FREUNDE FÜRS LEBEN
Unterschiedlicher hätten die beiden Freunde kaum sein können. Der eine war ein Königssohn, am Hof erzogen, als Krieger ausgebildet, dazu bestimmt, einmal Nachfolger seines Vaters auf dem Königsthron zu werden. Das war Jonatan. Der andere war ein Hirtenjunge, der jüngste in der Familie, aufgewachsen mit Schafen und im Kampf mit wilden Tieren erprobt. Das war David. Die beiden begegneten sich zum ersten Mal, nachdem David den Riesen Goliath besiegt hatte.
Mit seiner Steinschleuder hatte er den mächtigen Feind Israels getötet und damit einen Krieg beendet.
Saul, der König von Israel, rief David zu sich in den Palast. Dort sollte er von nun an wohnen. Sauls Sohn, Jonatan, wurde Davids bester Freund. Jonatan schenkte David seinen Mantel, seine Rüstung, sein Schwert und seinen Bogen. Alles, was ihm selbst wichtig war, sollte David bekommen. So sehr hatte er David in sein Herz geschlossen.




Doch obwohl König Saul selbst David zu sich in den Palast geholt hatte, wurde er immer unfreundlicher zu David. Saul konnte es nicht ertragen, dass David bei allen Menschen beliebt und angesehen war: Er, Saul, war doch der König, der erste Mann in Israel. Und nach ihm sollte sein Sohn Jonatan König werden. Warum sprachen dann alle Leute nur über David? Saul wurde immer ärgerlicher.
Eines Tages schleuderte er in seinem Zorn sogar seinen Speer nach David. David konnte ausweichen und blieb unverletzt. Von da an war David sehr wachsam. Aber Jonatan blieb Davids Freund. Er war nicht neidisch auf David. Er freute sich sogar, wenn die Leute auf den Straßen Lieder über David sangen.




Saul jedoch plante, David zu töten. Er überlegte mit seinen Beratern und seinem Sohn Jonatan, wie er David überwältigen könnte. Jonatan wollte David helfen und verriet ihm die Pläne seines Vaters. Er sagte zu David: „Mein Vater will dich töten. Versteck dich auf dem Feld. Morgen früh werde ich mit meinem Vater in der Nähe sein und du kannst aus deinem Versteck hören, was wir reden.“
Am nächsten Morgen redete Jonatan auf dem Feld mit seinem Vater Saul: „Tu nichts gegen
David. Er hat doch für dich und das ganze Volk gekämpft. Warum willst du David nun ohne Grund töten?“ Saul ließ sich erweichen und schwor: „David soll nicht sterben.“ Erleichtert rief Jonatan David und brachte ihn wieder in den Palast.
Doch Sauls Sinneswandel war nur von kurzer
Dauer. Schon bald versuchte er wieder, David zu töten. David fragte seinen Freund Jonatan: „Was habe ich getan? Warum will dein Vater mich töten?“ Jonatan versprach: „Ich werde meinen Vater
Was sagt Jonatan auf dem Feld zu seinem Vater?
David hat noch nie für dich und das ganze Volk gekämpft.
Tu nichts gegen David.
fragen, was er mit dir vorhat. Aber ich schwöre dir, was auch geschieht, wir bleiben Freunde!“
Beim Essen redete Jonatan mit Saul. Da merkte Jonatan: Saul war gar nicht gut auf David zu sprechen. Saul war sehr erbost und fuhr Jonatan an: „Verstehst du denn nicht: Solange David lebt, kannst auch du als König nicht bestehen. Deshalb muss David sterben.“

Es ist mir egal, was mit David passiert.
Lies genau und kreuze die richtige Antwort an!
Was sagt Jonatan zum Abschied zu David?
Vergiss nicht, dass wir Feinde sind.
Vergiss einfach, dass wir Freunde sind.
Vergiss nicht, dass wir Freunde sind.

Am nächsten Tag ging Jonatan wieder auf das Feld. Er rief David aus seinem Versteck heraus und berichtete ihm traurig, was sein Vater gesagt hatte. Da umarmten sich die beiden Freunde und weinten. Wer weiß, ob sie sich je wiedersehen würden. Jonatan sagte zu David: „Gehe in Frieden. Und vergiss nicht, dass wir Freunde sind.“ Und während Jonatan in die Stadt zurückkehrte, machte sich David auf und zog fort aus Israel.





