Kämpfe wie eine Frau
Entdecke deine Kraft als Frau
Lisa Bevere
Kommentare „Lisa konfrontiert uns mit einer Herausforderung, die die Gemeinde nicht länger ignorieren kann. Um des Reiches Gottes willen ist es an der Zeit, dass Frauen aufstehen und ihren Platz an der Seite der Männer einnehmen. Wir müssen die Unterschiede annehmen und positiv sehen, anstatt zu versuchen, sie zu beseitigen. Dieses Buch wird dazu beitragen, Frauen von den ihnen auferlegten Begrenzungen zu befreien, die sie daran gehindert haben, ihr gottgegebenes Potenzial zu erkennen. Ich konnte dieses Buch einfach nicht zur Seite legen.“ Chris Caine, Autor und Direktor, Equip and Empower Ministries „Lisa Bevere möchte Frauen helfen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen, ihre Rolle zu schätzen und Gottes Plan für ihr Leben zu entdecken. Die Botschaft, die sie in diesem Buch weitergibt, schenkt Freiheit und Zuversicht und hilft Frauen aller Altersgruppen, ganzheitlich gesund zu werden. Ich habe innerlich gejubelt, als ich dieses Buch las. Ich erkannte, dass es nie zu spät ist, zu lernen, wie eine Frau zu kämpfen.“ Betty Robison Co-Host, LIFE Today „Dieses Buch beantwortet die Frage, wo die furchtlosen Töchter Gottes sind, die wie Frauen zu kämpfen bereit sind, tief schürfend und dabei doch einfach. Lisa fordert die „Deboras“ der Welt heraus, sich zu erheben, ihr Potenzial zu erkennen und die Wahrheit des Wortes Gottes anzunehmen. Lisa fordert Frauen dazu auf, ihre fleischlichen Waffen niederzulegen, ihre geistlichen Schwerter zu ergreifen und sie als Instrumente der Veränderung zu gebrauchen. Bereite dich auf die gewaltige Erneuerung vor, die in deinem Herzen stattfinden wird, wenn du dieses Buch liest.“ Nancy Alcorn Präsidentin und Gründerin, Mercy Ministries of America „Frauen sind wunderbar und Lisa hat großartige Arbeit geleistet, denn sie zeichnet ein Bild davon! Dieses Buch ist ein Muss für alle, 3
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die die Aufgabe erfüllen wollen, für die sie geschaffen wurden. Wir sind die geliebten Töchter des Königs und spielen eine gewaltige Rolle auf diesem Planeten. In ihrem wunderbaren Stil fordert uns Lisa heraus, leidenschaftlich zu lieben, an Stärke zuzunehmen, Hindernisse zu überwinden und unsere eigene Schönheit zu erkennen. Ein wirklich kraftvolles Buch. Kauf nicht nur eines … nimm noch eins für eine Freundin mit!“ Holly Wagner Autor von GodChicks, When It Pours He Reigns „In Kämpfe wie eine Frau geht es um die Kraft der Frau, die geistlichen Schlachten ihres Lebens zu schlagen und zu gewinnen. Ich kann es kaum erwarten, dass meine Tochter dieses Buch liest und lernt, auf welch einzigartige Weise Gott sie geschaffen hat, um dann richtig für das Richtige zu kämpfen.“ Stephen Arterburn Host von New Life Live und Co-Autor von Every Man´s Battle
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Inhaltsverzeichnis 1 Du kämpfst wie eine Frau! ................................................... 9 2 Was, wenn ich Frauen nicht mag? ...................................... 21 3 … aber ich bin kein Mann! ............................................... 37 4 Die Mitte finden ................................................................ 51 5 Wer ist unser Mann? .......................................................... 67 6 Wann Frauen zuschlagen .................................................... 81 7 Mit Weisheit kämpfen ....................................................... 99 8 Gebrauche die Waffen der Gunst und der Ehre ............... 115 9 Was ist die Macht der Liebe? ............................................. 127 10 Zwei, die eines Herzens sind ............................................ 147 11 Der Kampf um Schönheit ................................................ 169 12 Fehlerhaft, aber ein Original ............................................ 185 13 Hilfsmittel für den Kampf ............................................... 203 14 Mit Einfluss kämpfen ...................................................... 215 15 Die Macht des Augenblicks ............................................. 231 16 Du wirst beobachtet! ........................................................ 245
