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Das bin ich Wolfhard Margies


Das bin ich Wolfahrd Margies

Die Bibelstellen sind zitiert aus: Die Bibel. Revidierte Elberfelder Übersetzung © 1985/1991/2006, SCM R. Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten und der Lutherbibel.

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Verfielfältigung in irgendeiner Form oder Verarbeitung durch elektronische Systeme ohne schriftliche Einwilligung des Autors und des Verlages sind verboten.

© Copyright der deutschen Ausgabe, 2007 Aufbruch-Verlag der Gemeinde auf dem Weg e.V. Waidmannsluster Damm 7 c-e, 13507 Berlin Tel: +49 (0)30-85 79 19 444 Fax: +49 (0)30-85 79 19 80 E-Mail: info@gadwmedien.de http://www.gadwmedien.de 4. Auflage 2014 ISBN 978-3-926395-53-5 Druck: Printgroup Sp. zo.o. Satz: Aufbruch-Verlag Cover: birddog GmbH


I. Wichtige Gedanken und Prinzipien zur Einführung Wir alle haben das Verlangen zu sehen, wie unser Leben mit Jesus von Kraftwirkungen begleitet und bestimmt ist. Diese kommen jedoch nicht irgendwie zustande, auch nicht durch intensives Wünschen und Begehren allein oder die Einsicht in ihre Notwendigkeit, sondern allein dadurch, dass wir selbst erst einmal in unserer Innenperson durch den Heiligen Geist und durch das Wort Gottes mit Kraft, Zuversicht und einem neuen Bewusstsein der Stärke erfüllt werden. Sprüche 14,14b: „Von seinen Wegen wird satt, wer abtrünnigen Herzens ist (Er wird mit Unheil, Unglück und Verderben gesättigt werden) und der gute Mann wird satt werden von dem, was in ihm ist.“ Das Gute in ihm sättigt ihn , d.h. es tritt dann heraus, um zur guten Erfahrung zu werden. Ist in uns keine Kraft und kein Leben, kommt auch keine Kraft und kein Leben heraus. Das ist ein einfacher und logischer Sachverhalt, an den sich Gott hält. Gott handelt für uns nur über unsere Zustimmung und Autorisierung, das heißt über unseren Glauben. Dieses Handeln Gottes tritt nur ein, wenn wir unser Herz, unsere Gedanken, unseren Geist mit dem Evangelium, dem Wort Gottes und dem Heiligen Geist füllen. Ein durch diese göttlichen Kräfte gefüllter Geist ist ein reifer, erstarkter und mündiger Geist. Er ist die Quelle der Kraft, die aus uns heraus fließt, und er schafft in uns jenes Überwindungsbewusstsein und Siesgesmentalität, aus der Glaube erwächst und die zu neuem Glauben ermutigt und befähigt. Von dieser Gesetzmäßigkeit ist im Worte Gottes von der ersten bis zur letzten Seite die Rede. Wir müssen uns also diesen Sachverhalt vergegenwärtigen und anerkennen, nämlich dass schöne und heilende Erfahrungen, Wunder und Gebetserhörungen sich nicht zufällig und unberechenbar einstellen, gleichsam als schöne Überraschung, sondern dass sie von Gott schon längst zur Verfügung gestellt worden sind. Davon müssen wir in einem solchen Maße überzeugt sein, dass unser ganzes Denken, unsere Fantasie und unser Herz davon erfasst sind: Mein erstarkter Geist, der Leben ist (siehe Römer 8, 10) und letztlich Jesus selbst ist (siehe Kolosser 3,4) soll vom göttlichen Wort so erfasst und erfüllt sein, dass er kraft der Realität von Gottes Geist in ihm und der Gewissheit des Sieges sich als ein triumphierender Geist erlebt, der 3


