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Israel und die Nationen in den

letzten Tagen


Lance Lambert

Israel und die Nationen in den

letzten Tagen Azar GbR, Schwarzauer Str. 56, 83308 Trostberg www.azarnet.de


Alle Bibelzitate stammen aus der Übersetzung von Franz Eugen Schlachter, es sei denn, sie sind anderweitig gekennzeichnet (EÜ = Einheitsübersetzung; GN = Gute Nachricht Elb = Elberfelder; NKJV = New King James Version; Hfa = Hoffnung für alle).

ISRAEL UND DIE NATIONEN IN DEN LETZTEN TAGEN LANCE LAMBERT Original: THE GLORY OF THY PEOPLE ISRAEL CreateSpace Independent Publishing Platform (January 7, 2012) German translation published by permission © 2016 Azar GbR Schwarzauer Str. 56, 83308 Trostberg, Germany www.azarnet.de Eine Co-Produktion zwischen AZAR GbR und IFI-Deutschland (Intercessors for Israel) www.ifi-deutschland.org Alle Rechte vorbehalten 1. Auflage Januar 2016 ISBN 978-3-944603-09-4 Übersetzung: Heinz-Jürgen und Dorothea Heuhsen Layout: Ewald Sutter, Azar GbR Trostberg Umschlagfoto: © Antartis | Dreamstime.com Umschlag: Ewald Sutter, Azar GbR Trostberg Druck: CPI books GmbH, 25917 Leck


Inhalt Einführung ������������������������������������������������������������������������������ 6 Kapitel 1: Der Heilige Geist und Israel �������������������������������� 9 Kapitel 2: Die biblische Bedeutung Jerusalems �������������������� 47 Kapitel 3: Fürbitte für Israel ������������������������������������������������ 79


Einführung „Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tiefes Dun­ kel die Völker; aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und Nationen werden zu deinem Lichte wallen und Könige zu dem Glanz, der über dir erstrahlt.“ (Jes 60,2.3) Gott hat entschieden, dass Israel das Licht der Nationen sein wird. Er hat Seinem Volk das Land Israel als ein ewiges Erbe gegeben. Jesus, Yeshua, der Messias Israels und König über alle Nationen, wird nach Jerusalem zurückkehren, Sein Friedensreich auf der Erde aufrichten und alle Mächte der Finsternis vertreiben. Das ist Gottes Ziel, und Gott hat Seiner Gemeinde in Israel und den Nationen auf dem Weg dahin eine entscheidende Rolle zugeteilt. Wir beten, dass die drei in diesem Buch zusammengestellten Botschaften* die Gemeinde zum Gebet herausfordern, ermutigen und stärken. Gott sucht Beter, die mit Ihm zusammenarbeiten, damit sein Wille geschieht. * Die erste Botschaft entstand 1978, die zweite und dritte 1984 6


Einführung

Die Juden haben fast 2000 Jahre in der Diaspora täglich für die Rückkehr in ihr Land gebetet. Am 14. Mai 1948 wurde dieses Gebet sichtbar erhört. „Wer hat je so etwas gehört? Wer hat dergleichen gesehen? Ward je ein Land an einem Tage zur Welt gebracht? Ist je ein Volk auf einmal geboren worden, wie Zion in Wehen gekommen ist und zugleich ihre Kinder geboren hat?“ (Jes 66,8) Das erste Kapitel, „Der Heilige Geist und Israel“, gibt uns mit der Darstellung der Wiedererstehung des Staates Israel im Jahr 1948 ein bewegendes Zeugnis vom Wirken des Heiligen Geistes in unseren Tagen auf nationaler Ebene. Es zeigt, wie Gott durch Seinen Heiligen Geist arbeitet, damit das, was den „Vätern“ des jüdischen Volkes verheißen worden ist, in Erfüllung gebracht wird. Darin wird sichtbar, dass Gott immer wieder auch „säkulare“ Juden gebraucht, um Seine Pläne mit Seinem Volk zu verwirklichen. Das zweite Kapitel, „Die biblische Bedeutung Jerusalems“, macht die einzigartige Bedeutung Jerusalems für das jüdische Volk und für die Endzeitpläne Gottes deutlich. Die Wiederkunft Jesu ist mit dem Schicksal Jerusalems unauflöslich verknüpft; deshalb sollte das, was mit Israel und Jerusalem geschieht, ein zentraler Punkt der Aufmerksamkeit und Aktivität der Gemeinde Jesu sein, die „voll Zuversicht darauf wartet, dass Je­ sus Christus, unser Herr, kommt und vor aller Welt offenbar wird.“ (1 Kor 1,7 GN) Daraus ergibt sich die Relevanz des dritten Kapitels: „Fürbitte für Israel“. Ebenso wie für die Rückkehr der Juden aus der babylonischen Gefangenschaft die Fürbitte Daniels entscheidend war, so ist für die Wiederherstellung der Nation Israel, die ih7


