Skip to main content

147446

Page 1

/ 3

Rainer Harter

Gebet nonstop

Die Gebetshausbewegung

Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, Š 2011 Asaph-Verlag


4 / Gebet nonstop

Copyright © 2011 ASAPH-Verlag 1. Auflage 2011 Wenn nicht anders angegeben, wurden die Bibelstellen der Revidierten Elberfelder Übersetzung entnommen. Hervorhebungen in Bibelstellen stammen immer vom Autor dieses Buches. Umschlaggestaltung: joussenkarliczek, D-Schorndorf, unter Verwendung eines Fotos von photocase.com, una knipsolina Satz/DTP: Jens Wirth Druck: Schönbach-Druck, D-Erzhausen Printed in the EU ISBN 978-3-940188-46-5 Best.-Nr. 147446 Für kostenlose Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an christlicher Literatur, Musik und vielem mehr wenden Sie sich bitte an: ASAPH, Postfach 2889, D-58478 Lüdenscheid asaph@asaph.net – www.asaph.net Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


/ 5

Inhalt Vorwort........................................................................................................................ 9 Einleitung................................................................................................................. 11

Teil 1 Grundlagen für einen Lebensstil des Gebets.................. 27 Berufung als Grundlage. ......................................................................................... 27 Die Salbung der Hanna............................................................................................ 28 Der Aufruf zu einem Lebensstil des kontinuierlichen Gebets............... 31 Das falsch verstandene „Gleichnis“ • Glaube, den Jesus sucht: Menschen, die Tag und Nacht beten • Der Herr weiß, dass wir mit Entmutigung kämpfen

Das Joel-2-Mandat. .................................................................................................... 34 Wer aber kann am Tag des Herrn bestehen? • Die Vorbereitung auf die endzeitliche Erweckung und den Tag des Herrn • Die endzeitliche Erweckung

Historischer Überblick zu kontinuierlichem Gebet................................... 39 Die Hütte Davids und die Ordnungen Davids • Die frühklösterliche Tradition des 24-Stunden-Gebets • Graf Zinzendorf und die Herrnhuter • 24-StundenGebet im 20. Jahrhundert

Gebetshäuser heute.................................................................................................... 54

Die Hütte Davids............................................................................................. 59 Die Wiederherstellung der Hütte Davids – Einleitung............................. 59 Der Zustand des Volkes Israel zur Zeit der Amos-Prophetie • Die Geschichte der Hütte Davids • Die Hütte Davids • Das Zelt der Begegnung • Ein Ort des freien Zugangs • Eine neue, revolutionäre Ordnung für die Begegnung mit Gott • Vierundzwanzig Stunden Anbetung und Lobpreis • Eingesetzte Sänger und Musiker folgten der Ordnung Davids • Der prophetische Dienst in der Hütte Davids • Die Leviten

Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


6 / Gebet nonstop Die Prophetie des Amos im Neuen Testament................................................ 89 Das Apostelkonzil in Jerusalem • Anbetung in Geist und Wahrheit

Vier Dimensionen der Wiederherstellung der Hütte Davids.................. 93 Die Auswirkungen der Anbetung nach den Ordnungen Davids........... 94 Ein starker evangelistischer Effekt • Geistlicher Kampf • Gottes Gegenwart und seine Hilfe • Befreiung • Salbung für Prophetie • Machttaten Gottes und Bekehrungen

Die drei Hauptanliegen in einem Gebetshaus..............................................101

Teil 2 Persönliche Vorbereitung ..................................................................109 Intimität in der Beziehung mit Gott ................................................................109 Autorität durch Intimität....................................................................................... 118 Die Bedeutung unserer Zeit erfassen................................................................ 119 Ein neues Verständnis von Gebet.......................................................................121 Freude im Gebet • Anbetung und Gebet

Das Bewusstsein, ein „Vorläufer“ zu sein .....................................................132

Praktische Vorbereitung .....................................................................135 Aufbau eines Leitungsteams.................................................................................136 Festlegen der Vision .................................................................................................137 Externe Berater...........................................................................................................139 Einbeziehen der lokalen Leiter............................................................................140 Ein- und Unterordnung in bestehende Strukturen...................................142 Aufbau von Beziehungen und Abbau von Ressentiments......................144 Dem Leib Christi in der Stadt dienen..............................................................147 Unterschiedliche Frömmigkeitsstile. ................................................................148 Die Mitarbeiter............................................................................................................150 Geeignete Räumlichkeiten.....................................................................................154

Teil 3 Praktische Umsetzung ............................................................................161 Das Leitungsteam . ....................................................................................................162 Beziehung: eine dienende Haltung behalten . ..............................................166

Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


/ 7 Mitarbeiterbetreuung .............................................................................................167 Fortbildung für Mitarbeiter

Finanzen ........................................................................................................................169 Finanzielle Freisetzung von Mitarbeitern

Wie wird im Gebetshaus gebetet?......................................................................172 Die Frage nach der Einheit • Gebet nach Gottes Willen • Stille • Wachen • Prophetisches Gebet • Ringendes Gebet oder leidenschaftliche Fürbitte • Die Bibel lesen, beten und singen • Die apostolischen Gebete des Paulus • Jesus lehrt uns beten • Das große Gebet der ersten Gemeinde • Harp & Bowl • Musi­kalische Anbetung

Struktur und Leitung der Gebetsstunden ....................................................196 Gebetsstunden leiten oder Vision teilen? . .................................................... 200 Der Segen der Einheit im Haus des Gebets

Fasten: echter Zündstoff. ...................................................................................... 204 Warum sollen wir eigentlich fasten? • Wann sollen wir fasten? • Wie können wir fasten? • Weg vom Leistungsdenken! • Lohnt es sich zu fasten?

Was tun in Zeiten von Frustration und Enttäuschung?........................ 210 Die richtige Motivation behalten • Wenn die Gebetsstunden weniger werden • Wahrhaftig leben und arbeiten

Schlussgedanken............................................................................................ 215 Danke ......................................................................................................................... 217

Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


8 / Gebet nonstop

Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, Š 2011 Asaph-Verlag


/ 59

Die Hütte Davids Die Wiederherstellung der Hütte Davids – Einleitung Immer wieder werden die Verse aus Amos 9,1 und aus Apostelgeschichte 15 als Grundlage für Gebetshäuser herangezogen. Wie aber sah dieses alttestamentliche Beispiel für den Dienst der ununterbrochenen Verehrung Gottes eigentlich aus? Was geschah in der Hütte Davids und welche der biblischen Aussagen zur Hütte Davids haben für uns in unserer Zeit und Kultur Relevanz? Was können wir von den Geschehnissen aus der damaligen Zeit lernen? Im vorliegenden Kapitel werden wir uns mit diesen Fragen beschäftigen. Es war mir wichtig, bei der Betrachtung der biblischen Texte zum Thema möglichst genau hinzuschauen und möglichst wenig zu spekulieren. Auch aus diesem Grunde werde ich vielfach die Aussagen der Bibel zitieren. Ich hoffe, dass dies für dich als Leser nicht langweilig, sondern ebenso spannend wird, wie es für mich war. Du wirst Dinge entdecken, von denen du vielleicht noch nie oder bisher kaum etwas gehört hast! Wie ich einführend erwähnte, hat die Hütte Davids in diesem Buch eine doppelte Bedeutung. Einerseits dient sie uns als Modell für ein Gebetshaus, andererseits gibt es da die prophetische Komponente: Gott möchte die „Hütte Davids“ wiederherstellen. Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


60 / Gebet nonstop Immer wieder werden wir im Zusammenhang mit der Hütte Davids auf die „Ordnungen Davids“ stoßen, die David für den Dienst in der Hütte Davids festgelegt hat. Dem Volk Gottes ging es – wie bereits erwähnt – interessanterweise immer dann geistlich und politisch gut, wenn es sich an die Ordnungen Davids hielt. Zu unserer neutestamentarischen Berufung als königliche Priesterschaft und zu unserer ewigen Zukunft in Gottes Gegenwart gehört Anbetung untrennbar dazu – und Anbetung, das Lob Gottes, war das markante Kennzeichen der Ordnungen Davids. „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum“ (1. Pt. 2,9). „… und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“ (Offb. 1,6).

Bevor wir nun in die Welt der Hütte Davids eintauchen, möchte ich noch einige klärende Worte schreiben. Wenn wir nämlich von der „Hütte“ oder dem „Zelt“ Davids sprechen, müssen wir verstehen, was Gottes Absichten hinter den folgenden Versen aus Amos 9 und Apostelgeschichte 15 sind, und wie wir diese auslegen dürfen. „Hütte“ oder „Zelt“ – die Verbindung der erwähnten Bibelstellen zueinander

In den alttestamentarischen Texten aus Amos 9,11 und in den Aussagen über das zur Zeit vor der Errichtung des ersten Tempels existierende Zelt Davids im 1. Buch der Chronik (besonders 1. Chr. 15,1 und 1. Chr. 16.1) wird in der Septuaginta1 immer das griechische Wort σκηνην (skänän) gebraucht, welches mit „Zelt“ übersetzt wird. Im Neuen Testament verwendet Lukas in seinem Bericht über das Apostelkonzil (Apg. 15ff) ebenfalls die Septuaginta, als er Amos’ Worte in der Rede des Jakobus zitiert. Überhaupt wird im NT beim Zitieren des AT gerne auf die Septuaginta zurückgegriffen. Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 61 Die Begriffe „Hütte“ und „Zelt“ im hebräischen masoretischen2 Text wurden von den Übersetzern, die den hebräischen Text ins Griechische übertrugen, gleichgestellt. Neben anderem weist auch diese Gleichstellung der Begriffe auf eine direkte Beziehung der Verse zueinander hin. Um keine Verwirrung wegen der beiden Begriffe „Zelt“ und „Hütte“ zu stiften, wird in diesem Buch wegen der fast durchgehend zu Wort kommenden Revidierten Elberfelder Übersetzung das Wort „Hütte“ verwendet, obwohl „Zelt“ ebenso korrekt wäre. Die Elberfelder Übersetzung merkt in Vers 16 von Apg. 15 dies sogar explizit an.3 Zur Bedeutung der Verse aus dem Propheten Amos und der Apostelgeschichte lässt sich Folgendes festhalten: 1. Die „Wiederherstellung der Hütte Davids“ umfasst in erster Linie die Wiederherstellung von Davids Reich. In der Heiligen Schrift wird die Verbindung zwischen David und dem Messias sehr deutlich, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament. In manchen prophetischen Büchern wird David geradezu als „Prototyp“ und als Bild für den kommenden Messias beschrieben (Hes. 34,23–24; 37,24–25 und Jer. 30,9). Deutlich wird dies auch in den folgenden Versen: „Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da werde ich dem David einen gerechten Spross erwecken. Der wird als König regieren und verständig handeln und Recht und Gerechtigkeit im Land üben“ (Jer. 23,5). „Groß ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit“ (Jes. 9,6). „Der Herr hat David einen Treueid geschworen, er wird nicht davon abweichen: ‚Von der Frucht deines Leibes will ich auf deinen Thron setzen‘“ (Ps. 132,11). „Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus nennen. Dieser wird Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


62 / Gebet nonstop groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird ihm den Thron seines Vaters David geben“ (Lk. 1,31–32).

Dem jüdischen Volk war diese Verbindung völlig klar, und so ist es nicht verwunderlich, dass Jesus immer wieder als „Sohn Davids“ angesprochen oder dass ein direkter Bezug zwischen ihm als Messias und dem ewigen König auf Davids Thron hergestellt wurde: „Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn! Gepriesen sei das kommende Reich unseres Vaters David!“ (Mk. 11,9b–10). „Und es erstaunten die ganzen Volksmengen und sagten: Dieser ist doch nicht etwa der Sohn Davids?“ (Mt. 12,23). „Die Volksmengen aber, die vor ihm hergingen und nachfolgten, riefen und sprachen: Hosanna dem Sohn Davids! Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!“ (Mt. 21,9). „Was haltet ihr von dem Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sagen zu ihm: Davids“ (Mt. 22,42).

