Gottes Gener채le IV Die Heilungsevangelisten
Roberts Liardon
Stimmen zum Buch Dieses sorgfältig recherchierte Buch ist wirklich fesselnd und voller persönlicher Zeugnisse, die dein Leben verändern werden. Es führt dich in geistliche Regionen, in denen du noch nie gewesen bist. Dein Glaube wird in neuere und größere Dimensionen katapultiert werden. Rev. Teresia Wairimu Kinyanjui Gründerin und Leiterin von Faith Evangelistic Ministries International Die Lektionen, die wir von diesen Wegbereitern der Heilungskraft lernen können, sind ungeheuer wichtig. Entscheidend ist, dass wir sowohl aus ihren Fehlern als auch aus ihren Siegen lernen. Ich empfehle Gottes Generäle – Die Heilungsevangelisten wärmstens all denen, die die Fülle all dessen empfangen wollen, was Jesus für sie bereithält. Heidi Baker, Ph. D. Gründerin und Leiterin von Iris Ministries Roberts Liardon ist einer der großen Historiker, die sich mit den Wegbereitern des Christentums beschäftigen. Sein neuestes Buch Gottes Generäle – Die Heilungsevangelisten ist besonders bewegend. Es ist sehr wichtig, sich mit denen zu beschäftigen, die uns im Glauben vorangegangen sind, um aus ihren erstaunlichen Lebensgeschichten zu lernen. Joan Hunter Bestsellerautorin Gern spreche ich die Empfehlung aus, Gottes Generäle – Die Heilungsevangelisten zu lesen. Der Blick auf diese Männer und Frauen kann unsere Generation inspirieren, herausfordern und ihren Horizont erweitern. John Partington Präsident der Assemblies of God in Großbritannien
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Widmung Ich widme dieses Buch Robert und Millicent Spilman, den leidenschaftlichen, begeisterten Leitern und Pionieren der charismatischen Bewegung in England. Ich vergleiche ihren Dienst gern mit dem von Priscilla und Aquila im Neuen Testament, die den Menschen halfen, Gottes Wege noch genauer zu erkennen (siehe Apg. 18, 26). Robert (Bob) wurde 1924 in der englischen Stadt Watford geboren und schloss sich der königlichen Marine an, als während des Zweiten Weltkriegs Soldaten benötigt wurden. Als gut ausgebildeter Ingenieur fand Bob nach dem Krieg eine Anstellung im damaligen Bauministerium und übernahm die Leitung von Straßenbauprojekten in Nigeria. Dort lernte er Millicent kennen. Millicent hatte als Jugendliche Jesus in ihrer lokalen Kirchengemeinde im englischen Chadderton als Herrn und Erlöser angenommen. 1948 wollte sie als examinierte Krankenschwester mit den Schwerpunkten Tropenkrankheiten und Geburtshilfe als Missionarin nach Afrika gehen, doch man teilte ihr mit, sie müsse zunächst vier Jahre eine Bibelschule besuchen. Sie jedoch wollte sofort mit der Arbeit beginnen, bewarb sich und erhielt eine Stelle als Krankenschwester in einer Leprastation in der Nähe der nigerianischen Stadt Enugu, wo sie Bob kennenlernte. Sie heirateten 1953 in der Ridge Church in der ghanaischen Stadt Accra. Durch das beständige Zeugnis Millicents von der Liebe Gottes in ihrem Leben lernte Bob Jesus als Herrn und Erlöser kennen. Als sie nach Großbritannien zurückkehrten, hatte Bob großen beruflichen Erfolg und Bob und Millicent 5
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widmeten sich ihrer fünfköpfigen Familie. Bald darauf erlebten Bob und Millicent die Taufe des Heiligen Geistes, was Bob dazu bewegte, sich von seiner gesicherten Zukunft in der Industrie abzuwenden und neue Schritte im Glauben zu gehen, indem er der Führung des Herrn folgte. Am meisten bekannt wurde Bob durch seine Arbeit für die Full Gospel Businessmen’s Fellowship International („Christen im Beruf/FGBMFI“). 1975 wurde eine Gruppe („Chapter“) von FGBMFI in seinem Wohnzimmer gegründet. Dies war der Ausgangspunkt für das Wachstum der Bewegung auf etwa 400 Chapter in Großbritannien und Irland. Bob wurde als Internationaler Direktor der Bewegung berufen, betonte jedoch immer, dass er diese Arbeit ohne Millicents Liebe und Unterstützung niemals hätte tun können. Bob und Millicent haben zahlreiche Länder mehrfach besucht, die von totalitären Regimes beherrscht wurden. Sie reisten unter anderem in Länder des Ostblocks und führten stets das Evangelium in Wort und Schrift mit sich, ermutigten diejenigen, die den Herrn liebten, und brachten viele weitere mit ihm in Kontakt. Gemeinsam erreichten sie viele Tausend Menschen, ohne jemals sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Bob war sehr belesen und sprach mit leiser Stimme. Er erkannte, dass vom Heiligen Geist inspirierte Bücher gebraucht wurden. Also gründete er das Unternehmen Faith Builders und war der Erste, der solche Bücher nach Großbritannien und Europa importierte. Heute gibt es Tausende Gläubige, die aufgrund des Einflusses dieser Bücher und seines Dienstes ein vom Heiligen Geist geprägtes Leben führen. Im Januar 1999 ging Bob heim zum Herrn. Er hinterließ seine Frau Millicent, ihre drei Kinder und ihre fünf Enkel, die dem Herrn voller Hingabe dienen und Gottes Plan für ihr Leben verwirklichen. Ein wahrer Gentleman ist ihnen vorausgegangen, der schmerzlich vermisst wird. Danke, dass ihr als christliches Ehepaar Vorbilder gewesen seid. Danke, dass ihr auch in schwierigen Zeiten durchgehalten und nicht aufgegeben habt. Es geht uns besser, weil ihr treu an der Berufung festgehalten habt, die Gott auf euch gelegt hat. Roberts Liardon London, England
