David Wilkerson Aufblicke
David Wilkerson
Aufblicke
365 Begegnungen mit dem treuen Gott
© Copyright 2012 by World Challenge, Inc., Published by Chosen Books, 11400 Hampshire Ave. South, Bloomington, Minnesota 55438, USA. Chosen Books is a division of Baker Publishing Group, Grand Rapids, Michigan. All rights reserved. © Copyright der deutschen Ausgabe 2012 by Asaph-Verlag 1. Auflage 2012 Titel der amerikanischen Originalausgabe: God is Faithful Aus dem Englischen übersetzt von Dorothea Appel und Sabine Njock Bibelzitate wurden folgendermaßen gekennzeichneten Übersetzungen entnommen: L: Luther 1984 © 1984 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart REÜ: Revidierte Elberfelder Bibel (Rev. 26) © 1985/1991/2008 SCM R. Brockhaus, Witten Hfa: Hoffnung für alle © 1986, 1996, 2002 Brunnen Verlag, Basel und Gießen S: Schlachter © 2000 Genfer Bibelgesellschaft NGÜ: Neue Genfer Übersetzung © 2011 Genfer Bibelgesellschaft GN: Gute Nachricht © 1997 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart EhÜ: Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart NL: Neues Leben. Die Bibel © 2002 und 2006 SCM R. Brockhaus, Witten Umschlaggestaltung: joussenkarliczek, D-Schorndorf (unter Verwendung eines Fotos von © istockphoto.com/backhanding) Satz/DTP: Jens Wirth Druck: cpibooks Printed in the EU ISBN 978-3-940188-55-7 Bestellnummer 147455 Für kostenlose Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an christlicher Literatur, Musik und vielem mehr wenden Sie sich bitte an: Asaph, Postfach 2889, D-58478 Lüdenscheid asaph@asaph.net – www.asaph.net
Von David Wilkersons Familie für Barbara Mackery, die David über 41 Jahre unentwegt als loyale Assistentin zu Seite stand. Barbs Beitrag zu seinem Dienst und zu unserer Familie lässt sich mit Worten gar nicht beschreiben. für Bettina Marayag, die David immer wieder ermutigte, diese Andachten zu schreiben, für ihren Enthusiasmus, sie einer Leserschaft zugänglich zu machen. und für David und Carol Patterson, die schon sehr lange eine Vision für diese Andachten hatten, die wussten, wie tief die Botschaften dem Leib Christi dienen würden, und die Arbeit und Energie investierten, um sie Ihnen heute in die Hände legen zu können.
Inhaltsverzeichnis EinfĂźhrung....................................................................................................... 9
Teil 1: Das Vaterherz Gottes
Er freut sich an uns, seinen Kindern............................................................. 11
Teil 2: Gottes gĂźtige Hand
Er segnet uns gern......................................................................................... 53
Teil 3: Ein glaubendes Herz
Er erfreut sich an unserem Glauben............................................................109
Teil 4: Das Gebetsleben
Er freut sich an innig vertrauter Nähe mit uns............................................165
Teil 5: Gottes heilende Hand
Er freut sich an unserer Wiederherstellung.................................................219
Teil 6: Heilig vor dem Herrn
Er freut sich an unserem Gehorsam............................................................253
Teil 7: Die Lasten Gottes teilen
Er freut sich an unserem Dienst..................................................................317
Teil 8: Hilfe ist unterwegs
Er freut sich daran, seinen Kindern zu helfen.............................................355
Teil 9: Gott hat alles unter Kontrolle
