Da sich Derek Prince wiederholt sehr stark auf bestimmte Worte der englischen Übersetzungen KJV oder NIV bezieht und diese auch in seinem Text verwendet, wurde zugunsten der Einheitlichkeit und Klarheit mehrmals nicht wörtlich, sondern frei übersetzt bzw. wurden die Ausdrücke der deutschen Bibelübersetzungen übernommen. Falls sich gewisse Wortspiele und Bezüge des Englischen auf diese Weise dennoch nicht übertragen ließen, wurden an wenigen Stellen Zusätze zur Verdeutlichung eingefügt.
Umschlaggestaltung: Fontis Media, René Graf
Satz: Samuel Ryba
Druck: Arka, PL
Printed in the EU
ISBN 978-3-935703-22-2
Bestellnummer 147322
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VORWORT DES AUTORS
Davids Harfe ist lange verklungen. Auch hat uns die Geschichte keine Aufzeichnung über den Notensatz seiner Musik überliefert. Vielleicht wurde ein solcher auch niemals in schriftlicher Form festgehalten. Er wurde nur im Gedächtnis der Musiker gespeichert, die David ausgebildet hatte, und von diesen an die nachfolgenden Generationen überliefert – bis mit der Zerstörung des zweiten Tempels ihre Musik endgültig verstummte.
Dennoch leben die Melodien der Harfe Davids weiter, nicht als vernehmbarer Klang eines Musikinstrumentes, sondern vielmehr als innere Resonanz der Seele, die Davids Psalmen immer noch hervorrufen. Im Laufe der Jahrhunderte ist diese Antwort der Seele auf die Psalmen Davids zur Erfahrung von unzähligen Millionen Menschen aus allen Hintergründen und jedem Winkel der Erde geworden. Wie sollen wir diese innere Resonanz beschreiben? Vielleicht ist der Begriff andächtiges Nachsinnen am geeignetsten.
Davids erster Psalm spricht einen speziellen Segen über demjenigen aus, der bei Tag und bei Nacht andächtig über Gottes Gesetz nachsinnt. David verkündet nicht nur diesen Segen; er liefert uns auch eine unerschöpfliche Stofffülle, um dieses Nachsinnen anzuregen. In dieser Welt findet man keine Literatur, die die menschliche Seele besser zum andächtigen Nachsinnen über die tiefen und allzeit gültigen Wahrheiten Gottes anreizen könnte als die Psalmen Davids.
Seit mehr als 40 Jahren habe ich mich immer wieder den Psalmen Davids zugewandt, um die Bedürfnisse meiner
Seele – Ermutigung, Inspiration, Korrektur, innere Stärke und Vision – zu stillen. Es ist mein aufrichtiges Gebet, dass diese kurzen, persönlichen Andachten auch meine Leser zum eigenen Nachsinnen anregen, das weit über das hinausgeht, was ich in Worte zu kleiden vermochte. Das andächtige Forschen im Gesetz Gottes erweist sich als unerschöpflicher Ozean der Freude, dessen flachste Ufer nur von einer Seele zur anderen mit Worten übermittelt werden können. Die Fülle des Ozeans jedoch findet allein in der tiefsten Gemeinschaft der Seele mit Gott selbst ihren Ausdruck.
Die Andachten in diesem Buch sind in der Reihenfolge der Abschnitte aus den entsprechenden Psalmen geordnet. Sie beginnen mit Psalm 1 und enden mit einem Abschnitt aus Psalm 147. Viele Leser möchten wahrscheinlich diese Reihenfolge einhalten und vielleicht zu Beginn oder am Ende eines jeden Tages eine Andacht halten.
Es mag aber auch sein, dass mitunter jemand nach einer speziellen Andacht sucht, die zu seiner besonderen Stimmung oder Situation passt. Um dies zu ermöglichen, habe ich ein Inhaltsverzeichnis des gesamten Stoffs in diesem Buch mit sieben thematischen Abschnitten zusammengestellt:
1. Gottes ewige Majestät
2. Gebet und Lobpreis
3. Die Wege Gottes verstehen lernen
4. In Leidenszeiten Gott erfahren
5. Gottes allumfassende Fürsorge
6. Das Wort in Aktion
7. Zeit und Ewigkeit
Eine ganze Anzahl dieser Andachten sind in mehr als einem Abschnitt aufgelistet. Viele der unter „In Leidenszeiten Gott erfahren“ genannten Lektionen findet man beispielsweise
unter „Die Wege Gottes verstehen lernen“ wieder. Dadurch wird eine wichtige, praktische Lehre verdeutlicht: Gerade in Leidenszeiten lernen wir sehr schnell und effektiv die Wege Gottes zu verstehen. Es dient auch dazu, die Vielgestaltigkeit der Psalmen herauszustellen. Selbst ein kurzer Vers mit ein oder zwei Zeilen vermag uns Einsicht in mehrere kostbare Aspekte der göttlichen Wahrheit zu verleihen.
„Die Weisung des Herrn ist vollkommen, sie erquickt den Menschen.
Das Gesetz des Herrn ist verlässlich, den Unwissenden macht es weise.
Die Befehle des Herrn sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des Herrn ist lauter, es erleuchtet die Augen.“
(Psalm 19,8–9)
Mögen die nachfolgenden Andachten Ihnen helfen, Ihr volles Erbteil zu empfangen. Mögen sie Ihre Seele erquicken, Sie weise machen, Ihr Herz erfreuen und Ihre Augen erleuchten!
Derek Prince
Jerusalem, Mai 1983
INHALTSVERZEICHNIS
1. Gottes ewige Majestät
2. Gebet und Lobpreis
3. Die Wege Gottes verstehen lernen
Psalm 108,2 Gottes Plan für meine Zunge 150
Psalm 110,3 Am Tag der Schlacht ................................ 152
Psalm 111,10 Das Fundament der Weisheit............
Psalm 113,5–8 Unser Anteil an der Erhabenheit
Psalm 118,17
Psalm 119,19–20 Auf Gottes Gesetze bauen ................... 160
Psalm 119,32 Ein befreites Herz ......................................
Psalm 119,49–50
Psalm 119,59–60 Zeit zum Innehalten und Überdenken 166
Psalm 119,63 Freundschaft mit Gottes Volk ...........
119,65.71.75
Psalm 119,90–91 Der Plan der Gesetze Gottes 174
Psalm 119,105
Psalm 119,127–128 Gottes Gebote zu Herzen
129,1–2.5–6
Psalm 139,13–16
Psalm 139,21–22
Psalm
4. In Leidenszeiten Gott erfahren
5. Gottes allumfassende Fürsorge
6. Das Wort in Aktion
Psalm 33,6.9
Psalm 56,4–5
Psalm
Psalm 119,49–50
Psalm 119,59–60
119,92–93
7. Zeit und Ewigkeit
SEGENSREICHER WOHLSTAND
„Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rate der Gottlosen noch tritt auf den Weg der Sünder noch sitzt, da die Spötter sitzen; sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und in seinem Gesetze forscht Tag und Nacht.
Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und dessen Blätter nicht verwelken, und alles, was er macht, gerät wohl.“
— Psalm 1,1–3 (SL)
„Wohl dem“: In den ersten Worten von Psalm 1 finden wir die Kernaussage aller nachfolgenden Psalmen. Die darin aufgezeigten Segnungen fließen in zwei Richtungen: von Gott zum Menschen und dann vom Menschen wieder zurück zu Gott.
David fährt fort und fasst die den Menschen verheißenen Segnungen in einem kurzen, aussagekräftigen Satz zusammen: „Alles, was er macht, gerät wohl.“ Wie können Sie eine solche Person werden, die von Gott so gesegnet ist, dass alles, was immer Sie tun, wohl gerät? David stellt fünf Bedingungen auf, von denen die ersten drei negativ, die letzten zwei positiv formuliert sind.
Zuerst die negativen Bedingungen: Sie dürfen nicht nach dem Rate der Gottlosen wandeln; Sie dürfen nicht auf den Weg der Sünder treten; Sie dürfen nicht bei den Spöttern sitzen. Hier stellt sich die entscheidende Frage: Woher beziehen Sie
Ihren Rat? Der Rat, den Sie befolgen, bestimmt die Richtung Ihres Lebens. Wenn Sie Ihren Rat von Menschen beziehen, die Gottes Prinzipien ablehnen und seine Anforderungen verspotten, dann können Sie keinen Anspruch auf seinen Segen geltend machen.
Als Nächstes die positiven Bedingungen: Sie müssen Ihre Lust am Gesetz des Herrn haben und Sie müssen es Tag und Nacht erforschen. Die letztendliche Quelle für weisen und gerechten Rat ist das Gesetz des Herrn. Wenn Sie Ihr Herz und Ihren Sinn beständig mit seinem Gesetz füllen und wenn Sie Ihr Leben danach ausrichten, wird Gott Ihnen Segen und Wohlstand als Ihr Erbe zuteilen.
Vielleicht sind Sie durch Frustration und Versagen müde geworden. Dann achten Sie auf diese Vorschriften. Sinnen Sie darüber nach. Wenden Sie sie an. Sie werden sich auch in Ihrem Leben auswirken. Gott selbst garantiert Ihnen den Erfolg.
MEINE ANTWORT IM GLAUBEN
Herr, ich will dem Beispiel Davids folgen und sagen: „Deine Vorschriften machen mich froh; sie sind meine Berater“ — (Ps. 119,24).
DIE GABE DES SCHLAFES
„Ich lege mich nieder und schlafe ein, ich wache wieder auf, denn der Herr beschützt mich.
Viele Tausende von Kriegern fürchte ich nicht, wenn sie mich ringsum belagern.“
— Psalm 3,6–7
„In Frieden leg ich mich nieder und schlafe ein; denn du allein, Herr, lässt mich sorglos ruhen.“
— Psalm 4,9
„… sicherlich gönnt er seinen Geliebten den Schlaf!“
— Psalm 127,2 (SL)
Eine der schönen Offenbarungen der Schrift ist die, dass der Schlaf eine Gabe Gottes für seine Geliebten ist. David stand unter gewaltigem Druck und war von allen Seiten von Feinden umgeben, die sogar sein Leben bedrohten. Er spricht von „Tausenden von Kriegern“, die ihn ringsum belagerten. Und doch kannte er in dieser Situation die Glückseligkeit eines ungestörten, friedvollen Schlafes.
Dafür nennt er zwei Gründe: „Denn der Herr beschützt mich“, und: „Denn du allein, Herr, lässt mich sorglos ruhen.“
Seine Sicherheit gründete sich allein auf den Herrn – nicht auf Umstände, auf materielle Vorkehrungen oder auf zerbrechliche Versprechungen von Menschen, sondern auf die ewigen, unwandelbaren Verheißungen des Wortes Gottes.
Jede Nacht vertraute er sich dem Herrn an. Er legte sich nieder mit Zuversicht in dem Herrn. Er wusste, dass seine Seele in der Obhut des Herrn sicher war. Er konnte schlafen, und er konnte wieder aufwachen ohne Angst, ohne Furcht, ohne die Qual der Schlaflosigkeit. Es gibt heutzutage viele, die diese gesegnete Gewissheit nicht haben. Wenn es Nacht wird, sind sie bedrängt, verwirrt, furchtsam. Die Gedanken und Sorgen des Tages verfolgen sie bis in die Nacht. Wenn Sie zu diesen Menschen gehören, dann lernen Sie eine Lektion von David. Erkennen Sie, dass Gott selbst die allein ausreichende Quelle Ihrer Sicherheit und Ihres Friedens ist. Dann nehmen Sie in einfachem Glauben seine Liebesgabe an – den Schlaf! •
MEINE ANTWORT IM GLAUBEN
Herr, ich glaube, dass du mich liebst und dass du auch mir deine segensreiche Gabe des Schlafes schenkst.
DIE QUELLE DER FREUDE
„Viele sagen: ,Wer lässt uns Gutes erleben?‘
Herr, lass dein Angesicht über uns leuchten!
Du legst mir größere Freude ins Herz, als andere haben bei Korn und Wein in Fülle.“
— Psalm 4,7–8
Wie sehr trifft dies auf unsere gegenwärtige Situation zu! Viele Leute fragen tatsächlich: „Wer lässt uns Gutes erleben?“ Eine gewisse Enttäuschung ist spürbar – ein durchdringendes Gefühl von Pessimismus. Dies trifft besonders im Bereich der Politik zu. Dort mangelt es an Vertrauen in die politische Leiterschaft – die Folge einer qualvollen Serie von nicht bewältigten Krisen, in die wir in den letzten Jahrzehnten geraten sind.
Dennoch gibt es eine Antwort auf die Frage: „Wer lässt uns Gutes erleben?“ Diese Antwort ist auch heute noch gültig. David selbst gibt sie uns, wenn er weiter sagt: „Herr, lass dein Angesicht über uns leuchten!“ Das wahrhaft Gute hat nur eine Quelle. Es kommt von dem Herrn. Wenn er das Licht seines Angesichtes über uns leuchten lässt, vertreibt dieses Licht das Dunkel der Ungewissheit, der Unsicherheit und des Pessimismus.
Stattdessen werden wir mit Freude erfüllt – „größere Freude, als andere haben bei Korn und Wein in Fülle“. Für diejenigen, deren Ausblick auf den materiellen Bereich begrenzt ist, müssen Zufriedenheit und Sicherheit an materiellem Überfluss gemessen werden. Aber für diejenigen, die gelernt haben, im
Glauben zu Gott zu blicken, gibt es eine andere, unerschöpfliche und gleichmäßig sprudelnde Quelle. Die Zufriedenheit, die sie anbietet, übersteigt alles andere, was wir durch bloße materielle Fülle erhalten könnten.
„Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist noch eines Wechsels Schatten“ (Jak. 1,17 REÜ). •
MEINE ANTWORT IM GLAUBEN
Lass das Licht deines Angesichtes über mir leuchten, Herr, damit ich die Fülle deiner Versorgung sehen und mich daran erfreuen kann.
DEN TAG MIT GOTT BEGINNEN
„Herr, am Morgen hörst du mein Rufen, am Morgen rüst ich das Opfer zu, halte Ausschau nach dir.“
— Psalm 5,4
Wie fängt Ihr Tag an? Beginnen Sie in Kampf und Nervosität und versuchen Sie, drei verschiedene Dinge auf einmal zu tun? Fehlt Ihnen oft der Atem und die Gemütsruhe? Haben Sie keine Geduld mit Ihrer Ehefrau oder Ihrem Ehemann, schelten Sie die Kinder und sind ängstlich oder unfähig, mit Schwierigkeiten fertig zu werden? Gehen Sie unvorbereitet und schlecht ausgerüstet in den Tag, ganz und gar nicht zuversichtlich in Bezug auf das, was vor Ihnen liegt?
Der Grund dafür ist einfach: Sie beginnen Ihren Tag nicht richtig. Lernen Sie eine Lektion von David: „Herr, am Morgen hörst du mein Rufen.“ Als Erstes erhob David jeden Morgen seine Stimme zu dem Herrn. Seine ersten Worte am Tag waren an Gott gerichtet, nicht an einen Menschen.
Er fährt fort: „Am Morgen rüst ich das Opfer zu, halte Ausschau nach dir.“ Was für eine weise Art, den Tag zu beginnen! Erheben Sie Ihre Stimme im Gebet zu Gott. Legen Sie Ihre Bitten vor ihn. Breiten Sie die Dinge vor ihm aus, die Sie an diesem Tag zu tun haben. Vertrauen Sie ihm Ihre Probleme und Schwierigkeiten an, die Sie erwarten. Ordnen Sie ihm Ihre Entscheidungen unter. Genau wie David werden Sie dann fähig sein, nach ihm Ausschau zu halten. Sie werden
vollständig ausgerüstet in diesen Tag gehen und die Antworten auf die Gebete zuversichtlich erwarten, die Sie an diesem Morgen vor Gott gelegt haben.
Ein griechisches Sprichwort besagt: „Der Anfang ist schon die Hälfte vom Ganzen.“ Sicherlich trifft das darauf zu. Wie gut jeder Tag verläuft, wie wir unseren Tag beginnen, entscheidet beinahe über alles, was danach kommt. Selten wird das Ende des Tages gesegneter sein als sein Anfang. Darum beginnen Sie jeden Tag damit, Gott Ihre Stimme hören zu lassen.
MEINE ANTWORT IM GLAUBEN
Hilf mir, Herr, jeden Tag in der richtigen Weise zu beginnen, indem ich dich meine Stimme hören lasse und meine Bitten vor dich lege.
