Die Furcht des Herrn
Entdecke, wie du ein enger Freund Gottes werden kannst
John Bevere
Die Furcht des Herrn
Inhalt Einleitung .................................................................................... 9 1 Wind vom Himmel................................................................ 15 2 Veränderte Herrlichkeit ........................................................... 25 3 Die Predigt vom Universum ..................................................... 35 4 Ordnung, Herrlichkeit und Gericht: Teil 1 .............................. 47 5 Ordnung, Herrlichkeit und Gericht: Teil 2 .............................. 61 6 Ein neues Heiligtum ............................................................... 69 7 Ein unwürdiges Opfer ........................................................... 79 8 Verzögertes Gericht .................................................................. 93 9 Die kommende Herrlichkeit ................................................. 109 10 Die Wiederherstellung seiner Herrlichkeit ............................. 125 11 Die Fähigkeit des Sehens ....................................................... 141 12 Von Herrlichkeit zu Herrlichkeit .......................................... 159 13 Freundschaft mit Gott ......................................................... 177 14 Der Segen der Gottesfurcht ................................................. 193 Nachwort....................................................................................199
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Heilige Furcht stellt uns auf Gottes sicheres Fundament und Üffnet den Zugang zu den Schätzen der Errettung, Weisheit und Erkenntnis.
Die Furcht des Herrn
Einleitung Im Sommer 1994 wurde ich eingeladen, in einer Gemeinde im Süden der Vereinigten Staaten zu predigen. Es sollte eine der unangenehmsten Erfahrungen in meinem Dienst werden. Dennoch begann damit in meinem Herzen ein leidenschaftliches Verlangen zu wachsen, Gottesfurcht kennenzulernen und zu verstehen. Zwei Jahre zuvor war diese Gemeinde von Gott stark berührt worden. Ein Evangelist war vier Wochen lang zu Besuch gewesen, und in diesem Zeitraum erweckte der Herr diese Gemeinde durch seine Gegenwart. Die Menschen erlebten auf sehr intensive Weise das sogenannte „Lachen im Geist“; es war so erfrischend, dass der Pastor und viele seiner Leute das taten, was vielerorts passiert: Sie blieben bei dieser Erfrischung stehen und vergaßen, Gott bei seinen nächsten Schritten zu folgen. Bald entwickelten sie mehr Interesse an den Manifestationen der Erfrischung als daran, den Gott, der diese Erfrischung schenkt, besser kennenzulernen. Am zweiten Abend unserer Veranstaltungsreihe bewegte mich Gott dazu, über Gottesfurcht zu predigen. Ich fing zu jener Zeit gerade an, die Furcht Gottes zu begreifen, fühlte mich aber von Gott geführt, das zu sagen, was er mich durch sein Wort bereits gelehrt hatte. Am nächsten Abend während des Gottesdienstes war ich nicht im geringsten auf das vorbereitet, was sich ereignen sollte. Ohne mit mir vorher darüber geredet zu haben, stand der Pastor nach dem Lobpreis auf und verwendete viel Zeit dafür, das zu korrigieren, was ich Tags zuvor gepredigt hatte. Ich saß in der ersten Reihe und war schockiert. Die Grundlage seiner Korrektur war die Aussage, dass in der Zeit des Neuen Testaments die Gläubigen Gott nicht fürchten müssten. Zur Untermauerung seiner Überzeugung führte er 1. Johannes 4, 18 an: „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe.“ Der Pastor hatte den Geist der Angst mit der Furcht Gottes verwechselt.
