In diesem Heft sollen Sie, liebe Kursteilnehmerin/lieber Kursteilnehmer, fünf weitere Briefe und dann noch die Offenbarung des Johannes etwas näher kennenlernen. Damit schließt dieses 8. Heft des Bibelkurses die Einführung in das Neue Testament ab. Eine kurze allgemeine Einleitung zu den »katholischen Briefen« – und die Briefe des Jakobus, Judas und Johannes zählen ja zu ihnen – finden Sie in Heft 7 auf Seite 13.
Jakobusbrief 1,1 1,2-18
Kurzer Briefeingang (Absender/Empfänger) Der Christ in der Anfechtung: Er soll nicht zweifeln, sondern: ______________________________________________
13-18: Versuchung kommt von _______________________________________________
19-27 Seid nicht allein Hörer des Wortes, sondern: ___________________________________________________________________ Grund: _____________________________________________________________________ 2,1-13
Kein Ansehen der Person in der Gemeinde! nicht bevorzugen: ___________________________________________________________ nicht benachteiligen: ________________________________________________________
14-26 Glaube ohne Werke ist ______________________________________________________ 3,1-12 Nicht jeder muss Lehrer werden! Die Macht der Zunge. Bilder: ________________________________________________ 13-18 Warnung vor Zanksucht. Rechte Weisheit von ______________________________ Falsche Weisheit von _____________________________
4,1-12
13-17 Warnung vor Überheblichkeit
5,1-6 7-12 13-20
Warnung vor Streit, Freundschaft mit der Welt und Verleumdung
Anklage gegen ______________________________________________________________ Seid geduldig, denn _________________________________________________________ Mahnungen an ❍ Leidende: sie sollen ______________________________________________________ ❍ Kranke: sie sollen ________________________________________________________ ❍ Christen gegenüber Abirrenden: sie sollen _________________________________
Wenn Sie den Jakobusbrief durchlesen, fällt es Ihnen sicher nicht schwer, die lückenhafte Gliederung zu ergänzen. – Welche Besonderheiten fallen Ihnen beim Lesen auf? Achten Sie auf Stil, Aufbau, Thema, Notizen über Verfasser und Empfänger. Stuttgarter Bibelkurs, Heft 8 Seite 1
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Stil und Aufbau des Jakobusbriefes Der Jak (so kürzt man den Jakobusbrief ab) enthält keinen durchgehenden logischen Gedankengang (wie etwa der Römer- oder der Hebräerbrief). Man kann darum den Inhalt des Briefes auch nicht in wenigen Worten wiedergeben. Der Jakobusbrief besteht vielmehr aus vielen Sprüchen und Spruchreihen. Sie sind in bunter Folge auf verschiedene Lagen im Christenleben zugespitzt oder nehmen allgemeine Themen des Glaubens auf. Diese Art zu denken und zu schreiben war keineswegs ungewöhnlich: In vielen jüdischen Schriften, die man als »Weisheitsliteratur« bezeichnet, begegnet uns dieser Stil. Im griechischen Urtext des Jak fällt auf: Fast alle Sprüche sind rhythmisch geformt, eine Art kleines Gedicht, sodass man sich die Sätze leicht einprägen kann. Und noch eine stilistische Beobachtung: Die Sprüche bzw. Spruchreihen sind oft durch Stichwörter miteinander verbunden (z. B. 1,4 mit 1,5: »keinen Mangel…«; 1,18 mit 1,19: »Wort«; 1,27 mit 2,1 f: »Gottesdienst«; 2,13 mit 2,14 ff: Barmherzigkeit »getan« usw.). Der Verfasser des Jakobusbriefes stellt also weder Lehre dar (wie Paulus im Römerbrief), noch geht er auf besondere Ereignisse und Fragen seiner Empfänger ein (wie 1 Kor, 2 Kor, Gal usw.). Jakobus ermahnt, gibt Weisungen – wohl in dem Sinn, den Paulus in Röm 12,8 meint. Achten Sie beim Lesen des Jakobusbsriefs auf die angegebenen Stichwörter, die die einzelnen Abschnitte miteinander verbinden. Wichtige Themen im Jakobusbrief Einige Themen betont der Jakobusbrief besonders, auf manche kommt er sogar wiederholt zu sprechen: Anfechtung
Dass an Christus glaubende Menschen auch in Zweifel geraten, im Glauben angefochten werden, weiß der Jakobusbrief: 1,2-4; 1,13-15; 5,7-11; 5,13 ff u. a. Jakobus ermutigt seine Leser, Geduld zu bewahren im Blick auf das Kommen des Herrn und den Mut zum Gebet nicht zu verlieren.
