Mike Bickle Nach dem Herzen Gottes
Mike Bickle
Nach dem Herzen Gottes Davids Geheimnis: eine verzehrende Leidenschaft fĂźr Gott
Titel der amerikanischen Originalausgabe: After God’s Own Heart Copyright © 2004 by Mike Bickle. All rights reserved Copyright © der deutschen Ausgabe 2004 by Asaph Verlag, D-Lüdenscheid 2. Auflage 2011 Aus dem Amerikanischen übersetzt von Dorothea Appel Bibelstellen sind, jeweils entsprechend vermerkt, zitiert nach: Hoffnung für alle. Die Bibel. © Brunnen-Verlag Basel, 1996/2002 („Hfa“) Lutherbibel. © Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart, 1984 („L“) Elberfelder Bibel, rev. Fassung, © Brockhaus-Verlag Wuppertal, 1985 („REÜ“) Umschlaggestaltung: Karen Grindley/Jens Wirth Satz: Satz & Medien Wieser, D-Stolberg Druck: Schönbach-Druck, D-Erzhausen Printed in Germany ISBN 978-3-935703-48-2 Best.-Nr. 147348 Für kostenlose Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an christlicher Literatur, Musik und vielem mehr wenden Sie sich bitte an: ASAPH, Postfach 2889, D-58478 Lüdenscheid asaph@asaph.net – www.asaph.net
Widmung Ich widme dieses Buch meinem lieben Sohn Paul, der soeben, direkt nach Abschluss des College, ganz neu in die IHOP-KCWelt eingetaucht ist. Es ist mir eine Freude, dich so viel um mich zu haben. Ich liebe es zu sehen, wie du Gottes Wort empfångst und darauf reagierst. Wow! Von dem Tag deiner Geburt bis in deine Teenagerjahre haben deine Mutter und ich dir buchståblich jeden Abend im Schlaf Hånde aufgelegt und den Herrn gebeten, dich mit Offenbarung Jesu zu erfçllen und dich zu einem Mann nach seinem Herzen zu machen. Jetzt sehe ich Gottes Antwort auf diese Gebete direkt vor meinen Augen. Ich kann gar nicht sagen, wie tief mich das berçhrt. Der Herr hat dich zu etwas Groûem vor ihm berufen, das ist sicher. Mægest du deine Bestimmung in den Kapiteln dieses Buches sehen. Du und Luke, ihr seid allezeit die Freude meines Herzens. Dad
Danksagungen Zunåchst danke ich meinen lieben Weggefåhrten Matt und Dana Candler fçr ihre unschåtzbare Hilfe, meine mitgeschriebenen Predigten zu dem Manuskript fçr dieses Buch umzuschreiben. Das konnten sie nur tun, weil sie diese Botschaft persænlich leben. Ich mæchte meinem Freund und Mitarbeiter Bob Fraser danken fçr seine unablåssige Ermutigung (um nicht zu sagen: Druck ...), dieses Buch zu schreiben. Alle meine guten Begrçndungen, weshalb ich keine Zeit fçr ein weiteres Buch håtte, lieû er nicht gelten. Meiner persænlichen Assistentin Anne House danke ich dafçr, dass sie unermçdlich die Transkriptionen besorgte. Anne, du bist fçr so viele im International House of Prayer of Kansas City eine Freude und ein Segen. Danke, Joel Kilpatrick, fçr deine ausgezeichnete Arbeit am Manuskript. Du hast es definitiv verbessert.
Inhalt Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Kapitel eins: Eine Generation nach Gottes Herzen . . . . . . . . . . . . . . . .
13
Kapitel zwei: Von religiæsem Opfer zu heiliger Besessenheit . . . . . . . .
35
Kapitel drei: Der Blick, der das Herz çberwåltigt . . . . . . . . . . . . . . . . . .
55
Kapitel vier: Ist Gott çberwiegend zornig, glçcklich oder traurig? . . .
71
Kapitel fçnf: Das glçckliche Herz Gottes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
89
Kapitel sechs: Jemand werden, der nur eins im Sinn hat . . . . . . . . . . . . .
99
Kapitel sieben: Maria von Betanien: eine Frau, die nur eins im Sinn hatte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 111 Kapitel acht: Fçr die Kraft Gottes streiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 123 Kapitel neun: Fçr die Kraft in Vertrautheit streiten . . . . . . . . . . . . . . . . . 147 Kapitel zehn: David: fçr Gottes Fçlle streiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 155 Kapitel elf: Die fçnf prophetischen Zeiten in Davids Leben . . . . . . . 163
Kapitel zwælf: ¹In deine Hånde befehle ich meinen Geistª . . . . . . . . . . . 189 Kapitel dreizehn: Gættliche Vorkehrung fçr menschliche Schwåche . . . . . . 203 Kapitel vierzehn: Den Geist der Angst mit Intimitåt çberwinden . . . . . . . . 215 Kapitel fçnfzehn: Von Eifer zerfressen fçr Gebet rund um Uhr . . . . . . . . . . 229
Vorwort Als Delirious? 1999 in Kansas City spielte, hatten wir zum ersten Mal das Vergnçgen, Mike Bickle zu begegnen. Wir tauschten ¹Gott-Geschichtenª aus und fçhlten uns sofort mit diesem radikalen Mann Gottes verbunden. Wir alle verlieûen Kansas City an dem Abend mit einem stårkeren Bewusstsein unserer Bestimmung, und deshalb fçhle ich mich sehr geehrt, Sie zum Lesen dieses Buches ermutigen zu dçrfen. Heiligkeit ist immer ein unangenehmes Thema fçr die heutige Generation von Christen. Es ist kein Begriff, der momentan oft benutzt wird, und er hært sich ± seien wir ehrlich ± ein bisschen langweilig an! Ich habe oft darçber nachgedacht, was es heiût, Geschichte zu schreiben. Je långer ich als Christ lebe, desto mehr wird mir klar, dass es immer um Heiligkeit geht. Nicht die Heiligkeit, die uns in eine Zwangsjacke steckt, sondern die Heiligkeit, die Reinheit und Freundschaft feiert und die voller Eifer nach Gottes Herzen sucht. Mehr und mehr erkannte ich: Diese Heiligkeit ist nicht ein ¹supergeistliches Regelwerkª, das kein Mensch einhalten kann, sondern eine Alltagskombination von guten, gottesfçrchtigen Entscheidungen und der Leidenschaft, unserem Schæpfer zu dienen. Es geht nicht um Gewinnen, sondern um Laufen, ... nicht um Erfolg, sondern um Hingabe, ... nicht um Position, sondern um Dienst, ... nicht um Religion, sondern um Beziehung ... nicht um Liberalismus, sondern um Disziplin ... nicht um Kompromisse, sondern um Treue. Heiligkeit ist Glçck, und Gott richtet eine Generation von Erweckten auf, deren Herzschlag die Anbetung ihres himmlischen Schæpfers ist. Mike ist so einer und er gehært zu denen, die das nicht nur predigen, sondern auch leben. Schnallen Sie sich an zum Lesen, und richten Sie sich auf Verånderung ein. Martin Smith Delirious?
1 Kapitel eins
Eine Generation nach Gottes Herzen
Seit Tausenden von Jahren ist Kænig David ein Råtsel, ein Mysterium, eine heilige Frage. Sein Leben verwirrt, verårgert und demçtigt die Leser der Bibel. Vielen erscheint es widersinnig, dass Gott diesen Mann, der so groûe persænliche Schwåche zeigte, mit so vielem ¹davonkommenª lieû und ihm trotz allem mit besonderer Gunst begegnete. Wir sehen ihn in vielen Rollen: als Hirte, als Psalmist, als Kænig, Lçgner, Mærder und Ehebrecher. Aber, und das ist das wichtigste von allem, er war der einzige Mensch in der ganzen Zeitspanne, die die Bibel umfasst, der als ¹Mann nach dem Herzen Gottesª bezeichnet wurde. Kænnen Sie sich in der ganzen Schæpfung einen erstaunlicheren Ausdruck vorstellen? Ein Mensch ± niedrig und oft voller Zweifel und Sçnde, wie wir alle ±, und doch hat Gott ihn ausgesondert und ihn ¹Mann nach seinem Herzenª genannt. Welch ein beeindruckendes, in der Tragweite kaum auszulotendes Kompliment! Mit diesem Begriff aber stieû Gott eine Tçr auf: Jeder Mensch auf Erden kann wie David ein Mann oder eine Frau nach Gottes Herzen sein. Wir alle haben die gleiche Mæglichkeit wie dieser Kænig aus alter Zeit, in unserer eigenen Persænlichkeit und in unserer eigenen Art genau das zu verkærpern, was die Gefçhle und die Persænlichkeit Gottes reflektiert. Unser Vater kennt kein Ansehen der Person. Er machte nicht Kænig David groû, damit wir anderen uns wie Versager vorkommen. Vielmehr bietet er Ihnen und mir die
14 / Nach dem Herzen Gottes gleichen Mæglichkeiten und Segnungen an, die er fçr die Menschen aller Zeiten bereit hielt. Aber die meisten Menschen sind weit davon entfernt, wie David nach Gottes Herzen zu sein. Sie stolpern und kåmpfen sich durchs Leben, ohne Gottes Herz zu entdecken und ohne es sie veråndern zu lassen. Immer schon gehærte diese zu den schwierigsten Fragen der Glåubigen: ¹Warum wurde David von Gott so hervorgehoben? Was unterschied ihn von so vielen anderen gottesfçrchtigen Månnern und Frauen?ª In unserer Zeit beantwortet Gott diese Frage, glaube ich, deutlicher als je zuvor. Sehen Sie, es war nicht Davids Gehorsam, der ihm eine besondere Position bei Gott einbrachte. Bei genauem Hinsehen wird deutlich, dass er nicht gehorsamer war als, sagen wir einmal, Mose oder die anderen Propheten. Und wenn Sie wirklich ein Paradebeispiel fçr Gehorsam haben wollen, dann schauen Sie sich lieber Daniel an. Nicht das Sichtbarwerden von Gottes Wunderkraft in seinem Leben war es, was David heraushob. Bei Elia und Elisa lesen wir von viel græûeren Machtdemonstrationen. Und es war nicht sein brillanter militårischer Erfolg. Auch der steht nicht einzigartig da. Josua hatte eine åuûerst erfolgreiche Militårkarriere, aber Josua wurde nicht als Mann nach Gottes Herzen bezeichnet. Was also machte David zu dem Menschen, den Gott ¹Mann nach seinem Herzenª nannte? Was kænnen wir von ihm lernen? Welcher erkennbaren Eigenschaft Davids kænnen wir nacheifern, wenn wir versuchen, Månner und Frauen nach Gottes Herzen zu werden? Die Antwort kann Ihre Art, Gott zu sehen, Ihr Verhåltnis zu ihm, wie Sie sich selbst und Ihre Bestimmung in ihm sehen, revolutionieren. Was David als Mann nach Gottes Herzen heraushob, war seine anhaltende Leidenschaft, Gottes Gefçhle aufzuspçren und zu verstehen. Dies, glaube ich, ist der entscheidende Faktor im Leben jedes Menschen, der sich entschlieût, nach dem Herzen Gottes zu leben ± Ihres, meines, wessen auch immer. Tatsåchlich wird eines Tages die Gemeinde weltweit an diesem Punkt wie David sein. Wir werden eine riesige Gruppe von Menschen sein, die Gott anbeten,
Eine Generation nach Gottes Herzen / 15 ihm dienen und ihn lieben mit immer tieferem Verståndnis seiner Emotionen und Leidenschaften. Wie David werden wir das Herz Gottes auf eine Weise verstehen und reflektieren, die die Menschheit noch selten gesehen hat. Ich glaube, wir leben in der Generation, in der der Herr zurçckkehren wird, der Generation, die Gott ansehen und çber die er sagen wird: ¹Sie sind nach meinem Herzen.ª Heute sucht er, wie zu Davids Zeiten, ¹liebeskrankeª Anbeter, die verstehen, wie er fçhlt. Jesus hat gesagt: ¹Doch es kommt die Zeit ± ja, sie ist schon da ±, in der die Menschen den Vater çberall anbeten werden, weil sie von seinem Geist und seiner Wahrheit erfçllt sind. Von diesen Menschen will der Vater angebetet werdenª (Johannes 4,23). Im Geist anbeten heiût aus der Tiefe eines vællig hingegebenen Herzens anbeten. Vergleichen Sie das mit der begrenzten Art und Weise, wie die meisten Menschen anbeten, wenn sie innerhalb der Einschrånkungen åuûerlicher Formen und religiæser Rituale bleiben. Wahre Anbetung gibt es nicht oft auf der Erde. Richtig anzubeten, zu dienen und zu lieben ± auf Gottes Art ± erfordert etwas mehr als das, was wir normalerweise Sonntag morgens oder Mittwoch abends erleben. In Wahrheit anzubeten bedeutet mehr als nur die richtigen Lieder zu singen oder die richtigen Anbetungshaltungen einzunehmen; es bedeutet die Wahrheit çber Gottes Herz und Persænlichkeit zu verstehen. Anbetung ist nicht eine Zwanzig-Minuten-Zeitspanne innerhalb eines Gemeindegottesdienstes, sondern ein Lebensstil der besonderen Beziehung zu Gott. Wenn Sie sich aber den Leib Christi von heute ansehen, erkennen Sie, dass Religion uns mit Lçgen çber Gottes Herz belastet; sie hindert uns daran, Gott die ¹Liebesantwortenª zu geben, die wir ihm von Natur aus geben wollen. Zu Gottes Persænlichkeit gehæren gewaltige Stræme der Liebe, doch wir antworten mit dem Træpfeln ritualisierter oder leidenschaftsloser Anbetung. Als Jesus in Johannes 4,23 sagte, dass Gott Anbeter suche, dann bezog er das auf das gewaltige, starke, feurige Verlangen im Herzen seines Vaters. Diese Liebe sucht nach Liebenden, die seine Leidenschaft erwidern, seine Liebe verstehen und ihn erfçllt von dem Verlangen anbeten, das er nach uns hat. Das bedeutet
16 / Nach dem Herzen Gottes es, ein wahrer Anbeter zu sein. David war solch ein Mensch. Und wir sollen Månner und Frauen sein wie er. In diesem Buch werden wir uns Davids Leben ansehen, das ein gættliches Muster fçr die Gemeinde am Ende der Zeit ist. Es bestimmt den Kurs fçr unseren Weg zu heiliger Leidenschaft und Hingabe, der unser Herz veråndern wird, wie wir es uns nie vorgestellt haben, und der die Gemeinde stårken und kråftigen wird, wie es die Geschichte noch nie gesehen hat. Millionen Menschen sind bereit fçr diese Verånderung. Viele sind bereits auf dem Weg dahin, Gottes Herz zu entdecken. Vielleicht gehæren Sie zu ihnen, aber vielleicht hæren Sie dieses Thema auch zum ersten Mal, und Ihr Herz brennt in Ihnen, weil Sie erkennen: Sie kænnen werden, wie Gott Sie haben mæchte ± und wie das ist, das wissen Sie. Ich mæchte Sie ermutigen: Sie kænnen ein Mensch nach Gottes Herzen sein, genau wie David. Gott richtet Christen auf und gibt ihnen ein Herz wie das von David. Wenn alles gesagt und getan ist, werden wir eine Gemeinde nach Gottes Herzen sein. Begeben wir uns auf die Reise in das ¹Wieª.