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Inhaltsverzeichnis Vorwort von R. T. Kendall ...................................................................... 9 1
F. F. Bosworth „Pionier der Heilung“ ................................................................. 11
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George Jeffreys „Großbritanniens Pfingstapostel“ ................................................. 49
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Lester Sumrall „Ein Leben mit himmlischer Vision“ ............................................ 95
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Oral Roberts „Erwarte ein Wunder!“ ............................................................. 151
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Charles und Frances Hunter „Wenn wir es können, kannst du es auch!“ .................................. 251
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Vorwort Ich hatte nicht damit gerechnet, beim Lesen von Gottes Generäle – Die Heilungsevangelisten so viel zu lernen, so gesegnet und so ermutigt zu werden. Ich zweifle nicht daran, dass es dir genauso gehen wird. Der Titel „Gottes Generäle“ ist angemessen für die Menschen, die Roberts für seine Beschreibungen ausgewählt hat. Obwohl diese „Generäle“ im Wesentlichen aus dem pfingstlichen und charismatischen Teil der christlichen Gemeinde stammen, haben sie viele Millionen Menschen mit allen möglichen theologischen Positionen beeinflusst. Obwohl ich in einer anderen Tradition aufwuchs, bin ich zutiefst gesegnet worden von Männern wie den in diesem Buch beschriebenen. Oral Roberts schrieb sogar Vorworte für zwei meiner Bücher und war ein liebenswürdiger Gastgeber für meine Frau Louise und mich, als er uns, wenige Jahre bevor er zum Herrn heimging, in seinem Haus empfing. Einige Leser wissen möglicherweise nicht, dass Roberts Liardon tatsächlich nach Oral Roberts benannt wurde, einem der Generäle dieses Buches. Roberts Liardons Eltern waren Gründungsmitglieder der Oral Roberts University. Er war der erste Junge, der einem Mitglied des ersten Jahrgangs der Universität geboren wurde! Oral selbst wollte bei der Namensfindung helfen und gemeinsam gaben sie ihm den Namen Kenneth Roberts Liardon. Roberts ist Direktor des International Bible Institute of London. Diese Einrichtung ist Teil des Dienstes von Kensington Temple, dessen leitender Pastor mein guter Freund Colin Dye ist. Roberts Liardon hat bei seinen Forschungsarbeiten Bemerkenswertes geleistet. Er hat Details ans Licht gebracht, die bis dato unbekannt gewesen waren. Noch beeindruckender ist, dass er die Fakten nicht unter den Teppich gekehrt hat, die seine Helden in schlechtem Licht erscheinen lassen. Er spricht Anerkennung aus, wo dies angemessen ist, erinnert uns aber alle daran, dass sogar die besten dieser Männer letztendlich auch nur Menschen sind. Am meisten hat mich beim Lesen dieses Buches die unzweifelhafte Gegenwart des Übernatürlichen ermutigt, die das Leben dieser ungewöhnlichen Menschen prägte. Ich habe mich nach Wundern in meinem eigenen Dienst gesehnt. Ich habe zwar einige erlebt, doch nicht viele. Auch einige dieser Männer kannten durchaus die Enttäuschung, wenn nicht alle Menschen geheilt wurden. Letztendlich ist Gott souverän. Er sagte zu Mose: „Ich werde gnädig sein, wem ich gnädig bin, und mich erbarmen, über wen ich mich 9
