Rudi Pinke
Nicht von der Welt — doch für die Welt
Rudi Pinke
NICHT VON DER WELT — DOCH FÜR DIE WELT Vorbild Daniel: Unverkrampftes Christsein in einer unchristlichen Umwelt
Copyright © 2004 by Asaph Verlag, D-Lüdenscheid 1. Auflage 2004 Bibelstellen wurden, soweit nicht anders angegeben, nach der Revidierten Elberfelder Bibel, © 1985 Brockhaus Verlag Wuppertal und Zürich, zitiert. Umschlaggestaltung: JOUSSENKARLICZEK, D-Uhingen dms, D-Leverkusen Satz/DTP: Druck: Breklumer Druckerei M. Siegel, D-Breklum Printed in the EU
ISBN 3-935703-45-70 Bestellnummer 147345 Für kostenlose Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an christlicher Literatur, Musik und vielem mehr wenden Sie sich bitte an: ASAPH D 58478 Lüdenscheid -
E-Mail: asaph@asaph.net www.asaph.net
INHALT
Vorwort ....................................................... Seite 7 Einleitung .................................................... Seite 9 Global Player #1 ........................................... Kampf auf zwei Ebenen ................................. Kapitulation des Äußerlichen .......................... Youth with a Faith .......................................... Das Prinzip der integren Mini-Gruppe .............. Die Ohnmacht der Futurologen ........................ Zoom, Zoom, Zoom ......................................
Seite 17 Seite 25 Seite 39 Seite 45 Seite 49 Seite 59 Seite 65
Schlussgedanken ........................................... Seite 71
VORWORT Am Anfang begeistert — nach einigen Jahren routiniert — am Ende enttäuscht: So oder ähnlich beschreiben Christen sehr oft ihren Stand in und ihren Umgang mit einer antigöttlichen Umwelt. Aber das muss nicht so sein. Der Heilige Geist möchte uns immer wieder in die Anfangs-Begeisterung hineinführen, allerdings unter stetigem Zuwachs an „Reife". Reife hat mit geistlichem Wachstum zu tun. Und das geht von unserem wiedergeborenen Geist aus. Wer seinen Geist unter der Anleitung des Heiligen Geistes wachsen lässt, kommt mit den Rahmenbedingungen sozialer, kultureller, wirtschaftlicher Art besser zurecht als der, der sich von den Rahmenbedingungen selbst leiten lässt. Von innen heraus leben, das macht den geistlichen Menschen aus — und macht nach einer Anfangsphase des Einübens auch richtig Spaß. Von äußeren Einflüssen abhängig zu sein führt dagegen zwangsläufig in ein Jo-Jo-Dasein mit vielen Aufs und Abs. Laufen die äußeren Dinge gut, ist man obenauf, laufen sie schlecht, ist man verzweifelt. Am Beispiel von Daniel und seinen Freunden kann man diese Reife eines Christen, der von innen heraus lebt, besonders gut erlernen.
EINLEITUNG Das Buch Daniel ist nicht nur ein Buch interessanter Visionen und Prophezeiungen, es ist nicht nur die alttestamentliche Parallele zum neutestamentlichen Buch der Offenbarung. Es schildert uns nicht nur einen phantastischen menschlichen Lebenslauf, den Gott mit dem Lauf der Weltgeschichte verbindet. Es ist auch eine Studie darüber, wie ein starker Charakter und die persönliche Integrität einem Menschen Standvermögen geben können in Zeiten von Stress, Krankheit und außerordentlichen Belastungen.
Die Frage der Integrität Integrität könnte man übersetzen mit „makellose Persönlichkeit", „Abhängigkeit von einem anerkannten Wertesystem" oder auch als „Status der Reife und Entschiedenheit". Integrität ist etwas sehr Komplexes, wenn wir an unsere eigenen Lebensumstände denken, die uns von Zeit zu Zeit zu schaffen machen. Da werden Entscheidungen fällig. Gerade in der Nachfolge Jesu. Und trotzdem gibt es immer gewisse Ähnlichkeiten und Parallelen zu biblischen Vorbildern. Dem Zeitgeist mal das „Stopp-Schild" zeigen Sei es in den Bereichen Moral, Musik, Mode, Medien oder bei den allgemeinen kulturellen Entwicklungen und dem zeitgeistigen sozialen Verhalten — vielen jungen Menschen fällt es schwer, im entscheidenden Moment einen eigenen Standpunkt einzunehmen, durchzusetzen und gegen den Strom der Allgemeinheit zu schwimmen „Die jungen Milden" ziehen es oft vor sich anzupassen, mitzumachen, immer diplomatisch, versteht sich. Daniel und seine Freunde geben ein exzellentes und nachahmenswertes Beispiel für stabiles integres Verhalten. Daniel wusste, dass er das Richtige tat, und das machte ihn sicher und stark.
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Daniel lebte bewusst Im ersten Kapitel steht die Treue von Daniel und seinen drei Freunden zu Gott im Mittelpunkt. Auch unter schwierigsten Bedingungen bekennen sie sich zum Gott Israels und folgen ihm als Herrn nach. Dafür bekennt sich Gott auch so augenscheinlich zu ihnen, dass das von ihrer ungläubigen Umgebung nicht übersehen werden kann. Daniel: Ein Mann mit Weitblick Das zweite Kapitel berichtet von einem Traum Nebukadnezars, des größten Königs Babylons, und seiner gottgegebenen Deutung durch Daniel. Der Zielpunkt des Traums liegt im zukünftigen Gottesreich, das allen irdischen Reichen ein Ende macht. Ein Wunder Gottes offenbart Daniel sowohl den Inhalt des Traumes als auch seine Auslegung. Daraufhin ehrt der heidnische König den Gott Israels und beschenkt Daniel und seine Freunde. Daniel regt an Das Buch Daniel hat eine große inhaltliche Nähe zum NT. Deshalb sind diese beiden ersten Kapitel gespickt mit prinzipiellen Anregungen, vor allem, was das Leben als Christ in einer unchristlichen Umgebung alles sein kann. Das ist so ermutigend, dass man sich einfach damit auseinander setzen muss. Ein Blick in unser Umfeld Schauen wir doch einfach mal über unsere Gemeindegrenzen hinaus in unser Land hinein: Unsere deutsche Gesellschaft wird zurzeit beherrscht von einer Mixtur aus Untergangsstimmung, Mutlosigkeit und Verzagtheit, vermischt mit etwas Hoffnung auf wegweisende Einsichten, kühne Entdeckungen und Rückkehr des allgemeinen Wohlstands. In diesen Tagen denken wir auch viel über unsere typisch deutschen Tugenden nach und fragen uns, wie und wo wir sie am
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besten einsetzen können. Dass sich vieles grundlegend und dauerhaft ändert, mögen wir uns gar nicht vorstellen. Wir befinden uns aber in einem solch grundlegenden Umschwung, häufig als „Strukturwandel" tituliert. Tugenden hin oder her — und Umschwung, Wandel bedeutet immer auch Unsicherheit.
Gemeinden: Spiegelbild der Gesellschaft Allgemeine Unsicherheit geht auch an uns als Gemeinden und an dem einzelnen Christen nicht spurlos vorüber. Lange Gesichter, Fragen über Fragen und viel Enttäuschung machen sich breit. Dabei ist doch der Gott Daniels auch unser Gott. Er ist derselbe geblieben — gestern, heute und in Ewigkeit. Er bleibt so, während sich fast alles andere verändert. Was fehlt uns, um das anzunehmen? Ist es die Wiederentdeckung der Freude? Was können wir Ermutigendes gegen den allgemeinen Trend setzen? Was können wir von Daniel lernen?
Ein Ruck wird kommen ... Wir stellen viele Fragen und es scheint, dass wir gar keine Antworten wollen. Das geht schon eine ganze Weile so. Es ist wiederum ein Zeichen für diese sehr tief sitzende Verunsicherung. Auf allen Ebenen des gesellschaftlichen Lebens wird ein „Ruck" gebraucht, wie Bundespräsident Herzog es seinerzeit forderte. Aufwachen, sich zusammenreißen, Ziele definieren, Pläne schmieden, aufstehen — so oder ähnlich muss er das gemeint haben. Auch als Christen können wir dem zustimmen.