Nach Gottes Herzen Was bedeutet es, ein Mann oder eine Frau nach Gottes Herzen zu sein? Was in diesem Hirtenjungen, der hinter Bethlehem seine behelfsmåûige Gitarre spielte, fesselte die Aufmerksamkeit des allmåchtigen Gottes so sehr? Ich habe eine Antwort bereits angedeutet, aber es gibt drei Facetten dieser gættlichen Beschreibung von Davids Leben, und die sind der Grundentwurf dieses Buches.
1. David war fest entschlossen Gottes Befehlen zu gehorchen.
Diesen Aspekt habe ich nicht deshalb an die erste Stelle gesetzt, weil er am wichtigsten ist, sondern weil das die çbliche, immer wieder zu hærende Lehre ist, die Prediger aus Davids Leben ziehen. Im Laufe der Jahre habe ich viele Månner und Frauen lehren gehært, dies sei der Schlçssel, ein Mensch nach Gottes Herzen zu werden, und obwohl das auch stimmt, um-
Eine Generation nach Gottes Herzen / 17 fasst es doch nicht alles. Davids Gehorsam ist deutlich erkennbar in den Psalmen und anderswo. Er ist aber nur eine Dimension dessen, was es bedeutet, ein Mensch nach Gottes Herzen zu sein. Wir mçssen tiefer sehen. Tåuschen wir uns nicht: Es ist absolut wichtig, Gott zu gehorchen. Jesus hat Gehorsam mit Liebe gleichgesetzt (Johannes 14,23). David war beharrlich und zielstrebig und bemçhte sich ernsthaft, Gottes Gebote genau zu befolgen. Im Verlauf vieler Jahre gab dieser Wunsch seinem Herzen Form und Feinschliff. Aber als Beispiel fçr Gehorsam kann er wirklich nicht gelten. Oft klaffte ein gåhnender Abgrund zwischen seiner ernsthaften Absicht und seinem Handeln. Mit anderen Worten, er hat es immer wieder mal vermasselt, manchmal sogar sehr grçndlich. Dennoch war er immer noch ein Mann nach Gottes Herzen. Das sollte Sie ermutigen! Was schlieûen wir daraus? Dass es hierbei um mehr geht als um Gehorsam. Es geht auch um die Haltung unseres Herzens vor Gott. Gott rechnete die ernsthaften Absichten Davids selbst dann an, als seine groûe Schwachheit ihn zu falschen Entscheidungen fçhrte. Uns sieht Gott genauso. Unsere ernsthafte Absicht zu gehorchen bedeutet Gott sehr viel. Er sieht unseren Wunsch, nicht nur unsere åuûerlichen Taten. Wir meinen oft, dass unsere ehrlichen Absichten nichts wert sind, wenn sie nicht sofort volle Frucht tragen. Unsere religiæse Tradition lehrt uns, nur reife Liebe zu Gott sei echte Liebe. Sie behauptet, unreife Liebe sei falsch und heuchlerisch. Sie reibt jungen Christen ihr Versagen unter die Nase. Das ist eine zerstærerische Lçge, die Menschen Vertrauen und Wçrde nimmt. Um die Wahrheit zu sagen, wir alle fangen mit unreifer Liebe an. Das Leben ist lang, weil reif werden dauert ± oft långer, als uns lieb ist. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass niemand sofort in den Himmel geht, nachdem er Jesus angenommen hat? Reife braucht Zeit zur Entwicklung, aber in Gottes Augen ist aufrichtige Liebe in jedem Reifegrad real. Sie gilt! Gott sah in David nicht einen Heuchler, als seine Liebe schwach und unreif war, und auch in uns sieht er nicht Heuchler. Reife Liebe erlangen wir çber Monate, Jahre, Jahrzehnte, und die Resultate werden zu gegebener
18 / Nach dem Herzen Gottes Zeit an der Frucht, die wir bringen, sichtbar werden. Gott ist geduldig, und er hat einen viel besseren Blick fçr das ganze Bild als wir. Die meisten Menschen machen sich selbst wegen ihrer Schwåchen fertig, aber David erkannte Gottes Herz klarer als die meisten Diener Gottes im Alten Testament und die meisten Christen heutzutage. Er verstand, dass seine feste Entschlossenheit zu gehorchen und zu lieben von Gott auch dann wertgeschåtzt wurde, wenn er in Vielem unzulånglich war. Manchmal wurden Davids Schwåchen vor seinen Landsleuten regelrecht vorgefçhrt, ja, sogar in der Bibel sind sie festgehalten. Und doch besaû er die ungewæhnliche Fåhigkeit, voller Zuversicht vor Gott zu stehen und zu sagen: ¹Ich bin einer deiner Lieblinge. Du magst mich, auch wenn ich am Boden bin. Ich bin vollkommen dein.ª Diese ernste Absicht, Jesus auch inmitten der eigenen Schwåche zu lieben, ist ein ganz wesentlicher Faktor, um Mann oder Frau nach Gottes Herzen zu sein. Unsere Fåhigkeit zu gehorchen wird mit der Zeit wachsen, aber Gott behandelt uns nicht nur gemåû unserem Gehorsam.
