Skip to main content

147392

Page 1

Tim Ruthven

Edelsteine Tägliche Stille Zeit Neues Testament

Oktober–Dezember


11. Auflage 2007 (1. Auflage der Quartalshefte) Titel der Originalausgabe: Gems – A Daily Devotional And Bible Reading Program © Tim Ruthven © der deutschen Ausgabe 2007 ASAPH GmbH, Lüdenscheid Bibelzitate wurden in der Regel der Schlachter-Übersetzung von 1951 bzw. der Schlachter Version 2000 (Genfer Bibelgesellschaft) entnommen und an die neuen Rechtschreibregeln angepasst. Eventuelle Auslassungen wurden durch drei Punkte im Text angezeigt. Umschlaggestaltung: IMAGE Grafik-Design, D-Landsberg/Jens Wirth, ASAPH, unter Verwendung von Fotos der Bilddatenbank www.pixelio.de Satz: Jens Wirth, ASAPH Druck: Schönbach-Druck, D-Erzhausen Printed in the EC Quartalsheft Januar bis März ISBN: 978-3-935703-89-5 Best.-Nr.: 147389 Quartalsheft April bis Juni ISBN: 978-3-935703-90-1 Best.-Nr.: 147390 Quartalsheft Juli bis September ISBN: 978-3-935703-91-8 Best.-Nr.: 147391 Quartalsheft Oktober bis Dezember ISBN: 978-3-935703-92-5 Best.-Nr.: 147392 Set Januar bis Dezember (vier Hefte) ISBN: 978-3-935703-88-8 Best.-Nr.: 147388 Für kostenlose Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an Büchern, Musik usw. schreiben Sie bitte an: ASAPH, D-58478 Lüdenscheid E-Mail: asaph@asaph.net – Internet: www.asaph.net


»Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen.« (Kolosser 3,16)

Zu unserem Wachstum im Glauben gehört die tägliche Begegnung mit Jesus – im Gebet und im Lesen seines Wortes. Reserviere dafür jeden Tag eine feste Zeit, am besten morgens. Die Edelsteine sind dabei eine gute Hilfe. So kann man jedes Jahr die ganze Bibel lesen. Außer diesen Heften zum NT gibt es auch ein entsprechendes Buch zum AT. Um andere anzuregen, Jesus durch die Bibel kennenzulernen, steht ein kostenloses Probeheft der Edelsteine zur Verfügung (zum ganzen Markusevangelium). Der Verfasser Tim Ruthven, Neuseeland, wurde nach einer unglücklichen Kindheit und Jugend von Gott in die Nachfolge gerufen. Seitdem ist sein Anliegen und sein Auftrag, Menschen zu einer persönlichen Gemeinschaft mit Jesus Christus zu helfen.

Hilfen für die Stille Zeit 1. BETE, dass Gott durch sein Wort und seinen Geist zu dir redet. 2. LIES den angegebenen Bibelabschnitt aufmerksam durch. Streiche an, was dir wichtig ist. 3. DENKE darüber nach, mach dir Notizen. Lies dazu die Edelsteine. 4. LOBE, DANKE, BITTE. 5. TU, was du gehört hast. Jesus: »Wer mich liebt, wird tun, was ich sage« (Johannes 14,23).


Drei Arten, die Bibel zu lesen 1. In der »Stillen Zeit« zu einem Bibel-Abschnitt beten und fragen: »Jesus, was willst du mir jetzt sagen – mit welchem Vers oder Gedanken? Lass mich erkennen, wer Gott ist, seinen Willen oder seinen Plan für mich, seine Ermutigung oder seine Korrektur.« »Lass mich am Morgen hören deine Gnade, denn ich hoffe auf dich« (Psalm 143,8). 2. Außerdem ist es gut, das zu tun, was die Christen in Beröa taten (Apostelgeschichte 17,11): Sie »forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhielte«, z. B. mit verschiedenen Übersetzungen, Parallelstellen, einer Konkordanz, einem Kommentar. 3. »Flächenlesen«. Längere Abschnitte oder mehrere Kapitel lesen – auch wenn man nicht alles verstehen und aufnehmen kann. So lernt man größere Zusammenhänge und ganze biblische Bücher kennen. Dadurch wächst die Ehrfurcht vor dem heiligen Gott der ganzen Bibel. »Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und bleibt es auch in Ewigkeit« (Hebräer 13,8).

Und noch ein Tipp: Wenn du einmal nicht zu der vorgesehenen Lesung gekommen bist, versuche nicht, diese nachzuholen. Lies einfach weiter. Alle Abschnitte kommen ja nächstes Jahr wieder dran.


Der Verfasser – Tim Ruthven – ist im Slum und im Waisenhaus aufgewachsen. Er besuchte eine Schule für verhaltensgestörte Kinder und hat ausgiebige Erfahrungen mit Alkohol, Gefängnissen und einer unglücklichen Ehe gemacht. Aber Gott hat ihn herausgeholt aus Elend und Verbrechen und hat seine Vergangenheit und Ehe geheilt. Er wurde erst Lehrer, dann Pastor. Jetzt gebraucht ihn Gott in verschiedenen Erdteilen und in Kirchen vieler Konfessionen, um Menschen zu einer kindlichen, vertrauensvollen Beziehung zu Jesus zu verhelfen und sie auf Erweckung vorzubereiten. Tim Ruthven schreibt: »Seit Jahren folge ich diesem Bibelleseplan. Das gibt mir die Möglichkeit, die Bibel als Ganzes zu sehen und zu schätzen und nicht nur Bruchstücke. Alles wurde an seinen Platz und in den Zusammenhang gerückt. Die Folge war, dass ich einen tiefen Hunger nach Gott bekam. Ich begann nachzusinnen und zu graben und nach den Versen Ausschau zu halten, die mich anregten. Es war nicht immer leicht, und ich hatte nicht immer Zeit dafür – aber je mehr ich suchte, desto mehr fand ich. Nach und nach lernte ich den kennen, der hier spricht: Gott.« Einige Fragen an Tim Ruthven »Ich spreche zu Gott beim Autofahren und bei der Arbeit. Meinen Sie, dass ich in meinem Leben noch etwas anderes brauche?« »Ja! Paulus würde das, was Sie tun, wahrscheinlich ›Beten ohne Unterlass‹ nennen, und das ist sehr nützlich für unser geistliches Leben. Ich möchte Sie von dieser Gewohnheit nicht abhalten, sondern bete, dass andere Ihrem Beispiel folgen. Trotzdem ist es nicht das, was mit ›Stille Zeit‹ gemeint ist (nämlich die ›Kämmerlein‹-Erfahrung). In Matthäus 6,6 sagt Jesus: ›Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein …‹ Unser geistliches Leben wird lebendig, und wir werden empfindsam für die Gegenwart Gottes, wenn wir eine feste Zeit und einen festen Ort einrichten, um Gott zu begegnen. Dies ist eine Zeit engster Gemeinschaft mit Gott, eine Zeit, in der Gott die Ernsthaftigkeit unseres Handelns sieht – wir lassen ja alles beiseite, was wir tun können, um mit ihm allein zu sein. Wenn wir den Tag in unserer ›Gebetskammer‹ mit Gott begonnen haben, wird die Gemeinschaft, die wir im Auto und bei der Arbeit mit ihm pflegen, noch tiefer.«


»Wollen Sie sagen, dass Sie Gott ständig hören, dass er jeden Tag in Ihrer ›Gebetskammer‹ mit Ihnen spricht?« »Nein, das sage ich nicht. Ich meine, dass ich mich für ihn verfügbar mache. Manchmal wird eine Schriftstelle oder ein Teil davon für mich lebendig. Ein andermal lese ich den gleichen Tagesabschnitt immer wieder, bis ich etwas habe, worüber ich nachdenke. Wenn das nicht gelingt, nehme ich mir die 2. Tageslesung vor. Dann wende ich mich vielleicht den Sprüchen zu und lese das Kapitel, das zum Datum des Tages passt (am 5. des Monats das 5. Kapitel). Wenn mich immer noch kein Vers anspricht, nehme ich an, dass der Herr mir im Moment nichts zu sagen hat, und ich erinnere mich daran, dass ich rein gemacht bin durch den Umgang mit dem Wort. Wir können nicht in der Gegenwart Jesu sein und ihm vertrauen, ohne dass er sich darüber freut. So gehe ich meinen Weg weiter und freue mich und preise Gott, dass er mir den heutigen Tag anvertraut.« »Warum legen Sie so eine Betonung auf einen Bibelleseplan?« »Dieser Plan gibt mir jeden Tag einen bestimmten Abschnitt, in dem ich Gott begegnen kann, und ich habe den Eindruck, dass Gott gerne weiß, wo er mich jeden Tag in seinem Wort finden kann. Wenn ich jedes Jahr die Bibel einmal ganz durchlese, gebe ich Gott die Möglichkeit, die ganze Bibel in mein Leben einzubauen. Paulus schrieb an Timotheus: ›Jede Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich …‹ (2. Tim. 3,16). Allmählich – im Laufe der Jahre – beginne ich, die Bibel als Ganzes zu sehen. Ich strebe danach, das Wort in meinem Alltagsleben zu erfahren.« »Tim, ich habe Schwierigkeiten, am frühen Morgen aus dem Bett zu kommen.« »Kaufen Sie sich einen Wecker! Und außerdem – prüfen Sie Ihr Herz. Hatten Sie in Ihrem Leben einmal den ganz starken Wunsch, etwas zu tun, was von Ihnen frühes Aufstehen erforderte? Wenn ich etwas ganz heiß ersehne, kommt es mir auch nicht darauf an, früher aufzustehen. Sehnen wir uns wirklich mehr nach Gott als nach irgendetwas anderem in unserem Leben? In der Stillen Zeit entfaltet sich das Leben des Herzens. Wir gewinnen den lieb, der uns zuerst geliebt hat. Nehmen Sie sich Zeit in der Erwartung, dass Gott die belohnt, die ihn suchen (Hebr. 11,6). Dann bitten Sie Gott täglich, dass er Ihnen die Gnade verleiht, ihn an die erste Stelle in Ihrem Leben zu setzen, und dass Sie den Wunsch haben, ihm jeden Tag zu begegnen. Lassen Sie sich durch Ihr Versagen nicht entmutigen, sondern fahren Sie fort, Gott zu suchen, bis er dies in Ihrem Leben bewirkt. Er wird Ihnen Ihren Herzenswunsch erfüllen!«


