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Copyright Brunnen Verlag GieĂ&#x;en 2011


Brunnen Verlag Gießen

Ken Blue

Heilung erfahren nach geistlichem Missbrauch 176 Seiten, Paperback, 13,8 x 20,8 cm Erscheinungsdatum: 29.07.2011 ISBN: 978-3-7655-1485-2, Bestell-Nr.: 111485 EUR 12,99 (D) / SFr *20,70 / 13,30 (A) Amerikanischer Originaltitel: „Healing Spiritual Abuse“ Erschienen 1993 bei Intervarsity Press, P.O. Box 1400, Downers Grove, Illinois 60515, USA © 1993 by Ken Blue Aus dem Amerikanischen von Wolfgang Stedtnitz Die Bibelzitate wurden, wo nicht anders angegeben, der Lutherübersetzung 1984 entnommen. © 2011 Brunnen Verlag Gießen www.brunnen-verlag.de Umschlagmotiv: Shutterstock Umschlaggestaltung: Ralf Simon Satz: DTP Brunnen Herstellung: CPI – Ebner & Spiegel, Ulm Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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Inhalt

Stimmen zum Buch

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Kapitel 1 Zur Freiheit berufen

9

Kapitel 2 Der „Stuhl des Mose“ – und wie er missbraucht wird

23

Kapitel 3 Der „Sauerteig der Pharisäer“, es gibt ihn noch

39

Kapitel 4 Schwere Lasten

52

Kapitel 5 „Seht her, wie fromm wir sind!“

72

Kapitel 6 Wenn aus Mücken Kamele werden

91

Kapitel 7 Was treibt Menschen in den Missbrauch? – Eine kleine Psychologie der Täter und Opfer

109

Kapitel 8 „Amazing Grace“ – die heilende Kraft der göttlichen Gnade

125

Kapitel 9 Leitung nach biblischem Vorbild

147

Kapitel 10 Heilsame Gemeindezucht

163

Anmerkungen

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Stimmen zum Buch

„Das Beste, was ich bisher dazu gelesen habe. Ich habe mich viel damit beschäftigt, dieses Buch hat mich am meisten überzeugt. Die Themen: Falsche Verkündigung. Schuld, Scham und Missbrauch. Macht und Kontrolle. Gesetzlichkeit durchschauen, Machtmissbrauch erkennen, Opferrollen verlassen.“ N. N., Betroffene „Gut, dass es zu diesem lange totgeschwiegenen Thema nun einiges gibt. Bei Ken Blue gefällt mir ganz besonders die gründliche biblisch-theologische Aufarbeitung des Problems. Das macht dieses Buch so einzigartig.“ W. B., Pastor „Wo beginnt Missbrauch? Hier erfahre ich es: mit dem Aufladen von schweren Bürden, mit der Lust an Selbstdarstellung und mit dem scheinbar so frommen Verdrehen von Richtig und Falsch, von Wichtig und Unwichtig. Interessant und wertvoll zu lesen, wie Jesus selbst Missbrauch anprangerte und beendete (Mt 23). Spannend, praktisch und einfach hilfreich, die Ausführungen von Ken Blue!“ P. H., Mitarbeiterin „Ich habe Machtmenschen und Machtmissbrauch in der Gemeinde erlebt, auf massive Weise. Das hier ist das beste Buch, das ich kenne, um geistlichen Missbrauch zu entlarven, auf gesunde Weise auf Distanz zu gehen, wieder aufatmen zu können und eine biblisch fundierte Sicht zu gewinnen, um halbwegs heil herauszukommen – als Einzelne/r und als Gemeinde!“ A. S., Gemeindepädagogin „Hier wird auf verständliche und eindringliche Weise gezeigt, was Machtmenschen in christlichen Gemeinden anrichten können und wie man ihnen beikommt. Ein Muss für alle verantwortlichen Menschen und Leitungsleute!“ A. O., Betroffener Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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Kapitel 1