2. David erkundete Gottes Gefçhle.
Ûber die Entschiedenheit, ehrlich zu gehorchen, ging David noch hinaus; er wurde ein Erkunder der Emotionen, der Gefçhlswelt Gottes. Er wollte wissen, was Gottes Herz erfçllte an Erstaunlichem, Vergnçglichem und Furchterregendem. Als Krieger und Kænig hatte er viel Verantwortung und eine Menge Herausforderungen, aber die meiste Energie verwendete er darauf herauszufinden, welche Emotionen in der Persænlichkeit Gottes brannten. Dies war ein Kænig wie kein anderer; er verbrachte seine Tage im Bewundern der Schænheit von Gottes feurigem Verlangen und im Eindringen in das Herz des Ungeschaffenen. Diese Realitåt, nicht irgendein gesetzlicher Impuls, nåhrte Davids Gehorsam. Er hatte einen bemerkenswerten Hunger danach, die Emotionen und das Herz Gottes zu verstehen, und deshalb begriff er Gottes Gefçhle, Absichten und Leidenschaften in einzigartiger Weise. David war ohne Ausnahme der ultimative Erforscher der Emotionen Gottes im Alten Testament. Er erkundete Gottes
Eine Generation nach Gottes Herzen / 19 Zuneigung, sein tågliches Brot war eine nie endende Leidenschaft fçr das, was mitten im Herzen Gottes brannte. Dies ist der eine Schlçssel, die einzige Motivation, die David antrieb. Und wenn wir seinen Fuûspuren folgen und Gottes Herz verstehen wollen, mçssen wir dieselbe Motivation haben. Durch die Salbung und die Gnade Gottes mçssen wir Kenner des Herzens Gottes werden. Wir mçssen uns danach sehnen Gottes Gefçhle, die Leidenschaften seines Herzens zu erkennen. Wenn wir die gleichen Wahrheiten çber Gottes Herz herausfinden, werden wir feststellen, dass wir leben wie David und die Berufung Gottes auf unserer Generation erfçllen. Davon çberzeugt der Heilige Geist Menschen auf der ganzen Erde. Er nimmt, was David im Herzen Gottes sah, kombiniert es mit all dem, was Jesus im Neuen Testament çber das Herz des Vaters offenbart, und verursacht eine schlagartige Offenbarung çber die Gefçhle Gottes, die der Leib Christi çbernehmen soll. Menschen hæren diese Botschaft und entwickeln den felsenfesten Entschluss, wie David die Emotionen Gottes kennen zu lernen. Dies erklårt den weltweiten Hunger von Menschen, Gott in einer Weise zu erfahren, die çber das hinausgeht, woran viele Gemeinden gewæhnt sind. Darçber werden wir spåter noch reden. Fçr den Moment mçssen wir festhalten, dass David hauptsåchlich deshalb ein Mann nach dem Herzen Gottes war, weil er die Emotionen Gottes zu verstehen suchte ± und dass wir dasselbe tun mçssen.
3. David brannte darauf, die ganze Fçlle der Kraft und Verheiûungen Gottes in seiner Generation zu sehen.
David weigerte sich mit geringerem als dem Allerhæchsten zu leben, das Gott ihm zu seiner Zeit geben wçrde. Er lieû niemals das Gefçhl zu, wegen seiner Schwåchen aus dem Rennen zu sein, sondern kåmpfte mit Macht fçr die Freisetzung der Kraft Gottes in seiner Generation. Er warf einen Blick auf Gottes Eifer fçr sein Volk und war dann çberzeugt, dass der Herr seine Macht zum Wohl des ganzen Volkes Israel freisetzen wçrde. In Davids Generation fand Gottes Kraft oft in militårischen Heldentaten einen Ausdruck. Deshalb waren militårische Siege gleichbedeutend mit dem Eintreten in all
20 / Nach dem Herzen Gottes das, was Gott seiner Generation geben wollte. Das Prinzip ist heute das gleiche, wenn auch nicht in militårischen Begriffen ausgedrçckt. Aber wie David mçssen wir uns weigern zurçckzuweichen, bis wir Gottes ganze Macht fçr unsere Generation erlebt haben. Wenn wir uns wie David in den herrlichen Emotionen verlieren, die in Gott brennen, beginnen wir den gewaltigen, beispiellosen Segen und die Kraft zu erkennen, die Gott fçr diese Stunde in der Geschichte vorgesehen hat. Dann kænnen wir uns nicht mehr mit dem Althergebrachten zufrieden geben. Wir brennen wie Fackeln, genåhrt durch eine starke Vision. Wir werden zu Menschen, die um die unserer Generation zur Verfçgung stehende Kraft Gottes ringen. Lassen Sie mich zusammenfassend die richtige Abfolge aufzeigen, in der wir zu Menschen nach Gottes Herzen werden. Zuerst kçmmerte sich David voller Leidenschaft um die Offenbarung der Wçnsche und Gefçhle Gottes. Zweitens gehorchte er Gottes Geboten und drittens bewegte er sich in der Fçlle von Gottes Macht und Gottes Zielen. Diese eminent wichtigen Themen werden wir in den nåchsten Kapiteln grçndlicher behandeln. Um ein Mensch nach Gottes Herzen zu werden, fangen wir mit einer Offenbarung der emotionalen Beschaffenheit Gottes an. Das ist der erste, das Leben am meisten veråndernde Schritt, und an ihm fçhrt kein Weg vorbei. David vermittelte das, was er in Gottes Herzen erkannte, auf Dutzende Arten durch die Lieder und Gebete, die er schrieb. Er betete, dass er getrånkt wçrde mit Wonne wie mit einem Strom (Psalm 36,9). Gottes Herz wird als Fluss, ja als reiûender, donnernder Strom einer starken Sehnsucht nach den Menschen dargestellt. David verstand, dass Gottes Herz wie Wildwasser-Stromschnellen ist, die tosend herabstçrzen, mit heftigen Gefçhlen, so stark und entschieden, dass sie Gott sogar in das Extrem der Menschwerdung und des Todes am Kreuz trieben. In seiner Liebe zu uns lieû er einfach nicht von der Mæglichkeit einer Beziehung mit uns ab und ging uns bis zum åuûersten Ende nach. Das ist der Gott, dem wir dienen. Wenn Sie dieses Bild von Gott in Ihrem Denken verankern, werden Sie erleben, dass Ihr Gehorsam ¹aufgeladenª
Eine Generation nach Gottes Herzen / 21 wird. Sie werden viel schneller reifen, als wenn Sie weiter mit dem falschen Bild eines leidenschaftslosen Gottes durchs Leben gehen. Sie werden der Fçlle Gottes mit erstaunlicher Energie nachjagen, weil Sie innerlich motiviert sind durch diese Offenbarung seiner Zuneigung und seiner Sehnsucht nach Ihnen. Dafçr mçssen Sie aber das Erkennen Gottes und seiner Emotionen bewusst betreiben. Das ist nichts Passives. Das ist eine aggressive Jagd, die Energie und mentale Konzentration erfordert wie ein olympischer Wettkampf.Vergessen wir nicht: Das Hauptmerkmal eines Menschen nach Gottes Herzen ist, dass er die Leidenschaften Gottes fçr uns versteht und ihnen nachgeht ± auch in der eigenen Schwachheit. Es geht darum, in jeder Lebensphase nach der Erkenntnis Gottes zu streben. Gott lådt uns ein mit Leib und Seele hinter ihm her zu sein, und wir mçssen hinter ihm her sein, wenn wir die unvergleichliche Freude der Gotteserkenntnis erleben wollen. Erschlieûen wir dieses erste, einzigartige Geheimnis in Davids Leben und sehen wir uns an, wie er Gottes Gefçhle unbedingt zu erkennen suchte.