1. Oktober Neutestamentliche Lesung Epheser 3 Mir, dem allergeringsten unter allen Heiligen, ist diese Gnade gegeben worden, unter den Heiden den unausforschlichen Reichtum Christi zu verkündigen. (Eph. 3,8) Paulus hielt sich selbst für den allergeringsten aller Heiligen. Vielen muss dies richtig erschienen sein, wenn sie an Paulus’ Torheit dachten, wie er die Gemeinde Jesu Christi verfolgt hatte, weil er völlig blind war gegenüber dem Wort Gottes, in dem doch viel von dem Kommen des Messias stand. Paulus empfing in Demut und Dankbarkeit das Wort der Gnade, das ihm auf der Straße widerfahren war und ihn auf die Knie geworfen hatte. Dieselbe Gnade war es, die ihm vergab und ihn von aller Sünde reinigte. Die Gnade offenbarte ihm den Sohn, Jesus Christus, und gab ihm das Vorrecht, andere mit dem bekannt zu machen, was er »den unausforschlichen Reichtum Christi« nannte. Nach Paulus’ Begegnung mit Jesus Christus, nach der Offenbarung, die er von ihm empfangen hatte, müssen ihm viele Teile des Alten Testamentes lebendig geworden sein. Das Opferlamm muss ihm als das Bild des Lammes Gottes erschienen sein, das die Sünde der Welt wegnimmt. Aus seinem Brief an die hebräischen Christen ist ersichtlich, dass Paulus erkannte, dass die großen Männer des Alten Testamentes – Mose, Melchisedek und Josua – Christus versinnbildlichen. Dieselbe Gnade, die Paulus auf dem Weg nach Damaskus begegnete, steht auch dir und mir zur Verfügung. Sie ist da, um uns von aller Sünde zu reinigen und uns in eine wundervolle Beziehung mit dem Herrn Jesus Christus zu führen. Durch die Gnade können uns alle die wunderbaren Bilder und Wahrheiten Jesu in Gottes Wort offenbart werden. Wir brauchen niemals in Unwissenheit darüber zu leben, wer unser Heiland ist. Paulus spricht von einer Gnade, die ihm unausforschlichen Reichtum gezeigt hatte. Er hatte diesen Reichtum nicht entdeckt, weil er viel danach gesucht hatte oder weil er bestimmte Dinge wusste, sondern weil er den Herrn kannte. Dieser Reichtum ist ein Reichtum des geistlichen Lebens, das uns in Christus gehört und das wir durch unsere Gemeinschaft mit Jesus empfangen. Jeder Tag bietet uns die Möglichkeit, Jesus kennenzulernen, wenn wir bereit sind, alles mit ihm zu teilen, was uns an jedem neuen Tag begegnet. Ein Edelstein für heute: Wer wirklich den einen, wahren Gott kennt und mit ihm lebt, der wird zum Erben des unausforschlichen Reichtums Christi. Alttestamentliche Lesung Jesaja 22.23


2. Oktober Neutestamentliche Lesung Epheser 4 So ermahne ich euch nun, ich, der Gebundene im Herrn, dass ihr würdig wandelt der Berufung, zu welcher ihr berufen worden seid. (Eph. 4,1) Paulus predigte die Gleichheit im Christentum – Juden und Heiden waren alle gleich und eins in Christus Jesus. Weil er dies predigte, war Paulus ins Gefängnis gebracht worden. Man kann für Christus gefangen sein, aber auch unter diesen Umständen muss man ein Leben als Christ führen. Paulus schrieb im Gefängnis viele seiner Briefe. Der Heilige Geist war bei ihm, er war in ständiger Gemeinschaft mit ihm und inspirierte Paulus zu schreiben. Bist du einsam? Dann entdecke, wie Paulus, Jesus in deiner Einsamkeit. Ganz gleich, in welcher Situation du dich befindest, die Gemeinschaft mit Jesus ist immer möglich. Es gab eine Zeit in meinem Leben, bevor ich Christ war, wo Langeweile oder Einsamkeit mich ins Unheil trieben. Ich wollte nicht immer die Dinge tun, die ich tat. In der Tat gab es Zeiten, wo ich mit größter Willensanstrengung versuchte, mich gut zu verhalten, und nicht zuließ, dass ich mich selbst in Schwierigkeiten brachte. Aber diese Zeiten hielten nicht lange an, ich glitt schließlich wieder in das alte, schlechte Verhalten zurück, auf das ich nicht stolz bin. Aus all dem habe ich gelernt, dass die Gesellschaft, in der ich mich befinde, mein Verhalten bestimmt. Es ist erstaunlich, wie sich mein Verhalten geändert hat, seit ich anfing, mein Leben mit Christus zu führen. Nicht lange nach meiner Bekehrung ging ich zu einer Gaststätte, um dort mit den alten Kumpels zu trinken, aber Jesus wollte mich nicht begleiten. So kehrte ich um und ging mit Jesus nach Hause zu meiner Frau. Es dauerte eine Weile, bis meine Frau diese Veränderung begriff. Der Herr war eine gute Gesellschaft für mich. Wenn wir mit Christus leben, dann passt sich unser Verhalten dem seinen an. Was für ein Kampf ist es zu versuchen, etwas nicht zu tun, und wie viel leichter wird es, wenn wir mit dem Herrn leben! Er steht uns jede Minute des Tages zur Verfügung, und sein Wunsch ist, sich selbst durch jeden von uns zu offenbaren. Wenn wir ihm die Freiheit geben, dann werden die Tugenden Christi in unserem Leben sichtbar werden. Wenn wir mit ihm unser Leben führen, dann werden wir nicht versuchen müssen, heilig zu sein, weil Jesu Heiligkeit, Demut, Sanftmut und Geduld in uns sichtbar sein werden. Hänge dich an Jesus, komm ihm noch näher, und öffne dich für ihn; dann wirst du dein Leben so führen, wie es der Berufung entspricht. Ein Edelstein für heute: Unser Leben spiegelt die Gesellschaft wider, in der wir uns befinden. Wenn es also dein Wunsch ist, wie Christus zu sein, dann mache ihn zu deinem besten Freund. Alttestamentliche Lesung Jesaja 24-26


