Skip to main content

129456

Page 1

Die Ewigkeit im Herzen Damit dein Leben jetzt und in der Ewigkeit z채hlt

John Bevere


Inhaltsverzeichnis Einleitung ................................................................................. 7 1 Ewigkeit ............................................................................. 13 2 Das Königreich Affabel – Leben in Endel .......................... 31 3 Das Königreich Affabel – Der Tag des Gerichts, Teil I ........ 53 4 Die Toten kommen an einen Ort, an dem sie ewig bleiben ... 77 5 Gericht über die Verführten ............................................... 99 6 Der große Abfall .............................................................. 129 7 Das Fundament ............................................................... 159 8 Das Königreich Affabel – Der Tag des Gerichts, Teil 2 .... 175 9 Der Himmel .................................................................... 203 10 Der Richterstuhl Christi .................................................. 223 11 Gottes Haus wird nach seinen Vorstellungen gebaut ........ 237 12 Vermehrung und Multiplikation ...................................... 267 13 Persönlicher Einfluss ........................................................ 295 Anhang A: Bibelstellen zum Thema ....................................... 313 Anhang B: Jeder Mensch kann errettet werden ...................... 323 Anmerkungen ....................................................................... 329 5


Einleitung Warum werden wir aufmerksam, sobald wir das Wort „Ewigkeit“ hören? Dieses Wort hat das Potenzial, eine ganze Nation aufhorchen zu lassen. Arthur Stace, ein Australier, brachte es fertig, mithilfe dieses Wortes eine ganze Nation zu beeinflussen. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts geboren und wuchs in einer Umgebung auf, die von Hoffnungslosigkeit geprägt war. Er fristete sein Dasein als Obdachloser und bestritt seinen Lebensunterhalt durch Kleinkriminalität. In der Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und der großen Wirtschaftskrise der Dreißigerjahre war sein Leben von Alkohol geprägt. Seine gesamte Situation veränderte sich, als er am 6. August 1930 Jesus begegnete und kurz darauf seinen Pastor ausrufen hörte: „Ich wünschte, ich könnte das Wort ,Ewigkeit‘ in alle Straßen Sydneys hinausrufen!“ Er fühlte sich berufen, diesen Aufschrei seines Pastors in die Tat umzusetzen. Arthur stand früh am Morgen auf, betete eine Stunde lang, verließ seine Wohnung zwischen fünf und halb sechs und ging an die Orte, an die er sich von Gott geführt wusste. Stundenlang schrieb er ein einziges Wort, „Ewigkeit“, etwa alle 30 Meter auf die Bürgersteige von Sydney. Über zwanzig Jahre lang rätselte die Bevölkerung Sydneys: Wer schrieb dieses Wort, das Tausende dazu brachte, über seine Bedeutung nachzudenken, über seine kurzfristigen und langfristigen Konsequenzen? Hatte diese geheimnisvolle Person verstanden, welche Kraft in diesem Wort steckt und wie sehr es die Menschen beeindruckte? Das Geheimnis wurde erst 1956 gelüftet. Zwei Jahre nach Arthurs Tod im Jahr 1967 veröffentlichte der Dichter Douglas Stewart aus Sydney folgende Verse, durch die das eine Wort unseres Graffiti-Predigers unsterblich wurde: Geheimnisvoller Dichter: Arthur Stace, sein mächtig’ Werk: ein einz’ges Wort, Er lauschte tief in Zeit und Raum, sein großes Wort – er hört’ es dort: EWIGKEIT, EWIGKEIT – wie eine Glocke klingt es lieblich vom Himmel, düster aus der Hölle. 7