Er freut sich daran, unsere Zukunft zu planen............................................385
Einführung Mein Vater David Wilkerson war Evangelist, Pastor und Autor, und oft gebrauchte Gott ihn als Prophet. Manchmal wurde er von Gott berufen, „ins Horn zu stoßen“ und Amerika eine Warnung zuzurufen. In einem unserer letzten Gespräche, bevor er zum Herrn ging, sagte mir mein Vater, wir lebten nicht mehr in einer Zeit, in der vor zukünftigen Schwierigkeiten gewarnt würde – sondern wir befänden uns gerade in solchen schwierigen Zeiten. Während dieser schweren Zeiten, sagte er, sei es jetzt unsere Aufgabe, die Schwachen zu ermutigen, die Erschöpften zu stärken und den Namen Jesu hoch zu erheben – als den, der unsere Seele liebt, der für alle unsere Bedürfnisse sorgt und der sich als der große Fürsprecher im Kampf gegen den Bösen für uns einsetzt. Fühlen Sie sich niedergedrückt von Prüfungen und Problemen? Sind Sie versucht, sich von den Gefahren unserer Zeit die Kraft rauben zu lassen? Sind Sie bereit für ein Wort „zur rechten Zeit“, das Ihren Glauben auferbaut? Dann sind diese täglichen Andachten für Sie. Die hier enthaltenen Texte spiegeln die Aufgabe wider, die meinen Vater in seinen letzten Tagen erfüllte: die Hände der Heiligen hochzuhalten. Ich weiß, Sie werden ermutigt sein. Gary Wilkerson
Teil 1
Das Vaterherz Gottes
Er freut sich an uns, seinen Kindern
1. JANUAR
Gottes Freude Gott liebt uns nicht nur, sondern er erfreut sich auch an uns. Diese Art elterliche Freude sehe ich jedes Mal in Gwen, meiner Frau, wenn unsere Enkel anrufen. Gwen strahlt wie ein Kronleuchter, wenn sie einen unserer lieben Kleinen am Telefon hat. Nichts kann sie bewegen, den Hörer aus der Hand zu legen, und wenn ich ihr sagte, der Präsident stünde vor der Tür, würde sie nur „Psst!“ machen und weitertelefonieren. Wie könnte ich meinem himmlischen Vater unterstellen, er hätte weniger Freude an mir, als ich an meinen eigenen Nachkommen habe? Manchmal wurde ich von meinen Kindern enttäuscht, manchmal verhielten sie sich anders, als ich es ihnen beigebracht hatte. Das tat aber meiner Liebe zu ihnen keinen Abbruch. Sie sind meine Freude – immer, trotzdem. Wenn ich, als ein unvollkommener Vater, solche Liebe und Geduld habe, wie viel mehr unser himmlischer Vater gegenüber uns, seinen Kindern?! Josua und Kaleb standen im Volk Israel auf und riefen: „Wenn der Herr Gefallen an uns hat, so wird er uns in dieses Land bringen und es uns geben, ein Land, das von Milch und Honig überfließt“ (4. Mose 14,8 REÜ). Welch eine simple und doch starke Aussage! Sie sagten: „Weil der Herr Gefallen an uns hat, wird er jeden Riesen besiegen. Deshalb dürfen wir nicht auf die Hindernisse achten, sondern müssen unsere Augen auf Gottes große Liebe zu uns richten.“ In der gesamten Schrift lesen wir, dass Gott sich an uns freut: „Gott … freut sich über jeden Aufrichtigen“ (Sprüche 11,20 Hfa), „Der Herr … freut sich über die Gebete der Aufrichtigen“ (Sprüche 15,8 Hfa), „[Die Hand des Herrn] entriss mich meinem mächtigen Feind, den überstarken Gegnern …, jedoch der Herr beschützte mich … Er liebt mich, darum half er mir“ (Psalm 18,18–20 GN). Wir müssen völlig und uneingeschränkt davon überzeugt sein, dass Gott an uns Gefallen hat. Dann können wir annehmen, dass jeder Umstand unseres Lebens letzten Endes ein Beweis für Gottes liebevollen Willen für uns ist, und er wird aus unseren Schwierigkeiten Freude entstehen lassen.
