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HOFFNUNGSTRÄGER
Jesaja 42,1-9 Gott stellt seinen Knecht vor Seht, das ist mein Knecht, zu dem ich stehe. Ihn habe ich erwählt, und ihm gilt meine Zuneigung. Ich habe ihm meinen Geist gegeben. Er sorgt bei den Völkern für Recht. 2 Er schreit nicht und ruft nicht laut. Seine Stimme schallt nicht durch die Straßen. 3 Ein geknicktes Schilfrohr zerbricht er nicht. Einen glimmenden Docht löscht er nicht aus. Er bleibt seinem Auftrag treu und sorgt für Recht. 4 Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht durchgesetzt hat. Sogar die fernen Inseln warten auf seine Weisung. 1
Gott, der HERR, ist es, der den Himmel geschaffen hat und ihn ausspannt wie ein Zelt. Er breitet die Erde aus und lässt Pflanzen auf ihr wachsen. Er gibt den Menschen auf der Erde Atem und Lebensgeist denen, die auf ihr wohnen. 5
mein Knecht: Ehrentitel für das Volk Israel. Hier ein Einzelner, der stellvertretend für Israel steht. Diese Figur tritt in drei weiteren Texten in Erscheinung: Jesaja 49,1-6, Jesaja 50,4-9 und Jesaja 52,13–53,12. Schilf: Pflanze mit dünnem Stängel, die mehrere Meter hoch werden kann. Daher gerät sie leicht ins Schwanken oder knickt um. Inseln: Bezeichnen den westlichen Rand der damals bekannten Welt. seine Weisung: Meint die Willensmitteilung Gottes, die der Knecht Gottes ausrichtet. 8
Er spricht: Ich, der HERR, bin dir treu. Ich habe dich gerufen, ich nehme dich bei der Hand und beschütze dich. Durch dich zeige ich meine Verbundenheit mit den Menschen. Ich mache dich zum Licht für die Völker. 7 Du wirst Blinden die Augen öffnen und Gefangene aus dem Kerker holen. Die im Dunkeln sitzen, befreist du aus der Haft. 8 Ich bin der HERR, das ist mein Name. Meine Ehre lasse ich mir von niemandem nehmen. Das Lob, das mir zusteht, überlasse ich nicht den Götzenbildern. 9 Was ich früher vorhergesagt habe, ist eingetroffen. Jetzt kündige ich Neues an. Noch ehe es zum Vorschein kommt, lasse ich es euch wissen. 6
dir: Gott redet den Knecht aus Jesaja 42,1 direkt an. Verbundenheit: Der Knecht ist Zeichen für den Bund Gottes mit den Menschen. Götzenbild: Abfällige Bezeichnung für ein aus Stein, Ton, Holz oder Metall gefertigtes Standbild einer Gottheit. Seine Herstellung und Verehrung waren in Israel verboten.
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Vorhang auf für den Knecht Gottes Szenenbild: Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. Das Königreich Juda ist zerschlagen, der heilige Tempel in Jerusalem verbrannt und die Stadt ein trostloser Trümmerhaufen. Ein großer Teil der Bevölkerung ist seit Jahrzehnten in der Fremde in Babylonien. Die zentralen Fragen in diesem Trauerspiel: Wer spendet Trost und Hoffnung? Wer bringt Licht in dieses Dunkel? Wer sorgt für Rettung und Befreiung? Der Vorhang hebt sich und gibt den Blick frei auf einen seltsamen Protagonisten: den Knecht Gottes. Über dessen Auftrag und Ergehen spricht ein Prophet in geheimnisvollen Worten. Der Geist Gottes ist mit ihm. Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen. Den Blinden wird er die Augen öffnen, die Gefangenen aus dem Kerker holen und die befreien, die in der Dunkelheit sitzen. Er wird Recht schaffen und zum Licht für alle Völker werden. Doch das Drehbuch bleibt uneindeutig. Wen der Prophet in diesem Teil des Jesajabuches damit meint, ist nicht gewiss. Christen sehen in diesen Texten eine vorlaufende Ankündigung dessen, was Jesus Christus für alle Menschen am Kreuz vollbracht hat.