Arme und Reiche
in der Gemeinde (1,9-11; 2,1-13; 5,1-6): Der Jakobusbrief erinnert die Reichen an die Vergänglichkeit ihres Reichtums. Vor allem aber warnt er davor, in der Gemeinde und speziell im Gottesdienst Reiche bevorzugt zu behandeln. Die Reichen werden angeklagt, den »schönen Namen« (d. h. wohl »Jesus Christus«) zu lästern (2,7). Eine schroffe Rede gegen Reiche steht in 5,1-6.
Glaube und Werke
(1,19-25; 2,14-26): Die Grundthese des Jakobusbriefes lautet: Ein Glaube ohne Werke ist tot! Beispiele aus dem Alten Testament (Abraham, Rahab) sollen das verdeutlichen. Christen sollen nicht allein Hörer, sondern auch Täter des Wortes sein (1,22).
Gegen welche Auffassung richtet sich der Jakobusbrief? Kannte Jakobus den Römerbrief – und schrieb er gegen Paulus? Man könnte es vermuten, wenn man einige Sätze vergleicht.
Stellen Sie Jak 2,24 und Röm 3,28 nebeneinander. Was denken Sie darüber?
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Der Jakobusbrief wendet sich nicht gegen die Auffassung des Paulus, sondern gegen die falsche Konsequenz aus dem, was der Apostel verkündigte. Sein Anliegen, dass der Glaube ohne Werke tot ist, steht im Neuen Testament als wichtige Ergänzung neben den Briefen des Paulus.
Geduld
In 5,7-11 mahnt Jakobus zur Geduld im Warten auf das »Kommen des Herrn«, die Wiederkunft Jesu. Vorbild für ein geduldiges Warten sind Hiob und Propheten, die sich in der Erwartung, dass Gott seine Verheißungen erfüllt, trotz Widerstände und Anfechtungen nicht beirren ließen.
Verfasser und Empfänger des Jakobusbriefes Jakobus bezeichnet sich als »Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus« (1,1). Genaueres erfahren wir nicht. Aus dem Neuen Testament kennen wir einige Personen mit dem Namen Jakobus. Zwei von ihnen hatten in der Urchristenheit besonderes Ansehen: Der Jünger Jakobus und der leibliche Bruder Jesu. Da der Jünger Jakobus schon im Jahr 44 n. Chr. hingerichtet wurde (Apg 12,2), kommt er als Verfasser des Briefes nicht in Betracht. Vom Herrenbruder wissen wir aus Gal 2 und Apg 12,15 und 21, dass er eine führende Gestalt in der Urgemeinde und als Nachfolger des Petrus der Leiter der Gemeinde in Jerusalem war. Auch angesichts dessen, was er beim »Apostelkonzil« in Jerusalem vertrat, ist es gut möglich, dass er diesen Brief schrieb. Natürlich könnte auch ein uns ganz unbekannter Jakobus der Verfasser sein. Er muss aber eine damals geachtete Persönlichkeit gewesen sein. Über die Empfänger wissen wir so gut wie nichts. Die »12 Stämme in der Zerstreuung« (griechisch: Diaspora) meinen alle in der Welt zerstreuten Christen. Wo kommen die hier gezeichneten Bilder im Jakobusbrief vor?