Die Ewigkeit im Herzen

Eine Predigt, die nur aus einem Wort bestand, erreichte eine ganze Nation. Der Architekt Ridley Smith gravierte Arthurs Botschaft für die nächsten Generationen in eine mächtige Kupferplatte, die am Sydney Square aufgestellt ist. Über vier Milliarden Menschen sahen dieses Wort, als sie die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Sydney verfolgten. Im Rahmen des mächtigen Feuerwerks auf der großen Hafenbrücke von Sydney zur Begrüßung des neuen Jahrtausends wurde Arthurs Botschaft in den Himmel gemalt. Ewigkeit – dieser Begriff zieht die ganze Menschheit immer wieder in seinen Bann. Kein Volk, keine Nation, weder Mann noch Frau – niemand kann sich der Faszination entziehen. Die Ewigkeit liegt seit der Schöpfung des Menschen in seinem Herzen und wir spüren, dass sich unsere Existenz über die Begrenzungen des irdischen Lebens hinaus in die Ewigkeit erstreckt. Es ist daher nur vernünftig und weise, sich ausführlicher mit dem zu beschäftigen, was unser Schöpfer über die Ewigkeit zu sagen hat, schließlich heißt es in seinem Wort: „Ich bin Gott, ich bin es von Ewigkeit … niemand kann aus meiner Hand erretten. Ich handle, wer will es ändern?“ (Jes. 43, 13; Herder). Du hast dieses Buch zur Hand genommen, weil dich der Begriff „Ewigkeit“ anzieht. Du hast eine weise Entscheidung getroffen. Lass uns gemeinsam beten, bevor wir uns ausführlicher mit dem Thema beschäftigen. Ich habe dieses Gebet laut in meinem Arbeitszimmer gesprochen und mir vorgestellt, dass du gemeinsam mit mir betest: Ewiger Gott, Schöpfer aller Dinge, Herr des Universums: Ich komme zu dir im Namen Jesu, deines Sohnes. Ich mache mich eins mit John Bevere und bitte dich, dass du heute meine Augen salbst, damit ich sehen kann; salbe meine Ohren, dass ich hören kann; gib mir ein Herz, das deine Worte wirklich aufnehmen kann, damit ich verstehe, was du mir durch dieses Buch zu sagen hast. Ich brauche die Hilfe des Heiligen Geistes, um deinen Willen für mein Leben zu erkennen. Ich möchte täglich so leben, wie es dir gefällt – und dies soll in Ewigkeit so weitergehen. Zeige mir neben deinem Willen auch dein Wesen, damit ich dich besser kennenlernen kann, denn das ist das ewige Leben, dass ich dich wirklich tief als 8


Einleitung

meinen himmlischen Vater kennenlerne. Danke für deine überwältigende Treue, Gnade und Freundlichkeit. Nun können wir uns auf eine spannende Reise begeben und uns dabei immer der Tatsache bewusst sein, dass der Heilige Geist dir Einsicht und Erkenntnis geben wird, die du allein niemals gewinnen könntest.

9


1 Ewigkeit Lehre uns, unsere Zeit zu nutzen … und lasse unsere Arbeit gelingen. Ja, lass unsere Arbeit gelingen! Psalm 90, 12+17 (Neues Leben)

Die meisten Menschen wünschen sich, ihr Leben nicht mit Belanglosigkeiten, sondern mit wichtigen Dingen zu verbringen. Dieses Bestreben ist gut und richtig, es stammt von Gott. Mose drückte es in seinem Gebet in Psalm 90 aus, das wir gerade gelesen haben. Er betete zunächst um Weisheit, seine Zeit optimal auszunutzen. Vieles, das verloren geht, kann wiedergefunden oder neu besorgt werden. Vergeudete Zeit jedoch ist ein für alle Mal verloren. Wenn die Sonne untergegangen ist, ist der Tag unwiederbringlich vorbei. Mose schließt sein Gebet mit den Worten „… lass unsere Arbeit gelingen!“ und sagt das zweimal hintereinander. Warum tut er das? Mose hat sich weder versprochen noch handelt es sich hier um einen Überlieferungsfehler. Die Wiederholung ist ein Stilmittel der hebräischen Sprache und drückt aus, dass die wiederholte Aussage besonders wichtig ist. Wir haben heute verschiedene Methoden, um ein Wort oder einen Satzteil hervorzuheben. Wir können Fett- oder Kursivdruck verwenden, die gewünschten Worte unterstreichen, Großbuchstaben verwenden oder ein Ausrufezeichen setzen. Dies sind Mittel, um den Leser darauf aufmerksam zu machen, dass das Wort oder der Satz besonders wichtig ist. Um etwas Vergleichbares zu erreichen, schrieben jüdische Autoren damals ein Wort oder einen Satz zweimal. Man weiß, dass sie ihre Stilmittel sehr bewusst und sparsam einsetzten. Die Wiederholung des letzten Satzes des Psalms zeigt uns, dass Gott nicht einfach nur möchte, dass unsere Arbeit gelingt und wir Erfolg haben, sondern leidenschaftlich daran interessiert ist. Er hat diese Aussage des Psalms besonders hervorgehoben. Wir wurden geschaffen, um erfolgreich zu sein. Gott möchte, dass unser Leben bedeutsam ist! Und das war zuerst der Wunsch Gottes, 13


Die Ewigkeit im Herzen

nicht unser Wunsch. Er sagt uns das in der Bibel immer wieder. Ich möchte an dieser Stelle nur zwei Verse nennen: „Der Herr, euer Gott, wird euch Erfolg schenken bei allem, was ihr tut“ (5. Mo. 30, 9; Neues Leben). Hier ist die Rede von Erfolg in allem, nicht nur in einigen Dingen! An anderer Stelle lesen wir: „Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben“ (Jos. 1, 8). Man benötigt göttliche Weisheit, um sich langfristig an Erfolg freuen zu können. In der Bibel heißt es: „Wer Weisheit liebt, der tut dies zu seinem eigenen Vorteil und wird erfolgreich sein“ (Spr. 19, 8; The Living Bible, aus dem Englischen übersetzt). Weisheit befähigt uns, zur rechten Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen. Echte Weisheit wird nicht denen gegeben, die besonders intelligent sind, sondern denen, die den Herrn fürchten und ihr Leben in Christus führen. Wer ein Leben führen will, das auch im Hinblick auf die Ewigkeit bedeutsam ist, muss dies mithilfe göttlicher Weisheit tun. Das ist das eigentliche Thema dieses Buches. Weisheit führt zu Erfolg. Dieser nützt dir und stellt dich zufrieden. „Bist du weise, so bist du weise zum eigenen Nutzen“ (Spr. 9, 12; Einheitsübersetzung). Der Herr wünscht sich nicht nur, dass du erfolgreich bist, er möchte dich auch belohnen. In den Psalmen heißt es nämlich: „Der Herr sieht täglich die guten Dinge, die die Gottesfürchtigen tun, und gibt ihnen ihren ewigen Lohn“ (Ps. 37, 18; The Living Bible, aus dem Englischen übersetzt). Die Tatsache, dass Gott möchte, dass wir erfolgreich sind, wurde in den vergangenen Jahren von einem Teil der Christenheit betont, und das ist gut so. Trotzdem wird Erfolg häufig so verstanden, wie die Welt Erfolg definiert, und nicht so, wie Gott Erfolg sieht. Erfolg und Misserfolg beurteilt man häufig im Hinblick auf Raum und Zeit und nicht im Hinblick auf die Ewigkeit. Dies bringt viele Christen durcheinander und führt dazu, dass sie ihre Energie auf falsche Ziele richten. Wir werden eines Tages alle vor dem Richter des Universums, Jesus Christus, erscheinen. Wenn wir mit14


Ewigkeit

hilfe göttlicher Weisheit ein Leben geführt haben, das in den Augen Gottes Bestand hat, werden wir eine ewige Belohnung erhalten. Wenn wir unsere Bemühungen auf falsche Ziele gerichtet haben, werden wir entweder bestraft oder müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass uns einige Dinge in der Ewigkeit fehlen werden. Es ist also dringend angeraten, einige Stunden zu investieren, um herauszufinden, welche Ziele er uns eigentlich gesteckt hat. Dieses Buch beschäftigt sich mit folgendem Thema: Wie kann dein Leben nicht nur heute, sondern auch für die Ewigkeit bedeutsam sein? In der Bibel werden klare Aussagen dazu gemacht. Wir wollen für unser heutiges Leben durch die ewige Perspektive motiviert werden; lass uns daher beginnen, uns mit der ewigen Perspektive zu beschäftigen.

Ewigkeit Lies dir die folgenden Bibelstellen bitte sorgfältig durch: Niemand kann auch nur erahnen, was die Ewigkeit ist. Hiob 36, 26 (The Living Bible, aus dem Englischen übersetzt) … auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt. Prediger 3, 11

Ewigkeit. Was ist das? Wie kann man sie definieren? Wie ist dieser Begriff zu verstehen? Ein Wörterbuch definiert „Ewigkeit“ als „unendliche Zeit“1, ein anderes als „den Zustand, außerhalb der Zeit zu existieren“2. Wie ist es möglich, dass ein Wörterbuch Ewigkeit als Zustand innerhalb des Zeitbegriffs, ein anderes als Zustand außerhalb der Zeit definiert? Warum untersucht man diese Diskrepanz nicht gründlicher? Sollten wir nicht mindestens eines der beiden Wörterbücher in Frage stellen, weil sie Definitionen liefern, die sich grundsätzlich widersprechen? Stellen wir uns vor, ein Buch würde Fische als Wirbeltiere definieren, die im Wasser leben, während ein anderes behauptete, Fische lebten auf dem Land. Wir würden sofort den Schluss ziehen, dass ein Buch falsche Aussagen macht und es verwerfen. Warum verfahren wir im Hinblick auf die beiden unterschiedlichen Definitionen der 15


Die Ewigkeit im Herzen

Ewigkeit in den beiden Wörterbüchern nicht genauso und verwerfen eines? Wir müssen der Tatsache ins Auge blicken, dass wir die Ewigkeit mit unserem Verstand nicht durchdringen können. Unser Denken ist begrenzt, wir sind nicht in der Lage, gewisse unvergängliche, immerwährende Aspekte des Seins zu erfassen. Ich möchte dies mithilfe eines Bildes verdeutlichen. Versuche einmal, dir das Ende des Universums, seine äußeren Begrenzungen vorzustellen. Falls du dazu in der Lage bist, vollziehe den nächsten Schritt: Was befindet sich an dieser äußeren Begrenzung? Eine Wand? Woraus besteht sie? Wie dick ist sie? Wäre der äußere Rand der Mauer das Ende des Universums? Wenn ja, was befindet sich jenseits des äußeren Randes der Mauer? Mehr Raum? Würde das nicht eine Fortsetzung des Universums bedeuten? Wo befindet sich das Ende? Kann dein Verstand die Endlosigkeit des Universums erfassen? Halte einen Moment inne und denke darüber nach. Was ist eigentlich der Abgrund im Buch der Offenbarung? Den griechischen Urtext kann man auch mit „Abgrund ohne Boden“ wiedergeben. Kannst du dir vorstellen, in einen Abgrund zu stürzen, in dem du auf ewig fällst? Du kommst niemals am Boden an, kannst den Boden nicht einmal sehen, sondern fällst und fällst – in Ewigkeit. Hier gelangen wir in zweifacher Hinsicht an die Grenzen unseres Vorstellungsvermögens: ein Abgrund ohne Boden und ein Fall ohne Ende. Man kann sich diese Dinge nicht vorstellen und fühlt sich an eine Szene aus einem Science-Fiction-Film erinnert – und doch wird dieser bodenlose Abgrund siebenmal in der Bibel erwähnt. Und Gott selbst, der Schöpfer des Menschen? Denke einmal an seinen Anfang, oder sollte ich sagen „keinen Anfang“?! In der Bibel heißt es, er ist „von Ewigkeit zu Ewigkeit“. Er wurde weder geboren noch geschaffen – wie begann also seine Existenz? Woher kommt er? Er kommt nirgendwo her, hat sich auch nicht aus irgendetwas entwickelt. In den Psalmen heißt es: „Ehe die Berge geboren waren und du die Erde und die Welt erschaffen hattest, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, Gott“ (Ps. 90, 2). Denke etwas darüber nach. Wenn du das tust, wirst du an die Grenzen deines 16


Ewigkeit

Vorstellungsvermögens gelangen, weil niemand die Bedeutung des Begriffs „Ewigkeit“ erfassen kann.

In unsere Herzen gelegt Der Schöpfer hat Dinge, die wir mit unserem Verstand nicht erforschen können, in unser Herz gelegt. Wir erspüren die Ewigkeit in unseren Herzen. Jeder Mensch wird mit diesem Gespür geboren. Aus diesem Grund lesen wir in der Bibel: „Die Toren sagen in ihrem Herzen: ‚Es gibt keinen Gott.‘“ (Ps. 14, 1; Einheitsübersetzung). Es heißt hier nicht: „Die Toren sagen in ihrem Verstand.“ Viele Atheisten verleugnen nachdrücklich die Existenz Gottes, wissen aber in ihren Herzen doch, dass er existiert, weil dieses Wissen tief in ihrem Herzen verwurzelt ist. Sie haben ihr Herz noch nicht so weit verhärtet, dass es vollständig degeneriert wäre. Ich habe einen Freund, der vor einigen Jahren ein unerschütterlicher Atheist war bzw. sich für einen hielt. Er ließ nicht zu, dass irgendjemand ihm von Jesus erzählte. Eines Tages riss er sogar einem Evangelisten die Bibel aus der Hand, schleuderte sie zu Boden, stampfte darauf herum und verfluchte den Mann und seine Bibel. Er warf diesem Christen vor, schwach und töricht zu sein. Nach vielen Jahren als bekennender Atheist bekam er plötzlich starke Schmerzen im Brustkorb. Bei einer Operation sollte die Ursache für die Schmerzen gefunden werden. Nach kurzer Zeit wurde die Operation abgebrochen. Man teilte ihm mit, er hätte weniger als 24 Stunden zu leben. Als er in dieser Nacht in seinem Bett lag, wurde ihm klar, dass er an den Ort kommen würde, an dem er die Ewigkeit verbringen würde, dass er dort aber absolut nicht hin wollte. Wie konnte er um diese Dinge wissen, da er doch nicht zugelassen hatte, dass ihm irgendjemand etwas aus der Bibel erzählte? Könnte es sein, dass ihm die Ewigkeit ins Herz gelegt worden war? In der Bibel wird über den Menschen gesagt: „… dabei wissen sie ganz genau, dass es Gott gibt, er selbst hat ihnen dieses Wissen gegeben“ (Röm. 1, 19; Hoffnung für alle).

17


Die Ewigkeit im Herzen

In dieser Nacht hörte sein Herz auf zu schlagen. Er verließ seinen Körper und stieg hinab in tiefe Finsternis. Die Finsternis war so intensiv, dass sie ihn wie ein Kleidungsstück fest umschloss, er konnte auch nicht den Hauch eines Fünkchens Licht erkennen. Er fiel immer tiefer, ihm schien es, als falle er eine lange Zeit, und hörte schließlich die fürchterlichen Schreie gequälter Seelen. Er wurde von starken Kräften zu den Pforten der Hölle gezogen, als er sich plötzlich in seinem Körper wiederfand. Er war wiederbelebt worden. Am nächsten Morgen ließ er den einzigen Christen rufen, den er kannte. Sein Freund kam und erklärte ihm das Evangelium, die gute Nachricht der Errettung durch Jesus Christus. Als er Jesus als seinen Herrn und Heiland angenommen hatte, betete sein Freund um seine Heilung. Drei Wochen später verließ er das Krankenhaus auf eigenen Füßen und ist auch heute, in der Zeit, da ich dieses Buch schreibe, am Leben. Er ist ein wandelndes Wunder. Als Atheist hatte er verkündet, es gäbe keinen Gott, obwohl die Ewigkeit in sein Herz gepflanzt war. Der Narr verleugnet Gott nicht nur in seinen Gedanken, sondern stellt sich auch in seinem Herzen gegen Gott, sodass sein Gewissen unterdrückt und erstickt wird. So ein Mensch ist äußerst schwierig zu erreichen. Wenn man in seinem Denken an bestimmten Vorstellungen festhält, dann ist es vergleichsweise einfach, sie zu verändern. Wenn man jedoch sein Herz vollständig verhärtet hat, ist es ungleich schwieriger, eine Veränderung herbeizuführen. Das New Unger’s Bible Dictionary liefert folgende Definition: „In der Bibel bezeichnet das Wort ‚Narr‘ meistens einen Menschen, der die Furcht Gottes abgeschüttelt hat und so denkt und handelt, als könne er ohne Gefährdung der eigenen Existenz die ewigen Prinzipien der Gerechtigkeit Gottes ignorieren.“3 Ein Narr kann der Existenz Gottes in seinen Gedanken sogar mehr oder weniger zustimmen, verleugnet sie aber in seinem Herzen; eine Haltung, die sich durch seinen Lebensstil ausdrückt. Unser Herz bleibt durch die Furcht des Herrn für den Heiligen Geist erreichbar. Wenn sie verloren gegangen ist, gibt es keine Hoffnung mehr. Paulus sagt: „Werte Brüder, Söhne von Abrahams 18


Ewigkeit

Geschlecht, und ihr anderen hier, die ihr Gott fürchtet: an uns ist diese Heilsverkündigung ergangen“ (Apg. 13, 26; Menge ). Nur wer Gott fürchtet, ist in der Lage, Worte des ewigen Lebens zu hören.

Eine Definition der Ewigkeit Die Ewigkeit ist in unser Herz gelegt, obwohl es unmöglich ist, sie mit dem Verstand zu erfassen. Wenn ich also versuche, Ewigkeit zu definieren, bitte ich dich, mit deinem Herzen zuzuhören. Das ist übrigens auch im weiteren Verlauf dieses Buches erforderlich, wenn du davon profitieren möchtest. Wie kann man mit dem Herzen zuhören? Zunächst musst du dir eingestehen, dass du die Hilfe des Heiligen Geistes benötigst, und ihn bitten, dir zu helfen, was wir ja bereits getan haben (siehe Einleitung). Er kommuniziert mit deinem inneren Menschen, nicht mit deinem Intellekt. Zweitens ist es wichtig, dass du beim Lesen innehältst und über das Gelesene nachdenkst, wenn dein Herz von einem Abschnitt oder einer Aussage bewegt und ergriffen wird. Lies dir dieses Buch nicht nur im Schnellverfahren durch. Falls du es kurz abhandelst, kannst du nur begrenzten Nutzen daraus ziehen. Wenn du den ganzen Segen des Wortes Gottes empfangen möchtest, setze diese beiden Empfehlungen in die Tat um. Du wirst dann eine Veränderung erleben, die bis in die Ewigkeit hineinreicht. David sagt: „In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige“ (Ps. 119, 11). Lies nicht nur, um neue Gedanken aufzunehmen, denn Gedanken kann man schnell wieder vergessen. Verwahre sein Wort in deinem Herzen, indem du darüber nachdenkst und betest. Die Ewigkeit ist immerwährend, ohne Ende. Aber Ewigkeit ist nicht einfach „Zeit ohne Ende“, sie kann in der Dimension der Zeit nicht hinreichend beschrieben werden. Sie erstreckt sich über den Begriff der Zeit hinaus. Wenn wir Ewigkeit als endlose Dauer beschreiben, geben wir nur einen Teil der Wahrheit wieder. Um Ewigkeit möglichst umfassend vor Augen zu bekommen, müssen wir auf Gott selbst schauen. Er ist nicht begrenzt im Hinblick auf Kraft, Wissen, Weisheit, Einsicht und Herrlichkeit. Er existiert aus sich selbst. Er ist Gott von Ewigkeit her und wird immer Gott 19


Die Ewigkeit im Herzen

sein. Er wird in Jesaja 9, 6 als „Ewig-Vater” (Luther), „Vater in Ewigkeit“ (Einheitsübersetzung) und „Vater der Ewigkeit“ (Elberfelder) bezeichnet. Paulus nennt ihn „König der Ewigkeit“ (1. Tim. 1, 17, Einheitsübersetzung ). Alles Ewige ist in ihm. Die Ewigkeit selbst ist in ihm. Alles, was nicht in Gott liegt, ist der Zeit unterworfen und damit veränderlich. Es spielt keine Rolle, wie gut, edel, stark oder beständig eine Sache aussieht – alles wird ein Ende haben. Selbst die Erde und das Universum werden verändert, allein Gott ist unveränderlich: Du, Herr, hast im Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind Werke deiner Hände; sie werden untergehen, du aber bleibst; und sie alle werden veralten wie ein Kleid, und wie einen Mantel wirst du sie zusammenrollen, wie ein Kleid, und sie werden verwandelt werden. Du aber bist derselbe, und deine Jahre werden nicht aufhören. Hebräer 1, 10–12

Er hat nicht nur kein Ende, sondern bleibt derselbe in alle Ewigkeit. Die Bibel sagt ganz klar: „Alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt, und die Blume ist abgefallen; aber das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit.“ Dies aber ist das Wort, das euch als Evangelium verkündigt worden ist. 1. Petrus 1, 24–25

Er ist ewig, daher ist das, was er sagt, ebenfalls ewig. Er kann nicht lügen, und was er sagt, kann nicht ungültig gemacht werden. Wäre es möglich, würde alles in tiefster Finsternis versinken, weil er das Licht ist und alle Dinge durch sein Wort trägt und erhält. Was er sagt, kann nicht verändert werden, sonst wäre er nicht ewig. Dies ist ein sicheres Fundament, auf das wir unser Leben bauen können.

Ewiges Gericht Viele Menschen gründen ihr Leben nicht auf das Ewige – Gottes Wort –, sondern auf kulturelle Werte, Traditionen, Annahmen und Gefühle über Gott. Dies gilt nicht nur für Nichtchristen, sondern 20


Ewigkeit

auch für viele Christen. Es ist eigentlich erschreckend, wenn man die zeitlichen Dinge dieser Welt für ewige Wahrheiten hält. Wer dies tut, baut sein Haus auf Sand und geht dem sicheren Untergang entgegen. Wenn du dies tust, schenkst du einer Lüge Glauben und unterliegst einer Täuschung. Ich bin immer wieder erschrocken darüber, wie viele der Menschen, mit denen ich in Kontakt komme, ihr Leben auf Dinge bauen, die keinen Ewigkeitswert besitzen. Einige von ihnen reden sogar über Gott und ihren Glauben an Gottes Sohn, aber im nächsten Satz sagen sie, dass sie nicht glauben, dass er so ist, wie ihn die Bibel beschreibt. Sie sind einem tiefen, umfassenden Irrtum aufgesessen. Warum glauben sie an Dinge, die sie selbst erdacht haben und die von einer Gesellschaft geprägt sind, die sich gegen das Wesen Gottes gestellt hat? Jesus sagt: Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag. Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll. Johannes 12, 48–49

Es wird der Tag des Gerichts kommen, er ist bereits bei der Grundlegung der Welt festgesetzt worden (siehe Apg. 17, 31). An diesem Tag werden weder neue Offenbarungen noch neue Wahrheiten bekannt werden, sondern alles und jeder wird an dem gemessen, was bereits gesagt und offenbart worden ist. Sein Wort, das wir bereits besitzen, wird uns an diesem letzten Tag richten. Es ist ewig. Es ist endgültig. Es gibt weder Ausnahmen noch Veränderungen, noch Überarbeitungen. Für uns ist es sicherlich besser, unser Leben an dem auszurichten, was er gesagt hat, als uns zu überlegen, was er stattdessen gesagt haben könnte. Das Gericht, das an diesem Tag vollzogen wird, ist ein ewiges Gericht (siehe Hebr. 6, 2). Mit anderen Worten werden die an diesem Tag gefällten Urteile, die sich daran orientieren, inwieweit wir unser Leben gemäß seinem Wort geführt haben, darüber entscheiden, wie wir die Ewigkeit verbringen werden! Diese Urteile 21


Die Ewigkeit im Herzen

werden niemals revidiert, weil sie als Teil des ewigen Gerichts ewige Urteile sind. Viele Menschen, sowohl Christen als auch Nichtchristen, machen sich keine Gedanken darüber, dass sie diesem Tag des Gerichts entgegengehen, es scheint sie nicht zu kümmern. Sie geben sich aufgrund von Vorstellungen, die nicht aus der Bibel stammen, einer falschen Hoffnung hin. Sie meinen, Gott würde das Gute, das sie getan haben, in Betracht ziehen und ihnen gnädig sein, wenn ihre guten Werke stärker zu Buche schlagen als ihre bösen. Andere Menschen bekennen sich zu der Erfahrung der Wiedergeburt, sind aber der Meinung, sie müssten nicht vor Jesus, dem Richter erscheinen, weil er ihr Retter sei. Sie meinen, sie wären von jeder Art des Gerichts ausgenommen. Diese Menschen werden eine sehr unangenehme Überraschung erleben. Wieder andere Menschen gehen davon aus, dass alles schon irgendwie gut ausgehen wird. Sie vertrauen auf eine unbiblische Gnade. Keine dieser Ansichten entspricht den Aussagen des Neuen Testaments. Diese und viele andere Theorien, die Menschen nach ihren eigenen Vorstellungen entwickelt haben, bauen auf zeitlich begrenzte Dinge, sie sind nicht ewig und werden daher am Tag des Gerichts in sich zusammenstürzen. Viele Männer und Frauen werden an diesem Tag tief bestürzt sein und ich persönlich glaube, dass es am Tag des Gerichts mehr erschrockene bekennende Christen als erschrockene Ungläubige geben wird.

Zuversicht am Tag des Gerichts Wir müssen den Tag des Gerichts nicht voller Angst erwarten, sondern können voller Zuversicht darauf zugehen: Wenn wir in Gott leben, dann kommt seine Liebe in uns zum Ziel. Und wir können dem Tag des Gerichts mit Zuversicht entgegensehen, denn wir leben in dieser Welt in derselben Gemeinschaft mit Gott wie Christus. 1. Johannes 4, 17 (Neues Leben)

22


This edition published by arrangement with Warner Books, Inc., New York, New York, USA. Originally published in English under the title Driven by Eternity by John Bevere Copyright © 2006 by John Bevere Ministries. All rights reserved. Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen Alle Rechte, © der deutschen Ausgabe bei:

Adullam Verlag St.-Ulrich-Platz 8 85630 Grasbrunn Tel. 089 468801 www.adullam.de ISBN 978-3-931484-56-4


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
129456 by Fontis-Shop - Issuu