Skip to main content

084805

Page 1

Wein- und Festgeschichten der Bibel Ausgewählt und eingeleitet von Florian Voss

Deutsche Bibelgesellschaft


Als Aperitif . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Winzer und Weintrinker im Alten Testament . . . . . . . . . . . 12 Der erste Betrunkene der Menschheit Noach entdeckt den Weinbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 Rausch mit Berechnung Lot und seine Töchter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Ein Weinfachmann in Nöten Der Traum des Mundschenks . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 Auf Leben und Tod Nabots Weinberg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Trinkgelage mit Folgen Belschazzar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23 Schäferstündchen mit tödlichem Ausgang Judit und Holofernes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Vom Festgelage in den Hinterhalt Der Tod Simeons . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 Wein als Zeichen für Wohlstand und Segen . . . . . . . . . . . . 35

Korn und Wein in Fülle Isaaks Segen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 Riesentrauben im versprochenen Land Die Erkundung des Landes Kanaan . . . . . . . . . . . . . . . 40 Bei Gott zu Tisch Psalm 23 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43 Der Wein als Quelle der Freude Psalm 104 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 Wannen voller Most und Öl Joëls Ankündigung der Heilszeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47 Edle Tropfen zur Krönungsfeier Das Festmahl auf dem Zion . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49


Inhalt

Die biblische Kultur der Gastmähler und Feiern . . . . . . . . 52

Geheimnisvolle Gäste Gott bei Abraham in Mamre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53 Aufbruch in ein neues Leben Das Fest der Befreiung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56 Tanzen für den Herrn Die Bundeslade kommt nach Jerusalem . . . . . . . . . . . . 60 Eine ganze Woche lang feiern Einweihung und Wiedereinweihung des Tempels . . . . . . 63 Der biblische Knigge für Feste Richtiges Verhalten bei einem Festmahl . . . . . . . . . . . . 67 Die Kehrseite der Medaille: Ein Fall von missbrauchter Festlaune Das Ende Johannes des Täufers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 Von Abstinenzlern und Alkoholgegnern . . . . . . . . . . . . . . . 73

Enthaltsamkeit aus Treue zu Gott Daniel und seine Freunde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74 Gottgeweihte bleiben nüchtern Simson als Träger der Kraft Gottes . . . . . . . . . . . . . . . . 77 Weinverzicht als Testfall Das Vorbild der Sippe Rechab . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81 Von den Gefahren des Alkohols Die Weisheit der Sprichwörter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84 Genuss mit Maßen Ratschläge von Sirach . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87 Von Liebe berauscht wie von Wein: Das Hohelied . . . . . . . 89


Inhalt

Biblische Bildworte rund um den Rebstock . . . . . . . . . . . . 98 Das Gottesvolk als unfruchtbarer Weinberg Jesajas Weinberglieder . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 98 Gebet für den zerstörten Weinstock Gottes Psalm 80 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 102 Der Becher des Zorns Vision vom Gericht Gottes über die Völker . . . . . . . . . . 105 Gleicher Lohn für alle? Die Arbeiter im Weinberg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107 Wer nimmt die Arbeit auf sich? Von den beiden Söhnen des Weinbergbesitzers . . . . . . 109 Aufstand im Weinberg Von den bösen Weinbergpächtern . . . . . . . . . . . . . . . . . 111 Reif für die Lese Die große Weinlese am Ende der Zeit . . . . . . . . . . . . . . 113 »Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben« – Jesus und der Wein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115

Mit einem Weinwunder fängt es an Die Hochzeit von Kana . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 116 Jesus, ein »Vielfraß und Säufer«? Johannes und Jesus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 Gärprozess mit Sprengkraft Vom neuen Wein in alten Schläuchen . . . . . . . . . . . . . 120 Jesus, der wahre Weinstock Vom Fruchtbringen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122 »Das ist mein Blut« Brot und Wein beim letzten Abendmahl . . . . . . . . . . . 124


Inhalt

Die kommende Welt – ein himmlisches Fest . . . . . . . . . . . 127 Ein Fest für den Wiedergefundenen Der verlorene Sohn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128 Geänderte Gästeliste Das große Festmahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131 Alle werden satt Die Speisung der Fünftausend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133 Am Tisch des Auferstandenen Der wunderbare Fischfang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135 Eine Feier ohne Ende Das Hochzeitsmahl des Lammes . . . . . . . . . . . . . . . . . 137 Als Digestif . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141


Ratschläge von Sirach

Genuss mit Maßen Ratschläge von Sirach Wer kennt das nicht: Man wacht morgens auf und fühlt sogleich, dass man am Abend zuvor wohl etwas zu tief ins Glas geschaut hat. Mit dem Wein ist es wie mit so vielen anderen Dingen: In Maßen genossen, erfrischt und belebt er den Menschen, doch wer ihn im Übermaß zu sich nimmt, bereut das später bitter. Ein Trost mag ihm sein, dass es den Menschen in biblischen Zeiten auch nicht anders ging! Lesen Sie, welche Ratschläge Jesus Sirach seinen Zeitgenossen gibt. (Sirach 31,25-31)

S

piel beim Weintrinken nicht den starken Mann; der Wein hat schon viele schwach gemacht. Wie der Glühofen gehärteten Stahl erprobt, so zeigt der Wein den Charakter überheblicher Menschen, wenn sie – von ihm erhitzt – in Streit geraten. Der Wein kann dem Menschen Leben einflößen, wenn er maßvoll getrunken wird. Was wäre das Leben ohne Wein? Er war doch von Anfang an da, um uns zu erfreuen! Zur rechten Zeit und mäßig getrunken, gibt der Wein eine heitere Stimmung und ein fröhliches Herz. Doch im Übermaß getrunken, versetzt er in schlechte Laune, macht gereizt und streitsüchtig. Wenn ein Dummkopf betrunken ist, steigert sich sein Ärger zum öffentlichen Ärgernis. Sein Rausch nimmt ihm alle Kraft und bringt ihm außerdem noch Schläge ein.