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2. JANUAR
Sie sind Gottes Schatz Das Wort Gottes sagt: „Die Frau eines anderen Mannes kostet dich das Leben“ (Sprüche 6,26 NL). Die „Frau eines anderen“, von der in diesem Vers die Rede ist, ist Satan – und er macht Jagd auf die, die Gott kostbar sind. In 4. Mose 13 und 14 illustriert die Bibel das sehr lebendig. Israel hatte zwölf Kundschafter ins Gelobte Land gesandt. Als diese vierzig Tage später zurückkamen, säten zehn von ihnen dem Volk Gottes drei Lügen ins Herz: 1. „Es gibt zu viele Leute in dem Land; sie sind zu stark für uns.“ 2. „Die Städte sind zu hoch ummauert; die Festungen sind uneinnehmbar.“ 3. „Es gibt Riesen in dem Land, denen wir nicht gewachsen sind. Das ist hoffnungslos, ist es aus mit uns!“ Diese Lügen raubten Israel allen Mut. Die Schrift sagt, dass das Volk eine Nacht lang verzweifelt war. „Da schrien alle Israeliten laut auf und weinten die ganze Nacht hindurch“ (4. Mose 14,1 NL). Über zwei Millionen Menschen jammerten, heulten und klagten – sie hatten ausschließlich ihre Schwächen und ihre Unfähigkeit im Blick. Meine Lieben, der Teufel belügt Gottes Volk auch heute noch. Er flüstert: „Deine Prüfungen und Versuchungen sind übergroß. Du bist zu schwach, um den Kräften zu widerstehen, die gegen dich streiten.“ Aber auch das Wort, das Gott Israel sagte, gilt uns heute: „… sollt ihr vor allen anderen Völkern der Erde mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir“ (2. Mose 19,5 NL). „Ihr seid für den Herrn, euren Gott, geheiligt. Er hat euch unter allen Völkern der Erde zu seinem Eigentum erwählt“ (5. Mose 14,2 NL). Josua und Kaleb hatten begriffen, dass sie in Gottes Augen kostbar waren. Sie sagten. „Wenn er Freude an uns hat, ist das Land so gut wie unser“ (s. 4. Mose 14,8). Das wusste auch David: „Er errettete mich, weil er seine Freude hat an mir“ (s. Psalm 18,19). Ebenso kann jeder Christ heute wissen: „Ich werde es schaffen – denn ich bin dem Herrn wertvoll!“
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3. JANUAR
Vor Erschaffung der Welt berufen Der Apostel Paulus sagt: „Gott hat uns erlöst und berufen; nicht aufgrund unserer Taten, sondern weil er schon lange, bevor es die Welt gab, entschieden hatte, uns durch Christus Jesus seine Gnade zu zeigen“ (2. Timotheus 1,9 NL). Jeder, der „in Christus“ ist, ist vom Herrn berufen. Und wir alle haben denselben Auftrag: Gottes Stimme hören, sein Wort verkündigen, die Menschen nicht fürchten und dem Herrn in jeder nur denkbaren Anfechtung vertrauen. Ja, diese Verheißung gab Gott seinem Propheten Jeremia bei seiner Berufung (s. Jeremia 1,1–10). Genau wie Jeremia brauchen wir keine fertig ausgearbeitete Botschaft, die wir der Welt sagen sollten. Gott hat versprochen, unseren Mund genau in dem Moment mit seinem Wort zu füllen, wo es nötig ist – wenn wir ihm vertrauen. Nach Aussage der Heiligen Schrift wurde Paulus geprüft wie nur wenige im Dienst Gottes. Satan versuchte immer wieder, ihn umzubringen. Die fromme Masse lehnte ihn ab und machte sich über ihn lustig. Manchmal wurde Paulus sogar von denen, die ihn unterstützten, geschmäht und im Stich gelassen. Aber Paulus war angesichts von Menschen niemals verwirrt oder ratlos. Die Welt schreckte ihn nicht, und er musste sich nie schämen. Und Paulus war nie ausgebrannt. Bei jeder Gelegenheit hatte er ein Wort von Gott zu überbringen, gerade dann, wenn es gebraucht wurde. Tatsache ist, dass Paulus sich einfach nicht erschüttern ließ. Er verlor sein Vertrauen in Gott zu keiner Zeit. Nein, er bezeugte: „Ich weiß genau, an wen ich glaube. Ich bin ganz sicher, dass Christus mich und all das, was er mir anvertraut hat, bis zum Tag seines Kommens bewahren wird“ (2. Timotheus 1,12 Hfa). Im Grunde sagt er damit: „Ich habe mein Leben vollkommen der Treue des Herrn anvertraut; sein bin ich auf Gedeih und Verderb.“ Und seinen jungen Anbefohlenen Timotheus drängte er, es ebenso zu machen: „Halte dich genau an die Lehre, wie du sie von mir gehört hast. Halte dich an den Glauben und die Liebe, die wir in Jesus Christus haben“ (Vers 13).
