LEITFADEN BIBEL Basiswissen zum Buch der Bücher
Grundwissen Bücher Biblische Geschichte Alltag & Religion Große Themen Feste Fragen & Antworten Bibellesetipps
Häuser und Städte in biblischer Zeit Landwirtschaft und Nahrung in biblischer Zeit Landschaften der Bibel
THEMENFELDER Das Buch der Bücher
Die großen Themen der Bibel
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Grundwissen über die Bibel Die Bibel – eine Bibliothek Wie ist die Bibel entstanden? Sprache und Schrift der Bibel Die Zusammenstellung der biblischen Bücher Eine Bibel – zwei Testamente Redewendungen aus der Bibel Vier Evangelien – eine Botschaft
4–5 8 9 10 11 15 51
Die Bücher der Bibel Das Alte Testament
Die Gesetzesbücher Die Geschichtsbücher Die Psalmen und das Hohelied Die Bücher der Propheten Die Schriften der Weisheit Die Spätschriften des Alten Testaments
Das Neue Testament
Die Evangelien und die Apostelgeschichte Die Briefe des Apostels Paulus Die anderen Briefe des Neuen Testaments Die Offenbarung an Johannes
17 27 31 34–35 37 43 48 49 50 75 79 81
Der Anfang der Bibel: Ursprünge und Grundrisse 18 Vätergeschichte 20 Der Auszug aus Ägypten 22 Die Landnahme 26 Die Zeit der Könige 32 Das geteilte Reich 36 Das Exil – die Wiege des Judentums 44 Die Zeit zwischen den Testamenten 46 Johannes der Täufer 52 Die Geburt Jesu 54 Jesus tritt an die Öffentlichkeit 58 Die letzten Tage Jesu in Jerusalem 66 Kreuzigung und Tod Jesu 68 Die Auferstehung Jesu 70 Die ersten christlichen Gemeinden 72 Das Evangelium breitet sich aus 74 Paulus, der unbequeme Apostel 76 Die Missionsreisen des Paulus 77–78 Die Kirche wächst 80
Alltag und Religion in biblischer Zeit
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Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde … 19 Der Bund 21 Die Zehn Gebote und das Gesetz 23 Wie darf man sich Gott vorstellen? – Die Antwort der Bibel 38 Gott und die Götter 39 Der »Tag des Herrn« 40 Ijob – Krankheit und Heilung in der Bibel 42 Warten auf den Retter 47 Wer war Jesus von Nazaret? 56 Namen für die besondere Bedeutung von Jesus 56–57 Jesu Botschaft von der Herrschaft Gottes 59 Die Gleichnisse Jesu 60 Zeichen und Wunder 63 Aufruf zur Nachfolge 64 Apokalyptik und Widerstand 82 Wie sieht die Bibel den Menschen? 86
Die jüdischen Feste und die Feste des Kirchenjahres Die Feste Israels Advent Das Weihnachtsfest Palmsonntag und Gründonnerstag Karfreitag Das Osterfest Das Pfingstfest
24–25 53 55 67 69 71 73
Fragen und Antworten
Biblische Geschichte
Wo wohnt Gott? Die Synagoge Das »Haus« in biblischer Zeit Galiläa zur Zeit Jesu Religion und Politik zur Zeit Jesu
88–89 90 91
28–30 45 61 62 65
Gottes Wort im Menschenwort Warum lesen wir das Alte Testament noch? Das Alte Testament – ein Buch voller Grausamkeiten? Träume und Visionen Zahlensymbolik in der Bibel Engel Frauen in der Bibel
12 33 41 83 84 85 87
Praktische Hilfen und Tipps zum Bibellesen Wegweiser durch die Bibel Die Bibel lesen – aber wie? Beten mit der Bibel Hilfen zum Beginnen Bibelleseplan (im Buchdeckel)
6–7 13 14 16
Landkarten Der Alte Orient zur Zeit des Alten Testaments Das Land der Bibel zur Zeit des Alten Testaments Das Land der Bibel zur Zeit des Neuen Testaments Die Reisen des Apostels Paulus
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Bildnachweis