Statt wegsehen — hinschauen Was kann uns Daniel in solch einer Zeit anbieten? Das erste, was wir von Daniel lernen können, ist Interesse an unserer Umwelt zu finden. Wir brauchen einen scharfen und wachen Blick für die Welt und die Menschen um uns herum, für die
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Entwicklungen in der Gesellschaft. Zu lange dachten wir, wir würden es von einer abgeschotteten Insel der Seligen heraus schaffen. Aber das ist nicht möglich. Die Amish-People und Teile der Mennoniten haben es in Nordamerika und Paraguay versucht und sind in dieser Hinsicht gescheitert.
Erste Lektion Was also lernen wir als Erstes von Daniel? Dass wir uns mit der ungläubigen Gesellschaft, in der wir als Christen leben, mehr als bisher beschäftigen müssen. „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab ..." (Johannes 3,16; Hervorh. von mir). Die Welt lieben wie Jesus heißt die Welt kennen. Und noch etwas sagt uns Daniel. Dass Veränderungen ihre Chancen mit sich bringen, dass jeder Umschwung auch Gutes in sich trägt. Man muss es nur sehen wollen. Deshalb noch einmal zurück zu Alt-Bundespräsident Herzog. Fehlanzeige: der präsidiale „Ruck" Seit Herzogs Mahnung geht es in unserer Gesellschaft scheinbar endlos „rucklos" weiter — ohne rechten Glauben an die Zukunft. Man verändert zwar die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen — hat aber kein Vertrauen auf nachfolgenden Gewinn. Man streitet wie die Kesselflicker um den richtigen Weg, erwartet aber am Ende keinen Konsens. Man macht sich jede Veränderung so schwer, weil man erst gar nicht mit einem Segen rechnet. Zeit, um Echtsein zu lernen Wir befinden uns in einer Zeit, die sensible Wahrnehmung und Unterscheidungsfähigkeit erfordert. Denn: In solchen Zeiten kommt auch viel Echtes und Zukunftsweisendes zum Vorschein. Der Weg zum Echtsein zeigt uns, wer wir wirklich sind. Dann gibt es ganz plötzlich Chancen für uns Christen, Gemeinden, Kirchen — jetzt und zukünftig —, das Evan-
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gelium von Jesus Christus in Kreise der Gesellschaft zu bringen, die bisher verschlossen waren. Weil die Gesellschaft in all ihrer Rationalität so viele Fragen unbeantwortet lässt, werden wir Christen wieder interessant. „Könnte es sein, dass ihr etwas wisst ...?" Das war bei Daniel und seinen Freunden auch so.
Aktuelle Beispiele ... Ich kenne jemanden, der als Personality-Coach seinen Glauben in diverse Chef-Etagen großer Unternehmen trägt. Ganz entspannt, denn dort gibt es ebenfalls viele Fragen, siehe oben. Ich selbst habe die Gelegenheit bekommen, in Behörden über Antisemitismus zu referieren. Das fordert mich zwar sehr heraus, lässt aber Freiräume, das biblische Israel und damit den Glauben an Jesus von Nazareth gründlich zu erläutern. In der vom Casting-Fieber ergriffenen Nation finden sich plötzlich gläubige Künstler wieder, die Gott in die Charts bringen. Werthaltige Musik statt Anarcho-Pop. Und in Berlin bringen Gebetsfrühstücke der Abgeordneten aller Fraktionen die Frage nach einer gottgefälligen Politik auf. Schließlich: Christliche Fernsehprogramme boomen wie nie zuvor und sind stramm auf dem Vormarsch in die besten Sendezeiten hinein. ... mit Mini-Vorgaben Wenn wir denn hinter der allgemeinen Unsicherheit solche Chancen wahrnehmen, sind wir schon mittendrin — statt nur Beobachter zu sein. Man muss nur ein bisschen aufgeweckt sein, um Chancen zu entdecken. Näheres dazu findet sich
auch in den folgenden Kapiteln. In der Gesellschaft einen Platz einnehmen In den gesellschaftlichen „Schrott" mal schnell das aufkommende „Tier" aus Offenbarung 13 hineinzupredigen, dazu