Zur Freiheit berufen

Ein Fernsehprediger wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, weil er seine Zuschauer finanziell betrogen hat. Ein bekannter Pastor gibt zu, seine Mitarbeiterinnen zu sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Die römisch-katholische Kirche lässt es sich Millionen kosten, um zu einer außergerichtlichen Einigung mit den Opfern angeblichen sexuellen Missbrauchs durch Priester zu finden. Eine junge Frau begeht Selbstmord, nachdem ihr Pastor behauptet hat, sie sei hoffnungslos von Dämonen besessen. Eine bekannte christliche Persönlichkeit schreibt ein Buch über die Notwendigkeit moralischer Integrität im kirchlichen Amt und wird später als Ehebrecher entlarvt. Ein vierjähriger Junge stirbt, nachdem seine Eltern ihm jegliche medizinische Hilfe vorenthalten haben. Ihr Gemeindeleiter hat von ihnen verlangt, sie sollten keinen Arzt rufen, sondern sich ausschließlich auf das Gebet verlassen. Mehrere frisch verheiratete Ehepaare einer kleinen Gemeinde auf dem Land lassen sich scheiden, weil ihr Pfarrer behauptet, die Eheschließung habe „außerhalb des vollkommenen Willens Gottes“ stattgefunden. Ein prominenter Theologe und Ethiker bekommt keine Empfehlungsschreiben mehr, weil ihm einige Frauen in der Kirchenleitung sexuelle Belästigung vorgeworfen haben. Dies sind nur einige wenige Beispiele für ein Phänomen unserer Zeit, das man mit dem Begriff „Missbrauch im geistlichen Amt“ oder kurz: „geistlicher Missbrauch“ umschreiben könnte. Das Problem ist nicht neu. Missbrauch im Amt hat es im Volk Gottes schon immer gegeben.1 Der Ausdruck „geistlicher Missbrauch“ (in den USA: „spiritual abuse“) dagegen ist relativ neu.2 Provokative Schlagwörter haben es an sich, dass sie mit zunehmender Verwendung abgegriffen werden. Lassen Sie uns daher zunächst einmal sorgfältig definieren, was man unter geistlichem Missbrauch versteht, welche Art von Mensch dazu neigt und wie sich dieser Missbrauch auf die Opfer auswirkt. Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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Was ist geistlicher Missbrauch, und wer begeht ihn? Missbrauch, gleich welcher Art, liegt vor, wenn ein Mensch Macht über einen anderen Menschen hat und diese Macht so missbraucht, dass der andere verletzt wird. „Körperlicher Missbrauch“ liegt vor, wenn jemand körperliche Macht über einen anderen Menschen ausübt und dem anderen körperliche Wunden zufügt. „Sexueller Missbrauch“ bedeutet, dass jemand sexuelle Macht über einen anderen Menschen hat und diesem sexuelle Verwundungen zufügt. Und „geistlicher Missbrauch“ liegt dann vor, wenn eine Leiterpersönlichkeit, die geistliche Autorität über einen anderen hat, diese Autorität benutzt, um Druck oder Zwang auszuüben, und damit dem ihm Untergebenen geistliche Wunden zufügt. Ron Enroth schreibt zu diesem Thema: „Anders als der körperliche Missbrauch, den man meist an den entsprechenden Wunden erkennen kann, hinterlässt der geistliche Missbrauch psychische Wunden tief in der menschlichen Seele. Er wird von denjenigen Menschen zugefügt, denen unsere Gesellschaft normalerweise Respekt und Achtung zollt, weil sie eine Leiterfunktion im geistlichen Amt ausüben und als Vorbilder gelten. Sie gründen ihre Autorität auf die Bibel als Gottes Wort und sehen sich selbst als Hirten, denen ein heiliges Amt auferlegt ist. Wenn solche Menschen jedoch das ihnen anvertraute Amt missbrauchen und ihre kirchliche Position dazu benutzen, ihre Herde unter Druck zu setzen und zu manipulieren, kann dies zu katastrophalen Folgen führen.“3