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DAS BUCH DER BÜCHER Die Bibel ist ein ganz besonderes Buch. Wer sie aufschlägt, sieht sich Texten gegenüber, die bereits vor 2000 bis 3000 Jahren aufgeschrieben wurden. Die Wurzeln dieser Geschichten, Lieder und Gebete reichen sogar noch viel weiter in die Vergangenheit zurück. Und doch ist die Bibel keineswegs veraltet. Bis heute ist sie ein »Bestseller« auf dem Buchmarkt. Sie wurde in mehr Sprachen übersetzt als irgendein anderes Werk der Weltliteratur. Nach wie vor fasziniert sie die Menschen – überall auf der Welt. Denn die entscheidenden Fragen, die uns bewegen, sind über die Jahrtausende hin dieselben geblieben. In der Bibel begegnen uns Menschen, die ähnlich empfunden haben wie wir heute: Sie erleben Freude und Leid, Hoffnung und Enttäuschungen, großes Vertrauen und quälende Zweifel. Sie fragen nach der Herkunft von Unrecht, Leid und Tod und nach den eigenen Grenzen, suchen nach dem Ziel ihres Lebens und stehen staunend vor den Schönheiten und Wundern
unserer Welt, hinter denen sie die Macht des Schöpfers am Werk sehen, der dies alles ins Leben gerufen hat und erhält. Die Geschichte Gottes mit diesen Menschen – das ist das Thema der Bibel. Und was Gott für sie damals war, das will und kann er auch für uns heute sein, wenn wir uns auf ihn einlassen: ein fester Halt und die Mitte unseres Lebens. Die Bibel kann uns helfen, Gottes Spuren in unserem eigenen Leben zu entdecken. In keinem anderen Buch auf der Welt geht es deshalb so sehr um uns selbst wie in der Bibel. Sie kann für uns zu einem Lebensbuch werden, zum Buch der Bücher, in dem wir – wie die Menschen von damals – Gott begegnen.
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DIE BIBEL – EINE BIBLIOTHEK Das Wort »Bibel« stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet »Bücher« (biblia). Denn die Bibel ist eigentlich eine Sammlung von verschiedenen Einzelschriften oder Büchern. Sie gleicht einer ganzen Bibliothek mit insgesamt 77 Bänden: 39 im Alten Testament, 27 im Neuen Testament und 11 sogenannte Spätschriften des Alten Testaments. Manche von ihnen sind äußerst umfangreich, andere füllen nur wenige Seiten. Wie in einer Bibliothek werden die Bücher in verschiedene Gruppen eingeteilt. Die Schriften des Alten Testaments existierten zunächst als einzelne Schriftrollen in hebräischer Sprache. Sie sind von verschiedenen Autoren und in unterschiedlichen Stilformen geschrieben worden. Seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. haben jüdische Gelehrte die heiligen Schriften gesammelt und zu größeren Einheiten zusammengefügt. Man kann vier Gruppen unterscheiden:
Altes Testament
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Gesetzesbücher (Weisung) Sie umfassen die fünf Bücher Mose (Genesis bis Deuteronomium) und werden deshalb auch »Pentateuch«, d. h. »Fünf-Rollen-Buch«, genannt. In ihnen wird die Geschichte des Volkes Israel von den ersten Anfängen bis zur Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten geschildert. Geschichtsbücher Sie erzählen die Geschichte Israels vom Einzug ins verheißene Land bis zur Verbannung und der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil. Poetische und Lehrbücher Die Lehrbücher enthalten Weisheitslehren, die in einprägsamen Sprichwörtern oder auch in dichterische Sprache gefasst weitergegeben wurden. Die Psalmen sind eine Sammlung von Liedern und Gebeten.
Prophetenbücher Die Propheten Israels legten die Ereignisse der Vergangenheit aus, sie prangerten das Unrecht in der Gegenwart an und verkündigten Gottes Handeln für die Zukunft. Spätschriften des Alten Testaments Die Spätschriften sind Zusätze und Ergänzungen zum Alten Testament, die nicht in die hebräische Bibel aufgenommen wurden. Nur die griechische Übersetzung des Alten Testaments überliefert sie. Entstanden sind sie zwischen 300 und 100 v. Chr. Einige gehören vom Charakter zu den Geschichtsbüchern, andere enthalten Weisheitssprüche und -lehren oder Prophetenworte. In manchen Ausgaben sind die Spätschriften in einem gesonderten Teil vor dem Neuen Testament angeordnet.