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erbarme“ (2. Mo. 33, 19). Diese Dimension der christlichen Theologie fehlt einigen dieser standhaften Helden manchmal, und hätte ihnen doch, möglicherweise, helfen können, einen ausgewogeneren Standpunkt in ihrem Dienst zu vertreten. Niemand von uns kann die heilende Gegenwart Gottes herbeiführen. Wenn sie gegeben ist wie in Lukas 5, 17, werden Menschen geheilt. Wenn diese Salbung verschwindet, gibt es Menschen, die einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen. Wie dem auch sei, der Dienst der in diesem Buch beschriebenen Generäle war jedenfalls häufig von einer echten heilenden Gegenwart Gottes begleitet. Es war spannend für mich, über sie zu lesen – einfach zu erfahren, wozu Gott fähig und bereit ist. Ich hoffe, dieses Buch treibt uns auf die Knie und bewegt uns dazu, Gott inständig zu bitten, uns Gnade zu erweisen. Wenn wir um Gnade bitten wie in Hebräer 4, 16, können wir ihm keinerlei Gegenleistung anbieten, sodass, wenn Gott Gnade gewährt, ausschließlich er geehrt wird. Vielleicht ist dies einer der Gründe, dass Gott manchmal seine Gnade versagt; wir werden so davor bewahrt, uns selbst zu große Verdienste zuzuschreiben. Ich empfehle dieses Buch wärmstens. Es erinnert uns an die Menschen, die Gott in der Vergangenheit hervorgebracht hat, und wir müssen ihn darum bitten, dies noch einmal zu tun – diesmal nicht mit wenigen, sondern mit vielen. R. T. Kendall Pastor der Westminster Chapel (1977–2002), London, England
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Kapitel 1
F. F. Bosworth
„Pionier der Heilung“
„Pionier der Heilung“ An einem kalten Wintermorgen des Jahres 1925 lachte eine Gruppe rotwangiger Kinder fröhlich vor sich hin, während sie sich gegenseitig verfolgend um die große Eiche liefen, die auf einem Schulhof in Scranton im USBundesstaat Pennsylvania stand. Kleine Mädchen saßen auf der Schaukel und kicherten, während sie immer höher schaukelten. Plötzlich fiel ein kleines Mädchen zu Boden, fasste sich an die Brust und weinte. Sie hatte sich anscheinend verletzt, doch auch als sie sich die Tränen aus dem Gesicht wischte, blieben die aufsichtführenden Erwachsenen unbesorgt. Die neunjährige Raffaela Serio hatte aber weiterhin Schmerzen, spürte die „unsichtbare“ Verletzung ihres Brustkorbs. Ihre Eltern machten sich Sorgen, daher ließen sie sie zunächst von einem und dann von einem weiteren Arzt untersuchen. Es schien, als hätte sie sich in der Nähe ihrer linken Brust eine Prellung zugezogen, doch der Schmerz nahm zu und schließlich bildete sich eine Geschwulst, die zur Größe einer Orange heranwuchs. Raffaelas Eltern wandten sich an einen Freund, einen Kinderarzt, der an der John-Hopkins-Universität ausgebildet worden war. Nachdem er einige komplizierte Tests durchgeführt hatte, gab der Arzt mit ernster Miene die Diagnose. Die kleine Raffaela hatte ein Sarkom, einen bösartigen Tumor in der linken Brust. Die bekümmerten Eltern mussten mit ansehen, wie ihre geliebte Tochter rasch abnahm. Ein Spezialist stellte fest, dass die Geschwulst zu tief verwurzelt wäre, um mittels einer Operation entfernt zu werden, und sagte, er könne lediglich ein wenig gegen die Schmerzen tun. Das Mädchen hatte eine offene, nässende Wunde, und da man damals nicht viel über Krebserkrankungen wusste, verschrieb der Arzt eine spezielle braune Salbe, die täglich auf die betroffenen Hautpartien aufzutragen war, die dann mit frischen Binden verbunden wurden. Obwohl sie Hoffnung zu verbreiten suchten, sahen Raffaelas Ärzte nur sehr geringe Chancen für eine Gesundung. Nach Monaten der erfolglosen Behandlung und der Sorge lud Familie Serio Raffaelas Arzt an einem Sonntagnachmittag zum Essen ein. Als sie sich leise am Tisch unterhielten, schaute der Arzt mit traurigen Augen auf das kleine Mädchen, dem er nicht hatte helfen können. Er wandte sich an die Mutter und sprach die für einen Arzt ungewöhnlichen Worte: „In Scranton veranstaltet ein Mann besondere Gottesdienste in einem Zelt. Er betet und Menschen werden geheilt.“ 13
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„Herr Doktor, hören Sie mal! Wollen Sie uns auf den Arm nehmen?!“, antworteten die Serios. „Nein, ich mache keine Witze. Ich meine es ernst. Ich hatte eine Patientin mit einem sehr großen Kropf, die geheilt wurde. Sie erzählte, der Evangelist F. F. Bosworth hätte für sie gebetet und sie wäre auf der Stelle geheilt worden.“ Frau Serio schaute den Arzt verwundert an, der fortfuhr: „Warum bringen Sie die liebe kleine Raffaela nicht dorthin? Vielleicht kann dort auch ihr geholfen werden?“1 Familie Serio fuhr noch an diesem Abend nach Scranton und hörte dort eine Predigt von F. F. Bosworth über die Erlösung in Christus und göttliche Heilung. Sie kauften ein Exemplar von Bosworths Buch Christ the Healer (Christus unser Heiler), das später ein Klassiker wurde zum Thema Heilung durch die Kraft Jesu Christi. Während der folgenden Woche lasen die Serios große Teile des Buches Raffaela laut vor, damit sie alle drei die biblische Verheißung der Heilung in Christus verstehen könnten. Der Glaube der Familie hatte stark zugenommen, als sie am darauffolgenden Sonntag wieder zu der Veranstaltung fuhren. Während der Gebetszeit um Heilung ging F. F. Bosworth auf das kleine Mädchen zu, als es auf der Bühne stand, und bat in einem wunderschönen Gebet um die heilende Kraft Gottes. Er betete, Gott möge sie heilen und zu einem lebendigen Zeichen seiner Ehre machen.2 Als sie an diesem Abend nach Hause kamen, nahm Frau Serio die Salbe zur Hand um Raffaela wie jeden Tag zu behandeln. Raffaela schaute ihre Mutter erstaunt an: „Warum, liebe Mutter, wo ist dein Glaube? Hast du nicht gehört, wie der Mann gesagt hat, dass Jesus mich geheilt hat? Ich brauche keinen Verband mehr. Ich bin geheilt.“ Weder die große Geschwulst noch die Schwellung, die sich von unter ihrem Arm bis zum Schlüsselbein hinzog, waren verschwunden, aber das kleine Mädchen hatte begonnen, sich durch die Augen des Glaubens zu sehen. Frau Serio konnte kaum schlafen, wälzte sich in dieser Nacht unruhig hin und her und sorgte sich um ihr geliebtes Mädchen. Doch sie erinnerte sich später, wie am nächsten Tag „der Morgen graute und damit etwas Neues das Leben unseres Lieblings erfüllte! Sie hatte ein Leben des Glaubens mit Jesus begonnen und er war ihr begegnet! Oh, was für eine herrliche Freude war das!“3 In der Morgensonne wurde sichtbar, dass die gesamte Schwellung unter dem Arm und am Schlüsselbein verschwunden war! Fünf Tage später war die Geschwulst auf die Größe einer Walnuss geschrumpft, und wenig später war sie vollständig verschwunden!
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Kapitel 2
George Jeffreys
„Großbritanniens Pfingstapostel“
„Großbritanniens Pfingstapostel“ Es war Karfreitag im April 1928. Jede Reihe der Londoner Royal Albert Hall war überfüllt, auch überall im Foyer, in den Logen, auf der Bühne und im Orchestergraben drängten sich die Menschen. Mehrere Tausend Menschen verfolgten erwartungsvoll und mit strahlenden Gesichtern die Ereignisse. Sie erhoben sich, jubelten und blickten mit gespannter Aufmerksamkeit auf das, was sich abspielte. In einem Bereich unterhalb der Bühne stand eine lange Reihe freudig erregter Männer und Frauen, die nicht ihre alltägliche Kleidung trugen. Die Frauen waren in lange, weiße Gewänder gekleidet, die Männer trugen weiße Hemden und Hosen. Sie riefen „Halleluja!“ und „Preis dem Herrn!“, als sie voller Freude warteten, an die Reihe zu kommen. Einige von ihnen sangen Loblieder oder winkten begeistert der sie umgebenden Menge zu. Sie stiegen einer nach dem andern die Treppe hinab in das sprudelnde Wasser des Taufbeckens im Zentrum des Auditoriums, das von wunderschönen Hortensien umgeben war. Ein dunkelhaariger, mit einem schwarzen Talar bekleideter Mann stand bis zur Hüfte im Wasser und begrüßte jeden Täufling, bevor er ihn oder sie ins Taufwasser tauchte. Durch das speziell entworfene eiserne Becken floss das Wasser in einem ständigen Strom, was an den Jordan erinnerte. Jeder Täufling, der nach vorne kam, wurde von Evangelist George Jeffreys vorgestellt und um ein kurzes Zeugnis gebeten. Als Erste wurde Florence Munday aus Southampton getauft, die 14 Jahre lang bettlägerig gewesen und dann im Namen Jesu geheilt worden war. Ein Täufling nach dem anderen entstieg dem Taufwasser und ging auf der anderen Seite von der Bühne, erfüllt von der Liebe Christi und der Kraft seines Heiligen Geistes. Fast eintausend Täuflinge folgten Miss Munday ins Taufbecken und Jeffreys und sein Team tauften durch die Gnade Gottes jeden von ihnen. Zwei Tage später, am Ostermorgen, stellten sich viele Menschen vor Morgengrauen an, um in den elf-Uhr-Gottesdienst zu kommen. Die Zeitungen berichteten später, dass 10.000 Personen am Gottesdienst teilgenommen und das Auditorium mit Lob und Dank an ihren auferstandenen Erlöser 51
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erfüllt hatten. Der zweitausend Personen umfassende Crusaders Choir mit Sängern aus ganz London stand auf beiden Seiten der Bühne und sang dem Herrn fröhliche Loblieder. Es war ein herrlicher Abendmahlsgottesdienst, in dem die versammelten Gläubigen Brot brachen im Gedenken an den Tod und die Auferstehung Jesu Christi. Der Gottesdienst an diesem Abend endete damit, dass Hunderte ihre Hand hoben als Zeichen ihrer Hingabe an die erlösende Gnade Jesu. Mehrere Hundert andere standen auf, um zu bezeugen, dass sie Heilung empfangen hatten. Schließlich erhoben Tausende gemeinsam ihre Stimmen und priesen und ehrten Gott. Der Gottesdienst schloss mit dem Lied All Hail the Power of Jesus’ Name und danach zogen die erlösten und veränderten Menschen aus dem von Gottesfurcht geprägten Saal. In den nächsten elf Jahren füllte Jeffreys die Royal Albert Hall an jedem Osterwochenende zu Veranstaltungen, in denen Gott geehrt wurde für das, was er an den Bewohnern von London tat.
