ReinhardHirtler
Befreit
DeinLebenimSiegüberdieSünde
Aufbruch-Verlag
TitelderOriginalausgabe:Freedom
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1.Auflage2021
ÜbersetzungausdemEnglischen:KarinDetert Satz:Aufbruch-Verlag
Coverdesign:NorbertElnar
Druck:PrintgroupSp.zo.o.
ISBN:978-3-926395-95-5
WährendeinerReisedurchdenNordostenBrasiliensimJahr2014 sahenReinhardundDebidieschrecklicheNotunterdenKindern dort.Seitdemhabensie,bewegtvomHerzenGottes,beschlossen, sichdafüreinzusetzen,dieseRealitätzuverändern.Siegründeten BrazilianKidsKare,einegemeinnützigeOrganisation,derenZieles ist,dasLebenvonbedürftigenundvernachlässigtenKindernin BrasilienzuverändernundihnendurchdieBegegnungmitGottes LiebeWertschätzung,HoffnungundZukunftzugeben.
IhrlangfristigesZielistes,100Waisenhäuserund KindertagesstätteninBrasilienzubauenundsodazubeizutragen, dasSchicksalunddieZukunftdieserNationzuverändern.Sie wollenauchanderebewegenundihnenhelfen,dasGleichezutun: ihrLebenundihreMittelzugeben,umdieZukunftdieserKinder zuverändern.JederCentdesGewinnsausallenBüchernvon ReinhardgehtentwederandieseArbeitinBrasilienoderindie Missionsarbeit.
MehrInformationenzudiesemProjektsowiedieMöglichkeit,sich fürdenmonatlichenNewsletteranzumelden,findenSieunter www.braziliankidskare.org.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort7
1DerUnterschiedzwischenSündeundSünden9
2Wasbedeutetes,zusündigen?17
3SiegüberdieSünde25
4DaskraftvolleGesetz33
5DerSündeabgestorben41
6DiedreiWerkederGnade49
7DerUmgangmitderVersuchung59
8DieMachtunsererGedanken67
9AmAnfang77
10DiewunderbareFairnessdesKreuzes83
11ToteWerke91
12ImGeistwandeln99
13ImGeistwandeln-Fortsetzung107
14HilfreicheSchlüssel115
15ReifeisteinProzess121
16ReifeisteinProzess-Fortsetzung129
17DieBedeutungunseresCharakters135
18Voninnenherausleben143
19UnserewahreIdentität151
20UnserewahreIdentität-Fortsetzung161
21DieKraftderHingabe169
Kapitel1
DerUnterschiedzwischenSündeund Sünden
DasWort Sünde (Singular)wirdimNeuenTestamentaustauschbarverwendet.EsbeziehtsichhäufigeraufunseresündigeNatur alsaufdieSünden,diewirbegangenhaben.InRömer6,14heißtes: „DenndieSündewirdnichtübereuchherrschen,denn ihrseidnichtunterGesetz,sondernunterGnade.“(ELB) HiergehtesumunseresündigeNatur.DerKlarheithalberwerde ichdasWort Sünde (Singular)indiesemBuchverwenden,wennich michaufunseresündigeNaturbeziehe,unddasWort Sünden (Plural),wennichmichaufSündenbeziehe,diewirbegangenhaben. GottvergibtunsereSündenicht.DasmagfürVieleeineschockierendeAussagesein–abermachdirkeineSorgen,ichwerdeeserklären. DaSündeunseresündigeNaturist,dieunsdazubringt,Sündenzu begehen,brauchtsiekeineVergebung.Siemussvollständigzerstört werden.Deshalbhabeichgesagt,Gottvergibtunsere Sünde nicht–aberselbstverständlichvergibteralleunsere Sünden. SündeistdieNatur,diewirvonAdamgeerbthaben.Jesusist nichtnuramKreuzgestorben,umunsunsereSündenzuvergeben, sondernauch,umdiesündigeNaturzuzerstören,dieunsdazu bringt,Sündenzubegehen.