KÖNIG KYROS Als Werkzeug für die Befreiung des Volkes Israel aus der Gefangenschaft in Babylonien hält die Geschichte einen Ritter in glänzender Rüstung bereit: Der persische Eroberer Kyros, der seinerzeit durch seine Kriegszüge für Aufmerksamkeit sorgte, nahm 539 v. Chr. Babylon kampflos ein und ließ die Gefangenen schließlich in ihre Heimat ziehen.
Mein Bibeltagebuch
Du wirst Blinden die Augen öffnen und Gefangene aus dem Kerker holen. Die im Dunkeln sitzen, befreist du aus der Haft. Jesaja 42,7
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SCHREIENDE STEINE
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Lukas 19,28-40 Jesus zieht in Jerusalem ein Nachdem Jesus das Gleichnis erzählt hatte, zog er weiter nach Jerusalem. 29 Kurz vor Betfage und Betanien kam Jesus zum Ölberg. Von dort schickte er zwei seiner Jünger voraus 30 und sagte: »Geht in das Dorf, das vor euch liegt. Wenn ihr hineinkommt, findet ihr einen jungen Esel angebunden. Auf ihm ist noch nie ein Mensch geritten. Bindet ihn los und bringt ihn her. 31 Und wenn euch jemand fragt: ›Warum bindet ihr ihn los?‹, dann sagt: ›Der Herr braucht ihn!‹« 32 Die beiden Jünger, die Jesus geschickt hatte, gingen in das Dorf. Sie fanden alles genau so, wie Jesus es ihnen gesagt hatte. 33 Als sie den Esel losmachten, fragten die Besitzer: »Warum bindet ihr den Esel los?« 34 Sie antworteten: »Der Herr braucht ihn!« 28
Gleichnis: Erzählung, die ihre Botschaft in Bildern und Vergleichen vermittelt. Jerusalem: Mit dem Tempel religiöses und kulturelles Zentrum des Landes. Ölberg: Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem. Esel: Hier wird ein Bild aus Sacharja 9,9 aufgenommen. Dort wird angekündigt, dass der künftige Retter der Welt auf einem Esel reitend in Jerusalem einziehen wird. Zeichen, Wunder: Ausweis der göttlichen Vollmacht, mit der eine Person handelt.
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Sie brachten den jungen Esel zu Jesus und legten ihre Mäntel auf seinen Rücken. Dann ließen sie Jesus aufsteigen. 36 Während er weiterzog, breiteten die Jünger ihre Mäntel auf der Straße aus. 37 So kam Jesus zu der Stelle, wo der Weg vom Ölberg nach Jerusalem hinabführt. Da brach die ganze Schar der Jüngerinnen und Jünger in lauten Jubel aus. Sie lobten Gott für all die Wunder, die sie miterlebt hatten. 38 Sie riefen: »Gesegnet ist der König, der im Namen des Herrn kommt! Friede herrscht im Himmel und Herrlichkeit erfüllt die Himmelshöhe!« 35
Es waren auch einige Pharisäer unter der Volksmenge. Die riefen ihm zu: »Lehrer, bring doch deine Jünger zur Vernunft!« 40 Jesus antwortete ihnen: »Das sage ich euch: Wenn sie schweigen, dann werden die Steine schreien!« 39
Herr: Bezeichnung für Gott. Das griechische Alte Testament verwendet das Wort »Herr« an den Stellen, an denen im hebräischen Text der Gottesname steht. Herrlichkeit: Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor. Pharisäer: Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.
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Schrei nach Frieden Jesu Einzug in Jerusalem ist der Anfang vom Ende. Jetzt jubeln die Massen, einige Tage später rufen die Menschen „Kreuzige ihn!“ Jesus wird nicht auf einem güldenen Thron getragen oder reitet auf einem stattlichen Ross, sondern zieht auf einem einfachen Esel ein. Und doch ist der Einzug nach Jerusalem eines Retters, Herrschers und Königs würdig. Denn nicht die Erscheinung ist bedeutsam, sondern die Erkenntnis, wer Jesus wirklich ist. Die Nachfolger Jesu jubeln ihm zu. Ist es Begeisterung? Ist es Sehnsucht? Ist es Hoffnung, dass sich mit diesem Mann auf dem Eselsfohlen alles ändern wird? Es ist, als würden diese Menschen alles in ihr Rufen legen, um mit diesem Jubelsturm Gottes Ohren aufzutun, damit er endlich eingreift in ihre Situation, in das Leid ihrer Welt. Den Wunsch der jüdischen Elite, die Massen zum Schweigen zu bringen, lehnt Jesus ab, denn sonst würden die Steine schreien. Was muss das für ein existenzielles und eindringliches Geschrei gewesen sein. Gott hört das Rufen. Auch heute noch. Was schreie ich zu Jesus?