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1 Du kämpfst wie eine Frau! Hey! Du kämpfst wie eine Frau! Natürlich ist dieser Satz grundsätzlich als Beleidigung gedacht. Egal, ob ihn ein Junge zu einem anderen Jungen, ein Junge zu einem Mädchen oder eine Frau zu einem Mann sagt – er ist niemals als Kompliment gemeint. Nein, man bekommt ihn als Antwort auf einen schwachen Schlag, einen Kratzer oder auf eine gemeine Bemerkung an den Kopf geworfen. Warum also sollte ich irgendjemanden dazu ermutigen wollen, wie eine Frau zu kämpfen? Um es gleich vorwegzunehmen: Ein Ausdruck, der für einen Mann eine Beleidigung darstellt, muss für eine Frau nicht unbedingt die gleiche Bedeutung haben. Aus irgendeinem merkwürdigen Grund jedoch würden die meisten von uns lieber hören, dass sie wie Männer kämpfen. Könnte der Grund dafür sein, dass Mädchen und Frauen in die Gewohnheit verfallen sind, mit unfairen Mitteln zu kämpfen? Noch bevor wir richtig einsteigen, möchte ich etwas klarstellen: Ich will nicht, dass man mich für ein „Girlie“ hält, das dafür plädiert, Leute mit gerüschten rosa Bändern zu schlagen. Das bin ich nicht. Ich surfe gerne, fahre Schi und jage (in dieser Reihenfolge). Ich lebe in einem Haushalt mit fünf Männern und reise in der ganzen Welt herum, die meiste Zeit alleine. Ich bin eine ehemalige Krebspatientin sowie Mutter und Ehefrau. Aber zuallererst war ich eine Tochter. Ich trete nicht dafür ein, dass wir etwas verdrängen oder vorgeben, etwas zu sein, was wir nicht sind. Aber ich denke sehr wohl, dass wir uns fragen müssen, warum es eine Beleidigung ist, wie eine Frau zu kämpfen. Mehr noch: Ich möchte, dass Mädchen und Frauen es als Kompliment auffassen können, wenn man ihnen sagt, dass sie wie Frauen kämpfen. Es ist tatsächlich gut möglich, dass wir vergessen haben, wie es aussieht, wenn Frauen kämpfen. So lange schon haben wir versucht, wie Männer zu kämpfen. Wenn es nicht funktioniert hat, dann haben wir unsere spitzen Zungen ausgepackt oder sogar gemogelt. 9
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Andere von uns haben sich einfach vor dem Sturm der Konflikte, der um sie tobt, in Sicherheit gebracht und sich eingeredet, sie wären somit feminin und „ladylike“. Wieder andere haben vergessen, dass das, was bei dem einen Geschlecht als Schwäche gilt, bei dem anderen oft als Stärke betrachtet wird. Muss es immer als problematisch angesehen werden, wenn jemand nicht so hart wie ein Mann zuschlägt? Jungen verdienen sich den Respekt ihrer Altersgenossen, wenn sie wie Jungen kämpfen. Sie gelten als mutig und stark, wenn sie für das kämpfen, was Männern wichtig ist. Sie werden bewundert, wenn sie sich üblen Schlägertypen entgegenstellen, jüngere Kinder beschützen und dafür sorgen, dass die Ehre ihrer Familie gewahrt bleibt. Die Spötteleien und Beleidigungen gehen dann los, wenn Jungen nicht für das einstehen, was richtig ist. „Mädchen!“, oder „Muttersöhnchen!“, sind höhnische Bemerkungen, die ein Junge zu hören bekommt, wenn er nicht der Vorstellung seiner Altersgenossen von Männlichkeit entspricht. Diese Dynamik ändert sich auch später nicht. Männer, die wie Frauen kämpfen und reagieren, gelten als schwach oder verweichlicht. Männer und Jungen sollten mit der Kraft und Stärke kämpfen, die ihnen von Geburt an anvertraut ist. Männer sind körperlich stärker und daher klar im Vorteil, wenn es um körperliche Leistung geht. Wenn dem so ist, worin besteht dann die Stärke einer Frau? Es gibt bestimmte Themen und Konflikte, über die sich Männer ereifern. Was aber sollte eine Frau aus der Fassung bringen? Und wie sieht es aus, wenn eine Frau auf die richtige Art und Weise kämpft?