DerBaum
UnseresündigeNaturistwieeinBaum,derFrüchtehervorbringt.DieFrüchtestehenfürunseresündigenHandlungen.Häufig
pflückenChristenimmerwiederdiefaulenFrüchtevonihremLebensbaum.SiekonzentrierensichaufihresündhaftenHandlungen, diedieFrüchtedarstellen.Sieversuchenständigmitdemsündhaften Verhaltenaufzuhören,wasihnenaberseltenauflangeSichtgelingt. Esist,alshättemaneinenBaum,dergiftigeFrüchteproduziert,die ständignachwachsen.DieFrüchtevondiesemBaumabzupflücken, isteinaussichtsloserKampf,weilsieeinfachimmerwiedernachwachsen.WirmüssendenBaumbiszurWurzelfällen.Solangedu diesenBaumamLebenlässt,werdendieFrüchteweiterwachsen. DasGleichegiltfürsündigeVerhaltensweiseninunseremLeben.
Wennwirständigversuchen,diesesündigenVerhaltensweisenloszuwerden,sindwirvonderGnadezudenWerkenabgeglitten.Der BaumistnochamLeben,undwirversuchen,dieFrüchtezuentfernen.DasistabereinsehrfrustrierendesVorgehen,dennsolangeder BaumamLebenist,werdendieFrüchtenachwachsen,egalwiesehr wirunsauchbemühen,sieloszuwerden.
WennwirimSiegüberunsereSündenlebenwollen,dürfenwir nichtlängerversuchen,denSiegüberunsereSündenzuerlangen. Ichhöreförmlich,wieLeutemirlautentgegenrufen:„Wiekannst dusoetwassagen?!Natürlichmüssenwirversuchen,Sündezubesiegen!“AufkeinenFall!Solangewirversuchen,denSiegüberunser sündhaftesVerhaltenzuerlangen,tunwirnichtsanderes,alsdie giftigenFrüchtevomBaumzupflücken.Stattdessenmüssenwir denBaumbiszudenWurzelnabschlagen.DannkannerkeineweiterenFrüchtehervorbringen.Wennwirständigversuchen,weniger Früchte(sündigeHandlungen)zuproduzieren,sindwirineine ReligionderWerkeabgerutscht.DadurchverleugnenwirdieMacht desKreuzes,diedasZentrumdesChristentumsist.
Solldasheißen,dassSelbstdisziplinimLebeneinesChristenunwichtigist?Nein,dassollesnatürlichnichtheißen.Selbstdisziplin isteinTeilderFruchtdesGeistes.Ichbinüberzeugt,dasseindiszipliniertesLebenfürunssehrwichtigist,umdieZieleGotteszu erreichen.JedochwirdeindiszipliniertesLebennichtunseresündi-
DerUnterschiedzwischenSündeundSünden geNaturzerstören.DashatdasKreuzschongetan.Aberdaskönnen wirnurimGlaubenandasamKreuzvollendeteWerkJesuChristi empfangen.UndnichtdurchunsereSelbstdisziplin.
Christen,dieversuchen,ihresündigenVerhaltensweisendurch Disziplinzuüberwinden,werdenzumodernenPharisäern.(Ich weißdas,daichfrühereinführenderPharisäerwar.)Gottmag keinenPharisäer-Geist.DiePharisäerkonzentriertensichaufihre gutenWerke.DadurchzerstörtensiedasLebenvielerMenschen. WennwirSündeninunserereigenenDisziplinüberwinden,besteht dieGefahr,dasswirsehrstolzwerden,unsunsererWerkerühmen unddiejenigenverurteilen,dieunserenMaßstabnichterreichen. WirheimsendenRuhmselberein,anstattGottdieEhrezugeben. Menschen,diesichundihreLeistungenständigselberrühmen,glaubennichtwirklichandasvollendeteWerkdesKreuzes.Siesagen vielleicht,dasssieestun,abertiefinihremHerzensindsienicht davonüberzeugt.DeshalbmüssensieständigaufihreeigenenWerkeaufmerksammachen.DieZerstörungunserersündigenNatur undderSiegüberdieSündeistalleineinWerkderGnade.Wir dürfenaufkeinenFallversuchen,nachzuhelfen.Tunwiresdennoch,entmachtenwirdieGnade.WirkönnenGnadenichtdurch unsereeigenenWerkeerlangen.WirkönnensienurimGlauben empfangen.SchauenwirunsRömer11,6an:
„WennaberausGnade,soistesnichtmehrumder Werkewillen;sonstistdieGnadenichtmehrGnade; wennaberumderWerkewillen,soistesnichtmehr Gnade,sonstistdasWerknichtmehrWerk.“(SCH)
EntwederGnade oder Werke;diesebeidenkönnennichtmiteinandervermischtwerden.EsgibtkeineGrauzone,sondernnur schwarzundweiß.DaunseresündigeNaturdaseigentlicheProblemist,undnichtdieSünden,diewirbegehen,mussunserFokus aufdemvollendetenWerkdesKreuzesliegen,undnichtaufunserer eigenenFähigkeit,Sündezuüberwinden.Wirmüssenimvölligen
VertrauenaufdiesesvollendeteWerkdesKreuzesleben.Wennwir dasnichttun,werdenwirnichtnurerfolglosdarinsein,Sündein unseremLebendurchunsereeigeneDisziplinzubesiegen,sondern wirverleugnenauchdasWerkdesKreuzes.