Die 27 Bücher des Neuen Testaments wurden in Griechisch geschrieben. Auch sie können in verschiedene Gruppen unterteilt werden: Geschichtsbücher Die vier Evangelien und die Apostelgeschichte erzählen von Jesus Christus und seinem Wirken und von den ersten Gemeinden. Sie wollen aber keinen rein historischen Bericht geben, sondern zum Glauben an Jesus als den von seinem Volk lange ersehnten Retter der Menschen einladen. Briefe Diese Gruppe enthält 21 Briefe, die von den Aposteln selbst oder unter ihrem Namen an verschiedene christliche Gemeinden und an Einzelpersonen geschrieben wurden. Die größte und wichtigste Sammlung bilden die Paulusbriefe. Die Offenbarung Die Offenbarung des Johannes steht in der Tradition der prophetischen Bücher. Sie schildert vor allem apokalyptische Visionen vom Ende dieser Welt, verbunden mit der Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde.
Neues Testament
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WEGWEISER DURCH DIE BIBEL Der Text einer gedruckten Bibel enthält heute eine ganze Reihe von Orientierungshilfen und zusätzlichen Informationen. Die wichtigsten werden hier kurz vorgestellt:
1 Kolumnentitel Zur schnelleren Orientierung nennt der Kolumnentitel am Seitenrand den Namen des Buches und das bzw . die Kapitel, die auf der aufgeschlagenen Seite zu lesen sind. 2 Kapitel und Verse Alle Bücher der Bibel sind eingeteilt in Kapitel und Verse (einige ganz kurze Bücher nur in Verse). Die Aufteilung in Kapitel geht auf den englischen Erzbischof Stephen Langton zurück (13. Jahrhundert), die Verszählung hat der Genfer Buchdrucker Robertus Stephanus 1551 bei einer griechisch-lateinischen Ausgabe des Neuen Testaments eingeführt. Beides hat sich seit dem 17. Jahrhundert in deutschen Bibelausgaben durchgesetzt. 6
3 Überschriften Sie gliedern den Bibeltext in Sinnabschnitte. In den ursprünglichen Handschriften mit dem hebräischen bzw . griechischen Text der Bibel gibt es noch keine Überschriften. Sie wurden erst später zur besseren Orientierung hinzugefügt und unterscheiden sich daher in den verschiedenen Bibelausgaben oft ganz beträchtlich. 4 Zitate aus alttestamentlichen Büchern sind in Anführungszeichen gesetzt. Die zugehörigen Stellenangaben finden sich in den Fußnoten. 5 Parallelüberlieferungen Besonders bei den Geschichtsbüchern des Alten und Neuen Testaments kommt es vor, dass dieselbe Geschichte in verschiedenen Büchern gleichlautend oder ähnlich überliefert ist. Auf solche »Parallelüberlieferungen« verweisen Stellenangaben unter der Abschnittsüberschrift. 6 Sacherklärungen Begriffe und Namen im Bibeltext, die am Ende mit einem Stern (*) markiert sind, werden in den Sacherklärungen im Anhang einer Bibelausgabe erklärt. Unterhalb des Bibeltextes ist zu allen auf der betreffenden Seite vorkommenden Wörtern mit Stern die entsprechende Seitenzahl in den Sacherklärungen angegeben. 7 Fußnoten Die Fußnoten geben zusätzliche Informationen zu bestimmten Stellen im Text.