Geistlicher Missbrauch unterscheidet sich von anderen Arten des Missbrauchs auch darin, dass er selten mit der Absicht zu verletzen verübt wird. Wie wir noch sehen werden, sind Menschen, die ihr geistliches Amt missbrauchen, auf merkwürdige Weise naiv hinsichtlich der Folgen ihrer Ausbeutung. Selten wollen sie ihre Opfer wirklich verletzen. Sie sind für gewöhnlich derart narzisstisch oder darauf fixiert, etwas Großes für Gott tun zu wollen, dass sie es nicht einmal merken, wie weh sie ihren Opfern tun. Deshalb: Auch wenn ich betonen möchte, dass ein solches Verhalten unmoralisch und böse ist, vermeide ich dennoch den Aspekt des „absichtlichen Verletzens“ in meiner Definition. Die Definition muss noch weiter eingeschränkt werden. Stellen wir uns Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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das Phänomen des geistlichen Missbrauchs einmal auf einer senkrechten Skala vor. Dann finden wir ganz unten den gelegentlichen Missbrauch, der nur geringe Auswirkungen hat, und ganz oben den böswilligen, systematischen geistlichen Missbrauch. Mir geht es in diesem Buch nicht um die Gedankenlosigkeit, Ruppigkeit oder Arroganz, mit der manche Pfarrer oder Gemeindeleiter ausgestattet sind. Wenn wir jegliches Missverhalten im geistlichen Amt sofort als geistlichen Missbrauch bezeichnen, verwässern wir das Problem. Gegen eine solche oberflächliche Betrachtungsweise bin ich ganz und gar. Das Thema verlangt einen verantwortlichen Umgang und sollte keinesfalls zu einer modernen Hexenjagd ausarten. Doch auch wenn in dieser Hinsicht Vorsicht geboten ist, müssen wir dennoch einige weitere Unterscheidungen treffen. Denn es gibt mehrere auf den ersten Blick höflich und nett erscheinende Verhaltensweisen, die gesellschaftlich akzeptiert sind und trotzdem aufgrund ihrer manipulativen Absicht als Missbrauch bezeichnet werden müssen. Es gibt nämlich Pastoren und Gemeindeleiter, die ihre Gemeinde durch den Gebrauch einer bestimmten, sehr vertraut und intim klingenden Sprache in eine bestimmte Richtung drängen wollen. Eine ganz ähnliche Technik wird beispielsweise in manchen Nobelrestaurants verwendet: Die Bediensteten dort sind in Wortwahl und Tonfall, ja sogar in der entsprechenden Körpersprache so geschult, dass es ihnen gelingt, das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Die Kellnerin oder der Kellner spielt dann mit diesem Vertrauen, einzig und allein, um dem Gast das zu verkaufen, was am meisten Geld einbringt und nicht das, was er am liebsten essen würde. Profit ist alles, was zählt, und gleichzeitig wird der Kunde so geschickt umworben, dass er sich angenommen und geliebt fühlt. Es gibt auch eine Reihe von Pastoren, die in dieser Art von vertrauenerweckender Sprache geschult sind. Sie erschleichen sich damit das Wohlwollen ihrer „Schäfchen“ und können mit deren Einverständnis anschließend machen, was sie wollen. Vergleicht man dieses Verhaltensmuster mit dem systematischen, böswilligen Missbrauch, erscheint es relativ unbedeutend. Es ist jedoch schwerwiegend, und zwar, weil es Vertrauen missbraucht. Wenn ein geistlicher Leiter vorgibt, ein Freund zu sein, und diese Illusion dazu benutzt, um die Mitglieder seiner Gemeinde zu Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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manipulieren, verübt er Missbrauch im geistlichen Amt. Ein solcher Missbrauch erscheint folgerichtig ebenfalls auf meiner Skala, wenn auch am unteren Ende. Angeführt wird diese Skala von der absichtlichen und böswilligen Ausbeutung der Schwachen durch eine übermächtige, autoritäre Leiterfigur. Fast jede Art von Missbrauch findet sich auf dieser Ebene: Drohungen, Einschüchterungsversuche, Psychoterror, um großzügige Spenden zu bekommen, sexuelle Erpressung, öffentliche Demütigungen, Einflussnahme im Bereich der Privatsphäre (bis in die Ehen hinein), Abhör- und Überwachungspraktiken jeglicher Art und vieles andere mehr. Wenn psychisch und geistlich schwache Menschen einem solchen narzisstischen Demagogen in die Hände geraten, können die Folgen äußerst schwerwiegend sein. Die Beispiele für geistlichen Missbrauch, die ich in diesem Buch anführe, bewegen sich irgendwo zwischen der sehr extremen und der eher geringfügigen geistlichen Manipulation.4