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ren Höhepunkt in der Wiederkunft des Messias-Königs Yeshua finden wird, die Fürbitte der Gemeinde erforderlich. Im dritten Kapitel des vorliegenden Buches macht Lance deutlich, wie sehr Gott darauf wartet, dass sich die Gemeinde mit Gebet und Tat an Seinem Handeln beteiligt, damit Jesus endlich sichtbar Seine Königsherrschaft in Israel und auf unserer ganzen Erde aufrichten kann. „... und er den sende, der euch zuvor verkündigt wur­ de, Jesus Christus, den der Himmel aufnehmen muss bis wirklich auch alles eingetroffen ist, was Gott schon vor langer Zeit durch seine heiligen Propheten angekündigt hat.“ (GN) Heinz-Jürgen Heuhsen IFI-Deutschland

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Kapitel 1 Der Heilige Geist und Israel Sach 12,10-13,1 „Aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich ausgießen den Geist der Gnade und des Gebets, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben, und sie werden um ihn klagen, wie man klagt um ein einziges Kind, und sie werden bitterlich über ihn weinen, wie man bitterlich weint über einen Erstgeborenen. An jenem Tage wird große Klage sein zu Jerusalem, wie die Klage zu Hadad­ rimmon war in der Ebene Megiddo. Das Land wird klagen, jedes Geschlecht besonders; das Geschlecht des Hauses David besonders und ihre Frauen besonders, das Geschlecht des Hauses Natan besonders und ihre Frau­ en besonders; das Geschlecht des Hauses Levi besonders und ihre Frauen besonders, das Geschlecht des Hauses Simei besonders und ihre Frauen besonders; desgleichen alle übrigen Geschlechter, ein jegliches Geschlecht be­ sonders und ihre Frauen besonders. An jenem Tage wird dem Hause David und den Einwohnern von Jerusalem ein Born eröffnet sein wider Sünde und Unreinigkeit.“ 9


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Hes 37,7-14 „Da weissagte ich, wie mir befohlen war, und indem ich weissagte, entstand ein Geräusch, und sie­ he, eine Bewegung, und die Gebeine rückten zusammen, ein Glied zum andern! Und ich schaute, und siehe, sie bekamen Sehnen, und es wuchs Fleisch an ihnen; und es zog sich Haut darüber; aber es war noch kein Geist in ihnen. Da sprach er zu mir: Richte eine Weissagung an den Geist, weissage, Menschensohn, und sprich zum Geist: So spricht Gott, der Herr: O Geist, komm von den vier Winden und hauche diese Getöteten an, dass sie lebendig werden! So weissagte ich, wie er mir befohlen hatte. Da kam der Geist in sie, und sie wurden lebendig und stellten sich auf ihre Füße, ein sehr, sehr großes Heer. Und er sprach zu mir: Menschensohn, diese Gebeine sind das ganze Haus Israel. Siehe, sie sprechen: ‚Unsere Ge­ beine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren; es ist aus mit uns!‘ Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Siehe, ich will eure Gräber auftun und euch, mein Volk, aus euren Gräbern führen und euch wieder in das Land Israel bringen; und ihr sollt erfahren, dass ich der Herr bin, wenn ich eure Gräber auftue und euch, mein Volk, aus euren Gräbern führen werde. Ich will auch meinen Geist in euch legen, und ihr sollt leben; und ich will euch wieder in euer Land bringen, dass ihr erfahren sollt, dass ich der Herr bin. Ich habe es gesagt und werde es auch tun, spricht der Herr.“ Lasst uns gemeinsam beten: Geliebter Vater, wir danken Dir, dass wir im Namen unseres Herrn Jesus versammelt sind und Du Vorsorge für uns getroffen

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Kapitel 1: Der Heilige Geist und Israel

hast. Wenn wir uns Deinem Wort zuwenden, danken wir Dir für die Gnade und für die Salbung, die Du sowohl für das Spre­ chen Deines Wortes als auch für das Hören Deines Wortes für uns bereithältst. Wir ergreifen sie im Glauben und bitten Dich, Herr, lass uns Deine Gnade und Deine Kraft sowohl in meinem Reden als auch in unserem Hören erfahren, damit Dein Wille heute getan wird. Wir danken Dir dafür, Herr. Wir danken Dir für dieses Zusammenkommen und die Möglichkeit, gemeinsam zu beten, miteinander Gemeinschaft zu haben und über dieses ganze Thema Israel und das jüdische Volk zu sprechen. Herr, wir befehlen uns Dir am Ende dieses Tages an und bitten Dich, dass Du ihn mit Deiner Gegenwart, Deiner Herr­ lichkeit und Deinem Wirken krönst. Wir werden Dir dafür alles Lob, alle Ehre und Herrlichkeit im Namen unseres Herrn Jesus, des Messias, geben. Amen. In diesem Jahr ereignete sich ein recht bemerkenswertes Zusammentreffen. Die Feier des 30. Unabhängigkeitstages Israels fand zeitgleich mit Pfingsten statt. Dieses Geschehnis ließ mich über den Heiligen Geist und Israel nachdenken. Obwohl es ein sehr komplexes und ziemlich schwieriges Thema ist, möchte ich euch einige Gedanken darüber mitteilen. Dazu werden wir das verborgene Werk des Heiligen Geistes, das zukünftige Werk des Heiligen Geistes und das gegenwärtige Werk des Heiligen Geistes in Bezug auf Israel betrachten.

Das verborgene Werk des Heiligen Geistes Als Erstes werden wir das verborgene Werk des Heiligen Geistes in Bezug auf den Staat Israel ansehen. Das Thema Israel ist unter dem Volk Gottes weithin ein sehr kontroverses und 11


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mit vielen Verwirrungen behaftetes Thema. Es gibt Leute, die uns erzählen, es gäbe keine Zukunft für Israel und alles, was geschehen ist, sei bloßer Zufall und habe nichts mit dem prophetischen Wort Gottes zu tun – ja, es habe überhaupt nichts mit dem Wort Gottes zu tun. Ein Bruder berichtete mir kürzlich, dass ein sehr bekannter und geschätzter evangelikaler Dozent, der inzwischen beim Herrn ist, in einem bestimmten Bibelinstitut nach einigen Vorlesungen über Prophetie gefragt wurde: „Hat Israel irgendeine Bedeutung, soweit es das Wort Gottes betrifft?“ Darauf antwortete er klar und knapp „Keinerlei!“ Ich denke, die meisten von uns wissen, dass das Thema Israel ein sehr kontroverses Thema ist. Leute haben mir gesagt: „Wie um alles in der Welt kann eine Bewegung – Zionismus genannt – die von vielen Agnostikern oder bekennenden Atheisten geführt worden ist, von Gott gebraucht werden? Wie kann jemand glauben, dass eine derartige Bewegung im Wort Gottes gefunden oder als Erfüllung des prophetischen Wortes betrachtet werden kann?“ Ich glaube jedoch, dass es sich hier um das verborgene Wirken des Heiligen Geistes handelt.

Eine Nation – an einem Tag geboren In Jes 66,8 lesen wir die wunderbaren Worte: „Wer hat je so etwas gehört? Wer hat dergleichen gesehen? Ward je ein Land an einem Tage zur Welt gebracht? Ist je ein Volk auf einmal geboren worden, wie Zion in Wehen gekommen ist und zugleich ihre Kinder geboren hat?“ 12


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Manche glauben, dass dieser Vers noch erfüllt werden muss und das ganze jüdische Volk in einem Augenblick wiedergeboren werden wird. Ich zweifle nicht daran, dass in der Zukunft eine gewaltige Erweckung unter dem jüdischen Volk geschehen wird. Der Schleier, der über seinem Herzen liegt, wird weggenommen werden, und die teilweise Verhärtung, in die es gekommen ist, wird durch den Geist Gottes abgetan werden. Ich glaube jedoch, dass diese Prophetie aus Jes 66,8 am 14. Mai 1948 erfüllt worden ist, als nach 1900 Jahren des Exils und der Zerstreuung ein Land an einem Tag geboren und zugleich eine Nation hervorgebracht worden ist. Es ist in einem Augenblick geschehen. Niemand hat geglaubt, dass es geschehen könnte, aber es geschah zur großen Beschämung vieler Gläubiger, die Jahre lang mit Überzeugung gesagt hatten, es werde niemals einen wiedererschaffenen jüdischen Staat oder ein Israel im Nahen Osten geben. Dennoch kam es an einem einzigen Tag zustande, als es plötzlich geschah. Ein Land war unter den Nationen der Welt geboren worden. Eine Nation war hervorgebracht worden, die sofort ihren Platz unter den anderen souveränen Nationen der Welt einnahm. Die Prophetie sagt weiter: „Kaum in Wehen, hat Zion schon ihre Kinder geboren.“ In den zurückliegenden 1800 Jahren hat Zion (ein Begriff, den ich jetzt für das jüdische Volk gebrauche) alles mehr oder weniger tatenlos hingenommen. Seine Zerstreuung, den Verlust der Staatlichkeit, den Verlust der nationalen Identität, den Verlust der nationalen Souveränität, den Verlust des nationalen Territoriums, den Verlust des nationalen Wohlergehens – alles wurde von den Juden als Gericht Gottes über sie betrachtet. Aus diesem Grund haben sie gesagt:

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„Wir müssen es vom Allmächtigen hinnehmen und ertragen.“ Deshalb sagten auch die Rabbiner, dass das jüdische Volk niemals sein verlorenes Zion vergessen dürfe. Keine jüdische Braut konnte auf einer orthodoxen Hochzeit zu ihrem Hochzeitskleid Gold- oder Silberschmuck tragen. Es konnte kein Wohnhaus von einem Juden gebaut werden, ohne dass nicht ein Bereich an dessen Eingang unvollendet blieb, was an die Zerstörung Zions erinnern sollte. Orchestermusik war nicht erlaubt außer bei sehr besonderen und außergewöhnlichen Gelegenheiten. Alle diese Anordnungen sollten das jüdische Volk unablässig an ein verlorengegangenes Zion erinnern. Das jüdische Volk lebte so, als ob es Zion erst gestern verloren hätte. Und während der ganzen 1800 Jahre blieb diese Tragödie im Herzen des jüdischen Volkes lebendig, als ob sie erst gestern über die Nation gekommen wäre. Es war wie bei Lots Frau: die ganze Nation war durch etwas, was vor Jahren in der Vergangenheit geschehen war, in Bewegungslosigkeit erstarrt.

Die Geburt des Zionismus Wie kam der Zionismus zur Geburt? Ich weiß, dass Zionismus in manchen Kreisen ein anstößiges Wort ist und inzwischen von der UNO Generalversammlung als Rassismus definiert worden ist (seit 1978 wird der Zionismus von der UNO offiziell so bezeichnet, Bemerkung des Autors). Wie ist der Zionismus entstanden? Man findet zwei Quellen. Im 19. Jahrhundert gab es einen Rabbiner – Rabbi Zwig Kallishev genannt – der in einer Synagoge in Ostpreußen eine Gemeinde leitete und zu lehren begann, dass die Erlösung des jüdischen Volkes in zwei Phasen geschehen werde. Dies hatte

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eine absolut elektrisierende Wirkung. Bis dahin glaubten die Juden, die Erlösung, die für das jüdische Volk kommen sollte, sei völlig göttlich und käme sozusagen mit dem Messias aus dem Himmel. Dieser Rabbi begann nun zu predigen und Traktate und Flugblätter zu veröffentlichen, in denen er aus dem Alten Testament und dem Talmud belegte, dass jene Erlösung tatsächlich in zwei Phasen geschehen würde. Er sagte, dass die Juden in der ersten Phase ihre eigene Trägheit abschütteln, ins Verheißene Land zurückkehren, das Land wieder in Besitz nehmen und die Städte wiederaufbauen würden. Das würde zu einem wiederhergestellten Staat führen und die erste Phase der Erlösung sein. Die zweite Phase der Erlösung würde übernatürlich sein und geschehen, wenn der Messias aus dem Himmel herabkommt. Diese beiden Phasen der Erlösung wurden von ihm dargelegt. Er wurde exkommuniziert, und alle, die seine Schriften lasen und ihnen Glauben schenkten, wurden gemieden. Er war ein aschkenasischer Rabbi, doch gab es auch einen sefardischen Rabbi, der eine Gemeinde in Semlin in der Nähe von Belgrad leitete, das damals in der österreichisch-ungarischen Monarchie lag. Auch er lehrte dasselbe, obwohl die beiden keinerlei Verbindung miteinander hatten. Diese Lehre schlug in den orthodoxen Kreisen hohe Wellen. Auf der anderen Seite gab es in ganz Europa eine große Anzahl von Juden, die als „assimilierte“ Juden lebten. Ein assimilierter Jude ist jemand, der genauso sein möchte wie die Nation, in der er lebt, und der sich mit ihr in Kleidung, in Gewohnheiten, in allem identifiziert – außer seiner jüdischen Herkunft.

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Für viele aus der oberen Mittelklasse und den oberen Gesellschaftsschichten wurde es damals geradezu „in“, assimiliert zu sein. Außerdem gab es viele russische Juden, deren großes Lebensziel es war, russisch zu sprechen und zu schreiben und einen Beitrag zum gesellschaftlichen und nationalen Leben Russlands zu leisten. Ebenso war es in der österreichisch-ungarischen Monarchie, in Frankreich und in Deutschland. Diese assimilierten Juden glaubten nicht an ein Zion. Sie glaubten, ihr Zion sei Russland, Frankreich, Großbritannien oder das Deutsche Reich – ja, eigentlich der Fortschritt der Menschheit. Die exklusive Besonderheit des jüdischen Volkes müsse auf dem fortschreitenden Weg der Menschheit in ein erleuchtetes Zeitalter, ein goldenes Jahrtausend, in dem alle Menschen eins sein würden, aufgegeben werden. Sie glaubten, dass die Rückkehr zu etwas ausschließlich „Jüdischem“ lächerlich sei! „Weshalb können wir nicht Juden sein und auch zu unserem nationalen Leben beitragen.“ Wir wissen aus der Geschichte, dass sich durch die russischen Pogrome, die am Ende des 19. Jahrhunderts einsetzten, alles änderte. Plötzlich tauchte aus der Finsternis eine ganze Schar Menschen auf und schlug einfach sinnlos auf Menschen ein, vergewaltigte Frauen, brannte Häuser und Geschäfte nieder, plünderte alles und ließ Kinder zurück, die durch das, was sie erleben mussten und ihnen angetan wurde, für den Rest ihres Lebens mental geschädigt waren. Über Nacht realisierten alle jüdischen Intellektuellen in Deutschland, dass ihre Idee von einem Fortschritt der Menschheit erschüttert war. Einer ihrer großen Autoren sagte: „Jetzt verstehen wir, dass der Antisemitismus nicht bloß etwas aus dem Mittelalter oder den finsteren Zeitaltern ist, sondern anthropologische und soziologische 16


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Grundlagen hat. Deshalb wird dem jüdischen Volk niemals die Würde von menschlichen Wesen gegeben werden, bevor es nicht wieder eine Nation unter den Nationen und ein Staat unter den Staaten ist.“ Wir erkennen demnach sozusagen zwei Quellen. Eine unter den Orthodoxen, die diese Vision von einer zweifachen Erlösung beinhaltete, von denen die eine dadurch zustande kommen würde, dass das jüdische Volk sich selbst aufmacht – und die andere, die durch eine übernatürliche Intervention Gottes geschehen würde. Dann gab es noch die assimilierte Position, deren Anhänger so desillusioniert wurden, dass sie sich zum ersten Mal zu fragen begannen, ob die Antwort nicht doch ein wiedererschaffener jüdischer Staat sei.

Theodor Herzl’s Vision Während der ganzen 1800 Jahre war nichts getan worden. Ende des 19. Jahrhunderts tauchte Theodor Herzl auf. Er war wie so viele andere ein Agnostiker. Sehr früh hatte er sich von jeglicher Einhaltung religiöser Vorschriften gelöst. Er wurde im Stadtteil Pest von Budapest in eine österreichisch-ungarische jüdische Familie hineingeboren. Zur Förderung seiner Ausbildung ging er zum Studium an die Universität Wien. Dort vertrat er in den Debattierclubs die Ansicht, dass alle Juden ihren Platz als Mitbürger unter den christlichen Bürgern der österreichischungarischen Monarchie oder des Deutschen Reiches finden sollten. Er ging so weit zu vertreten, dass die Juden – falls hierzu die Taufe oder die Konfirmation in der Römisch Katholischen oder der Lutherischen Kirche erforderlich sei – diese vollziehen soll17


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ten. Die Juden sollten ihren Platz an der Seite der heidnischen Brüder einnehmen. Einige von euch mögen von Herzl’s berühmter Rede gehört haben, in der er einmal eine ehrenhafte Massentaufe des gesamten jüdischen Volkes in Zentraleuropa ins Auge fasste. Diese sollte in einem großen Sonntagsgottesdienst im Stephansdom von Wien mittags unter feierlichem Glockenläuten stattfinden! Doch alles verschwand, als sein engster Freund Selbstmord beging. Er war ein brillanter junger Mann gewesen, der die Universität absolviert hatte, doch dann erfahren musste, dass er aufgrund bloßer antisemitischer Vorurteile nirgendwo eine Anstellung bekommen konnte. Daraufhin erschoss er sich. Herzl war tief betroffen und begann, seine Ideale neu zu überdenken. Man kann eigentlich sagen, dass jener Schuss der Startschuss war, der zur Wiederherstellung Israels führte. Zu diesem Zeitpunkt wurde Theodor Herzl als Journalist nach Paris entsandt, um über den bekannten Dreyfus-Prozess zu berichten. Hauptmann Dreyfus war ein jüdischer Hauptmann der französischen Armee, der zum Sündenbock für alle möglichen Probleme in der französischen Armee jener Zeit gemacht worden war und schließlich zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe auf der Teufelsinsel in der Karibik verurteilt wurde. Er wurde seiner Stellung beraubt, öffentlich degradiert und mit Schimpf und Schande aus der französischen Armee geworfen. Ganz Europa war darüber in Aufruhr, weil viele wussten, dass Dreyfus unschuldig war. Was Herzl jedoch so entsetzte, war, dass Leute auf die Straße gingen und lauthals schrieen: „Tod den

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Juden! Tod den Juden!“ Plötzlich erkannte Herzl, dass, wenn es in einem derart hochentwickelten und gebildeten Land wie Frankreich plötzlich geschehen konnte, dass Menschen auf die Straße gingen und „Tod den Juden“ schrieen, zu fragen ist, welche Hoffnung es im übrigen Europa gibt. Zu dem Zeitpunkt, sagte er, kam eine Vision in sein Herz. Sie war so stark, wie er sagte, „dass sie mich, ob ich schlief oder ging oder als Journalist an meiner Arbeit saß, völlig überwältigte“. Es war die Vision von einer wiederhergestellten jüdischen Nation. Er schrieb in sein Tagebuch: „Ich bin mit einem Werk von unbeschreiblicher Größe beschäftigt. Ich weiß nicht, ob es zustande kommt, aber ich weiß, dass für mich auf die eine oder andere Weise das Leben beendet ist und Geschichte begonnen hat.“ Er sah einen Kongress voraus, auf dem alle Leiter des Judentums zusammenkommen würden, um die Möglichkeit zu diskutieren, irgendwie an einem Ort der Erde ehrenhaft ein Gebiet – vorzugsweise im Nahen Osten – als Verheißenes Land für diesen jüdischen Staat zu erwerben. Wo auch immer Herzl hinging, verspottete man ihn. Deutsche Juden sagten zu ihm: „Wir sind deutscher als die Deutschen.“ Französische Juden sagten zu ihm, was sie viele Jahre zuvor zu Napoleon gesagt hatten: „Paris ist unser Jerusalem.“ Von vielen aristokratischen jüdischen Familien wurde er als stilloser Aufrührer oder bestenfalls als eine Art mystischer Träumer und Erfinder von Legenden und Visionen, fast wie Science Fiction, betrachtet. Herzl bat sie eindringlich: „Wenn ihr euch nicht an diese ganze Sache der Wiedererschaffung des jüdischen Staates hingebt, werdet ihr früher oder später alle zerstreut sein und selbst jene, die Verständnis für euch haben, werden euch

