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Peter und Dorothee Gleiss

JĂźngerschaft lernen im Hauskreis

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Peter und Dorothee Gleiss

JĂźngerschaft lernen im Hauskreis Arbeitsmaterial und Zeugnisse

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Dieses Buch ist eine Überarbeitung und Erweiterung des Titels „Macht sie zu Jüngern“ Mit freundlicher Genehmigung durften Zeugnisse und kurze Texte von anderen Verfassern übernommen werden. Die Bibelzitate wurden – wenn nicht anders angegeben – dem revidierten Luthertext 1975 entnommen. Copyright © 1998 Asaph-Verlag, D-Lüdenscheid 2., überarbeitete und korrigierte Auflage 2003 Umschlaggestaltung: IMAGE GRAFIK-Design, D-Landsberg DTP / EBV: Verlagsagentur H. Otto, D-Monheim Druck: Breklumer Druckerei M. Siegel, D-Breklum

ISBN: 3-931025-37-7 Best.-Nr.: 147537

Für kostenlose Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an Büchern, Musik usw. schreiben Sie bitte an: ASAPH, D-58478 Lüdenscheid eMail: asaph@asaph.net – www.asaph.net

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Vorwort von Walter Heidenreich Als ich die Anfrage von Peter und Dorothee Gleiss bekam, das Vorwort für das vorliegende Buch zu schreiben, dachte ich im ersten Moment: „Schon wieder ein Buch unter vielen Büchern auf dem christlichen Buchmarkt in Deutschland.“ Weil ich jedoch die Autoren bereits über viele Jahre persönlich kenne und schätze und sie mir besonders wertvoll durch die Zusammenarbeit beim Marsch für Jesus 1992 und 1994 geworden sind, entschied ich mich, dieses Buch ein wenig mehr unter die Lupe zu nehmen. Was ich dann las, hat mich wirklich ergriffen. Viele grundlegende, biblische Wahrheiten über Jüngerschaft, Leiterschaft und missionarischen Lebensstil werden dem Leser auf eine lebendige und erfrischende Art und Weise nahegebracht. Dieses Buch wird jedem helfen, Jesus näher kennenzulernen und das Reich Gottes auszubreiten. Die zahlreichen, sehr unterschiedlichen Zeugnisse tragen mit dazu bei, daß es nicht theoretisch bleibt und man statt dessen von den faszinierenden Wunderwirkungen Gottes an und durch Menschen gefesselt wird. Dieses Buch ist eine echte Ermutigung, sich auf die spannenden Abenteuer mit Gott einzulassen und Verantwortung in den Gemeinden und Kirchen zu übernehmen. Ein praktischeres Buch zu diesem Thema ist mir nicht bekannt. Ein Buch, daß jeder verantwortungsbewußte Christ, der Gott und die Menschen liebt, lesen und einsetzen sollte. Peter und Dorothee, vielen Dank! Lüdenscheid, April 1998

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Wobei soll das Buch helfen? Es soll eine praktische Hilfe sein für Hauskreisleiter – auch für noch ungeübte – mit geringem Zeitaufwand jede Woche eine Einheit für einen Erwachsenen- oder Jugendhauskreis zu erarbeiten. Dafür sind hier Fragen als Gesprächshilfe, anschauliche Beispiele und Zeugnisse zusammengestellt. Jesus will, daß wir Menschen zu Jüngern machen. Es ist sein Ziel, daß sie im Laufe der Zeit selbst „Jünger-macher“ werden. Das soll auch das Ziel einer missionarischen Hauskreisarbeit sein. Die Wesensveränderung eines Menschen, der Jesus nachfolgen will, braucht Zeit. Deshalb sind zu den einzelnen Themen immer mehrere Einheiten vorgesehen, die aufeinander aufbauen und praktisch umgesetzt werden können. Dieses Buch ist auch für Leiter, die einen Kreis von Bekehrten und „Noch-nicht-Bekehrten“ leiten. Mit dem Grundkurs kann eine gemeinsame Basis entstehen – für die einen als Vertiefung und für die andern als Hilfe zur Entscheidung für Jesus Christus.