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Am nächsten Morgen fand ich in der Nähe meines Hotels eine verlassene Gegend; ich verbrachte dort lange Zeit im Gebet, mit offenem Herzen, bereit für jede Korrektur, die Gott mir geben wollte. Ich wusste, Korrektur von Gott ist immer sehr nützlich. Er unterweist uns, damit wir an seiner Heiligkeit teilhaben (Hebr. 12, 7–11). Fast augenblicklich fühlte ich Gottes überwältigende Liebe. Ich verspürte nicht seine Enttäuschung über meine Predigt, sondern sein Wohlgefallen. In seiner wunderbaren Gegenwart liefen Tränen über mein Gesicht. Ich betete und merkte nach einer Weile, wie ich tief aus meinem Geist um Erkenntnis der Gottesfurcht rief. Meine Stimme wurde lauter, und mit aller Kraft bat ich aus tiefstem Herzen: „Vater, was ist Gottesfurcht, ich möchte sie erkennen und darin wandeln.“ Nach diesem Gebet war ich frei für das, was auf mich zukommen würde. Ich wollte Gottes Herz kennenlernen und empfand, dass ihm mein Wunsch sehr gefiel, diese Facette seines Wesens kennenzulernen. Von jenem Tag an lehrte mich Gott mehr und mehr, wie wichtig es ist, Gottesfurcht zu haben. er vertraute mir seinen Wunsch an, allen Gläubigen die wichtige Bedeutung der Furcht des Herrn bewusst zu machen. Obwohl mir die Gottesfurcht schon immer wichtig war, hatte ich ihre Bedeutung noch nicht verstanden, bis mir Gott als Antwort auf mein Gebet die Augen öffnete. Bis dahin hatte ich die Liebe Gottes als Grundlage einer Beziehung angesehen. Nun erkannte ich, dass die Gottesfurcht von ebenso großer Bedeutung ist. In Jesaja steht: Der Herr ist hoch erhaben, denn er wohnt in der Höhe. Er füllt Zion mit Recht und Gerechtigkeit. Er ist dein sicheres Fundament in allen Zeiten, eine Fülle von Rettung, Weisheit und Erkenntnis; die Furcht des Herrn ist der Schlüssel zu diesem Schatz. Jesaja 33, 5–6 (aus der New International Version übersetzt)
Die Gottesfurcht ist ein solides Fundament und der Schlüssel für deinen Glauben an Gott zur Errettung, Weisheit und Erkenntnis. Zusammen mit der Liebe Gottes ist die Gottesfurcht die Grundlage 5
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des Lebens. Wir können Gott nicht wirklich lieben, wenn wir ihn nicht fürchten, und wir können ihn ebenso wenig richtig fürchten, wenn wir ihn nicht lieben. Während ich dieses Buch schrieb, bauten wir gerade ein neues Haus. Auf der Baustelle brachte mir Gott oft etwas über die Grundprinzipien des Bauens bei. Der Hausbau beginnt mit dem Fundament und dem Rohbau. Sie bilden die Voraussetzung für all die späteren Arbeitsvorgänge wie zum Beispiel das Fliesen- und Bodenlegen, den Fensterund Schrankeinbau sowie das Streichen. Ist das Haus fertig, sieht man nichts mehr vom Fundament und Rohbau, obwohl genau diese die Einrichtungsgegenstände und Dekoration in ihrem Innern bergen und schützen. Ohne den Rohbau hätte man nur einen Haufen Material. Gleiches gilt für den Aufbau dieses Buches: Wir werden eine klare Linie ziehen zwischen der Gottesfurcht und seinem Gericht, und dann darauf aufbauen, um so Gott besser kennenzulernen. Wir werden zuerst aufzeigen, wie uns die Gottesfurcht vor dem Gericht bewahrt und abschließend ihre Rolle in unserer Beziehung mit Gott betrachten. Jedes Kapitel vermittelt Wahrheiten, die sowohl informieren als auch verändern. Die ersten Kapitel des Buches bilden das Gerüst für alles Weitere. In unserem Geist wird somit das Fundament gelegt, das fähig ist zu tragen, was Gott nun offenbaren wird. Lies dieses Buch, als handle es sich um ein im Bau befindliches Haus. Spring nicht von den Grundmauern zum Verlegen des Teppichs. Ohne Dach müsste der Teppich wieder erneuert werden, noch bevor der Bau abgeschlossen ist. Bauen erfordert