3. Oktober Neutestamentliche Lesung Epheser 5 Werdet nun Gottes Nachahmer als geliebte Kinder und wandelt in der Liebe … (Eph. 5,1.2) Der Geist der Welt hätte gerne, dass wir der Gemeinde gegenüber eine Einstellung haben wie gegenüber einem sozialen Verein, sodass wir die Gemeinde als einen Ort ansehen, wo ein Prediger oder eine Überzeugung in der Mitte steht. Aber Paulus sagt uns, dass wir Gottes Nachfolger sein und Gemeinschaft mit ihm haben sollen, die uns in eine Liebesbeziehung mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist bringt. Es ist möglich, etwas über Gott zu lernen, aber trotzdem nicht von ihm geführt zu werden. Paulus ermahnt uns, in Liebe zu leben als Kinder des Lichts und unser Leben umsichtig zu führen (alle Umstände und möglichen Konsequenzen zu bedenken). Wie sehen die Umstände aus, in denen wir zur Zeit nach Gottes Willen leben? Wohin führt Gott dich? Um dies zu erkennen, ist es gut, Gottes Wort zu studieren und regelmäßig zur Kirche zu gehen. Wir können die Erkenntnis Gottes in unser Herz aufnehmen. Aber unser christliches Leben befindet sich nicht im Gleichgewicht, wenn wir nur ein Wissen über Gott haben und nicht durch sein Wort geführt werden und in ihm leben. Denn Gott hat uns dazu berufen, seine Nachfolger zu sein. Wir brauchen mehr als Wissen über Gott. Der Glaube ist eine Gabe – eine Frucht des Geistes. Wer ein Nachfolger Gottes und ein Täter des Wortes sein will, der braucht Glauben. Als du ein Baby-Christ warst, fuhr Gott dich gleichsam in einem Kinderwagen spazieren. Um Jesus nachzufolgen, wurde von dir nichts weiter verlangt, als in seiner Gegenwart zu ruhen; aber jetzt bist du herangewachsen und reifer geworden. Jetzt ist es Zeit, im Glauben voranzuschreiten. Jetzt, wo du deine Beziehung mit dem Herrn Jesus Christus aufgebaut hast, lass es zu, dass die Person des Heiligen Geistes, die in dir wohnt, dich führt. Je mehr Freiheit Gott hat, um sich in dir zu offenbaren, desto leichter wird es für dich sein, dich von ihm führen zu lassen und auf seinen Wegen zu gehen. Du wirst nicht immer wissen, wohin Gott dich führt, oder warum er dich einen bestimmten Weg leitet. Der Glaube gibt sich damit zufrieden zu folgen und verlangt nicht alle Antworten, sondern nur Weisung. »So seid nun Gottes Nachfolger als seine geliebten Kinder, und lebt in der Liebe.« Ein Edelstein für heute: »Es ist aber der Glaube ein Beharren auf dem, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht« (Hebr. 11,1). Wie ein Kind die Hand seiner Mutter hält – und sich keine Gedanken um den Bestimmungsort macht –, so lege deine Hand in die des Vaters, und sei ein Nachfolger Gottes. Alttestamentliche Lesung Jesaja 27.28


4. Oktober Neutestamentliche Lesung Epheser 6 Zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr den Kunstgriffen des Teufels gegenüber standzuhalten vermögt. (Eph. 6,11) Für die meisten von uns kommt in unserem Leben mit dem Herrn eine Zeit, wo wir zu einer Konfrontation mit dem Feind geführt werden. Ich kann auf meinen eigenen Weg mit dem Herrn in den letzten zwanzig Jahren zurückblicken und erkenne Zeiten, in denen ich nirgendwohin ging. Es waren Zeiten, wo es darum ging, still zu stehen – in Christi Stärke und in seinem Sieg; Zeiten, um mich in Christus zu behaupten, bis der Feind wich. Er konnte kein Loch in meiner Rüstung finden, mein Kopf war bedeckt. Nicht, dass er mich nicht versucht und mich mit spitzfindigen Gedanken und Vorstellungen konfrontiert hätte. Aber der Helm des Heils saß fest auf meinem Kopf. Gott war gut zu mir und gab mir den Schild des Glaubens ins Herz und in die Hand. Gott gürtete mich mit Wahrheit und hatte meine Füße darauf vorbereitet, dass sie stehen konnten. Es gab Zeiten, wo Gott mich nirgendwohin führte und mir keine neuen Anweisungen gab; ich sollte einfach nur stehen. Ich möchte dir etwas erzählen und bitte Gott, dass er dir hilft, dieses tiefe Erlebnis meines Herzen zu verstehen. Ich hatte eine Vision, vielleicht ist es auch wirklich geschehen – ich kann es nicht sagen. Ich war wach und mir meiner Umgebung bewusst, und da war Satan, der seine Hände um meine Kehle gelegt hatte. Während er mir die Luft abdrückte, packte mich einen Moment lang die Angst. Dann kam plötzlich, wie ein Blitz, die Erkenntnis, dass auch die Angst ein Teil des feindlichen Angriffs war. Ich rief laut: »Satan, du bist besiegt. Nimm mir das bisschen Luft, wenn du willst, denn im selben Moment werde ich entfliehen und in der Gegenwart des Herrn Jesus Christus sein. Du wirst mir meinen Herzenswunsch erfüllen, denn ich werde meinen Herrn von Angesicht zu Angesicht sehen!« Sofort hörte Satan mit seinem Angriff auf, und ich spürte – ich sah sie nicht – die Gegenwart des Herrn Jesus Christus im Raum. Nicht jeder braucht solch eine dramatische Begegnung zu haben; aber den Feind gibt es wirklich. Darum warnte uns Paulus und sagte, dass wir Gottes Rüstung anziehen sollten, um gegen den Feind fest stehen zu können. Wenn es Gottes Zeit ist, um wieder weiter zu gehen, dann wird er uns sein Wort geben, und der Feind wird sich vor dem Schwert des Geistes, das Gottes Wort ist, zurückziehen. Es gibt eine Zeit, um zu gehen und geführt zu werden, und eine Zeit, um in Christi Sieg zu stehen, bis er zu unserem Sieg wird und der Feind weicht. Ein Edelstein für heute: Wenn Gott uns dahin führt, dass wir gegen den Feind stehen sollen, dann haben wir schon den Sieg: Die Schlacht, die Gottes Schlacht ist, wurde am Kreuz gewonnen! Alttestamentliche Lesung Jesaja 29.30