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INHALT Vorwort von Walter Heidenreich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 005 Wobei soll das Buch helfen? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 006 Einleitung 1. Die drei wichtigsten Kennzeichen eines Leiters . . . . . . . . . . . . 011 2. Hinweise für einen Leiter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 012 3. Der Hauskreisleiter als Vorbild . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 013 4. „Handwerkszeug“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 014 I. Grundkurs des Glaubens 1. Das Haus auf Sand oder Fels . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 016 „Ich brauche keine Angst mehr zu haben.“ 2. Gottes Liebe und sein guter Plan für jeden Menschen . . . . . 021 „Ich suchte nach dem Sinn meines Lebens“ 3. Der Mensch lebt in der Trennung von Gott . . . . . . . . . . . . . . 026 „Auf der Suche“ „Vom Mordanschlag zu Jesus Christus“ 4. Jesus Christus ist an unserer Stelle hingerichtet . . . . . . . . . . 035 „Ein Gespräch im Himmel“ „Ein Barabbas aus unserer Zeit“ 5. Jesus Christus persönlich annehmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 041 „Ich kann doch nicht alles aufgeben!“ 6. Der Heilige Geist 1: Früchte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 047 7. Der Heilige Geist 2: Blockaden beseitigen – Beichte . . . . . . . 052 „Ich konnte die Vergebung körperlich spüren“ 8. Der Heilige Geist 3: Die Kraft des Heiligen Geistes . . . . . . . . 059 „Kraft zum Bekennen trotz Verfolgung“ 9. Gemeinschaft mit Jesus Christus in der „Stillen Zeit“ . . . . . 063 „Mein Herz – Christi Wohnung“ Vier Fragen zur „Stillen Zeit“ an Tim Ruthven II. Wachsen im Glauben Stille Zeit 1 : Stille Zeit – praktisch . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 068 „Im Rosengarten“ Stille Zeit 2 : Erste Erfahrungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 075 „Erfahrungen einer vielbeschäftigten Hausfrau“ „Der Stuhl“

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Stille Zeit 3: Gottes gute Saat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 078 „Unter dem Schirm des Höchsten sitzen“ Vergebung 1: Schuld und Vergebung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 082 „Das Vaterherz Gottes“ Vergebung 2: Blockaden beseitigen – Beichte . . . . . . . . . . . . . . . 087 Vergebung 3: Freude über die Vergebung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 087 „Es ist so einfach“ Vergebung 4: „Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“ . . . . . . 090 „Liebt eure Feinde“ Vergebung 5: Dreifache Vergebung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 095 „Zweiundvierzig Jahre Haß“ Vergebung 6: Vergebung und Innere Heilung . . . . . . . . . . . . . . . . 102 „Rückenschmerzen“ „Das Schwarz-auf-Weiß der Vergebung“ Befreiung von okkulten Bindungen: Darstellung . . . . . . . . . . . . 111 „Augenzeuge des Unsichtbaren“ „Die Rundhütte“ Liste der okkulten Bereiche Das Lossage-Gebet Vom Heiligen Geist geführt 1: Die leise Stimme des Heiligen Geistes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120 Vom Heiligen Geist geführt 2: Wie kann ich die Stimme Gottes hören? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122 Vom Heiligen Geist geführt 3: Wie kann man den Willen Gottes erkennen? . . . . . . . . . . . . . . . 123 „Eine dicke Sache“ Nicht sorgen 1: Sorgen erkennen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130 „Auf dem falschen Flughafen“ Nicht sorgen 2: Sorgen abgeben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133 „Der leere Korb“ Nicht sorgen 3: Frei von Sorgen leben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137 „Ein Märtyrer unserer Zeit“ Nicht sorgen 4: Der Zehnte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141 „Der Zehnte – ein Segen“ „Ein Perlensucher“ „Der Zehnte – ein Risiko?“ „An der Existenzgrenze“ „Der Zehnte“ Denken und Reden 1: Über mich selbst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157 „Wer bin ich ?“

