatz für jeden, der enge Gemeinschaft mit dem sucht, der selber der größte Fürbitter ist: „Daher kann er auch bis aufs äußerste die retten, welche durch ihn zu Gott kommen, da er immerdar lebt, um in Fürbitte für sie einzutreten!“ (Hebr 7, 25) Paperback, 304 Seiten ISBN: 978-3-981131-16-1 197


Derek Prince

Die Waffe des Betens und Fastens

In diesem Buch zeigt Derek Prince, wie Christen Weltereignisse durch die einfachen aber wirksamen Werkzeuge des Betens und Fastens verändernd beeinflussen können: „Die Initiative im Hinblick auf das Weltgeschehen liegt bei Gott und Seinem Volk.“ „Gott offenbart uns die Absichten, die Er verfolgt, nicht damit wir passive Zuschauer am Rande der Geschichte sind, sondern uns persönlich mit Seinen Plänen identifizieren können und auf diese Weise an ihrer Erfüllung aktiv mitarbeiten.“ „Die drei endzeitlichen Absichten Gottes sind die Wiederherstellung Israels, die Weltevangelisation und die Vollendung der Braut; der Gemeinde.“ „Die Quelle der Kraft, um diese Ziele zu erreichen, ist vereintes Beten und Fasten.“ Paberback, 176 Seiten ISBN: 978-3-932341-22-9 198


Derek Prince

Geheimnisse eines Gebetskämpfers

Zuversicht und Autorität kommen nicht aus Gebetsformeln, sondern aus dem Glauben. Der Glaube aber hat sein Fundament in der Erkenntnis dessen, was Gott in Seinem Wort verspricht. Und genau das vermittelt Derek Prince in diesem Buch. Durch die gewonnenen Erkenntnisse werden auch Sie als „Krieger(in) Gottes“ mehr Erfolg im Gebet erleben!

Paberback, 260 Seiten ISBN: 978-3-932341-80-5 199


„Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!“Cohen Karen & Chuck (1. Korinther 15, 57)

Heimkehr den Wurzeln s gibt zu für die erlöste, aus Gott gebore-

E

Lance Lambert ist einer der hervorragendsten Bibellehrer und Sprecher in Israel mit ne und durch den Heiligen Geist immer einem weltweiten Lehrdienst. Er wurde 1931 wieder mit Kraft ausgestattete Gemeinde der geboren, wuchs in Richmond (England) auf und bekehrte sich im Alter von 12 Jahren Endzeit nichts Lebensnotwendigeres oder zum Herrn. Er studierte an der Universität strategisch Bedeutsameres als zu lernen, London Afrikanistik und Orientalistik, um sich auf eine Arbeit in China vorzubereiten. was es heißt den guten Kampf zu kämpfen. Doch waren nach der Revolution für ihn, wie Wenn wir unsere Glaubenswurzeln entdecken und erkennen, alle europäischen Missionare, die so Türen Hier scheint uns besonders für die Gemeinde für zur Einreise nach China Er blieb erlangt der Leib Christi Macht und Kraft und Stärke. Die verschlossen. Kirche hat Jesu im deutschsprachigen Raum eine große in England und gründete die Halford House sich fatalerweise im zweiten Jahrhundert vonChristian den Fellowship jüdischen Wurzeln in Richmond.

Dringlichkeit zu bestehen. getrennt. Dadurch wurde die Theologie mitNachdem einerer gefährlichen Miherausfand, dass er jüdischer Herkunft war, wurde erdie 1980Aposisraelischer schung aus Wahrheit und Irrtum regiert. Jesus, Paulus und Möge der Herr dieses Buch gebrauchen, um Staatsbürger und wohnt heute unmittelbar tel haben sich in allbewusst ihren Predigten immer aufvordas AltederTestament, dieMit den Toren Altstadt Jerusalems. uns unsere Berufung zu machen, seinen langjährigen Erfahrungen als Beter hebräische Bibel, bezogen. Nur indem diese inneren Wurzeln nährten, tüchtige Soldaten Jesu, des Messias, zu wer- war und ist Lance von Anfang an bis heute im konnte Geist Gottes benutzen,zuum das Gesetz zuSprecher erfüllen – Leitungskreis und als der Januarden und dender guten Kampf dessieGlaubens konferenzen der Fürbitter für Israel zu finden. bildlich zu erklären und seine wahre Bedeutung klarzumachen. kämpfen. Er ist bekannt für seine endzeitlichen Einsichten, womit er in die Tradition von Watchman hervorragend die tiefen Bedeuaus- Nee und Theodore Austin-Sparks tritt.

Chuck und seine Frau arbeiten Das vorliegende Buch enthält einige tungen des Alten Testaments heraus. ImmerMehrmals wieder diesein im gehen Jahr bringt sie Lanceauf Lambert gewählte, uns sehr hilfreich erscheinende langjährig geschätztes „Middle East Update“ Wurzelbedeutung des jeweiligen Wortes ein. Ein Buch, das in IsraBotschaften von Lance Lambert, die zu un- heraus, in welchem er seine Sicht und sein elkreisen seinen festen Platz haben sollte. Darüberhinaus fürGeschehnisse jeden über die aktuellen terschiedlichen Zeitpunkten an verschiede- Verständnis und Entwicklungen im Nahen Osten im Licht Christen wichtig zu wissen, worauf unser Glaubenshaus gebaut ist. nen Orten der Welt zum Thema geistliche des Wortes Gottes darlegt. Er hat eine VielEs eignet sich für das persönliche Studium,zahl alsvonLeitfaden für HausBüchern geschrieben sowie Videos Kampfführung kreise und gegeben auch zurwurden. Predigtvorbereitung. und CDs produziert. Eine Co-Produktion zwischen AZAR GbR und IFI-Deutschland

200 www.azarnet.de

www.ifi-deutschland.org

Paperback, 320 Seiten ISBN: 978-3-944603-01-8 ISBN 978-3-944603-03-2


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
148805 by Fontis-Shop - Issuu