Ein Apostel und Evangelist George Jeffreys begann seinen vom Geist Gottes geprägten Dienst in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts als Heilungsevangelist. Tausende kamen zu Christus infolge des vierfältigen Evangeliums, das er predigte: Jesus als Erlöser, Heiler, Täufer im Heiligen Geist und wiederkehrender König. Jeffreys war Kind der walisischen Erweckung, durch die er ins Reich Gottes gekommen war. Die walisische Erweckung war nicht nur Grund seiner Bekehrung, sondern prägte auch sein Leben lang seine Sicht des Leibes Christi. Nach Jeffreys’ Anschauung des Reiches Gottes sollte Erweckung nicht nur als bloße Hoffnung auf Künftiges betrachtet werden, sondern stand der Gemeinde hier und heute offen. Jeffreys wusste, dass Gott machtvoll wirkte, um Menschen bußfertig auf die Knie zu bringen und zu neuem George Jeffreys Leben zu führen, und er wollte erleben, wie die Herzen von Männern und Frauen auf der ganzen Erde von dem Feuer der Erweckung entflammt werden würden. Gott stellte Jeffreys in das Amt eines Apostels nach Epheser 4, 11. Ein Apostel ist ein Diener, den Gott mit der Predigt des Evangeliums von Jesus Christus zu denen sendet, die in Gegenden leben, in denen das Wort Gottes unbekannt 52
Kapitel 3
Lester Sumrall
Ein Leben mit himmlischer Vision
Ein Leben mit himmlischer Vision Es war der Morgen seines siebzehnten Geburtstags und Lester Sumrall lag im Sterben. Nachdem er monatelang mit Tuberkulose im Bett gelegen hatte, war sein Ende gekommen. Alle Beteiligten waren sich einig, dass sein Leben zu Ende ginge. Der Husten, der seine Lungen plagte, war außer Kontrolle. Sein Kissen, nach den Hustenanfällen der vergangenen Nacht mit Blut getränkt, war stiller Zeuge, dass das Ende nahte. Dieser schicksalsschwere Tag, der 15. Februar 1930, war ein ganz besonderer Tag. Der 42 Kilo schwere, ausgemergelte junge Mann begann, Gewebeklümpchen heraufzuhusten, die der Arzt als Teile seiner Lungen identifizierte. Niedergedrückt und kopfschüttelnd betrat der Arzt Lesters Zimmer zum letzten Mal. „In zwei Stunden wird ihr Junge tot sein“, sagte er mit ernster Stimme zu George und Betty Sumrall. „Ich höre schon das Röcheln des Todes in seinen Atemzügen, und sein blau angelaufenes Gesicht zeigt, dass die Blutversorgung seines Gehirns nicht ausreicht, um seinen Körper am Leben zu erhalten. Er wird in dieser Nacht sterben.“1 Der Arzt verließ das Haus der Familie Sumrall und kehrte in seine Praxis zurück, um Lesters Totenschein auszustellen. Den Todeszeitpunkt ließ er noch offen, er wusste, dass dieses verwaltungstechnische Detail leicht nachgetragen werden konnte. George Sumrall würde am nächsten Morgen zunächst den Totenschein abholen müssen, um ein Grab für seinen Sohn kaufen zu können. George Sumrall war ein rauer Mann, der nicht an Gott und schon gar nicht an die Macht des Gebets glaubte. Er verließ das Sterbebett seines Sohnes mit einer Mischung aus Kummer und Zorn. Betty Sumrall war das genaue Gegenteil. Sie glaubte fest an die Macht Jesu Christi, zu erlösen und zu heilen, und weigerte sich, ihren Sohn aufzugeben. Sie blieb an Lesters Bett, weinte, betete und bat Gott, einzugreifen und ihrem Jungen das Leben zu schenken. Als es dunkel wurde, bekam Lester immer größere Angst. War dies das Ende seines Lebens, er war doch erst 17 Jahre alt?! Oh Gott, er wollte nicht sterben. Lester lag mit Schmerzen im Bett und drehte sich zur Wand. Plötzlich kniff er die Augen zusammen und starrte auf eine Vision eines geöffneten Sarges, der in der Luft zu schweben schien und sich auf ihn 97