Wie sehen die Opfer aus? Vor über zwanzig Jahren – etwa eine Woche, nachdem ich meine erste Pfarrstelle angetreten hatte – wurde ich in ein Krankenhaus gerufen. Eine Frau aus meiner Gemeinde (fünfundzwanzig Jahre alt), die ich Martha nennen möchte5, lag nach einem Selbstmordversuch auf der Intensivstation. Unser erstes Gespräch verlief äußerst merkwürdig, nicht nur weil ich noch unerfahren war und diese Frau dort zum ersten Mal sah, sondern weil Martha furchtbare Angst vor mir hatte. Als ich das schließlich gemerkt hatte, fragte ich sie, warum sie denn Angst vor mir habe. Die Antwort kam leise und mit einer fast drohenden Stimme: „Weil Sie ein Pfarrer sind!“ Ich bat sie, mir zu erklären, wie sie das meinte, aber sie wandte mir den Rücken zu und sagte nichts. Nach einer langen, unangenehmen Zeit des Schweigens fragte ich sie, ob ich ihr ein paar Bibelverse vorlesen dürfe, und Martha (die mir weiterhin den Rücken zudrehte) sagte: „Bitte nicht. Dafür bin ich noch nicht stabil genug.“ Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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Vollkommen verwirrt und durcheinander entschuldigte ich mich und verließ den Raum. In den folgenden Monaten jedoch fasste Martha Vertrauen zu mir und erzählte mir ihre Geschichte. Sie stammte aus einem sehr engen christlichen Elternhaus in einer ländlichen Gegend der Vereinigten Staaten. Ihre Eltern waren Farmer und benutzten Gott, um Druck auf ihre Tochter auszuüben. Für Martha war Gott ein himmlischer Richter, der von den Menschen Vollkommenheit verlangte, in Worten wie in Taten. Da das Mädchen natürlich nicht vollkommen war, fühlte sie sich ständig schuldig. Als ihr Lieblingshaustier eines Tages starb, glaubte Martha, dass Gott sie damit für irgendetwas bestrafen wollte. Als Martha älter wurde, stellte sie fest, dass sie sich nicht nur vor Gott selbst fürchtete, sondern auch vor allem Angst hatte, was mit Gott zusammenhing. War ein Pfarrer in der Nähe, wurde sie nervös und angespannt. Versuchte sie, die Bibel zu lesen, wurde ihr regelrecht schlecht. Nach ihrer Krankenschwesternausbildung – Martha war inzwischen weit über zwanzig – wurde die Frau schwer depressiv. Sie suchte dann Trost in einer sexuellen Beziehung zu einem verheirateten Mann und wurde schwanger. Völlig verzweifelt und in dem Glauben, dass dies eine weitere Strafe sei, versuchte sie schließlich, sich umzubringen. Viele Jahre nach diesem Selbstmordversuch und nach vielen Stunden psychologischer und seelsorgerlicher Beratung hat Martha nun das Gröbste hinter sich. Vor Kurzem noch fragte ich sie, wie es ihr gehe, und sie sagte: „Wissen Sie, ich kann Ihnen in die Augen sehen und mich mit Ihnen unterhalten, ohne am ganzen Körper zu zittern. Ich kann inzwischen wieder in der Bibel lesen, ohne dass mir speiübel wird, und ich besuche den Gottesdienst, ohne dass sich mir der Magen umdreht. Es geht mir also wirklich gut!“ Menschen, die geistlichen Missbrauch „überleben“, haben danach oft den Eindruck, in eine Art „Fegefeuer“ zu geraten: Sie fühlen sich innerlich durcheinander, sind verletzt und auf eine ganze Reihe von Menschen wütend. Einige geben sich auch selbst die Schuld. Sie reden sich ein, sie hätten den geistlichen Missbrauch verdient. Andere verfallen in Selbsthass und können sich nicht vergeben, dass sie sich und ihre Familie Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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einer solchen geistlichen Enge ausgesetzt haben. Wieder andere richten ihre Hassgefühle auf den Pastor, der sie verletzte, und nicht selten nehmen sich die Opfer geistlichen Missbrauchs die Möglichkeit der Heilung durch Gott. Juanita und Dale Ryan führen aus: „Geistlicher Missbrauch ist eine Art von Missbrauch, der unser tiefstes inneres Wesen betrifft. Oft hinterlässt er seine Opfer in einem Zustand des geistlichen Chaos und nimmt ihnen die Möglichkeit der göttlichen Heilung.