DEZIBEL Die Intensität eines normalen Gesprächs beträgt etwa 65 dB, Schreien erzeugt etwa 80 dB. Obwohl der Unterschied lediglich 15 dB beträgt, wird durch Schreien die dreißigfache Intensität erreicht. Die Wahrnehmung von Lautstärke und der Schalldruckpegel sind nämlich nicht identisch.
Mein Bibeltagebuch
»Wenn sie schweigen, dann werden die Steine schreien!« Lukas 19,40
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WEIZENKORN
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Johannes 12,20-26 Griechische Besucher des Passafests suchen Jesus Es befanden sich auch einige Griechen unter denen, die zum Fest nach Jerusalem gekommen waren, um Gott anzubeten. 21 Die gingen zu Philippus, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und baten ihn: »Herr, wir wollen Jesus sehen!« 22 Philippus ging zu Andreas und sagte es ihm. Dann gingen die beiden zu Jesus und berichteten es ihm. 23 Da sagte Jesus zu ihnen: »Die Stunde ist gekommen! Jetzt wird der Menschensohn in seiner Herrlichkeit sichtbar. 20
Philippus, Andreas: Die beiden Männer gehören zu den ersten Jüngern, die sich Jesus angeschlossen haben; vgl. Johannes 1,40-46. die Stunde: Der Zeitpunkt, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht. Menschensohn: Bezeichnung, die
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Amen, amen, das sage ich euch: Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben, sonst bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. 25 Wem sein Leben über alles geht, der verliert es. Aber wer sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. 26 Wer mir dient, muss mir auf meinem Weg folgen. Denn wo ich bin, wird auch mein Diener sein. Wer mir dient, wird beim Vater Anerkennung finden.« 24
zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde. Amen: Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!« ewiges Leben: Leben im Reich Gottes und in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott nach der Auferstehung vom Tod. folgen: Jesus zu folgen bedeutet, das Leben ganz in seinen Dienst zu stellen.
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Das letzte Stündlein hat geschlagen Der Kreislauf von Aussaat und Ernte hat etwas Zwingendes: Ein Saatkorn fällt in den Ackerboden und geht dort zugrunde. Dann keimt daraus ein Sprössling, der schließlich zu einem Weizenhalm heranwächst, eine Ähre ausbildet und eine Vielzahl von Weizenkörnern hervorbringt. So weit, so gut. Seltsam wird dieser Kreislauf erst, wenn er nicht auf ein Weizenkorn, sondern als ein Bild auf einen Menschen bezogen wird. Wenn Jesus selbst sich in einer unausweichlichen Weise mit einem Weizenkorn vergleicht: „Jetzt ist meine Seele betrübt. Und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen!“ (Johannes 12,27) Jesus weiß, dass seine letzte Stunde geschlagen hat. Der Zeitpunkt ist gekommen, an dem deutlich wird, dass Jesus als Sohn Gottes in diese Welt gesandt ist, um die Menschen zu erlösen. Dies zeigt sich in seinem Tod am Kreuz, in dem Gottes liebevolle Zuwendung zu den Menschen ihren Höhepunkt erreicht.
TAUSENDKORN Eine Kenngröße beim Saatgut ist die Tausendkornmasse. Tausend Saatkörner Weizen wiegen ca. 50 Gramm Auf einen Hektar Ackerboden werden ca. 240 Kilogramm Saat ausgesät, das sind ca. 4.800.000 Saatkörner. Geht man davon aus, dass aus einem Saatkorn bis zu 65 Weizenkörner wachsen, so sind dies ca. 312.000.000 Körner auf einem Hektar Ackerboden.
Mein Bibeltagebuch
»Die Stunde ist gekommen. Jetzt wird der Menschensohn in seiner Herrlichkeit sichtbar.« Johannes 12,23
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