Die Freude, Gott zu begegnen Im Frçhjahr 1999 hatte ich ein Familientreffen mit meinen beiden Sæhnen, Luke und Paul, die damals 18 und 20 Jahre alt waren. Nachdem ich 25 Jahre lang als Pastor gearbeitet hatte, gab ich diesen Job jetzt auf, um das neue International House of Prayer in Kansas City in Missouri vollzeitlich zu leiten. Bevor ich diese Entscheidung æffentlich machte, setzte ich mich mit meinen Sæhnen zusammen und sagte ihnen, dass ich auf mein Gehalt verzichten, mich aus dem kirchlichen Dienst zurçckziehen und diesen Teil meines Lebens hinter mir lassen wçrde. Sie sahen mich verwundert an. ¹Wirklich?ª, fragten sie. Ich antwortete: ¹Ja, genau das will ich tun. Bald werde ich mich aus der Gemeindearbeit zurçckziehen.ª Sie fragten, was ich vorhåtte. ¹Nun, eine Gruppe von Anbetungsleitern, Fçrbittern und
22 / Nach dem Herzen Gottes ich werden einen kleinen Wohnwagen mieten und darin jeden Tag mehrere Stunden beten und anbeten.ª ¹Toll, Dad, aber was willst du beruflich machen?ª Ich versicherte ihnen, diese kleine Trailer-Idee wçrde im Lauf der Zeit wachsen und andere Menschen wçrden sich uns anschlieûen. Meine Sæhne sahen mich immer noch perplex an, als wollten sie sagen: ¹Okay, jetzt mal langsam. Du bekommst kein Gehalt. Du willst einen kleinen Wohnwagen mieten, ein paar Gitarrespieler reinsetzen und den ganzen Tag lang singen und beten?ª ¹Also, was denkt ihr darçber?ª Meine Jungs lieben mich sehr, deshalb sagten sie: ¹Gut. Okay, Dad. Was immer du meinst.ª Einer fasste sich ein Herz und sah mich von der Seite an: ¹Und warum?ª Ich erklårte ihm: ¹Ich will mehr fasten, mehr beten und mehr anbeten, um die groûe Ernte freizusetzen. Vielleicht çberrascht es euch, aber ich tue das unter anderem deshalb, weil ich Spaû und Vergnçgen liebe.ª Sie echoten: ¹Weil du Spaû und Vergnçgen liebst?ª ¹All die jungen Månner, mit denen ihr zusammen seid, kommen nicht annåhernd an mich heran. Ich habe viel mehr Lust auf Spaû und Vergnçgen als sie. Ich bin davon abhångig, mehr von Gottes Gegenwart zu verspçren. Ich muss mehr haben, und ich muss sie tiefer fçhlen. Ich bin total sçchtig nach Freude. Das ist ein Grund, warum ich diesen Wohnwagen mieten werde, ein paar Gitarrespieler zusammentrommele, faste, bete, Gott anbete und genau lerne, was die Schrift çber Gottes Gefçhle sagt.ª Ich bin nicht sicher, ob sie damals verstanden, aber ich verstand. Ich trug eine Vision in mir, die sich in Jahren des Nachforschens und der Erfahrung mit Gott gebildet hatte, und ich wçrde sie aggressiver als je zuvor verfolgen. Ich hatte entdeckt, dass Intimitåt mit Gott da beginnt, wo uns klar wird, dass Gott uns mag und die Freude geistlicher Begegnungen mit ihm genieûen will. Es gibt nichts Belebenderes fçr uns als in diesen Strom der Freude einzutauchen. Das Herrliche an unserem Leben ist nicht einfach nur die Tatsache, dass unsere Generation eine Erweckung erleben wird, die sogar die Berichte der Apostelgeschichte çbertrifft. Das ist phantastisch,
Eine Generation nach Gottes Herzen / 23 und ich bin froh daran teilzuhaben, aber wir sind zu etwas noch Tieferem berufen: Der unendliche Gott der Herrlichkeit liebt uns wirklich, sogar in unserer Schwachheit und Zerbrochenheit. Er lådt uns ein, von den gewaltigen geistlichen Freuden einer gættlichen Romanze mit ihm zu trinken. Ich weiû ja nicht, wie es Ihnen geht, aber die besten Augenblicke meines Lebens sind die, wenn Gott mir sagt: ¹Ich freue mich wirklich so çber dich, Mike.ª Genug der Worte! Ich verliere mich. Ich kann mir nicht helfen. Diese Botschaft wird fçr mich immer çberwåltigend sein. Ich antworte darauf: ¹Gott, du hast eine Milliarde Galaxien gemacht und Engel ohne Zahl erfçllen deinen Willen. Diese Manifestationen deiner Herrlichkeit sind wunderbar, aber sag mir noch einmal das, was ich so besonders gerne hære: dass du mich wirklich lieb hast.ª Das ist mein Lieblingsausschnitt des ganzen Evangeliums ± wenn Gott sagt: ¹Ich mag dich wirklich, Mike. Lass uns zusammen sein.ª Ich glaube nicht, dass es mæglich ist, jemals aus der Begeisterung, dem Staunen, der çberwåltigenden Gewissheit des Geliebt- und Gemochtwerdens herauszuwachsen. Das ist die einzige Erfahrung, nach der alle Menschen suchen und an die sie sich klammern, in menschlichen Beziehungen und in der Beziehung mit Gott. Zu wissen, man wird von einer anderen Person geliebt, erfçllt die Tage mit endloser Freude, egal was auûerhalb des Herzens vor sich geht. Man geht durch Probleme, als ob sie Zuckerwatte wåren. Ihr Auto bleibt liegen und Sie denken: Ja und? ± weil jemand Sie liebt. Sie verlieren Ihr Portemonnaie, stehen im Stau und vergessen die Milch im Kofferraum, alles an ein und demselben Tag, aber es macht Ihnen noch nicht einmal etwas aus, weil in Ihnen dieses Licht leuchtet mit der starken Kraft der Liebe. Sie wissen, wenn alles andere schief gehen sollte, haben Sie immer noch dieses Allerwichtigste. So hat Gott uns geschaffen. Er hat das tiefe Verlangen, geliebt zu werden, in uns gelegt. Bis hinunter zu unserer DNS wurden wir gestaltet, um in der geistlichen Freude zu leben, nicht nur von Mitmenschen, sondern auch von ihm gemocht zu werden. Ich rede nicht nur von dem verstandesmåûigen Wissen, dass Gott einen liebt. Jeder weiû das, oder sagt es wenigstens.
