Mit diesem Heft 9 des Stuttgarter Bibelkurses beginnt die Einführung in das Alte Testament. Der Weg, auf den Sie, liebe Kursteilnehmerin/lieber Kursteilnehmer, sich damit begeben, ist weit. Er führt von Adam bis Ester, von den Mosebüchern bis zu den Propheten, von der Schöpfung bis in die letzten Jahrhunderte vor Christus. Eine Fülle von Geschichten und Erfahrungen, Erkenntnissen und Mahnungen werden uns dabei begegnen.
Aufgabe zu diesem Bücherregal auf der nächsten Seite
Vielleicht kennen Sie schon einzelne Erzählungen, Psalmen oder bekannte Worte des Alten Testaments. Hier finden Sie zum Beginn Ihres Kurs-Studiums des Alten Testaments acht Zitate. Können Sie den Zusammenhang entdecken, aus dem sie stammen? Vielleicht finden Sie sogar das biblische Buch und die Stelle dieser Worte. Prüfen Sie bitte Ihre Vermutungen mit Hilfe Ihrer Bibel nach und notieren Sie unter den Zitaten die richtigen Stellenangaben. (Es ist übrigens gar nicht schlimm, wenn Sie jetzt noch wenige oder keine dieser Worte in Ihrer Bibel entdecken!)
Geschichtsbücher
Lehrbücher (Schriften)
Propheten
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Auf der vorigen Seite sehen Sie ein Regal, auf dem 38 Bücher stehen; sie sollen die einzelnen Bücher des Alten Testaments darstellen. Tragen Sie bitte deren Namen auf den Buchrücken ein. Welche wissen Sie auswendig?
1300 Mose
Josua
Die Bibelworte auf S. 1 stehen in: 1. Mose 1,2+3; 1. Mose 1,27; 2. Mose 14,21 f; 2. Mose 20,2+3; Psalm 23,1+2; Jesaja 9,1; Jeremia 7,3+4; Sprüche 1,7
1200
Diese acht Bibelstellen zeigen Ihnen sechs Grundlinien, die sich durch das ganze Alte Testament ziehen: Es fällt Ihnen sicher nicht schwer, die Stellenangaben der Bibelworte auf S. 1 an passender Stelle einzutragen.
Der Mensch antwortet auf Gottes Wort im Singen und Beten und im Nachdenken über Gottes Wort.
5. Umkehren:
Durch Propheten lässt Gott sein Volk immer wieder ermahnen und zur Umkehr rufen.
6. Hoffen:
Vor allem in der Botschaft der Propheten wird auch Hoffnung laut: Die Verheißung der endzeitlichen Rettung und der neuen Welt durch Gott. z. B. __________________________________
800 Jesaja
4. Antworten:
900 Elia
Gott rettet, bewahrt und führt sein Volk. z. B. __________________________________ Gott gibt seine Gebote, das Gesetz; und sein Volk soll den Weisungen gehorchen. z. B. __________________________________
1000
David
2. Erfahren: 3. Gehorchen:
Salomo
Gott hat die Welt erschaffen und darin den Menschen mit einer besonderen Würde versehen. z. B. _______________ und _______________
Samuel
1. Bekennen:
1100
700
z. B. ______________ und _______________ Jeremia
Josia
z.B. __________________________________
600
500
400
Zeittafel zum Alten Testament
300
Rechts finden Sie eine kleine Zeittafel zum Alten Testament. Sie gibt Ihnen eine erste Übersicht darüber, wer von den großen Gestalten des Alten Testaments ungefähr wann lebte. Die vier Pfeile markieren folgende Eckdaten der Geschichte Israels (Sie müssen sich die Jahreszahlen nicht unbedingt merken, aber es ist hilfreich, wenn Sie diese Ereignisse ungefähr einordnen können):
• um 1200: • 926: • 722: • 587:
200
100
Einzug des Volkes Israel in das verheißene Land Teilung des Reiches Israel (in Nord- und Südreich) Zerstörung Samarias durch die Assyrer – Ende des Nordreiches Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier – Ende des Südreiches
0
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Zwei Hinweise zu den Kursheften 9–14:
•
Das Alte Testament hat etwa den dreifachen Umfang des Neuen Testaments. Als Kursteilnehmer werden Sie also mehr in der Bibel zu lesen haben. Ab Heft 10 sind aber nicht mehr ganze Bücher zu lesen, sondern eine jeweils angegebene Auswahl. Die bibelkundlichen Erklärungen können in den Heften zum Alten Testament verständlicherweise nicht mehr so ins Detail führen wie in denen zum Neuen Testament, sondern werden eher dem Überblick dienen.