DerRömerbrief
IchbindenRömerbriefdurchgegangenundhabejedeSchriftstellenachgeschlagen,inderdasWortSünde,Sündenodersündigen erwähntwird.AlsichmirdasgriechischeOriginalansah,fandich heraus,dassdasSubstantivSündevierzigMalvorkommt,während dasVerbsündigennursiebenMalinsechsVersenbenutztwird.
Esistoffensichtlich,dassderApostelPaulusindiesemBriefnicht dasProblemanspricht,dassChristensündigen.NureineinzigesMal indiesensechsVersen,indenendasVerbverwendetwird,bezieht essichtatsächlichaufdieChristen.InRömer6,15sagter:
„Wasnun,sollenwirsündigen,weilwirnichtunter Gesetz,sondernunterGnadesind?Dasseiferne!“
(ELB)
DerRömerbriefsagtganzklar,dasssichdasKreuzumunseresündigeNaturgekümmerthat.DeshalbbrauchenChristennichtzu sündigen.Ichmöchtedichdaranerinnern,dassbeiderVerwendung desSubstantivsSündevonunserersündigenNaturgesprochenwird, währendbeiderVerwendungdesVerbssündigenvonderSündedie Redeist,diewirbegehen.DasSubstantivSündeistwieeinBaum, währenddasVerbsündigenfürdieFruchtsteht,diederBaumhervorbringt.
DieKirchehatübervieleJahrhundertehindurchdenFehlergemacht,sichaufdasSündigenzukonzentrieren,anstattdarüberzu lehren,wasmitdersündigenNaturamKreuzgeschehenist.NatürlichkönnenwirSündigennichtaufdieleichteSchulternehmen, denndastutdieBibelnicht.Abereswäreoberflächlichundreligiös,unserenFokusaufdenVersuchzulegen,nichtzusündigen,
DerUnterschiedzwischenSündeundSünden
währendwirdiebiblischeWahrheitignorieren,dassunseresündige Naturtotist.DieswirdunsnurineinenTeufelskreisbringenund inFrustundVerdammnisführen.WennunsereHerzenersteinmal begreifen,wasPaulusdieRömerlehrte,dassunserFokusdarauf liegenmuss,wasmitunserersündigenNatur(SündealsSubstantiv) geschehenist,dannwirddasSündigen(alsVerb)ganznatürlich besiegtwerden.
WassagtdieBibelhierzu?
LesenwireinmalaufmerksamallesechsVerse,indenendasVerb sündigenimRömerbriefverwendetwird.Ichmöchtedichdaran erinnern,dassdiesdieeinzigenMalesind,indenenPaulusesim gesamtenBriefgebraucht:
Römer2,12:„DennsovieleohneGesetzgesündigthaben, werdenauchohneGesetzverlorengehen;undsoviele unterGesetzgesündigthaben,werdendurchGesetzgerichtetwerden.“(ELB)
Römer3,23:„dennallehabengesündigtunderlangen nichtdieHerrlichkeitGottes“(ELB)
Römer5,12:„Darum,wiedurcheinenMenschendie SündeindieWeltgekommenistunddurchdieSünde derTodundsoderTodzuallenMenschendurchgedrungenist,weilsieallegesündigthaben.“(ELB)
Römer5,14:„AberderTodherrschtevonAdambisauf Moseselbstüberdie,welchenichtgesündigthattenin derGleichheitderÜbertretungAdams,dereinBilddes Zukünftigenist.“(ELB)
Römer5,16:„UndesverhältsichmitdemGeschenknicht so,wiemitdem,wasdurchdeneinenkam,dersündigte.
