Peter Helms
Die Saat der VerheiĂ&#x;ung Gottes
© Copyright 2016 by Peter Helms. All rights reserved. © Copyright der deutschen Ausgabe 2017 by Asaph-Verlag 1. Auflage 2017 Titel der englischen Originalausgabe: The Mary Miracle Aus dem Englischen übersetzt von Dorothea Appel Bibelzitate wurden folgenden Übersetzungen entnommen: Neue Genfer Übersetzung © 2011 Genfer Bibelgesellschaft S: Schlachter © 2000 Genfer Bibelgesellschaft EhÜ: Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart NeÜ: Neue evangelistische Übersetzung © 2016 by Karl-Heinz Vanheiden (Textstand 16 01) Umschlaggestaltung: joussenkarliczek, D-Schorndorf Satz/DTP: Fontis Media, Jens Wirth Druck: Müller Fotosatz & Druck, D-Selbitz Printed in the EU ISBN 978-3-95459-015-5 Bestellnummer 148015
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Marias Wunder Vor Weihnachten wird es besonders deutlich, wie unterschiedlich wir die Dinge erleben. Entweder gehen wir auf ein schönes Familienfest zu. Es herrscht eine freudige Erwartung, ein geschäftiges Treiben. Wir bereiten alles für den Besuch von Verwandten oder Freunden vor oder müssen nur noch die letzten Dinge auf einer To-do-Liste abhaken, bevor wir uns selber auf den Weg machen und jemanden besuchen oder aber endlich zur Ruhe kommen und die wohlverdienten freien Tage genießen können. Jedenfalls wird die Vorbereitung und Einstimmung auf Weihnachten als eine besondere und schöne Zeit erlebt. Natürlich ist es auch möglich, dass man völlig anders empfindet. Vielleicht hat man gerade einen Menschen verloren, der einem viel bedeutete. Nach diesem einschneidenden Ereignis wird das Fest diesmal ganz anders sein als noch im vorigen Jahr oder je zuvor. Alles ist fremd und verändert. Man freut sich gar nicht auf die Feiertage, kommt aber nicht darum herum, irgendwie muss man sie hinter sich bringen. Jetzt braucht man die Hilfe von Verwandten oder Freunden. 3
Für wieder andere hingegen ist Weihnachten gleichbedeutend mit viel Arbeit und Stress oder einer großen Unsicherheit und sie hätten es am liebsten schnell hinter sich. Sie wollen nur möglichst bald wieder zum Alltag zurückkehren und da weitermachen, wo sie von den Feiertagen unterbrochen wurden. Wie auch immer diese Zeit bei dir aussieht: Die Weihnachtsgeschichte begann eigentlich, lange bevor Weihnachten überhaupt eine Geschichte war. Sie ist erstaunlich relevant für das, was du glaubst oder nicht glaubst. Wir finden sie im ersten Kapitel des Lukasevangeliums, und obwohl sie in wenigen Minuten gelesen ist, braucht man tatsächlich ein ganzes Leben, um die Prinzipien, die in den wenigen Sätzen dort enthalten sind, zu entdecken und anzuwenden. Ich freue mich darauf, dir zu erzählen, was ich in dieser kurzen Geschichte entdeckt habe. Manche lebensverändernden Gedanken fand ich da, und in meinem Leben und im Leben von Menschen, die mir auf die eine oder andere Weise nahestehen, sah ich aus diesen Gedanken Realitäten werden.
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Schwanger mit Gottes Verheißung Man tut, was man so zu tun hat, man lebt den Alltag – und dann kommt plötzlich etwas, was alle Aufmerksamkeit beansprucht. Das passierte Maria und später auch Josef. Ich bin sicher, dass sie auch in ihren kühnsten Träumen nie mit der Möglichkeit gerechnet hatten, von Gott schwanger zu werden. Und doch geschah genau das. War Maria darauf vorbereitet, erwartete sie so etwas? Und was fing sie mit dieser Erfahrung an?
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Unmöglich! Darum geht es eigentlich in dieser Geschichte. Sieh dir Maria und Elisabeth an. Beide Frauen stehen vor etwas Unmöglichem, und beide erleben sie, wie das Unmögliche zur Tatsache wird. Elisabeth ist wie Sara viel zu alt, um ein Kind zu bekommen, und Maria könnte gar nicht schwanger werden, weil sie noch unberührt ist. Es ist so, als ob Gott sich über die Regeln hinwegsetzt und sagt: Ich werde etwas tun, was in euren Augen unmöglich ist. Und dann sehen wir diese zwei Frauen weit über ihre vorgefassten, stereotypen Vorstellungen und Meinungen hinaus glauben. Sie traten einen Schritt aus dem Gewohnten hinaus – sie ließen zu, dass Gott das Unmögliche tat. Das ist die Herausforderung der Geschichte für uns heute, und deshalb hat sie jedem unter uns, der sich in einer unmöglichen Situation befindet, etwas zu sagen. Was immer deine Herausforderung ist, was immer du in den vergangenen Monaten erlebt hast, was immer du über dich selbst denkst: Die Weihnachtsgeschichte hilft dir, Gott wieder in deine Geschichte zurückzuholen, und das wird dich ermutigen, voll Glauben und Vertrauen auf dich und dein Leben zu sehen. 7
„Als Elisabeth im sechsten Monat schwanger war, sandte Gott den Engel Gabriel zu einer unverheirateten jungen Frau, die in Nazaret, einer Stadt in Galiläa, wohnte. Sie hieß Maria und war mit Josef, einem Mann aus dem Haus Davids, verlobt; Maria war noch unberührt“ (Lukas 1,26–27).
Engel gibt es echt, aber sie kommen auf vielerlei unterschiedliche Weise zu uns. Du magst nicht einmal an ihre Existenz glauben. Aber das ist es ja gerade: Ob du es glaubst oder nicht, sie sind überall! Vielleicht sagst du jetzt: „Mann, Peter, du spinnst ja wohl!“ Moment! Möglicherweise ist deine Vorstellung von Engeln viel zu kompliziert. Das Wort Engel in diesem Text im Lukasevangelium bedeutet einfach „Botschafter“. Nun bin ich überzeugt von der Realität der unsichtbaren Welt, und ich glaube tatsächlich, dass es Engel gibt, obwohl ich bislang erst einmal das Reden eines Engels (hörbar) vernommen habe – was mich vor einer Verletzung oder dem Tod bewahrte. Auf der anderen Seite bin ich auf ganz unterschiedliche Weise schon häufig Engeln begegnet. (Als wir heirateten, sah AnneMarie wie ein Engel aus ...) Ich hatte das Vorrecht, in Form von Freunden, Verwandten und völlig Fremden allerlei Engeln zu begegnen, die mir die Frohe Botschaft überbrachten, welche mein Leben vollkommen verändert hat. Und ich glaube, dass wir alle schon zumindest einige, wenn nicht gar viele solcher Begegnungen hatten. Doch wie auch immer deine Begegnung verlief oder verlaufen wird: Zunächst einmal wollen wir uns ansehen, wie eine echte Engelsbotschaft aussieht. 8
Für Gott ist nichts zu schwer! Eine der ganz uralten Geschichten erzählt uns, wie drei Engel den hochbetagten Abraham und seine greise Frau Sara besuchten. Diese beiden hatten bereits eine Heimsuchung erlebt gehabt, in der Gott ihnen viele Nachkommen versprochen hatte. Doch die Jahre waren ins Land gegangen, ohne dass sich etwas ereignet hätte. Keine Kinder, keine Erfüllung der Verheißung Gottes. Inzwischen waren sie über neunzig und die Sache sah ziemlich unmöglich aus. Und wieder erlebten sie eine Heimsuchung, diesmal in Form von drei Engeln. Und wieder gab es dieselbe Verheißung von Nachkommen. Sara konnte es nicht wirklich glauben. Sie hatte viele Jahre gehofft gehabt, aber wie man so sagt: Hingehaltene Hoffnung macht das Herz krank. Jetzt konnte sie nicht glauben, dass das Verheißene noch stattfinden würde. Gott versicherte ihr jedoch durch diese Engel, dass sie in einem Jahr ein Kind haben würde. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Zeitplan anscheinend immer ganz anders ist als Gottes Zeitplan. 9
Und diese Engelsbotschaft hier erinnerte Abraham und Sara, dass Gott erfüllt, was er verspricht, obwohl sich die Erfüllung seiner Verheißung hinziehen kann. Wirklich nichts ist zu schwer oder zu schwierig für ihn, ganz besonders dann nicht, wenn wir jede Hoffnung aufgegeben haben. Nicht nur die Verheißung oder die Saat der Verheißung braucht Zeit zu reifen, auch wir brauchen Zeit zu reifen, damit wir dann bereit sind, wenn die Saat der Verheißung plötzlich aufgeht! Gott wird dich nicht verlassen und alles tun, was er dir verheißen hat! Ich liebe die Begebenheit, wo Jakob im Traum eine Leiter und Engel sah (1. Mose 28,13–15). Besonders was er Gott sagen hörte, ermutigt mich sehr: „Ich werde dich nicht verlassen und tue alles, was ich dir versprochen habe.“ Eine Botschaft wie diese hat mir immer und immer wieder einmal Sicherheit gegeben, dass Gottes Verheißungen erfüllt werden. Er spielt nicht mit uns herum, auch wenn die Dinge ganz anders aussehen könnten, als wir es uns vorgestellt haben. Unsere Interpretation seiner Verheißungen ist oft anders als das, was tatsächlich passiert. In dem Sinn lerne ich nun, meine Sicht nicht zum Absoluten zu erheben, sondern Gott über das Sichtbare hinaus zu vertrauen. Unsere Perspektive mag sich im Lauf der Zeit verändern, aber er wird sich nie ändern, ebenso wenig wie seine Verheißung an uns! 10
Ich will dir raten mit meiner Weisheit und dir genau sagen, wohin du gehen sollst, und dich so sicher an dein Ziel bringen (nach Psalm 32,8).