5. Oktober Neutestamentliche Lesung Philipper 1 … weil ich davon überzeugt bin, dass der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi. (Phil. 1,6) Paulus war von Gott überzeugt – er wusste, dass Gott kein gutes Werk in den Gläubigen angefangen hätte, wenn er nicht bereit wäre, es zu vollenden. Paulus kannte auch die Bosheit seines eigenen Herzens und die Fähigkeiten des Heiligen Geistes, ihn zur Einsicht zu führen und zur Anerkennung Jesu Christi als den Herrn. Ohne Paulus’ freien Willen zu verletzen, hatte der Heilige Geist ihm Christus in all seiner Herrlichkeit offenbart, bis Paulus nicht mehr widerstehen konnte und frohen Herzens Jesus als den Herrn bekannte. Paulus erkannte das Werk der Gnade in seinem eigenen Leben und hatte die feste Zuversicht, dass Gott dieses gute Werk der Erlösung täglich in jedem Gläubigen vollbringt, bis sie in Christus vollkommen sind. Dann werden sie Christi Herrlichkeit widerspiegeln, ihm ähnlich, wie Christus gesinnt sein und seine Werke vollbringen. Wenn die Philipper dieselbe Zuversicht haben wollten, die Paulus besaß, dann mussten sie sich jeden Tag mit dem Heiligen Geist füllen lassen und ständige Gemeinschaft mit ihm haben. Jesu Leben sollte so sehr in ihnen sein, dass ihre Gespräche und ihre Lebensweise dem Evangelium Christi Ehre machten. Paulus schrieb: »Wandelt nur würdig des Evangeliums Christi, damit … ich von euch höre, dass ihr feststeht in einem Geiste und einmütig miteinander kämpft für den Glauben des Evangeliums und euch in keiner Weise einschüchtern lasst von dem Widersacher« (Vers 27.28). Paulus trieb sie dazu an, fest zu stehen und, in diesem Fall, zusammenzustehen, ohne sich gegenseitig Konkurrenz zu machen. Weil Paulus wusste, dass dies nicht leicht ist, ermahnte er sie zu kämpfen (nicht aus eigener Kraft, sondern aus Gottes Kraft). Ich bin sicher, dass diese Gläubigen sich ihren Weg durchbeten mussten, um zu dem zu gelangen, was Gott für sie ausgewählt hatte. Sie begegneten sicherlich einer Reihe von Hindernissen, die sie von Gottes Bestem fernhalten konnten. Wir brauchen nicht an Gottes Fähigkeit zu zweifeln, dass er heute dasselbe tun kann, was er in der Urgemeinde tat. Durch seinen Geist, der in uns wohnt, wird Gott uns zur Einheit bringen, dahin, dass wir in einem Geist zusammenstehen. Aber das ist abhängig von unserer Antwort auf den Heiligen Geist. Es hängt ab von unserem Gehorsam gegenüber Gottes Wort, von unserer Bereitschaft, uns führen zu lassen und uns zu demütigen. Was immer Gott uns sagt, das wir tun sollen – lasst es uns mit aller Kraft tun. Ein Edelstein für heute: Die Einheit ist unser, wenn wir bereit sind, uns vom Geist führen zu lassen und uns vor Gott zu demütigen. Alttestamentliche Lesung Jesaja 31-33