Die Frauen und der Kampf Bevor wir all diese Fragen eingehender beantworten, fragst du dich vielleicht, ob sich Frauen überhaupt an Kämpfen oder Konflikten beteiligen sollten. Um darauf eine Antwort zu finden, müssen wir uns mit der Frage auseinander setzen, aus welchem Grund und mit welcher Absicht wir erschaffen wurden. Frauen wurden ursprünglich nicht für den Kampf, sondern für die Pflege von Leben und Beziehungen geschaffen. Vielleicht ist das der Grund, warum wir Konflikte oft nicht gut vertragen. Wenn das zutrifft, ist es dann grundsätzlich falsch, wenn Frauen kämpfen? 10
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Nein, es ist für Frauen nicht mehr und nicht weniger falsch, zu kämpfen, als für Männer. Keiner von beiden wurde ursprünglich geschaffen, um Zerstörung zu bringen – sie waren dazu bestimmt, Wachstum zu bringen, Ordnung zu schaffen und den Boden zu bewirtschaften. Der Tag wird kommen, an dem man die Waffen zugunsten dieses Auftrags zur Seite legen wird. Die Bibel sagt, dass man Schwerter wieder zu Pflugscharen umschmieden wird (siehe Jes. 2, 4). Dann werden Männer und Frauen an ihre ursprünglichen Positionen und zu der ihnen eigenen Beziehungsdynamik zurückkehren. Aber noch gibt es hier ein Problem, einen Feind und einen Kampf. Adam und Eva hatten diese Verantwortung und dieses Vorrecht in Vollendung. Ihnen war die Erde in ihrer ganzen Fülle anvertraut. Sie hatten alles, was sie brauchten, um sowohl Wachstum als auch Ordnung zu schaffen, sodass alles Leben gedeihen konnte. Mit dem Sündenfall änderte sich alles: Herrschaft wurde zu Unterdrückung, aus Vermehrung wurde Spaltung, und die Ordnung driftete ab ins Chaos. Das Gedeihen wich dem Verfall, während fruchttragende Pflanzen und Bäume mit Disteln und Dornen rangen. Lebensspendende Samen kämpften um Raum in einem Erdboden voller Unkraut und totem Unterholz. Schon bevor diese Umwälzungen die Erde beeinträchtigten, waren die letzten Geschöpfe Gottes die ersten, die in einen Konflikt gerieten. Der Schauplatz des Kampfes war bereitet. Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau. 1. Mose 3, 15
Um sowohl die Größe als auch das Gewicht dieses Konflikts zu erfassen, müssen wir genauer betrachten, was „Feindschaft“ hier heißt. Als ich früher diese Stelle las, dachte ich immer an gewöhnliche Feindschaft, an „normalen“ Hass. Das Problem mit meiner Lesart war, dass sie der Bedeutung des Wortes in diesem Zusammenhang nicht wirklich gerecht wurde. Hier geht es vielmehr um tief verwurzelten Hass und unversöhnliche Feindschaft. Wir dürfen nicht nur an starke Differenzen denken, denn es geht um viel mehr. Die Aussage hier zeugt von einem Hass, der so tief 11
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ist, dass er nicht nur in Ewigkeit bestehen, sondern sich auch noch vertiefen und ewig ausbreiten wird. Die Mathematik hilft uns, das zu erfassen. Wir stellen uns einen Punkt vor, von dem zwei Geraden ausgehen. Eine verläuft in westlicher, die andere in östlicher Richtung. Beide verlaufen also in entgegengesetzte Richtungen, ohne sich jemals treffen zu können. Diese Geraden umspannen nicht unseren Globus – sie bewegen sich auf der linearen Zeitachse. Das bedeutet, dass die Polarität dieser ewigen Feindschaft im Lauf der Zeit auf beiden Seiten zunimmt, und das an Qualität und Quantität. Sie vertieft sich also von einer Generation zur nächsten. Nachdem wir erstmals im 1. Buch Mose von dieser Feindschaft lesen, sehen wir immer wieder die Versuche der Finsternis, den Samen der Frau einzukreisen und zu zerstören. Wir können diesen Einfluss bis ins Buch der Offenbarung verfolgen. Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, Krieg zu führen mit den übrigen ihrer Nachkommenschaft, welche die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu haben. Offenbarung 12, 17