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ein paar beiläufig hingeworfene Bibelstellen zum Thema Homosexualität und Abtreibung — das scheint mir nicht in jedem Fall der richtige „aufgeweckte" Stil zu sein. Das ist eher mit einer Art Einbruchsdiebstahl zu vergleichen: Zutritt zum Herzen erzwingen gegen den Willen der Betroffenen. Ich sage nicht, dass es grundsätzlich falsch ist, auch klare Worte zu gebrauchen — aber alles zur richtigen Zeit. Auch die gesellschaftlichen Stippvisiten wie sporadische Straßeneinsätze muten oft an wie geistliche Pflichtübungen. Als solche umweht sie aber keine sonderlich vertrauenserweckende Aufbruchsluft. Für einen dauerhaft guten kommunikativen Umgang mit dem postmodernen Menschen unserer Gesellschaft brauchen wir aber vor allem Vertrauen. Ausdauernd sein, Vertrauen bilden, Mut machen, „Gunst beim ganzen Volk suchen und finden" — und das in einer Sprache, die die Welt verstehen kann
Weg vom Anklagen Wir erkennen das Sterben des Hergebrachten, sind geschockt über Moral- und Werteverfall. Uns ärgert einiges an dieser Gesellschaft. Aber beim Ärgern dürfen wir nicht stehen bleiben. Gott ärgert sich nicht, er will helfen. Ausgerechnet durch uns. Also brauchen wir Nähe zu ihm: „Gott, was willst du, was tust du, was sagst du?" Wir müssen seinen Willen kennen, so wie Daniel. Nicht buhlen und nicht anbiedern Wir fragen uns: Was dürfen wir an Zugeständnissen machen und was nicht? Wie weit können wir der Welt entgegengehen, ohne Gefahr zu laufen, von ihr geschluckt zu werden? Wie weit können wir unsere Hände ausstrecken, ohne dass sie besudelt werden? Wie weit können wir uns mit ihr freuen, ohne dem Haushalt unseres Vaters im Himmel Unehre zu machen (siehe 1. Johannes 2,15)?
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Wir haben alles Zudem behindern wir uns durch unser „Drehen um uns selbst". Nicht selten verlieren wir dabei die ratlosen Menschen um uns herum aus den Augen. Das Leben höherer Ordnung, das die Bibel uns verheißt und zur Weitergabe befiehlt, haben wir meist selbst erst in kleinen Portionen ergriffen — jedenfalls fehlt uns häufig die Vollmacht in die allgegenwärtigen Katastrophen hinein jubelnd die Arme hochzuwerfen und mit Leib und Seele den Geist Jesu Christi als „mitten unter uns" auszurufen. Das beste Evangelium, das es je gab Andererseits weigern wir uns auch standhaft, der Welt ihre Taschenspielertricks und ihre Kreuzzugs-Mentalität vorzuhalten, wenn es z. B. um die Durchsetzung höchst fragwürdiger Sonderinteressen kleiner Grüppchen geht, wie etwa das Adoptionsrecht homosexueller Paare. Damit signalisieren wir entweder Feigheit oder Gleichgültigkeit. Stattdessen ziehen wir uns lieber auf unser frommes Inseldasein zurück. Dabei sind wir gerufen, einzusteigen in das Chaos und jeden offenbarenden Beweis zu erbringen, dass denen, die Gott lieb haben, alle Dinge zum Guten gereichen. Wir können doch leuchten — oder? Fassen wir zusammen: Wir haben den Traumberuf des Lichtund Salzbringers erwählt. Fein. Aber wir bleiben entweder auf unseren Beständen sitzen oder wir benehmen uns wie ein Würstchenverkäufer auf dem Fischmarkt. Wie kriegen wir göttliches Licht/Salz in das wahnwitzige Geschehen der Welt von heute, so dass die Menschen uns glauben und zur Ruhe in Gott kommen? Mit der Bibel in der Hand und dem Ohr am Herzen Gottes. Nur so lernen wir im Licht göttlicher Erkenntnis zu wandeln und zu wuchern, wie uns das verheißen wurde. Und dabei kommt uns Daniel gerade recht.
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Keine Nerven zeigen Mit dem Lichtstrahl Gottes in die Gesellschaft hineinleuchten. Das Salz in jedes Bistro werfen. Ein ganz praktischer Job. „Beleuchter" und „Würzer" Gottes sein. Denn das ist unsere eigentliche Stärke: alles zu haben. Wir leben von der fortlaufenden Offenbarung Gottes, wir haben Licht im Überfluss und können damit die Dunkelheit um uns herum locker ausleuchten. Wir haben Unterscheidungsfähigkeit und Einsicht. Was hindert uns? Unser kirchliches Haus, das noch nicht in Ordnung ist? Entmutigende Erfahrungen? Unsere Nerven? Das alles lässt sich korrigieren. Dazu brauchen wir Vorbilder wie Daniel. Zu Gott hin geschaffen Zu Hilfe kommt uns, dass die menschliche Seele auf Gott hin gemacht ist. Sie will ihn sehen. Sie will Kontakt mit ihm, auch inmitten der großen und kleinen Ereignisse der Gegenwart. Also, in den folgenden sieben Kapiteln gehen wir jeweils einen Schritt in diese Richtung, gelassen, doch begeistert, hoch motiviert die Herrlichkeit Gottes in die Teile der Gesellschaft hinein zu tragen, die Gott uns anvertrauen will.
GLOBAL PLAYER #1 Daniel fing an und sprach: Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit! Denn Weisheit und Macht, sie sind sein. Er ändert Zeiten und Fristen, er setzt Könige ab und setzt Könige ein; er gibt den Weisen Weisheit und Erkenntnis den Einsichtigen; er offenbart das Tiefe und das Verborgene; er weiß, was in der Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht. Dich, Gott meiner Väter, lobe und preise ich, dass du mir Weisheit und Kraft gegeben und mich jetzt hast wissen lassen, was wir von dir erbeten haben; denn du hast uns die Sache des Königs wissen lassen. (Daniel 2,20-23)
Gott ist heute derselbe wie in den Tagen der Bibel Daniel lebte von einer sich selbst bestätigenden Offenbarung in seinem Herzen: Gott ist der Herr der Geschichte. Daran hatte er geglaubt. Und nun hatte dieser Gott ihm den Traum Nebukadnezars mitgeteilt — klar und unmissverständlich —, sodass er ihn weitergeben und damit viele Menschenleben retten konnte, sein eigenes inbegriffen. Sein Herz jubelte und er musste es weitersagen. Nichts geschieht auf dieser Erde, ohne dass Gottes Weisheit, sein Können, seine Macht und seine Güte im Spiel sind. Auch wenn Terror und Ungerechtigkeit um sich schlagen wie wild, gilt diese Wahrheit uneingeschränkt. Das hatte Daniel nicht nur verstanden, sondern er machte diese Einsicht zu seiner Handlungsmaxime.
Gott hat die Kontrolle
Das klingt wie eine Story von einem anderen Stern. Aber Daniel glaubte sie, lebte danach und wurde nicht enttäuscht. Gott ist es, der Könige einsetzt und absetzt, der minutiös die Dauer einer Regentschaft überwacht, er ist die höchste Ins-
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tanz in allem, was menschliches Leben ausmacht. Nicht Bush, Putin, Blair oder Chirac — nein, dieser eine Gott der Bibel.
Was für ein Gott! Von ihm kommt Durchblick und Einsicht. Wenn ein Mensch etwas von den Zusammenhängen und Entwicklungen auf dieser Welt versteht, dann nur, weil Gott es ihm gesagt hat. Denn hinter den Kulissen des Sichtbaren ist mehr los, als unser Verstand wahrhaben will. Gott kennt sich im Sichtbaren und Unsichtbaren aus wie keiner sonst. Er kennt alle guten und bösen Planungen von Menschen und lässt sie sie jeweils nur dann ausführen, wenn sie in seine überlegende Gesamtplanung hineinpassen. Obwohl er selber nur im Licht ist, durchleuchtet er jede Form von Dunkelheit, ohne dass etwas vor ihm verborgen bleiben könnte.
Gott ist nicht begrenzt Auch nicht von Zeit und Raum. Er allein kennt die Zukunft, weil er längst darin lebt. Und er gibt Menschen, die ihn ernsthaft darum bitten, Einblick in verborgene Zusammenhänge. Nicht Zarathustra oder Faith Popcorn — sondern der Gott der Bibel. Daniel fühlt dankbar, dass Gott ihn zum Teilhaber seines Wissens macht. Und damit soll er Gutes tun. Menschen helfen. AUF DEN PUNKT GEBRACHT: Wer die Welt erreichen will, muss Gott kennen und ihn in Beziehung zum Alltagsleben bringen. TIPPS: Das Gottesbild immer wieder schärfen. Den anwesenden Gott im Geist zeichnen, beschreiben. HÜRDEN: fromme Floskeln STÄRKEN: Entspannte, unemotionale Natürlichkeit überwindet weit. SCHWÄCHEN: Druck ausüben, wie etwa: „Komm, lass uns über Gott reden" usw
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DANIELS ERMUTIGUNG
Kläre die Qualität deines Gottesbildes und du hast den ersten Schritt in die Gesellschaft schon vorbereitet. Zweitens: Alle Gaben, alles Wissen werden gegeben, um anderen damit zu helfen, zu dienen, beizustehen und Gott damit zu ehren. Du schaffst das, wie ich, Daniel, es geschafft habe. Der Herr der Dinge Das ist die wichtigste Basis-Botschaft für uns heutige Menschen: Gott ist es, der alle Regierenden, Könige, Staatspräsidenten, auch unseren Bundeskanzler und die Premiers und Spitzenpolitiker aller Nationen ein- und absetzt. Er hat das Sagen. Es ist nicht immer ganz einfach, an dieser Perspektive festzuhalten. Darum müssen wir die Grundüberzeugung, dass unser Gott die Situation zu allen Zeiten souverän im Griff hat, immer wieder neu durchbuchstabieren. Herr, Herr, Herr Ob Che Guevara oder Osama Bin Laden, ob Michael Schumacher oder Lance Armstrong, ob Elton John oder Eric Clapton — über allen steht der Herr. Der eine, der höchste Herr. Auch die beunruhigendsten Situationen, die uns Angst machen, beherrscht Gott ganz souverän. Er kennt alle gesellschaftlichen Mächte, die die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Abläufe bestimmen. Und er ist stärker als all diese Mächte zusammen. Heute und für alle Zeiten. Das ist stark — wirft aber auch ein paar Fragen auf. Daniel: Gottes Stärke in den Alltag bringen Wissen allein bläht auf, auch das Wissen über Gottes überragende Stärke. Gott ist stark und gut. Das ist kein Wunschdenken, sondern eben Tatsache. Eine Tatsache aus der Bibel, dem ewigen Wort Gottes. Wer es liest oder hört und es glaubt, wird es schließlich erfahren. Diese Tatsache will angewendet sein. Am Anfang in ganz kleinen Schritten. So ein Mini-
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Schritt fängt in Gedanken an, wendet sich gegen Hast und Unruhe und bringt Frieden. Da ist einer, der kommt nie zu spät, der macht immer alles gut und richtig.
Wir brauchen den Heiligen Geist, den Herrn Jetzt kommt die Stunde des Heiligen Geistes. Wir leben in seiner Zeit. Er vertritt Gott und ist selbst Gott. Er wohnt in einem wiedergeborenen Herzen. Er kann alles. Und er allein bringt das Kunststück fertig, uns vollkommene Freiheit zu jeder Zeit zu geben. Wenn er in diesen Prozess des „langen Marsches durch die Institutionen" eingeladen wird, entwickeln sich übernatürliche Resultate: Er bricht da ein, wo er willkommen ist, in jede Unsicherheit und Verzweiflung, in jede Mutlosigkeit, in jede Untergangsstimmung Was wir bisher wissen Gott ist unbeschreiblich. Trotzdem versuchen wir, ihn zu beschreiben. Er hat uns mit Jesus und dem Heiligen Geist alles von sich gegeben, was wir brauchen. Auf der anderen Seite: Wir leben in einem Land, Deutschland, in dem die Sinnfrage immer öfter gestellt wird — selbst in den Charts. Die säkulare Welt hat viele Fragen. Sie will diesen unbeschreiblichen Gott kennen lernen, ihn herausfordern, sich selbst ein Urteil bilden. Dabei braucht sie unsere Hilfe. Die Jünger Jesu wissen die Antworten. Aber sie kennen die Gesellschaft nicht richtig und sprechen ihre Sprache nicht. Doch das wird sich ändern. Das muss sich ändern — und das ist zu schaffen Eine neue Sprache lernen Aus „Machet zu Jüngern" wird „das Kunststück, wirklich frei zu sein". Und aus „Macht euch die Erde untertan und vermehrt euch" wird „von großen Projekten träumen und sie realisieren". Beides meint dasselbe: „Seid fruchtbar" könnte man auch so übersetzen: „In grenzenloser Mobilität die Zu-
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kunft gestalten". Die Gesellschaft will wissen, was Gott kann und will. Was Drogen, Sex, Okkultes, Wahrsagerei, östliche Religionen, Gewalt oder exzessives Leben anderer Art können, hat sie längst schon ausprobiert. Und das hat es nicht gebracht.
Jesus ist die Antwort auf Fragen Fruchtbar sein, heißt die Botschaft des Lichts bringen. Freiheit, Schönheit, Erleben, nicht Gesetze (die gibt es schon im Überfluss). Die Botschaft des Lichts ist die Botschaft des Glaubens. Sie sagt einfach und klar: Da ist einer über uns, der stark und gut ist und das auch unter Beweis stellt. In Jesus Christus, der zu uns Menschen gekommen ist, um uns zu erlösen und uns die Liebe des Vaters zu bringen, sind alle Beweise, dass Gott die Wahrheit sagt. Jeder aufrichtige Mensch auf dieser Erde kann das nachprüfen und wird zu diesem Ergebnis kommen Es gibt keinen anderen Herrn Schließlich besingt Daniel die Ausschließlichkeit Gottes. Das ist immens wichtig. Kein anderer Religionsstifter, keine andere Weltanschauung, nichts und niemand außer ihm, dem Gott Israels, hat diese Machtfülle und Größe. Nur er existiert aus sich selbst. Sie besagt weiter: Unser beschränktes Wissen, unsere Verstandes- und Wissenschaftsgläubigkeit werden getoppt von diesem starken Gott. Jede Vergötterung von menschlichen Idolen wird zur Lachnummer angesichts dieses Gottes. Weltmächte, Medienzaren und Kulturgötter — sie alle müssen unserem Gott die absolute Herrschaft überlassen. Allein diese Fakten verändern jedes Wertesystem. Garantiert. Daniel schaffte die richtigen Voraussetzungen Daniel wusste das alles — und was wichtiger war: Er glaubte das. Er richtete sich danach. Diese Realität bestimmte sein
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Leben und seinen Umgang mit Menschen. Dabei war es ihm egal, ob die Menschen dasselbe glaubten wie er. Er lebte aus seinem Glauben an diesen einen Gott. Er handelte danach. Insofern war er radikal. Das war kein theoretisches Konzept für ihn, das war sein Leben. Gott war sein Leben. Das machte ihn zu einem integren Mann. Gottes einzige Schwäche Noch ein Wort zu schwierigen Fragen: Warum Terror islamischer Extremisten? Warum hunderttausendfacher Mord arabischer Freischärler an unschuldigen Menschen im Sudan? Warum Unglücke und Katastrophen? Warum lässt Gott das zu? Die Antwort: Gottes Schwachpunkt in seinem Konzept mit uns Menschen ist seine Liebe zu uns und seine Sehnsucht nach unserer Liebe zu ihm. Lieben kann nur funktionieren, wenn Liebende einander kennen. Und Liebende müssen frei sein, ja oder nein zu sagen. In diesem Sinne macht sich Gott sogar von Menschen abhängig. Er selbst hat sich entschieden, niemals „nein" zu Menschen zu sagen. Wenn aber Menschen „nein" zu Gott sagen, dann bleibt genug Raum für Hass und Elend. Und danach läuft vieles in unserem Zeitalter ab. AUF DEN PUNKT GEBRACHT: Gottes Absolutheit verstehen und glauben. So ein Glaube begründet ein anderes Wertesystem. Die Welt und ihre Fragen verstehen — und ihr Antwort geben. TIPPS: Zuerst nach allgemeinen Kommunikations-Gelegenheiten über Gott und die Welt Ausschau halten. HÜRDEN: zu theoretisch, zu fromm sein STÄRKEN: aktuelles Wissen zu schwierigen Fragen erwerben SCHWÄCHEN: sich in etwas verrennen und stur bleiben DANIELS ERMUTIGUNG
Den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus als den erkennen, der vital, dynamisch und zielgerichtet Verantwor-
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tung für seine Welt und seine Menschen übernimmt. Er hat die Kontrolle, er herrscht souverän und gleichzeitig fürsorglich — in jedem Augenblick der Geschichte. Sich Christus zuwenden ist der erste Schritt. Eine gute Methode zum Lernen: „Gott hat die Kontrolle — und ich glaube es." Diesen Satz proklamieren, bis man es glaubt. Und wenn man es sich zu eigen gemacht hat: weitersagen.