sich über die Probleme und Herausforderungen der aktuellen Situationen erhebt, bevor diese sichtbar bewältigt sind. Die Botschaft lautet: Jeder unter uns soll wissen, dass der Weg dorthin frei zugänglich ist und somit alle Voraussetzungen für uns gegeben sind, in diese Verfassung von Sieghaftigkeit, Triumph, Vorfreude und Gewissheit des Überwindens hineinzukommen. Wir müssen uns der Lügen entziehen, dass das alles ein Privileg einiger weniger ist. Eine erfolgreiche Nachfolge, in der wir regelmäßig und systematisch erfahren, wie der Herr uns befähigt, Widerstände und Probleme zu überwinden, setzt diese neue Geisteshaltung, dieses Bewusstsein, geliebt, bejaht, gesegnet und befähigt zu sein, voraus. Das Kernproblem mit der schwachen und weitgehend ohnmächtig danieder liegenden westlichen Christenheit liegt weitgehend darin begründet, dass wir unter dem Beschuss und der Indoktrinierung von allen möglichen Gedanken, Ideen, Fakten und Philosophien nicht wirklich wissen, was unsere Identität durch Christus als wiedergeborene Gläubige ist. Starksein im Herrn ist uns regelrecht befohlen (siehe Josua 1,5-9) und ist deswegen möglich und folglich auch erlernbar! Nachfolgend seien vier Ebenen aufgezeigt, auf denen wir uns das aneignen sollen. Drei dieser Lernbereiche werden nur kurz vorgestellt, einer, der unter zweitens erwähnt wird, soll anhand von ausgewählten Schriftaussagen ausführlicher dargestellt werden und ist der eigentliche Inhalt dieses Breviers. Sie sind insofern besonders wichtig, als sie unsere neue Identität exakt beschreiben. Diese Schriftworte geben Auskunft darüber, wer wir in Christus sind und wie das zu unserer wahren Natur wird, so dass wir dadurch selbstverständlichen Zugang zu allen Segnungen unserer schriftlich verbürgten Erbschaft bekommen. Die nachfolgende Zusammenstellung von Bibelversen bringt also nicht so sehr eine Sammlung von Schriftworten für alle möglichen Fälle und Bedürfnisse des Lebens. Diese können durchaus sehr nützlich sein, weil sie die konkrete Bereitstellung göttlicher Segnungen beschreiben. Derartige Schriftstellensammlungen für konkrete Notsituationen und Herausforderungen gibt es aber schon in größerer Anzahl auf dem Markt. In diesem Heft geht es vor allem um das Training hin zu der Entwicklung unserer neuen Person nach stattgehabter Wiedergeburt, und es geht darum zu lernen, dass wir danach neu denken und neu wollen können und sollen, und dass 4


wir unsere übernatürliche Ausstattung wahrnehmen, was uns starke Wachstumsimpulse für die Entwicklung unseres inneren Menschen, des Geistes, vermitteln wird. Wer das verstanden und ergriffen hat, hat eigentlich fast alles. Er weiß, was er ist und was er hat, was ihm zusteht und wie er den göttlichen Willen kraft seiner neuen Natur gegen alle Widerstände durchsetzt. Er ist stark, er ist mutig, er sieht die Schwierigkeiten als Herausforderungen an, auf höhere Ebenen von Sieg und Leben zu gelangen, er ist überzeugt von der Realität der Verheißungen Gottes und erlebt sie und genießt sie in sich, bevor er sie in Gestalt von Gebetserhörungen und anderen Außensegnungen erlebt. Die einzelnen Schritte, die zur Erneuerung des Denkens und Glaubens und damit zu unserer neuen Identität führen, werden nachfolgend unter zweitens im Einzelnen dargestellt.

Die vier Ebenen von Wachstum unseres inneren Menschen, des neuen Geistes 1. Ernährung und Füllung unseres Geistes mit dem Wort Gottes. Nach 1. Petrus 1, 22 u. 23 werden wir aus dem Samen des Wortes Gottes wiedergeboren, wobei dieser Same in uns bleibend wirkt und Wahrheitsliebe, Befähigung zum Gehorsam und Bruderliebe in uns freisetzt: „Habt ihr eure Seelen gereinigt im Gehorsam der Wahrheit zu ungefärbter Bruderliebe, so habt euch untereinander beständig lieb aus reinem Herzen. Denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort Gottes, das da bleibt.“ Noch anschaulicher gibt 1. Korinther 3, 1-3 den Prozess der Ernährung des Wachsens unseres Geistes wieder: „Und ich, liebe Brüder, konnte nicht zu euch reden wie zu geistlichen Menschen, sondern wie zu fleischlichen, wie zu unmündigen Kindern in Christus. Milch habe ich euch zu trinken gegeben und nicht feste Speise; denn ihr konntet sie noch nicht vertragen. Auch jetzt könnt ihr‘s noch nicht, weil ihr noch fleischlich seid. Denn wenn Eifersucht und Zank unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und lebt nach Menschenweise?“ 5


Wiedergeboren-Sein bedeutet, dass unser Geist aus Gottes Geist und dem Worte Gottes geboren wird. Wird der Geist aber geboren, dann verfügt er anfangs über einen babyhaften Reifegrad und ist wachstumsbedürftig. Wenn wir als Gesamtperson geistlich wachsen, wächst eigentlich unser Geist, der innere Mensch. Das führt zur Reife, Mündigkeit und Liebe sowie Ausbildung aller anderen geistlichen Tugenden. Praktisches Verfahren: Jeder Nachfolger sollte täglich die Bibel lesen, und zwar kapitelweise und in größeren Bezügen, um Kenntnis von Zusammenhängen und Hintergründen zu gewinnen und er sollte obendrein täglich das Wort essen, das meint nur wenige Verse intensiv erarbeiten, verdauen, durchsinnen, auswendig lernen, wiederholen, bekennen und so in sich assimilieren und Teil der eigenen Persönlichkeit werden lassen. 2. Sicherung der neuen Identität durch Glaubensschritte (siehe den Hauptinhalt dieses Heftes). 3. Wandel mit dem Heiligen Geist Der Judasbrief fordert uns auf, dass wir uns selbst aufbauen auf unserem allerheiligsten Glauben unter anderem auch dadurch, dass wir im Geist reden. Wir sollen intensiven Umgang mit dem Heiligen Geist haben, mit ihm Gemeinschaft pflegen, mit ihm reden, auf ihn hören, mit ihm wandeln und leben. Ohne diesen Anteil an Gotteserfahrung würde alles, was unter 1. und 2. gesagt worden ist, zu mechanisch, zu streng, zu technisch sein und Gefahr laufen, abzukippen in Wort-Gesetzlichkeit und Enge. Im Heiligen Geist sind komplementär Eigenschaften Gottes enthalten und zum Ausdruck gebracht, die in Richtung Fließen, Leichtigkeit, Offenbarung von Gnade und Freude wie auch Weichheit gehen und die dann in einer gewissen interessanten Spannung dazu übernatürliche Kräfte freisetzen und auch die Geistesgaben. Wir sollen die Kraft des Heiligen Geistes erfahren, der auf uns kommt (siehe Apostelgeschichte 1, 8). Er bringt die „Fremdenergie“, die geschenkte Glaubens- und Genussfähigkeit, die Leichtigkeit des Gehorsams, weil dieser aus der Liebe des Heiligen Geistes fließt. Das sind alles kostbare Erfahrungen, durch die die Schätze des Wortes Gottes eigentlich erst 6


aufgeschlossen werden können. Der Heilige Geist bewirkt in dem gesamten Wachstumsprozess Beziehung zu und Gemeinschaft mit Gott, schafft Leben und Belebtheit, setzt Freude und Emotionen frei und macht das Zunehmen an Reife zu einem Genuss. 4. Daraus folgert, und ist zum Teil sogar identisch mit den beschriebenen spezifischen Erfahrungen des Heiligen Geistes, die Intimität mit Gott. Hier geht es gar nicht mehr um Maßnahmen, Ziele, Anstrengung und Bewältigung von Aufgaben, sondern um Ausruhen und Verweilen in der Gegenwart Gottes, Geliebtsein und sich lieben lassen, Genießen von dickem Frieden und Erkennen der Herrlichkeit Gottes. Bei ihm sein zu wollen und von ihm nicht loskommen zu können und von ihm gesättigt zu sein, das ist das Wesen des intimen Umgangs mit Gott, und das ist unsere eigentliche Bestimmung. Dazu sind wir da. Haben wir das, dann wird uns alles andere als Zulage gegeben werden. Kommen wir zurück zu dem eigentlichen Anliegen, dem Training unserer neuen Identität in systematischen Glaubensschritten. Wie bereits erwähnt, nimmt diese Identität durch Bekehrung und Wiedergeburt ihren Anfang, wodurch wir Kinder Gottes werden, seine Natur durch ein internes Schöpfungsgeschehen eingepflanzt erhalten, um dann aufgefordert zu sein, diese neue Natur durch einzelne Glaubensschritte zur Ausgestaltung zu bringen. 2. Petrus 1, 4: „Er hat uns die kostbaren und größten Verheißungen geschenkt, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur werdet.“ Weil wir kraft dieser neuen Natur Verwandte Gottes geworden sind, seine Kinder sind und seine Gerechtigkeit sind und weil wir Gottes Geist in uns haben, gehört konsequenterweise zur Definition und Beschreibung der neu gewordenen Person all das hinzu, was wir durch die Errettung in Jesus sind und wie die Beziehung zu unserem göttlichen Vater uns charakterisiert und kennzeichnet. Oder noch deutlicher: Unsere neue Art ist mehr als unser eigenes nacktes Wesen. Wir sind immer gleichzeitig wir und der Herr in uns. Die Beschreibung unserer Identität in Christus und die Art, wie wir in diese hinein wachsen, lässt sich in folgenden sechs Kategorien darstellen. Diese beschreiben: 7


1. Wer wir durch Jesus sind und wie die Abhängigkeit von unserem göttlichen Vater uns kennzeichnet. 2. Was an weiteren Eigenschaften und Befähigungen uns durch den in uns wohnenden Heiligen Geist zuteil wird. 3. Was wir nach unserer Bekehrung nicht mehr sind. 4. Welches unsere Berufung in diesem Leben ist. 5. Welches unsere Ausstattung und Schätze sind, die unmittelbar für uns bereit liegen. 6. Welches unser Status durch Jesus ist, d.h. was wir durch ihn können, welches unsere Beauftragung und Verantwortung und vor allem wie unsere Autorität beschaffen ist im Anbetracht eines besiegten Feindes und einer überwundenen Welt. Aus diesem Schriftbefund und seiner Aneignung, der dadurch zu unserem Besitz und zu unserer Natur wird, entwickelt sich ein neues Denken und ein erneuertes Bewusstsein und daraus ein neues und konsolidiertes Selbsterleben und Selbstwertgefühl, Freude, Lebensgenuss und eine geheiligte und geheilte Fantasie mit neuen Gefühlen und befreiter Lebensgrundstimmung. Das ist ein Prozess. Wir beginnen als Frischbekehrte oder vielleicht als nach der Bekehrung nicht Gewachsene sehr niedrig, d. h. ohne große Erlösungsgefühle und Überwindermentalität. Die Bibel nennt diesen Zustand im 1. Korinther 3, 1-3 „noch fleischlich“, obwohl uns durch die stattgehabte Bekehrung schon ein neuer Geist zu Teil geworden ist. Aber dieser ist so schwach und unterentwickelt, dass er sich gegen die Macht der alten seelischen Einstellungen und des nicht erneuerten Denkens noch nicht durchsetzen kann. Die Bilanz lautet: wohl Kind Gottes, aber geistlich noch unterernährt, also noch fleischlich. Dieser Zustand ist gleichbedeutend mit mangelnder Freude, Glaubensarmut, Lustlosigkeit, Enttäuschung, vielfältigen Niederlagen, Sorgen und Zweifeln. Diese aufgelöste Innenverfassung schließt, wie schon mehrfach 8