24 / Nach dem Herzen Gottes Aber im Lauf der Zeit sind wir gegençber dem Einfluss von Gottes Liebe taub geworden. Wir haben sie zu etwas irgendwie Weichlichem, Herablassenden und Mitleidigen reduziert. Tatsåchlich ist Gottes Liebe so voller sprçhender Energie und starker Gefçhle ± ich weiû nicht, ob wir sie erkennen wçrden. Es ist wunderbar, geliebt zu werden, aber ich rede davon, diese çbernatçrliche Liebe tatsåchlich zu fçhlen. Das sind zwei verschiedene Dinge. Eines ist Wissen, das andere Erleben. Das eine sagen sich Ehepartner z. B., wenn sie aus dem Haus gehen, das andere aber zeigen sie sich im Schlafzimmer, in inniger Nåhe. Das reine Wissen um die Liebe macht das Leben schon ein bisschen ertråglicher inmitten des Wahnsinns der Welt, aber Liebe zu fçhlen veråndert das Leben in ein Abenteuer voller Freude. Den meisten Christen ist die Realitåt der erstaunlichen, ungeheuer verschwenderischen Liebe Gottes zu uns so fremd, dass sie das, was sie in ihrem Alltag mit Jesus erleben kænnten, zu 99 Prozent vællig verpassen. Sie behandeln Gott wie einen Arbeitgeber, einen Geschåftspartner, Richter, Verkehrspolizisten ± alles, nur nicht wie einen Liebhaber. Selten verspçren sie seine Leidenschaft, Liebe oder seine Freude. Vielleicht sagen sie sich, dass Gefçhle ja nicht so wichtig seien, solange sie nur seine Gebote halten, die Bibel lesen und die geistliche Disziplin wahren. Aber als Folge dieser Trockenheit verspçren sie selten in irgendeiner Weise Liebe oder Freude. Sie mçssen verstehen: Gott ist nicht ein langweiliger Tattergreis in Pantoffeln, der sich im Himmel hier und dort ein bisschen zu schaffen macht und von allem Mæglichen befremdet ist. Er ist nicht alt, sondern zeitlos. Er ist der Brunnen zeitloser Jugend und Leidenschaft selbst. Er ist die Quelle aller Freude im Universum! Glçck kommt aus keiner anderen Quelle. Es ist niemals ein Opfer, in seiner Gegenwart zu sein, obwohl sich viele in Gebets- und Anbetungszeiten langweilen. Die meisten Christen verbuchen Gebet unter der Kategorie ¹Opfer, die ich fçr Gott bringeª, aber das geschieht nur, wenn man vællig missversteht, wer Gott ist. Wenn wir in sein Herz sehen, offenbart er uns, wie er von den Gefçhlen her aussieht, und wie wir fçr ihn aussehen. Das Resultat haut
Eine Generation nach Gottes Herzen / 25 uns um in Hirn und Herz! Das fassen Sie nicht! Es ist wie das erste Verliebtsein. Er verzehrt sich vor Liebe zu Ihnen! Ich, der Herr, sagte: Ein Weiser soll nicht stolz sein auf seine Weisheit, der Starke nicht auf seine Stårke und ein Reicher nicht auf seinen Reichtum. Nein, Grund zum Stolz hat nur, wer mich erkennt und begreift, dass ich der Herr bin. Ich bin barmherzig und sorge auf der Erde fçr Recht und Gerechtigkeit. Wer dies verstanden hat, an dem habe ich, der Herr, Gefallen. Jeremia 9,22-23 Hfa
In diesem Abschnitt spricht Gott çber Menschen, die in falscher Weise mit ihm in Beziehung stehen, oft auf der Basis ihrer eigenen Errungenschaften statt auf der Basis seines Herzens. In Vers 22 heiût es: ¹Ein Weiser soll nicht stolz sein auf seine Weisheit.ª Der Weise kænnte der Naturwissenschaftler sein, der groûe Erfinder oder der Theologe mit profundem Bibelwissen. Der Herr drångt ihn sein Vertrauen nicht auf sein Wissen zu grçnden. Dann sagt er: ¹Der Starke soll sich nicht seiner Stårke rçhmen.ª Das kænnte ein Generaldirektor oder der Pråsident eines Landes sein. Armeen oder riesige Mengen Geld oder Ressourcen bewegen zu kænnen ist nichts, wessen man sich rçhmen kænnte. Als Nåchstes wendet sich Gott an den Reichen: ¹Der Reiche soll sich nicht darauf verlassen, wie viel er verdient oder angesammelt hat. Sein Reichtum gibt ihm keine Sicherheit.ª Er sagt vielmehr: ¹Wer vertraut, soll darauf vertrauen, dass er mich versteht. Er kennt mein Herz, dass ich Freude daran habe, barmherzig zu sein.ª Wir sollen uns der Tatsache rçhmen, dass Gott zårtlich und freundlich ist, wenn er es mit schwachen Menschen zu tun hat. Er ist sanft mit uns in unserer Schwachheit und voller Liebe zu uns, auch dann, wenn wir geistlich noch nicht ausgereift sind. Wir werden sehen, dass es in der Schrift kein groûartigeres Zeugnis eines Menschen gibt, der so schwach und doch so groû in Gott war, wie das von David. Er verbrachte viel Zeit damit, çber die Emotionen Gottes nachzudenken, sie zu be-
26 / Nach dem Herzen Gottes trachten und zu erwågen. Er rçhmte sich der Gçte Gottes, nicht seiner eigenen geistlichen Errungenschaften. Das ist das Gegenteil von dem, wie viele Christen leben! Sie setzen ihr Vertrauen nicht in Gottes Barmherzigkeit und Liebe, und so machen sie das Leben zu einer harten, kalten, fordernden, freudlosen Sache. Sie schneiden sich von der Quelle der Liebe ab und setzen ihr Vertrauen insgeheim in ihre eigenen Errungenschaften. Wenn sie irgendwo versagen, sind ihre Selbstvorwçrfe fast unertråglich. Meine Lieben, das ist das Gegenteil davon, ein Mensch nach Gottes Herzen zu sein. Ja, es gab Zeiten, wo auch Davids Zuversicht ins Wanken geriet, aber grundsåtzlich stand çber seinem Leben, çber jedem seiner unterschiedlichen Lebensabschnitte die Gewissheit darçber, was er vor Gott war. Diese Gewissheit muss wachsen, bis sie auch unser Herz regiert, wenn wir den Auftrag unserer Generation erfçllen sollen. Weiter sprach Gott: ¹Er soll davon çberzeugt sein, dass ich ein Gott bin, der auf der Erde fçr Recht und Gerechtigkeit sorgt. Und an dem habe ich Gefallen.ªAuch wenn Gott richtet, offenbart er sein Herz, weil er zur Seite råumt, was der Liebe im Weg steht. Er wird kein schweigender Zeuge oder distanzierter Beobachter sein. Passivitåt und Isolation gehæren nicht zu seinem Wesen. Er besteht auf aktiver, leidenschaftlicher Teilnahme an unserem Leben. Er wird mit Gericht eingreifen, wenn dem zårtlichen Kuss der innigen Verbundenheit, die wir mit ihm haben kænnen, etwas im Wege steht. Er wird nicht zulassen, dass die Beziehungen, die er so wertschåtzt, unterbrochen werden. Er ist ein gerechter Gott, und er will uns nicht nur Milliarden Mal vergeben, sondern uns ihm selbst åhnlich machen, indem er uns einlådt in eine innige Beziehung mit ihm.