Wer hat Eva, ihren Töchtern und allem menschlichen Leben, das aus dem Mutterleib hervorgeht, diesen endlosen Krieg erklärt? Eine Schlange; der Fürst der Gewalt der Luft. Der von einer listigen Schlange begonnene Krieg wird auch heute von dem großen Drachen und all seinen Anhängern geführt (siehe 1. Mo. 3, 15; Joh. 8, 44). Im Garten Eden schmiedete er kunstvoll seine Waffe, die Täuschung, und schaffte es tatsächlich, den beiden, die eins waren, die Herrschaft über die Erde zu stehlen. Um zu gewinnen, musste der Feind einfach dem Grundsatz „teile und herrsche“ folgen. Er erreichte sein Ziel, indem er die Unterstützung der Frau gewann. Um Adam dazu zu bringen, seine Position aufzugeben, brauchte er mehr als Täuschung. Satan benutzte den Einfluss der Frau. Es ist gut möglich, dass der Mann ohne ihren Einfluss dem Rat der Schlange nicht gefolgt wäre. Er hörte auf die Stimme seiner Frau. Er beobachtete sie beim Essen, und als scheinbar nichts passierte, streckte er seine Hand aus und nahm die Frucht von ihr. 12
Du kämpfst wie eine Frau! Sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß. 1. Mose 3, 6
Ich denke, dass Evas Schönheit und ihr starker Einfluss kurz nach der Schöpfung überwältigend und unwiderstehlich waren. Die perfekte Welt mit der perfekten Frau beherbergte auch einen perfekten Gegenspieler. War Adam nicht gewarnt worden, dass er dafür verantwortlich war, diesen Baum zu bewachen und zu pflegen? Warum gebrauchte diese großartige Eva, die Mutter aller Lebenden, ihren Einfluss auf ihren Mann, um ihrer beider Untergang herbeizuführen? Ich glaube, wir können davon ausgehen, dass sie Adam nicht bewusst auf den falschen Weg führte. Sie dachte offensichtlich, sie hätte ihn gut beraten. Wir sind aber niemals wirklich weise, wenn wir uns außerhalb der Weisheit Gottes bewegen. Was hatte der Versucher anzubieten, dass die beiden bereit waren, so viel aufs Spiel zu setzen? Und die Frau sah, dass der Baum gut zur Speise und dass er eine Lust für die Augen und dass der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben … 1. Mose 3, 6
Sicherlich wäre von vielen Bäumen in diesem Garten gut zu essen gewesen, und sicherlich waren auch sie eine Lust für die Augen. Ein Baum jedoch, dessen Früchte die Macht hatten, jemanden Gott gleich zu machen, war etwas ganz anderes. Eva dachte, es gäbe da wohl noch mehr als das, was sie bereits bekommen hatte. Ich finde es höchst interessant, dass die Frau sich nach etwas ausstreckte, das sie gar nicht haben sollte (Gott gleich zu sein), und dabei etwas verlor, das sie hätte besitzen können (Weisheit). Darüber hinaus sprach die Schlange Adams und Evas Verlangen an, wie Gott zu sein – und zwar außerhalb seiner Autorität und seines Einflussbereiches. Sowohl der Mann als auch die Frau suchten eine Stellung zu erlangen, die nicht für sie bestimmt war. Erst Jahrhunderte später sollte Evas Same, Jesus, ihrer beider Dummheit wieder rückgängig machen.
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Kämpfe wie eine Frau … der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein. Philipper 2, 6
Sie waren zwar wirklich nach dem Bilde Gottes geschaffen worden, aber sie waren ihm nicht gleich. „Bild“ steht hier für eine Reflektion, nicht dafür, dass sie Gott in seiner Gesamtheit repräsentiert hätten. Durch ihr rhetorisches Täuschungsmanöver konnte die Schlange den beiden einreden, sie würden etwas gewinnen, obwohl sie eigentlich alles verloren. Sie hatten keine Erleuchtung erlangt, ihr Verstand war verfinstert worden. Die Schlange wollte nicht ihre Freundschaft – sie wollte sie entmachten und vertreiben. Da sie ihrer eigenen Position enthoben worden war, hatte es die Schlange auf die Position der beiden Menschen abgesehen. Wenn die Stimme des Verführers ertönt, vergessen wir viel zu oft, wer wir sind und in wem wir unsere wahren Verbündeten haben.
