Bernd Mette Wir waren wie Träumende
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Bernd Mette
Wir waren wie Träumende ... Drogenreha Wiedenhof – Geschichten, Grundsätze, Einblicke
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Copyright © 2007 ASAPH-Verlag 1. Auflage 2007 Umschlaggestaltung: Thomas Tetzlaff Bilder: Wiedenhof, privat Satz/DTP: Jens Wirth/ASAPH Druck: Schönbach-Druck, D-Erzhausen Printed in the EC ISBN 978-3-935703-96-3 Best.-Nr. 147396 Für kostenlose Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an christlicher Literatur, Musik und vielem mehr wenden Sie sich bitte an: ASAPH, Pf. 2889, D-58478 Lüdenscheid asaph@asaph.net – www.asaph.net
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Inhalt Danke ... ............................................................................................... 7 Zu diesem Buch ................................................................................... 9 Zur Freiheit hat uns Christus befreit .................................................. 11 Bernd Mette: Selbstmord gescheitert – Leben gelungen .................. 13 Über das „Haus Wiedenhof“ .............................................................. 17 Heidi L.: Ich träumte, einfach aufzuwachen … ................................. 25 Thomas E.: Mission Manila ............................................................... 35 Imke U.: Hamburg, Hehler, Heroin ................................................... 43 Kai B.: Kneif mich mal – ich glaub, ich träume! ............................... 53 Franz H.: Love-Parade mit Folgen..................................................... 63 Varvara D.: Russisch Roulette mit Happy End .................................. 71 Oliver K.: Der ganz normale Wahnsinn ............................................. 79 Was steckt dahinter?........................................................................... 89 Fach- und Szenebegriffe aus dem Bereich Sucht und Drogen ........ 109
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Danke, … … Susanne, dass Du mitgegangen bist in allen Höhen und Tiefen und dass Du Dein Herz in unseren Auftrag investiert hast. … Walter und Irene Heidenreich, dass Ihr seit Jahrzehnten die Gemeinschaft der FCJG leitet durch Euer Vorbild. Ihr habt uns mitgenommen auf eine spannende Reise, die noch nicht zu Ende ist. … liebe Mitarbeiter in Reha und FCJG, für Eure loyale Hingabe und Freundschaft. … liebe Kreuzkirchen-Gemeinde, für Eure tolerante Liebe, für die enorme Stärkung im gemeinsamen Bibelabend und Gottesdienst seit 30 Jahren. … liebe ACL-Gemeinschaft, für das gegenseitige Ermutigen und Mittragen in über 28 Jahren gemeinsamer ACL-Tagungen. … Désirée Fuhrmann und Oliver Kabus, für die vielen Stunden, die Ihr an diesem Buch gearbeitet habt. Bernd Mette
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Zu diesem Buch „Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Dann wird man sagen unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen getan! Der Herr hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. Herr, bringe zurück unsre Gefangenen, wie du die Bäche wiederbringst im Südland. Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten. Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben.“ – Psalm 126 Dieser Psalm beschreibt, was wir seit über dreißig Jahren im Haus Wiedenhof erleben: Wenn Jesus uns aus der Gefangenschaft von Drogen, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit befreit, dann sind wir wie die Träumenden. Nicht mehr gefangen in unseren Drogenträumen, sondern erlöst, froh, befreit! Wir können wieder lachen und fröhlich sein. Und wir finden einen Sinn: die Ernte sammeln, d. h. anderen aus der Gefangenschaft heraushelfen. Ganz bewusst haben wir in diesem Buch nur eine kleine Auswahl aus den zahlreichen Lebensgeschichten von dreißig Jahren Wiedenhof zusammengestellt. Dafür berichten diese acht Leute umso ausführlicher aus ihrem Leben. Sehr ehrlich geben sie Einblick in ihre z. T. langjährige Sucht- und Kriminalitätsgeschichte, erzählen von dem Wendepunkt und ihrem weiteren Werdegang. Es werden Ausdrücke benutzt, die in der Drogen- und Straßensprache geläufig sind. Diese haben wir im Anhang gesammelt, um sie auch den Lesern zu erklären, die mit der Drogenszene und dem Jargon nicht vertraut sind. Die Geschichten richten sich besonders an Betroffene. Was ermutigt mehr, als jemanden vor Augen zu haben, der das „Unmögliche“ geschafft hat?