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4. JANUAR
Nehmen Sie Ihre Prüfung im Glauben an Ohne Konflikte, Druck, Prüfungen und Kämpfe in unserem Inneren würden wir passiv und lau werden. Verfall würde einsetzen und unser Tempel zur Ruine verfallen. Wir könnten das gewonnene Territorium nicht halten. Deshalb ist klar, was der Feind gegen uns plant: Er will nicht, dass wir überhaupt zu kämpfen haben. Es ist aber einfach so, dass wir alle unsere Ressourcen – Kraft zum Weitermachen, Stärke über den Feind – in unseren geistlichen Schlachten finden. Wenn wir eines Tages vor dem Herrn stehen, wird er uns erinnern: „Weißt du noch, was du damals durchgemacht hast? In dieser furchtbaren Schlacht? In dieser schrecklichen Prüfung? Sieh, was du dadurch alles erreicht hast.“ Gott hat seinen Schatz nun einmal in menschliche Körper gelegt. Er hat Sie zu seinem Tempel gemacht, einem Haus, in dem sein Geist wohnen soll. Wenn Sie faul und gleichgültig werden und die notwendigen Unterhaltsarbeiten vernachlässigen – regelmäßiges Beten, Stärkung aus dem Wort Gottes, Gemeinschaft mit anderen Gläubigen –, dann wird der Verfall einsetzen und Sie werden im totalen Ruin enden. Wenn ich auf meine eigenen Jahre im Dienst für Gott zurückblicke, erinnere ich mich an viele Gelegenheiten, wo es leicht gewesen wäre aufzugeben. In solchen Situationen betete ich: „Herr, ich verstehe diesen Angriff nicht. Woher kommt er? Wann ist er zu Ende? Ich sehe überhaupt keinen Sinn darin.“ Aber mit der Zeit begann ich die Frucht solcher Prüfungen zu erkennen. Diese Frucht – Ressourcen, Stärke, geistliche Kraft – gab mir, was ich auf keine andere Weise hätte bekommen können. Ich lege Ihnen dringend ans Herz: Nehmen Sie Ihre Prüfung an und glauben Sie, dass Gott sie zugelassen hat. Machen Sie sich klar, dass er Sie dadurch stärken wird – um Ihnen zu helfen, vom Satan Geraubtes zurückzugewinnen –, dass er Sie für andere zum Segen machen und alles zur Ehre des Herrn heiligen wird. „Denn unsre Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen gewichtige Herrlichkeit“ (2. Korinther 4,17 L).
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5. JANUAR
Eine Offenbarung der Liebe Josefs Brüder wussten nicht, wie sehr sie wirklich geliebt waren, bis Gott eine Krise gebrauchte, um es ihnen zu zeigen. „Und die Hungersnot war auf der ganzen Erde; und Josef öffnete alles, worin Getreide war“ (1. Mose 41,56a REÜ). „Als Jakob sah, dass Getreide in Ägypten war, da sagte Jakob zu seinen Söhnen: … Zieht hinab und kauft uns von da Getreide … Da zogen die zehn Brüder Josefs hinab, um Getreide aus Ägypten zu kaufen“ (42,1–3). Zwanzig Jahre waren seit dem Verbrechen der Brüder vergangen, seit sie Josef in die Sklaverei verkauft hatten. In dieser Zeit war er Ministerpräsident von Ägypten geworden. Sieben Jahre lang hatte Josef Getreide gesammelt, um für die kommende Hungersnot vorzusorgen. Jetzt kamen Jakobs Söhne nach Ägypten in der Absicht, Korn zu kaufen – in Wirklichkeit aber hatte Gott sie geholt in der Absicht, ihnen Liebe zu zeigen! Sie sollten Barmherzigkeit, Verzeihen und Wiederherstellung erleben – und sie sollten Gottes Gnade erfahren. Obwohl sie nichts anderes als eine Verurteilung verdienten, sollten sie nichts als Gnade empfangen. Aufgrund ihrer Sünde hatten Josefs Brüder keinen Kontakt mehr mit ihm. Wahrscheinlich gingen sie davon aus, dass er tot war. Als sie zum Hof des Pharao kamen und ihm dort begegneten, erkannten sie ihn nicht, er jedoch erkannte sie sofort (s. 42,8). Sein Herz war erfüllt von Mitleid beim Anblick der Brüder, die er so sehr liebte. Diese stolzen Männer waren allerdings noch nicht bereit für eine Offenbarung von Gnade und Barmherzigkeit. Zunächst mussten sie die überaus große Scheußlichkeit ihrer Sünden erkennen und sich ihrer Schuld und Schande stellen. Es ist die Botschaft vom Kreuz Christi – bedingungslose Liebe –, und die zeigte Gott Josef. Josef ließ seine Brüder für drei Tage ins Gefängnis werfen – nicht um sie zu bestrafen, sondern damit sie sich der Wahrheit über ihre Sünde stellen konnten. Es ist unmöglich, Gottes Gnade zu verstehen, bevor wir mit unseren eigenen Möglichkeiten ans Ende kommen und seine Barmherzigkeit erfahren. Diese Gnade befreit uns von allen Schuld- und Schamgefühlen.