Verlorene Ziele, verlorene Orte Oft verlieren wir, was wir haben, weil wir vergessen, warum es uns gegeben worden ist. Adam und Eva vergaßen ihre Bestimmung und verloren den für sie bestimmten Ort. Sie wussten, dass sie geschaffen waren, um zu herrschen, aber sie hatten vergessen, warum das so war. Während sie versuchten, das Verlorene wiederzuerlangen, begannen sie, ihre Kräfte zu missbrauchen, und setzten ihre Macht gegeneinander statt füreinander ein. Grundsätzlich brachte der Sündenfall des Menschen den Kampf der Geschlechter hervor. So begann der Ringkampf. Haben wir in all den schmerzvollen Jahren irgendetwas gelernt? Wie viele Eltern haben die Herzen ihrer Kinder verloren, weil sie vergessen haben, warum sie ihre Kinder überhaupt bekommen haben? Nicht, um sie zu kontrollieren, sondern um ihnen eine Umgebung zu bieten, in der sie gedeihen können. Wie viele Paare haben ihre Ehe zugrunde gehen sehen, weil sie vergessen haben, wozu sie zusammen waren? Anstatt für ihre Liebe zu kämpfen, bekämpfen sie sich gegenseitig. Greifen wir nach den Positionen anderer und kämpfen mit ihnen darum, weil wir die Sicht für 14
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unsere eigene Position verloren haben? Wenn wir von anderen nehmen, was sie uns gar nicht geben sollen, verlieren wir alle. Warum sind wir nicht damit zufrieden, in der Autorität und Position zu leben, die uns anvertraut ist? Die Position des Mannes steht nicht zur freien Verfügung und er kann sie auch nicht einfach weggeben. Der Platz der Frau ist nichts, was der Mann einnehmen sollte, und genauso wenig sollte die Frau ihren Platz einfach aufgeben. Die beiden müssen zusammenstehen, jeder in seiner eigenen Rolle. Was wir anvertraut bekamen, sollten wir niemals einem anderen überlassen. Der Mann und die Frau gaben das weg, was sie im Garten Eden beschützen und verwalten hätten sollen. All die Jahre haben wir versucht, unseren Weg zurück nach Eden in Gottes Paradies zu finden, wo seine Schöpfung wieder aufblüht. Dieser einst grünende Garten ist längst Vergangenheit, obwohl die Samen der Wahrheit und die ewigen Prinzipien geblieben sind. Wir sehnen uns nach der Wiederherstellung unseres verlorenen Paradieses. Es war eine undeutliche Vorahnung des Neuen, das wir letztendlich sehen werden. Im Geist sicherte uns Jesus Christus, der Same Evas, diesen Sieg. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen. 1. Mose 3, 15
Wo also findet dieser Vorzeichenwechsel statt? Wo ist der Beweis für die Niederlage unseres Feindes? Wann werden wir sehen, wie die Finsternis zurückgedrängt wird und die Bedrückung weichen muss? Wann werden Evas Kinder beginnen, in dem Sieg vorwärts zu gehen, den ihr Same schon errungen hat? Ich glaube, wir werden anfangen, Veränderungen zu sehen, wenn wir unsere Autorität nicht länger missbrauchen. Was würde geschehen, wenn Frauen ihre Einsicht und ihren Einfluss zur Heilung und Auferbauung einsetzten? Was, wenn Männer ihre Macht in den Dienst der Wahrheit und Gerechtigkeit stellten? Was, wenn Männer wie Männer kämpfen würden? Was, wenn Frauen wirklich befähigt würden, wie Frauen zu kämpfen? Wir alle würden davon profitieren.
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Männer würden den Respekt wiedergewinnen, den sie verloren haben, und Frauen würden die Kraft der Liebe wiedererlangen. Wir müssen verstehen, dass das, was wir verloren haben, wiederhergestellt wird. Das, was ist, muss dem, was sein sollte, weichen. Begleite mich an diesen Ort der Wahrheit. Frauen, lasst diese Worte auf euch wirken und erlebt die Freiheit, genau so zu sein, wie ihr geschaffen wurdet. Der Herr spricht das entscheidende Wort und schon verbreiten viele Frauen die Nachricht vom Sieg: „Die feindlichen Könige fliehen, ihre Heere sind auf der Flucht! Für uns Frauen zu Hause gibt’s reichlich Beute zu verteilen.“ Psalm 68, 12–13; (Gute Nachricht )
Gott gibt seine Siegeserklärung ab und es ist Zeit für seine Töchter, voller Freude die Wahrheit über den Sieg auszurufen. Dieser Triumph ist zu groß, als dass eine einzelne Stimme zu seiner Verkündigung ausreichen könnte. Wir brauchen viele Stimmen, die sich in Einheit erheben. Die Lüge hat weitreichende Auswirkungen, die Wahrheit aber ist wesentlich mächtiger. Wenn wir nur die Wahrheit verkünden, dann werden die feindlichen Könige und Armeen fliehen. Im Zuge ihrer Flucht werden wir erleben, wie die gewaltigen Schätze, die so lange verloren waren, wieder zum Vorschein kommen.
