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Vom Neid befreit Meins und Deins und die Kunst, zufrieden zu sein 128 Seiten, Taschenbuch, 12 x 18,6 cm Erscheinungsdatum: 01.08.2011 ISBN: 978-3-7655-4139-1, Bestell-Nr.: 114139 EUR 8,99 (D) / SFr *15,20 / 9,20 (A) Bibelzitate folgen, wo nicht anders angegeben, der Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Auflage in neuer Rechtschreibung, © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Bei Rosmarie Berna, Krise im Hause Jakob, der „Zürcher Bibel“ (2007) © Theologischer Verlag Zürich, sonst Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, © Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 1980.

© 2011 Brunnen Verlag Gießen www.brunnen-verlag.de Umschlaggestaltung: Harry Hummel, Kunst & Design, Reichelsheim Satz: DTP Brunnen Druck: CPI – Ebner und Spiegel, Ulm


Inhalt

Vorwort Dominik Klenk

9

I. Neid – die heimliche Sünde

13

Nicht im Neid versauern

15

Vom rechten Umgang mit bitteren Früchten und wie wir an die Vitamine kommen Hanne Baar, Interview von Rebekka Havemann 25

Ran ans Glück!

Was hat Gustav, was Donald nicht hat? Joachim Kalka 35

Vom Ich zum Wir

Zeugnis Traude Prün 43

Sie lauert vor der Tür

Gott im Gespräch mit Kain. Eine seelsorgerliche Betrachtung Ruth Rau 5


II. Neid – die

unheimliche Sünde

55 57

Herr Monza und sein Neider

Eine Kürzgeschichte Georges Raillard 60

Vom Nutzen des Neides

Im Spiegel des Bruders sich auf die Schliche kommen Ralph Pechmann 65

Wer bin ich?

Dierk Hein 66

Krise im Hause Jakob

Eine Kränkung und ihre Folgen. Bibelarbeit zu 1. Mose 37-50 Rosmarie Berna

III. Neid – die offensichtliche Chance

81

Ganz der Andere?

83

Worauf wir schielen und die Sicht, die uns das 10. Gebot eröffnet Dominik Klenk

6


87

Verzerrte Optik

Heilsame Lektionen in der Sehschule Gottes Rudolf Böhm 98

Schritte in die Reife

Gott nicht abdrängen an die Ränder des Daseins Manfred Seitz 108

Sie sind unvergleichlich!

Meine Kinder neu aus Gottes Händen empfangen Heidi Kemmer 113

Ins rechte Licht gerückt

Gottes Handreichung erkennen Írisz Sipos Die Autoren

125

Die Offensive Junger Christen (OJC)

127

7


Vorwort Neid lässt sich nie befriedigen. Neid nachzugeben, ist wie Durst mit Salzwasser löschen. John Ortberg

Neid ist stark. Und Neid lässt uns schwach werden. Wir werden blass, manchmal auch gelb vor Neid – auf jeden Fall geht er bisweilen mächtig unter die Haut. Vor einigen Hundert Jahren noch galt der Neid als anerkannte Krankheit und war ähnlich gefürchtet wie die Pest. Ärzte erkannten ihn an der gelben Einfärbung der Augen, an der Blässe der Wangen oder am fahlen Hinterteil des Patienten. Die vormodernen Diagnosemerkmale dürfen wir medizinisch als überholt betrachten. Der Neid aber ist es nicht. Er lauert überall und treibt bis zum heutigen Tag erstaunliche Blüten. Jüngst konnte man die Meldung in der Zeitung lesen, dass eine französische Pharmaassistentin aus Neid und Missgunst mehr als 20 Kollegen und Kolleginnen jahrelang Beruhigungsmittel in den Kaffee geschüttet hatte. Nur selten treten der Neid und seine zerstörerischen Folgen so offensichtlich zutage. Am wirksamsten tut er sein Vergiftungswerk, wenn er unerkannt bleibt. Neid tritt am liebsten inkognito auf. Leise, aber drängend setzt er uns ins Verhältnis 9


zu unseren Mitmenschen, mit denen wir uns verdeckt, aber zielgerichtet vergleichen. Mit unserem Sein und unserer „Ausstattung“ erleben wir uns dann allzu oft im „Soll“. Leidvoller Nahkampf

Gedeihen kann der Neid vor allem im nahen Umfeld: Er zerstört Freundschaften und macht Nachbarn zu Feinden, er spaltet Familien, nicht nur bei Erbschaftsfragen, und wirkt bis tief ins Herz unserer christlichen Gemeinden und Gemeinschaften hinein. Dieses Buch will Anteil geben an reflektierten Erfahrungen zum Thema Neid. Projektionsfläche ist unter anderem das gemeinsame Leben von Menschen im Umfeld der ökumenischen Kommunität Offensive Junger Christen. Die Dichte des kommunitären Lebens schafft ausreichend Möglichkeiten, um dem Neid zu begegnen: eigenem und fremdem. Im Innehalten vor Gott und im Einüben des offenen Gesprächs miteinander und durch seelsorgerliche Begleitung haben wir immer wieder erlebt, dass die zerstörerischen Kräfte des Neides aufgedeckt und im Licht Gottes entkräftet werden können. Das schließt schamvolle und manchmal lange Leidenszeiten für Neider und Beneidete mit ein. Aufsteigen durch Runterziehen

Auch in unserer Gemeinschaft gab es Zeiten, die von der Atmosphäre des Neides und der Missgunst getränkt waren – ja beides wurde geradezu gepflegt, um ja diesen oder 10


jenen „nicht groß werden zu lassen“. Solche Entwicklungen sind schmerzhaft und das Gegenteil von der angestrebten „Win-win-Situation“, wo beide Partner einander stärken und voneinander profitieren. Der Wurzelgrund für den Neid ist so tragisch wie menschlich: Er wächst auf dem Boden des eigenen Defizits, des Gefühls, zu kurz gekommen, ungerecht behandelt und nicht genügend beachtet zu sein. Man mag es hier und da mit eigener Anstrengung versuchen, aber da wir beim Blick durch die Neid-Brille gewöhnlich nicht an den anderen heranreichen, kann das eigene Mangelgefühl seelisch nur ausgeglichen werden, indem wir den anderen nach unten ziehen. Im Herunterziehen und im Schlechtreden „steigert“ und stabilisiert sich das eigene Selbstwertgefühl. Das kann sich zu einer richtiggehenden (Un)Kultur auswachsen. Vertrauen grundieren

In einem größeren geistlichen Horizont können wir die Sucht, uns zu vergleichen, und die daraus resultierenden Neidimpulse als eine korrumpierte und fehlgeleitete Sehnsucht verstehen. Jeder Mensch hat die Sehnsucht, seinen Platz und Wertschätzung zu finden und über sich selbst hinauszureichen. Das kann in einem Klima feindseligen Gegeneinanders nicht gelingen, sondern nur auf dem Weg des Vertrauens und gegenseitiger Ergänzung. In der Regel tun wir uns aber schwer mit dem vorbehaltlosen Vertrauen und der Bereitschaft, die Vorzüge und Gaben des anderen als willkommene Ergänzung zu sehen. 11


Wir haben eher Angst, der andere nimmt uns etwas weg oder verdunkelt mit seinem Schatten unseren Beitrag. Erst wenn in uns der Urgrund des Vertrauens zu Gott wächst, die innere Gewissheit, sein einzigartiges, geliebtes Kind zu sein, und wir auch im Anderen das einzigartige, geliebte Geschöpf Gottes sehen lernen, dann kommen wir aus dem Teufelskreis des Vergleichens heraus. Dann verblasst der Neid und es kommt wieder Farbe in „Wangen und Hinterteil des Patienten“. Was Neid ist, mit welchen Methoden er arbeitet, vor allem aber auch, wie wir ihn erkennen, entschärfen und begrenzen können, das wollen die Beiträge in diesem Buch anschaulich machen. Dominik Klenk

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