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6. JANUAR
Wer hat sich diesen Überlebensplan nur ausgedacht? Dann sprach der Herr zu Elia: „Geh von hier weg und ziehe nach Osten und versteck dich am Bach Krit, der zum Jordan fließt“ (1. Könige 17,2–3 NL). Im Blick auf die vor ihm liegende Krise sahen die Dinge für Elia absolut hoffnungslos aus. Aber Gott hatte für seinen treuen Diener einen ganz besonderen Überlebensplan im Sinn. „Gehe nach Osten zum Jordan, und da wirst du den Krit finden, einen kleinen Jordan-Zufluss. Du kannst alles Trinkwasser, das du brauchst, aus diesem Bach bekommen. Darüber hinaus habe ich eine tägliche Essenslieferung durch meine Kurierraben veranlasst.“ Wie hätte sich jemand nur einen solchen Überlebensplan ausdenken können? Wie hätte sich Elia je vorstellen können, dass er zu einem versteckten Bach zum Wassertrinken geschickt werden würde, wo im ganzen Land Dürre herrschte? Wie hätte er sich eine tägliche Brotlieferung durch Rabenvögel ausdenken können, die doch immer alles fressen, was ihnen vor den Schnabel kommt? Später wurde es schwierig für Elia, weil der Bach schließlich auch austrocknete. Aber wieder griff Gott ein und gab dem Propheten ein neues Wort, eine neue Weisung. Er sagte: „Steh auf und geh nach Zarpat in der Nähe von Sidon und bleib dort. Ich habe dort einer Witwe den Auftrag gegeben, dich zu versorgen“ (Vers 9). Wieder muss ich die Frage stellen: Wie hätte sich irgendjemand ausdenken können, dass eine arme Witwe mitten in der Wirtschaftskrise einen erwachsenen Mann Tage, Wochen, Monate durchfüttern könnte? Tatsache ist, dass Gott das Verachtetste, Unbedeutendste in dieser Welt zu seiner Ehre gebraucht. Er sagte Elia: „Wenn du zu ihr gehst und tust, was ich dir sage, wirst du überleben. Höre auf mich, und du wirst es schaffen!“ Das Ergebnis lässt keinen Zweifel zu: Gott – unser Beistand, Berater und Überlebensexperte – hat einen detaillierten Plan für jedes einzelne seiner Kinder, damit wir auch die schlimmsten Lebensphasen bestehen können.