Die Krise: eine falsche Sicht Gottes Stellen Sie sich diese groûe Tragædie vor: Eine Frau geht seit vierzig Jahren ihren Weg mit Gott, sie ist errettet, erlæst und folgt Jesus nach. Sie kommt bei der Auferstehung vor den Thron und erkennt zum ersten Mal, was sie verpasst hat. Sie
Eine Generation nach Gottes Herzen / 27 fçhlt Welle auf Welle von Freude, die vom Sohn Gottes her flieût, und sagt sich: ¹Ich håtte von diesem Brunnen geistlicher Freude jeden Tag auf Erden trinken kænnen. Ich håtte nur einfach seinem Herzen und seiner Schænheit begegnen mçssen. Das Leben wåre so viel besser gewesen! Alles håtte sich veråndert, und ich håtte so viel mehr geschafft.ª Viele wie sie verbringen ihre Tage auf Erden in dem Glauben, Jesus sei hart, nicht herzlich, wçtend, nicht glçcklich, und distanziert, nicht voll zårtlicher Zuneigung. Wenn sie ihn dann schlieûlich so sehen, wie er in Wahrheit ist, werden sie von Herzen bedauern, ihn auf der Erde nicht radikal gesucht zu haben und die Frçchte, die çberwåltigende Freude, nicht geerntet zu haben. Meine Lieben, wir mçssen nicht warten, um diese tiefe Freude zu erleben! Gott hat bestimmt, dass der Mensch sie schon in diesem Leben erleben soll! Ja, ich behaupte, dass es uns gar nicht freisteht, so fortzufahren wie Generationen vor uns, ohne eine veråndernde Offenbarung von Gottes Herzen. Angesichts des sich auftçrmenden Drucks am Ende der Zeiten kænnen wir es uns gar nicht leisten, nicht von den Freuden seines Herzens zu trinken. Unser Leben muss çberflieûen von ståndigen Freudenrufen: ¹O Gott, das ist zu gut, um wahr zu sein; es ist zu herrlich, als dass es wirklich passieren kænnte. Aber es ist wahr! Weit çber meine Hoffnung hinaus!ª Wir wollen, dass diese Zeugnisse der Anbetung jetzt, nicht erst in der Ewigkeit, aus unserem Geist flieûen. Wir brauchen unbedingt Herzen, die in der çberragenden Liebe, die aus einer anderen Welt kommt, verankert sind und gehalten werden. Die gegenwårtige Krise im Leib Christi, in der viele Menschen die Liebe Gottes nie erleben, stammt aus einer falschen Sicht Gottes. Statt einen Gott, der voller Zårtlichkeit, Freude und Sehnsucht ist, stellen sich Christen einen Gott vor, der ihnen gegençber feindselig eingestellt ist. Das wirkt sich auf jeden Aspekt ihrer Begegnung mit ihm aus. Was heiût das praktisch? Wenn Sie jemandem begegnen mçssen, der Sie offensichtlich nicht mag, Sie fçr einen Heuchler hålt oder Ihnen viele Vorwçrfe macht, sind Sie innerlich auf der Hut und verschlossen. Sie kænnen sich nicht
28 / Nach dem Herzen Gottes entspannen. Sie zåhlen die Minuten und freuen sich auf den Moment, wo Sie der Gegenwart dieser Person wieder entfliehen kænnen. So leben und beten viele Leute in Gottes Volk. Sie heben die Hånde und Stimmen, sind dabei innerlich auf der Hut und haben ein verschlossenes Herz. Das ist eine erstaunliche und traurige Aussage, aber die meisten Christen, die ich kenne, versuchen, ein hingegebenes Leben der Heiligkeit zu fçhren, wåhrend Sie Gott als hart und bedrohlich ansehen. Sie sind nicht ihn der Lage, ihn mit offenem Geist anzubeten, weil sie sich innerlich von ihm als hoffnungsloser Heuchler abgelehnt fçhlen. Vielleicht wçrden diese Leute andere Wærter benutzen, um diese Realitåt zu beschreiben, aber der Schmerz ist derselbe. Vielleicht haben auch Sie ihn verspçrt. Vielleicht singen Sie, tanzen, sprechen in Zungen und beten fçr andere, aber Sie tun es mit einer verriegelten Herzenstçr und an Ihrem Geist hångt ein Schild ¹Bitte nicht stærenª. Sie kommen vor Gott, wie Sie jemandem gegençbertreten, der Sie verachtet. Diese verbreitete Sicht von Gott fçhrt zu Kirchen voller Christen, die sich verdammt fçhlen. Sie sind wie Maultiere, die Riesenlasten von Verdammnis auf ihrem Rçcken herumschleppen. Sie sehen sich als Gefangene auf geistlicher Bewåhrung, und sie bemçhen sich sehr, sich am Riemen zu reiûen. Selbst in der Anbetung verhandeln Sie im Stillen mit Gott: ¹Gib mir noch eine Chance, und ich verspreche, ich werde nie wieder um etwas anderes bitten. Vergib mir noch einmal, und ich will nie wieder so sçndigen.ª Ståndig versuchen sie eine liebevolle Motivation in Gottes Herz zu schaffen. Meine Lieben, Sie und ich kænnen kein Argument vorbringen, das gut genug wåre, um Gottes Gefçhle uns gegençber zu veråndern! Seine Emotionen sind fest und werden sich nicht åndern. Es ist albern zu denken, wir kænnten ihn dazu bringen, uns zu lieben, aber genau so leben viele Menschen ± auf der ¹falschenª Seite von Gottes Gefçhlen. Dagegen gibt es ein Mittel, aber zuerst mçssen wir den Zustand des Leibes Christi realistisch einschåtzen. Auf der ganzen Welt leben heutzutage viele Christen in geistlicher Untreue. Das ist fçr niemanden ein Geheimnis, der sich den Zustand der Gemeinden ehrlich ansieht. Diese Krise der Ab-
Eine Generation nach Gottes Herzen / 29 trçnnigkeit stammt aus dieser falschen Sicht von Gottes Herzen. Aber in diese Dunkelheit sendet der Herr sein Wort durch den Propheten Jeremia: Kehr um, abtrçnniges Volk, denn ich bin immer noch dein Herr! [engl. Orig.: Ich bin mit dir verheiratet. ...] Dann setze ich wieder Kænige [engl. Orig.: Hirten] çber euch ein, die euch weise und verståndig regieren, so wie es mir gefållt. Jeremia 3,14-15 Hfa
Was will Gott gegen die Abtrçnnigkeit seiner Kinder unternehmen? Alle verprçgeln? Noch eine Wirtschaftskrise schicken? Lånder unter çberraschenden militårischen Angriffen leiden lassen? Unheilbare Krankheiten verbreiten? Nein, Jeremia prophezeite, dass Gott in den letzten Tagen sein Volk veranlassen wird, von ganzem Herzen zu ihm zurçckzukehren, indem er unsere Beziehung zu ihm als die zu einer geliebten Braut offenbart. Diese packende Wahrheit wird ausreichen, um die Gemeinde aus ihrer Lethargie aufzurçtteln. Diese gewichtigen Worte wird der Herr durch seine Propheten ausrufen: ¹Kehrt um ..., denn ich bin mit euch verheiratet.ª Dies ist die hæchste Art, wie Gott Menschen die Kraft gibt, von ganzem Herzen in Heiligkeit mit Jesus durchs Leben zu gehen. Er hålt uns nicht unter der Knute, sondern fçhrt uns in unsere Ehebeziehung mit Gott ein. Er lådt uns ein, unseren Geist mit dem Verståndnis von ihm als unserem Ehemann zu fçllen, dem, der immer barmherzig, froh, zårtlich und wunderschæn ist. Er fçhrt uns auf eine Reise, auf der wir die Kraft dieser Realitåt in unserem eigenen Sein erleben kænnen. Und dann, als Ausfluss unserer persænlichen Begegnung mit ihm, werden wir unsere Abtrçnnigkeit aufgeben, anderen verkçnden, wie er ist, und sie dahin fçhren, ihrerseits diesen faszinierenden, die Nåhe liebenden Bråutigam Gott zu erleben.