“6 Die meisten Opfer geistlichen Missbrauchs sind Einzelgänger. Gelegentlich jedoch tun sie sich mit anderen Menschen zusammen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Ich erinnere mich an einen Fall, als fünfzehn solcher Opfer in die Gemeinde kamen, in der ich damals als Pastor arbeitete. Sie alle hatten die Jahre zuvor in einer Gemeinde zugebracht, die wiederum mit dem sogenannten „Discipleship/Shepherding Movement“ verbunden war (dt. etwa: „Jüngerschafts- und Hirtenbewegung“)7. Sie alle hatten diese Bewegung verlassen wollen, als Einzelpersonen aber nicht den Mut dazu gehabt. So fanden sie sich schließlich zu einem Massenexodus zusammen. Als sie etwa ein Jahr lang in unserer Gemeinde zugebracht hatten, erzählten sie mir einer nach dem anderen ihre persönliche Geschichte, sodass ich einen recht guten Eindruck von der Gemeinde bekam, zu der sie früher gehört hatten. Diese war streng hierarchisch aufgebaut. Jedes Mitglied dort wurde einem sogenannten „persönlichen Pastor“ zugeordnet, und dieser Pastor überwachte ihr Leben strenger, als Eltern das bei einem noch nicht volljährigen Kind tun. Der Pastor sagte ihnen, welchen Beruf sie ergreifen sollten, welches Auto das beste für sie wäre, wo sie ihre Ferien verbringen sollten usw. Der „persönliche Pastor“ entschied sogar, wie viele Kinder ein Ehepaar haben sollte und wie die Kinder erzogen werden sollten. Die Mitglieder dieser Kirche hatten schließlich sämtliche Entscheidungen abgegeben und verloren allmählich ihre persönliche Autonomie und Identität. Ich fragte dann einige dieser Opfer, warum sie willentlich zugestimmt hatten, dass ihnen grundlegende Menschenrechte vorenthalten worden waren. Ich sagte ihnen: „Schließlich hat euch doch niemand einen Revolver an die Schläfe gehalten, oder?“ Die Antwort war einstimmig. Sie Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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alle gaben an, dass sie fest daran geglaubt hatten, dass diese Art von Behandlung gut und richtig gewesen sei, und dass sie darauf gehofft hätten, irgendwann einmal für ihre Hingabe und Unterordnung belohnt zu werden. Die hierarchische Struktur einer solchen Gruppe erzeugt bei den Opfern nicht nur Druck, sondern führt auch zur Abhängigkeit. Die meisten dieser Leute hatten sich so sehr daran gewöhnt, keine selbständigen Entscheidungen mehr zu treffen, dass sie nach dem Verlassen der Gruppe in ein Loch fielen. Sie wurden depressiv, einige sogar schwer. Noch nach Jahren leiden viele von ihnen unter den Folgen des auf sie ausgeübten Drucks. Einige flohen in den Alkoholismus; andere griffen zu Drogen. Dem geistlichen Missbrauch folgte der sexuelle in einigen ihrer Ehen. Männer, die hoch motivierte Mitarbeiter waren, bevor sie sich dem „Shepherding Movement“ anschlossen, hielten es nach dem Verlassen der Gruppe an keiner Stelle mehr aus. Als ich mir die Geschichten dieser Menschen anhörte, fiel mir auf, um welch hingegebene Christen es sich bei ihnen handelte. Sie alle hatten anfangs nur eines gewollt: Gott dienen und ihm das ganze Leben weihen. Und gerade diese Kompromisslosigkeit, das Gefühl, „alles für Jesus“ geben zu müssen, machte die Bewegung in ihren Augen so attraktiv. Die Gruppe rief auf zum heiligen Leben, zur Hingabe, zur Jüngerschaft. Doch weil sie über ihrer Kompromisslosigkeit die Liebe und Weisheit vergaß, beutete sie ihre Opfer geistlich aus. Wie wir an verschiedenen Beispielen sehen werden, zeigt sich immer wieder, dass die treuesten und hingegebensten Gläubigen diejenigen sind, die auch am leichtesten Opfer von Druck und geistlichem Missbrauch werden. Den Schaden, den jene Bewegung angerichtet hat, fasst das Ehepaar Berk in seinem Buch „Damaged Disciples“ (dt.: „Geschädigte Jünger“) mit den Worten zusammen: „Evangelium bedeutet Leben für geistlich Tote. Doch das ‚Shepherding Movement‘ ist inzwischen so weit gediehen, dass es den geistlich Lebendigen den Tod brachte.“8