6. Oktober Neutestamentliche Lesung Philipper 2 Vollendet eure Rettung mit Furcht und Zittern; denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt, nach seinem Wohlgefallen. (Phil. 2,12.13) Wir sind nicht verantwortlich für die anfängliche Erfahrung unseres Heils, denn Gott selbst hat unser Heil begonnen. Gottes Gnade machte es möglich, als Gott uns die Notwendigkeit der Erlösung offenbarte. Er ließ es zu, dass sein Sohn sich als vollkommenes Opfer hingab, das von den Folgen der Sünde rettete. Wir mussten umkehren und uns von unserer Sünde abwenden, wenn die Erlösung in unserem Leben Wirklichkeit werden sollte. Es war Gott, der uns spüren ließ, dass wir es nötig hatten, uns zu bekehren. Erlösung ist eine fortdauernde Erfahrung, sie geschah nicht nur zu dem Zeitpunkt, als wir Jesus unser Leben gaben. Nachdem wir durch Jesu Blut gerechtfertigt sind, durch das Opfer, das ein und für allemal geschah, beginnt unser täglicher Weg der Heiligung. Das ist der Grund, warum Paulus den Christen in Philippi schrieb und ihnen sagte, dass sie sich mit Furcht und Zittern um ihr Heil mühen sollten, damit sie nicht unterließen, mitzuwirken und »Täter des Wortes« zu sein. Wenn sie das volle Heil erfahren und sich Tag für Tag daran freuen wollten, dann mussten sie offen sein für den Heiligen Geist, der in ihnen wohnte, und mussten ihm antworten. Sie mussten auch Gott vertrauen, dass er sie seinen Willen wissen lassen würde, um ihn als ihren annehmen zu können. Wenn sie einmal die Gewissheit hatten, was Gottes Wille war, dann sollten sie im Glauben losgehen und erwarten, dass ihnen Gottes Kraft und alle seine Reichtümer zur Verfügung stehen, um seinen Willen zu tun. Der Mensch hat die Verantwortung, Gottes Willen zu seinem eigenen Willen zu machen und dann Gottes Gnade in Anspruch zu nehmen, um Gottes Willen im eigenen Leben zu tun. Wir sind dazu fähig, weil uns alle Reichtümer des Himmels zur Verfügung stehen. Gott wird uns jeden Schritt des Weges führen, aber dies kann und wird nicht geschehen, solange wir nicht gehorchen und den Vater um Gnade bitten. Dann müssen wir im Vertrauen auf diese Gnade losgehen und Gottes Willen tun. Es ist auch wichtig, wie wir den Willen des Vaters vollbringen. Paulus sagte: »Tut alles ohne Murren und Bedenken« (Vers 14). Gott hat uns eine große Verantwortung übergeben, um unseren Willen zu trainieren. Unsere tägliche Erfahrung der Erlösung hat darin ihre Grundlage, dass wir unseren eigenen Willen beiseitelegen und Gottes Willen annehmen, im vollkommenen Vertrauen auf Gott. »Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt, nach seinem Wohlgefallen.« Ein Edelstein für heute: Deine Verantwortung als Christ ist, im Glauben voranzuschreiten und deinen himmlischen Reichtum zu gebrauchen, denn: »Treu ist er, der euch beruft; er wird es auch tun« (1. Thes. 5,24). Alttestamentliche Lesung Jesaja 34-36


7. Oktober Neutestamentliche Lesung Philipper 3 … damit ich Christus gewinne und in ihm erfunden werde … zu erkennen ihn. (Phil. 3,8.10) Was machte Paulus zu einem großen Gottesmann? Er hielt keine Kampagne ab für eine besondere Gemeinde, noch bat er um Beachtung seiner Größe. Sein Leben war vollkommen der Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus hingegeben. Gott hatte ihn zu einem Apostel für die Heiden gemacht. Keiner der anderen Apostel hatte diese Berufung, und es gab keine Schule für das, wozu Gott ihn berufen hatte. Petrus verstand wahrscheinlich besser als alle anderen diese Berufung, weil er im Haus des Kornelius war, als der Heilige Geist auf die Heiden herabkam; aber auch Petrus war nicht zum Heidenapostel berufen. Was machte Paulus dann zu dem großen Mann Gottes, der er war – ein Mann, dessen Schriften noch heute täglich gelesen werden und wahrscheinlich mehr als alle anderen Bücher gelesen wurden? Ich meine, dass es Paulus’ Streben nach Jesus Christus war, das ihn so groß machte. Alles, was er tat, sagte oder schrieb, war einfach ein Überfließen seiner Gemeinschaft mit Jesus. Paulus war Jesus auf der Straße begegnet, und er hatte die innere Verwandlung erfahren, die Jesus Wiedergeburt nannte. Dadurch hatte Paulus nie mehr aufgehört, nach Jesus zu streben, und er zog sich mehrfach lange zurück, um allein mit dem Herrn zu sein. Nachdem er Jesu Liebe geschmeckt hatte, wollte Paulus, dass diese Liebe in ihm lebendig blieb. Er empfing die Gaben des Heiligen Geistes. Der Geist offenbarte sich durch sie in seinem Leben, aber immer noch drängte er weiter in seinem Streben nach Christus. Paulus’ Gedanken wurden lebendig und frisch, weil er erkannte, dass er Christi eigene Gedanken wahrgenommen hatte, aber immer noch strebte Paulus nach mehr von Jesus selbst. Er badete sich in Christi Gerechtigkeit, und in ihm war Christi Friede, seine Freude, Geduld und Liebe, aber es drängte ihn weiter, er strebte nach mehr von Jesus selbst. Es war wie ein Wettkampf, in dem er laufen musste, um den Preis zu erlangen und Jesus Christus zu gewinnen. Paulus drückte einen Wunsch aus: Er wollte nicht in sich selbst gerecht sein, sondern in Christus gefunden werden und mit dem Vater leben. Paulus lebte, um Gottes Reich zu lieben und dafür Sorge zu tragen. Der Heilige Geist veranlasste ihn, den Willen des Vaters zu erkennen und zu tun, aber alles das war nicht genug. Nachdem er über alle diese wunderbaren Dinge geschrieben hatte und von der Fülle Christi überfloss, sehnte Paulus sich in seinem Herzen noch immer nach mehr von Jesus selbst. Da war ein Verlangen, ein inneres Wissen, dass es noch mehr gab; schließlich bekannte sein Mund, was die Sehnsucht seines Herzens war: »Ich möchte ja ihn erkennen!« Paulus wusste, dass intellektuelles Streben oder Ämter in der Kirche ihn nicht zufriedenstellen konnten, er erkannte, dass ihm die Welt nicht mehr bieten konnte. Nur Jesus konnte die Sehnsucht seines Herzens stillen. Paulus’ Größe lag darin, dass seine Erkenntnis von Jesus Christus in Demut gekleidet war, und ich bezweifle, dass er das überhaupt wusste. Ein Edelstein für heute: »Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, erkennen« (Jh. 17,3). Alttestamentliche Lesung Jesaja 37.38