WAHRE SICHERHEIT
„Denn du, Herr, segnest den Gerechten. Wie mit einem Schild deckst du ihn mit deiner Gnade.“
— Psalm 5,13
David war sich einer Sache sicher: Gott segnet den Gerechten. Wir brauchen dessen nicht weniger sicher zu sein. Viele Quellen, von denen wir Sicherheit und Gewissheit erwartet hatten, sind heutzutage versiegt. Politische und finanzielle Institutionen, denen man vertraute, brechen um uns herum zusammen. Aber eine Sache im Leben ist immer noch sicher: Gott segnet den Gerechten.
Diese einfache, unwandelbare Tatsache enthält wichtige praktische Konsequenzen für unseren Lebensstil. Auf der einen Seite brauchen wir weniger Zeit und Mühe für die Gewährleistung der materiellen Sicherheit aufzuwenden. Auf der anderen Seite muss es mehr unser Anliegen sein, uns zu versichern, dass unser Leben vor Gott in Ordnung ist und dass wir uns für den Segen des Herrn qualifizieren, den er für den Gerechten – und nur für den Gerechten – aufbewahrt.
Der Segen des Herrn zieht gleichzeitig den Schutz Gottes nach sich. David sagt: „Wie mit einem Schild deckst du ihn (den Gerechten) mit deiner Gnade.“ Gottes Gnade gilt dem Gerechten. Wenn wir in seiner Gerechtigkeit leben, umgibt uns seine Gnade wie ein Schild von allen Seiten. Sie schützt uns vor den Schlägen und dem Druck des Lebens. Sie stellt sich zwischen uns und die Mächte des Bösen, die uns zu zerstören
suchen – Mächte, die zu kräftig und zu listig sind, als dass wir mit ihnen in unserer eigenen Stärke oder Weisheit fertig werden können. Gegenüber diesen Mächten haben wir keinen anderen Schutz als den unsichtbaren, aber unbesiegbaren Schild der Gnade des Herrn.
Im Lichte dieser unwandelbaren Gesetze, die unser Leben beherrschen, müssen wir unsere Prioritäten neu überprüfen. Gerechtigkeit schüttet bessere – und dauerhaftere – Dividenden aus als Klugheit, Zweckmäßigkeit oder Selbstinteresse.
„Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben“ (Matth. 6,33).
Hilf mir, Herr, dass es mir mehr um Gerechtigkeit geht als um Erfolg oder Zweckmäßigkeit.
MEINE ANTWORT IM GLAUBEN
DURCH LOBPREIS
DIE OBERHAND GEWINNEN
„Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob, deinen Gegnern zum Trotz; deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.“
— Psalm 8,3
In dem Buch der Psalmen erwähnt David ständig seine Feinde. Wenige Menschen hatten mehr Feinde als David. Beharrlich verfolgten und umgaben sie ihn, weil sie ihn vernichten wollten. Er überlebte nur deshalb, weil er das Geheimnis des richtigen Umgangs mit seinen Feinden gelernt hatte. Er begegnete ihnen nicht in seiner eigenen Kraft oder Weisheit. Vielmehr rief er die Gegenwart und Kraft Gottes gegen sie an. Hauptsächlich tat er das im Lobpreis. Dies war die von Gott selbst festgesetzte Weise, denn David sagt: „Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge schaffst du dir Lob …, deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.“ Im natürlichen Bereich sind Kinder und Säuglinge die Schwächsten von allen. Aber wenn der Lobpreis sogar von den Schwächsten kommt, müssen so die Feinde und Widersacher verstummen.
Die Bibel offenbart, dass auch wir, wie David, von Feinden umgeben sind, obwohl sich unsere Feinde in erster Linie in der unsichtbaren, geistlichen Welt befinden. Das Oberhaupt dieser Feinde ist „der Feind und Widersacher“ – Satan selbst. Er ist „der Ankläger der Brüder“; derjenige, der uns falsch
darstellt und alles, was wir tun, falsch interpretiert und der uns sogar vor dem Thron Gottes anzuklagen versucht.
Wie können wir ihn verstummen lassen? David hat uns den Weg gezeigt: durch Lobpreis. Wenn unser Lobpreis zu Gott aufsteigt, lässt er Satan verstummen. Lobpreis durchkreuzt seine Anklagen und stopft seinen Mund. Lobpreis befreit uns, unser Leben ohne die ständige Verdammung durch die Anklagen des Feindes zu leben. Im Lobpreis rufen wir die Gegenwart und Kraft unseres Gottes gegen alle Mächte an, die uns bekämpfen.
Gemeinsam mit meinen Gebeten, Herr, gebe ich dir meinen Lobpreis und glaube, dass ich mit beiden die Oberhand über alle Widerstände Satans gewinnen werde.
MEINE ANTWORT IM GLAUBEN
MITTEN AUF DER BÜHNE
„Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du gemacht hast: Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du auf ihn achtest?“
— Psalm 8,4–5 (SL)
Wenn wir in die ungeheure Weite des Himmels aufschauen und die Millionen von Galaxien betrachten, erscheint unser Erdball nur wie ein winziges Staubkörnchen in der Gesamtheit des Universums. Gegenüber dieser ungeheuren Größe fühlen wir uns klein und unbedeutend, schwach und hilflos.
Und dennoch, so versichert uns David, ist Gott an uns interessiert. Er achtet auf uns. In der Tat, wir sind das Objekt seiner besonderen Aufmerksamkeit. Gott sieht nicht nur auf Zahlen oder Ausmaße. Er hat einen anderen Wertmaßstab, nach dem – wie Jesus selbst uns gesagt hat – eine menschliche Seele mehr wert ist als das gesamte Universum.
Lange meinte der Mensch, unsere Erde sei das Zentrum des Universums. Mit ziemlicher Sicherheit trifft das nicht zu. Und doch hat sie, historisch gesehen, eine weit wichtigere Bedeutung – als Bühne, auf der die größten Dramen des Universums aufgeführt wurden; und die Aufführungen dauern noch an.
Auf dieser „Erdenbühne“ und in der Stadt Jerusalem wurde das Drama der Erlösung vor 2000 Jahren dargeboten. Gott demonstrierte dem Universum den Wert, den er den
menschlichen Seelen beimisst. Er opferte für unsere Erlösung das Kostbarste, was es im Universum gab – das Herzblut seines eigenen Sohnes. Darum schreibt Paulus zutreffend: „Wir sind zum Schauspiel geworden für die Welt …“ (1. Kor. 4,9). Das hier mit Schauspiel übersetzte griechische Wort heißt eigentlich „Theater“. In uns selbst sind wir vielleicht schwach und unwürdig; in den souveränen Plänen Gottes jedoch nehmen wir unseren Platz mitten auf der Bühne des Universums ein.
MEINE ANTWORT IM GLAUBEN
Danke, Herr, dass du dich mehr um uns, deine Kinder, kümmerst als um das gesamte Universum, das uns umgibt.
DER ZUFLUCHTSORT
„Beim HERRN finde ich Zuflucht. Wie könnt ihr mir sagen: ,In die Berge flieh wie ein Vogel‘?“
— Psalm 11,1
Was ist Ihr Zufluchtsort? Sind Sie beunruhigt, wenn Menschen Sie herausfordern oder wenn Sie um sich herum den Aufruhr und die Instabilität der Welt sehen, in der wir leben? Jesus warnte uns, dass wir von „Kriegen und Unruhen“ hören werden, während sich dieses Zeitalter seinem Ende nähert. Er sagte auch: „Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über die Erde kommen“ (Luk. 21,9.26).
All das lehrt uns, dass wir einen Zufluchtsort brauchen. In allen Wohnorten im modernen Israel, von den größten Städten bis hin zu den kleinsten Dörfern und Siedlungen, findet man ein allgemein bekanntes Zeichen in roter und schwarzer Farbe auf den Wänden der Gebäude: Zum Schutzraum. Eine Reihe von Kriegen und Kriegsdrohungen hat dem Volk Israel eine lebenswichtige Lektion beigebracht: Jedermann braucht einen Schutzraum als Zufluchtsort.
David sagte: „Beim Herrn finde ich Zuflucht.“ Er hatte einen Zufluchtsort und er kannte ihn. Er ließ sich nicht durch die Gefahren einschüchtern, denen er begegnete. Stattdessen forderte er diejenigen heraus, die bezweifelten, dass eine solche Zuflucht genüge. Er fragte sie: „Wie könnt ihr mir sagen: ,In die Berge flieh wie ein Vogel‘?“