Völlig frei, Gott zu gehören Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht Galater 5 ,1
Bei Gott geht es immer um Freiheit. Sie ist für ihn von größter Bedeutung. Er möchte, dass du ganz frei bist, damit du ganz ihm gehören kannst. Über die Jahre bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es Gott tatsächlich Spaß macht, uns in Situationen zu bringen, die uns gerade dort herausfordern, wo es in unserem Leben noch Gebundenheiten gibt. Ich denke, er liebt es, wenn seine Kinder in unbequeme Umstände geraten, die sie nicht unter Kontrolle haben. Vielleicht sieht es aus seiner Perspektive so aus wie für mich, wenn ich meine Kinder in den Wellen im Meer toben sehe. 16
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Du musst wissen, dass ich früher ein sehr furchtsamer Mensch war. Ich hätte sogar Angst davor gehabt, ein Buch zu schreiben, in dem es um Konflikte geht. Aber mit der Zeit wurde mein Verlangen nach Freiheit größer als mein Verlangen nach Sicherheit. Bist du auch so weit? Für mich war der Moment gekommen, als ich meine eigenen Ängste in meinen Kindern wiederentdeckte. Ich weiß ehrlich nicht, ob ich eine solche Veränderung in meinem Leben durchlaufen hätte, wenn es nur um mich gegangen wäre. Vieles wäre so viel einfacher gewesen, wäre ich in der Versenkung geblieben. Ein Paradebeispiel: In der High School musste ich für meinen Abschluss entweder einen Kurs in Redetechnik oder einen Debattierkurs belegen. Nichts hätte mir mehr Angst einjagen können. Ich hatte schreckliche Angst, vor Menschen zu sprechen. Ich hatte aufgrund eines Retinoblastoms, einer Krebsart, im Alter von 5 Jahren ein Auge verloren. Über Nacht veränderte sich damals das Leben, wie ich es gekannt hatte. Ich war zuversichtlich und kontaktfreudig gewesen, nun wurde ich mürrisch und zog mich zurück. Ich empfand, dass mich die Leute gar nicht mehr wahrnahmen. Ich merkte, wie sie versuchten, herauszufinden, auf welches Auge sie schauen sollten, wenn sie mit mir sprachen. In der Schule wichen die Komplimente den Beleidigungen. Ich bekam Spitznamen wie „Einauge“ oder „Zyklop“. Ich legte mir eine raue Fassade zu, um so zu wirken, als würden mich diese Worte nicht verletzen. Gewöhnlich ignorierte ich die Bemerkungen und bewahrte die Fassung, bis ich nach Hause kam. Dann weinte ich bittere Tränen in meinem Zimmer. Warum konnte ich nicht wie alle anderen sein? Nun sollte ich mich also vor meine Klassenkameraden hinstellen und eine Rede halten. Der Debattierkurs war keine Alternative. Ich konnte mir nicht einmal vorstellen, jemals ein erfolgreiches Streitgespräch vor den Augen anderer zu führen. Ich ertrug die ersten Wochen dieses Kurses. Dann war es an der Zeit, Reden zu halten. Ich bereitete mich vor, aber das half nichts. Als der Tag kam, konnte ich nicht sprechen. Der Lehrer erlaubte mir, die Klasse kurz zu verlassen und noch einmal anzufangen, aber ich konnte es nicht. Ich schaute auf meine Klassenkameraden, und 17
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nichts kam aus meinem Mund. Ich entschuldigte mich und rannte ins Büro des Vertrauenslehrers. Ich erklärte ihm, warum es für mich unmöglich wäre, diesen Kurs erfolgreich abzuschließen. Wie sollte ich jemals eine Drei, geschweige denn eine Eins oder eine Zwei erreichen? Schließlich hatte ich eine Behinderung! Der Vertrauenslehrer war überraschend mitfühlend. Er stellte einige Fragen, wie: „Haben Sie vor, in Ihrem Leben irgendetwas zu tun, das öffentliches Sprechen erfordern würde?“ Absolut nicht! Ich versicherte ihm, für den Rest meines Lebens niemals vor mehr als zwei Leuten gleichzeitig sprechen zu wollen. „Ich sage Ihnen etwas; sie nehmen einfach eine weitere Einheit „Sprachkunst“ und wir vergessen die Sache mit der Redetechnik.“ Ich traute meinen Ohren kaum. Ich meldete mich auf der Stelle für einen Kurs über Kurt Vonnegut (amerikanischer Schriftsteller) an. Da der Vertrauenslehrer so verständnisvoll war, sprach ich einen weiteren Kurs an, der mir große Schwierigkeiten machte: Maschinenschreiben. Es war mir fast unmöglich, mehr als 25 Wörter pro Minute zu tippen. Er hörte geduldig zu, während ich meine Sache vorbrachte. „Ich denke, wir können auch auf den Schreibmaschinenkurs verzichten. Sie finden im College immer jemanden, der gegen Bezahlung ihre Unterlagen tippt.“ Ich war begeistert! Ich verließ das Büro mit dem Gefühl, es wäre eine zentnerschwere Last von meinen Schultern genommen worden. Ich holte meine Sachen aus dem Klassenzimmer des Redetechnikkurses. Dann präsentierte ich meinem neuen Lehrer das Formular, das ihn darauf hinwies, dass ich in Zukunft den Vonnegut–Kurs besuchen würde. Statt zu tippen, saß ich in der Bibliothek. Das Leben war schön. Gott muss im Himmel sehr gelacht haben. Ich kann mir gut vorstellen, wie er sich zu den Engeln wandte und sagte: „Arme Lisa. Gönnen wir ihr eine Pause. Ich sehe ein, dass sie zu ängstlich ist, um vor zwölf Klassenkameraden zu sprechen. Wir warten ein wenig und erschrecken sie dann richtig – erst mit hunderten, dann mit tausenden Zuhörern; und dann nehmen wir 18
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noch das Fernsehen mit dazu, um ihr den Rest zu geben. Sie möchte nicht Maschinenschreiben? Es ist zu schwer für sie? Okay, sie soll sich erst einmal ausruhen, denn sie wird den Rest ihres Lebens an der Schreibmaschine verbringen.“ In den zwei Kursen, aus denen ich auf der High School flüchtete, ging es genau um das, was ich heute regelmäßig tue. Offensichtlich können Berater, Lehrer und verschiedene Institutionen dir deine Behinderung bestätigen, aber Gott wird sich nicht darum kümmern. Er gibt dir gerne die Gelegenheit, deinen Ängsten ins Auge zu schauen, denn wenn du das tust, wirst du furchtlos. Wo sind die furchtlosen Töchter, die bereit sind, wie Frauen zu kämpfen? Öffne dein Herz, während du diese Seiten liest. Glaube daran, dass du eine dieser Stimmen, eine dieser Töchter des höchsten Gottes bist. Sie werden lernen, wie Frauen zu kämpfen. Es ist an der Zeit, der Schlange die Beute zu entreißen, unsere hochhackigen Schuhe anzuziehen und ihr den Kopf zu zertreten. Himmlischer Vater, ich möchte im Licht und in der Wahrheit wandeln. Ich möchte, dass die Frau, die du geschaffen hast, in mir sichtbar wird. Vergib mir, dass ich mich hinter der Fassade eines Mannes versteckt habe. Ich glaube, dass so viel mehr von deiner Kraft durchdringen wird, wenn die Frau in mir zum Vorschein kommt. Ich möchte meine Kämpfe in der bestmöglichen Form führen. Ich werde mich nicht ängstlich zurückziehen, sondern mutig im vollen Bewusstsein meiner Rechte stehen und alles bekämpfen, was sich gegen meine Würde, meinen Herrn und meine Familie erhebt. Amen.
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This edition published by arangement with Warner Books, a Division of Hachette Book Group USA Inc., New York, New York, USA. All rights reserved. Originally published in English under the title Fight Like a Girl by Lisa Bevere Copyright © 2006 by Lisa Bevere. Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen Alle Rechte, © 2007, der deutschen Ausgabe bei:
Adullam Verlag St.-Ulrich-Platz 8 85630 Grasbrunn Tel 089/468801 www.adullam.de ISBN 978-3-931484-57-6