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Gibt es einen Ausweg? In meiner über zwanzigjährigen Amtszeit habe ich viele Geschichten über geistlichen Missbrauch zu hören bekommen. Es waren eigentlich zu viele, und was ich hörte, war derart schlimm, dass ich allmählich zu der Ansicht gelangte, an der Tatsache, dass machtgierige Christen ihre schwachen Brüder und Schwestern seelisch verletzen und missbrauchen, sei wohl nichts zu ändern. Vor einiger Zeit jedoch hat sich meine diesbezüglich sehr resignative und passive Einstellung radikal verändert. Das geschah völlig unerwartet. Ich bereitete gerade eine weitere Predigt im Rahmen einer Reihe über das Matthäusevangelium vor, als ich am 23. Kapitel anlangte, wo Jesus in aller Öffentlichkeit den Pharisäern vorwirft, sie würden ihr Amt missbrauchen und ihren Pflichten als geistliche Leiter nicht nachkommen. Ich war drauf und dran, dieses Kapitel einfach zu überspringen, weil ich darin keinen Bezug zur Situation und zum Bedarf meiner Gemeinde entdecken konnte. Doch dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen, und ich erkannte – geradeso, als hätte ich jenes Kapitel zum ersten Mal gelesen –, dass es auch heute noch autoritäre und narzisstische kirchliche Amtsträger gibt, die in ihrer Haltung genau den damaligen Pharisäern entsprechen. Jesus trat ja damals diesen Leuten nicht nur entgegen und schimpfte sie aus, sondern er stellte sich selbst auf die Seite ihrer Opfer und versprach diesen Hilfe. Was er in Matthäus 23 zu sagen hat, verspricht darum all denen Hoffnung, die sich als Opfer von geistlichem Druck und Missbrauch sehen. Jesus resignierte nicht. Er stellte sich dem Problem, und er verlangte eine radikale Änderung. Warum sollten wir uns mit weniger zufriedengeben? Nachdem mir klargeworden war, worauf Jesus mit seinen Worten in Matthäus 23 hinauswollte, entdeckte ich, dass es ähnliche Aussagen auch in den anderen Evangelien gibt. Ich stellte sogar fest, dass Jesus über das Problem des geistlichen Missbrauchs mehr zu sagen hatte als über sämtliche anderen Übel seiner Zeit. Geistlicher Missbrauch war das einzige Problem, das er wieder und Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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wieder öffentlich anprangerte – eine Tatsache, die umso erstaunlicher ist, wenn wir bedenken, dass die Gesellschaft seiner Zeit von einer Unmenge anderer Probleme betroffen war. Jesus hat nicht ein einziges Mal die Sklaverei angeprangert. Er schwieg zum Rassismus ebenso wie zum Klassenkampf, äußerte sich weder zum Staatsterrorismus noch zur römischen Besatzungsmacht oder zur korrupten Regierung. Er verlor kein Wort über Abtreibung, Kindermord, Homosexualität oder Ausbeutung von Frauen und Kindern. All diese Probleme gab es zur Zeit Jesu, aber es gibt keine Quellen, die belegen, dass er sich dazu unmittelbar äußerte. Anders die heutige christliche Kirche: Sie hat sich zu all diesen Fragen geäußert. Merkwürdigerweise jedoch hat sie lange Zeit kaum etwas zum Thema des Missbrauchs im geistlichen Amt gesagt, eben jenem Thema, das Jesus offenbar sehr am Herzen lag. Anstatt das 23. Kapitel des Matthäusevangeliums als für die heutige Zeit irrelevant abzutun und zu überspringen, entschloss ich mich darum, eine Predigtreihe darüber zu halten. Die Reaktion darauf (und auf die Kassetten, die davon aufgenommen wurden) war überwältigend. Dutzende von Gemeindemitgliedern erzählten mir ihre Geschichten, in denen sie nicht nur darüber berichteten, wie sie selbst geistlich missbraucht worden waren, sondern auch, welche Erfahrungen ihre Freunde und Bekannten mit diesem Problem gemacht hatten. Opfer und Täter erkannten im Licht der Bibel, was vorgefallen war, und vergaben beziehungsweise kehrten um. Vor allem aber erfuhren sie die Vergebung Jesu und seiner Kirche. Viele erlebten dabei ganz neu innere Freiheit und Freude. Seither spreche ich über dieses Thema auch auf Freizeiten und Tagungen und bin jedes Mal erstaunt über die große Anzahl von Menschen, die inzwischen bereit sind, ihre eigenen Erfahrungen mitzuteilen. Bischöfe der anglikanischen Kirche, rumänische Gläubige aus kleinen Landgemeinden, Politiker aus Südafrika – sie alle wissen ein Lied davon zu singen, was Gesetzlichkeit, Manipulation und Druck durch eine Gemeinde anrichten kann. Und für sie alle, aus welcher Nation oder Kultur sie auch stammen, bieten die Worte Jesu aus Matthäus 23 den Schlüssel für die innere Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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Heilung von den Wunden geistlichen Missbrauchs – heute noch genauso, wie es zur Zeit Jesu war, als die Menschen unter den Pharisäern litten.

Vorschau Die folgenden fünf Kapitel dieses Buches sind eine Auslegung und Anwendung der in Matthäus 23 überlieferten Worte Jesu. Im zweiten Kapitel werden wir sehen, wie Jesus die unrechtmäßigen Mittel aufdeckt, mit denen die Pharisäer versuchten, die Menschen zu beherrschen: sie behaupteten von sich, „auf dem Stuhl des Mose“ zu sitzen. Das heißt, sie sagten: „Da wir die Autorität des Mose besitzen (welcher seine Autorität von Gott hatte), müsst ihr tun, was wir sagen.“ Die moderne Variante dieser Worte lautet: „Weil ich ‚der Gesalbte des Herrn‘ bin, Pastor, Gemeindeältester oder Bischof, müsst ihr tun, was ich sage.“ Jesus und Paulus stellen jedoch sehr deutlich klar, dass es kein Amt, keine Position innerhalb der Kirche, noch irgendeinen Titel gibt, der automatisch göttliche Autorität verleiht. Die einzig wahre Autorität im Reich Gottes basiert auf einer dienenden Leitung. Im dritten Kapitel werden wir sehen, dass es nicht nur die falschen Vorstellungen von Autorität waren, welche die Pharisäer so gefährlich machten, sondern auch deren falsche Lehre. Sie vermittelten den Menschen ein falsches Gottesbild und eine falsche Vorstellung davon, was es heißt, Gott zu dienen. Für sie war Gott ein gesetzlicher Richter, der denjenigen wohlgesonnen war, die sich an seine Regeln hielten, und diejenigen verachtete, die sein Gesetz brachen. Prediger, die heutzutage so tun, als nehme Gott nur diejenigen an, die ihm religiöse Leistung entgegenbringen, sind die Pharisäer unserer Tage. Nach den Worten Jesu sind noch so fromm klingende religiöse Lügen, verbreitet von anerkannten christlichen Persönlichkeiten, der Ruin des geistlichen Lebens. Darüber, woran wir solche Irrlehrer erkennen können, lässt uns Jesus nicht im Unklaren – womit wir beim Thema des vierten Kapitels angelangt sind. Der Herr weist uns darauf hin, dass diese christlichen Leiter den Menschen schwere Lasten auferlegen und selbst keinen Finger krümCopyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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men, um sie ihnen abzunehmen. Diese Lasten erscheinen in Form von Gesetzen und Vorschriften, die sehr geistlich aussehen, aber in Wirklichkeit jede Art geistlichen Wachstums ersticken. Diese Art von Gesetzlichkeit ist weit verbreitet in evangelischen, freikirchlichen und auch römischkatholischen Kreisen. Und wer die Menschen mit solcherlei Gesetzeslasten beschwert, ist nicht besser als der Pharisäer, dem Jesus zu seiner Zeit sein „Wehe!“ entgegenschleuderte. Denn ein guter Hirte zeichnet sich immer dadurch aus, dass er Lasten mitträgt und seinen Schafen die Freiheit bringt. Im fünften Kapitel werde ich dann darauf eingehen, inwieweit ein Missbrauch verübender geistlicher Leiter unter einem „Ego-Defizit“ leidet, oder – um es mit Jesu eigenen Worten auszudrücken – „alle seine Werke tut, um von den Leuten gesehen zu werden“ (vgl. Mt 23,5). Für solche Leute kommt es stets darauf an, vor den anderen gut dazustehen. Wichtiger, als zum Volk Gottes zu gehören, ist ihnen der Anschein, zum Volk Gottes zu gehören. Nicht, was sie sind, interessiert sie, sondern was die Leute von ihnen denken. Deswegen lassen sie sich auch gerne mit wohlklingenden Titeln anreden, damals mit „Rabbi“ (Vers 7), heute mit „Dr. Soundso“, „Pater x“ oder „Pfarrer Y“. Wirkliche Hirten brauchen solche Ehrentitel nicht. Man erkennt sie an ihren Früchten. Im sechsten Kapitel geht es um ein weiteres Kennzeichen „geistlicher Vergewaltigung“, nämlich um die Tatsache, dass in gesetzlichen Gemeinden Nebensächliches hochgespielt und Wichtiges vernachlässigt wird. Gemeindeleiter, die ihre Gemeinde geistlich missbrauchen, sind zum Beispiel gegen (auch maßvollen) Alkoholgenuss, verfechten eine bestimmte Kleiderordnung, kümmern sich jedoch nicht um Gerechtigkeit und die Liebe untereinander. Gute Hirten dagegen stellen immer Gott und die Liebe zum Mitmenschen in den Mittelpunkt. Kapitel sieben geht der Frage nach, welcher Typ von Mensch für Gesetzlichkeit und geistlichen Missbrauch am anfälligsten ist, und warum. Es wird darin über die emotionalen Bedürfnisse der Opfer ebenso zu reden sein wie über die psychische Beschaffenheit der Täter. Kapitel acht schließlich zeigt, wie Gott Täter und Opfer im Bereich der „geistlichen Vergewaltigung“ heilen kann. Seine Gnade ist groß genug, um Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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für Opfer wie für Täter einen Ausweg aus ihrem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis zu schaffen. Es folgen dann noch zwei weitere Kapitel, in denen beschrieben und erläutert wird, wie ein vorbildlicher geistlicher Leiter aussieht. Ein Pastor oder Gemeindeleiter, der auf geistlichen Missbrauch in jeder Art verzichtet, zeichnet sich nicht durch Schwäche oder Passivität aus, sondern zeigt Stärke und Führungsqualität. Diese Qualität ergibt sich jedoch aus einem demütigen Geist des Dienens für andere. Ein guter Gemeindeleiter trägt Lasten mit, fördert die Menschen in seiner Gemeinde entsprechend ihren Gaben und hält die Tür zum Reich Gottes weit offen für alle. Geistliche Hirten sorgen für geistliche Nahrung, sodass das Volk Gottes nicht zu hungern braucht. Einige meiner Freunde und Bekannten, die das Manuskript dieses Buches gelesen haben, wiesen mich darauf hin, dass es sich entgegen dem ersten Anschein an einen recht weit gefassten Leserkreis wendet. So sagte ein Pastor: „Zuerst dachte ich, hier geht es nur um die Opfer geistlichen Missbrauchs. Nachdem ich es durchgelesen hatte, merkte ich jedoch, dass man das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln sehen kann. Manchmal sah ich mich als den Pastor, der jemandem seelsorgerlich helfen musste, der geistlich missbraucht worden war, mal sah ich mich als ein Mitglied des Vorstands, das darauf achten muss, dass wir als Gemeinde nichts tun, was zu geistlichem Missbrauch führen könnte. Und schließlich habe ich mich auch gefragt, ob ich nicht in gewisser Weise selbst einmal das Opfer geistlichen Missbrauchs war.“

Das Buch soll in der Tat verschiedene Gruppen von Menschen ansprechen. Dies ist insofern nicht verwunderlich, als sich auch der Bibeltext, auf den es aufbaut, an unterschiedliche Gruppen wendet. Jesus spricht in Matthäus 23 mindestens zwei davon an: die Täter und die Opfer im Bereich des geistlichen Missbrauchs. Die Bibel hat es an sich, dass sie sich aus verschiedenen Gründen an verschiedene Menschen wendet. Sie hat es ebenso an sich, dass sie sich für Menschen derselben Gruppe aus unterschiedlichen Gründen als hilfreich erweist. Ich habe mich in den folgenden Ausführungen darum bemüht, es genauso zu halten, wenn ich auch jedes Mal darauf hinweise, zu welcher Art von Gruppe ich spreche. Copyright Brunnen Verlag Gießen 2011


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Noch ein letztes Wort an die Opfer des geistlichen Missbrauchs: Wahrscheinlich wird dieses Buch Ihr Empfinden für das, was Sie erlitten haben, schärfen. Dabei ist es normal, dass der seelische Schmerz eine Zeit lang stärker wird. Wenn dieser Schmerz dann zur Heilung führt, ist dies gut. Wenn er aber dazu führt, dass Sie bitter werden und gegen die Person(en) oder Institution(en), die Sie missbraucht haben, einen dauerhaften Groll hegen, sind Sie hinterher schlimmer dran als vorher. So zornig Jesus auch auf die religiösen Leiter war, die Missbrauch im geistlichen Amt verübten, so bereitwillig zeigt er sich doch, ihnen von einem Augenblick auf den nächsten zu vergeben. Seine Kraft, anderen Menschen zu vergeben, wohnt auch heute noch in uns Christen, und wir sollten uns diese Kraft zunutze machen. Jesus spricht: „Nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden“ (Mt 7,2), und an einer anderen Stelle: „Wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen“ (Mt 26,52). Wenn jemand die Angehörigen seines eigenen Berufsstandes kritisiert (so wie ich es in diesem Buch tue), hat er in gewisser Weise das Schwert gegen sich selbst gerichtet. Ich weiß, dass ich als Pastor nicht davor gefeit bin, geistlichen Missbrauch zu verüben. Während ich an diesem Buch gearbeitet habe, ist mir dieses Potenzial erneut in schmerzlicher Weise bewusst geworden. Ich hoffe nur, dass ich vor mir selbst auf der Hut bin und mir mein Wissen dazu verhilft, so etwas nicht zu tun. Ich bete darum, dass es Ihnen, die Sie dieses Buch lesen, genauso geht.

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