bestimmte, aufeinanderfolgende Handlungen. Nimm dir Zeit, jedes Kapitel in Verbindung mit Gebet zu lesen und zu verstehen, bevor du fortfährst. Bitte den Heiligen Geist, dir beim Lesen des Buches Offenbarungserkenntnis des Wortes Gottes zu geben, „denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig“ (2. Kor. 3, 6). Die Gottesfurcht wird nicht vom Verstand erfasst, sondern in unsere Herzen hineingeschrieben. Der Heilige Geist offenbart sie beim Lesen des Wortes Gottes. Sie ist eine Manifestation des Geistes Gottes (Jes. 11, 1–2). Gott legt die Furcht Gottes in die Herzen derer, die ihn ernsthaft suchen (Jer. 29, 11–14; 32, 40). 6
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Bevor wir anfangen, lass uns beten: Vater, in Jesu Namen lese ich dieses Buch, weil ich die Gottesfurcht kennenlernen und verstehen möchte. Ich weiß, dass dies nur mit Hilfe des Heiligen Geistes möglich ist. Bitte salbe mich mit deinem Geist, lass meine Augen sehen, meine Ohren hören und mein Herz erkennen und verstehen, was Du sagst. Lass mich beim Lesen dieses Buches deine Stimme hören. Verändere mich, und erhebe mich von einer Ebene der Herrlichkeit zur nächsten, bis ich Dich schließlich von Angesicht zu Angesicht sehe. Verändere mein Leben so sehr, dass ich nie wieder dieselbe Person sein werde. Ich gebe Dir dafür alles Lob, allen Ruhm und alle Ehre jetzt und allezeit. Amen. John Bevere Orlando, Florida
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Denkst du, der KĂśnig der KĂśnige und Herr der Herren wird an einen Ort kommen, an dem er nicht mit der ihm gebĂźhrenden Ehre und Anerkennung erwartet wird?
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1 Wind vom Himmel Bei denen, die mir nahen, will ich geheiligt, und vor dem ganzen Volk will ich verherrlicht werden. 3. Mose 10, 3
Das Jahr 1997 war gerade zehn Tage alt, und in dieser kurzen Zeit seit dem Jahreswechsel hatte ich bereits in Europa und auch in Asien gepredigt. Voller Freude bestieg ich nun wieder ein Flugzeug, und zwar in Richtung Südamerika. Ich war nie zuvor in Brasilien gewesen, deshalb war es für mich eine Ehre, zu einer Konferenz, die auf Landesebene stattfand, eingeladen worden zu sein, um dort in den drei größten Städten als Sprecher zu dienen. Nachdem ich die ganze Nacht im Flugzeug unterwegs gewesen war, empfingen mich einige erwartungsvolle Leiter am Flughafen. Sie freuten sich auf dieses Treffen, und ihr Enthusiasmus belebte mich. Der erste Gottesdienst fand noch am selben Abend in der Hauptstadt Brasiliens statt, und so wurden mein Dolmetscher und ich nach nur wenigen Stunden Ausruhen in unserem Hotel abgeholt und zu dem Treffen gebracht. Autos füllten den Parkplatz und die Straßen, und ich konnte sehen, dass viele Menschen an der Konferenz teilnehmen würden. Während wir uns dem Gebäude näherten, konnte ich Musik hören, die durch eine 1,5 Meter große Belüftungsöffnung zwischen dem obersten Mauerrand und dem Dach drang. Meine Begeisterung und Vorfreude nahm zu, als ich die vertrauten Melodien des Lobpreises auf portugisisch hörte – der Landessprache Brasiliens. Im Gebäude angekommen, brachte man mich direkt zur Bühne. Der Zuhörersaal mit etwa 4.000 Plätzen war voll besetzt. Die Bühne bebte durch die lebhafte Lobpreismusik und die Qualität der Musik war sehr gut, denn die Musiker waren begabt und harmonierten miteinander. Der Gesang war ebenfalls hervorragend; die Sänger hatten sehr 9