•
Wenn Sie das Neue Testament kennen (und sogar im Kurs durchgearbeitet haben), werden Sie im Alten Testament immer wieder Linien entdecken, die zu Jesus hinführen, Voraussetzungen, die in Christus zur Vollendung kommen. In den Kursheften finden Sie dazu immer wieder Hinweise und Aufgaben.
Heft 9 stellt Ihnen nun das 1. Buch Mose vor. Zunächst sollen Sie aber Grundsätzliches über die fünf Mosebücher erfahren.
Die fünf Bücher Mose Die ersten fünf Bücher des Alten Testaments gehören zusammen. Im Hebräischen heißen sie »Tora« (= Weisung, Gesetz). Noch in der Zeit vor Christus wurden sie in fünf Bücher unterteilt; und im Griechischen heißen sie entsprechend »Pentateuch(os biblos)« = »das fünfbändige (Buch)«. Über welchen Zeitraum spannen sich die Erzählungen des »Pentateuch« (so heißen die fünf Mosebücher in der Fachsprache)?
1. Mose 1,1
5. Mose 32,47a: Notieren Sie bitte den ersten Satz der Bibel und das Wort des Mose an das Volk.
Der Erzählbogen der Mosebücher spannt sich von der Weltschöpfung bis kurz vor den Einzug des Volkes Israel in das verheißene Land. Dazwischen stehen die »Worte des Gesetzes« (5. Mose 32,46), Gottes Wort, von dem Mose sagt: »Es ist euer Leben«. Die Verheißung des Landes zieht sich wie ein roter Faden durch die fünf Bücher Mose. An zentralen Stellen ist davon die Rede:
1. Mose 2,8:
1. Mose 12,1+7:
2. Mose 3,17:
5. Mose 34,4:
Schreiben Sie bitte in die Kästchen den Wortlaut der Stellen oder wichtige Stichwörter daraus (so prägen sich die Stellen besser ein). Stuttgarter Bibelkurs, Heft 9 Seite 3
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Sie haben auf S. 3 unten Sätze oder Stichwörter aus vier Stellen eingetragen. Wissen Sie, zu wem und in welcher Situation diese Sätze gesprochen wurden? Was denken Sie über die Beziehung zwischen der ersten und den anderen drei Stellen? Was Gott dem Abraham verspricht (»das Land… will ich dir und deinen Nachkommen geben«), steht am Ende des Pentateuch unmittelbar vor der Erfüllung. Die andere Verheißung an Abraham »… und will dich zum großen Volk machen« (1. Mose 12,2; vgl. 13,16) ist bereits am Ende des 2. Mosebuches erfüllt. Doch die Verheißung Gottes reicht über das eine Volk hinaus. In Abraham sollen »gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden« (1. Mose 12,3). Beachtet man, dass die Geschichte »aller« Völker am Anfang der Bibel berichtet ist, lässt sich ein weiterer Spannungsbogen zeigen, der freilich weit über die Mosebücher hinausweist: 1. Mose 1–11
1. Mose 12 ff
ab 2. Mose
Neues Testament
Geschichte aller Völker
ein Stammvater soll zum Segen für alle Völker werden
ein auserwähltes Volk
Jesus Christus: »… macht zu Jüngern alle Völker« (Mt 28,19)
Lesen Sie bitte, auch wenn Ihnen diese Zusammenhänge längst bekannt sind, die einzelnen Stellen durch und versuchen Sie, sich diese einzuprägen. Unterstreichen Sie oben in den Kästchen die Wörter »alle« und »ein« mit verschiedenen Farben. Ein Rückblick auf die eigene Geschichte – als Bekenntnis Fünf Verse aus dem 5. Mosebuch sollen den ersten Überblick über die Mosebücher abrunden. In 5. Mose 26,5-10 steht ein Bekenntnis, das die Israeliten bei der Abgabe der Erstlingsfrüchte zu sprechen hatten (die liturgischen Anweisungen erinnern an unser Erntedankfest!). Dieses Bekenntnis fasst wichtige Stationen des Volkes Israel bis zum Einzug in das verheißene Land zusammen (eine Aufgabe dazu finden Sie auf der nächsten Seite): »Mein Vater war ein Aramäer, dem Umkommen nahe, und zog hinab nach Ägypten und war dort ein Fremdling mit wenig Leuten und wurde dort ein großes, starkes und zahlreiches Volk. Aber die Ägypter behandelten uns schlecht und bedrückten uns und legten uns einen harten Dienst auf. Da schrien wir zu dem Herrn, dem Gott unserer Väter. Und der Herr erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not und führte uns aus Ägypten mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm und mit großem Schrecken, durch Zeichen und Wunder, und brachte uns an diese Stätte und gab uns dies Land, darin Milch und Honig fließt.« (5. Mose 26,5-9)
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Auf S. 4 unten finden Sie Kästchen. Tragen Sie bitte darin folgende Angaben so ein, dass sie zu den Aussagen des Bekenntnisses passen:
• Wunderbare Errettung: Auszug aus Ägypten • Jakob und seine Söhne kommen nach Ägypten • Einzug in das verheißene Land • Jakob (und sein Vater und Großvater) • Unterdrückung Israels in Ägypten Suchen Sie dann bitte in Ihrer Bibel: Wo in den Mosebüchern wird welches der genannten Ereignisse berichtet? Tragen Sie bitte die Stellen auf den Linien (S. 4 unten) ein. Welches wichtige Ereignis innerhalb der fünf Mosebücher ist in dem Bekenntnis 5. Mose 26,5-9 nicht erwähnt?
Die fünf Mosebücher, die Sie nun schon etwas kennengelernt haben, wurden nicht in einem Zuge als fortlaufende Erzählung niedergeschrieben; sie entstanden vielmehr im Laufe von Jahrhunderten. Die alten Erzählungen wurden zunächst von Generation zu Generation weitererzählt, bevor sie aufgeschrieben wurden; und auch das Aufschreiben geschah nicht in kurzer Zeit und am Stück. In den fünf Büchern Mose sind vielmehr Überlieferungen aus verschiedenen Jahrhunderten ineinander verwoben – Erzählungen, Gesetzestexte, Bekenntnisse, Gebete usw.