8. Oktober Neutestamentliche Lesung Philipper 4 Sorgt um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden. (Phil. 4,6) Hier ist ein Vers, den du praktisch anwenden und um den herum du dein ganzes Leben bauen kannst. Du kannst ihn als ein nie endendes Glaubensabenteuer erfahren, das Gott wohlgefallen wird. Zuerst sagte Paulus den Christen in Philippi, dass sie ihren Platz in Gott finden und fest im Herrn stehen sollten. Er drängte sie, denen zu helfen, die mit ihm für das Evangelium gearbeitet hatten – in diesem Fall waren es Frauen. Danach ermahnte er sie: »Freut euch im Herrn allezeit, und abermal sage ich: Freut euch!« (Vers 4). Dies sollte begleitet sein von Standfestigkeit und Hilfe für jene, die das Evangelium von Jesus Christus verkündigten. Der Glaube überlässt sich nicht der Furcht und gibt der Sorge keinen Raum; darum müssen wir, wenn uns diese Dinge aus unserer Seele, diese Gefühle überkommen, sie dem Herrn bekennen und von ihm Glauben empfangen, der unseren Umständen gewachsen ist. Wenn wir das tun, dann stehen wir fest und haben Freude. Und es ist der Lobpreis, der eine direkte Verbindung mit dem Himmel schafft. Er öffnet das Herz des Vaters, sodass er uns Glauben schenkt und unser Innerstes füllt, bis alle Angst und Furcht verschwunden sind. Nun, wenn du die Tür geöffnet hast, hältst du einen »heißen Draht« zum Himmel in den Händen. Lass Gott deine Bitten wissen »in allem … durch Gebet und Flehen mit Danksagung«. Tu es auf Gottes Weise. Von uns wird etwas verlangt, weil Gottes Verheißungen alle an eine Bedingung geknüpft sind. Dein Auto wird dich bringen, wohin du nur willst, vorausgesetzt, dass du die richtigen Dinge auf die richtige Weise tust. So ist es auch bei Gott. Die Verheißung unseres Textes wird dich durch dein Leben tragen und dir eine Tür öffnen, sodass deine Gebete erhört werden, vorausgesetzt, dass du nach Gottes Anweisung handelst. Verschwende nicht deine und Gottes Zeit damit, dass du darum bittest, gesegnet zu werden. Gott will dich segnen, aber er will, dass du konkret bittest. Sage ihm, was du willst. Wenn es nötig ist, dann sage ihm die Farbe. Halte deine Bitten Gott vor, rede mit Gott darüber, preise ihn und danke ihm. Ja, Paulus sagte: »Mein Gott aber befriedige alle eure Bedürfnisse nach seinem Reichtum in Herrlichkeit, in Christus Jesus« (Vers 19). Ein Edelstein für heute: Folge den Anweisungen des Handbuchs (der Bibel), lebe das Leben, das Gott dir gegeben hat. Alttestamentliche Lesung Jesaja 39.40