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schöne Stimmen. Bald jedoch bemerkte ich, dass die Gegenwart Gottes fehlte. Ich schaute mir die Menge und die Musiker an, und überlegte: „Wo ist Gott?“ Dann fragte ich: „Wo ist deine Gegenwart, Herr?“ Während ich auf seine Antwort wartete, konnte ich durch das grelle Licht der Tribüne sehen, dass ständig Bewegung in der Menschenmenge war. Viele standen mit offenen Augen da und schauten einen Gegenstand oder eine Person im Gebäude an. Viele schienen gelangweilt zu sein, ihre Hände steckten in den Hosentaschen oder hingen schwerfällig herunter. Alles an ihrer Körperhaltung und ihrem Gesichtsausdruck deutete darauf hin, dass es sich hier um eine gelangweilte Menschenmenge handelte, die darauf wartete, dass die Show beginnt. Manche unterhielten sich, andere liefen die Gänge auf und ab oder bewegten sich ständig aus den Sitzreihen heraus oder in sie hinein. Ich war betrübt. Dies hier war keine evangelistische Veranstaltung, sondern eine Konferenz für Gläubige. Natürlich waren ein paar Unerrettete anwesend, doch die überwiegende Mehrheit dieser gleichgültigen Menge waren „Christen“. Ich wartete in der Hoffnung, dass diese Menschen in echte Anbetung vor Gott kommen und sich die Atmosphäre verändern würde. Aber das passierte nicht. Nach zwanzig oder dreißig Minuten verlangsamte sich die Musik und ging in „Anbetungslieder“ über. Was ich jedoch erlebte, war alles andere als echte Anbetung. Dasselbe unbeteiligte Benehmen, das ich beim Betreten des Saales bemerkt hatte, wurde beibehalten. Am Ende der Lobpreiszeit hatte ich den Eindruck, es sei mehr als eine Stunde vergangen, doch tatsächlich waren es weniger als vierzig Minuten gewesen. Die Anwesenden wurden gebeten, Platz zu nehmen. Sie setzten sich, aber das unterschwellige Gemurmel hörte nicht auf. Selbst als ein Leiter das Mikrophon nahm, um zu den Leuten zu sprechen, unterhielten sich diese weiter. Er las aus der Bibel und lehrte, doch die ganze Zeit hörte ich den dumpfen Lärm aus Stimmengewirr und dem Hin- und Herlaufen in der Versammlung. Mir fiel auch auf, dass viele dem Sprecher keine Aufmerksamkeit schenkten. Ich konnte kaum glauben, was ich hier erlebte. In meiner Frustration wandte ich mich an meinen brasilianischen Dolmetscher, um von ihm zu erfahren, ob dieses Verhalten in ihren Gottesdiensten normal sei. 10
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Auch er fand dieses Benehmen abscheulich. „Manchmal muss ich es ansprechen und die Leute um ihre Aufmerksamkeit bitten“, flüsterte er. Nun wurde ich ärgerlich. Ich war zuvor schon in Treffen gewesen, bei denen die Leute sich ähnlich benommen hatten, aber nie in einem solchen Ausmaß. In all diesen Zusammenkünften herrschte eine ähnlich bedrückende Atmosphäre, und ich vermisste jedesmal die Gegenwart Gottes. Jetzt wusste ich, dass meine Frage: „Herr, wo ist deine Gegenwart?“ beantwortet war. Seine Gegenwart war nicht da. Daraufhin sprach der Geist Gottes zu mir: „Ich möchte, dass du die Anwesenden direkt mit der Situation konfrontierst.“ Als ich schließlich vorgestellt wurde, war das Murmeln etwas abgeebbt, aber es war dennoch da. Ich ging hinauf zum Podium, blieb stehen und schaute mir die Menge an. Ich war entschlossen, nichts zu sagen, bis ich ihre Aufmerksamkeit hatte. In mir spürte ich eine göttliche Empörung. Nach etwa einer Minute wurden alle still, nachdem sie bemerkt hatten, dass sich auf der Bühne nichts rührte. Ich stellte mich nicht vor und begrüßte die Anwesenden nicht. Statt dessen begann ich mit folgender Frage: „Wie würde es dir gefallen, wenn derjenige, mit dem du dich unterhältst, ständig herumschauen oder mit seinem Nebenmann ein Gespräch anfangen würde?“ Ich machte eine Pause und beantwortete dann meine eigene Frage: „Es würde dir nicht gefallen, stimmt’s?“ Ich ging noch weiter: „Was wäre, wenn dich dein Nachbar jedesmal, wenn du an seiner Tür läutest, desinteressiert und mit einem monotonen Seufzer begrüßen würde: ,Ach, du bist es schon wieder; dann komm halt herein‘?“ Nach einer Pause fügte ich hinzu: „Du würdest einfach nicht mehr hingehen, stimmt’s?“ ”Glaubst du denn, dass der König der Könige und Herr der Herren an einen Ort kommt, wo ihm die gebührende Ehre und Anerkennung nicht gegeben wird? Glaubst du, dass der Herr der Schöpfung sprechen wird, wenn seinem Wort nicht alle Aufmerksamkeit geschenkt wird? Wer das glaubt, täuscht sich!“ So fuhr ich fort: „Als ich heute Abend in dieses Gebäude ging, nahm ich nichts von Gottes Gegenwart wahr: nicht im Lobpreis, nicht in 11
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der Anbetung, nicht während der Bibellesung oder während der Erhebung des Opfers. Dafür gibt es einen Grund: Der Herr kommt nie dorthin, wo er nicht geachtet wird. Dem Präsidenten eurer Nation würdet ihr auf dieser Plattform große Ehre erweisen, schon allein aus Respekt vor seinem Amt. Stünde ich jetzt hier mit einem eurer Lieblingsfußballspieler, würde es viele von euch kaum auf den Stühlen halten. Ihr wärt voller Vorfreude und würdet jedes Wort aus seinem Mund verschlingen. Als jedoch gerade das Wort Gottes gelesen wurde, habt ihr kaum zugehört, weil ihr es nicht schätzt.“ Dann las ich vor, was Gott von denen erwartet, die zu ihm kommen: Bei denen, die mir nahen, will ich geheiligt, und vor dem ganzen Volk will ich verherrlicht werden. 3. Mose 10, 3
Während der nächsten 90 Minuten predigte ich die Botschaft, die mir Gott ins Herz gebrannt hatte. Die Worte kamen mit Kühnheit und Autorität, und ich hatte keine Angst davor, was die Leute denken oder wie sie reagieren würden. „Egal ob sie mich morgen hinauswerfen, lieber will ich Gott gehorchen!“ sagte ich zu mir selbst – und so meinte ich es auch. In der Stille zwischen meinen Äußerungen hätte man eine Stecknadel fallen hören können. Während der nächsten 90 Minuten gab die Menge keinen Ton von sich, es folgte keine weitere Missachtung mehr. Der Geist Gottes hatte sich durch sein Wort die Aufmerksamkeit der Menschen gesichert, und von einer Minute auf die andere veränderte sich die Atmosphäre. Ich konnte spüren, wie sich das Wort Gottes einen Weg durch ihre harte Schale zu ihrem Herzen bahnte. Am Ende meiner Predigt bat ich alle Anwesenden, ihre Augen zu schließen. Der Aufruf zur Buße war kurz und klar: „Wenn du gleichgültig mit dem umgegangen bist, was für Gott heilig ist, und wenn du in deiner inneren Haltung die Angelegenheiten Gottes geringgeschätzt hast und du heute Abend vom Heiligen Geist durch sein Wort überführt worden bist, bist du dann bereit, vor Gott Buße zu tun? Wenn ja, dann steh bitte auf!“ Ohne zu zögern, standen 75 Prozent der Anwesenden auf. 12
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Ich senkte meinen Kopf und betete dieses einfache, aufrichtige Gebet: „Herr, bestätige jedem einzelnen dein Wort, das heute Abend gepredigt wurde.“ Sofort erfüllte die Gegenwart Gottes den Zuhörerraum, und obwohl ich die Anwesenden noch nicht ins Gebet geführt hatte, kam aus der Menge Seufzen und Weinen. Es war, als durchströmte eine Welle von Gottes Gegenwart das Gebäude und brachte Reinigung und Erfrischung mit sich. Da es nicht allen möglich war, zum Gebet nach vorne zu kommen, leitete ich ein Gebet der Buße, das jeder von seinem Platz aus beten konnte. Viele Menschen wischten sich ihre Tränen ab, Gottes wunderbare Gegenwart war noch immer da. Nach einigen Minuten wich Gottes Gegenwart, und ich ermutigte die Anwesenden, ihre Aufmerksamkeit weiter auf den Herrn zu richten. „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen“ (Jak. 4, 8). Es vergingen einige Augenblicke, und eine weitere Welle seiner Gegenwart durchflutete das Gebäude. Seine Gegenwart wurde noch intensiver, das Weinen stärker, und die Menschen wurden stark von Gott angerührt. Das hielt einige Minuten lang an und ebbte dann wieder ab. Ich ermahnte die Anwesenden, sich während der Wellen nicht ablenken zu lassen, sondern weiterhin mit ganzem Herzen dabeizubleiben. Wenige Minuten später hörte ich, wie der Heilige Geist meinem Herzen zuflüsterte: „Ich komme noch einmal.