Das erste Buch Mose Nicht im 1., sondern im 2. Buch Mose ist vom »Volk der Israeliten« die Rede: Der Pharao – einige Generationen nach dem Tod des Josef – muss feststellen: »Das Volk Israel ist mehr und stärker als wir« (2. Mose 1,9). Er beschließt daraufhin, das Volk zu unterdrücken und es zum Frondienst zu zwingen. So beginnt die Geschichte des Volkes Gottes in Ägypten, die Geschichte des Auszugs, der Errettung, des Weges durch die Wüste bis zum verheißenen Land, des Bundes am Sinai. Doch wie kam es dazu? Was ist die Ursache dafür, dass das Volk Israel sich in Ägypten befindet – und doch weiß: Das Land, das Gott uns versprach, ist anderswo; wir sind hier in der Fremde!? Darauf antwortet das 1. Buch Mose. Es schildert die »Vorgeschichte« des Volkes: Die Geschichte der Erzväter – Abraham, Isaak und Jakob – und der Jakobssöhne, vor allem Josefs. Beachten Sie bitte, wie 2. Mose 1,6 unmittelbar an 1. Mose 50,26 anschließt. Urgeschichte Damit haben wir aber bisher nur einen Teil des 1. Mosebuches berücksichtigt; denn die »Vorgeschichte« des Volkes Israel beVorgeschichte ginnt nicht in 1. Mose 1, sondern genau genommen erst mit der Berufung des Stammvaters Abraham; und die Geschichte des Geschichte des Abraham beginnt in 1. Mose 12. Noch vor dieser Vorgeschichte Volkes Israel berichten die ersten 11 Kapitel des 1. Mosebuches von der Zeit bis zu den Erzvätern, von der Geschichte der Welt und ihrer Völker, unter denen dann die Geschichte des Gottesvolkes beginnt. 1. Mose 1–11 kann man als »Urgeschichte« bezeichnen; sie ist der Vorgeschichte des Volkes Israel als eine Art Einleitung vorangesetzt, um zu zeigen: So kam es, dass die Welt, die doch von Gott geschaffen wurde, von Gott abfiel, dass die Völker zerstreut und in Feindschaft leben, dass der Mensch sich um sein täglich Brot mühen und am Ende sterben muss. 1. Mose 1–11 schildert also den Hintergrund, vor dem die Geschichte des Gottesvolkes beginnt.
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1
2
6–9
Die Urgeschichte 1. Mose 1–11 3
4
4, 17–5
Die Vätergeschichte 1. Mose 12 – 50
11,1-9
10
11, 10-32
12 15
1. Abraham 1. 12 –25
17 18+19 21+22 23+25
2. Isaak 2. 21–26 +35
24 25 (v.20ff) 26
3. Jakob 3. 23–35 3. 46– 50
27 29–31 32+33 35
37 4. Josef 4. 37–50 38–41
42–45
46–50
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Die Skizze auf S. 6 soll Ihnen helfen, einen Überblick über die Abschnitte im 1. Mosebuch zu gewinnen. Bitte schreiben Sie immer, wenn Sie ein Kapitel aus 1. Mose gelesen haben, einige Stichwörter hinter die entsprechende Kapitelzahl, sodass Sie sich den Inhalt besser einprägen können und am Ende eine selbst formulierte Gliederung besitzen. Können Sie die Namen und Angaben in den Kreisen in die richtige Reihenfolge ordnen? Verbinden Sie die Kreise mit einer durchgehenden Linie:
Sündenfall Josef und seine Brüder; Josef wird verkauft
Isaak
Turmbau zu Babel Jakob und Esau
Schöpfung
Noah Kain und Abel
Abraham Josef kommt nach Ägypten
1. Mose 1–11: Die Urgeschichte Die ersten 11 Kapitel der Bibel haben die ganze Menschheit im Blick. Sie zeigen den Ursprung des Menschen und der Welt; sie stellen die Urereignisse und das Werden des Menschen dar, bevor Gott den Abraham berief und die Geschichte des Volkes Gottes begann (1. Mose 12). Die Urgeschichte hat zum Ziel, aufzuzeigen,
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wodurch das Leben von Anfang an und bis heute bestimmt ist: Von Gottes Schöpfung, der Entstehung von Leben, dem Zusammengefügtsein von Mann und Frau, aber auch von Schuld, Neid, Machtstreben, Tod.
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wie die Menschheit sein wollte wie Gott, sich mächtige Türme baute und nun gespalten ist in viele Völker, zwischen denen sich die Geschichte von Kain und Abel fortsetzt.
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dass die Geschichte Gottes mit seinem Volk die ganze Menschheit im Blick hat. Stuttgarter Bibelkurs, Heft 9 Seite 7
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