Vor einer Weile waren Anne-Marie und ich überzeugt, dass wir ein bestimmtes Grundstück in Süd afrika besitzen sollten. Zumindest war es das, was wir als Gottes Verheißung an uns verstanden. Die meisten unserer engen Freunde und Unterstützer fanden diesen Traum sehr gut und bestätigten unseren Eindruck. Manche Freunde gingen sogar so weit, dass sie uns finanzielle Hilfe beim Kauf des Grundstücks zu sicherten. Wir bereiteten uns nach besten Kräften auf den Umzug nach Südafrika vor, da platzte der Grundstückskauf ganz plötzlich und unser Traum schien gescheitert. Es war, als bräche unsere Welt zusammen. Das hatten wir nicht vorhergesehen. Gemeinsam mit sehr guten Freunden, die zufällig gerade bei uns waren, als wir die Nachricht erhielten, gingen wir sofort ins Gebet. Anne-Marie sah, wie Jesus sie anblickte und ihr zu verstehen gab, sie solle ihre Augen auf ihn gerichtet halten. Ich hörte vom Heiligen Geist, wir sollten uns aufmachen und umziehen wie geplant, so wie wir es unabhängig von dem Geschehenen getan hätten. Wir zogen also um und erleben nun tatsächlich, wie sich die Verheißung entfaltet, aber ganz anders als gedacht. Wir haben einiges über Gott und über uns selbst gelernt – zum Beispiel, dass seine Zeit anders ist als unsere. Im Rückblick erkennen wir, dass es klug war, dieses Land nicht zu 11
kaufen. Es stellte sich heraus, dass wir von bestimmten Umständen nicht gewusst hatten, die den Besitz dieses Grundstücks zu einer viel zu großen Belastung für uns gemacht hätten. So sind wir dankbar, dass Gott uns von dem Kauf abgehalten hat, und überzeugt, dass er etwas noch Besseres für uns bereithält, als wir dachten. Bis dahin machen wir einfach das Beste aus dem, was wir jetzt haben (auch das ist weit mehr, als wir uns hätten erträumen können), und warten, dass Gott uns den nächsten Schritt zeigt. Sei dir bewusst, wer da spricht! Gott hört nie auf, zu jedem zu sprechen, der sich die Zeit nimmt zuzuhören. Maria wurde von einem Engel besucht. Andere haben vielleicht eine Vision oder einen Traum. Wieder andere empfangen ein prophetisches Wort oder hören einfach auf die eine oder andere Weise Gottes Stimme. Ich stelle fest, dass Gott liebend gern mit seinen Kindern kommuniziert, und bin sicher: Er spricht ständig, wir hören aber selten zu, weil wir gar nicht mit seinem Reden rechnen. Wir schränken Gott ein, machen die Rechnung ohne ihn, blenden ihn aus unserem Denken aus. Vielleicht meinen wir, er spräche nur zu besonderen Menschen, die geistlicher sind als wir. Oder wir denken, er spräche nur an bestimmten Orten, zum Beispiel in der Kirche oder auf Konferenzen. Deshalb fliegen wir weite Strecken, um die Salbung 12