“ Sofort spürte ich es und sagte: „Da kommt er wieder!“ Was ich jetzt schreibe, kann keineswegs das ausdrücken, was als nächstes passierte. Mein Wortschatz ist zu begrenzt und Gott ist zu überwältigend. Außerdem möchte ich nicht übertreiben, denn das würde Gott keine Ehre erweisen. Ich interviewte noch drei Leiter, die ebenfalls anwesend waren, und sie bestätigten eindeutig, was ich weitergeben möchte. Ich hatte meinen Satz kaum zu Ende gesprochen, da geschah etwas, das ich nur mit der Empfindung vergleichen kann, wenn wenige Meter vor dem Ende der Landebahn ein riesiges Düsenflugzeug direkt vor dir abhebt. So lässt sich vielleicht das gewaltige Getöse des Windes beschreiben, der sofort durch den Saal blies. Fast gleichzeitig fing die Menschenmenge an, ernsthaft und intensiv zu beten; ihre Stimmen erhoben sich zu einem nahezu vereinten Schreien. 13
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Als ich das Geräusch dieses tosenden Windes hörte, dachte ich zuerst, ein Düsenflugzeug sei über das Gebäude geflogen. Ich wollte keinesfalls Gott etwas zuschreiben, sondern jede andere Möglichkeit ausschließen. Meine Gedanken rasten, um mich zu erinnern, ob ich einen Flughafen gesehen hatte. Es befand sich keiner in der Nähe; während der vergangenen zwei Stunden war auch nie Getöse von über uns hinwegfliegenden Flugzeugen zu hören gewesen. Ich wandte mich innerlich dem Heiligen Geist zu und bemerkte, dass er in wunderbarer Weise gegenwärtig war. Die Menschen hatten schlagartig angefangen, intensiv zu beten. Das war sicherlich nicht die Reaktion auf ein über uns hinwegfliegendes Flugzeug gewesen. Wäre es ein Flugzeug gewesen, hätte es in maximal 100 Metern Höhe über dem Gebäude hinwegfliegen müssen. Selbst wenn, so hätte ich ein derart lautes Getöse wegen des Geräuschpegels, den die 3000 lautstark betenden Menschen verursachten, nicht hören können. Dieses Geräusch war sehr viel lauter und übertönte alle Stimmen. Obwohl mir klar geworden war, dass dieser Wind der Wind des Heiligen Geistes war, sagte ich immer noch nichts. Ich wollte keine ungenaue Information weitergeben oder die Menschen zu übereifrigen Bekundungen dieser Manifestation des Heiligen Geistes aufstacheln. Dieses Tosen des Heiligen Geistes dauerte ungefähr zwei Minuten. Als es abnahm, hinterließ es weinende, betende Gläubige. Die Atmosphäre war geladen mit göttlicher Ehrfurcht. Die Gegenwart des Herrn war sehr intensiv und deutlich spürbar. Die Nachwirkungen seiner Gegenwart hielten noch weitere fünfzehn bis zwanzig Minuten an. Ich übergab das Mikrofon an den Leiter und ließ mich sofort aus dem Gebäude führen. Oft bleibe ich nach dem Gottesdienst, um mit anderen zu reden, aber an diesem Abend erschien mir jede belanglose Unterhaltung unangebracht. Ich sagte auch ab, als mich die Leiter zum Essen einluden. Noch immer stark von seiner Gegenwart aufgewühlt, erwiderte ich: „Nein, danke. Ich möchte lieber zu meinem Hotelzimmer zurückgehen.“ Man brachte mich zum Auto, und ich fuhr in Begleitung meines Übersetzers und einem Ehepaars, die zur Leiterschaft gehören, zum Hotel. Die Frau war für ihre musikalischen Produktionen bekannt, 14