dargestellt, jegliche sieghafte Erfahrung in der Außenwelt aus und macht es auch schwer, mit einzelnen Durchbruchserfahrungen allein das Innenbefinden umzustimmen. Es ist aber gerade der Sinn dieses Breviers, zur Umkehrung der Reihenfolge zu ermutigen: Unser Geist soll mündig und stark werden, unser Herz mutig und das Bewusstsein voll von Glaubenszuversicht und gewisser Hoffnung im Hinblick auf aktuelle Herausforderungen, wodurch der Sieg erst möglich wird. Der Heilige Geist will uns dabei wohl helfen, aber dennoch sagt das Wort Gottes uns eindeutig, dass wir es sind, die bestimmte Schritte gehen müssen, was in den folgenden drei Schriftstellen besonders deutlich zum Ausdruck kommt. Judas 20,21: „… erhaltet euch in der Liebe Gottes, indem ihr euch auf dem heiligsten Glauben aufbaut und im Geist redet.“ 1. Johannes 3, 19-22: „Hieran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind, und wir werden vor ihm unser Herz zur Ruhe bringen, dass, wenn das Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles kennt. Geliebte, wenn das Herz uns nicht verurteilt, haben wir Freimütigkeit zu Gott, und was immer wir bitten, empfangen wir von ihm. Jesaja 54,17 „Keiner Waffe, die gegen dich geschmiedet wird, soll es gelingen; und jede Zunge, die vor Gericht gegen dich aufsteht, wirst du schuldig sprechen. Das ist das Erbteil der Knechte des HERRN und ihre Gerechtigkeit von mir her, spricht der HERR“. Es ist offensichtlich, dass einige wichtige Entscheidungen und ihre Umsetzungen uns selbst obliegen. Die nimmt uns niemand ab, auch nicht Gott. Er hilft uns dabei, aber wir müssen diese Schritte gehen. Wir selbst müssen uns in der Liebe Gottes erhalten, indem wir uns durch Glaubensworte und Verheißungen aufbauen und mit dem Heiligen Geist kommunizieren. Wir müssen, wenn wir erkennen, dass wir von Verdamnisgefühlen und Minderwertigkeit geplagt werden, die Wahrheit nutzen und mit ihr unser Herz stillen. Die Wahrheit kommt von Gott, aufgeschlossen wird sie vom Heiligen Geist, aber wir müssen diesen Vorgang 9


mit Nachdruck in Gang setzen und unterhalten. Wenn wir bedrängt und beschossen werden von Anklagen, Gerüchten und falschen Schuldgefühlen, dann müssen wir uns Kenntnis der Wahrheit verschaffen und die Wahrheit aktiv gegen alle Verleumdung und Beschuldigung des Teufels anwenden. Auch das ist wiederum unsere Aufgabe. Es kann nicht genug betont werden, dass in der Nachfolge Jesu, auf dem Weg der Heiligung und bei dem Bemühen, Gottes Kräfte im Sichtbaren deutlich werden zu lassen, wir konkrete Schritte gehen und Maßnahmen ergreifen müssen, die alle etwas zu tun haben mit der Umsetzung des Wortes Gottes. Aber es darf auch nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Prozesse nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Kette von Wohltaten und Entspannungserfahrungen darstellen. Wir sollen dabei die Gegenwart Gottes genießen, wir sollen seine Liebe erleben, um als Geliebte und Liebhaber selbst lieben zu können. Wir sollen die Herrlichkeit Gottes erfahren, um mit ihrer Ausstattung allen Belastungen und Anfeindungen standhalten zu können. Und dann darf auch nicht verschwiegen werden, dass Sünde diesen Prozess der Umgestaltung unseres Innenlebens massiv behindert. Sie macht uns schwerhörig, unsensibel, hart und taub. Was ist bei Vorliegen einer solchen Situation zu tun? Sind wir bußwillig, dann sind die Dinge klar. Wir sollten umdenken und umkehren. Sind wir indessen nur die Folgen der Sünde in Gestalt von mannigfaltigem Unglück, Leid oder ist lediglich eine Sehnsucht nach Erneuerung in uns, dann ist zu empfehlen, alle seine Verheißungen und Segnungen in uns hineinzuziehen, damit diese uns umstimmen, neu motivieren, die Sehnsucht nach Freiheit und Heiligung mehren und uns schließlich befähigen, Sünde zu bekennen und Sünde zu lassen, weil uns seine Gegenwart und Liebe lohnender erscheinen als der Genuss von Sünde und einer falschen Haltung. Wir müssen die drei Ebenen der Behinderung durch Sünde in diesem Zusammenhang erkennen. 1. offenbare Tatsünden