87


Von Abstinenzlern und Alkoholgegnern

Wenn du zusammen mit einem anderen trinkst, mach ihm keine Vorhaltungen! Spotte nicht Ăźber ihn, wenn er in Stimmung geraten ist! Beschimpf ihn nicht und komm ihm vor allem nicht mit den Schulden, die er dir zurĂźckzahlen soll!

88


»Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben«

Jesus, der wahre Weinstock Vom Fruchtbringen

122

Jeder Weinbauer und jede Weinbäuerin kann ein Lied davon singen: Weinstöcke bedürfen intensiver Pflege. Wenn man sie einfach dem Wildwuchs überlässt, dann ist von ihnen keine große Ernte zu erwarten. Die Reben müssen regelmäßig zurückgeschnitten werden bis zum Stamm, der ihnen alles zuführt, was sie brauchen, um zu wachsen und reiche Frucht hervorzubringen. Abgestorbene Reben werden ganz entfernt und verbrannt, denn alle Kraft des Weinstocks soll in die gesunden Reben gehen und nicht für bloßen Holzwuchs »vergeudet« werden. Nur ein Weinstock mit vielen guten Trauben, aus denen sich charakterstarker Wein keltern lässt, ist ein guter Weinstock. Freilich: Manchmal muss man auch Triebe, die – noch – keine Trauben tragen, stehen lassen und ihnen Zeit geben: Schon im Jahr darauf können sie so weit sein, dass sie Frucht bringen. Weil die Menschen in der landwirtschaftlich geprägten Welt Palästinas mit den Besonderheiten des Weinanbaus vertraut waren, hat Jesus das Bild des Weinstocks gebraucht, um seine Botschaft damit zu illustrieren. Er vergleicht sich selbst mit einem Weinstock und seine Jünger mit den Reben. Sinn des Jüngerdaseins ist es, Werke der Liebe zu vollbringen. Jünger, die das tun, sind wie gute Reben mit vielen Trauben. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen sie in steter Verbindung mit dem Weinstock, d. h.


Vom Fruchtbringen

mit Jesus, bleiben. Nur wenn sie von ihm her – und das heißt letztlich: von Gott – ihre Kraft zum Leben beziehen, können sie diese Kraft in viele gute »Früchte« weiterleiten. (Johannes 15,1-17)

I

ch bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weinbauer. Er entfernt jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt; aber die fruchttragenden Reben reinigt er, damit sie noch mehr Frucht bringen. Ihr seid schon rein geworden durch das Wort, das ich euch verkündet habe. Bleibt mit mir vereint, dann werde auch ich mit euch vereint bleiben. Nur wenn ihr mit mir vereint bleibt, könnt ihr Frucht bringen, genauso wie eine Rebe nur Frucht bringen kann, wenn sie am Weinstock bleibt. Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten. Wer nicht mit mir vereint bleibt, wird wie eine abgeschnittene Rebe fortgeworfen und vertrocknet. Solche Reben werden gesammelt und ins Feuer geworfen, wo sie verbrennen. Wenn ihr mit mir vereint bleibt und meine Worte in euch lebendig sind, könnt ihr den Vater um alles bitten, was ihr wollt, und ihr werdet es bekommen. Die Herrlichkeit meines Vaters wird ja dadurch sichtbar, dass ihr reiche Frucht bringt und euch so als meine Jünger erweist. So wie der Vater mich liebt, habe ich euch meine Liebe erwiesen. Bleibt in dieser Liebe! Wenn ihr meine Gebote befolgt, dann bleibt ihr in meiner Liebe, so wie ich die Gebote

123


»Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben«

meines Vaters befolgt habe und in seiner Liebe bleibe. Ich habe euch dies gesagt, damit meine Freude euch erfüllt und an eurer Freude nichts mehr fehlt. Dies ist mein Gebot: Ihr sollt einander so lieben, wie ich euch geliebt habe. Niemand liebt mehr als einer, der sein Leben für seine Freunde opfert. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr mein Gebot befolgt. Ich nenne euch nicht mehr Diener; denn ein Diener weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr nenne ich euch Freunde; denn ich habe euch alles gesagt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt. Ich habe euch dazu bestimmt, reiche Frucht zu bringen, Frucht, die Bestand hat. Darum gilt auch: Alles, was ihr vom Vater in meinem Namen, unter Berufung auf mich, erbittet, wird er euch geben. Dieses eine Gebot gebe ich euch: Ihr sollt einander lieben!

»Das ist mein Blut« Brot und Wein beim letzten Abendmahl

124

Am Ende des irdischen Lebens Jesu steht noch einmal ein festliches Mahl mit seinen Jüngern. Es steht freilich unter anderen Vorzeichen als die vielen ausgelassenen Mahlzeiten, die er in den Wochen und Monaten zuvor in ganz Galiläa mit Jüngern und mit Fremden gefeiert hat. Jesus blickt an diesem Abend auf seinen Tod voraus. Er ist nach Jerusalem gekommen trotz der sicheren Ahnung, dass


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook