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Inhalt

Vorwort .................................................................. 4 Eine unerträgliche Spannung ................................. 5 Deutliche Hinweise auf die Existenz Gottes ........ 10 Die Bibel: Legenden oder Tatsachenbericht? ...... 21 Die biblische Prophetie ........................................ 26 Was sagt die Bibel zu Leid und Unrecht? ............ 39 Die Argumente der Atheisten ............................... 52 Der Bruch zwischen Gott und den Menschen ...... 59 Warum muss Gott Ungerechtigkeit zulassen? ...... 65 Die Ewigkeitsperspektive .................................... 69 Wieso sind wir „Sünder“? .................................... 77 Das wunderbare göttliche Angebot ...................... 82 Gerecht vor Gott - ein Geschenk .......................... 89 Gottes verborgenes Handeln ................................ 95 Gottes Gedanken sind höher als unsere ............. 106

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Vorwort Die Frage „Wie kann ein guter, gerechter, allmächtiger Gott das Leid und die Ungerechtigkeit in der Welt zulassen?“ macht nur Sinn, wenn Gott existiert. Folgerichtig wird diese Frage auch stets als Hauptargument benutzt, um die Nichtexistenz Gottes zu beweisen. Aber wenn es Gott nicht gibt, erledigt sich die Frage von selbst. Doch die Verhältnisse sind nicht einfach nur Schwarz-Weiß. In diesem Buch werden zahlreiche Hinweise aufgezeigt, die die Existenz Gottes nahezu zwingend beweisen. Die Frage muss dann also neu folgendermaßen lauten: „Wie kann ein real existierender, guter, gerechter, allmächtiger Gott das Leid und die Ungerechtigkeit in der Welt zulassen?“ Erst nun erhält die Frage ihre Brisanz, erst nun wirft sie die unerträgliche Spannung auf, mit der wir leben und die uns oft so hilflos macht. Erst nun macht es auch Sinn, nach den Antworten zu suchen. Diese Antworten gibt es tatsächlich, und sie können unserem Leben Hoffnung, Zuversicht und einen ganz neuen Inhalt geben. Ich wünsche allen Lesern, dass auch sie befriedigende Antworten auf ihre Fragen finden. Werner Harke

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EINE UNERTRÄGLICHE SPANNUNG

Der Gott, wie er uns in der Bibel dargestellt wird, ist ein Gott der Liebe, der Güte und der Gerechtigkeit. Die Welt um uns herum, wie wir sie täglich erleben, ist eine Welt der Not, des Leides und der Ungerechtigkeit. Zwischen diesen beiden Polen tut sich eine unerträgliche Spannung auf, die sich auf den ersten Blick unmöglich lösen lässt. Und doch gibt es Hinweise, die diesen unerträglichen Gegensatz aufzulösen vermögen. Der Widerspruch zwischen einem guten, gerechten Gott und der allgegenwärtigen Ungerechtigkeit in der Welt ist nicht unabdingbar fest5


geschrieben. Es gibt Antworten, und zwar rationale, nachvollziehbare Antworten. Dies aufzuzeigen, ist das Anliegen dieses Buches. Es geht um die sogenannte Theodizee-Frage, die Frage, warum ein real existierender, guter Gott so unendlich viel Leid und Ungerechtigkeit zulassen kann. An dieser Frage scheitern viele zunächst gläubige Menschen in ihrem Glauben. Diese Frage ist auch das häufigste Argument, das immer wieder gegen eine mögliche Existenz Gottes vorgebracht wird. Aber für die Theodizee-Frage gibt es Antworten. In letzter Konsequenz ist dieser Widerspruch sogar logisch und notwendig. Gott MUSS Ungerechtigkeit und Leid zulassen! Um es ganz provokativ auszudrücken: Die Ungerechtigkeit in der Welt und die Existenz eines liebenden Gottes sind kein Widerspruch, sondern eine zwingende Notwendigkeit. Die Rede ist hier von dem Gott der Bibel (warum es nur diesen Gott betrifft, wird später noch erläutert). Die Welt, in der wir heute leben, betrachten wir gewöhnlich als die reale Welt. Unsere Welt ist die Realität. Die Welt dagegen, wie sie die Bibel beschreibt, halten wir gewöhnlich für altertümlich, legendenhaft und unrealistisch. Und da unsere reale Welt desolat, brutal, unheil und ungerecht ist, kann man die Aussagen der Bibel nicht einfach in unsere Welt übertragen. Dies ist das Verständnis, mit dem wir leben und das uns prägt. 6