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2. Haltungssünden im Sinne der Definition von „SIL“ („Schule Intensives Leben“, ein seelsorgerliches Trainingsprogramm der Gemeinde auf dem Weg) und dem Buch „Ausbrechen“ (Aufbruch-Verlag, 2004). 3. die verborgene und besonders raffinierte Sünde, die darin besteht, dass wir uns auf unsere eigenen Stärken verlassen, was immer die Annahme von Gottes Wort und die zugehörige Erfahrung von Wahrheit und göttlicher Hilfe ausschließt. Noch zwei Empfehlungen, die uns helfen sollen, zu den eigentlichen Fortschritten zu gelangen, bevor wir in das Wortprogramm hineingehen: Uns steht nicht nur das Wort zur Verfügung, sondern auch die Anweisung, wie wir mit dem Wort umgehen sollen. Johannes 8, 31 u. 32: „Jesus sprach nun zu den Juden, die ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ Diese Anweisung ist extrem tiefgründig. Jesus empfiehlt uns, bestimmte einzelne Schriftworte und Aussagen so intensiv und mit soviel Zeit zu bewegen, zu bedenken und mit dem Heiligen Geist zu ergründen, bis aus Worten die Erfahrung von Wahrheit geworden ist. Diese beinhaltet regelmäßig ein Überwältigtsein von der Tiefe der Wahrheit und Liebe Gottes, die so intensiv und dann so wirksam sind, dass man darunter eine Freisetzung von all dem erlebt, was einen gerade plagt und Anlass war, zu einer konkreten Verheißung zu greifen. Eine solche Dimension von wohliger Tiefenerschütterung und beseligender Freisetzung ist eigentlich bei jeder der nachfolgenden biblischen Grundpositionen erforderlich, damit wir nicht im Sammeln von Zustimmungen, Bejahungen und Anerkennungen von Wahrheiten stecken bleiben. Das ist zu wenig. Das ist zu mechanisch. Das schafft nicht die Erneuerung und Umgestaltung unseres Bewusstseins hin zu einer Siegesmentalität. Die Notwendigkeit, sich selbst aktiv zu engagieren bei der Ausbildung der neuen Glaubens- und Überwindermentalität, wird von Jesus in Johannes 5,44 besonders deutlich hervorgehoben: „Wie könnt ihr glauben, die ihr

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Ehre voneinander annehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht?“ An dieser Aussage wird besonders deutlich, dass glauben können und eine Glauben freisetzende Grundhaltung einnehmen zweierlei ist. Jesus erwartet nicht weniger von uns, als dass wir aktiv von unserem göttlichen Vater Ehrung suchen und beanspruchen und sie uns dann aneignen (nehmen). Wohlgemerkt, es geht in diesem Fall nicht darum, dass wir Gott ehren, was uns an vielen anderen Stellen aufgetragen wird, sondern dass wir von ihm Ehre holen. Darunter ist das ganze Spektrum von Ehrung, Anerkennung, Lob und Bestätigung zu verstehen, ferner jede Form von Werteaneignung, Liebe, Bejahung, Zuwendung, Billigung, Verständnis und Applaus. Wir sollen nicht warten, dass uns das vom Vater zuteil wird, sondern wir sollen es uns selbst holen, d. h. nehmen, ohne jeweilige zusätzliche Aufforderung, von Gott diese Qualitäten bitte empfangen zu wollen. Auf dem Boden der sich dadurch ergebenen inneren Konsolidierung und sich aufbauenden Werterfahrung, Bestätigung und Ehre sind wir dann erst richtig glaubensfähig! Natürlich muss auch das mit Hilfe des Heiligen Geistes von statten gehen, es bleibt uns aber ein eigener aktiver Anteil überlassen, durch den wir mit dazu beitragen, unser eigenes Image aufzubauen. Eine solche uns aufgetragene Praxis ist in unseren Kreisen absolut unüblich, aber sie ist grundlegend.