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7. JANUAR
Es begann mit Buße Die Kirche, wie wir sie heute kennen, begann mit Buße. Als Petrus zu Pfingsten über das Kreuz predigte, kamen Tausende zu Jesus. Diese neue Kirche bestand aus einem Leib, zu dem Menschen aller Rassen gehörten, die von gegenseitiger Liebe erfüllt waren. Ihr gemeinsames Leben war gekennzeichnet von Evangelisierung, Opferbereitschaft, ja, einem Geist des Martyriums. Der wunderbare Anfang spiegelt Gottes Wort an Jeremia wider: „Als ich dich pflanzte, wählte ich einen Weinstock edelster Herkunft“ (Jeremia 2,21 NL). Gottes nächste Worte allerdings beschreiben, was oft mit solchen Werken geschieht: „Wie konntest du zu dem wilden Wein verkommen, der du jetzt bist?“ Gott sagte: „Ich habe dich gut und richtig gepflanzt. Du warst mein, trugst meinen Namen und mein Wesen. Jetzt aber bist du verkommen.“ Was hat diese Degeneration der Kirche bewirkt? Schon immer war es der Götzendienst und so wird es auch künftig sein sein. Davon spricht Gott, wenn er zu Jeremia sagt: „Aber mein Volk hat seine Herrlichkeit eingetauscht gegen einen Götzen, der nicht helfen kann!“ (Vers 11 L). Der Götze Nummer eins unter Gottes Volk ist nicht Ehebruch, Pornografie oder Alkohol. Es ist ein viel mächtigeres Verlangen, eine viel mächtigere Lust. Was ist dieser Götze? Es ist das Erfolgsstreben. Und in gewisser Hinsicht lässt es sich dieses Denken sogar rechtfertigen. Heutzutage treiben viele in Gottes Haus den Götzendienst „Erfolg“. Diese Menschen sind aufrecht, moralisch sauber, tun viele gute Werke – aber sie haben einen Ehrgeiz-Götzen in ihrem Herzen aufgerichtet und können von ihm nicht loskommen. Gott liebt es, seine Leute zu segnen. Er möchte, dass sie in allem, was sie ehrlich unternehmen, Erfolg haben. Aber es wütet derzeit ein Geist im Land und beherrscht viele, viele Menschen. Es ist ein Geist, der Anerkennung und Besitzerwerb liebt. Ein Weltmensch sagte: „Wer mit den meisten Spielsachen stirbt, hat gewonnen.“ Tragischerweise sind auch Christen in diesem Streben gefangen. Wie weit haben wir uns vom Evangelium entfernt, in dem es darum geht, sich selbst, seinem Ego und weltlichen Ambitionen zu sterben!
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8. JANUAR
Gott freut sich an Ihnen! Der Heilige Geist gab David eine Offenbarung, die der Schlüssel für alle Befreiung ist. David konnte sagen: „Der Grund, weshalb Gott mich von all meinen Feinden und allem Kummer befreite, ist, dass ich ihm wertvoll bin. Mein Gott freut sich an mir!“ – „Er befreite mich, weil er Gefallen an mir hatte“ (Psalm 18,19 REÜ). Brauchen Sie Befreiung aus Versuchung oder Prüfung? Von einem Problem, das viel zu groß für Sie ist? Der Schlüssel steckt in diesem Vers. Gott freut sich an Ihnen – Sie sind ihm wertvoll! Diese Gedanken finden sich überall in den Psalmen: „Der Herr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen“ (147,11 L), „Denn der Herr hat Wohlgefallen an seinem Volk“ (149,4 L). Ich kann Ihnen Gottes Gefallen an Ihnen zusagen: Sie sind dem Herrn wertvoll. Nun mögen Sie denken: „Hört sich gut an, ein netter Gedanke!“ Nein, diese Wahrheit ist viel mehr als nur ein netter Gedanke. Sie ist der Schlüssel zu Ihrer Befreiung von jeglichem Kampf der Seele und das Geheimnis, wie Sie in die Ruhe eingehen, die Gott Ihnen verheißen hat. Jesaja wurde die große Freude Gottes an uns offenbart. Er prophezeite: „Fürchte dich nicht … du bist mein! … Wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen“ (Jesaja 43,1–2 L). Jesaja sprach von dem, was Menschen geistlich und seelisch durchmachen. Damals war Israel in Gefangenschaft, und Gott sandte ihnen einen Propheten mit einem gebrochenen Herzen, der predigte: „Gott möchte, dass ihr wisst, dass ihr zu ihm gehört.“ Vielleicht fühlen Sie sich zurzeit überlastet von Prüfungen, in denen Sie unterzugehen drohen. Gott bewahrt uns nicht immer vor solchen Prüfungen, aber er verspricht: „Ich gehe mit dir durch all das hindurch. Diese Prüfung oder diese Umstände werden dich nicht umbringen. Sie werden dich nicht verschlingen. Ich habe Gefallen an dir, mein Kind. Gehe weiter. Eines Tages wirst du diese Prüfung hinter dir haben, und ich bin an deiner Seite.“
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9. JANUAR
Turteltauben Gott hat mich in allen meinen Schwierigkeiten bewahrt, indem er mir das Geheimnis der Hoffnung Davids zeigte. An einem Punkt in seinem Leben fragte sich David klagend und jammernd, warum Gott zornig auf ihn war. Er forderte Gott auf: „Zieh [deine starke Hand] doch aus deinem Gewand hervor und bereite ihnen allen ein Ende!“ (Psalm 74,11 NGÜ). Für David sah es so aus, als übernähmen die Feinde Gottes die Kontrolle. In seiner Verzweiflung betete er: „Gib nicht den Raubtieren hin die Seele deiner Turteltaube!“ (Psalm 74,19 REÜ). Wie David, ermutigte es auch mich in den schwersten Prüfungen meines Lebens, wenn ich mich selbst als seinen „Liebesvogel“ visualisierte und auf seiner Verheißung ruhte, er werde mich vor den Fallstricken des Bösen bewahren. Wie eine Turteltaube sehnen wir uns nach der Gegenwart unseres geliebten Erlösers. Ich stelle mir Christus vor, wie er in Form einer Taube – sein Heiliger Geist – zu mir kommt, mir seine beständige Liebe und immerwährende Fürsorge offenbart. Wie unaussprechlich, dass der so große, majestätische Gott sich herablässt, sich auf meine Nöte als eine Turteltaube einlässt. Ist er nicht selbst bei seiner Taufe als Taube auf Christus gekommen? Durchleben Sie, ein Kind Gottes, gerade schwere Zeiten? Gibt es Leid in Ihrer Familie? Haben Sie Schmerzen? Sind Sie manchmal durcheinander, weil alles so schwierig ist? Vergessen Sie nicht, Sie sind die kleine Turteltaube des Herrn – und er wird Sie nie dem Bösen ausliefern. Er wird Sie von jedem Fallstrick des Feindes befreien und Ihnen zeigen, wie treu er Ihnen in der Stunde Ihrer Not ergeben ist. Er ist da, an Ihrer Seite, zu jeder Zeit, wie eine Taube, und spricht zu Ihnen von seiner Liebe. Der Sperling fällt zu Boden, nicht aber die Turteltaube. Sie ist in Gottes Hand geborgen, ist sicher in der Liebe des Vaters. Und das Beste: Der Herr wird uns aus unseren Schwierigkeiten erlösen und uns seine ewige Treue beweisen. Wir werden alles durchstehen, in Ruhe und im Vertrauen auf seine Macht und Liebe.
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10. JANUAR
Gottes Geschenk an seinen Sohn Es ist fast nicht zu begreifen: „Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich nun auch ihnen gegeben, damit sie eins sind, so wie wir eins sind“ (Johannes 17,22 NGÜ). In einem ganz realen Sinn kann gesagt werden, dass Gott seinen Sohn so liebte, dass er ihm die Welt gab. Überlegen Sie einmal: Wir haben das Wort unseres Herrn, das er vor seinem eigenen Vater bekennt, dass er sich selbst so völlig gegeben hat, wie sein Vater sich ihm gegeben hat. Er hat uns dieselbe innige Liebe gegeben, die sein Vater ihm gab – und das ist seine Herrlichkeit, die sich in uns zeigt. Wir sind in dieselbe besondere Art von Liebesbeziehung geführt worden, die Jesus mit dem Vater teilt. Mehr noch, Jesus öffnet den inneren Liebeskreis zwischen den beiden und holt uns hinein. Wir bekommen Anteil an einer Herrlichkeit, wie wir sie uns gar nicht vorstellen können. Wie unglaublich ist es, dass Jesus uns zum Vater bringt und bittet, dass „sie eins sind, so wie wir eins sind“! Wir haben vollkommenen Anteil an der Fülle der Liebe Gottes zu seinem Sohn dadurch, dass wir in Christus sind. Wussten Sie, dass wir Gottes Geschenk an seinen Sohn sind – eine Liebesgabe? „Sie gehörten dir, du hast sie mir gegeben“ (Vers 6). Jesus war so eins mit dem Vater, dass er ihm die Gabe wiederbringt und sagt: „Alles, was mir gehört, gehört dir, und was dir gehört, gehört mir“ (Vers 10). Diese Art von Liebe kann nichts für sich selbst nehmen, sondern gibt alles, was sie hat. Welch eine Ehre, dass Jesus uns in seine große, liebende Hand nimmt und uns dem Vater präsentiert mit den Worten: „Sieh, Vater – sie sind unser! Ich will sie lieben, Vater, und du willst sie lieben.“ Wie können wir das nur alles begreifen?
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