30 / Nach dem Herzen Gottes
Gottes Verheiûung: Hirten nach Gottes Herzen Nachdem Gott uns auffordert, zu ihm zurçckzukehren, weil er mit uns verheiratet ist, und uns einlådt, in zuversichtlicher Liebe und mit ganzem Herzen ihm nahe zu kommen, verheiût er Folgendes: Dann setze ich wieder Kænige [engl. Orig.: Hirten] çber euch ein, die euch weise und verståndig regieren, so wie es mir gefållt. Jeremia 3,15 Hfa
Tatsåchlich sagt er damit: ¹Ich werde Månner und Frauen berufen, die diese geistliche Realitåt erfahren: In seinem Herzen ist Gott unser Bråutigam. Diese Offenbarung wird wie ein Fluss in jenen Hirten flieûen, und in der gewaltigen Kraft dieser Offenbarung werden sie leben. Dann werden sie die Kirche damit speisen.ª Jetzt richtet der Herr Månner und Frauen nach seinem Herzen auf, wie David, und er gibt sie der abtrçnnigen Gemeinde zum Geschenk, damit diese ihm wieder von ganzem Herzen folgt. Passen Sie gut auf, damit Sie diesen Tag kommen sehen. Der Herr hat auch verheiûen, der Gemeinde der Endzeit Hirten nach seinem Herzen zu geben ± Månner und Frauen, alt und jung, die dieser Realitåt fçr sein Volk Ausdruck verleihen: Gott ist der Bråutigam. Es wird bald geschehen. Gott hat erklårt, er werde Diener berufen, die seinem treulosen Volk diese gute Nachricht sagen wçrden. Sie werden sie aus einer tiefen, unleugbaren Offenbarung heraus verkçnden und die Menschen mit dem Wissen çber Gottes Herz speisen. Ihr Auftrag wird es sein, das Volk Gottes auszurçsten, so dass es die Bedeutung der Ehe mit Gott versteht. Daniel hat das mit diesen Worten vorhergesagt: ¹Weise und Verståndige [bezçglich des Herzens Gottes] aus dem Volk werden vielen den richtigen Weg zeigenª (Daniel 11,33 Hfa). Jeremia prophezeite, dass Gott Hirten nach seinem Herzen aufrichten wçrde, ungefåhr im Jahr 600 v. Chr. Der Herr machte Anleihe an seiner eigenen Formulierung, die er ursprçnglich etwa 400 Jahre zuvor fçr einen jungen Gitarrespie-
Eine Generation nach Gottes Herzen / 31 ler in den Hçgeln hinter Bethlehem verwendet hatte. Gott sagte zu Samuel, David sei ein Mann nach seinem Herzen (1. Samuel 13,4). Gott bezeichnete David so, nicht der Prophet. Samuel çberbrachte die Post, aber die Botschaft war vom Herrn selbst, und sie lautete: ¹Das Herz dieses Jungen ist wie meines. Ich werde ihn groûartig gebrauchen.ª Etwa 400 Jahre spåter wiederholte Gott seine frçhere Erklårung çber David, indem er dem Propheten Jeremia mitteilte: ¹In der Endzeit werde ich Menschen wie David aufrichten, Menschen, die auch Hirten nach meinem Herzen sein werden. Dies wird sich im Leben von sehr vielen Hirten in allen Vælkern der Erde erfçllen.ª Fçr uns bedeutet das, dass Davids Herz nicht nur seine Person betraf. Vielmehr war er eine lebendige Prophezeiung des Heiligen Geistes an die Hirten der Generation, in der Jesus zurçckkommt. Diese Realitåt wird sich am Ende der Zeit weiter und tiefer verbreiten als zu irgendeiner anderen Zeit in der Geschichte, weil er sich selbst als Bråutigam offenbaren wird. Nicht einmal David verstand sich als Braut Christi. Nach dem, was die Schrift berichtet, ist der erste Prophet mit der Botschaft von der Braut Christi Hosea, ungefåhr 750 v. Chr., etwa 250 Jahre nach David. Das heiût, dass wir eine Offenbarung haben, die weit çber das hinausgeht, was David im Herzen Gottes sah. Die Hirten der Endzeit werden den gleichen Charakter wie David haben, Gott als Bråutigam aber besser verstehen. Dies ist es, was der Herr in unseren Tagen tut. Der Heilige Geist beruft Hirten, um Gottes Volk zu lehren, nach seinem Herzen zu leben. Sie werden andere mit der Realitåt speisen, der sie begegnen, indem sie selbst Gott vorbehaltlos nachfolgen. Sie werden nur deshalb fçr andere Hirten sein kænnen, weil sie sich selbst dem Groûen Hirten ganz und gar ergeben haben. Einige dieser Hirten werden durch Predigen leiten, andere durch Schreiben, Singen oder andere Fåhigkeiten und Talente. Manche werden es in Jçngerschafts-Einzelanleitung tun und Zeit damit verbringen, den Glauben jçngerer Christen in einer geistlichen Beziehung aufzubauen. Manche werden es im Kontext ihres Geschåfts oder ihrer Arbeitsstelle tun. Vielleicht sind Sie berufen, Hirte zu sein, sich um ein viel
32 / Nach dem Herzen Gottes besseres Verståndnis der Persænlichkeit Gottes zu bemçhen, um die Wahrheiten, die Sie entdecken, an andere weiterzugeben. Ich ermutige Sie, spezifisch darçber zu beten. In diesen letzten Zeiten kann man es sich nicht leisten, die eigene Berufung zu verpassen. Als individuelle Glåubige stehen wir in zwei Positionen bezçglich Gottes Einladung an uns. Wir mçssen zunåchst unseren eigenen Geist mit den Wahrheiten des Herzens und der Persænlichkeit dieses Bråutigam-Gottes fçttern, und dann werden wir als Hirten im Leib Christi aufstehen kænnen, um anderen Nahrung zu geben. Wir kænnen anderen nicht zu essen geben, wenn wir uns nicht erst selbst ernåhren. Deshalb mçssen wir uns eindeutig darauf ausrichten, persænlich zu entdecken, wer Jesus in all diesen Dimensionen seines Bråutigam-Herzens ist. Dazu gehært auch der Einsatz von Zeit und Kraft, um dieses neue Paradigma von Gott zu verstehen. An einem bestimmten Punkt in diesem Prozess werden wir ausgerçstet, andere Glåubige zu fçhren, die ihren Prinzipien untreu sind. Wir werden sie an die Hand nehmen und ihnen den Weg zur befreienden und kraftspendenden Begegnung mit dem Wesen unseres Gottes weisen. Den Menschen zu erzåhlen, dass Gott ein Bråutigam ist und wir seine Braut, reicht nicht. Es muss aus unserem Herzen kommen. Durch persænliche Offenbarung muss eine Verwandlung stattfinden. Diese Offenbarung muss ¹ausgepacktª und in mundgerechte Portionen aufgeteilt werden. Hirten mçssen bestimmte Elemente von Gottes Emotionen darlegen, die aus dem Wort Gottes falsch gelehrt wurden. Sie mçssen Menschen ausbilden und ihnen Gottes Emotionen und seine Persænlichkeit langsam nahe bringen, und dann, Schritt fçr Schritt, wie eine Blume im Frçhjahr, wird der Geist der Hærer sich æffnen und veråndern. Wenn Gott viele Hirten beruft, handelt er ebenso wie zu Davids Zeit. Damals geschah es sehr selten, dass der Herr den Menschen durch Worte oder Visionen etwas mitteilte (1. Samuel 3,1). Also, was machte der Herr? Er legte seine Hand auf einen jungen Hirten und offenbarte ihm sein Herz. Welch ein groûes Geschenk fçr jenes Land! Und die Hirten von heute sind ebenso ein Geschenk an den Leib Christi. Der