Freigesprochen – du kannst ein gutes Gewissen haben
Ulf Ekman
Originally published in Sweden under the title: Frikänd – du kan ha ett gott samvete (Not Guilty) copyright © 1989 Ulf Ekman. All rights reserved. Published by Word of Life Publications, Box 17, S-751 03 Upsala, Sweden. www.ulfekman.org German translation, copyright © (2007):
Adullam Verlag St.-Ulrich-Platz 8 85630 Grasbrunn Tel: 089/468801 www.adullam.de ISBN 978-3-931484-60-6
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.
Gottes ursprünglicher Plan Als Gott die Menschen schuf, hatte er geplant, dass sie als Familie mit ihm zusammenleben sollten. Sie sollten gemeinsam mit ihm leben, Frieden und Gemeinschaft mit ihm haben und mit ihm zusammenarbeiten. Das war der ursprüngliche Plan, den Gott verwirklichen wollte. Die Menschen, die er geschaffen hatte, hielten seine Gebote nicht, fielen in Sünde und starben geistlich. Sie verloren die Autorität und Herrschaft, die Gott ihnen gegeben hatte, als er sie über die Schöpfung gesetzt und ihnen die Verantwortung und Gottes dieses Zeitalters, der Mensch wurde geistlich versklavt. Gott wollte die Menschen durch den Bund, den er mit Abraham schloss, in seine Familie zurückbringen, aus dem Einflussbereich des Teufel heraus in das Reich seines geliebten Sohnes, und den Menschen so von der Macht der Finsternis befreien. Gott verfolgte dieses Ziel, berief Abraham, ließ ihn zu Ansehen gelangen und schloss einen Bund mit ihm.
Die Folgen der Sünde Der Teufel hatte das Recht, über die Menschen zu herrschen. Sie hatten ihre Rechte freiwillig an den Teufel abgetreten. Sie hatten sich freiwillig auf das Terrain des Teufels begeben, wodurch er dazu berechtigt wurde, sie dort festzuhalten. Sie waren Sünder und geistlich tot, daher konnten sie sich nicht aus der Gefangenschaft befreien. Das Wesen des Teufels hatte von ihrem Geist Besitz ergriffen. Gott konnte nicht einfach irgendwie eingreifen, die Spielregeln verändern und des Menschen Gerechtigkeit wiederherstellen. Er war gezwungen, dies durch einen Menschen zu tun. Ein Mensch hatte der Sünde und dem Tod die Tür geöffnet, sodass der Tod durch die Sünde über den Menschen herrschte. Aus diesem Grunde musste die Gerechtigkeit auch durch einen Menschen wiederhergestellt werden. 3
Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus. Wie es nun durch eine Übertretung für alle Menschen zur Verdammnis kam, so auch durch eine Gerechtigkeit für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. Denn wie durch des einen Menschen Ungehorsam die vielen in die Stellung von Sündern versetzt worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen in die Stellung von Gerechten versetzt werden. Das Gesetz aber kam daneben hinzu, damit die Übertretung zunehme. Wo aber die Sünde zugenommen hat, ist die Gnade überreich geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat im Tod, so auch die Gnade herrscht durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben durch Jesus Christus, unseren Herrn. Römer 5, 17–21
Gott schloss einen Bund mit den Menschen, damit der Mensch, der in Sünde gefallen war, wieder gerecht werden könnte. Der Mensch hatte seine Beziehung zu Gott und den Frieden mit ihm verloren. Er war geistlich gestorben und musste wieder gerecht gemacht werden, um dann wieder in die ursprüngliche Position eingesetzt zu werden.