Die Bedeutung des „Reiches Davids“ in diesem Buch erklären zu wollen, wäre ein zu umfangreiches Unterfangen und würde den Rahmen dessen sprengen, was ich vermitteln möchte. So viel nur sei gesagt: David war ein „Mann nach Gottes Herzen“, der eine leidenschaftliche Beziehung zu Gott hatte. Er war ein großer König und die Verherrlichung des einzig wahren Gottes war ihm ein zentrales Anliegen. Heute und in Ewigkeit sitzt ebenfalls ein „Mann nach Gottes Herzen“ auf dem Thron: sein Sohn Jesus Christus, dessen Herrschaftsbereich die gesamte Schöpfung umfasst. Ein König, der sein Volk erlöst hat und für immer in Gerechtigkeit und Frieden regiert. Ein König, der uns zu Söhnen und Töchtern gemacht hat, damit wir ewig mit Gott leben und ihn anbeten können. Alles wird einmal ein Ende nehmen – die Liebesbeziehung zu Gott und die Anbetung werden ewig bleiben. Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 63 Interessant ist das Bild des Zeltes oder der Hütte auch in Bezug auf Davids Glauben, der uns ja ein Vorbild ist. So wie ein Zelt, eine Hütte etwas Schlichtes, Einfaches darstellt, war auch Davids Beziehung zu Gott eine schlichte, denn sie gründete sich auf Vertrauen. In der Hütte Davids war Anbetung der vorrangige Dienst an Gott – und Gott hatte großes Wohlgefallen daran. Stimmen hingegen Leben und Gottesdienst nicht überein, wird der Gottesdienst für Gott zu etwas, was er ablehnt – wie wir später noch sehen werden. Aber die Kombination eines hingegebenen Lebens, einer vertrauensvollen Beziehung zu Gott und Anbetung ist für Gott ein Wohlgeruch – und diese Attribute finden sich bei David, dem Stifter der Hütte Davids. 2. Wenn die Wiederherstellung von Davids Reich durch Jesus Gottes Plan ist, dann beinhaltet diese Absicht auch die Wiederherstellung und Betonung der Anbetung Gottes, denn diese war einer der Schwerpunkte, die König David während seiner Regentschaft umgesetzt und persönlich gelebt hat. Ich konzentriere mich im Folgenden, unter Berücksichtigung der Erstbedeutung und in Ehrfurcht dem Wort Gottes gegenüber, auf diesen zweiten Punkt, der prophetisch zu sehen ist. Gottes Impuls, den ich Ende der 90er-Jahre empfangen habe, zielt auf die Wiederherstellung und Betonung der Anbetung ab und wird ergänzt durch die Dringlichkeit des Gebets, die wir durch die ganze Bibel hindurch immer wieder spüren. Zusammenfassend möchte ich sagen, dass die Verse aus Amos 9 und Apostelgeschichte 15 allein und für sich gestellt keine ausreichende theologische Grundlage für ein Haus des Gebets bieten können. Ihre Aussagen deuten aber klar darauf hin, dass Anbetung und Gebet zu den Merkmalen des Reiches Davids gehören, die Gott wiederherstellen will, und dass dies in Jesus Christus seine völlige Erfüllung finden wird. Die Errichtung von 24-Stunden-Gebetshäusern steht nicht auf einem wackeligen theologischen Grundgerüst, sondern fußt breit und stabil auf zentralen Aussagen Gottes, die wir in der ganzen Bibel bestätigt finden. Jedem Leser, der sich ein bisschen mit dem Thema Gebet befasst hat, fallen sicher spontan Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


64 / Gebet nonstop einige Verse aus der Bibel ein, die uns zum Gebet aufrufen. Einige davon werden uns auf den folgenden Seiten begegnen. Wenn wir nun in dieser Studie die Hütte Davids eingehender betrachten, tun wir dies, um Gottes prophetisches Reden zu hören und um von einem Modell zu lernen, welches Gott liebte und das uns in vielen Punkten ein ausgezeichnetes Vorbild sein kann.

Der Zustand des Volkes Israel zur Zeit der Amos-Prophetie In den prophetischen Worten des Amos über den Zustand von Gottes Volk finden sich Punkte wieder, die mir damals bei der Wetterschutzhütte ebenfalls ins Bewusstsein gekommen sind. Unsere Ausgangssituation ähnelt der in Amos’ Zeiten. Das Volk Israel war in Unmoral, Götzendienst und Abkehr von Gott gefallen. Ihre Anbetung geschah nicht mehr in angemessener Art und Weise. Die Anbetung war unrein, zum Beispiel durch götzendienstlichen Einfluss. Es herrschten König Usija in Juda und König Jerobeam in Israel. Als der Prophet Amos davon sprach, dass die Hütte Davids so wie in alten Tagen wiederhergestellt werden solle, sprach er von einem geistlichen Erwachen, einer Erweckung, einer Wiederherstellung der Gott wohlgefälligen Anbetung, wie David sie eingesetzt hatte. Er sprach von einer Zeit, zu der eine heilige Nation, ein königliches Priestertum und ein erkauftes Volk die Gegenwart Gottes suchen würde, um ihm zu dienen (siehe 1. Pt. 2,9). Gott machte das Volk Israel immer wieder auf seinen defizitären Zustand aufmerksam und ließ es wissen, was er von ihrem Verhalten hielt: „Ich hasse, ich verwerfe eure Feste, und eure Festversammlungen kann ich nicht mehr riechen: Denn wenn ihr mir Brandopfer opfert, missfallen sie mir, und an euren Speisopfern habe ich kein Gefallen, und das Heilsopfer von eurem Mastvieh will ich nicht ansehen. Halte den Lärm deiner Lieder von mir fern! Und das Spiel deiner Harfen will ich nicht hören. Aber Recht ergieße sich wie Wasser und Gerechtigkeit wie ein immer fließender Bach“ (Am. 5,21–24). Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 65 Gott wollte und will eben keine schönen Gottesdienste, wenn sein Volk kein gerechtes Leben im Alltag führt (siehe auch Mi. 6,8). Ein weiterer Hinweis auf Gottes Missfallen findet sich in Amos 6,3–7: „… ihr, die ihr den Tag des Unglücks hinausschiebt und die Herrschaft der Gewalt herbeiführt. Sie liegen auf Elfenbeinlagern und räkeln sich auf ihren Ruhebetten. Sie essen Fettschafe von der Herde und Kälber aus dem Maststall. Sie faseln zum Klang der Harfe, denken sich wie David Musikinstrumente aus. Sie trinken Wein aus Schalen und salben sich mit den besten Ölen, aber über den Zusammenbruch Josephs sind sie nicht bekümmert. Darum ziehen sie jetzt gefangen an der Spitze der Weggeführten fort, und vorbei ist es mit dem Gejohle der sich Räkelnden.“

Was auffällt: Amos ist ganz offenbar über die davidische Tradition bezüglich Lobpreis informiert, sie ist in seinen Gedanken gegenwärtig, als er prophezeit (Vers 5). In Amos’ Prophetie über die Wiederherstellung der Hütte Davids wird der von Gott gewollte zukünftige Zustand bezüglich Anbetung und Gottesdienst deutlich: „An jenem Tag richte ich die verfallene Hütte Davids auf, ihre Risse vermauere ich und ihre Trümmer richte ich auf, und ich baue sie wie in den Tagen der Vorzeit, damit sie den Überrest Edoms und all die Nationen in Besitz nehmen, über denen mein Name ausgerufen war, spricht der Herr, der dies tut“ (Am. 9,11–12).

Die Geschichte der Hütte Davids Um Amos’ Prophetie verstehen zu können, müssen wir uns ansehen, wie die ursprüngliche Hütte Davids entstand, was dort geschah und was dies für unsere heutige Zeit bedeutet. Alles fing mit der Bundeslade an. Durch eine militärische Niederlage war sie in die Hand der Philister gefallen. Das Volk dachte, dass sie Gottes Gegenwart im Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


66 / Gebet nonstop Kampf und damit einen militärischen Sieg erzwingen konnten, wenn sie einfach die Bundeslade als Zeichen seiner manifesten Gegenwart mit in den Kampf nehmen würden. Aber ihr Verständnis war falsch. Gott lässt sich nicht wie ein Glücksbringer einspannen: „Und als das Volk ins Lager zurückkam, sagten die Ältesten von Israel: Warum hat uns der Herr heute vor den Philistern geschlagen? Lasst uns von Silo die Lade des Bundes des Herrn zu uns holen, dass er in unsere Mitte komme und uns aus der Hand unserer Feinde rette! Da sandte das Volk nach Silo. Und man brachte von dort die Lade des Bundes des Herrn der Heerscharen, der über den Cherubim thront“ (1. Sam. 4,3–4a). „Da kämpften die Philister, und Israel wurde geschlagen, sodass sie flohen, jeder in sein Zelt. Und die Niederlage war sehr groß, und es fielen von Israel 30 000 Mann zu Fuß. Und die Lade Gottes wurde weggenommen …“ (1. Sam. 4,10–11a). David bringt die Bundeslade in die neue Hauptstadt

Die Philister brachten die Bundeslade in den Tempel ihres Gottes Dagon. Dort zeigte sich, dass die Macht Gottes noch immer mit der Bundeslade verbunden war, denn nachts wurde das Standbild Dagons zerstört und Plagen kamen über das Land. Bald wollten die Philister die Lade wieder loswerden. Schließlich stellten sie sie auf einen von Kühen gezogenen Wagen und überließen es den Zugtieren, wohin sie die Lade bringen würden (1. Sam. 6). Von den Tieren wurde der Wagen in Richtung Israel gezogen, wo die Leute von BetSchemesch gerade bei der Ernte waren. Die Bethsemiten begingen den Fehler, mit der Lade Gottes nicht in angemessener Ehrfurcht umzugehen, und so starben viele Menschen. Dadurch wurde den Israeliten neu bewusst, mit welcher Heiligkeit sie es zu tun hatten: „Und er schlug die Leute von Bet-Schemesch, weil sie sich die Lade des Herrn angeschaut hatten, und schlug im Volk siebzig Mann. Da trauerte das Volk, weil der Herr das Volk so schwer geschlagen hatte. Und die Leute von Bet-Schemesch sagten: Wer vermag vor dem Herrn, diesem heiligen Gott, zu bestehen?“ (1. Sam. 6,19–20a). Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 67 Nun wollten auch die Menschen von Bet-Schemesch, dass die Lade Gottes wieder aus ihrem Gebiet entfernt würde, weil sie mit ihrer Heiligkeit nicht umzugehen wussten. „Und sie sandten Boten zu den Bewohnern von Kirjat-Jearim und sagten: Die Philister haben die Lade des Herrn zurückgebracht. Kommt herab, holt sie zu euch hinauf! Und die Männer von Kirjat-Jearim kamen und holten die Lade des Herrn hinauf, und sie brachten sie in das Haus Abinadabs auf dem Hügel“ (1. Sam. 6,21–7,1a).

David hörte, dass die Bundeslade wieder in Israel war, und beriet sich mit den Leitern des Volkes, ob man sie in die neue Hauptstadt Jerusalem bringen könne. Er hatte ein brennendes Verlangen, die Lade Gottes als Zeichen von Gottes Gegenwart bei sich zu haben. Im Unterschied zu den Ältesten und dem Volk, die in 1. Sam. 4 den falschen Rat gegeben hatten, die Bundeslade mit in den Kampf gegen die Philister zu nehmen, war David ein „Mann nach dem Herzen Gottes“ – und darauf kommt es Gott immer an. Übertragen auf uns heute heißt dies, dass religiöse Übung in sich selbst kein Leben trägt. Jesus spricht genau dies an, wenn er über die falsche Art zu beten spricht und damit klar macht, dass es nicht auf möglichst viele Worte ankommt: „Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört um ihrer vielen Worte willen“ (Mt. 6,7, Schlachter 2000).

Zurück zu David und seiner Absicht, die Lade Gottes in die neue Hauptstadt zu bringen: „Und David beriet sich mit den Obersten über Tausend und über Hundert, mit allen Fürsten. Und David sagte zur ganzen Versammlung Israels: Wenn es euch gut erscheint und wenn es von dem Herrn, unserem Gott, ist, dann lasst uns überallhin senden zu unseren übrigen Brüdern in allen Landen Israels und außerdem zu den Priestern und zu den Leviten in den Städten und ihren Weidegebieten, dass sie sich bei uns Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


68 / Gebet nonstop versammeln. Und wir wollen die Lade unseres Gottes zu uns herüberholen; denn in den Tagen Sauls haben wir sie nicht aufgesucht. Und die ganze Versammlung sagte, dass man es so tun solle. Denn die Sache war recht in den Augen des ganzen Volkes. Und David versammelte ganz Israel, vom Schihor Ägyptens bis nach Hamat hin, um die Lade Gottes von Kirjat-Jearim zu holen. Und David und ganz Israel zogen hinauf nach Baala, nach Kirjat-Jearim, das zu Juda gehört, um von dort die Lade Gottes, des Herrn, heraufzuholen, der über den Cherubim thront, dessen Name dort ausgerufen worden ist. Und sie fuhren die Lade Gottes auf einem neuen Wagen aus dem Haus Abinadabs weg; und Usa und Achjo lenkten den Wagen. Und David und ganz Israel tanzten vor Gott mit aller Kraft: mit Liedern und mit Zithern und mit Harfen und mit Tamburinen und mit Zimbeln und mit Trompeten“ (1. Chr. 13,1–8).