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Judasbrief 1+2 3+4 5-7 8-13 14-16 17-19 20-23 24+25
Einleitung, Gruß Anlass des Briefes: Irrlehrer haben sich eingeschlichen! Drei warnende Beispiele aus dem Alten Testament: 5 Bestrafung der Israeliten in der Wüste 6 Die gefallenen Engel 7 Sodom und Gomorra Das Treiben der Irrlehrer – im Gegensatz zu Michael (V. 9) Noch einmal drei warnende Beispiele aus dem Alten Testament: 11 Kain, Bileam, Korach Die Weissagung Henochs Wiederholte Warnung vor den Irrlehrern Ermahnungen Lobpreis Gottes
Der Verfasser
bezeichnet sich als »Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus« (V. 1), damit stellt er sich – wenn mit Jakobus ein Bruder Jesu gemeint ist – selbst als Herrenbruder vor (vgl. Mt 13,55). Auffällig ist, dass er auf die Apostel und ihre Worte ehrfürchtig zurückblickt und an sie erinnert. Über die Adressaten erfahren wir nichts. Der Brief richtet sich wohl an alle Christen (»die Berufenen«), obwohl Judas das Treiben der Irrlehrer konkret beschreibt und seinen Brief sicherlich (zuerst) an die Gemeinden schickte, die durch Irrlehrer bedroht waren.
Die Irrlehrer
sind in V. 4, 8, 12 f und 16 beschrieben.
Notieren Sie bitte drei Merkmale der Irrlehrer: 1. _________________________________________________________________________
2. _________________________________________________________________________
3. _________________________________________________________________________
Die Argumentation des Judas gründet stark auf Beispielen aus dem Alten Testament; sie zeigen, wie Gott auch diese Irrlehrer richten wird und wie die Gemeinde aufpassen soll, dass sie sich nicht von ihnen verführen lässt.
Welche Gestalt bzw. welches Ereignis aus den angegebenen Stellen des Alten Testamentes wird wo im Judasbrief zitiert?
1 Mose 4,8 _____________ 1 Mose 19,1-11 _________ 4 Mose 31,16 ______________ 1 Mose 5,21 ____________ 4 Mose 14,35 ___________ Daniel 12,1 ________________ 1 Mose 6,2-4 ___________ 4 Mose16____________ Die Ermahnungen
in V. 20-23 sind kurz und allgemein formuliert. Notieren Sie bitte die acht Ermahnungen in kurzen Stichworten. ____________________________________________________________________________
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Erster Johannesbrief
1,5-10 4,7-21 Liebe Gottes und Bruderliebe
Leben im Licht Gottes 1,1-4 Das Leben ist erschienen
5,1-4 Jesus ist der Christus, Gottes Sohn
• Das verkündigen • Im Glauben wir euch, • an ihn • damit ihr • sind wir Kinder mit uns Gemein- • Gottes, schaft habt • halten Gebote, • und mit • lieben Gott • einander
2,1-6 Christus ist der Versöhner der Welt
4,1-6 Der wahre und der falsche Geist
5,5-21 Gottes Zeugnis, Gebet, Bewahrung in Christus
2,7-11 Die Bruderliebe
3,11-24 Die Bruderliebe
2,12-17
3,1-10
Sündenvergebung und Absage an die Welt
Herrlichkeit der Gotteskindschaft
2,18-29 Warnung vor dem Antichrist
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Anlass:
Der 1. Brief des Johannes (abgekürzt: 1 Joh) nimmt Stellung zu grundlegenden Fragen des Glaubens an Jesus Christus und des Christus-gemäßen Lebens. Er wendet sich damit gegen Irrlehrer, die bestreiten, »dass Jesus der Christus« ist (2,22). Seine Gedanken sind dabei nicht in eine lehrhafte, klar gegliederte Gedankenfolge geordnet; sie kreisen vielmehr immer wieder um zentrale Begriffe, betrachten wichtige Aussagen und Aufforderungen immer wieder von verschiedenen Seiten. Die Skizze auf S. 5 will diese kreisende Denkbewegung zum Ausdruck bringen.
Stil:
Dieses meditative Kreisen um einzelne Begriffe, Bilder und Sätze gleicht dem Stil des Johannes-Evangeliums; auch die Themen und Forderungen sind denen des vierten Evangeliums verwandt.
Verfasser:
In der frühen Christenheit sah man den Verfasser des Evangeliums auch als Autor des 1. (und auch des 2. und 3.) Johannesbriefes an. Er stellt sich freilich im Brief nirgends vor, weder mit Namen noch durch einen Titel.
Empfänger: Auch über die Empfänger wissen wir nichts Genaues (außer, dass sie durch Irrlehren gefährdet sind). Statt einer normalen Briefeinleitung mit der Angabe von Absender und Empfänger finden wir im 1 Joh ein feierliches Vorwort, einen Prolog (vgl. den Beginn des Johannes-Evangeliums). Ziel:
In 1,1-4 ist das Ziel des Briefes zusammengefasst: Das Leben ist von Gott zu den Menschen gekommen, im Menschen Jesus Christus sichtbar und hörbar erschienen. Das will Johannes bezeugen; und immer wieder formuliert er, was das Bekenntnis, dass Jesus der von Gott gesandte Christus (Messias) ist, bedeutet. In 1 Joh 5,1-4 stellt er fest: Wer an Jesus als den Messias, den von Gott gesandten Retter, glaubt, ist ein Kind Gottes; Zeichen dieser Kindschaft sind: die Liebe zu Gott und zu Mitchristen und der Gehorsam gegenüber Gottes Gebot.
Auf S. 5 sind die beiden Stellen 1,1-4 und 5,1-4 im mittleren Kreis genannt. Lesen Sie bitte jetzt zunächst die Überschriften in den anderen Kreisen durch. Sie können dann die Kreise, deren Überschriften Ihrer Meinung nach inhaltlich zusammenhängen, durch farbige Linien miteinander verbinden. Lesen Sie dann bitte den 1 Johannesbrief durch. Dabei können Sie die Skizze ergänzen und weitere Verbindungslinien einzeichnen. Wenn Sie auch die Stichworte der beiden Stellen im größeren Kreis mit den Überschriften verbinden, werden Sie merken: Einige Begriffe und Themen kehren immer wieder. Welche?
Irrlehrer:
Die Irrlehrer, gegen die der 1. Johannesbrief sich wendet, stammen aus der Kirche (2,19). Sie leugnen, dass Jesus als Messias (Christus) ein wirklicher Mensch von Fleisch und Blut war (2,22 und 4,1-6). Sie behaupten, sie hätten keine Sünde (1,8+10), und sie lehnen deshalb wohl auch die sühnende Bedeutung des Blutes Jesu ab (1,7 und 5,6). Dazu missachten sie die Gebote, besonders das Gebot der Bruderliebe (2,9ff).
Zeugnis des 1 Joh:
Dem gegenüber erinnert der 1. Johannesbrief daran, »was von Anfang an galt« (1,1; 2,7+24; 3,11). Sein Zeugnis kann man in drei Schwerpunkte zusammenfassen und sich so einprägen:
• Jesus ist als Sohn Gottes in die Welt gekommen und für die Sünden der Welt gekreuzigt worden.
Nur wer Jesus als Sohn Gottes und Messias bekennt, hat die rechte Verbindung zu Gott (2,23; 4,3 f).
• Niemand ist sündlos (1,8). Von Sünden frei wird nur, wer sie bekennt und sich von Christus Vergebung schenken lässt (1,9; 2,1 f; 3,5+8+20).
• Gott ist Licht und Liebe. Wer durch Christus mit Gott Gemeinschaft hat, lebt darum auch im Licht
und in der Liebe – oder er hat nicht wirklich Gemeinschaft mit Gott. Darum gilt das Gebot, nicht in der Finsternis zu wandeln, sondern Gott zu lieben und sich in Bruderliebe zu üben (4,7 ff). Stuttgarter Bibelkurs, Heft 8 Seite 6
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Zweiter Johannesbrief Absender:
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An:
Füllen Sie bitte den Umschlag für den zweiten Johannesbrief (= 2 Joh) aus. Den Brief haben Sie sicher schnell durchgelesen; er hat von allen Briefen im Neuen Testament die wenigsten Verse.
Gliederung:
1-3 4-6 7-11 12+13
Der Verfasser
stellt sich mit dem Ehrentitel »Ältester« vor. Er schreibt an eine Gemeinde und nennt sie ebenso ehrenvoll »ausgewählte Herrin«; mit den »Kindern« meint er die Gemeindeglieder. Der »Älteste« grüßt von den Gliedern einer anderen Gemeinde, der »Schwester« (V. 13), zu der er vielleicht selbst gehört. Der 2 Joh ist also- im Gegensatz zum 1 Joh – ein echter Brief; durch die Erklärung der Kürze des Briefes und die Besuchsankündigung in V. 12 bekommt er eine nette, persönliche Note.
Einleitung Anerkennung einiger Gemeindeglieder; Erinnerung an das Liebesgebot Warnung vor Irrlehrern Besuchspläne und Gruß
Anlass und Ziel des Briefes: Beim Durchlesen werden Sie deutliche Parallelen zum 1. Johannesbrief entdeckt haben. Fast alle Aussagen und Mahnungen gleichen denen in 1Joh. Auch die Beschreibung der Irrlehrer (V. 7) entspricht der im 1 Joh: Sie behaupten, Jesus Christus sei nicht wirklich ein Mensch von Leib und Blut gewesen. Ganz konkret rät der Älteste dazu, jede Gemeinschaft mit den »Verführern« abzubrechen.
Dritter Johannesbrief Absender:
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An:
Gliederung:
1+2 3-8 9-11 12 13-15
Dieser kurze Brief gibt einen Einblick in die enge Freundschaft zweier Christen gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. Notieren Sie bitte beim Durchlesen: Was schreibt der Verfasser über seinen Freund Gajus? Was wirft er Diotrephes vor? Und wie beurteilt er Demetrius? Füllen Sie auch hier bitte den »Briefumschlag« aus.
Einleitung und Wunsch Lob des Gajus: er unterstützt die Wanderprediger Gegen das Verhalten des Diotrephes Gutes Zeugnis über Demetrius Besuchspläne, Friedenswunsch, Grüße
Wieder nennt sich der Verfasser »Ältester«; die sachlichen und stilistischen Parallelen zwischen den drei Johannesbriefen legen es nahe, für alle drei Briefe denselben Autor anzunehmen (vgl. dazu S. 6). Er schreibt im 3. Johannesbrief an Gajus und lobt ihn wegen seiner vorbildlichen Unterstützung der Wandermissionare; diese zogen von Gemeinde zu Gemeinde und waren, weil sie ihren Lebensunterhalt nicht durch Berufstätigkeit verdienten (im Gegensatz zu Paulus, vgl. 1 Kor 9,4 -12), auf die Unterstützung durch die Gemeinden angewiesen. Diotrephes, vermutlich ein Gemeindeleiter, verweigerte Missionaren diese Unterstützung. Der Grund dafür wird aus dem Brief nicht ganz deutlich. Lehnte Diotrephes die Missionare aufgrund ihrer Lehre ab? Oder weil sie von dem »Ältesten« ausgesandt waren? Wir können es nicht mehr genau erfahren, bekommen aber durch diesen Brief einen kleinen Einblick in die Sorgen und auch in den Umgangsstil von Christen um 90 n. Chr. Stuttgarter Bibelkurs, Heft 8 Seite 7
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