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ihre Musik war im ganzen Land sehr beliebt. Als sie sich ins Auto setzte, rief sie: „Hast du den Wind gehört?“ Schnell antwortete ich: „Das war ein Flugzeug.“ (Obwohl ich in meinem Herzen wusste, dass es keines war, suchte ich die Bestätigung und war entschlossen, nicht als erster etwas zu sagen.) „Nein“, entgegnete sie und schüttelte den Kopf. „Es war der Geist des Herrn.“ Ihr Ehemann, ein sehr ruhiger und zurückhaltender Mann, stimmte ihr überzeugt zu. „In der gesamten Umgebung des Gebäudes war kein Flugzeug.“ – „Tatsächlich?“, rief ich aus. „Außerdem“, fuhr er fort, „kam das Geräusch des Windes nicht durch das Mischpult, da wurde kein Geräusch angezeigt oder aufgenommen.“ Ich saß ergriffen und schweigend da. Später erfuhr ich, warum dieser Mann so sicher war, dass der Wind, den wir gehört hatten, nicht von einem Flugzeug verursacht worden war. Das Sicherheitspersonal und die Polizei, die außerhalb des Gebäudes standen, berichteten von einem gewaltigen Geräusch, das aus dem Inneren des Gebäudes zu ihnen nach draußen gedrungen war. Draußen gab es keinen Wind; es war ein weiterer gewöhnlicher, ruhiger Abend in Brasilien. Die Frau fuhr unter Tränen fort: „Ich sah einen Feuerregen auf das Gebäude fallen, und überall waren Engel!“ Ich traute meinen Ohren kaum. Zwei Monate zuvor hatte ich von einem Prediger genau die gleiche Beschreibung über Veranstaltungen in Nord Karolina gehört. Ich hatte über die Furcht Gottes gepredigt, und Gottes Gegenwart war mächtig auf die Anwesenden gefallen – über hundert Kinder weinten heftig eine Stunde lang. Eine Mitarbeiterin, die zu Besuch war, erzählte dem Pastor, dass sie gesehen hatte, wie unzählige Feuerkugeln auf das Gebäude gefallen waren. Drei Chormitglieder bestätigten dies. Ich wollte jetzt nur mit Gott allein sein. In meinem Hotelzimmer angekommen, konnte ich nichts anderes tun, als ihn zu preisen und zu beten. Vor meiner Abreise nach Rio de Janeiro war ich noch für einen weiteren Gottesdienst eingeplant worden. Als ich dieses Mal in den Saal ging, war die Atmosphäre völlig anders. Ich konnte spüren, dass die 15
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Ehrfurcht vor Gott wiederhergestellt war. Dieses Mal war die Musik nicht nur gut, sondern voll von Gottes herrlicher Gegenwart; seine Salbung war spürbar. David sagt: „… ich bete an zu deinem Heiligen Tempel hin, in der Furcht vor dir“ (Ps. 5, 8). Jede wahrhaftige Anbetung ist in der Ehrerbietung gegenüber seiner Gegenwart verankert, denn Gott sagt: „… und mein Heiligtum sollt ihr fürchten. Ich bin der Herr“ (3. Mo. 19, 30). In diesem zweiten Gottesdienst empfingen viele Befreiung und Heilung. Viele, die durch Bitterkeit gebunden waren und an Kränkungen festgehalten hatten, wurden frei. Die Gegenwart Gottes manifestiert sich dort, wo man ihn ehrt, und wo er gegenwärtig ist, erfahren Menschen Hilfe. Jetzt können wir Davids Drängen verstehen: Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen! Denn keinen Mangel haben die, die ihn fürchten. Psalm 34, 9
Dies ist die Botschaft, von der in diesem Buch die Rede ist: die Furcht des Herrn. Auf diesen Seiten werden wir mit Hilfe des Heiligen Geistes nicht nur die Bedeutung der Furcht des Herrn untersuchen, sondern auch, was es heißt, im Reichtum dieser Wahrheit praktisch zu leben. Wir werden etwas über das Gericht lernen, das durch Mangel an Gottesfurcht kommt, aber auch über die wunderbaren Segnungen, die mit ihr einhergehen.
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Copyright © 1997 by John Bevere. All rights reserved. Originally published in English by Charisma House, Lake Mary, Florida, USA under the title THE FEAR OF THE LORD; by John Bevere Alle Rechte © 1999 der deutschen Ausgabe bei:
Adullam Verlag St.-Ulrich-Platz 8 85630 Grasbrunn 089/468801 www.adullam.de ISBN 978-3-931484-14-9
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