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kommen. 17 v Und eine Stimme aus dem Himmel sagte: »Dies ist mein Sohn*, ihm gilt meine Liebe, ihn habe ich erwählt.«
Jesus wird auf die Probe gestellt (Mk 1,12‑13; Lk 4,1‑13)
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M AT T H Ä U S 3 . 4
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1 v Danach führte der Geist* Gottes Jesus in die Wüste, wo er vom Teufel auf die Probe gestellt werden sollte. v 2 Nachdem er vierzig Tage und Nächte gefastet* hatte, war er hungrig. 3 Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: »Wenn du Gottes Sohn* bist, dann befiehl doch, dass die Steine hier zu Brot werden!« 4 v Jesus antwortete: »In den Heiligen Schriften* steht: ›Der Mensch lebt nicht nur von Brot; er lebt von jedem Wort, das Gott spricht.‹« 5 Darauf führte der Teufel ihn in die Heilige Stadt*, stellte ihn auf den höchsten Punkt des Tempels* 6 v und sagte: »Wenn du Gottes Sohn bist, dann spring doch hinunter; denn in den Heiligen Schriften steht: ›Deinetwegen wird Gott seine Engel* schicken und sie werden dich auf Händen tragen, damit du dich an keinem Stein stößt.‹« 7 v Jesus antwortete: »In den Heiligen Schriften heißt es auch: ›Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern.‹« 8 Zuletzt führte der Teufel Jesus auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Reiche der Welt in ihrer Größe und Pracht 9 und sagte: »Dies alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.« 10 v Da sagte Jesus: »Weg mit dir, Satan*! In den Heiligen Schriften heißt es: ›Vor dem Herrn, deinem Gott, wirf dich nieder, ihn sollst du anbeten und niemand sonst.‹« 11 Darauf ließ der Teufel von Jesus ab, und Engel kamen und versorgten ihn.
Jesus beginnt sein Wirken in Galiläa (Mk 1,14‑15; Lk 4,14‑15)
12 v Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, a zog er sich nach Galiläa* zurück. 13 v Er blieb aber nicht in Nazaret, sondern nahm seinen Wohnsitz in Kafarnaum, einer Stadt am See Gennesaret*, im Gebiet der Stämme Sebulon und Naftali.
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14 Das geschah, damit in Erfüllung ging, was Gott durch den Propheten Jesaja angekündigt hatte: 15 v »Du Land von Sebulon und Naftali, am See gelegen und jenseits des Jordans, Galiläa der gottfernen Völker! 16 v Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht. Und für alle, die im finsteren Land des Todes wohnen, leuchtet ein Licht auf!« 17 v Von da an verkündete Jesus seine Botschaft: »Ändert euer Leben! b Gott wird jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!« c
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Jesus beruft vier Fischer zu Jüngern (Mk 1,16‑20; Lk 5,1‑11)
Als Jesus am See von Galiläa* entlangging, sah er zwei Brüder: Simon – bekannt unter dem Namen Petrus* – und Andreas. Sie warfen gerade ihr Netz aus, denn sie waren Fischer. 19 Jesus sagte zu ihnen: »Kommt, folgt mir! Ich mache euch zu Menschenfischern.« 20 v Sofort ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm. 21 Als Jesus von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder: Jakobus, den Sohn von Zebedäus, und seinen Bruder Johannes. Sie waren mit ihrem Vater im Boot und richteten die Netze her. Jesus rief sie, 22 und sofort verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm. 18
JESUS LEHRT: DIE BERGPREDIGT (4,23–7,29)
Jesus lehrt und heilt, um ihn sammelt sich das Volk
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(Mk 3,7‑12; Lk 6,17‑19)
Jesus zog durch ganz Galiläa*. Er lehrte in den Synagogen* und verkündete die Gute Nachricht*, dass Gott jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden wird. d Er heilte alle Krankheiten und Leiden im Volk. 24 Die Kunde von ihm verbreitete sich sogar in ganz Syrien. Die Leute brachten alle zu Jesus, die an irgendwelchen Krankheiten oder Beschwerden litten, auch Besessene*, Epileptiker* und Gelähmte, und er machte sie gesund. 25 Große Menschenmengen aus Galiläa*, aus dem Gebiet der Zehn Städte*, aus Jerusalem und 23 v
So ist eine Stellenangabe aufgebaut:
* Sohn Gottes 1421 * Heiliger Geist 1392 * Fasten 1383 * Heilige Schriften 1392 * Heilige Stadt 1393 * Tempel 1425 * Engel 1380 * Satan 1417 * Galiläa 1385 * Gennesaret 1386 * Petrus 1410 * Synagoge 1423 * Gute Nachricht 1390 * Besessener 1375 * Epilepsie, Epileptiker 1381 * Zehn Städte 1430 a Wörtlich dass Johannes ausgeliefert worden war. Durch das Wort ausliefern will Matthäus andeuten: Auch in dem Geschick, das der Täufer erleidet, ist er der Vorläufer von Jesus (vgl. 17,22; 20,18; 26,45 und 1 Kor 11,23) und von dessen Jüngern (vgl. 10,17.19.21; 24,9). b Siehe Sacherklärung »Umkehr«. c Gott wird jetzt ...: wörtlich Die Königsherrschaft* der Himmel ist nahe herbeigekommen. d die Gute Nachricht, dass Gott ...: wörtlich die Gute Nachricht von der Königsherrschaft*. v 3,17 Jes 42,1; Ps 2,7; Mt 12,18; 17,5 par; 21,37 par v 4,1 Hebr 2,18; 4,15 v 4,2 Ex 34,28; 1 Kön 19,8; Mt 6,16‑17 S v 4,4 nach Dtn 8,3; Joh 4,34 v 4,6 nach Ps 91,11‑12 v 4,7 nach Dtn 6,16 v 4,10 nach Dtn 6,13; 5,9 v 4,12 14,3 v 4,13 Joh 2,12 v 4,15-16 nach Jes 8,23–9,1 v 4,16 Lk 1,79 v 4,17 3,2; 4,23; 6,10; 10,7 v 4,20.22 8,21‑22 S v 4,23 9,35; 4,17 S
Nummer des Buches Nummer (wenn es mehrere Bücher des Kapitels mit gleichem Namen gibt)
Samuel ,- GNB18_Gute_Nachricht_Bibel_GLC18.indb 1040
Kleine hochgestellte Buchstaben im Text weisen auf sie hin. In den Fußnoten findet man Erklärungen, die für das Verständnis des Textes nötig sind, und in bestimmten Fällen auch Hinweise auf andere Übersetzungsmöglichkeiten. Ein Teil der Fußnoten betrifft darüber hinaus die Überlieferung des Bibeltextes. Die verschiedenen Handschriften aus dem Altertum, in denen uns die Bibel überliefert ist, stimmen nicht immer überein. Manchmal wurde beim Abschreiben etwas hinzugefügt oder weggelassen. Wichtige Abweichungen werden in den Fußnoten angegeben.
17.07.2018 16:27:00
Name des Buches
Angabe der Verse
8 Vergleichsstellen Oft wird ein Thema an verschiedenen Stellen der Bibel behandelt, oder es gibt Anklänge und Anspielungen, die für das Verständnis wichtig sind. In den meisten Bibelausgaben werden deshalb sogenannte Vergleichsstellen angegeben. Besonders interessant sind Vergleichsstellen, die den Zusammenhang zwischen dem Alten und dem Neuen Testament aufzeigen. Die Kenntnis des alttestamentlichen Hintergrunds macht es oft leichter, eine Aussage im Neuen Testament zu verstehen.
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Eine fast komplett gefundene Schriftrolle wie hier Jesaja ist ein absoluter Glücksfall. Sie wird in Jerusalem im »Schrein des Buches« aufbewahrt.
WIE IST DIE BIBEL ENTSTANDEN? Die Bibel ist die Frucht einer jahrtausende alten Erzähltradition. Lange bevor die Schriftkultur entstand, wurden von einer Generation zur nächsten wesentliche Erfahrungen mit Gott und der Welt mündlich weitergegeben. Im Lauf der Zeit bekamen die alten Überlieferungen feste Formen. Sie wurden gesammelt und kaum noch verändert. In der Zeit des Staates Israel begann die schriftliche Überlieferung. Sie war anfangs weder an einem einzigen Ort angesiedelt, noch darauf angelegt, ein umfassendes Werk zu erstellen. Vielmehr wuchs der »Stoff« der Bibel an verschiedenen Stellen: Die Könige Israels ließen eine Geschichte Got tes mit seinem Volk Israel aufschreiben. Für die Rechtsprechung wurden Gesetzestexte gesammelt und mit Ausführungsbestimmungen versehen. Gottesdienstordnungen entstanden, um den Kult am Tempel zu regeln. Auch Gebete (Psalmen) für den Gottesdienst, vor allem für die großen Feste, schrieb man auf. Ab dem 8. Jahrhundert hielten Propheten oder deren Schüler ihre Worte schriftlich fest und ermöglichten dadurch eine größere Verbreitung. 8