Aber eben das gleiche Weltbild, wie wir es täglich erleben, vertritt auch die Bibel. Die biblische Weltsicht ist keineswegs irreal, märchenhaft oder mythisch. Die Welt der Bibel war genauso voller Leid, Not, Ungerechtigkeit, Krieg und Katastrophen, wie sie es auch heute ist. Trotzdem verkündet uns die Bibel unbeirrt einen guten, allmächtigen, gerechten Gott - sogar bis zu der extremen Aussage: „Gott ist Liebe“. Ist das nur biblische Ungereimtheit, Naivität oder Weltfremdheit? Oder steckt eine tiefere, verborgene Wahrheit dahinter? Wie kann dies je zu vereinbaren sein - auf der einen Seite leidende, verzweifelte Menschen und auf der anderen ein liebender, gerechter Gott? Die Not und Ungerechtigkeit in der Welt ist das Hauptargument vieler aufrichtiger Menschen, die Gott suchen, aber immer wieder gegen dieses gewaltige intellektuelle Hindernis anrennen. Wegen dieses Widerspruchs können die meisten Menschen nicht an Gott - insbesondere einen guten, gerechten Gott - glauben. Das Leid in der Welt und die Existenz eines liebenden Schöpfers scheinen unvereinbar zu sein. Sie schließen einander offensichtlich aus. Denn wenn es tatsächlich einen Gott gibt, der diese Welt geschaffen hat, dann hat er offensichtlich eine misslungene, grausame, erbarmungslose Welt geschaffen. Jeder, der schon persönlich tiefes Leid erfahren hat, wird dem zustimmen. Es gibt daher eine einfache Gleichung, die diesen Widerspruch auf einen Nenner bringt: 7


Wenn es einen ALLMÄCHTIGEN Gott gibt, der das Böse verhindern kann, es aber nicht tut, dann ist er nicht GUT. Wenn es aber einen GUTEN Gott gibt, der das Böse verhindern möchte, es aber nicht kann, dann ist er nicht ALLMÄCHTIG. Ein Gott aber, der entweder nicht gut oder nicht allmächtig ist, ist überhaupt kein Gott. Jedenfalls kein Gott, den man sich wünschen würde oder dem man sein Leben anvertrauen möchte. Einen Gott, der nicht helfen kann oder will, kann man vergessen. Das haben viele hervorragende Denker, Theologen, Philosophen so formuliert und das empfindet auch jeder gewöhnliche Mensch. Wenn Gott existiert, dann muss das ein Gott sein, der gegen Leid und Ungerechtigkeit angeht und etwas dagegen unternimmt. Weil das offensichtlich bei dem biblischen Gott nicht der Fall ist, haben viele Menschen den Glauben an diesen Gott aufgegeben. Die Fakten sprechen offenbar eine zu deutliche Sprache gegen diesen Gott. Was hat die oben aufgeführte Gleichung für Folgen auf unser Leben? Diese einfache, anscheinend unbestechliche Gleichung hat ganz bestimmte Folgen, die sich auf unser gesamtes Werteverständnis und unsere persönliche Lebensführung auswirken. Wer nicht mehr 8


mit einem Gott - in diesem Fall dem biblischen Gott - rechnet, lebt anders als jemand, der dies tut. Er wendet sich dann in der Regel einem anderen Weltverständnis oder einer anderen Religion zu. Die einfachste und naheliegendste Reaktion ist gewöhnlich die völlige Abkehr von allen Glaubenssystemen. Er verwirft jeglichen Glauben an eine übernatürliche Instanz. Stattdessen schafft er sich ein eigenes, rationales Weltbild ohne eine übernatürliche Instanz. Gewöhnlich nimmt darin der eigene Verstand die Stelle Gottes ein. Er schafft sich ein eigenes Denksystem, in dem Vernunft ud Logik regieren, aber Gott nicht mehr vorhanden ist. Eine Person, die dies konsequent vollzieht, wird folgerichtig zu einem Atheisten. Für ihn gibt es keine höhere Instanz mehr. Diese Position geht an ihn selbst - er wird sein eigener Herr und „Gott“. Das ist heute in unserer rationalen, aufgeklärten Gesellschaft das vorherrschende Lebensprinzip. Daneben gibt es noch andere, weniger konsequente Ausweichmöglichkeiten (auf die wir noch zu sprechen kommen), aber dies ist im Allgemeinen die „normale“ Reaktion auf die Frage nach der Ungerechtigkeit und dem Leid in der Welt, um die es in diesem Buch geht. So haben wir also doch einen unlösbaren Widerspruch vor uns? Um diese Frage zu klären und diesen Widerspruch aufzulösen, müssen wir etwas ausholen.

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DEUTLICHE HINWEISE AUF DIE EXISTENZ GOTTES

Die erste Frage, die geklärt werden muss, lautet daher: Gibt es irgendwo, irgendwelche Hinweise, die für die Existenz des biblischen Gottes sprechen? Solche Hinweise scheinen ja irgendwo vorhanden zu sein, denn sonst würden nicht immer wieder Menschen neu zum Glauben an diesen Gott kommen. Darunter auch sehr rational eingestellte, wissenschaftlich gebildete, hochintelligente Personen. Ist das alles nur ein reines Glaubensspiel ohne rationale, nachweisbare Argumente? Schwer vorstellbar. Dann würden solche nüchternen, rational eingestellten Personen wohl kaum zum Glauben kommen. Aber genau dies geschieht. Es müssen also auch rationale Gründe vorhanden sein, die für die Existenz Gottes sprechen. 10


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