Erstaunlich ist, dass David schon damals um die Verbindung von Lobpreis und Gottes Gegenwart wusste und die Bundeslade schon während ihres Transportes mit Tanz und Musik ehrte. Nicht alles verstand David sofort, aber wie wir beispielsweise in Psalm 22,4 lesen können, war ihm dieses bereits klar: „Doch du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels.“ Die Bundeslade war für das Volk Israel sehr wichtig. Über ihr zeigte sich die Gegenwart Gottes in Form einer Wolke. Ohne Gottes Gegenwart war Israel schutz- und orientierungslos. Aus diesem Grund setzte David alles daran, die Bundeslade nach Jerusalem zu holen. Er regierte von Jerusalem über sein Königreich, und deshalb war es ihm besonders wichtig, Gottes Gegenwart in seiner Nähe zu haben. Die Bundeslade 1. stellte die Fülle der Gottheit leibhaftig dar, 2. sie zeigte die Herrlichkeit Gottes, 3. sie stand für die offenbare, sich manifestierende Gegenwart Gottes unter seinem Volk, 4. sie war der Thron Gottes auf Erden. Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 69 Auch im Verlauf der Kirchengeschichte gab es immer wieder Aufbrüche und Bewegungen von Menschen, die sich danach sehnten, Gottes Gegenwart zu erleben. Es hat jedoch keinen Sinn, alte Erfahrungen zu kopieren; einzig die aufrichtige Suche nach Gott kann Veränderung bringen. Der naheliegendste Weg scheint also der zu sein, wie David für die Bundeslade einen „neuen Wagen zu bauen“ – einen neuen Dienst zu beginnen, um die Gegenwart Gottes in unsere Städte zu bringen. Wir testen neue Formen des Gottesdienstes, feiern mit viel Lobpreis und freuen uns darüber, dass ein Aufbruch geschieht. Plötzlich aber geht etwas schief – wie bei David –, und wir sind perplex. Zwar segnet Gott die beteiligten Menschen oft – aber nicht unbedingt wegen des „neuen Wagens“, sondern wegen ihres aufrichtigen Suchens. Auch wer sehr nach ihr verlangt, muss der Gegenwart Gottes in angemessener Art und Weise begegnen. Sehen wir uns an, welcher Fehler damals begangen wurde: „Und sie fuhren die Lade Gottes auf einem neuen Wagen aus dem Haus Abinadabs weg; und Usa und Achjo lenkten den Wagen. Und David und ganz Israel tanzten vor Gott mit aller Kraft: mit Liedern und mit Zithern und mit Harfen und mit Tamburinen und mit Zimbeln und mit Trompeten. Und als sie zur Tenne des Kidon kamen, da streckte Usa seine Hand aus, um die Lade festzuhalten, denn die Rinder hatten sich losgerissen. Da entbrannte der Zorn des Herrn gegen Usa, und er schlug ihn, weil er seine Hand nach der Lade ausgestreckt hatte; und er starb dort vor Gott“ (1. Chr. 13,7–10).

David ließ einen neuen Wagen bauen, auf dem er die Bundeslade transportieren wollte. Dabei bedachte er nicht, dass Gott sehr klare Anweisungen für den Transport der Bundeslade gegeben hatte. Usa musste sterben, weil David und seine Männer sich nicht an die Anweisungen Gottes gehalten hatten. Aus den folgenden Versen können wir entnehmen, dass David klar wurde, worin der Fehler bestanden hatte, und dass es sehr wohl Regeln für einen angemessenen Umgang mit der Bundeslade gab: Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


70 / Gebet nonstop „Damals sagte David: Die Lade Gottes soll niemand tragen außer den Leviten; denn sie hat der Herr erwählt, die Lade des Herrn zu tragen und seinen Dienst zu verrichten auf ewig“ (1. Chr. 15,1–2).

Den Priestern und Leviten gab er sehr genaue Anweisungen. Und wieder spielte Lobpreis und Anbetung eine wichtige Rolle! „Und David berief die Priester Zadok und Abjatar und die Leviten Uriël, Asaja und Joel, Schemaja und Eliël und Amminadab und sagte zu ihnen: Ihr seid die Familienoberhäupter der Leviten. Heiligt euch, ihr und eure Brüder, und bringt die Lade des Herrn, des Gottes Israels, hinauf an die Stätte, die ich für sie hergerichtet habe! Denn weil beim ersten Mal nicht ihr es getan habt, machte der Herr, unser Gott, einen Riss unter uns, weil wir ihn nicht nach der Vorschrift gesucht haben. Da heiligten sich die Priester und die Leviten, um die Lade des Herrn, des Gottes Israels, heraufzubringen. Und die Söhne der Leviten trugen die Lade Gottes auf ihren Schultern, wobei die Tragstangen auf ihnen lagen, wie Mose es geboten hatte nach dem Wort des Herrn. Und David befahl den Obersten der Leviten, ihre Brüder, die Sänger, zu bestellen, mit Musikinstrumenten, Harfen und Zithern und Zimbeln, damit sie laut musizierten, indem sie die Stimme erhoben mit Freude“ (1. Chr. 15,11–16).

David hatte nach dem ersten Fehler – die Lade war nach den Geschehnissen um Usa drei Monate im Hause Obed-Edoms gelagert worden – offensichtlich in den Schriften geforscht (4. Mo. 4–7). Nachdem er verstanden hatte, wie die Bundeslade zu transportieren war, konnte David sie endlich an den Ort bringen, den er eigens für sie vorbereitet hatte: „Und David machte sich Häuser in der Stadt Davids, und er richtete eine Stätte für die Lade Gottes her und schlug ein Zelt für sie auf“ (1. Chr. 15,1). „Und sie brachten die Lade Gottes hinein und stellten sie in die Mitte des Zeltes, das David für sie aufgeschlagen hatte. Und sie brachten Brandopfer und Heilsopfer dar vor Gott“ (1. Chr. 16,1). Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 71 David baut eine neue Wohnung für Gott

Kommen wir zu der wichtigen Frage, warum David eigentlich eine neue Wohnung für die Bundeslade bauen wollte. Es gab doch bereits das Zelt des Mose – wir kennen es auch als „Zelt der Begegnung“ – was sollte also ein neues Zelt? Als das Volk Israel nach Kanaan kam, wurde das Zelt der Begegnung in Siloh aufgebaut, ungefähr fünfzig Kilometer von Jerusalem entfernt. Dort stand es etwa dreihundert Jahre bis zur Zeit des Propheten Samuel. Dies war die Periode der Richter. Später wurde es nach Gibeon gebracht, nur noch etwa zehn Kilometer von Jerusalem entfernt. Das Zelt der Begegnung bestand noch während der gesamten Regierungszeit Davids und zu Beginn der Herrschaft Salomos. Es wurde sogar ein Priester – Zadok – für den Dienst in der Stiftshütte eingesetzt, der vor dem Heiligtum die vorgeschriebenen Opfer darbrachte, obwohl die Bundeslade nicht mehr dort war. „Und David ließ dort, vor der Lade des Bundes des Herrn, den Asaf und seine Brüder, damit sie ständig vor der Lade Dienst täten nach dem täglichen Bedarf; und Obed-Edom und seine 14 Brüder, 68 Mann, und zwar Obed-Edom, den Sohn Jedutuns, und Hosa als Torhüter. Den Priester Zadok aber und seine Brüder, die Priester, ließ er bei der Wohnung des Herrn auf der Höhe, die bei Gibeon ist, dem Herrn regelmäßig Brandopfer auf dem Brandopferaltar darzubringen, am Morgen und am Abend, und zwar nach allem, was in dem Gesetz des Herrn geschrieben steht, das er Israel geboten hat“ (1. Chr. 16,37–40).

Obwohl der Gottesdienst im Zelt der Begegnung weiterging, wollte Gott die alten religiösen Strukturen aus der Zeit vor dem Verlust der Bundeslade offenbar nicht in derselben Art wiederherstellen, sondern eine neue Begegnungsstätte mit einer neuen Form der Begegnung und des Gottesdienstes schaffen. Bei all den scheinbar unverständlichen Handlungen Davids und teilweise unerwarteten Reaktionen Gottes müssen wir immer an drei Dinge denken: Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


72 / Gebet nonstop 1. David wird in der Bibel als Prophet bezeichnet (Apg. 2,30). 2. In Apg. 13,22 heißt es, er sei ein „Mann nach dem Herzen Gottes“; sein schlichter, vertrauensvoller Glaube und sein anbetendes Herz waren Gott wohlgefällig und dienen uns als Vorbild. 3. Wie in der Einleitung bereits erwähnt, ist David als Bild für Christus selbst zu verstehen. Was Davids Leben andeutete, wurde in Jesus vollkommen.

Die Hütte Davids Noch einmal: Vergessen wir nicht, dass die Zeit der „Hütte Davids“ eine Übergangszeit darstellte. David selbst träumte davon, Gott eine feste Wohnung zu bauen, nämlich den Tempel, der schlussendlich aber erst unter Salomo errichtet wurde. Wie aber sah sie nun eigentlich aus, die „Hütte“ Davids? Was war neu und besonders an ihr und dem Gottesdienst, der dort verrichtet wurde? Soweit die Bibel sagt, konnte sie mit der äußeren Pracht des Zeltes der Begegnung offenbar nicht mithalten. Sie war unserer Kenntnis nach ein einfaches Zelt ohne Abteilungen oder besonderen Schmuck. Gott aber kam (und kommt) es nicht auf äußere Dinge an, er wollte einen Ort der Begegnung zwischen Menschen und ihm selbst haben. Wir wissen nicht einmal, wie groß das Zelt war. In dieses Zelt wurde die Bundeslade gestellt, als sichtbares Symbol für die Gegenwart der Herrlichkeit Gottes. Dieses Zelt bestand ab ungefähr 1050 v. Chr. etwa 40 Jahre – bis zur Einweihung des salomonischen Tempels. In der Bibel lesen wir sehr wenig über Opfer in der Hütte Davids. Es bleibt offen, ob es dort überhaupt einen regelmäßigen Opferdienst gab. Ausdrücklich erwähnt werden Opfer an zwei Stellen in der Schrift: erstens Brandopfer bei der Einweihung, zweitens scheint Salomo (zu einem viel späteren Zeitpunkt) noch einmal vor dem Altar in der Hütte Davids geopfert zu haben. Ansonsten deuten nur noch Aussagen aus den Psalmen Davids darauf hin, dass in der Hütte Davids solche Opfer dargebracht wurden. Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 73 „Und sie brachten die Lade Gottes hinein und stellten sie in die Mitte des Zeltes, das David für sie aufgeschlagen hatte. Und sie brachten Brandopfer und Heilsopfer dar vor Gott“ (1. Chr. 16,1). „Jedoch opferte das Volk auf den Höhen; denn bis zu jenen Tagen war dem Namen des Herrn noch kein Haus gebaut worden. Da erwachte Salomo, und siehe, es war ein Traum gewesen. Und er ging nach Jerusalem, und er trat vor die Lade des Bundes des Herrn und opferte Brandopfer und bereitete Heilsopfer und bereitete für alle seine Knechte ein Festmahl“ (1. Kön. 3,1–2.15).

Vorrangig – und eben das ist das Besondere – wird die Hütte Davids nicht mit Opferdienst, sondern mit Anbetung in Verbindung gebracht, was sich wiederum mit den priorisierenden Aussagen des Neuen Testaments deckt: „Lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott hochwillkommen durch Jesus Christus!“ (1. Pt. 2,5).

Das Wort Gottes gibt uns sowohl schon im Alten als auch im Neuen Testament klare Hinweise, welche Opfer für Gott die wichtigsten sind – erstaunlicherweise geht es dabei um Beziehung und um Lobpreis. „Loben will ich den Namen Gottes im Lied und ihn erheben mit Dank. Denn es wird dem Herrn wohlgefälliger sein als ein Stier, ein Opferstier mit Hörnern und gespaltenen Hufen“ (Ps. 69,32). „Und nun wird mein Haupt sich erheben über meine Feinde rings um mich her. Opfer voller Jubel will ich opfern in seinem Zelt, ich will singen und spielen dem Herrn“ (Ps. 27,6). „… und ihn zu lieben aus ganzem Herzen und aus ganzem Verständnis und aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft und den Nächsten zu lieben wie sich selbst, ist viel mehr als alle Brandopfer und Schlachtopfer“ (Mk. 12,33). Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


74 / Gebet nonstop Das Zelt der Begegnung (siehe 2. Mo. 25–27.37–40; Hebr. 9,1–8; 3. Mo. 16) Die Bundeslade wurde im Allerheiligsten im Zelt der Begegnung aufbewahrt. Es gab dort einen Vorhof, wo das Sündopfer geopfert werden musste, dann das Waschbecken für die Waschung der Priester und den großen bestickten Vorhang vor dem Eingang in das Allerheiligste. Nur die Priester durften hineingehen. Dort standen der Tisch für die Schaubrote, der siebenarmige Leuchter und vor dem Vorhang stand der Räucheraltar. Im Allerheiligsten selbst stand die Bundeslade, beschirmt von den Cherubim. Im Vorhof gab es Tageslicht, im Heiligtum leuchtete Kerzenlicht und im Allerheiligsten die Herrlichkeit Gottes, wie eine Wolke stand sie über dem Gnadenstuhl auf der Bundeslade, wobei Gott selber das Licht war. Dorthinein ging ausschließlich der Hohepriester, und dies nur einmal im Jahr am Bußtag, nachdem er verschiedene vorgeschriebene Opfer dargebracht hatte. Im Allerheiligsten selbst brachte er für das Volk das Sühneopfer dar. Es gab sogar den Brauch, dem Priester ein Seil ans Bein zu binden für den Fall, dass er in der heiligen Gegenwart Gottes tot umfallen würde und man ihn wieder herausziehen müsste. Zusätzlich hatte der Priester am Saum seines Gewandes Glöckchen, die den außerhalb des Zeltes Wartenden verrieten, ob er noch am Leben war. Ein Unterschied zwischen Moses Zelt der Begegnung und der Hütte Davids ist die von Beginn an sehr starke Betonung von Anbetung in letzterer. Dass es im Zelt der Begegnung überhaupt Musik gab, lesen wir erst im Kontext von Davids diesbezüglichem Auftrag (1. Chr. 16,41–42). In der Hütte Davids gab es von Anfang an Musik und offenbar auch spontane Anbetung, geleitet vom Geist Gottes. Die von David eingesetzten Musiker machten nicht jeden Tag das Gleiche. Zu der neuen Form des Gottesdienstes gehörten auch Singen, Klatschen, Jubeln, Händeheben, das Spielen mit Instrumenten, Lobpreis und Anbetung. Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 75 Der Unterschied des Gottesdienstes im Zelt der Begegnung und der „Hütte“ Davids

David tat Dinge, die uns erstaunlich erscheinen, aber wir dürfen nie seine Bedeutung als Prophet vergessen. Obwohl er beispielsweise nicht vom Stamm Levi abstammte, sondern von Juda, zog er sich einen Priesterschurz4 an, als er die Bundeslade nach Jerusalem brachte: „Und David tanzte mit aller Kraft vor dem Herrn, und David war mit einem leinenen Efod gegürtet“ (2. Sam. 6,14).

Hier finden wir ein Bild auf das Priestertum aller Gläubigen, wie es das Neue Testament lehrt. Einen weiteren deutlichen Hinweis darauf geben uns auch die Verse 1 bis 4 aus 1. Chronik 16. Dort wird beschrieben, wie in völligem Unterschied zu den Vorschriften des Mose die Leviten freien Zugang zum Allerheiligsten in der Hütte Davids hatten, ja, dass die betreffenden Gesetze von Mose an diesem Ort offenbar aufgehoben waren: „Und sie brachten die Lade Gottes hinein und stellten sie in die Mitte des Zeltes, das David für sie aufgeschlagen hatte. Und sie brachten Brandopfer und Heilsopfer dar vor Gott. Und als David die Darbringung der Brandopfer und der Heilsopfer beendet hatte, segnete er das Volk im Namen des Herrn. Und er verteilte an jeden Israeliten, vom Mann bis zur Frau an jeden, einen Laib Brot, einen Dattelkuchen und einen Rosinenkuchen. Und er setzte einige von den Leviten als Diener vor der Lade des Herrn ein, dass sie den Herrn, den Gott Israels, rühmen, preisen und loben sollten.“

Ein Ort des freien Zugangs Wir wundern uns vielleicht darüber, dass David – obwohl er nicht aus einem priesterlichen Geschlecht stammte – einfach vor die Bundeslade treten konnte, vor die zuvor nur einmal im Jahr der Hohepriester treten konnte. Den später regierenden König Usija schlug Gott mit Aussatz, als er im Tempel ein Opfer darbrachte (2. Chr. 26,16–19). Warum? Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


76 / Gebet nonstop Weil David im Glauben und unter der Führung Gottes handelte, Usija hingegen vollzog ein Ritual aus der Entscheidung seines eigenen Herzens. Mit Sicherheit übten die Musiker und Leviten den neuen Dienst an Gott nicht ohne die nötige Ehrfurcht und den fälligen Respekt aus. Trotz der großen neuen Freiheit war allen klar, dass man dem alleinigen und allmächtigen Gott diente. In Anlehnung an 1. Chronik 15 scheint es so zu sein, dass geistliche Freiheit geradezu aus der Berücksichtigung göttlicher Ordnungen und Festlegungen entsteht. Manchmal vermisse ich in christlichen Kreisen das Bewusstsein, dass wir Gott begegnen und nicht nur einem guten Freund. Es ist wahr: Gott ist für uns und er liebt uns mit einer unbändigen Liebe. Aber er ist auch heilig und wirkt so, dass wir über seine Macht staunen. Er ist der liebende Vater, aber er ist auch der Herrscher des Universums, der alles nur durch seinen Willen am Leben hält und am Ende der Zeit auch als Richter aller Menschen in Erscheinung treten wird. Es ist ein gewaltiges Vorrecht, dass wir ihm in unserer Schwachheit, unseren Fehlern und in unserer Unfertigkeit begegnen, ihn lieben und uns von ihm lieben lassen dürfen! Augenscheinlich sind es fünf Schlüsselmerkmale, die die Hütte Davids in ihrer neuen Einzigartigkeit kennzeichneten. 1. Sie war ein Ort der Anbetung und des Lobpreises nach der Ordnung und dem Herzen Gottes. 2. Soweit wir wissen, handelte es sich um ein einfaches Zelt. 3. Zur Hütte Davids gab es freien Zugang. Offenbar hatten die ausgewählten Diener Gottes ohne besondere und komplizierte Vorbedingungen Zugang – im Gegensatz zu den Regeln und Vorschriften für das Zelt des Mose. Prophetisch deute ich dies im Blick auf das allgemeine Priestertum der Gläubigen: Durch das vollkommene Opfer Jesu sind wir ein für alle Mal berechtigt, in Gottes Gegenwart zu treten: Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 77 „Da wir nun, Brüder, durch das Blut Jesu Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum, den er uns eröffnet hat als einen neuen und lebendigen Weg durch den Vorhang – das ist durch sein Fleisch –, und einen großen Priester über das Haus Gottes, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit des Glaubens, die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser“ (Hebr. 10,19–22).

4. Die Beziehung Davids zu dem Gott Israels war ganz offenbar die Quelle und Kraft des damaligen Königreiches. Diese enge Beziehung fand in der Errichtung der Hütte Davids und des darin stattfindenden Dienstes an Gott einen Ausdruck. David wurde nur dreimal von den Philistern angegriffen – und dreimal schlug er sie. Dasselbe geschah mit den Ammonitern, Moabitern, Edomitern und Syrern. Die vertrauensvolle Beziehung zu Gott und die daraus resultierende Einhaltung der Ordnungen Davids führte – wie wir schon gesehen haben – immer zu Segen für das Land und die Bevölkerung. 5. Weiter wird angenommen, dass die Hütte Davids der Ort war, an dem die Leiter zusammenkamen, um von Gott zu hören. In diesem Falle wäre sie dann sogar als Ort der Regierung und der Macht anzusehen, wo David mit seinen engsten Mitarbeitern die Gegenwart Gottes suchte, um seine Weisungen zu hören. Erfüllte David mit der Errichtung des neuen Zeltes den Willen Gottes?

In der Bibel finden wir mehrere Hinweise darauf, dass David nicht eigenmächtig handelte, sondern die Bundeslade auf einen Impuls Gottes hin an einen neuen Ort brachte, um eine neue Form der Gottesbegegnung einzuleiten. „Denn David freilich entschlief, nachdem er seinem Geschlecht nach dem Willen Gottes gedient hatte, und wurde zu seinen Vätern versammelt und sah die Verwesung“ (Apg. 13,36). Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


78 / Gebet nonstop „Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun wird“ (Apg. 13,22b).

David wird also als ein Mann bezeichnet, der den Willen Gottes verstand und umsetzte: „Und er stellte die Leviten auf im Haus des Herrn, mit Zimbeln, mit Harfen und mit Zithern, nach dem Befehl Davids und Gads, des Sehers des Königs, und des Propheten Nathan; denn der Befehl war durch den Herrn, durch seine Propheten ergangen“ (2. Chr. 29,25).

Eine neue, revolutionäre Ordnung für die Begegnung mit Gott Die neuen Ordnungen Davids waren revolutionär. Niemals zuvor gab es detaillierte Anweisungen für den Einsatz von Musik und Gesang im Gottesdienst. Im gesamten Pentateuch5 gibt es keine eingehenden Vorschriften dazu, während die Anweisungen für die verschiedenen Opfer sehr genau waren. Was wurde wohl in der Hütte Davids gesungen? Gab es einen festen Ablauf, eine Liturgie? Gab es einen Katalog von „zugelassenen“ Liedern? Darüber finden sich in der Heiligen Schrift keine Aussagen. Im Gebetshaus in Freiburg stellen wir fest, dass sich das eigene Repertoire an Liedern bald erschöpft, wenn man viel Zeit dort verbringt. Fast automatisch streckt man sich als Leiter nach neuen Melodien und neuen Texten aus und so entstehen Lieder, die ihren Ursprung direkt in der Begegnung mit Gott haben. Viele davon werden nur ein einziges Mal in der jeweiligen Anbetungsund Gebetssituation gesungen, andere dagegen aufgeschrieben und immer wieder eingesetzt. War es in der Hütte Davids anders? Man kann vermuten, dass einige der Psalmen als spontane prophetische Lieder entstanden sind, in unmittelbarer Nähe zur Bundeslade, die die Gegenwart Gottes repräsentierte.

Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 79 Vierundzwanzig Stunden Anbetung und Lobpreis Mittlerweile ist durch die Betrachtung der biblischen Aussagen sicher ein klareres Bild von der Hütte Davids vor unserem inneren Auge entstanden. Der Einsatz von Musik, die Schlichtheit des Zeltes, welche vermittelt, dass es Gott auf unser Herz ankommt, und die Freiheit, dass eine große Gruppe berufener Diener Zugang zu Gottes Gegenwart hatte, sind wohl die wichtigsten „Neuheiten“ in der Hütte Davids. Aber da gab es noch etwas, etwas, was ein Vorbild für jeden 24-Stunden-Gebets- und -Anbetungsdienst darstellt: In der Hütte Davids hörten Anbetung und Lob nie auf. „Und das waren die Sänger, die Familienoberhäupter der Leviten, die, von anderen Diensten befreit, in den Zellen wohnten; denn Tag und Nacht waren sie im Dienst“ (1. Chr. 9,33). „Und er setzte einige von den Leviten als Diener vor der Lade des Herrn ein, dass sie den Herrn, den Gott Israels, rühmen, preisen und loben sollten: Asaf, das Oberhaupt, und als Zweiten nach ihm Secharja, nach ihm dann Jeïël und Schemiramot und Jehiël und Mattitja und Eliab und Benaja und Obed-Edom und Jeïël mit Harfeninstrumenten und mit Zithern; und Asaf, auf Zimbeln musizierend; und die Priester Benaja und Jahasiël, ständig mit Trompeten vor der Lade des Bundes Gottes“ (1. Chr. 16,4–6). „So ließ [David] den Asaph und seine Brüder dort vor der Lade des Bundes des Herrn, um allezeit vor der Lade zu dienen, wie es Tag für Tag vorgeschrieben war“ (1. Chr. 16,37, Schlachter 2000).

Durch viele weitere Aussagen der Bibel werden wir als Gläubige aufgefordert, Gott Tag und Nacht, ohne Unterbrechung zu suchen und zu ihm zu beten. Ein Einzelner kann nicht ununterbrochen beten, eine Gemeinschaft von Christen aber schon. Ganz allgemein zeigen die folgenden Verse deutlich, dass wir niemals zu viel beten können, und auch, wie wichtig kontinuierliches Gebet ist. „Auf deine Mauern, Jerusalem, habe ich Wächter bestellt. Den ganzen Tag und die ganze Nacht werden sie keinen Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


80 / Gebet nonstop Augenblick schweigen. Ihr, die ihr den Herrn erinnert, gönnt euch keine Ruhe und lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder aufrichtet und bis er es zum Lobpreis macht auf Erden!“ (Jes. 62,6–7). „… wobei wir Nacht und Tag aufs Inständigste bitten, euer Angesicht zu sehen und das zu vollenden, was an eurem Glauben mangelt“ (1. Thes. 3,10). „Die aber wirklich Witwe und vereinsamt ist, hofft auf Gott und verharrt in Flehen und Gebeten Nacht und Tag“ (1. Tim. 5,5; siehe auch die Witwe und Prophetin Hanna). „Ein Wallfahrtslied. Auf! preist den Herrn, all ihr Knechte des Herrn, die ihr steht im Haus des Herrn in den Nächten!“ (Ps. 134,1). „Betet unablässig!“ (1. Thes. 5,17). „Mit allem Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist, und wachet hierzu in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen“ (Eph. 6,18).

Eingesetzte Sänger und Musiker folgten der Ordnung Davids Wie schon erwähnt, setzte David Sänger und Musiker für den Dienst an Gott ein; insgesamt berief er 4000 Musiker und 288 Sänger! „Alle diese spielten unter der Leitung ihrer Väter, Asaf und Jedutun und Heman, beim Gesang im Haus des Herrn auf Zimbeln, Harfen und Zithern, für den Dienst im Haus Gottes, nach der Anweisung des Königs“ (1. Chr. 25,6). „Und diese sind es, die David zur Leitung des Gesanges im Haus des Herrn anstellte, nachdem die Lade einen Ruheplatz gefunden hatte. Sie versahen den Dienst vor der Wohnung des Zeltes der Begegnung beim Gesang, bis Salomo das Haus des Herrn in Jerusalem gebaut hatte. Und sie standen nach ihrer Vorschrift ihrem Dienst vor“ (1. Chr. 6,16–17). Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 81 „Und es war ihre Zahl mit ihren Brüdern, die im Gesang für den Herrn geübt waren, alles Meister, 288“ (1. Chr. 25,7). „… und 4000 Torhüter und 4000, die den Herrn loben mit den Instrumenten, die ich zum Loben gemacht habe“ (1. Chr. 23,5).

Ist der Gedanke vermessen und unbiblisch, dass Gott heute wieder Menschen in eine „levitische“ Berufung hineinführen möchte? Sicher ist, dass es das allgemeine, königliche Priestertum aller Gläubigen gibt. Jeder einzelne Christ ist berufen, Gott durch Anbetung zu dienen und vor ihm Fürbitte zu tun. Erinnern wir uns: Der Vater sucht Anbeter, der Sohn sucht Fürbitter! Der persönliche, individuelle Ruf darf nie durch die Einsetzung einiger „Gebets- und Anbetungsprofis“ umgangen werden. Aber wie viele andere bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass es Menschen gibt, die Gott ganz besonders in den Dienst der Anbetung und des Gebets ruft und deren Hauptaufgabe es ist, ihr Leben „ins Gebet auszugießen“.

Der prophetische Dienst in der Hütte Davids David setzte die Musiker und Sänger jedoch nicht nur für das Singen und Spielen ein, zu ihren Aufgaben gehörte genauso der prophetische Dienst. Interessant und für uns heute nicht unbedingt gewohnt ist die Tatsache, dass Prophetie, Musik und Gesang stark verbunden waren. „Und David und die Obersten des Heeres sonderten die Söhne Asafs und Hemans und Jedutuns zum Dienst aus, die mit Zithern und mit Harfen und mit Zimbeln weissagten. Und ihre Zahl, die Zahl der Männer, die ihren Dienst taten, war: Von den Söhnen Asafs: Sakkur und Josef und Netanja und Asarela, die Söhne Asafs, unter der Leitung Asafs, der nach der Anweisung des Königs weissagte. Von Jedutun die Söhne Jedutuns: Gedalja und Zeri und Jesaja, Haschabja und Mattitja, und Schimi, zusammen sechs, unter der Leitung ihres Vaters Jedutun, der mit der Zither weissagte, um den Herrn zu preisen und zu loben“ (1. Chr. 25,1–3). Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


82 / Gebet nonstop „Und Kenanja war der Oberste der Leviten beim Anstimmen des Gesanges6; er war Unterweiser beim Anstimmen, denn er verstand sich darauf“ (1. Chr. 15,22). „Und auf Jahasiël7 von den Söhnen Asafs, auf ihn kam der Geist des Herrn mitten in der Versammlung“ (aus 2. Chr. 20,14). „Und wenn du dort in die Stadt kommst, wirst du einer Schar von Propheten begegnen, die von der Höhe herabkommen, und vor ihnen her Harfe und Tamburin und Flöte und Zither, und sie werden weissagen“ (1. Sam. 10,5b).

Nach den Aufzeichnungen des Historikers Josephus8 musste jeder Schüler der alttestamentarischen Prophetenschule auch ein Instrument beherrschen.

Die Leviten Die Leviten – ein Leben in Heiligkeit

Gott hat versprochen, dass er die Nachkommen der Leviten zahlreich machen würde. Wir sehen die Erfüllung dieser Verheißung in unserer Zeit mit eigenen Augen: Fast in jeder Gemeinde gibt es heutzutage Lobpreisleiter und -bands. „So spricht der Herr: Wenn ihr jemals meinen Bund mit dem Tag und meinen Bund mit der Nacht brechen könnt, sodass Tag und Nacht nicht mehr zu ihrer Zeit sind … und auch mein Bund mit den Leviten, den Priestern, meinen Dienern. Wie das Heer des Himmels nicht gezählt und der Sand des Meeres nicht gemessen werden kann, ebenso werde ich die Nachkommen meines Knechtes David und die Leviten zahlreich machen, die mir dienen“ (aus Jer. 33,20–22).

Ebenso wie für die alttestamentarischen Leviten gilt auch für die „modernen Leviten“ der Ruf nach einem Leben in Heiligkeit. Gott fordert uns zu einem geheiligten Leben heraus, wir sollen uns von der Sünde fernhalten. Ebenso ist es ihm wichtig, dass wir auch einen guten Ruf bei den Menschen haben, die noch keine Christen sind. Wie sollte Gott unsere Gebete erhören können, wenn wir nicht bereit sind, ein kompromissloses, hingegebenes Leben zu führen? Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 83 „… und er wird die Söhne Levi reinigen und sie läutern wie Gold und wie Silber, sodass sie Männer werden, die dem Herrn Opfergaben in Gerechtigkeit darbringen“ (Mal. 3,3b). „Jagt dem Frieden mit allen nach und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn schauen wird“ (Hebr. 12,14). „Euch aber lasse der Herr zunehmen und überreich werden in der Liebe zueinander und zu allen – wie auch wir euch gegenüber sind –, um eure Herzen zu stärken, untadelig in Heiligkeit zu sein vor unserem Gott und Vater bei der Ankunft unseres Herrn Jesus mit allen seinen Heiligen“ (1. Thes. 3,13).

Ich weiß: Die obigen Verse können jemanden mit eher perfektionistischer Prägung unter Druck bringen. Wer von uns führt denn schon ein Leben, das den Stempel „heilig“ wirklich verdienen würde? Es besteht durchaus eine Spannung zwischen der Aufforderung Gottes, ein heiliges Leben zu führen, und dem Bewusstsein um die eigene Schwachheit und Zerbrochenheit. Aber gerade in dieser Spannung kommt Jesu Erlösung zum Tragen. Niemand von uns ist aus sich selbst heraus gut, niemand kann aus sich selbst heraus heilig leben. Deshalb ruht unser Dienst, wie auch unser ganzes Leben, auf der Grundlage der unverdienten Gnade. Es ist Gott wichtig und für uns selbst heilsam, dass wir uns heiligen. Vielfach bedarf es dazu einer schlichten Willensentscheidung: Was sehe, was höre ich mir an? Was spreche, was tue ich? Die tieferen Prozesse auf dem Weg der Heiligung lassen sich aus meiner Sicht jedoch nicht so leicht aus eigener Kraft bearbeiten, sondern durch ein immer größeres Bewusstsein von Gottes Gnade und seiner Liebe zu uns. Anstatt ihm durch Anstrengung wohlgefällig sein zu wollen, ist es der bessere Weg, seine Liebe und Gnade anzunehmen und ihm in unserer Schwachheit zu vertrauen. Dann werden wir merken, dass wir bestimmte Dinge nicht mehr sagen oder tun wollen, weil wir sie entweder nicht mehr brauchen oder Gott zu sehr lieben, um sie noch zu tun. Heiligung hat mit Sterben zu tun – aber auch mit neuem Leben. Wir geben unser Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


84 / Gebet nonstop Leben bewusst hin und verzichten auf Dinge, die den Anschein des Vergnügens haben, uns und anderen jedoch schaden. Aber wir erleben auch die freisetzende Lebenskraft und Lebensfreude, die aus einer vertrauensvollen Liebesbeziehung zu Gott dem Vater und zu unserem Erlöser Jesus Christus entspringen. Und wir dürfen nicht den Heiligen Geist vergessen, der uns führen, beraten und trösten möchte. Auch im Bereich der Heiligung geht es um Beziehung: Wir arbeiten zusammen mit dem Gott, der uns heilt und heiligt. Die Leviten – freigesetzt zum Dienst an Gott

Ein sehr interessanter Aspekt des levitischen Dienstes war ihre finanzielle Freistellung. Sie wurden vom Volk versorgt, damit sie ihrem Dienst an Gott nachgehen konnten. Für uns heute mag der Gedanke befremdlich sein, dass Gott solch einen Dienst heute noch suchen könnte. Es gibt doch so viel anderes zu tun! Wir sollen doch missionieren, die Armen speisen, Gemeinde bauen, unsere Nachbarn für Jesus gewinnen – und das ist wahr. Aber denken wir einen Moment an das, was die Bibel das „erste Gebot“ nennt: „Er aber sprach zu ihm: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand‘“ (Mt. 22,37–38).

„Lieben“ ist nicht automatisch gleichbedeutend mit „Dienen“. Letzteres wird in unserer westlich-christlichen Kultur oft leider zu stark betont. Meine Frau würde sich beschweren, wenn meine Beziehung zu ihr nur daraus bestände, dass ich für sie arbeite. Nein, sie legt – wie ich auch – Wert auf gemeinsame Zeiten, in denen wir nichts tun als einander zu genießen, uns auszutauschen, still miteinander zu sein, miteinander zu lachen und zu weinen. So ist es auch mit Gott. Er ist ein Wesen, das Beziehung sucht – deshalb gibt es uns überhaupt. Jede christliche Aktivität sollte aus dieser Quelle fließen: aus unserer Liebesbeziehung mit Gott. Er selbst hat uns durch Jesus ganz deutlich sein Angesicht, sein Wesen gezeigt. Allein die Tatsache, dass er sich „unser Vater“ nennt, zeigt ganz deutlich, welche Art von Beziehung zu uns er sich vorstellt. Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 85 Ich habe drei schon größere Kinder. Als die ersten beiden Kinder klein waren, haben wir uns eine Videokamera gekauft, um uns und den Kindern später mit den Aufnahmen eine Freude zu machen und um nicht zu vergessen, wie sie als kleine Kinder waren. Eine Sequenz aus einem der Videos habe ich mir separat als digitales Filmchen auf den Desktop meines Notebooks gelegt. Es zeigt meine Tochter im Alter von zwei Jahren. Sie ist mit einem Holzspielzeug beschäftigt und merkt plötzlich, dass ich sie mit der Kamera beobachte. Sie schaut ins Objektiv, deutet auf mich und sagt mit der größten Begeisterung: „Da ist der Papa. Papa!“ Ist es zu kitschig oder unangemessen zu denken, dass Gott der Vater ähnliche Gefühle haben könnte wie die, welche ich beim Anschauen des kurzen Films habe? Ich kann ihn nicht oft genug ansehen – jedes Mal bin ich tief berührt. Wenn wir das erste Gebot beachten, wird das zweite Gebot ebenfalls zu einer Freude und Selbstverständlichkeit: „Das zweite aber ist ihm gleich: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘“ (Mt. 22,39).

Gott berief Menschen, deren Dienst darin bestand, vor ihm zu stehen, in Ehrerbietung, Anbetung und Gebet (siehe z. B. 2. Chr. 29,11). Sie sollten dies tun können, ohne sich um ihre finanzielle Versorgung Gedanken machen zu müssen. Ich bin davon überzeugt, dass wir dies wieder erleben werden: Es wird Gemeinden, Privatpersonen, ja sogar Nichtchristen geben, die Gebetshäuser finanziell unterstützen, damit Menschen vor Gott stehen können, um ihn zu suchen, ihn anzubeten und ihm die Anliegen der jeweiligen Stadt oder Region zu bringen. Sehen wir uns an, wie wichtig die Versorgung der Priester und Leviten war. „Und es wurden an diesem Tag Männer eingesetzt zur Aufsicht über die Kammern für die Vorräte, die Hebopfer, die Erstlinge und die Zehnten, um in ihnen die gesetzlichen Anteile für die Priester und für die Leviten von den Feldern zu sammeln. Denn Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


86 / Gebet nonstop Juda hatte seine Freude an den Priestern und an den Leviten, die im heiligen Dienst standen“ (Neh. 12,44). „Und er befahl dem Volk, den Bewohnern von Jerusalem, den Anteil, der den Priestern und den Leviten zustand, zu geben, damit sie am Gesetz des Herrn festhalten könnten“ (2. Chr. 31,4). „Und das waren die Sänger, die Familienoberhäupter der Leviten, die, von anderen Diensten befreit, in den Zellen wohnten; denn Tag und Nacht waren sie im Dienst“ (1. Chr. 9,33).

Nehemia war wütend, als er erfuhr, dass die Leviten den Dienst an Gott nicht tun konnten. Er beschrieb das Haus Gottes als „verlassen“, weil niemand da war, der Gott diente. Der Dienst an Gott selbst steht an erster Stelle – was sich wiederum mit den Aussagen des ersten Gebots deckt. Kann es sein, dass Gott diesen kontinuierlichen Dienst in unseren Tagen etablieren will, damit auch seine Herrlichkeit wieder unter uns wohnen kann? Ich glaube, ja. „Und ich erkannte, dass die Anteile für die Leviten nicht gegeben worden waren, sodass die Leviten und die Sänger, die den Dienst taten, davongelaufen waren, jeder auf sein Feld. Da zog ich die Vorsteher zur Rechenschaft und sagte: Warum ist das Haus Gottes verlassen worden?“ (Neh. 13,10–11).

David setzte Geld aus den Nationen für den Herrn und den Dienst an ihm ein. Heute könnte man sagen, dass er mit den Erlösen aus seinen Geschäften den Dienst im Haus Gottes mitfinanzierte. „Auch diese heiligte der König David dem Herrn, samt dem Silber und Gold, das er von all den Nationen genommen hatte: von den Edomitern und von den Moabitern und von den Söhnen Ammon und von den Philistern und von den Amalekitern“ (1. Chr. 18,11).

Ebenso nutzte David offenbar „öffentliche“ Mittel, über die er als König des Landes verfügte, wie auch persönliche Gelder: „Und siehe, durch meine Bemühung habe ich für das Haus des Herrn 100 000 Talente Gold und 1 000 000 Talente Silber Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 87 bereitgestellt; und die Bronze und das Eisen sind nicht zu wiegen, denn es ist in großer Menge vorhanden; auch Holz und Steine habe ich bereitgestellt, und du wirst noch mehr hinzufügen“ (1. Chr. 22,14). „Und mit all meiner Kraft habe ich für das Haus meines Gottes bereitgestellt: das Gold für das goldene Gerät und das Silber für das silberne und die Bronze für das bronzene, das Eisen für das eiserne und das Holz für das hölzerne Gerät; Onyxsteine und eingefasste Steine, Steine zur Verzierung und Mosaiksteine und allerlei Edelsteine und Alabastersteine in Menge. Und außerdem, weil ich Gefallen habe an dem Haus meines Gottes, habe ich, was ich als Eigentum an Gold und Silber selbst besitze, für das Haus meines Gottes gegeben, über all das hinaus, was ich für das Haus des Heiligtums bereitgestellt habe: 3000 Talente Gold von Gold aus Ofir und 7000 Talente geläutertes Silber, zum Überziehen der Wände der Räume; Gold für das goldene und Silber für das silberne Gerät und für jede Arbeit von Künstlerhand. Wer ist nun bereitwillig, heute seine Hand ebenso für den Herrn zu füllen?“ (1. Chr. 29,2–5).

Auch beim Wiederaufbau des Tempels wurden später „öffentliche Mittel“ für den Bau verwendet und ebenso angeordnet, dass die Priester und Leviten von Steuern und Abgaben zu befreien seien. „… und um das Silber und das Gold zu überbringen, das der König und seine Räte dem Gott Israels gespendet haben, dessen Wohnung in Jerusalem ist, sowie alles Silber und Gold, das du in der ganzen Provinz Babel bekommen wirst, samt der Spende des Volkes und der Priester, die sie spenden für das Haus ihres Gottes, das in Jerusalem ist. Und den übrigen Bedarf für das Haus deines Gottes, den aufzubringen dir zufällt, sollst du aus dem Schatzhaus des Königs ausgeben. Und euch wird mitgeteilt, dass niemand ermächtigt ist, irgendeinem von den Priestern und Leviten, Sängern, Torhütern, Tempelsklaven und Dienern dieses Hauses Gottes Steuer, Abgaben und Zoll aufzuerlegen“ (Esr. 7,15–16.20,24).

Der „Zehnte“ aller Bewohner von Jerusalem wurde für die Priester und Leviten eingesammelt: Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


88 / Gebet nonstop „Und er befahl dem Volk, den Bewohnern von Jerusalem, den Anteil, der den Priestern und den Leviten zustand, zu geben, damit sie am Gesetz des Herrn festhalten könnten. Und als das Wort bekannt wurde, brachten die Söhne Israel reichlich Erstlingsgaben vom Getreide, Most und Öl und Honig und von allem Ertrag des Feldes; und den Zehnten von allem brachten sie in Menge. Und die Söhne Israel und Juda, die in den Städten Judas wohnten, brachten ebenfalls den Zehnten von Rindern und Schafen und den Zehnten von den heiligen Gaben, die dem Herrn, ihrem Gott, geheiligt waren, und sie legten Haufen an Haufen hin“ (2. Chr. 31,4–6).

Zusätzlich wurden auch freiwillige Gaben gespendet: „Da machten sich die Familienoberhäupter von Juda und Benjamin auf und die Priester und die Leviten, jeder, dessen Geist Gott erweckte, hinaufzuziehen, um das Haus des Herrn in Jerusalem zu bauen. Und alle, die um sie herum wohnten, griffen ihnen unter die Arme mit silbernen Geräten, mit Gold, mit Habe und mit Vieh und mit Kostbarkeiten, abgesehen von allen freiwilligen Gaben“ (Esr. 1,5–6). „Und ganz Israel gab in den Tagen Serubbabels und in den Tagen Nehemias die Anteile für die Sänger und die Torhüter, was ihnen Tag für Tag zukam; die Weihegaben aber gaben sie den Leviten, und die Leviten gaben die Weihegaben den Söhnen Aarons“ (Neh. 12,47).

Die obigen Aussagen zeigen deutlich, wie wichtig es Gott war (und ist), dass für diejenigen gesorgt wird, die vor ihm stehen, um ihn anzubeten. Die Leviten – eine ausreichende Anzahl

Der Dienst nach den Ordnungen Davids verteilte sich auf viele Mitarbeiter. So war gewährleistet, dass die kontinuierliche Anbetung überhaupt gelebt werden konnte. „Alle diese spielten unter der Leitung ihrer Väter, Asaf und Jedutun und Heman, beim Gesang im Haus des Herrn auf Zimbeln, Harfen und Zithern, für den Dienst im Haus Gottes, Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 89 nach der Anweisung des Königs. Und es war ihre Zahl mit ihren Brüdern, die im Gesang für den Herrn geübt waren, alles Meister, 288“ (1. Chr. 25,6).

Die Prophetie des Amos im Neuen Testament In der Anfangszeit der neutestamentlichen Gemeinde wurde – trotz des Missionsbefehls (Mt. 28,19) – das Evangelium nur den Juden verkündet. Durch Verfolgung wurde die Gemeinde zerstreut und das Evangelium den Nationen verkündet. In Apostelgeschichte 11 hören wir zum ersten Mal von der Heidenmission (in Antiochia).

Das Apostelkonzil in Jerusalem Nachdem sich viele Heiden zu Jesus bekehrt hatten, gab es unter den jüdischen Gläubigen einige Unsicherheit über die Verpflichtung der Heidenchristen gegenüber den Geboten des Mose. Daher wurde das erste Apostelkonzil einberufen: „Als nun ein Zwiespalt entstand und ein nicht geringer Wortwechsel zwischen ihnen und Paulus und Barnabas, ordneten sie an, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen sollten wegen dieser Streitfrage“ (Apg. 15,2).

Paulus und Barnabas waren sehr besorgt, als sie von der Forderung hörten, die Heidenchristen sollten sich unter das mosaische Gesetz begeben. Sie wussten, dass Gott etwas Neues auf der Erde tat. Nicht, dass es nicht in Beziehung zu den alttestamentarischen Prophetien gestanden hätte, es war jedoch völlig losgelöst von den gewohnten Ritualen und Formen der Anbetung. All diese waren nur Schatten dessen gewesen, was Gott jetzt hervorbrachte. Petrus berichtete von den Bekehrungen und Geisttaufen, die er bei Heiden gesehen und miterlebt hatte. Er machte deutlich, dass Gott keinen Unterschied mache zwischen Juden und Heiden. Es blieb jedoch Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


90 / Gebet nonstop die Aufgabe des anerkannten Leiters Jakobus, den Streit mit einem Wort der Schrift zu schlichten. Jakobus sagte zu den am Konzil Beteiligten, dass man nicht versuchen dürfe, aus Heiden Juden nach dem alten Gesetz zu machen. Gott habe ja in den Schriften verheißen, dass die Hütte Davids wieder aufgebaut werden würde. Gemäß dieser alten und zugleich neuen Ordnung wolle Gott auch die Heiden als seine Kinder annehmen und seinen Namen auf sie legen. Gott hatte nämlich verheißen, dass mit der Wiederherstellung der Hütte Davids viele Heiden den Herrn suchen und erkennen würden. Auf der Basis dieser lange unerfüllt gebliebenen Prophetie gab Jakobus dem Konzil den Rat, zu akzeptieren, dass „der Rest der Nationen“ bereits von Beginn an zu Gottes Plan gehört hatte, und deshalb – nun, da sich diese Prophetie zu erfüllen begann – die Heidenchristen als Brüder aufzunehmen. Eine Bestätigung dieser Absicht Gottes findet sich auch bei Jesaja: „Selbst aus den anderen Völkern werde ich Menschen als Priester und Leviten zum Dienst an meinem Heiligtum bestimmen“ (Jes. 66,21, Hoffnung für alle).

Auch in der revidierten Elberfelder Übersetzung heißt es: „Und sie bringen alle eure Brüder aus allen Nationen als Opfergabe für den Herrn, auf Pferden, auf offenen Wagen und in überdachten Wagen, auf Maultieren und auf Dromedaren zu meinem heiligen Berg, nach Jerusalem, spricht der Herr, ebenso wie die Söhne Israel das Speisopfer in einem reinen Gefäß zum Haus des Herrn bringen. Und auch von ihnen nehme ich mir einige zu Priestern und zu Leviten, spricht der Herr“ (Jes. 66,20–21).

Diese Aussagen sind absolute Schlüsselverse hinsichtlich der Frage, ob Heidenchristen eine levitische Berufung empfangen können. Hier sagt Gott ganz klar, dass er Leviten aus den Nationen berufen wird. Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 91 Zurück zum Apostelkonzil: Mit den Worten aus Amos 9,11 fasste Jakobus die Situation zusammen. Diese Prophetie aus den Zeiten Jesajas, ca. 700 Jahre vor Christi Geburt, begann sich in den Tagen der ersten Gemeinde zu erfüllen. Es sollte etwas wiederhergestellt werden, was einmal gewesen war. Dadurch sollten viele Menschen zum Glauben an Jesus finden und eine reiche Ernte eingebracht werden. In unseren Tagen sind wir durch die gewaltigen Möglichkeiten, welche uns Globalisierung, Mobilität und die Telekommunikation bieten, zum ersten Mal in der Lage, die weltweite Erfüllung der Prophetie noch in unserer Generation sehen zu können. Die Wiederherstellung der Hütte Davids wird eine sehr große evangelistische Kraft freisetzen – und genau darum ringen die Menschen, die sich zu einem Dienst im Sinne der Hütte Davids berufen wissen.

Anbetung in Geist und Wahrheit Wir sollten Anbetung und Gebet fest in den Alltag integrieren. Das tut uns selbst gut und ermutigt uns und unseren Nächsten (siehe Eph. 5,18–19). Man beachte die Gegenüberstellung von Alkoholrausch und Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Das eine ist eher negativ, sowohl für unseren Geist, unseren Körper und unser Umfeld, das andere genau das Gegenteil. Ich glaube, dass durch die Erfüllung mit dem Heiligen Geist neben vielen anderen positiven Auswirkungen auch starke Glücksgefühle ausgelöst werden. Wer schon einmal einen Alkoholrausch erlebt hat, weiß, wie stark ein solcher beeinträchtigen kann. Wie viel mehr wird die Erfüllung mit dem Heiligen Geist unser Leben beeinflussen – und dies ausschließlich zu unserem Besten! Durch Anbetung werden wir mit dem Heiligen Geist erfüllt. Allein diese Wahrheit dürfte eine starke Motivation sein, anzubeten. Wie oft beten wir, dass Gott uns mit seinem Geist erfüllt? „Und berauscht euch nicht mit Wein, worin Ausschweifung ist, sondern werdet voller Geist, indem ihr zueinander in Psalmen Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


92 / Gebet nonstop und Lobliedern und geistlichen Liedern redet und dem Herrn mit eurem Herzen singt und spielt!“ (Eph. 5,18–19).

Im Hebräerbrief werden wir aufgefordert, so anzubeten, wie es schon David gefordert hat, nämlich mit einem Lobopfer (siehe auch Ps. 51,16–19 und Ps. 69,30–31): „Durch ihn nun lasst uns Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen! Das ist: Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen“ (Hebr. 13,15).

Anbetung, die sich am Vorbild der Ordnungen Davids orientiert, ist eine Antwort auf die Suche Gottes nach Anbetern: „Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“ (Joh. 4,23–24).

Anbetung nach Art der Ordnungen Davids trägt mit zur Erfüllung des ersten Gebots bei, denn in der Hütte Davids war Anbetung ein Akt der gesamten Persönlichkeit eines Menschen: Körper, Geist und Seele waren beteiligt. Die beiden vorrangigen Aktivitäten, die sich in unseren Gebetshäusern und Veranstaltungen finden sollten, werden in Offenbarung 5,8 aufgezeigt: „Und als es das Buch nahm, fielen die vier lebendigen Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und sie hatten ein jeder eine Harfe und goldene Schalen voller Räucherwerk; das sind die Gebete der Heiligen“ (Offb. 5,8).

Die Harfen zeugen hierbei von den Liedern und der Musik zu Gottes Ehre, die Schalen von den Gebeten, die Gott seinen Heiligen aufs Herz legt.

Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 93

Vier Dimensionen der Wiederherstellung der Hütte Davids Mike Bickle, Gründer und Leiter des International House of Prayer in Kansas City, Missouri, benennt drei Dimensionen der Wiederherstellung der Hütte Davids wie unten aufgeführt.9 Ich möchte eine vierte Dimension hinzufügen, von der ich glaube, dass sie eine Auswirkung von Anbetung und Fürbitte auf unser persönliches Leben sein kann. 1. Die priesterliche Dimension Sie bezieht sich auf 24 Stunden Anbetung und Fürbitte nach den Ordnungen König Davids. 2. Die prophetische Dimension Sie bezieht sich auf die Freisetzung des prophetischen Dienstes in der Gemeinde Jesu. „Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, dass ich von meinem Geist ausgießen werde auf alles Fleisch, und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, und eure jungen Männer werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden in Träumen Visionen haben; und sogar auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in jenen Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen“ (Apg. 2,17).

3. Die königliche Dimension Sie bezieht sich auf den apostolischen Dienst, welcher die drei Hauptaufgaben des Reiches Gottes in Bezug auf den Missionsbefehl in der Kraft des Heiligen Geistes vervollständigt: „Bezogen auf alle drei Dimensionen, hatte die Wiederherstellung der Hütte Davids ihren Anfang in der neutestamentlichen Urgemeinde. Noch ist diese Wiederherstellung nicht so weit erfüllt, dass die Nationen zur Erkenntnis Gottes gelangt sind. Die Hütte Davids ist von wesentlicher Bedeutung für die große Seelenernte, die der Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


94 / Gebet nonstop Kirche für das Ende der Zeiten verheißen ist. Wir glauben, dass es städteweite Gebetsarbeiten geben wird, bevor der Herr wiederkommt“ (Mike Bickle).10 4. Die diakonische Dimension Eine vertrauensvolle und tiefe Beziehung zu Jesus und das Prinzip der „Veränderung durch Anschauen“ (2. Kor. 3,18) prägt unser Herz in positiver Art und Weise. Die Not und das Leid anderer Menschen lässt uns nicht mehr kalt, denn durch die Begegnung mit Gottes Barmherzigkeit soll und wird in uns das Verlangen danach geweckt werden, anderen Menschen praktisch zu dienen. Nächstenliebe ist ein direktes Ergebnis der persönlich erfahrenen Gottesliebe.

Die Auswirkungen der Anbetung nach den Ordnungen Davids Neben den Auswirkungen von Anbetung nach den Ordnungen Davids, die ich zu Anfang am Beispiel der israelischen Könige beschrieben habe, gibt es weitere, die uns deutlich machen, wie wichtig kontinuierliche Anbetung ist.

Ein starker evangelistischer Effekt „Nach diesem will ich zurückkehren und wieder aufbauen die Hütte Davids, die verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten; damit die Übrigen der Menschen den Herrn suchen und alle Nationen, über die mein Name angerufen ist, spricht der Herr, der dieses tut, was von jeher bekannt ist“ (Apg. 15,16–18). „Und in meinen Mund hat er ein neues Lied gelegt, einen Lobgesang auf unseren Gott. Viele werden es sehen und sich fürchten und auf den Herrn vertrauen“ (Ps. 40,4).

Ich bin überzeugt davon, dass durch unsere Anbetung und unser Gebet der Himmel über unserer Stadt geöffnet wird und das geistliche Klima sich verändert. Wir in Freiburg beten viel und Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 95 oft dafür, dass die Menschen unserer Stadt Jesus erkennen und in ihm das Ziel ihrer manchmal diffusen, dennoch aber existierenden Sehnsüchte finden. Mit unseren Gebeten tragen wir dazu bei, einen fruchtbaren Boden für erfolgreiche Evangelisation in unserer Stadt vorzubereiten. Es gibt kein Ausspielen des Gebets auf der einen gegen die Evangelisation auf der anderen Seite. Beides ist absolut wichtig und beide führen zu einem gemeinsamen Ziel: das Königreich Gottes zu vergrößern. Gebet, Mission und Evangelisation gehören aus Gottes Sicht zusammen, was auch durch die folgende Geschichte bezeugt wird: Im Jahr 2008 fand in Orlando, Florida ein Treffen von 170 Leitern der größten Missionswerke sowie internationaler Gebetsdienste statt. Im Laufe der Konferenz mit dem Namen „The Call2All“11, die von „YWAM12 Campaigns“ und „Campus Crusade For Christ International“13 veranstaltet wurde, gab es eine Übereinkunft, die eines der großen Ergebnisse der vom Heiligen Geist geleiteten Zusammenkunft darstellt: „The Prayer And Missions Movements Are Really One“14 (Gebets- und Missionsbewegung sind in Wirklichkeit eine Bewegung). Mark Anderson, Gründer und internationaler Direktor von YWAM Campaigns, einem der größten evangelistischen Dienste weltweit, hatte 2006 einen prophetischen Traum, in dem Gott ihm zeigte, dass die Missions- und die Gebetsbewegung in Gottes Augen eins sind. Auf dieser Konferenz wurde von den anwesenden Leitern beschlossen, bis zum Jahr 2020 weltweit siebzigtausend neue Gebetshäuser zu gründen. Im Jahr 2009 fand „The Call2All“ in Hongkong statt, dort beschlossen dreitausend Leiter von neunhundert Organisationen, bis zum Jahr 2020 vierhunderttausend Gebetshäuser zu gründen. Insgesamt verpflichteten sich Leiter auf verschiedenen Call2All-Konferenzen in Orlando, Dayton, Nairobi, Toronto, Hongkong, Curtiba (Brasilien) und Kiew zur Gründung von insgesamt mehr als fünfhunderttausend Gebetshäusern.15 Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


96 / Gebet nonstop Ich erinnere mich an eine Aussage von Mike Bickle, der auf die immer wieder auftauchende Kritik, man solle doch lieber viel Zeit in evangelistische Aktivitäten investieren, anstatt „dauernd“ anzubeten und zu beten, sinngemäß sagte: „Wenn wir Jesus anbeten, begegnen wir demjenigen, der eine so große Leidenschaft für die Verlorenen hat, dass er sogar sein Leben für sie gab. Die Begegnung mit dieser Leidenschaft wird uns anstecken und zu den Verlorenen treiben.“ In Freiburg haben wir schon erlebt, dass Nichtchristen ins Gebetshaus gekommen sind, dort von Gott berührt wurden und daraufhin ihr Leben Jesus gegeben haben.

Geistlicher Kampf „Und er beriet sich mit dem Volk und stellte Sänger für den Herrn auf, die Loblieder sangen in heiligem Schmuck, indem sie vor den zum Kampf Gerüsteten auszogen und sprachen: Preist den Herrn, denn seine Gnade währt ewig! Und zu der Zeit, da sie mit Jubel und Lobgesang anfingen, legte der Herr einen Hinterhalt gegen die Söhne Ammon, Moab und die vom Gebirge Seïr, die gegen Juda gekommen waren; und sie wurden geschlagen“ (2. Chr. 20,21–22).

Diese bekannte Geschichte zeigt beispielhaft, welche Macht unsere Anbetung haben kann. Ich glaube, dass die kontinuierliche Anbetung von Jesus Christus kaum durch eine andere Form des geistlichen Kampfes zu übertreffen ist. Dort wo der Herr angebetet wird, dort wo Tag und Nacht um das Leben der Menschen einer Stadt gerungen wird und dort wo Menschen versuchen, ihr Leben an Gott zu hängen, um sich ihm ganz hinzugeben, kann der Teufel weder sich wohlfühlen noch Raum gewinnen. In Verbindung mit leidenschaftlicher Fürbitte und dynamischer Evangelisation stellt Anbetung einen der Hauptschlüssel dar, um eine Stadt für Jesus zu gewinnen.

Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 97 Gottes Gegenwart und seine Hilfe „Doch du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels“ (Ps. 22,4).

In der Anbetung stehen wir direkt vor Gottes Thron – in seiner majestätischen und herrlichen Gegenwart. Dies ist der Ort, der über allen anderen Orten steht, ein Ort, an dem Dinge geschehen können (und geschehen!), die wir uns kaum erträumen können. Wir stehen anbetend an dem Ort, von dem Gottes Herrlichkeit und Macht ausgehen. Gottes Gegenwart ist heilsam und berührt unser Innerstes. Trauer, Freude und Leidenschaft werden im Gebet ausgedrückt und erlebt. Intimität und Emotionen in der Anbetung Gottes sind nicht außergewöhnlich, sondern herrlich, befreiend und normal! Schließlich begegnen wir Jesus, dem Liebhaber unserer Seelen und unserem Bräutigam. Wir begegnen dem Vater, der uns als seine Kinder liebt und vor dessen Angesicht „Freude die Fülle“ ist (Ps. 16,11). Und wir begegnen dem Heiligen Geist, unserem Tröster. Emotionen haben ihren Platz in Gottes Gegenwart, das zeigen allein schon die drei oben genannten Eigenschaften des dreieinigen Gottes – alle haben sie sehr viel mit Gefühlen zu tun. Der Ort der echten Herzensveränderung ist der Ort der Anbetung. Dabei ist es egal, ob unsere Anbetung mit Worten, mit Musik oder in völliger Stille stattfindet. Veränderung geschieht im Moment des Staunens, welches König David gut kannte: „Eins habe ich vom Herrn erbeten, danach trachte ich: zu wohnen im Haus des Herrn alle Tage meines Lebens, um anzuschauen die Freundlichkeit des Herrn und nachzudenken in seinem Tempel“ (Ps. 27,4).

Eine der Übersetzungsmöglichkeiten des hebräischen Wortes, welches im Deutschen mit „anschauen“ übersetzt wurde, hat die Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


98 / Gebet nonstop Bedeutung „staunend und intensiv betrachten“. Die dem entsprechende neutestamentliche Stelle über eine tatsächliche Veränderung unserer Persönlichkeit in der Gegenwart Gottes lesen wir in 2. Kor. 3,18: „Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden so verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie es vom Herrn, dem Geist, geschieht.“

In unserem Gebetsraum gibt es eine Pinnwand, auf der immer die aktuellen Gebetsanliegen von Gemeinden und Einzelpersonen aushängen. Ich erinnere mich an den Fall eines kleinen Babys, für das wir mehrere Monate beteten. Es war ohne die Fähigkeit zu schlucken geboren worden. Wir beteten und beteten, und gerade als die Ärzte entschieden hatten, das kleine Kind in eine Spezialeinrichtung zu übergeben, fing es an zu schlucken. Vielleicht nicht ausschließlich, weil wir gebetet haben – aber wir haben unseren Teil dazu beigetragen und nicht aufgehört, Gott das Anliegen der Heilung des kleinen Jungen zu bringen. Solche Geschichten erleben wir wieder und wieder – es sind Antworten eines liebenden Gottes auf das Flehen seiner Kinder. Unsere Erfahrungen mit dem Gebet für Kranke sind positiv, aber manche Gebete um Heilung werden auch nicht oder erst nach längerer Zeit erhört. Warum dies so ist, darüber haben sich schon viele den Kopf zerbrochen. Den Schluss zu ziehen, dass Gott die Menschen, deren Krankheiten nicht geheilt werden und deren Leid andauert, weniger liebt, wäre falsch. Ebenso falsch wäre es, mit dem Gebet um Heilung aufzuhören. Wunder sind Zeichen – Zeichen einer kommenden Welt, die wir in ihrer Fülle erst dann erleben werden, wenn wir im Himmel sind. Selbst Paulus kannte persönliche Not, die nicht von ihm genommen wurde, ebenso wie Heilungswunder oder das Wunder der Totenauferweckung, die er selbst wirkte (siehe z. B. 2. Kor. 12,7–9 und Apg. 28,8–10). Gottes Nähe drückt sich nicht nur in spontanen Heilungen aus, sondern Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 99 gerade auch da, wo Leid und Schmerz übermächtig werden. Nicht umsonst hat David in Psalm 23 davon gesprochen, dass Gott als Hirte selbst mit ihm durch das Tal der Todesschatten geht. Im Gebet kommt Gott uns nah – und in seiner Nähe geschieht Veränderung. „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Erbarmungen und Gott allen Trostes“ (2. Kor. 1,3). „Nahe ist der Herr denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er“ (Ps. 34,19). „Nahe ist der Herr allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Wahrheit anrufen“ (Ps. 145,18).

Befreiung „Und es geschah, wenn der Geist von Gott über Saul kam, nahm David die Zither und spielte darauf mit seiner Hand. Und Saul fand Erleichterung, und es ging ihm besser, und der böse Geist wich von ihm“ (1. Sam. 16,23).

In diesem Vers wird zwar nicht explizit von Anbetung gesprochen, es liegt aber nahe, dass sie das Ziel der Musik war, die David spielte. Anbetung kann Befreiung bewirken. Ich habe oft schon erlebt, wie Musiker ohne Worte, nur mit ihren Instrumenten gebetet haben. Das Instrument wurde zum Sprachrohr, die Ebene des reinen Musizierens wurde verlassen und der Musiker drückte seine Gebete und seine Leidenschaft mit seinem Instrument aus. Dies sind Momente, die ich sehr schätze, weil sie oft mit der fast greifbaren Gegenwart Gottes einhergehen. Musik spricht zu unserer Seele, unserem Geist und unserem Herzen. Geeignete Musik kann uns helfen zu entspannen und von unseren Nöten wegzusehen, hin auf Gott. Wir dürfen nicht vergessen, dass Gott selbst die Musik geschaffen hat. Sie ist ein gewaltiges Mittel, um unser Innerstes und unsere Gedanken zu erreichen und zu bewegen – sowohl in positiver Hinsicht als auch, je nachdem, in negativer Weise. Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


100 / Gebet nonstop Salbung für Prophetie Über die Zugehörigkeit des prophetischen Dienstes zum Dienst der Leviten haben wir schon gesprochen. Prophetie ist nicht ein nettes Extra: Zur Salbung der von David berufenen Musiker gehörte sie ganz selbstverständlich dazu. Anbetung bildet geradezu den Boden für prophetisches Reden. „… unter der Leitung ihres Vaters Jedutun, der mit der Zither weissagte, um den Herrn zu preisen und zu loben“ (1. Chr. 25,3b). (Elisa sprach:) „Und nun holt mir einen Saitenspieler. Und es geschah, als der Saitenspieler spielte, da kam die Hand des Herrn über ihn. Und er sagte: So spricht der Herr: …“ (2. Kön. 3,15–16a).

Machttaten Gottes und Bekehrungen Es ist bemerkenswert, dass dem Lobpreis oft eine Entscheidung vorausgeht. Lobpreis und Anbetung sind nicht nur Reaktionen auf Erfahrungen und Emotionen, sondern Ergebnis und integraler Bestandteil eines hingegebenen Lebens. Obwohl wir manchmal von Dunkelheit umgeben sind, obwohl auch uns Not und Leidenszeiten vertraut sind, dürfen wir eine Entscheidung treffen, wie es auch der Psalmist getan hat: „Preise den Herrn, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen! Preise den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten!“ (Ps. 103,1–2).

Von Paulus und Silas wird uns genau berichtet, wie sie dies machten. Sie trafen eine Entscheidung und erlebten anschließend Gottes Herrlichkeit: „Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobsangen Gott; und die Gefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben, sodass die Grundfesten des Gefängnisses erschüttert wurden; und sofort öffneten sich alle Türen, und aller Fesseln lösten sich. Als aber der Kerkermeister Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 101 aus dem Schlaf aufwachte und die Türen des Gefängnisses geöffnet sah, zog er das Schwert und wollte sich umbringen, da er meinte, die Gefangenen seien entflohen. Paulus aber rief mit lauter Stimme und sprach: Tu dir kein Leid an! Denn wir sind alle hier. Er aber forderte Licht und sprang hinein; und zitternd fiel er vor Paulus und Silas nieder. Und er führte sie heraus und sprach: Ihr Herren, was muss ich tun, dass ich errettet werde? Sie aber sprachen: Glaube an den Herrn Jesus, und du wirst errettet werden, du und dein Haus“ (Apg. 16,25–31).

Durch die oben erwähnten Beispiele wird deutlich, dass unser Gebet und unsere Anbetung nie ohne Auswirkungen bleiben. Selbst wenn sie im stillen Kämmerlein geschehen, können sie das Leben anderer Menschen verändern. Wir als Anbeter werden immer mehr in das Bild Christi umgestaltet und ebenso berührt wie diejenigen, für die wir Fürbitte tun. Und natürlich wird Gott selbst berührt.

Die drei Hauptanliegen in einem Gebetshaus Die wichtigsten Gebetsanliegen sind die Expansion des Reiches Gottes, die Wiederherstellung der Braut Christi, seiner Gemeinde, zu Einheit und der Herrlichkeit, die Gott ihr zugedacht hat, sowie das, was ich „das große ‚Komm!‘“ nenne. Anbetung und Fürbitte können alles verändern, dort wo Dunkelheit und Enge herrschen, einen Weg bahnen, damit Gottes Herrlichkeit sichtbar wird. „Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen“ (Ps. 50,23).

Wie Johannes der Täufer machen wir in den Gebetshäusern uns zu einer „Stimme eines Rufenden in der Wüste“, wobei das Bild der Wüste treffend für die geistliche Einöde ist, in der sich die Menschheit befindet. Es mangelt nicht so sehr an Spiritualität, aber es mangelt an der Beziehung zu dem einen wahren Gott und an der Erkenntnis Jesu Christi als Messias der Juden und Heiland der Nationen. Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


102 / Gebet nonstop „… wie geschrieben steht im Buch der Worte Jesajas, des Propheten: Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade gerade“ (Lk. 3,4).

Unser Verlangen ist, dass Jesus offenbar wird. Wir wollen durch Anbetung und Gebet einen Weg bahnen, damit Gottes Herrlichkeit sichtbar wird und Menschen gerettet werden. Darüber hinaus gibt es noch das dritte Anliegen: Wir stimmen ein in den großen Ruf, mit dem der Text des Neuen Testamentes endet: „Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm!“ (Offb. 22,17). „Der diese Dinge bezeugt, spricht: Ja, ich komme bald. Amen; komm, Herr Jesus! Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!“ (Offb. 22,20–21).

Wir als Christen gehören zur großen Gemeinde Jesu, die gleichzeitig seine herrliche Braut ist. Ich habe schon einmal betont, dass die gesamte Bibel von einer einzigartigen Liebesgeschichte zeugt: Es gibt einen Gott, der verliebt ist in seine Geschöpfe und dessen Ziel es ist, seine Geliebten mit seinem Sohn zu vermählen, eine Partnerschaft mit ihnen einzugehen und in Ewigkeit die innigste Gemeinschaft mit ihnen zu haben, die überhaupt möglich ist. In den Versen vor Offenbarung 22,17 spricht der herrliche Gottessohn von seinem baldigen Kommen. Die Reaktion des Heiligen Geistes und der Braut Jesu ist gleichsam ein leidenschaftlicher, sehnsuchtsvoller Schrei aus der tiefsten Tiefe ihres Herzens, der seinen Abschluss in Vers 20 findet: „Komm, Herr Jesus!“ Im Gebetshaus soll dieser Ruf gehört und vernommen werden. Wir wollen nicht nur für die unmittelbar notwendigen Anliegen und Veränderungen beten, sondern auch einstimmen in das große Rufen des Geistes und der Braut, dass der König, der Bräutigam und Herr, bald wiederkommt. Ist es nicht wahrscheinlich, dass Jesus auf dieses Rufen reagiert? Wenn der Heilige Geist in diesen sehnsuchtsvollen Ruf ausbricht, wenn die Braut mit einstimmt: Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 103 Soll uns das nicht zeigen, dass Jesus auf dieses Rufen wartet und sich rufen lässt? „Komm, Herr Jesus!“ Jeder Christ sehnt sich danach, dass das Evangelium vom Reich Gottes wächst und der Leib Christi in seiner Schönheit sichtbar wird. Unsere Sehnsucht muss sich in Taten auswirken – und jede Aktion muss von Gebet getragen sein. Anbetung Gottes hat ihre Kraft nicht verloren, vielmehr ist sie durch Jesu Opfertod und unsere Versöhnung mit Gott zu einem vertrauensvollen Akt der Liebe geworden. Sie fließt nicht mehr nur vom „kleinen Menschen“ zum „großen Gott“, sondern vom Kind zu seinem liebenden Vater und von der Braut zu ihrem verliebten Bräutigam. Selbst dann, wenn wir nicht die Ordnungen Davids, wie er sie in der Hütte Davids einsetzte, als Grundlage für den Dienst in einem Gebetshaus sehen wollen, finden wir im Neuen Testament genügend Aussagen, die uns als Betern und Anbetern ein gutes Fundament geben. Die bekanntesten seien hier noch einmal genannt: „Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“ (Joh. 4,23–24). „Betet unablässig!“ (1. Thes. 5,17).

Zusammenfassend können wir festhalten, dass es Gott bei der Wiederherstellung der Hütte Davids nicht um die Wiederherstellung eines Raumes, sondern um die Anbetung und um eine Gottesbeziehung in der Qualität geht, wie David sie hatte. Wir brauchen kein nach alttestamentarischen Vorgaben erstelltes Heiligtum zu errichten, denn dort, wo Jesus ist, ist die Hütte Gottes: „Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott“ (Offb. 21,3). Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


104 / Gebet nonstop Anmerkungen 1 Die Septuaginta ist die älteste durchgehende Bibelübersetzung. Sie übersetzt die hebräische Bibel – den Tanach – in die damalige altgriechische Alltagssprache, die Koine, durchsetzt mit „Hebraismen“, die Syntax und Wortgebrauch hebräischer Textvorlagen nachahmten. Sie entstand etwa von 250 v. Chr. bis 100 n. Chr. im hellenistischen Judentum, vorwiegend in Alexandria. (Quelle: Wikipedia) 2 Der masoretische Text (von hebr. ‫ הרוסמ‬masora: „Überlieferung“; abgekürzt M, MT oder MasT) ist ein hebräischer Text des Tanach. Er ist Ergebnis der streng geregelten Bearbeitung älterer Bibel-Handschriften zwischen 700 und 1000 durch die Masoreten. Diese jüdischen Schriftgelehrten vokalisierten den seit 100 fixierten Konsonantentext, markierten Varianten, andere Lesarten, Parallelstellen und vermutete Fehler mit besonderen Zeichen, die man als Masora zusammenfasst und als frühe biblische Textkritik deutet. Von den verschiedenen Masorasystemen setzte sich bis zum 11. Jahrhundert das der Familie Ben-Ascher aus Tiberias durch. Von ihr stammen die ältesten vollständig erhaltenen Handschriften des Tanach (895ff), die allen heutigen wissenschaftlichen Bibelausgaben zugrunde liegen. Der tiberisch-masoretische Text galt seit der Renaissance als biblischer Urtext. Diese Annahme wurde durch Funde von bis zu 1100 Jahren älteren Bibelhandschriften unter den Schriftrollen vom Toten Meer und anderswo teilweise entkräftet. Zugleich aber bestätigten diese Funde, dass der Masoretentext für die meisten Bücher des Tanach auf früher jüdischer Bibelüberlieferung beruht und diese erstaunlich genau bewahrt. (Quelle: Wikipedia) 3 „Nach diesem will ich zurückkehren und wieder aufbauen die Hütte (od.: das Zelt) Davids, die verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten.“ 4 Efod (hebräisch) bedeutet „Priesterschurz“ des Hohepriesters der Israeliten. Das Efod wird im 2. Buch Mose an mehreren Stellen beschrieben: „So sollen sie nun das Efod aus Gold, violettem und rotem Purpur, Karmesinstoff und gezwirntem Byssus, in Kunststickerarbeit machen“ (2. Mo. 28,6). „Seine Kopföffnung soll in seiner Mitte sein, und einen Rand in Weberarbeit soll es ringsum an seiner Öffnung haben. Wie die Öffnung eines Lederpanzers soll sie für ihn sein, damit es nicht einreißt“ (2. Mo. 28,32). 5 Pentateuch (griechisch Πεντάτευχος, „Fünfgefäß“, hebräisch Chumasch – von chamesch „fünf“) ist ein griechischer Ausdruck für die fünf Bücher Moses. Er stammt von den Krügen, in denen Schriftrollen aufbewahrt wurden. Deren Umfang bestimmte auch seine Einteilung in fünf „Bücher“ (griech. biblia). Diese bilden gemeinsam als Tora den ersten Hauptteil des Tanach, der hebräischen Bibel, bzw. des christlichen Alten Testaments. Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Die Hütte Davids / 105 6 Dem Wort „Gesang“ im obigen Vers liegt das hebräische „massa“ zugrunde. Es bedeutet „eine prophetische Last“. Kenaja unterwies also die Musiker und Sänger auch im Prophezeien. 7 Jahasiël war einer der verantwortlichen Musiker in der Hütte Davids – siehe 1. Chr.16,6. 8 Flavius Josephus (*37 oder 38 als Joseph ben Mathitjahu ha Kohen, in Jerusalem; † nach 100 vermutlich in Rom) war ein jüdischer Historiker des 1. Jahrhunderts, der seine Werke, die später über Jahrhunderte hinweg zu „Bestsellern“ wurden, auf Altgriechisch verfasste (zum Teil zunächst aber in seiner aramäischen Muttersprache). Quelle: Wikipedia.de. 9 http://www.intercessorsarise.org/Intercessors Arise/The Tabernacle of David. html 10 http://forerunnersmessengers.com/ 11 http://www.call2all.org/ 12 http://www.ywam.org/ 13 http://www.ccci.org/ 14 vgl http://call2all.net/Articles/1000028668/Call2All/About_Us/E_zine_ Archive/The_Prayer_And.aspx 15 http://peoplegetready.org/bible-studies/great-commission-making-disciples/

Auszug aus: Rainer Harter, Gebet nonstop, © 2011 Asaph-Verlag


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
147446 by Fontis-Shop - Issuu