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zuneigte. Der Sarg war im Inneren mit weißem, seidenartigem Material ausgekleidet und für einen Menschen seiner Größe gefertigt. Er wusste, dieser Sarg war für ihn. Voller Angst wandte Lester sein Gesicht in die andere Richtung und hatte plötzlich eine weitere Vision, diesmal von einer gigantischen Bibel. Sie reichte von der Decke bis zum Boden und hatte riesige Buchstaben auf ihren Seiten. Als Lester verblüfft darauf starrte, hörte er Gott in seinem Herzen sagen: „Heute Nacht wirst du dich für den Sarg oder das Buch entscheiden. Ich möchte, dass du mein Wort predigst, andernfalls wirst du sterben.“2 Lester war zeit seines kurzen Lebens vor dem Gedanken geflohen, Prediger zu werden, aber er wollte auf keinen Fall sterben. Er nahm daher Gott beim Wort und willigte mit folgenden Worten ein: „Gott, wenn die einzige Möglichkeit, zu überleben, darin besteht, zu predigen, dann werde ich predigen.“ Als Lester ausgesprochen hatte, dass er bereit sei, sich unterzuordnen, öffnete sich etwas in seinem Herzen. Er wandte sich an Gott, flehte um Vergebung seiner Sünden und bat Jesus Christus, ihn zu retten. Während seine Mutter unruhig am Fußende seines Bettes auf einem Stuhl schlief, wurde Lester Sumrall eine neue Kreatur in Christus. Er war noch immer ein Junge voller Fragen und innerer Kämpfe, aber sein Leben gehörte nun dem König der Könige. Er schlief als todgeweihter Jugendlicher ein und wachte am nächsten Morgen vollkommen gesund auf! „Mama, bitte bringe mir Frühstück“, waren Lesters erste Worte am nächsten Morgen. Seine Mutter traute ihren Ohren nicht und versuchte, ihm das Essen auszureden. Doch dann ging sie in dem Glauben, seine letzte Mahlzeit zuzubereiten, hinaus und stellte auf einem Tablett etwas zu essen für Lester zusammen. Er leerte den Teller ohne Probleme und überraschte seine Mutter mit seinen nächsten Worten: „Mama, ihr braucht den Arzt nicht mehr. Ich bin geheilt und werde Prediger.“3 Mit Tränen in den Augen und tiefer Freude im Herzen lobte Lesters Mutter den lebendigen Gott. Ihr Herzenswunsch war erfüllt worden. Ihr Junge war errettet, durch ein Wunder geheilt und zum Predigen berufen!
Gottes Gigant der Mission Für diesen armen Jungen aus den Südstaaten, der unweit der Strände Pensacolas im US-Bundesstaat Florida aufwuchs, sollte diese dramatische Berufung zum Prediger zum Auftrag werden, der sein ganzes Leben prägte und ihn mit der Botschaft von Jesus Christus in die ganze Welt führte. Lester Sumralls Dienst würde sich beinahe durch das gesamte 20. Jahrhun98
Kapitel 4
Oral Roberts
„Erwarte ein Wunder!“
„Erwarte ein Wunder!“ Es goss in Strömen, der Wind trieb Blätter und herumliegende Brocken über das kalte Ackerland. Das matte Licht der gerade hinter dem Horizont verschwundenen Sonne ließ die unheilvollen Wolken noch bedrohlicher erscheinen. Donner rollte. Der nächste zuckende Blitz tauchte die kahlen Felder in gleißendes Licht. Es war 1917 und der Winter brach herein. Eine Frau, in deren Adern zur Hälfte das Blut der Cherokee-Indianer floss, ging festen Schrittes über das Ackerland im Südosten Oklahomas. Claudius Roberts’ von Panik ergriffener Nachbar hatte sie um Hilfe gebeten, weil der Arzt verkündet hatte, sein kranker Sohn würde bald sterben. „Bitte, kommen Sie und beten Sie für meinen Jungen, Schwester Roberts“, hatte er gefleht. Hausbesuche wie dieser waren zu einem regelmäßigen Bestandteil ihres Lebens im Glauben geworden. Claudius Roberts glaubte fest an die Macht des Gebets zu einem Gott, der Kranke heilt. Sie war im siebten Monat schwanger mit ihrem vierten Kind, als sie in den kalten, verregneten Abend hinausging, und glaubte fest, dass der Gott, der heilt, sie auch schützen würde. Als Claudius sich dem schweren Stacheldrahtzaun näherte, der ihr Grundstück von dem ihres Nachbarn trennte, betete sie, dass sie rechtzeitig zu dem Jungen käme. Das Tor war beschädigt, saß fest und ließ sich keinen Millimeter bewegen. Trotz Schwangerschaft und Leibesfülle hob sie einen Draht an, drückte mit einem Fuß den darunterliegenden Draht nach unten und zwängte sich durch den Zaun. So plötzlich, wie der Sturm aufgekommen war, verebbte er, und in der ruhigen Nacht spürte Claudius, „wie der Geist des Herrn über ihr schwebte“. Gott sprach zu ihr: Das Kind in ihrem Schoß „sei ein besonderes Kind und Gottes Salbung würde auf ihm ruhen“.1 Während sie sich in