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II. Das Training der neuen Identität in Christus 1. Meine Identität durch Jesus und durch meine Verwandtschaft mit dem göttlichen Vater A. Mein neues Wesen in Christus nach meiner Wiedergeburt

Neu Geboren

Neu Geboren Petrus 1,23 Ihr seid wiedergeborenen nicht aus vergänglichem Samen, sondern aus unvergänglichem durch das lebendige und bleibende Wort Gottes.

Kind Gottes

1. Johannes 3, 1-2 Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Und wir sind es auch. Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

Unergründlich

Die Tatsache, dass ich ein Kind Gottes bin, also zur Familie Gottes gehöre, nicht adoptiert bin, sondern eine geistliche Geburt erfahren habe, muss ich gänzlich neu bewerten. Ich brauche eine übernatürliche Offenbarung, um die Tiefe und die Einzigartigkeit dieser Grunderfahrung zu erleben. Gott will sie mir geben, einiges werde ich erst später erkennen. Aber ich weiß, ich gehöre zu dem Geschlecht Gottes. Ich bin anders als die anderen. Deshalb heißt es im 1. Johannes 3,1 weiter: „Deswegen erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat.“ Ich bin in einer Weise für die Welt unergründlich. Ich darf mich nicht darüber wundern. Ein einzigartiger Adel und Würde liegen auf mir. 13


Maximal geliebt

Epheser 5,1 Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder! Ich bin nicht nur ein Kind Gottes, sondern auch ein geliebtes Kinder und zwar mit einer Liebe, die grenzenlos, unbedingt und unüberbietbar ist.

Bewahrung

1. Thessalonicher 5,23 Er aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch und bewahre euren Geist samt Seele und Leib unversehrt, untadelig für die Ankunft unseres Herrn Jesus Christus. Gott ließ mich nicht nur ein zweites Mal geboren werden, er bewahrt mich auch. Ich bin ihm als ganze Person unter Einschluss meiner Seele und sogar des Leibes so wichtig, dass ich völlig unversehrt und unsträflich bewahrt sein soll.

Und weil ich ein Kind Gottes bin, bin ich auch ein Erbe. Ich beerbe meinen göttlichen Vater! Römer 8, 16-17 Der Geist selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mit verherrlicht werden. Der Heilige Geist zeigt mir, was Kindschaft Gottes eigentlich bedeutet: Ausstrahlung mit Herrlichkeit und Erbe-Sein. Als Erbe Gottes erbe ich mit, was Christus vom Vater geerbt hat. 14


Galater 4,7 Also bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; wenn aber Sohn, so auch Erbe durch Gott. Ich bin kein Knecht, der durch irgendjemand gezwungen werden kann und untertan sein muss, ich bin ein freies Kind Gottes. Dadurch steht mir eine Erbschaft zu. (Diese wird später erklärt.)

Erbe Gottes

Noch ein wichtiger Gesichtspunkt: Wie ich mit Christus leiden muss, (Leiden um Jesu willen und nicht um unserer Sünde und Kauzigkeit willen) soll ich auch seine Herrlichkeit erfahren. Römer 8,14 Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.

Schutz

Geführt werden ist die unmittelbare Folge der Kindschaft. Gott liebt mich so sehr, dass er mir die beste Führung angedeihen lässt. Das beinhaltet auch Schutz und die Geborgenheit, vermittelt durch mein Kindschaftsbewusstsein.

Gerechtigkeit Gottes

Die Tatsache meiner Erneuerung durch die Neuschöpfung meines Geistes geht mit einem Qualitätssprung meines Status einher:

Führung

2. Korinther 5,21 Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, damit wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm. 15


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