Daneben entstanden kleine Sammlungen von Volkstraditionen mit Geschichten, Fabeln, Liedern und Lebensregeln. Im 7. Jahrhundert bestand Israel nur noch aus einem kleinen Territorium im Süden und versuchte, sich auf seine Fundamente zu besinnen. Dies war Anlass, viele bisher getrennt überlieferte Schriften zusammenzufassen. Manche Texte wurden neu geschrieben und bekamen so auch eine neue Bedeutung. Der massivste Einschnitt war das 50 Jahre währende babylonische Exil. In der Verbannung entstand das Judentum. Es verfasste neue Texte (z. B. das erste Kapitel der Bibel) und gebrauchte zum ersten Mal die überlieferten Texte als »heilige Schrift«. Bis zum 2. Jahrhundert wurden die drei großen Teile der hebräischen Bibel (zum Kanon siehe S. 10) nochmals überarbeitet. Bestehende Texte wurden dabei mit neuen kombiniert. Darum gibt es z. B. zwei Schöpfungserzählungen am Anfang der Bibel. Während der ersten 20 Jahre nach Ostern gab es im Christentum nur mündliche Überlieferungen, weil das nahe Ende der Welt erwartet wurde. Als Bibel gebrauchten die Christen die Texte Israels. Erst im Rahmen der Mission entstanden zunächst Briefe an Gemeinden und später als Fundament für die christliche Botschaft die vier Evangelien (vgl. Seite 50/51).
SPRACHE UND SCHRIFT DER BIBEL Das Alte Testament wurde in hebräischer Spra che geschrieben. Zum Teil bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. verwendeten die Schreiber dabei das als besonders ehrwürdig betrachtete altphöni zische Alphabet. Ähnlich der ägyptischen Bilderschrift sind seine Zeichen jeweils aus dem Anfangslaut eines Bildsymbols entwickelt. An einigen Stellen der Bibel finden sich auch Reste des Aramäischen (Jeremia 10,11; Esra 4,6–6,18; Daniel 2,4–7,28). Das war die Reichssprache während der Perserzeit. Durch sie veränderte sich auch die Schrift: Aus der aramäischen Schreibschrift entstand die neue »Quadratschrift«, in der zwischen dem 4. und 2. Jahrhundert v. Chr. fast alle Bibeltexte geschrieben wurden. Jedes Zeichen passt dabei genau in ein Quadrat. Das Neue Testament wurde in griechischer Umgangssprache verfasst. Schreibmaterialien Erst 105 n. Chr. wurde in China das Papier erfunden. Bis dahin verwendete man andere Materialien. Kurze Texte wie Notizen und Listen schrieb man auf Tonscherben (Ostraka), flache Steine, Wachsplättchen,
Metallstücke oder auch Elfenbein. Für längere Texte – z. B. Berichte oder Gesetzessammlungen – wurde Leder oder Papyrus benutzt. Leider sind diese empfindlichen Materialien im Laufe der Jahrhunderte größtenteils zerstört worden. Von den ursprünglichen Handschriften der Bibel ist uns daher keine erhalten. Aber es gibt Abschriften, die nur wenig jünger sind als die Originale. Das gilt besonders für das Neue Testament. Die ältesten erhaltenen Bibelhandschriften wurden seit 1947 in den Höhlen bei Qumran am Toten Meer gefunden. Dort lebte von 135 v. Chr. bis 68 n. Chr. eine religiöse Gemeinschaft. Die Schriften, die in Tonkrügen versteckt waren, reichen zurück bis ins 3. Jahrhundert v. Chr. Berühmt wurde vor allem die Jesaja-Rolle, denn mit ihr hat man eine fast komplett erhaltene Schriftrolle gefunden. Dies war ein besonderer Glücksfall; denn meist werden nur größere oder kleinere Bruchstücke entdeckt, manchmal nicht größer als eine Briefmarke. Aber jedes Fragment kann helfen, den ursprünglichen Text wiederherzustellen und Fehler aufzuspüren, die sich beim immer neuen Abschreiben der Texte eingeschlichen haben.
Der berühmte Papyrus P 52 mit Versen des Johannesevangeliums (um 125 n. Chr.)
In den Höhlen von Qumran wurden 1947 zahlreiche Schriften aus der Bibel gefunden.
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