Mehr als Sündenvergebung Wenn nun die Sünde, der der Mensch nachgegeben hatte, ihre Kraft und Herrschaft durch den Tod ausüben konnte, wie viel mehr sollte nun die Gnade durch die Gerechtigkeit ihre Kraft und Herrschaft ausüben zum ewigen Leben durch Jesus Christus?! Die Sünde herrscht in dieser Welt in verschiedenen Formen über den Menschen. Der Sünder erlebt sich als nackt, hat Angst vor dem Tod und sieht sich Dingen wie Hass, Habgier, Streit und Zwietracht, Lüge und Mord ausgesetzt – unsere Zeitungen sind voll davon. Kaum jemand spricht über etwas 4
anderes als über die Schwierigkeiten und Bedrohungen, denen wie gegenüber stehen. Wenn also die Sünde so große Kraft besitzt und die Menschen so sehr beherrscht, wie viel mehr steht Gnade im Überfluss zur Verfügung! Die Sünde hat ihre Herrschaft durch den Tod mit Macht und Kraft ausgeübt – die Gnade und die Gerechtigkeit sollen ihre Herrschaft noch viel stärker ausüben zum ewigen Leben. Wenn die Sünde schon so gravierende Konsequenzen hat, werden die Gnade und die Gerechtigkeit noch viel stärkere Konsequenzen haben. Wenn wir also über Krieg und Not lesen, über Scheidungen, Mord und Vergewaltigungen, von denen die Welt heute voll ist und deren schlimmen Einfluss wir zu spüren bekommen, wie viel mehr wird die Gerechtigkeit ihre Herrschaft ausüben? Sollte die Gnade etwa nicht in der Lage sein, sich durch Jesus Christus mit Macht und Kraft in unserem Leben auszuwirken?! Um genau diese Frage geht es mir in diesem Heft. Es geht nicht nur darum, dass dir deine Sünden vergeben werden und du dich dann irgendwie durchwurschtelst, bis du im Himmel ankommst. Es geht darum, dass durch die Gerechtigkeit Autorität wiederhergestellt wird, was neue Kraft in Gnade und Gerechtigkeit freisetzt.
Die Gerechtigkeit übt Macht aus In der Gerechtigkeit, die Gott durch Jesus Christus gegeben hat, liegt große Kraft. Diese Kraft soll sich auswirken und unser Leben prägen. Der Teufel hat Angst davor, er fürchtet die Kraft Gottes. Wir brauchen daher ausführliche Lehre der Gerechtigkeit. In der Vergangenheit haben wir häufig nicht erfasst, was Gerechtigkeit eigentlich ist. Wir lesen darüber zwar in der Bibel und stimmen 5
den Aussagen zu, wir wissen auch, dass Jesus für uns gestorben ist und wir begnadigte Sünder sind und finden das auch gut – aber wir haben nicht erfasst, dass das Wort Gottes klar sagt, dass Gnade und Gerechtigkeit herrschen und Konkretes bewirken im Leben eines Christen. Gnade und Gerechtigkeit üben Macht aus, ihr Einfluss ist wesentlich stärker als der Einfluss, den die Sünde auf die Menschen unserer Tage ausübt. Wenn also die Sünde die Menschen so sehr umklammert, wenn Enttäuschung, Bitterkeit, Widerspenstigkeit und Not im Denken der Menschen der Welt und im Leib Christi so großen Einfluss ausüben – wie viel mehr wird dann die Gnade, wenn wir dies zulassen, ihre Herrschaft in und durch uns ausüben. Das kann geschehen, wenn wir zulassen, dass die Gerechtigkeit in unserem Geist großen Raum einnimmt und unser Leben prägt. Wenn du verstanden hast, was Gerechtigkeit ist, wird dir auch klar, warum Gott Abraham zu dem machte, der er heute für uns ist. Der Bund, den Gott mit Abraham schloss, sollte dazu dienen, den Menschen wieder gerecht zu machen, ihn also von Schuld zu befreien und im juristischen Sinne freizusprechen. Die Gemeinschaft mit Gott sollte wiederhergestellt werden, damit die Herrschaft der Gnade und Gerechtigkeit durch den Menschen wieder ausgeübt werden könnte. Dies war das Ziel des Bundes, den Gott mit Abraham schloss. Aus diesem Grund stehen die Verse, die wir bereits gelesen haben, im Römerbrief: Denn wenn durch die Übertretung des einen der Tod durch den einen geherrscht hat, so werden viel mehr die, welche den Überfluss der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, im Leben herrschen durch den einen, Jesus Christus. Römer 5, 17
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