jener finsteren Nacht zum Haus ihres Nachbarn vorankämpfte, gab Claudius Gott ein Versprechen. Wenn er das kranke Kind ihres Nachbarn heilte, würde sie das Kind in ihrem Leib dem Herrn weihen wie Hanna Samuel geweiht hatte (siehe 1. Sam. 1, 11). Als sie in einem Geist des Gebets auf das Bett des kranken Kindes zuging, spürte Claudius, wie die Kraft des Heiligen Geistes in das kleine Zimmer herabkam. Claudius betete um Heilung und der kleine Junge wurde augenblicklich und vollständig geheilt. Von diesem Tag an wusste sie, dass Gott ihr Ungeborenes, das sie ihm zum Dienst für ihn weihen würde, gesalbt hatte.2 153
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Gottes Gesalbter Claudius Roberts hatte gebetet, dass ihr letztes Kind groß und stark würde und Züge seiner indianischen Abstammung erkennbar wären. Sie hatte Gott um einen blauäugigen Jungen gebeten, obwohl all ihre Kinder dunkelbraune Augen hatten. Als das Baby geboren war, freute Claudius sich, dass Gott jedes ihrer Gebete erhört hatte. Ihr war zu diesem Zeitpunkt nicht mit aller Konsequenz klar, dass dieses Baby – Granville Oral Roberts – einer der gesalbtesten Männer Gottes in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts werden sollte. Es fehlen die Worte, um den mächtigen Predigt- und Heilungsdienst angemessen zu beschreiben, durch den Roberts in den 1950er-Jahren in seinem Zelt Zehntausende segnete. Gibt es eine Erklärung für seine Berufung, in den 1960er-Jahren die größte christliche Universität der Welt aufzubauen? Für die Weisheit, mithilfe derer er in den 1970er-Jahren richtungsweisende Fernseharbeit durchführte und Millionen erreichte? Für die Kontroversen und persönlichen Tragödien, die seine Arbeit in den 1980er-Jahren umgaben, oder für die Bedeutung, die Oral Roberts heute noch für die Gemeinde besitzt? Ich war das erste Kind, das in Oral Roberts’ medizinischer Hochschule geboren wurde. Oral wurde in meiner Familie so sehr geschätzt, dass ich Kenneth Roberts Liardon genannt wurde, doch ich entschied mich für Roberts als Rufnamen. Ich weiß noch, wie ich als Kind bei einem PartnerWochenende dabei war – einem Treffen seiner Spender und Unterstützer – und Oral begann, für jeden einzelnen Anwesenden zu beten. Er ging auch zu einer Reihe von Partnern, die in Rollstühlen saßen. Er ging an ihnen entlang und legte jedem einzelnen betend die Hände auf. Einer nach dem anderen stand aus dem Rollstuhl auf. Ich hatte so etwas noch nie gesehen. Ja, es gab hin und wieder eine vereinzelte Heilung in meiner Heimatgemeinde, aber nichts, was auch nur annähernd dem Anblick einer ganzen Reihe von Menschen glich, die aus ihren Rollstühlen aufstanden und umhergingen. Es ist im Grunde unmöglich, einen weltumspannenden Dienst, der mehr als siebzig Jahre umfasste, im Detail zu beschreiben. Oral Roberts machte die Pfingstbewegung gesellschaftsfähig, er erwarb ihr Würde und Respekt. Ich möchte in dieser Ausgabe von Gottes Generäle bestimmte Phasen und Aspekte des Lebens dieses gesalbten Mannes Gottes herausstellen: seine bescheidene Herkunft, die einflussreiche Führungsposition, die er in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts innehatte, die unseligen Skandale, die ihn verfolgten, und schließlich das Ansehen, das sein Dienst 154
Kapitel 5
Charles und Frances Hunter
„Wenn wir es können, kannst du es auch!“
„Wenn wir es können, kannst du es auch!“ Wenn Gott ein neues Wort spricht, trifft es die Person, die es hört, oft nichtsahnend; und doch ist es Gottes Spezialität, Neues zu tun. Im Februar 1973 tat Gott in El Paso im US-Bundesstaat Texas etwas Neues in Leben und Dienst von Charles und Frances Hunter. Sie predigten in einer Veranstaltungsreihe einer Gemeinde und saßen gemeinsam mit dem Pastor in der ersten Reihe. „Hat Gott gerade zu dir gesprochen?“, fragten Frances und Charles einander mit vor Überraschung weit aufgerissenen Augen. „Ja, hat er!“, antworteten sie gleichzeitig. „Was hat er gesagt?