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den Rücken kehren und nicht helfen, wenn es kritisch wird.“ Seine Worte waren prophetisch. Millionen Kinder und Enkelkinder dieser Juden starben im Holocaust, der in dem von den Nazis besetzten Europa stattfand. Die jedoch, die auf Herzl gehört hatten, blieben am Leben. Im August 1897 fand der erste Internationale ZionistenKongress in Basel statt. Es ist sehr interessant, dass dies der erste Kongress seit der Zerstörung des Staates Israel im Jahr 70 n. Chr. war, auf dem jüdische Leiter zusammenkamen. Nach dem Ende des Kongresses schrieb Herzl nachts in sein Tagebuch: „Heute habe ich den jüdischen Staat gegründet. Wenn ich dies öffentlich sagen würde, würde man mir mit Hohngeschrei antworten, aber in fünf Jahren – ganz sicher in fünfzig – wird es die ganze Welt wissen.“ Es ist der Bemerkung wert, dass innerhalb von fast genau auf den Monat fünfzig Jahren, im November 1947, die UNO mit Zweidrittelmehrheit eine Resolution verabschiedete, in der das Recht des jüdischen Volkes auf einen eigenen souveränen Staat anerkannt wurde. Es war geschehen. Wer gab Herzl diese Vision von einem wiedererschaffenen Staat? Wer sprach wie eine Trompete in sein Ohr? Wer befähigte ihn, sowohl über sich selbst als auch über Israel zu prophezeien, wenn nicht der Heilige Geist? Hier ist mein Punkt: eintausend und achthundert Jahre geschah nichts. Aber sobald Zion in Wehen lag, brachte es zur Geburt. Innerhalb von fünfzig Jahren geschah es. Es waren die blutigsten und turbulentesten Jahre der jüdischen Geschichte. Es waren in vieler Hinsicht Jahre der Qual und des Leidens, wie sie sogar das jüdische Volk mit seiner ganzen Leidensgeschichte niemals zuvor gekannt hatte. Während jener Jahre starben zwi-

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schen sieben und acht Millionen Juden unter den schrecklichsten Umständen. Dennoch gebar Zion während dieser fünfzig Jahre, sobald es in Wehen lag. Der Holocaust war der Schoß, in dem Israel geboren wurde. Es geschah nicht am stärksten Punkt der jüdischen Geschichte sondern am schwächsten. Als Theodor Herzl im Alter von vierundvierzig Jahren mit einem zerbrochenen Herzen im Sterben lag – große Mühen und intensive Arbeit hatten ihn zerbrochen, dazu kamen Sorgen, die ihren Tribut gefordert hatten – sagte er zu seinem Arzt: „Sehen Sie jene jungen jüdischen Männer, die die Tür bewachen? Eines Tages werden sie in das Verheißene Land gehen, so gewiss wie ich auf diesem Bett liege.“ Und so geschah es. Der Grund, weshalb ich euch das erzähle, ist die einfache Tatsache, dass Zionismus besonders unter Christen als negativer Begriff angesehen wird, den man nicht einmal erwähnt. Doch ich möchte sagen, dass der Zionismus das verborgene Werk des Heiligen Geistes ist. Wer hat dies in das Herz jener beiden Rabbiner gelegt? Wer desillusionierte die assimilierten Juden in ihren Positionen in der akademischen und intellektuellen Welt Europas? Wer war es, wenn nicht der Heilige Geist? Und ist es nicht erstaunlich, dass Theodor Herzl von etwas viel Größerem sprach als sich selbst? Von ihm war die Aussage bekannt: „Es schaut mir über die Schulter, es flüstert in mein Ohr, es trägt mich, es lässt mich träumen, wenn ich schlafe.“ Was war das, wenn nicht die Hand Gottes, wenn nicht der Geist Gottes? Als er starb, erzählte Reuven Brenning folgende Geschichte, die von manchen Kreisen angezweifelt worden ist, obwohl Reuven in jeder anderen Anekdote, die er über Herzl erzählte, ge21


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wöhnlich die Wahrheit sagte. Kurz bevor Herzl starb, öffnete er Brenning sein Herz und sagte: „Dies habe ich noch nie jemandem erzählt, aber als ich zwölf Jahre alt war – ich weiß nicht, ob ich es geträumt habe, oder ob es eine Vision war – wurde ich vom König Messias auf den Armen zum Ewigen getragen. Ich sah Moses. Er war der Statue von Michelangelo so ähnlich, an die ich mich aus meinen Kindertagen erinnerte. Als ich vom König Messias zum Ewigen gebracht wurde, sagte Er zu Ihm: ‚Für dieses Kind habe ich gebetet.‘“ Und dann sagte er zu mir: „Gehe zu meinem jüdischen Volk und sage ihnen, dass ich bald ihretwegen große Dinge tun werde.“ Meiner bescheidenen Einschätzung nach war dies das verborgene Werk des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist ergriff diesen und jenen, um etwas hervorzubringen, was zur der Erfüllung des prophetischen Wortes führen sollte. Selbst die Macht des Nationalsozialismus konnte es nicht zerstören. Ja, Gott gebrauchte sogar die Bosheit der Nazis, um den Staat Israel zu einer absoluten Notwendigkeit zu machen. Weil man nicht auf Herzl hörte, erlaubte Gott dem Bösen, das jüdische Volk dahin zu bringen, wo es schließlich erkannte, dass Herzl Recht hatte. Ein Leben unter der heidnischen Mehrheit war für die Juden keine Hoffnung. Ebenso würden sie in der heidnischen Gesellschaft niemals als Gleiche akzeptiert werden. Die einzige Hoffnung für das jüdische Volk bestand darin, wieder ein souveräner Staat unter den Staaten der Welt zu werden. Ich sage, dass dies das verborgene Werk des Heiligen Geistes ist.

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Lance Lambert

Den Guten Kampf kämpfen

Es gibt für die erlöste, aus Gott geborene und durch den Heiligen Geist immer wieder mit Kraft ausgestattete Gemeinde der Endzeit nichts Lebensnotwendigeres oder strategisch Bedeutsameres als zu lernen, was es heißt, den guten Kampf zu kämpfen. Hier scheint uns besonders für die Gemeinde Jesu im deutschsprachigen Raum eine große Dringlichkeit zu bestehen. Das vorliegende Buch enthält einige ausgewählte, uns sehr hilfreich erscheinende Botschaften von Lance Lambert, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten an verschiedenen Orten der Welt zum Thema geistliche Kampfführung gegeben wurden. Paperback, 200 Seiten ISBN: 978-3-944603-03-2

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Lance Lambert

Mein Haus soll ein Haus des Gebets sein

In diesem Buch greift Lance Lambert auf vielfältige Erfahrungen zurück, die er in seinem Leben als Beter und Fürbitter machen konnte. Als 13 Jähriger war er der jüngste Teilnehmer einer Gebetsgruppe, als junger Mann erlebte er in einer kleinen Gruppe, wie der Herr nach jahrelangem kontinuierlichen Gebet einen geistlichen Durchbruch in ihrer Region und darüber hinaus schenkte. Die enge Gemeinschaft mit dem Herrn und mit Geschwistern im Gebet ist bis heute ein zentraler Ausdruck seines geistlichen Lebens. Die vielfältigen Erfahrungen und Einblicke, die schwierigen und auch humorvollen Erlebnisse, die der Herr ihm in den nun fast 70 Jahren als Beter geschenkt hat, machen dieses Buch zu einem kostbaren Schatz für jeden, der enge Gemeinschaft mit dem sucht, der selber der größte Fürbitter ist. Paperback, 304 Seiten ISBN: 978-3-981131-16-1

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Karen & Chuck Cohen

Heimkehr zu den Wurzeln

Wenn wir unsere Glaubenswurzeln entdecken und erkennen, so erlangt der Leib Christi Macht und Kraft und Stärke. Die Kirche hat sich fatalerweise im zweiten Jahrhundert von den jüdischen Wurzeln getrennt. Dadurch wurde die Theologie mit einer gefährlichen Mischung aus Wahrheit und Irrtum verknüpft. Chuck und seine Frau arbeiten hervorragend die tiefen Bedeutungen des Alten Testaments heraus. Immer wieder gehen sie auf die Wurzelbedeutung des jeweiligen Wortes ein. Ein Buch, das in Israelkreisen seinen festen Platz haben sollte. Darüberhinaus ist es für jeden Christen wichtig zu wissen, worauf unser Glaubenshaus gebaut ist. Es eignet sich für das persönliche Studium, als Leitfaden für Hauskreise und auch zur Predigtvorbereitung. Paperback, 320 Seiten ISBN: 978-3-944603-01-8

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Chuck Cohen

Warum Gott Nationen richtet

Jesus wird als König der Juden zu Seinem Volk Israel nach Jerusalem zurückkehren. Aber Er ist auch der König der Könige, der Herr über alle Nationen. Die vorliegende Schrift legt in zwei Lehrabschnitten von Chuck Cohen grundlegende Prinzipien für Gottes Beurteilung von Nationen dar. Es ist wichtig, dass der Leib Jesu diese Zusammenhänge kennt, um die sich entfaltenden Geschehnisse in unserer Welt einordnen und den Gebetsauftrag Jesu angemessen erfüllen zu können. „Deshalb sollt ihr so beten ... Dein Reich komme, Dein Wille geschehe ...“ (Mt 6,9-10) Zusätzlich zu dieser grundlegenden Orientierungshilfe werden in einem einleitenden, kurzen Abschnitt Gedanken zur aktuellen Situation wiedergegeben, die in Anregungen zum Gebet münden. Geheftet, 28 Seiten

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