Was war sein Geheimnis? Private Einblicke in das Leben eines Generals Gottes
William Hacking
Copyright © 2002 by W. Hacking Originally published in English by Harrison House, Inc. P.O. Box 35035 Tulsa, Oklahoma 74153, USA under the title: Secrets of Smith Wigglesworth by W. Hacking © Alle Rechte der deutschen Ausgabe bei:
Adullam Verlag St.-Ulrich-Platz 8 85630 Grasbrunn ISBN 3-931484-46-7 Bestellungen an obenstehende Adresse richten. 1. Auflage, Juli 2005 Available in other languages from: Harrison House (ASI) P.O. Box 35035 Tulsa, OK 74153, USA Fax 001-918-523-5867 Alle Bibelzitate wurden, wenn nicht anderweitig gekennzeichnet, der Revidierten Elberfelder Bibel, R. Brockhaus Verlag Wuppertal, Ausgabe 1992, entnommen. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags. Übersetzung: Dagmar Schulzki Umschlag: Anne Dittrich, Druckerei Mißbach Satz und Umbruch: Adullam Verlag Druck: Schönbach Druck, Erzhausen Lektorat: Joshua Werling, www.wortschöpfung.de
Inhaltsverzeichnis Vorbemerkung ............................................................ 7 Vorwort ...................................................................... 9 1 Er brannte fßr Gott ...............................................13 2 Wigglesworth vor Publikum ................................ 21 3 Ein Mann des Glaubens und der Kraft ................ 29 4 Ein Mann der Liebe ............................................. 37 5 Von Gott herausgerufen ....................................... 43 6 Er lebte mit Gott ................................................. 51 7 Wigglesworth – der Prediger ................................ 57 8 Aufzeichnungen aus seinen Predigten ................... 59 Schlusswort ............................................................... 81
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Vorbemerkung Dieses kleine Buch ist genau das, was es zu sein verspricht. Es ist keine Biographie, denn ich bin nicht dazu berufen, seine Biographie zu schreiben. Ich berichte nur von meinem persönlichen Kontakt mit ihm. Es gibt andere, die noch einiges mehr über ihn zu Papier bringen könnten, doch bisher haben sie es nicht getan. Nach langem Überlegen fühlte ich mich gedrängt, dieses Buch zu schreiben. Ich hatte das Gefühl, die Öffentlichkeit sollte mehr über diesen von Gott gesalbten Diener erfahren, der im Zuge seines Dienstes so vielen Menschen großen Segen brachte, sie inspirierte und ihnen dazu verhalf, nötige Befreiung zu erleben. Ich selbst habe beim Schreiben dieses Buches und insbesondere beim Festhalten seiner Predigten reichen Segen erfahren. Ich bin mir sicher, dass der Leser ganz neu inspiriert wird, ein von Leben erfülltes Christsein zu suchen, und herausgefordert wird, große Schritte im Glauben zu wagen. W. Hacking
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Vorwort Der Name Smith Wigglesworth war in pfingstlichen Kreisen für nicht nur eine Generation ein Begriff. Auch heute noch bezieht man sich in pfingstlichen Predigten und Schriften am häufigsten auf seinen Namen. Oft als Apostel des Glaubens bezeichnet predigte er auf der ganzen Welt kühn göttliche Heilung und die Botschaft des vollen Evangeliums, als auf diesem Gebiet (abgesehen von den Bosworth-Brüdern und Maria Woodworth-Etter) erst wenige bekannt waren. Obwohl er keine Bücher geschrieben hat, werden auch heute noch Bände seiner Botschaften neu aufgelegt, und seine Biographie ist im Bücherregal nahezu jedes pfingstlichen Predigers zu finden. Dieses Buch meines lieben Freundes und Mitstreiters für das Evangelium, William Hacking, wird auf ganz besondere Annahme stoßen. Es ist das erste Buch, das auf der Grundlage persönlicher Erinnerungen an Smith Wigglesworth geschrieben wurde. Bruder Hacking stand über einen Zeitraum von mehr als fünfundzwanzig Jahren über seinen Dienst im Kontakt mit ihm. Sein Buch offenbart viel über das Herz und den Charakter dieses großen Mannes Gottes: sein überaus menschliches Wesen, sein Verständnis für andere, seine 9