9. Oktober Neutestamentliche Lesung Kolosser 1 … da wir gehört haben von eurem Glauben an Christus Jesus und von der Liebe zu allen Heiligen. (Kol. 1,4) Als Mann Gottes hatte Paulus großen Glauben, er vertraute Gottes Wort. Die Verheißungen, die Gott ihm gab, wurden durch den Glauben an Jesus zu seiner Erfahrung. Es scheint mir notwendig zu sein, näher zu erklären, was ich zu sagen versuche. Paulus nahm nicht Gottes Verheißungen und machte aus ihnen eine Formel, der er glaubte. Nein, sein Glaube und sein Vertrauen waren auf den gerichtet, der die Verheißungen gegeben hatte – auf Jesus Christus. Einen solchen Glauben meinte er auch, wenn er den Kolossern schrieb, dass er von ihrem Glauben an Jesus Christus gehört hatte. Wir müssen Christus glauben, wenn wir eine vertrauensvolle Beziehung mit ihm haben wollen. Dann werden wir sein Wort nicht mit Zweifeln und Ängsten aufnehmen. Paulus schrieb einfach Verheißungen auf, die Gott ihm gegeben hatte und die er erfuhr, wenn er mit Jesus Gemeinschaft hatte. Wir werden weniger Schwierigkeiten haben, Christus zu erkennen und ihm zu glauben, wenn wir unser Verstehen erweitern und danach streben, dass unsere Gemeinschaft mit ihm reicher wird. Wenn wir Jesus Tag für Tag suchen und Gemeinschaft mit ihm haben in all seiner Herrlichkeit, wenn wir seine unermessliche Größe sehen, dann wird der Glaube an ihn, sein Wort und seine Verheißungen eine ganz natürliche Erfahrung. Das alles wird einfach nur eine Folge unserer Beziehung mit ihm sein. Wenn Jesus dann eine Verheißung in unser Herz spricht, so wird unser Glaube an ihn zum Glauben an sein Wort, und wir werden sofort in der Lage sein, es in die Tat umzusetzen. Immer wieder halte ich mir die Verheißungen der Bibel vor Augen, die Jesus mir lebendig gemacht hat. Ich prüfe mich selbst, um sicherzugehen, dass ich keine vergessen habe, denn diese Verheißungen sind meine Wegweiser. Sie sind Jesu Wort an mich, und es ist mein Wunsch, dass Jesus und das, was er sagt, im Mittelpunkt meines Lebens steht. Auf der Hochzeit in Kana sagte Jesu Mutter zu den Jüngern: »Was er euch sagen wird, das tut« (Jh. 2,5). Die Beziehung der Diener zu Jesus war eine Beziehung des Gehorsams. Sie kannten ihn nur als Meister; Gehorsam und Glauben an ihn und seine Anweisungen brachten ein Wunder hervor. Diene Gottes Wort, und gehorche ihm, aber vernachlässige dabei nicht den Urheber des Wortes, setze all deine Kraft ein, um eine Beziehung mit Jesus aufzubauen. Glaube ihm und baue dein Leben auf ihn. Er wird dann sein Leben in dir und durch dich leben, und du wirst bekannt sein als ein Jünger, der Liebe zu allen Heiligen hat. Ein Edelstein für heute: »Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen [Adam] die vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen [Jesus] die vielen zu Gerechten gemacht« (Röm. 5,19). – Einer macht den ganzen Unterschied! Alttestamentliche Lesung Jesaja 41.42


10. Oktober Neutestamentliche Lesung Kolosser 2 Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt in ihm. (Kol. 2,6) Damit du den Herrn Jesus Christus annehmen konntest, brauchtest du Glauben, den Gott dir gab. Dieser Glaube öffnete einen Kanal zum Himmel, durch den Gott dir seine Gnade geben konnte. Keiner von uns verdiente wirklich das, was in unserem Herzen stattfand. Diese Erfahrung kann man weder kaufen noch erarbeiten. Wir haben einfach die Möglichkeit wahrgenommen, von dem umzukehren, was wir waren: Sünder. Unser Herz lebte in Feindschaft mit Gott, und unser Geist war tot in Übertretung und Sünde. Gott hat uns durch den Glauben mit seiner Gnade erreicht, und der Geist des Herrn Jesus Christus wurde eins mit unserem Geist. Eine Hochzeit, eine Vereinigung fand statt, bei der wir wiedergeboren wurden durch den Geist aus der Höhe. Jetzt erinnert Paulus die Kolosser daran, wie sie ein Leben des Sieges in Christus führen konnten. Er sagte: »Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt in ihm.« Ich will dich daran erinnern, dass du durch Gottes Gnade Christus durch den Glauben angenommen hast. Die Gnade, die dich deine Not erkennen ließ und die dir durch den Glauben den Herrn Jesus Christus offenbarte, ist dieselbe Gnade, die dir – durch den Glauben – zur Verfügung steht, um das Leben eines Christen zu führen und mit dem Herrn Jesus zu gehen als Jünger. Paulus sagte: »Und ihr habt alles völlig in ihm, welcher das Haupt jeder Herrschaft und Gewalt ist« (Vers 10). Jesus ruft uns dazu, in ihm zu leben, und erinnert uns daran, dass wir in dem Rettungsprinzip, das in unserer Erlösung sichtbar wurde, auch weiter leben müssen, wenn wir weiter gerettet sein und in Schwierigkeiten Sieg haben wollen. Wir müssen unser Leben in Christus führen, wenn wir die alte Natur besiegen wollen, die in uns ist und die mit der Hoffnung und dem Wunsch lebt, noch einmal über unseren sterblichen Leib zu herrschen. Aber wir haben Christus unseren Körper übergeben, damit er in uns wohnt. Alles, was wir sind, muss sich ihm unterwerfen. Unsere alte, schwierige Natur ist gegen Christi Natur ausgetauscht worden, sodass wir jetzt Christi Stärke, Geduld, Liebe, alle seine Tugenden in Anspruch nehmen können. Alles von Christus steht uns zur Verfügung, wir können darin leben. In welcher Natur willst du leben? Auf welche Stärke willst du vertrauen – auf deine oder auf seine? Du hast Christus in derselben Weise empfangen, in der du leben solltest, durch Gnade im Glauben. Gründe dich auf Christus. Sei in ihm verwurzelt. Ein Edelstein für heute: Nach der Heirat lebt man nicht mehr allein mit seinen Gedanken und mit seinem Herzen; dasselbe gilt auch, wenn wir zur Braut Christi werden. Du bist jetzt eins mit seinem Geist, »so wandelt in ihm.« Alttestamentliche Lesung Jesaja 43.44


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook