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Hajo Klรถsel Brich die Macht des Stolzes


Hajo Klรถsel

Brich die Macht des Stolzes Erst die Bescheidenheit, dann die Ehre


Copyright © 2004 by Asaph Verlag, D-Lüdenscheid 1. Auflage 2004 Umschlaggestaltung: ideeal, D-Uhingen Satz: Satz & Medien Wieser, D-Stolberg Druck: Breklumer Druckerei M. Siegel, D-Breklum Printed in the EU ISBN 3-935703-38-4 Bestellnummer 147338 Für kostenlose Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an christlicher Literatur, Musik und vielem mehr wenden Sie sich bitte an: ASAPH D-58478 Lüdenscheid E-Mail: asaph@asaph.net www.asaph.net


Inhalt Dank und Widmung .................................... 9 Vorwort von Rudi Pinke ............................... 11 Vorwort von Ingolf Ellßel .............................. 15 Kapitel 1: Gott widersteht den Hochmütigen ....................... 17 Zur Reflexion des 1. Kapitels ......................... 25 Kapitel 2: Was ist Stolz? ........................................................... Der Ursprung von Stolz ................................. Drei Worte für Stolz .................................... Drei Arten von Stolz .................................... Wie sieht Stolz aus? ...................................... Was bewirkt Stolz? Was nährt den Stolz? .................................... Zur Reflexion des 2. Kapitels ......................... Kapitel 3: Woran erkenne ich Stolz bei mir? ......................... Selbstbezogenheit ....................................... Fordernde Grundhaltung .............................. Auf Probleme fokussiert sein .......................... Gott die Ehre rauben .................................. Überlegenheitsempfinden ..............................

Kritische Haltung

Sarkasmus und Zynismus .............................. Hartes Herz ................................................ Unvergebenheit ........................................... Selbstmitleid und mangelnde Selbstannahme . . . .

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6 / Brich die Macht des Stolzes Rückzug aus Beziehungen ...................................... Menschen gefallen wollen ...................................... Geiz .......................................................................... Unbelehrbarkeit und Starrsinn ............................. Eifersucht und Neid .............................................. Ungeduld ................................................................. Zur Reflexion des 3. Kapitels ................................ Wie geht es weiter? ................................................

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Kapitel 4: Christus entäußerte sich — sieben Schritte der Demut ..................................................................... 89 1. Er machte sich zu einem Niemand ................... 91 2. Er nahm die Gestalt eines Dieners an ............... 94 3. Er wurde ein Mensch .......................................... 95 4. Er war ein ganz normaler Mensch ..................... 95 5. Er war demütig .................................................. 96 6. Er starb wie ein Mensch ...................................... 97 7. Er starb wie ein Ausgestoßener ......................... 98 Der Entäußerung folgt die Erhöhung ................... 99 Die Probe machen .................................................. 103 Zur Reflexion des 4. Kapitels ................................ 107 Kapitel 5: Ein Leben in der „DIN-Norm" ............................. 109 Die Abhängigkeit von Gott als größtes Glück genießen ..................................................................... 109 Die DIN-Norm ....................................................... 112 Ein biblisches Beispiel: Josef, ein Diener ............. 120 Acht Zeichen der Dienstbereitschaft ................... 130 1. Ein Diener dient mit Freuden. ......................... 130 2. Ein Diener fragt nicht: „Und was springt da für mich heraus?" .................................................... 131


Inhalt I 7

3.Ein Diener schaut immer nach Möglichkeiten aus, um zu dienen. .................................... 131 4.Ein Diener dient auch dann, wenn es nicht gesehen wird. ........................................... 132 5.Diener haben göttlichen Eifer. .................... 134 6.Ein Diener dient unabhängig vom Status der Person, der er dienen soll. .......................... 134 7.Ein Diener lehrt Menschen Selbstwert und Kühnheit .................................................. 135 8.Ein Diener segnet und freut sich darüber, wenn andere gesegnet werden. ............................ 135 Zur Reflexion des 5. Kapitels ......................... 137 Kapitel 6: Ein Schritt heraus aus dem Stolz — Vergebung leben ...................................................................... Aus dem Gefängnis herauskommen ................ Folgen von Unversöhntheit: Herzenshärte und Gottesdistanz .............................................. Die stärkste Kraft des Universums .................. Zur Reflexion des 6. Kapitels .........................

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Erfahrungsberichte — „Was hat die Entstolzung mir gebracht?" ................................................. 151 Literaturhinweise ......................................... 157


Dank und Widmung Dieses Buch ist aus einer Predigtserie in der CCR-Gemeinde in Duisburg entstanden. In dem Prozess der Entstehung des Buches haben etliche Leute ganz intensiv mitgearbeitet. Einige seien hier erwähnt - meine Frau Ruth, Markus Müller, Andrea Neuhaus, Sandra Mengede, Brigitte Belau, Carola Kieker, Lothar Kranzkowski (mein Pastorenkollege aus Bückeburg), Anne Schröder u. a. m. Der CHARISMA-Herausgeber Gerhard Bially hat die Reflexionsfragen am Ende eines jeden Kapitels formuliert. Euch allen ein dickes „Dankeschön"! Mein Gebet ist es, dass viele Leser durch die Verinnerlichung dieser Botschaft zu feurigen und authentischen Jesus-Nachfolgern werden. Ich widme dieses Buch der neuen Generation von radikalen Jesus-Nachfolgern. Duisburg, im Februar 2004 Hajo Klösel


Vorwort von Rudi Pinke Alle Christen, Leiter und Nichtleiter, haben neben dem Glauben an Christus noch etwas gemeinsam: die inneren Kämpfe, Siege und Niederlagen in Bezug auf den Erz-Feind „Stolz". Und viele von uns wünschen sich „mehr Licht", „mehr Erkenntnis", um dauerhaft persönlich aus dem Würgegriff des Stolzes herauszukommen. Dabei ist Stolz kein Gentleman-Delikt, sondern als Mutter aller Rebellion gegen Gott so etwas wie die Wurzel aller Sünde. Was so sehr nervt, ist die Tatsache, dass sich Stolz immer und überall, mit und ohne Vorankündigung, oft in der verletzlichsten und heikelsten Situation zeigt. Direkt und unverhohlen, aber auch sorgsam hinter demütigen Fassaden versteckt, in mitleiderregenden Armenkleidern oder in machohafter Aufdringlichkeit — Stolz tritt in scheinbar grenzenloser Vielfalt auf. Und keiner von uns ist sicher davor. Wenn wir nicht aufpassen und lernen richtig umzugehen mit diesem „Ungeheuer", kann uns das geistlich Kopf und Kragen kosten. Eine große Zahl von zusammengebrochenen Diensten mahnt uns: Der Stolz muss unschädlich gemacht werden. Patentrezepte und punktuelle Freisetzungsgebete dürften nicht in allen Fällen ausreichen. Wie gut, wenn einer der bewährten und bekannten Leiter im Land sich mit gründlicher (biblischer) Recherche und der gesammelten seelsorgerlichen Kompetenz vieler Jahre an das Thema heranwagt. Hajo Klösel hat schon mehrere heiße Eisen als Autor angepackt. Die klare und ausführliche Gliederung in kleine überschaubare Einheiten macht es auch diesmal dem Leser


12 / Brich die Macht des Stolzes leicht, sich zunächst in individuell angemessener Weise dem Thema zu nähern. Der klare Bezug auf Christus und seinen dauerhaften Sieg über alles Stolze regen zudem dazu an, Jesus auch hier leidenschaftlich nachzueifern. Fazit: Es gibt einen einzigen Weg aus Stolz heraus — und der wird hier konsequent aufgezeigt. Viele Leiter tun sich schwer, mit Erfolgen richtig umzugehen. Und die weniger Erfolgreichen tun sich umgekehrt oft genauso schwer, dem Stolz die kalte Schulter zu zeigen. Es mangelt oft an Wahrhaftigkeit und dem Bewusstsein der Abhängigkeit von Christus. Was beide Personengruppen umtreibt und unweigerlich zu massiven Verletzungen in ihrem Umfeld führt, ist Stolz. Auch längst unter Kontrolle geglaubter Stolz meldet sich bei anstehenden Veränderungen urplötzlich zurück. Wenn wir uns bewusst machen, dass das Übel dahinter oft mit nicht völlig akzeptierter Vergebung zu tun hat, folglich ein Hinweis auf eine RestSelbsterlösung sein kann, sind wir nicht selten geschockt. Der Autor widmet sich unnachgiebig der Frage: Was ist zu tun, um dieses Übel dauerhaft in den Griff zu bekommen? Dabei untersucht er auch die für uns Deutsche so typischen „nationalen" Stolz-Attitüden. Da Hajo Klösel eine umfassende Reich-Gottes-Perspektive hat, geht er nicht nur auf den persönlichen Stolz, sondern auch auf den Stolz ganzer Gemeinden, Gemeinschaften und Werke ein. Wer Ernst machen will und sich entscheidet, dem Stolz in seinem Leben den Kampf anzusagen, der findet eine ganz wertvolle Hilfe in der vorliegenden Arbeit. Ich wünsche mir, dass viele von uns dadurch angeregt und befreit werden. Denn weniger Stolz in unseren


Vorwort von Rudi Pinke I 13 christlichen Reihen, im Umgang miteinander — das kann den lang ersehnten Durchbruch zur Einheit nur begünstigen. Wenn Gottes Geist gerade jetzt intensiv über den deutschsprachigen Ländern „brütet", dann wird es höchste Zeit, sich richtig von ihm positionieren zu lassen. Dann aber sind wir nicht mehr unser eigener Herr, sondern eingefügte Bausteine im Bauwerk unseres Herrn. Stolz wäre hier das größte Hindernis. Ich wünsche deshalb diesem Buch, dass es auch zur freiwilligen gegenseitigen Unterordnung seinen wichtigen Beitrag leistet. Rudi Pinke Frankfurt a. M., im November 2003


Vorwort von Ingolf Ellßel Mit großartiger Sorgfalt schreibt der Verfasser über ein Thema, das vielen Christen bei Nichtbeachtung die Vollmacht Christi raubt. Stolz ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein Einfallstor dämonischer Mächte. Es geht hier um eine Zaubereisünde, die der Rebellion gleicht und alle Gnadenzuwendungen Jesu verhindert. Wohl kaum eine Fehlhaltung in einem Christen ist undurchsichtiger als diese und bedarf umfassender Aufklärung und dringender Bewusstmachung. Pastor Hajo Klösel schließt mit diesem Beitrag eine klaffende Lücke im christlichen Buchmarkt und legt alle subtilen Details schonungslos, doch liebevoll und hilfreich offen, damit Christen nicht aus Mangel an Erkenntnis zugrunde gehen. Hajo ist mir seit 1977 aus unserer gemeinsamen Studienzeit im Theologischen Seminar Beröa (BFP) wohl bekannt. Prädikat „wertvoll". Ingolf Ellßel, Präses im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden Tostedt, im September 2003


Kapitel 1

Gott widersteht den Hochmütigen Zu Beginn des 21. Jahrhunderts brauchen wir Gott mehr als je zuvor, denn unsere Nation steht auf der Kippe: Vor über dreißig Jahren standen Menschen in dieser Nation auf, Menschen mit einem humanistischen Geist, einem stolzen und rebellischen Geist. Diese so genannte 68er-Generation startete eine Kulturrevolution. Ihr Ziel war es, alle Bereiche unserer Gesellschaft, alle Institutionen zu durchdringen — und die Folgen davon müssen wir und unsere Kinder heute ernten: • Die Ehescheidungsrate verdoppelte sich in dieser Zeit. • Die Selbstmordrate unter Teenagern hat sich verdreifacht. • Die gewalttätige Kriminalität hier in Deutschland ist inzwischen viermal so groß. • Die Zahl der im Mutterleib getöteten Babys hat sich verzehnfacht. • Elfmal mehr Paare leben nicht-ehelich zusammen — und das Ende dieser Entwicklung ist noch nicht in Sicht. (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2000) Aber auch die Gemeinde Jesu steckt am Anfang des 21. Jahrhunderts in Deutschland in einer moralischen, geistigen und geistlichen Krise. Über Jahrzehnte hat sie sich treiben lassen von einem selbstsüchtigen Lebens-


18 / Brich die Macht des Stolzes stil — Weltlichkeit ist eingezogen, und die Gemeinde bezahlt heute den Preis dafür. Jahre von faulen Kompromissen und „zahnloser" Evangeliumsverkündigung zeigen ihre Auswirkungen. Ich habe den Eindruck, dass wir als Gemeinde Jesu „ja nicht anecken" wollten. Dabei ist die Bibel, besonders das Alte, aber auch das Neue Testament, sehr eckig, sehr kantig. Viele „Kanten" sind leider in den gebräuchlichen Übersetzungen verloren gegangen. Die Einzigartigkeit und Gewaltigkeit des Kreuzes, die Schärfe des Blutes Jesu und die Auswirkung der Auferstehung Jesu sind in den Gottesdiensten kaum noch gepredigt worden. Als Jesus seinen öffentlichen Dienst begann, wurde er von Gott mit Kraft und Heiligem Geist gesalbt. Wo immer Jesus hinging, heilte er souverän Menschen, die vom Teufel bedrückt waren, denn Gott war mit ihm (siehe Apostelgeschichte 10,38). Dieser Jesus, der nun zur Rechten Gottes sitzt, ist heute durch seinen Geist bei uns. Da, wo Jesus ist, geschehen die Taten Jesu, die er während seines öffentlichen Lebens hier auf dieser Erde gewirkt hat. Glauben wir das heute in der Gemeinde Jesu noch? Das Langweiligste, was es überhaupt gibt, ist, wenn Jesus im Gottesdienst gar nicht zum Zuge kommen kann. Wenn es heißt: „Ja, vor 2000 Jahren oder vor 150 Jahren oder vor 30 Jahren, da ..." — Wir wollen den lebendigen Jesus heute erleben! Satan hat natürlich allergrößtes Interesse daran, dass der Leib Christi gesellschaftlich akzeptabel und „eckenfrei" wird. Denn immer, wenn die Gemeinde Jesu derart gesellschaftlich akzeptabel wird, oder in dem Augenblick, in dem wir anfangen, den Leib Christi zu institutionalisieren, zieht sich der Heilige Geist zurück. Der Tod breitet sich dann auf allen Ebenen aus.


Gott widersteht den Hochmütigen / 19 So wird die Gemeinde Christi zu einem kraftlosen religiösen System. Der Teufel versucht, die Christen einzulullen. Seine Hauptstrategie ist, eine Form der scheinbaren Gottseligkeit in die Gemeinde Jesu hineinzubringen, die die Kraft Gottes verleugnet. Er versucht, die Wucht der Sünden abzufedern und zu verharmlosen. Oder er verführt Christen dazu, religiös stolz zu werden. Dieser Stolz hat eine bestimmte Funktion: Menschen in der Weise zu verblenden, dass sie gar nicht erkennen, dass sie stolz sind. Sie sagen dann zum Beispiel: „So schlecht bin ich doch gar nicht. Ich bin doch okay." Was wir okay finden mögen, reicht aber nicht in Gottes Augen. Der Stolz der Christen weist uns meiner Meinung nach auf das Hauptproblem Deutschlands hin. Ich bin dankbar, Deutscher zu sein. Vieles von dem, was Gott den Deutschen gegeben hat, ist großartig. Aber ich muss natürlich auch die negativen Dinge, die unsere Nation ausmachen, in gewisser Weise mittragen. Einige sagen, die Hauptsünde dieser Nation sei Stolz; Stolz, der schon von unseren Vorfahren her fest in unserer Nation verankert ist. Ein augenfälliges Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Hitler erklärte die „arische Rasse" zur „Herrenrasse" und Millionen von Menschen sangen aus tiefster Überzeugung: „Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt. — Am deutschen Wesen soll die Welt genesen. "Am Wesen Jesu wird die Welt genesen, aber doch keinesfalls am deutschen Wesen. Wer von sich sagt: „Stark wie Kruppstahl, zäh wie Leder, flink wie Windhunde", ist stolz auf sich selbst. Stolz zu sein, bedeutet unabhängig von Gott zu leben, zu sagen: „Wir schaffen es auch ohne Gott." Dazu sagt die Bibel:


20 / Brich die Macht des Stolzes „Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet über sie!" (Psalm 2,4, REB)

Gott lacht über so viel Stolz. Und in 1. Petrus 5,5 heißt es: „Denn Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade."

Stolz wirkt sich sehr zerstörerisch aus und wir haben nur eine Chance, gegen ihn anzukommen: mit der Gesinnung Jesu, seinem dienenden Geist. Ich bin zutiefst überzeugt: Zurzeit ist es nicht der Teufel, nicht Mammon oder irgendein Dämonenfürst, der Deutschland widersteht. Gott widersteht dem Stolzen. Der, der Deutschland Widerstand leistet, ist Gott selbst. Das, was Gottes errettendes Handeln zurückhält, ist nicht der Humanismus, nicht der Existenzialismus, nicht sonst irgendeine Philosophie. Was Gott zurückhält, ist der Stolz seiner Christen. Die Bibel sagt, dass das Gericht Gottes über diese Nation nicht bei den Nichtchristen anfängt, sondern in der Gemeinde Jesu, indem wir erkennen, wo wir verkehrte Herzenshaltungen haben. 1. Petrus 4,17a stellt fest: „Denn jetzt ist die Zeit, in der das Gericht Gottes bei seiner Gemeinde den Anfang nimmt " (GNB)

Nicht der Stolz der Menschen, die ihn nicht kennen, ist das Unerträgliche für Gott. Das Schlimmste ist für ihn der religiöse Stolz. Wir Christen müssen uns „entstolzen" lassen. Ich habe kein besseres Wort gefunden. Wir brauchen eine „Entstolzung" vom Herrn. Wir müssen


Gott widersteht den Hochmütigen I 21

lernen, wie großartig es ist, nur von ihm und seiner Liebe abhängig zu sein. Stolze Menschen sind nur kurzfristig — wenn überhaupt — „Winner". Sie sind „Sonnyboys", Vorzeigetypen, aber mittelfristig sind stolze Menschen immer „Loser", denn sie bringen sich selbst um so viel Gnade Gottes. Die meisten Christen und die meisten Gemeinden wissen leider gar nicht, dass sie stolz sind. Wir mögen denken: „Es ist doch alles in Ordnung. Ich bin doch nicht stolz. Ich gebe meinen Zehnten, ich gehe regelmäßig zur Kirche, ich versuche nicht schlecht über andere Menschen zu reden ..." Aber Gott sieht hinter die Äußerlichkeiten in unser Herz. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir an einem Punkt der Entscheidung vor Gott stehen: Entweder wir lassen uns wachrütteln, stehen auf und erheben unsere Stimme und handeln, wie Gott es sagt — oder wir werden uns als Leib Christi zu einer historischen Kuriosität entwickeln, zu unbedeutenden religiösen Langeweilern, zu einem unterhaltsamen, aber harmlosen Spektakel. Ich möchte dabei sein, wenn der Heilige Geist Jesus in dieser Nation verherrlichen wird. Bist du dabei? Wenn das geschehen soll, dann müssen wir, du und ich, uns ändern. Wir haben keine andere Wahl. Ich bin überzeugt: Wenn wir auf diese Botschaft eingehen, wenn diese Botschaft über unseren Kopf in unser Herz hineingeht und wir beginnen, wirklich den alternativen Lebensstil, den demütigen Lebensstil zu leben, dann wird es in der geistlichen Welt zu Veränderungen kommen. Wenn wir persönlich in unseren Familien, in unserer Gemeinde, auf dem Arbeitsplatz anfangen, radikal in dem dieser Nation entgegengesetzten Geist zu


22 / Brich die Macht des Stolzes leben — im Geist der Demut —, dann werden wir Veränderungen sehen. Warum? Weil Gott uns nicht mehr widerstehen muss. Plötzlich kommt Gott in einer Art und Weise, wie wir es schon vor zwanzig Jahren erwarteten. Jeder von uns hat noch Anteile von Stolz. Wir brauchen alle die „Entstolzung" durch den Heiligen Geist. Wenn der Heilige Geist uns „entstolzen" darf und wir uns nicht mehr auf das verlassen, was wir so gut können, sondern wirklich dem lebendigen Gott alle Freiheit geben, wird Gott nicht mehr wie durch einen Filter zu uns kommen. Er wird uneingeschränkt und ungehindert kommen Wollen wir das? Jesus ging umher und rief die Menschen hinein in das Reich Gottes, indem er sagte: „Hallo, kehrt um! Tut Buße, denn das Reich Gottes, die neue Gesellschaftsform, die neue Herrschaftsform ist auf diese Erde gekommen und darum, ihr Menschen dieser Erde, kommt in Einklang mit der Schöpfungsordnung Gottes." Wenn wir nicht aufwachen und von unserem eigenen Stolz umkehren und zu Gott rufen, wird dieses Land in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren von Verführten, Ratlosen und Machtmenschen geleitet werden. Wir wollen von Männern und Frauen geleitet werden, die den lebendigen Gott kennen gelernt haben und die sein Wort ernst nehmen. Wir brauchen in der heutigen Zeit eine Jesus-Revolution, eine Agape-Revolution, die in alle Meinungsmacherzentralen der heutigen Gesellschaft hineinreicht. Wir brauchen Menschen, die mit einer neuen Agape-Radikalität auf unsere Gesellschaft einwirken. Wir haben Glauben dafür, dass Christen in der Kraft des Heiligen Geistes in


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die Politik gehen. Wir glauben, dass andere in Kindergärten gehen werden und sagen: „Genug ist genug. Halloween und Karneval — Schluss damit!" Wir fangen wieder an, das Evangelium von Jesus weiterzugeben. Es ist genug, dass in unseren Schulen über Jahrhunderte Humanismus gepredigt wurde und die Menschen dadurch innerlich immer leerer geworden sind. Für diesen neuen Aufbruch ist es notwendig, dass wir Christen uns zuerst vom Stolz befreien lassen, dass wir bereit sind, unser ich-zentriertes Leben niederzulegen. Das ist eine Frage an mich, an dich, an uns als Gemeinde Jesu: Sind wir bereit, für diesen Auftrag, für diese Vision, die Gott gegeben hat, unser Leben hinzugeben und zu sterben? Entweder wir Christen verändern diese Generation mit dem kraftvollen Wort der Liebe Gottes oder diese Generation wird uns verändern. Unsere Nation braucht Gott heute vielleicht mehr als je zuvor. Wir lassen uns nicht länger einreden, es wäre nicht mehr möglich. „Alles ist möglich, dem, der glaubt." Es ist abhängig von unserem Gottesbild: Ist unser Gott lebendig? Ist unser Gott großartig, ist er allmächtig — oder ist er es nicht? Also lautet die Frage: Welchen Gott hast du in dir? Gott ist weitaus mehr als eine Gänsehaut, als Lachen oder das Gefühl von Kraft Ihm dürfen wir nicht widerstehen oder ihn in Frage stellen. Wir dürfen auch nicht versuchen, Gott zu kontrollieren. Zudem ist er weitaus mehr als eine Gabe. Gott ist der omnipotente, der allwissende und der alles in seiner Hand haltende Herr. Er ist nur Liebe. Er hat die Schlüssel für alle Situationen in seiner Hand. Er ist so gewaltig, dass er Deutschland immer wieder Chancen geben wird, sich für ihn zu entscheiden. Jede Krankheit


24 / Brich die Macht des Stolzes und jede Unfreiheit hat er bereits besiegt. Demut ist die Herzenshaltung, nach der die Gemeinschaft mit Gott verlangt. Es wird Zeit, dass wir anfangen unser Leben dem Herrn Jesus aus Liebe wirklich hinzugeben — auch die letzten Bequemlichkeitszonen unseres Seins. Gott sagt in 1. Petrus 5,5: „Legt euch im Umgang miteinander die Dienstschürze um." (nach der Amplified Bible)

Warum? Damit wir anfangen, die Füße des anderen zu waschen, nicht seinen Kopf. Das ist die Gesinnung Jesu. So wird diese Nation verändert werden. Die Revolution, die im Geist beginnt, geschieht nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben. Zuerst werden wir von Gott erniedrigt werden, bis wir endlich sagen: „Aus uns heraus können wir wirklich nichts mehr tun. Wir haben die sechsundzwanzig Schlüssel für den Durchbruch in unseren Städten alle ausprobiert. Aber sie haben den Durchbruch nicht gebracht. Wir konnten zwar ein paar Menschen mehr erreichen, aber nicht die Städte." Darauf sagt der Herr: „Pass auf, jetzt werde ich dich vom Stolz reinigen, jetzt werde ich euch als Gemeinde vom Stolz befreien. Dann werde ich euch einen Weg zeigen, wie Menschen wirklich erreicht werden. Danach werde ich hundert Prozent Ehre bekommen. Ihr werdet euch darüber freuen, dass ich groß bin und hinterher von mir hören: Gute Mitarbeiter, gut gemacht. Geht ein in die Freude eures Herrn." Wollen wir das? Ich sehne mich nach einer neuen Generation von Christen, jung oder alt, fünfundachtzig oder achtzehn, sieben oder siebenundneunzig. Die


Gott widersteht den Hochmütigen I 25 Hauptsache ist, dass sie für Jesus brennen. Machst du dich mit mir auf den Weg? Wir begeben uns jetzt auf einen Weg durch die Bibel, heraus aus dem Stolz. Wir werden, während wir das Wort Gottes lesen, erleben, wie der religiöse Stolz wie alte Kleidung von unseren geistlichen Körpern abfallen wird. Dann ziehen wir das Entgegengesetzte an, nämlich Demut, die Demut Gottes. Bist du bereit?

Zur Reflexion des 1. Kapitels

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Welche Funktion hat Stolz? Wer erhält Gnade von Gott? Wem widersteht Gott? Ergänze: Ein möglicher Hinderungsgrund für Erweckung in Deutschland ist ... • Was versteht der Autor unter „religiösem Stolz"? • Steht in der Bibel: „Legt euch im Umgang miteinander die Dienstschürze um"? Wenn ja, wo? • Bist du bereit, dich „entstolzen" zu lassen?

Bitte den Herrn, diesen Prozess bei dir zu beginnen, doch lies auch das nächste Kapitel sehr aufmerksam, damit dir bewusst ist, was es mit Stolz auf sich hat: wo er herkommt, welche Arten von Stolz es gibt, was den Stolz nährt und was er in dir auslöst.


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