Was war sein Geheimnis? Barmherzigkeit den Unerretteten, den Kranken und Bedürftigen gegenüber. Ich bin zutiefst dankbar für diese erfrischenden Erinnerungen. Sie zu lesen war ein großer Segen für mich. Ich lernte Bruder Wigglesworth 1918 kennen, als er unsere Gemeinde in Halifax besuchte. 1919 besuchte ich seine berühmte Konferenz in Bradford und war 1920 Missionsredner auf seinem Podium. Smith Wigglesworth hatte ein Herz für die Mission. Seine Tochter schickte er zuerst nach Angola auf Missionsreise, dann nach Südamerika und später, als Frau James Salter, zur Congo Evangelistic Mission (Evangelistische Mission Kongo). 1924, als ich in den Kongo ging, schenkte er mir eine wertvolle Armbanduhr. Während meines Urlaubs im Jahre 1929 fuhr ich ihn an verschiedene Orte, an denen er für die Kranken betete. Ich war zutiefst bewegt, als er darauf bestand, die Hälfte des Opfers, das er bei solchen Gelegenheiten erhielt, mir zukommen zu lassen. Während seiner großartigen Veranstaltungen in verschiedenen Teilen der Welt nahm er stets nur an einem Abend Spenden an, die ihm persönlich galten, und bestand darauf, dass die des zweiten Abends in den Kongo geschickt würden, um die dortige Arbeit zu unterstützen. 10
Vorwort
Ich kann dieses Buch voller persönlicher Einblicke wärmstens empfehlen und bete, dass die hier geschilderten Begebenheiten und die Zitate des letzten Kapitels viele Leser dazu anregen, von Gott im Glauben noch großartigere Dinge in ihrem Leben und ihrem Dienst zu erwarten. Harold Womersley Früherer Missionsleiter Evangelistic Mission Congo (ehemals Zaire)
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1 Er brannte für Gott Ein feuriges Leben. Ein Leben entfacht von Gott. Mit diesen Worten lässt sich sicherlich Gottes Diener, Smith Wigglesworth, beschreiben. In einem seiner Briefe an mich, dem vom 21. November 1940, schrieb er: Ich bin sehr erfreut, von dem großen Segen zu erfahren, der auf Deinem Dienst liegt, insbesondere davon, dass Seelen errettet werden und dass Gott Dich an einem Punkt hält, an dem Du voller Hunger und Verlangen bist. Wir werden an Dich denken, wenn du dieses Wochenende in Doncaster sprichst. Predige nicht zu lange. Hole das Netz ein, bevor die Leute müde werden. Das hält Dich frisch und sie ebenso. Wiederhole immer wieder in Deinem Herzen: „Getauft im Heiligen Geist und Feuer, Feuer, Feuer!“ Die Salbung, das Weinen und die Fähigkeit, durch Gebet geistlich zu gebären, kommen nur über die Feuertaufe und – das sage ich Dir 13
Was war sein Geheimnis? und mir selbst – Du wirst gereinigt, geläutert und erfüllt mit neuer geistlicher Kraft. Gott segne Dich. Sein Diener Smith Wigglesworth Smith Wigglesworth war einzigartig. Er war eine Autoritätsperson von eindrucksvoller Statur, mit funkelnden Augen und einem kräftigen Gesicht – rau und feinfühlig zugleich – und stets tadellos gekleidet in einem dunklen Anzug. Er glaubte, dass Gott sich um die Seinen kümmert. Ich habe ihn sagen hören, dass er, wenn er jemals weniger als drei gute Anzüge hätte, wüsste, dass der Herr ihn zu seiner Klempnerarbeit zurückkehren lassen wolle. Er war stets höflich und freundlich und wirkte nur hart, wenn er wusste, dass er es mit satanischen Mächten zu tun hatte. Weisheit, Zerbrochenheit, Reinheit und geistlicher Eifer charakterisierten seinen Dienst. Ich selbst sah Bruder Wigglesworth nie mit gerunzelter Stirn. Er lächelte immer – schien nie zu lachen, doch lächelte immer – und manchmal hatte er ein humorvolles Glitzern in den Augen. Er war ein Mann, der wusste, dass es sein Auftrag war, Gottes Volk zu segnen und aufzuerbauen, seinen Glauben 14
Er brannte für Gott
anzuregen und die Verlorenen zu gewinnen. Die Kranken, die Gequälten und Unterdrückten lagen ihm stets am Herzen.
Ein Mann mit nur einem Buch Smith Wigglesworth pflegte zu sagen, er würde jedem, der ihn zu irgendeiner Zeit ohne seine Bibel oder sein Neues Testament anträfe, fünf Pfund geben. Einmal sah ich, dass er sein kleines Neues Testament liegen gelassen hatte, und verlangte die fünf Pfund. Mit einem Lächeln und einem Funkeln in den Augen sagte er, er sei nicht ohne es, ich habe es nur zufällig genommen, bevor er es tue. Einmal bot ich ihm ein kleines Buch zum Lesen an, das für mich ein Segen gewesen war. Er gab es mir höflich zurück und sagte, dass er, seit ihn seine Frau Lesen und Schreiben gelehrt hatte, kein anderes Buch als die Bibel gelesen habe. Bei derselben Gelegenheit sagte er in Bezug auf das Buch: „Ich könnte es nicht lesen, aber gib es meinem Schwiegersohn, Jimmy Salter. Bei ihm stehen Bücher im ganzen Zimmer bis hin zur Decke. Wenn ich nach Amerika reise und manchmal die Gelegenheit gebe, Fragen zu stellen, beantworte ich diejenigen, 15
Was war sein Geheimnis? auf die ich eine Antwort weiß, und wenn man mir eine stellt, die ich nicht beantworten kann, sage ich: ‚Mein Schwiegersohn, Salter, wird diese Frage beantworten. Er ist belesener als ich es bin.‘“ Wenn Kritiker ihn fragten, wie es ihm dann gelungen sei, sein erstes Buch zu veröffentlichen, erwiderte er: „Das habe nicht ich getan. Reporter haben diese Botschaften aufgeschrieben und was dabei herauskam, war dieses Buch!“ Einige Jahre vor seinem Tod gab er mir ein Exemplar dieses Buches, in das er eine persönliche Widmung für mich geschrieben hatte. Als er es mir überreichte, sagte er: „Bruder Hacking, verleihe dieses Buch nicht. Es ist nicht zum Ausleihen gedacht. Wenn dieses Buch verliehen wird, kaufen es die Leute nicht, doch wir wollen, dass sie es kaufen. Dieses Buch hat bereits 20.000 Pfund für Missionsdienste eingebracht.“ Das war vor vielen Jahren und noch immer wird dieses Buch veröffentlicht und bringt der Mission finanzielle Mittel.
Unser erstes Zusammentreffen Das erste Mal sah ich Smith Wigglesworth aus der Entfernung.
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Er brannte für Gott
Einige von uns in Blackburn hatten gerade ihre ersten Erfahrungen mit dem Pfingsterlebnis gemacht und erfuhren von einer Wochenendveranstaltung des Evangelisten Smith Wigglesworth in Preston. In jenen Tagen gab es in England nicht viele Pfingstprediger. Drei von ihnen waren allerdings außergewöhnlich: Stephen Jeffreys, George Jeffreys und Smith Wigglesworth. Smith Wigglesworth wurde – sogar damals schon – als ein Apostel des Glaubens angesehen. Dank seiner gebieterischen Autorität hatte er den Ruf, ernst und streng zu sein – ein „moderner Elia“, dessen Dienst mit unglaublichen Wundern gesegnet war. Deshalb freuten wir uns sehr darauf, nach Preston zu fahren und ihn zu hören. Der große Saal lag zentral in der Lancaster Road. Man musste 45 schäbig wirkende Stufen erklimmen und der Eingang zum Saal war auch nicht einladend, doch Woche für Woche und auch mehrmals unter der Woche versammelte sich dort eine Gemeinde unter der gottgefälligen und inspirierten Leitung von Thomas Myerscough. Immer wieder besuchten pfingstliche Leiter aus verschiedenen Ländern diesen Raum und dienten dort. Aus dieser Gemeinde wurden drei herausragende Pioniere der Missionsarbeit im Belgischen Kongo geboren – die Brüder Burton, Salter und Hodgson – und viele weitere, die ihnen folgten. 17
Was war sein Geheimnis? An diesem denkwürdigen Abend unter der Woche machte sich eine kleine Gruppe (überwiegend junge Leute aus Blackburn) auf den Weg zu diesem „Obersaal“. Wir hatten eine Freundin in Blackburn, die schwerbehindert war. Sie musste sich auf Stühle und Tische stützen und schleppte sich so schwerfällig durchs Haus. Ihre Gliedmaßen waren entsetzlich angeschwollen. Seit Jahren hatte sie keinerlei Hausarbeit mehr verrichtet. Die Ärzte diagnostizierten einen komplizierten Fall von Rheumatismus, chronischem Gelenkrheumatismus, Nervenentzündung und Bronchitis. Zwei oder drei von uns, denen es besonders am Herzen lag, zu sehen, wie sie endlich frei würde, überredeten sie, nach Preston zu gehen. Das zu bewerkstelligen war eine Meisterleistung, vergleichbar mit der der vier Freunde, die den Gelähmten zu Jesus brachten (siehe Mk. 2, 3). Wir nahmen zwei Stöcke und brauchten eine Dreiviertelstunde, um sie vom Bahnhof in Preston in diesen nur 800 Meter entfernten „Obersaal“ zu bringen. (Zu dieser Zeit konnten wir uns kein Taxi leisten.) Der Gottesdienst begann und Bruder Wigglesworth predigte. Um 21.50 Uhr predigte er noch immer von der Befreiung des Petrus aus dem Gefängnis (siehe Apg. 12). Es war wunderbar. Da unser Zug um 22.15 Uhr abfahren würde, unterbrachen wir die Predigt und baten um Gebet für unsere Schwester.
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Er brannte für Gott
Bruder Wigglesworth legte ihr seine Hände auf und wies die Krankheit energisch zurück. Im nächsten Moment rannte sie die Treppe hinunter und wir ihr hinterher! Gott hatte sie auf der Stelle völlig geheilt! Am nächsten Tag erledigte sie ihre Hausarbeiten. Dieses Wunder rührte ihre Nachbarschaft an und führte dazu, dass Seelen gerettet wurden, die sich der jungen Gemeinde anschlossen und ernsthafte Mitglieder wurden. Darüber hinaus geriet ihr Ehemann, ein chronischer Trinker, der aufgrund seines Lebenswandels kurz vor dem Delirium tremens stand (dem so genannten Säuferwahn), unter tiefe Überführung. Zwei Wochen später kroch er mitten in der Nacht aus seinem Bett und schrie zum Herrn um Erbarmen. Innerhalb weniger Augenblicke errettete Gott ihn und erfüllte ihn gleichzeitig mit dem Heiligen Geist. Wie Saulus von Tarsus es nach seiner plötzlichen Bekehrung tat, schloss er sich den Jüngern an und predigte sogleich Christus (siehe Apg. 9, 20; 26). Er wurde der erste Kassenwart unserer neu gebildeten Gemeinde. So erlebte ich Smith Wigglesworth zum ersten Mal – ein Blick aus der Ferne. Ich ahnte nicht, dass diesem Blick ein viel engerer Kontakt folgen sollte. Zu dieser Zeit erschien das noch recht unwahrscheinlich, doch der Herr hat es in dieser Hinsicht mit mir immer 19
Was war sein Geheimnis? gut gemeint. Als junger Mann durfte ich mit einigen der großen Männer Gottes der pfingstlichen Bewegung in engen Kontakt treten – sie alle waren für mich eine beständige Quelle der Inspiration. Er erfüllt das Verlangen derer, die ihn fürchten … Psalm 145, 19
Das starke Verlangen in mir war, Gemeinschaft mit den Männern zu haben, über die ich so viel gehört hatte – Männer wie Stephen Jeffreys und Smith Wigglesworth. Nach nur wenigen Jahren sollte dieses Verlangen erfüllt werden, als ich als Co-Pastor einer großen Gemeinde mit Stephen Jeffreys diente und mich kurz darauf mit Gottes geliebtem Diener, Smith Wigglesworth, befreundete. Bruder Wigglesworth hatte ein offenes Herz für junge Männer, die im Dienst standen. Bei meinem ersten Kontakt mit ihm war ich Mitte dreißig. Es war ein großes Vorrecht und eine große Freude, seine Gesellschaft zu genießen und durch seine Freundschaft gesegnet zu werden.
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