DenndasUrteil[führt]ausdereinen[Übertretung] zurVerurteilung;dieGnadengabeaber[führt]ausvielenÜbertretungenzurRechtfertigung.“(SCH)
Römer6,15:„Wasnun,sollenwirsündigen,weilwir nichtunterGesetz,sondernunterGnadesind?Dassei ferne!“(ELB)
InfünfdiesersechsVersesprichtPaulusnichtvonChristen,die sündigen,sondernvondenjenigen,dienichterrettetsind.Dieszeigt deutlich,dassdasProblemimLebeneinesChristennichtdasSündigenansichist.DaseinzigeMal,woerChristenanspricht,istin Kapitelsechs,Versfünfzehn,alsersagt:„Natürlichsollenwirnicht sündigen“.
UntersuchenwirjetzteineSchriftstelle,indererdasSubstantiv Sündeverwendet.
„DennwennwirverwachsensindmitderGleichheit seinesTodes,sowerdenwiresauchmitder[seiner]Auferstehungsein,dawirdieserkennen,dassunseralter Menschmitgekreuzigtwordenist,damitderLeibder Sündeabgetansei,dasswirderSündenichtmehrdienen.Dennwergestorbenist,istfreigesprochenvonder Sünde.“Römer6,5-7(ELB)
DreimalverwendetderApostelPaulusdasWortSündeindiesem Vers.JedesMalstehtdasSubstantiv,wasbedeutet,dasseskeine Handlungist,diewirbegehen.Erdrücktsehrdeutlichaus,dass deralteMenschmitChristusgekreuzigtwurde,damitdiesündige Naturzerstörtwird,wasdieFreiheitvonderSklavereiderSünde zurFolgehat.
DieKraftdesnehmendenGlaubens
PaulusschließtseineArgumentationinVerssiebendamitab,dass derjenige,dergestorbenist,vonderSündebefreitwordenist.Da
DerUnterschiedzwischenSündeundSünden
diesinderVergangenheits-undnichtinderZukunftsformgeschriebenist,handeltessichnichtumeineVerheißung,sondernumdie AussageeinerTatsache,überetwas,dasbereitsstattgefundenhat. Alles,wasbereitsdurchdasvollendeteWerkdesKreuzesgeschehen ist,kannmansichnurdurchGlaubenaneignen.
NehmenderGlaubefunktioniertganzeinfach:Manmussaufhörenumdaszubitten,wasunsschongegebenbzw.fürunsgetan wurde,undstattdessenanfangendafürzudankenundimGlauben danachzuhandeln.SolangeduGottdarumbittest,dirdenSieg überdieSündezugeben,wirstduihnnichterleben.Esgibtnichts, wasGottnochtunkönnte,daerbereitsalles,wasnotwendigwar, getanhat.DumusstvonganzemHerzenglauben,dassdas,wasGott sagt,absolutwahrist.
DasGebetdesnehmendenGlaubens
IchmöchtedichgernemithineinnehmenineinGebetdesnehmendenGlaubens.Woauchimmerdubist,bringdeinHerzzur RuheundsprichfolgendeErklärungnach:
VaterimHimmel,ichdankedirfürdasOpferdeinesSohnesJesus. Ichglaube,dassdasWerkamKreuzvollständigundausreichend ist.ImeinfachenGlaubenerkläreich,dassmeinesündigeNaturam Kreuzzerstörtwurde.IchbinfreivonderMachtderSünde.Sünde kannmichnichtlängerkontrollieren.Ichdankedir,dassdasAuferstehungslebenJesuinmirist.Ichbinfrei!
WiederholediesesGebetsolange,bisdeinHerzdavonüberzeugt ist.