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Doch dieses Buch ist auch für jeden, dem die Entwicklungen in der Gesellschaft nicht gleichgültig sind. Es zeigt, dass selbst angesichts einer von Substitution und Resignation gekennzeichneten Drogenpolitik echte dauerhafte Freiheit möglich ist. Es richtet sich an Menschen, die den Wunsch haben zu helfen. Die geistlichen Hintergründe und Zusammenhänge können für jeden Christen von Nutzen sein, der in der Nachfolge wachsen und vorwärtsgehen möchte. Und natürlich ist es auch für all die, die wie wir staunen und sich freuen über das, was Gott aus einem völlig zerbrochenen Leben machen kann.
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Zur Freiheit hat uns Christus befreit! Als ich vor einigen Monaten mit Paul Maurer, dem Leiter unserer Drogenreha in Wien, vom christlichen Fernsehen in Österreich interviewt wurde, fragte der Moderator, welche Süchte es außer der Drogensucht noch so gebe. Paul zählte auf: Alkoholsucht, Spielsucht, Fresssucht, Medikamentenabhängigkeit usw. Nach einer ewig langen Liste bat mich der Moderator, via TV für die Menschen zu beten, die von diesen Nöten betroffen sind. „Es dauert viel zu lange, alles einzeln im Gebet zu benennen“, schoss es mir durch den Kopf, und so betete ich um Heilung für die Wurzel bzw. das Hauptproblem aller Süchte: die Selbstsucht. Genau darum ist Jesus Christus vor zweitausend Jahren am Kreuz von Golgatha gestorben. Er hat sein Leben für alle Menschen gegeben und sie dadurch mit Gott, dem Vater, versöhnt. Nach drei Tagen ist er aber auch wieder auferstanden, und diese Auferstehungskraft Jesu ist die einzige Kraft im ganzen Universum, die wirklich befreit … Das haben viele ehemals gebundene Menschen im Haus Wiedenhof und durch die verschiedenen Dienste der FCJG in Lüdenscheid und den Nationen erlebt. Jesus lebt und er ist heute noch genauso erfahrbar! Darum brauchen wir uns nicht mit Sucht und dem daraus resultierenden, verheerenden Lebensstil abzufinden und abzumühen. Jesus macht frei! Nur er kann unser inneres Vakuum durch seine Liebe ausfüllen, wenn es Heroin, Alkohol oder sonstige Betäubungsmittel nicht mehr können und auch nicht mehr sollen. Mögen die Lebensberichte in diesem Buch dazu beitragen, dass neue Hoffnung, neue Träume und neuer Lebensmut da erwachsen, wo alle aufgegeben haben. Jede Lebenskrise ist eine neue Chance, noch mal von vorne anzufangen. Mit Gottes Hilfe und der Hilfe guter Freunde ist dies immer möglich, und solange wir auf dieser Erde leben, bleibt diese Hoffnung bestehen.
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Wer Jesus als Befreier erlebt, erlebt auch, dass sein Leben ein Ziel und einen neuen Sinn bekommt. Der eigentliche Plan Gottes ist nicht nur die Befreiung von Bindungen und Schuld und Errettung aus Finsternis, sondern Befreiung zu einem glücklichen Leben mit dem Ziel, andere glücklich zu machen. Also: weg von der großen Bindung – der Selbstsucht –, hin zu einem Leben, das sich an Menschen in Not verschenkt. Das ist der Kern des Evangeliums: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ (Galater 5,1a). Walter Heidenreich
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Bernd Mette
Selbstmord gescheitert – Leben gelungen Es war an einem Abend 1972. Ich saß mit zwei Freunden im Rosengarten in Lüdenscheid – dem Ort, wo sich die Drogenleute trafen. Seit über einem Jahr spritzten wir Heroin, aber für heute war unser Bedarf gedeckt. Eine Frau aus Berlin verkaufte seit Kurzem „Berliner Tinke“, eine Opium-Tinktur. Jetzt steuerte sie auf uns zu. Wo es ein billiges Hotel gebe, wollte sie wissen. Am nächsten Tag wolle sie nach Berlin zurück. Wir dachten an das Hospiz am Bahnhof und Jochen meinte: „Komm mit, wir bringen dich hin.“ Wir stiegen ins Auto, ließen sie am Hospiz Wiedenhof raus und sahen noch zu, wie sie das Haus betrat. Am nächsten Tag verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer: Im Wiedenhof war in der vergangenen Nacht eine fremde Frau an einer Überdosis gestorben – Lüdenscheids erste Drogentote! Die ganze Stadt war geschockt, am meisten wir, die wir sie dorthin gefahren hatten. Noch im gleichen Jahr landete ich zum ersten Mal im Gefängnis, mein Freund Jochen starb später an Aids. Etwa fünf Jahre später hörte ich die Geschichte aus einer anderen Perspektive: An einem Dienstagabend 1972 feierten die Pastoren Woyke und Deitenbeck von der evangelischen Kreuzkirchengemeinde im Bernd Anfang der 70er Saal des Wiedenhofs, wo seit Jahren dienstags ein Bibelabend stattfand, Geburtstag. Plötzlich stürzte ein Kellner mit schreckensbleichem Gesicht herein und berichtete, dass in einem der Zimmer soeben eine Tote gefunden worden war – eine Überdosis Drogen,
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wie die Spritze neben ihr vermuten ließ. Sofort unterbrachen die Pastoren die Feier, um mit der gesamten Gesellschaft für die abhängigen jungen Leute in der Stadt zu beten: dass Gott sie rettet und aus dem Elend herausreißt. Offensichtlich wurden diese Gebete erhört, denn in den nächsten drei Jahren begannen plötzlich viele Leute aus dem Drogenmilieu in der Bibel zu lesen und ihr Leben zu ändern. Ich war inzwischen in die völlige Verzweiflung abgerutscht. Auf der Suche nach Freiheit und Selbstverwirklichung war ich schon vor Jahren aus der Gesellschaft, die mir nur egoistisch und lieblos erschien, ausgebrochen. Ich rauchte Haschisch und schmiss LSD-Trips. Die Basis für ein „normales“ Leben zerbröckelte mehr und mehr: Ich zog von zu Hause aus, brach die Schule einen Monat vor dem Abitur ab und lebte vom Rauschgifthandel. Dann begann ich Opium und Morphium zu Susanne und Bernd spritzen, später Heroin. bei einer ihrer Motorradtouren Der Schuss tötete in mir jedes Fragen nach dem „Wohin“. Gleichzeitig fühlte ich mich unheimlich stark und souverän in der Rolle des unverstandenen Außenseiters. Doch die Gefängnis- und Krankenhausaufenthalte häuften sich; aus der vermeintlichen Freiheit war Versklavung an die Droge geworden. Sämtliche Versuche, aufzuhören, scheiterten, die Verzweiflung und die Angst wurden immer größer. Alkohol und Tabletten mussten her, und fast jeder Tag endete mit einer Totalbetäubung. Inzwischen suchte ich die Schuld schon bei mir selbst statt in der Gesellschaft oder in meiner Umgebung. Weder Ärzte noch Psychologen, weder Entziehungskur noch autogenes Training konnten mir helfen, denn sobald ich keine harten Drogen nahm, wurde die Leere in mir ausgefüllt von quälender Angst und Depressionen. Zwölf meiner Kumpels aus der Drogenszene waren schon gestorben – Überdosis oder Leberzirrhose. Der Tod schien mir die einzige Erlösung.
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„Ein als stark drogenabhängig bekannter 22-Jähriger aus Lüdenscheid verübte 1974 zwei Selbstmordversuche … Als Motiv gab er seine nach Entziehungskuren nicht beseitigte Drogensucht an“ – so schrieben sie über mich im Jahresbericht zur Lüdenscheider Rauschgiftszene in der Lokalpresse. Meine Selbstmordversuche – gescheitert. Einmal hatte ich mir zwanzig Kubikzentimeter Luft in die Venen gespritzt. Und überlebt! Und nun tauchten plötzlich überall diese Leute auf, die kurz vorher noch auf Droge gewesen waren. Sie standen auf den Plätzen der Stadt und erzählten von ihrem Glauben an Jesus. Fertig, wie ich war, ließ ich mich von ihnen überreden, in eine christliche Kommune in der Nähe von Osnabrück zu ziehen, um von den harten Drogen wegzukommen. Dort überschlugen sich die Ereignisse: Ich erlebte einen komplett schmerzfreien Entzug, gab bei einer Evangelisation Jesus mein Leben und ließ mich taufen – alles innerhalb einer Woche. Das Evangelium in seiner wunderbaren Kraft schloss sich mir auf: Jesus war meinen Tod gestorben – ich durfte leben! Er hatte meine Krankheit und Strafe auf sich geladen. Ich bekannte Jesus meine Sünden und wurde fast augenblicklich frei von Angst, Verzweiflung und Depressionen. Zwei Jahre litt ich schon an einer chronisch aggressiven Hepatitis. Doch drei Wochen nach meiner Bekehrung stellte der Arzt fest, dass meine Leber gesund war. Ich war erlöst von der Macht des Rauschgifts, der Angst und Trostlosigkeit, und eine große und tiefe Freude erfüllte mich. Seitdem habe ich nie wieder Drogen oder Ähnliches genommen. Jesus hat mich geheilt und frei gemacht – so, wie es in der Bibel steht. Statt des Verlangens nach Drogen spürte ich nun eine große Begeisterung, allen zu erzählen, was Jesus an mir getan hatte. 1976 begann die Drogenreha im Wiedenhof, und als ich gefragt wurde, ob ich mitmachen wollte, spürte ich: Das ist Gottes Ruf an mich, wie bei Petrus. Erst fragt Jesus ihn: „Hast du mich lieb?“, danach bekommt er den Auftrag: „Weide meine Schafe!“ (Johannes 21,15). So verstehe ich meine Aufgabe, für die ich mit meiner Frau und einem Team von Mitarbeitern seit über dreißig Jahren lebe.
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Über das „Haus Wiedenhof“ Meine Geschichte ist kein Einzelfall. Mitte der 70er-Jahre kamen viele Hippies, Freaks und Drogenabhängige zum Glauben an Jesus Christus. Der Ausstieg aus der Bürgerlichkeit und die Suche nach Lebenssinn und Identität hat viele in den Drogenkonsum geführt, begleitet von Kriminalität und Verelendung. Jesus kennenzulernen war wunderbar! Wir wurden frei von Sucht, Verzweiflung und Rebellion gegen Gott und Gesellschaft. Und wir hatten ein unbändiges Verlangen, unseren sterbenden Freunden von Jesus, unserem Erlöser, zu erzählen. Wir missionierten in den Diskotheken und auf den Straßen und Plätzen, wo sich die Menschen trafen. Jesus sagt: „Geht hin und predigt das Evangelium. Wer glaubt und getauft wird, wird selig.“ Das hat uns immer wieder angetrieben.
Das „Haus Wiedenhof“
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Wir wussten aber auch, dass die Menschen mehr brauchten als unser Wort. Sie brauchten Kleidung, eine Dusche, ein Dach, ein Bett. 1976 zogen wir in das ehemalige Hotel Wiedenhof, nachdem wir ungefähr ein Jahr lang für ein Haus gebetet hatten. Wir waren fasziniert von dem Lebensstil der ersten Christen, die alles miteinander geteilt und so mit großer Kraft Jesus bezeugt hatten (Apostelgeschichte 4,32.33). Auch in Psalm 133 lasen wir etwas über die Kraft und den Segen des Miteinanders: Wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen, bedeutet das Leben und Segen. Das war und blieb unser Grundkonzept: kaputte Menschen in eine Segensstätte einzuladen. Unter dem Wort Gottes und gelebter Einheit und Liebe können sie hier Geborgenheit erleben und Vertrauen zu Gott gewinnen. Bald waren die ersten zehn Plätze belegt und wir teilten unser Leben mit den Süchtigen, die in unser Haus kamen. Damals wie heute beginnen wir den Tag gemeinsam vor Gott mit Lobpreis, Zeugnissen, Hören auf sein Wort und Beten füreinander. Danach gehen wir in verschiedene Arbeitsbereiche: Wir restaurieren Möbel, haben eine Kreativ-Werkstatt, einen Secondhand-Laden usw. Ein neuer Geist bringt auch eine neue Einstellung und Motivation zur Arbeit, zum Engagement und zum Dienen. Durch das gemeinsame Leben und Arbeiten wollen wir biblische Werte wie Verlässlichkeit, Fleiß, Durchhaltevermögen, Stressbewältigung, Alltagstauglichkeit trainieren. So wird das Fundament gelegt für eine Wiedereingliederung in Familie und Gesellschaft. Etwa zehn bis zwölf Mitarbeiter begleiten unsere Reha-Gäste durch den Tag. Dabei gilt es, die Arbeit anzuleiten, aber gleichzeitig auch den Blick für den Gast zu haben: Wie geht es ihm? Braucht er mal mein Ohr, ein Gespräch oder Gebet? Das Wort aus der Morgenandacht begleitet die Leute in den Arbeitstag hinein, es beschäftigt sie und bringt Gesprächsbedarf. Ein sehr wichtiges Element ist dabei natürlich das seelsorgerliche Einzelgespräch, wo es immer darum geht, mit der Schuld und den Verletzungen der Vergangenheit im Gebet zu Jesus zu gehen. Aus der Öffentlichkeit kamen Fragen: „Drogenreha Wiedenhof – was sind das für Menschen? Welche Kompetenzen haben sie?“ Wir haben uns auch selbst gefragt, was denn unser Profil sein sollte. Welche Ausbildung und Professionalität brauchen wir? Dabei wurde uns immer klarer, dass unsere Wurzeln allein in Jesus sind. Er hat berufen, was nichts gilt in der Welt. Das Törichte, das schwach ist vor der Welt, hat Gott erwählt (1. Korinther 1,27), denn es soll nicht durch Heer oder Kraft (also menschliche Möglichkeiten und Kompetenz) geschehen, sondern durch seinen Geist (Sacharja 4,6).
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