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Denken und Reden 2: Absalom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 160 Denken und Reden 3: Pharisäer und Zöllner . . . . . . . . . . . . . . . . 164 Denken und Reden 4: Reinigung der Lippen . . . . . . . . . . . . . . . . 167 Denken und Reden 5: Redet, was gut ist . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 170 Denken und Reden 6: Umgang mit schwierigen Menschen . . . . 173 „Mit dem ganzen Haus verkracht“ „Das Betriebsklima“ Loben 1: Die Augen auf Gott richten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 177 „Lobpreis schafft Veränderung“ Loben 2: Loben ist der erste Schritt zum Sieg . . . . . . . . . . . . . . . . 181 „Im Danken steckt Kraft“ Loben 3: Gott jederzeit loben – Psalm 34 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 184 „Der Unfall“ Fürbitte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 188 III. Missionarisch leben lernen Der Auftrag 1: Jünger gehen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 190 Der Auftrag 2: Eingesetzt als Zeuge . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 192 „Keine Angst mehr vor dem Tod“ Verfügbar werden 1: Einheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 195 Verfügbar werden 2: Die Waffenrüstung Gottes anziehen . . . . . 198 „Den Teufel in die Flucht schlagen“ Verfügbar werden 3: Gehorsam – Ungehorsam – Zweifel . . . . . 201 Macht sie zu Jüngern 1: Mein Kurz-Zeugnis . . . . . . . . . . . . . . . . 203 Macht sie zu Jüngern 2: Evangelium konkret . . . . . . . . . . . . . . . 205 Evangelisation praktisch: Der Gäste-Abend . . . . . . . . . . . . . . . . 209 Zeugnisse und Geschichten in den Arbeitsblättern „Ich brauche keine Angst mehr zu haben.“ (C. Willwacher) . . . . . 019 „Ich suchte nach dem Sinn meines Lebens“ (D. Gleiss) . . . . . . . . 024 „Auf der Suche“ (N. Krieger-Nissen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 029 „Vom Mordanschlag zu Jesus Christus“ (B. Hahnhausen) . . . . . . 031 „Ein Gespräch im Himmel“ (G. Ahrend) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 037 „Ein Barabbas aus unserer Zeit“ (G. Herrendorff) . . . . . . . . . . . . . 038 „Ich kann doch nicht alles aufgeben!“ (M. Zimmermann) . . . . . . 045 „Der Heilige Geist und seine Früchte“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 049 „Ich konnte die Vergebung körperlich spüren“ (Anita Steinmaßl) 055 „Kraft zum Bekennen trotz Verfolgung“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 061 „Mein Herz – Christi Wohnung“ (R. B. Munger) . . . . . . . . . . . . . . 063 „Im Rosengarten“ (D. Gleiss) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 071 „Erfahrungen einer vielbeschäftigten Hausfrau“ . . . . . . . . . . . . . . 076

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„Der Stuhl“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 076 „Unter dem Schirm des Höchsten sitzen“ (T. Ruthven) . . . . . . . . . 079 „Das Vaterherz Gottes“ (F. McClung) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 084 „Es ist so einfach“ (D. Gleiss) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 088 „Liebt eure Feinde“ (C. ten Boom) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 092 „42 Jahre Haß“ (G. Bertram) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 099 „Rückenschmerzen“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105 „Das Schwarz-auf-Weiß der Vergebung“ (C. ten Boom) . . . . . . . . 108 „Augenzeuge des Unsichtbaren“ (I. Ellßel) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111 „Die Rundhütte“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115 „Eine dicke Sache“ (W. Heidenreich) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123 „Auf dem falschen Flughafen“ (Ph. Savile) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131 „Der leere Korb“ (P. St. John) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134 „Ein Märtyrer unserer Zeit“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138 „Der Zehnte – ein Segen“ (P. Gleiss) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141 „Ein Perlensucher“ (nach J. C. Ortiz) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146 „Der Zehnte – ein Risiko?“ (D. Gleiss) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147 „An der Existenzgrenze“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148 „Der Zehnte“ (A. Edvardsen) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149 „Wer bin ich?“ (M. Prean) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 159 „Mit dem ganzen Haus verkracht“ (E. Neumann) . . . . . . . . . . . . . 175 „Das Betriebsklima“ (E. Neumann) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 175 „Lobpreis schafft Veränderung“ (H. Scheytt) . . . . . . . . . . . . . . . . . 178 „Im Danken steckt Kraft“ (U. Horn) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182 „Der Unfall“ (J. Wise) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 185 „Keine Angst mehr vor dem Tod“ (J. Tson) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 193 „Den Teufel in die Flucht schlagen“ (D. Gleiss) . . . . . . . . . . . . . . 199 Anhang Eine Woche „Stille Zeit“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 212

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1. Die drei wichtigsten Kennzeichen eines Leiters Oft beruft Gott Menschen zu Leitern, denen wir diese Aufgabe zunächst nicht zutrauen. Menschen, die von vielen übersehen werden, wählt Gott aus. Gott wählte sie aus, weil sie ein ihm hingegebenes Herz haben, weil sie bereit waren, ihm zu dienen und zu lernen, weil sie sich im Reich Gottes engagierten. Das war wichtiger als andere auffallende Begabungen. Gott erwählt, was nach menschlicher Beurteilung oft unbedeutend ist. Die sich für klug und fähig halten, sind für Gott nicht geeignet. „Seht doch, liebe Brüder, auf eure Berufung: Nicht viele Weise nach dem Urteil der Menschen, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme sind berufen. Sondern was töricht ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen; und was schwach ist vor der Welt, das hat Gott erwählt, um zuschanden zu machen, was stark ist; und das Geringe vor der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt, das, was nichts ist, um zunichte zu machen, was etwas ist, damit sich kein Mensch vor Gott rühmen kann. Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott her zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung geworden ist, damit gilt, wie geschrieben steht: Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!“ (1. Korinther 1,26 bis 31) Bei einer Umfrage in einem theologischen Seminar ging es um die Kennzeichen, nach denen ein Kleingruppenleiter ausgewählt werden sollte. Hier sind die drei wichtigsten Kennzeichen:

• Jemand, der Jesus Christus liebt und mit dem Heiligen Geist erfüllt ist. Jemand, der durch Gebet und regelmäßiges Bibellesen im Glauben wächst und der nichts anderes will, als Jesus Christus zu gehorchen.

• Jemand, der die Gemeinde liebt. Er liebt und achtet die Geschwister – obwohl sie unvollkommen sind. „Vergebt einander, wenn einer gegen den andern eine Klage hat; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr“ (Kolosser 3,13). Er fügt sich in die Gemeinde ein, er bemüht sich um die Einheit des Leibes Christi, er setzt sich ein für das innere und äußere Wachstum.

• Jemand, der die verlorenen Menschen liebt. Er kümmert sich mit Geduld um die Menschen, die Jesus noch nicht angenommen haben, weil Jesus sie liebt und für sie gestorben ist. Er hört ihnen zu, er dient ihnen, er ist mit seinem Leben und mit seinen Taten und Worten ein Zeuge der Liebe und Rettung Jesu.

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2. Hinweise für einen Leiter Es ist wichtig, daß Sie in einer lebendigen Gemeinde eingebunden und Ihrer Gemeindeleitung untergeordnet sind. Stellen Sie sich hinter sie mit Ihrem Gebet und Ihrer Hilfe. Gott hat ihnen (oder ihm) einige Gaben gegeben und andere nicht. Vermeiden Sie jeden Vorwurf und jedes „eigentlich“ in Gedanken und Worten, damit Sie sich nicht gegen den Geber der Gaben richten. Er gibt jedem einige Gaben und keinem alle. Beten Sie für die Menschen, die Gott Ihnen im Hauskreis anvertraut hat. Fördern Sie die Anteilnahme und Liebe untereinander. Die Schwachen brauchen die Starken – und die Starken brauchen die Schwachen. Schlagen Sie vor, daß die Mitglieder Ihrer Gruppe füreinander beten. Man kann dafür z. B. jede Woche Zettel mit Namen ziehen lassen. Jeder betet täglich für einen andern. Nur das können Sie überzeugend lehren und weitergeben, was Sie selbst tun (z. B. Bibellesen, nicht negativ über andere reden, vergeben …). Bleiben Sie so lange bei einem Thema, bis möglichst alle angefangen haben, es umzusetzen. Auf Fragen sollten Sie kurz eingehen. Fragen, die nicht direkt zum Thema gehören, können Sie am Ende der Zusammenkunft oder später in einem verabredeten Einzelgespräch besprechen. Sagen Sie es offen, wenn Sie eine Frage nicht beantworten können. Fragen Sie Ihre Gemeindeleitung danach. Ihre Grundhaltung sollte sein: „Herr, nicht meine Meinung ist wichtig, sondern das, was du in deinem Wort sagst.“ Achten Sie darauf, daß der Kreis sich nicht an unverständlichen oder komplizierten Stellen eines Textes aufhält. Wenn man ein Kotelett ißt, legt man den Knochen zur Seite und genießt das Fleisch. Es geht darum, keine „Knochensammlung“ anzulegen, sondern sich von dem „Fleisch“ zu ernähren. Wer im Reich Gottes arbeitet, darf gewiß sein, daß es um „Ewigkeitswerte“ geht und „daß die Arbeit nicht vergeblich ist im Herrn“ (1. Korinther 15,58). Jesus hat seinen Jüngern versprochen – also auch Ihnen: „Ich bin bei euch!“ (Matthäus 28,20) Er wird Sie segnen und durch Sie viele andere.

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3. Der Hauskreisleiter als Vorbild „Folgt meinem Beispiel wie ich dem Beispiel Christi.“ 1. Korinther 11,1

1. Tägliche „Stille Zeit“ „Am Morgen, schon vor Tag, stand Jesus auf … um zu beten.“ Markus 1,35 „Laß mich am Morgen hören deine Gnade, denn ich hoffe auf dich. Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll.“ Psalm 143,8 2. Jedes Jahr das NT ganz lesen (Möglichst auch das AT) „Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute macht.“ Psalm 119,162 „Wie hab ich dein Wort so lieb, täglich sinne ich ihm nach.“ Psalm 119,97 3. Wöchentlich im Gottesdienst „Verlaßt eure Gemeindeversammlungen nicht!“ Hebräer 10,25 4. Der Zehnte „Bringt die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus.“ Maleachi 3,10 5. Klares Kurz-Zeugnis (höchstens 5 Minuten) „Wir können es nicht lassen von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.“ Apostelgeschichte 4,20

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4. „Handwerkszeug“ Neue Menschen kommen meist ohne Bibeln. Darum – wenn es möglich ist – Neue Testamente in einer guten, neuen Übersetzung besorgen, z. B. die „Hoffnung für alle“, die auch als preiswerte Sonderausgabe erhältlich ist.

Als gute Hilfe für die Stille Zeit empfehlen wir das Buch von Tim Ruthven „Edelsteine“ – Neues Testament, mit Auslegungen für ein ganzes Jahr. Es ist in jeder Buchhandlung oder direkt beim ASAPH-Verlag (Anschrift vorne im Buch) erhältlich. Das Markus-Evangelium als Auszug aus den „Edelsteinen“ (für 31 Tage Bibellese) kann man als Probeheft bestellen. (5 Exemplare kostenlos, ab 6. Heft 0,50 Schutzgebühr.) Den Bibelleseplan dieser Auslegungen – Bendorfer Kärtchen Nr. 12 – sollte jeder Teilnehmer haben. Früh genug bestellen! (bei ASAPH)

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So sind Fragen an die Teilnehmer hervorgehoben. Alle schlagen einen Bibelabschnitt auf. Dazu Papier an der Wand aufhängen.

Es ist hilfreich, etwas anzuschreiben oder anzuzeichnen. Meist genügt ein DIN A4- oder A-3-Blatt. Die Zeichnungen sind bewußt so einfach gehalten, daß sie auch ein absoluter „Nicht-Zeichner“ auf’s Papier bringen kann. Sie dürfen großzügig und „krakelig“ sein. Das spielt keine Rolle. Aber es ist wichtig, etwas anschaulich und dadurch behältlich zu machen. Sie finden in Ihrem Zimmer bestimmt einen Platz für ein großes Blatt Papier, das Sie mit einem Klebestreifen an einen Schrank, an ein Bild oder eine Wand heften können.

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I. Grundkurs des Glaubens 15


1. Das Haus auf Sand oder Fels Vorbereitung: • Dank, den Heiligen Geist um Weisheit und Führung bitten, Fürbitte • 2 große Blätter für Zeichnungen und Stichworte, Filzschreiber • Wenn Kopiermöglichkeit vorhanden ist: Haus am Abhang kopieren oder vergrößern • Möglichst für jeden ein NT

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1. „Was sehen Menschen als Fundament und Sicherheit für ihr Leben an?“ Zeichnung beginnen: in den „Sand“ die Stichworte der Teilnehmer eintragen, z. B.

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2. „Welche Lebenskrisen können uns bedrohen?“

Stichworte in die Zeichnung eintragen, z. B.

Die Kopie „Haus am Abhang“ aufhängen

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3. „Wie können Menschen reagieren, wenn ihr Fundament zusammenbricht?“

Stichworte in die „Flutwellen“ eintragen.

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4. „Welches ist der feste Grund, wenn Lebenskrisen kommen? Was steht dazu in der Bibel?“

Für jeden ein NT ausgeben (Seitenzahl angeben)

Matthäus 7,24 bis 27 vorlesen.

Stichworte in die 2. Zeichnung eintragen

5. Gespräch über diesen Abschnitt

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z. B. „Was ist euch neu dabei? –Was ist euch wichtig?“ Zeit lassen zum Nachdenken. Evtl. weitere Stichworte eintragen.

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Aufschlagen und lesen: 1. Korinther 3,11 (Seitenzahl angeben) „Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist: Jesus Christus.“

6. Vorlesen: „Ich brauche keine Angst mehr zu haben.“ Bei den nächsten Zusammenkünften wollen wir davon sprechen, wie unser „Lebenshaus“ auf dieses Fundament kommen kann. Wenn der Leiter wieder allein ist: Dank und Fürbitte.

„Ich brauche keine Angst mehr zu haben!“ Christa Willwacher (etwa 4 Minuten) Bevor Jesus in mein Leben kam, war ich ein ganz lauer Christ. Wenn es mir schlecht ging und ich Gott brauchte, habe ich um Hilfe gebeten, aber sonst wollte ich mein Leben selbst regeln. Auch das Danken habe ich meistens vergessen. Mein Leben plätscherte so dahin. Wir haben geheiratet, haben drei Kinder und führten eine ganz normale Ehe. Wir bekamen große Probleme mit einem unserer Kinder. Manchmal dachte ich, daß ich es nicht mehr verkraften kann. Immer mehr Probleme stürmten auf mich ein. Ich versuchte andere aufzurichten, aber ich hatte selbst kaum noch Kraft. Alles war mir zuviel. Oft spielte ich in dieser Zeit mit dem Gedanken, meinem Leben ein Ende zu setzen. Immer hatte ich versucht, mit meinen Schwierigkeiten allein fertig zu werden, aber es ging einfach nicht mehr. Da lernte ich Jesus kennen. Die Schwester meines Mannes und deren Mann trafen sich in unserer Nähe zu einem Bibelgesprächsabend, und ich ging da auch hin. Ich war sehr hungrig nach Gott und schon einige Zeit auf der Suche nach einem Halt. Schon am ersten Abend merkte ich, daß mir Gott seine Hand reichte. Von diesem ersten Gespräch und den Worten der Bibel kam solch ein Friede über mich, daß ich unbedingt noch mehr wissen wollte. Es wurde mir immer leichter ums Herz und ich spürte, daß es das war, was ich schon lange ersehnt hatte. Ich brauchte nicht mehr länger zu suchen, ich hatte jetzt Jesus. Von da an wollte ich den Weg nicht mehr allein gehen. Ich habe mich in mein Zimmer zurückgezogen, um mit Jesus ganz allein zu sein. Und ich habe ihm mein ganzes Leben in einem Gebet anvertraut.

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Von da an wurde meine Gemeinschaft mit Jesus immer intensiver. Ich merkte, wie Jesus mein Leben immer mehr veränderte. Ich mußte noch manche Schwierigkeiten ertragen – dazu gehörte auch eine Krebs-Operation, aber ich war nicht mehr allein. Jesus war bei mir. Er hat mich gestärkt und getragen. Vorher war ich ein sehr ängstlicher Mensch. Ich hatte Angst um meine Kinder, Angst, wenn alle aus dem Haus waren, Angst vor Krankheit, Angst um alles. Angst war mein ständiger Begleiter. Hätte ich diese Krankheit bekommen, bevor ich zu Jesus kam, ich weiß nicht, wie ich damit fertig geworden wäre. Probleme – und die werden ja immer noch kommen – brauche ich jetzt nicht mehr allein zu tragen. Jetzt ist mir klar, daß Jesus viele Dinge in meinem Leben zugelassen hat, damit ich ihn in mein Leben aufnehme. Ich brauche keine Ängste mehr zu haben. Ich brauche vor nichts mehr davonzulaufen. Mein himmlischer Vater läßt mich nie mehr allein. Ich kann immer zu ihm kommen. Er hält mich ganz fest. Mein Leben hat sich von Grund auf verändert. Ich brauche meine Probleme nicht mehr alleine zu lösen, und ich bin sehr glücklich, daß ich ein Kind Gottes bin. Ich bekomme von Jesus immer die Kraft, die ich brauche. Ich danke Gott für seine unendliche Liebe.

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2. Gottes Liebe und sein guter Plan für jeden Menschen Vorbereitung: • Dank, den Heiligen Geist um Weisheit und Führung bitten, Fürbitte • Ein Blatt und Filzschreiber • Ein größeres Blatt für die Zeichnung mit dem Menschen (z. B. dazu 2 DIN A-4 Blätter aneinanderkleben.)

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1. Wie wünschen wir uns die Liebe eines anderen Menschen? Denken Sie dabei an Eltern, Ehepartner, Kinder und Freunde. Stichworte anschreiben.

Der Leiter kann ergänzen: Es gibt keine Liebesbeziehung unter Menschen ohne Verletzungen und Enttäuschungen. Jeder wünscht sich uneingeschränkte Liebe, und jeder ist schon enttäuscht worden. 2. Erklärungen zu Lukas 19,1 bis 10 Israel war von den Römern erobert worden und wurde von der Besatzungsmacht unterdrückt und ausgebeutet. Die Römer „verpachteten“ Steuerbezirke an Einheimische, so daß die Steuereintreiber mit Leichtigkeit viel Geld in die eigene Tasche stecken konnten. Sie waren deshalb bei ihren eigenen Landsleuten verhaßt. Zachäus gehörte zum Volk Israel. Er hatte sich als Steuereinnehmer einstellen lassen. Mit der Zeit wurde er sogar „Oberzöllner“. Er arbeitete also als „Ausbeuter“ für die Besatzungsmacht und damit gegen sein eigenes Volk. Was in der Bibel mit Zoll bezeichnet wird, meint Steuer.

3. Lukas 19,1 bis 10 lesen (Seitenzahl angeben) Erzählen (oder vorlesen): Neuigkeiten haben sich zu allen Zeiten sehr schnell verbreitet, auch ohne moderne Kommunikationsmittel. So war damals „der Name Jesu bekannt“ (Markus 6,14) bis in den Königspalast des Herodes. Die Wundertaten Jesu waren Tagesgespräch im ganzen Land. So wird auch Zachäus in Jericho von ihm gehört haben, daß Blinde

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wieder sehend geworden waren, Gelähmte wieder gehen konnten, Leprakranke geheilt wurden, ja sogar Tote hatte Jesus auferweckt. Vielleicht war gerade einer seiner Diener (denn er war ja sehr reich!) vom Markt gekommen und hatte berichtet, daß viele Menschen auf den Beinen waren, um Jesus, den Wundertäter, zu sehen, der mit seinen Jüngern auf Jericho zuging und bald durch die Stadt kommen würde. So machte sich auch Zachäus auf. War es nur Neugier und Sensationslust? Oder war es zugleich tief innen eine Sehnsucht, das Loch in seinem Leben zu füllen, das all sein Reichtum bisher nicht hatte füllen können? Er will etwas anderes als dieses tägliche Einerlei, wo er sich vielleicht immer wieder fragt: „Ist das alles? Hat das Leben nicht MEHR zu bieten?“ In seinem Herzen war eine Sehnsucht nach mehr – auch wenn er noch nicht wußte, was das sein könnte.

4. Das Blatt mit Zachäus aufhängen. Dazu drei Fragen:

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„Was denken die Bewohner von Jericho über Zachäus?“ Stichworte zusammentragen und wie eine „Isoliermauer“ auf das Blatt schreiben (siehe Beispielzeichnung).

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„Wie fühlte sich Zachäus wahrscheinlich dabei?“ Stichworte als 2. „Isoliermauer“ eintragen.

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„Wie zeigt Jesus seine Liebe zu Zachäus? Welche Stichworte des Anfangsblattes treffen darauf zu?“ Diese auf dem Anfangsblatt unterstreichen und durch weitere ergänzen.

5. Zusammenfassung durch den Leiter: Wir können Verletzungen und Enttäuschungen nicht abschütteln. Jesus kann sie durchbrechen, tilgen und heilen. Er ist gekommen, um die Verlorenen und Verletzten zu suchen und zu retten – heute noch genauso wie damals. Zwischen Vers 6 und 8 ist etwas im Herzen des Zachäus passiert, was hier nicht beschrieben wird, aber was man ahnen kann. Er hat die Liebe und Annahme Jesu so umfassend erfahren, wie sie ihm – und jedem von uns – nie ein Mensch geben konnte und je geben kann. Und nun passiert etwas Erstaunliches (Vers 8 lesen): Er läßt seinen Reichtum los! Er läßt los, worin er bisher Sicherheit und Lebensinhalt gesehen hatte. Reichtum und Besitz waren sozusagen sein Leben. Er und sein Reichtum gehörten zusammen. Darüber regierte er uneingeschränkt – oder der Reichtum über ihn. Aber nun begegnet er Jesus und da geschieht ein Regierungswechsel in seinem Herzen. Er gibt auf, was biher sein Lebensinhalt war – und ihm doch nicht Erfüllung und Sinn des Lebens gebracht hat. Er nimmt Jesus als seinen Herrn an und unterstellt ihm alles, sein ganzes Leben. – Was geschieht dadurch? Er wird ein Kind Gottes. Wir sind alle Geschöpfe Gottes. Aber ein Kind Gottes wird man nur dadurch, daß man Jesus als Herrn aufnimmt. (Siehe Johannes 1,12) Vers 9 und 10 vorlesen. Jesus bezeichnet Zachäus als „verlorenen Sohn Abrahams“ (Übersetzung „Hoffnung für alle“), obwohl er ein geborener Jude war, ein Nachkomme Abrahams. Er war trotzdem verloren und brauchte die Rettung durch Jesus. Was heißt das für uns heute? Auch die Taufe von Säuglingen macht keinen Menschen zum Christen, nur zum Mitglied einer Kirche. So ist auch jeder Getaufte verloren, wenn er nicht Jesus bewußt als seinen Retter aufnimmt.

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Das Ziel der Liebe Gottes für jeden ist: Ein neues Leben durch Jesus Christus. 6. Vorlesen: „Ich suchte nach dem Sinn meines Lebens.“ Wenn der Leiter wieder allein ist: Dank und Fürbitte

„Ich suchte nach dem Sinn meines Lebens“ Dorothee Gleiss (etwa 5 Minuten) In meinem Leben hatte ich eigentlich alles und sogar mehr als man braucht: einen guten Ehemann, muntere und gesunde Kinder, gute Freunde, Anerkennung, ein finanziell gesichertes Leben … Und trotzdem: immer wieder empfand ich tief innen Leere und Dunkelheit. Um das auszugleichen, verstärkte ich meine äußeren Aktivitäten. Wir – mein Mann und ich – setzten uns für Heimkinder ein, für „Gastarbeiter“, für die Dritte Welt; ich baute meine kulturellen Interessen aus – und vieles mehr. Aber – wenn es still wurde, war da immer noch ganz tief verborgen die Dunkelheit und Leere und die unbeantwortete Frage nach dem eigentlichen Sinn des Lebens. Auch meine Christlichkeit änderte daran nichts, keine Gottesdienstbesuche oder die Teilnahme an einem theologischen Arbeitskreis, wo man so großartig diskutieren und alles in Frage stellen konnte. Je älter ich wurde, desto unbefriedigter wurde ich und desto ferner und unwirklicher erschien mir Gott. Mein Mann – ein evangelischer Pfarrer mit sehr „moderner“ Theologie – hatte mich immer weiter von meinem Kinderglauben weggezogen, in dem ich aufgewachsen war und Geborgenheit gehabt hatte. Die Wende begann, als ich – damals 46 Jahre alt – eines Tages zu einer Kur fuhr. Dort begegnete ich einem katholischen Priester, der am Sonntag im Kurhaus zur Messe einlud. Ich ging hin. Das war ein Gottesdienst, wie ich noch keinen erlebt hatte! Die Gebete dieses Priesters – so etwas hatte ich noch nicht gehört! Er „betete“ nicht, er sprach mit Jesus, als ob er neben ihm stände und er ihn persönlich kennen würde. Ganz aufgewühlt ging ich nach der Messe in mein Zimmer. In der Folgezeit hatte ich viele intensive Gespräche mit diesem Priester. Er lieh mir Bücher mit Berichten von Menschen, die ihr Leben Jesus ausgeliefert hatten und nun ein erfülltes Leben führten. Das wollte ich wohl auch sehr gerne – aber ohne diese sogenannte „Lebensübergabe“, denn davor hatte ich Angst. Ich wollte mein Leben weiterhin selbst regieren. Es war fünf Monate später, als uns der Priester – er war inzwischen der Freund der ganzen Familie geworden – zu einer Tagung einlud. Mein

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Mann war bereit, zusammen mit mir daran teilzunehmen. Eine Woche lang gab es Vorträge und Gottesdienste – und nachts viel Schlaflosigkeit und inneren heißen Kampf. Am letzten Tag wußte ich, daß ich meine persönliche Entscheidung nicht mehr aufschieben konnte. Ich mußte sie JETZT treffen. Wollte ich Jesus Christus als absoluten Herrn und Regenten meines Lebens annehmen oder ablehnen? Wollte ich mein Leben weiterhin selbst regieren oder es ganz seiner Herrschaft unterstellen? Einen Mittelweg gab es nicht. Auf einmal war es mir klar. Ich wollte mich ihm ganz ausliefern. Zusammen mit meinem Mann übergab ich vor drei Zeugen mein Leben Jesus Christus. Sie beteten anschließend für uns. Große Freude und tiefer innerer Friede erfüllten mich. Schon bald merkte ich, daß mein Leben ganz neu und anders geworden war. Mir fiel auf, daß Dunkelheit, Leere und Sinnlosigkeit verschwunden waren. Jetzt war Jesus die Mitte und der Sinn meines Lebens geworden. Vieles änderte sich ohne mein Zutun. Ich dachte nicht mehr ständig über mich selbst nach. Ich ärgerte mich weniger als früher, war fröhlicher und gelassener. Auch in großen Schwierigkeiten war ich von einer Sorglosigkeit erfüllt, die mich selbst am meisten überraschte. Ich konnte bei Jesus alle meine Sorgen abgeben, all die Dinge, die ich nicht ändern konnte. Lasten fielen von mir ab. Mein Vertrauen zu Jesus wuchs. Gottesdienst und Abendmahl wurden mir kostbar, die Bibel mein liebstes und wichtigstes Buch, das gar nicht mehr langweilig und unverständlich war wie früher. Daß ich täglich mit aller kleinen und großen Schuld zu Jesus kommen und mir vergeben lassen kann, ohne daß ich ihm jemals „auf die Nerven gehe“, wurde eine wichtige und befreiende Erfahrung. Daß ich jetzt zu jeder Tages- und Nachtzeit und in jeder Situation mit ihm sprechen kann – das ist so gut, so hilfreich; ich kann es mir gar nicht mehr anders vorstellen. Zwischen ihm und mir ist eine ständig wachsende Lebensgemeinschaft und Liebesbeziehung entstanden. Ich weiß: Wenn ich sterbe, werde ich nach Hause gehen, ich werde ihn sehen und für immer bei ihm sein. Das ewige Leben hat für mich schon jetzt begonnen.

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