“, fragte der eine den anderen. „Er hat gesagt, wir sollen einen Heilungsgottesdienst für Dienstagabend ankündigen!“ „Ja, das hat er auch gerade zu mir gesagt!“ Charles betrat die Bühne und blickte in die erwartungsvollen Gesichter der Menschen im gut besuchten Sonntagabendgottesdienst. „Gott hat gerade zu uns beiden gesprochen, dass es am Dienstagabend einen Heilungsgottesdienst geben wird! Ist das in Ordnung, Pastor?“, fragte Charles. Pastor Bob Lewis nickte zustimmend. „Jesus wird am Dienstagabend in diese Gemeinde kommen, um die Kranken zu heilen. Geht los und fordert eure Freunde auf, Kranke, Lahme und Schwache mitzubringen. Jesus wird sie heilen!“1 Für das Ehepaar Hunter war dies keine übliche oder beiläufige Ansage. Sie hatten noch nie einen Heilungsgottesdienst abgehalten und sich noch nie geführt gesehen, einen solchen anzukündigen. Sie hatten zwar in zahlreichen Gemeinden im ganzen Land über das Wunder der Errettung durch Jesus Christus gepredigt, und diejenigen, die sich nach mehr von Gott sehnten, wurden dann noch zur wunderbaren Taufe im Heiligen Geist geführt. Doch an diesem Abend in der Gemeinde der Südstaaten-Baptisten in El Paso hörten Charles und Frances Gottes Stimme in ihren Herzen und begriffen, dass er mehr tun wollte. Sie handelten im Glauben, dass er heilen und Wunder tun würde. 253
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Die ersten Wunder geschahen bereits an diesem Abend. Pastor Lewis und seine Familie sehnten sich nach mehr von Gott. Nach dem Sonntagabendgottesdienst fragten Charles und Frances den Pastor, seine Frau und ihre jüngste Tochter, ob sie die Taufe im Heiligen Geist empfangen wollten. Familie Lewis folgte dem Ehepaar Hunter in ihr Motelzimmer. Sie beteten miteinander und der Heilige Geist kam auf sie herab wie am ersten Pfingsttag. Gemeinsam begannen sie, Gott in einer neuen Sprache zu preisen. Am nächsten Morgen sah die einundzwanzigjährige Tochter der Familie Lewis die Begeisterung in den Gesichtern ihrer Eltern und verkündete: „Ich möchte auch im Heiligen Geist getauft werden.“ Also erklärten sie ihr, was es mit dieser Gabe Gottes auf sich habe, und beteten. Auch sie wurde im Heiligen Geist getauft. Ihr Sohn Bob jun. hingegen war nicht so begeistert. Er bezeichnete seine Familie sogar als „Holy Rollers“ (Bezeichnung für Menschen, die im Heiligen Geist auf dem Boden herumkugeln). Doch Gott hatte noch etwas mit ihm vor.
Ein Tag voller Wunder Bereits am Dienstagvormittag war der Gottesdienst voller Menschen, die begierig darauf warteten, was Gott dort am Abend tun würde. Doch Gott wartete nicht bis zum Abend. Er war bereit, schon in diesem Augenblick etwas zu tun. Eine junge Frau namens Mary war früh zum Gottesdienst gekommen. Sie war in Tränen aufgelöst, voller Zorn und kämpfte mit vielerlei Problemen. Bob jun. und seine Schwester nahmen sie mit in einen Nebenraum, um für sie zu beten, während der Gottesdienst begann. Bereits nach kurzer Zeit trat Bob jun. mit einer guten Nachricht vor die Gemeinde: Mary hatte Jesus als Erlöser angenommen. Er hatte sein Leben lang gestottert und stotterte auch während dieser Ansage. Charles trat ans Mikrofon und sagte: „Bob, Jesus möchte dein Stottern heilen. Ist das in Ordnung?“ Bob erwiderte erwartungsvoll: „Na klar!“ Charles betete für ihn: „Vater, durchkämme Bobs Leben und lösche alles Negative aus seiner Erinnerung, das das Stottern verursacht hat, und, im Namen Jesu, heile ihn.“ „Und nun, Bob“, sagte Frances, „geh ans Mikrofon und lies aus dem Wort Gottes vor.“ Er öffnete die Bibel irgendwo in der Mitte und las, ohne zu stottern, vier Verse vor! Der Saal erbebte vom gewaltigen Applaus für den Herrn! 254
Copyright © 2011 by Roberts Liardon Originally published in English under the title God’s Generals: The Healing Evangelists by Roberts Liardon Whitaker House 1030 Hunt Valley Circle New Kensington, PA 15068 U.S.A. All rights reserved. Alle Rechte der deutschen Ausgabe, © 2011, bei:
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