Amy-Jill Levine • Sandy Eisenberg Sasso Bilder von Denise Turu
l a b u t h c a N und Limon e Aus Fremden werden Freunde
Aus dem Englischen von Ramona Dobler
Die Deutsche Bibelgesellschaft ist eine kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts. Sie übersetzt die biblischen Schriften, entwickelt und verbreitet innovative Bibelausgaben und eröffnet für alle Menschen Zugänge zur Botschaft der Bibel. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Durch die Weltbibelhilfe unterstützt sie in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Bibel, damit alle Menschen die Bibel in ihrer Sprache lesen können. Weitere Informationen finden Sie unter www.die-bibel.de
Der Text auf der nachfolgenden Seite ist an 3. Mose/Levitikus 19,18 und 3. Mose/Levitikus 19,34 angelehnt.
ISBN 978-3-438-04762-5 Text © 2023 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart Illustrationen © 2019 Denise Turu Übersetzung: Ramona Dobler Redaktion: Mathias Jeschke Satz: Deutsche Bibelgesellschaft Druck: Finidr, s.r.o., Český Tešín Originalausgabe: „Who Is My Neighbor?“ © 2019 Amy-Jill Levine und Sandy Eisenberg Sasso Published by Flyaway Books 100 W itherspoon Street Louisville, Kentucky 40202-1396 www.flyawaybooks.com Printed in the Czech Republic Alle Rechte vorbehalten
Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst, und liebe den Fremden, denn du weißt wie es war ein Fremder zu sein.
I
n einem kleinen Ort, am Ufer eines blau schimmernden Sees lebten die
Blauen. Die Blauen, das waren Marine, Indigo und Azur, Königsblau, Himmelblau und Nachtblau. Die Blauen liebten alles, was mit der Farbe Blau zu tun hatte. Sie pflanzten Kornblumen und Vergissmeinnicht, sie aßen Blaubeeren und Blauschimmelkäse und segelten mit ihren blauen Booten über das tiefblaue Wasser. Blaumeisen saßen in den Büschen und leuchtend blaue Schmetterlinge tanzten im Sonnenlicht. Die Blauen waren sich sicher: Blau ist die beste aller Farben!
In einem kleinen Ort, nahe einer gelb glänzenden Straße lebten die Gelben. Die Gelben, das waren Gold, Bronze und Limone, Senfgelb, Kanariengelb und Blassgelb. Die Gelben liebten alles, was mit der Farbe Gelb zu tun hatte. Sie pflanzten
Sonnenblumen und Narzissen, aßen Bananen und Vanillepudding und fuhren mit ihren orangegelben Autos die gelben Straßen entlang. Gelb gefiederte Zeisige saßen in den Bäumen und fleißige gelb gestreifte Bienen summten umher. Die Gelben waren sich sicher: Gelb ist die schönste aller Farben!
Die Blauen und die Gelben mochten einander nicht besonders.
Hütet euch vor den Gelben. Sie sind nicht unsere Freunde! Wir Blauen sind viel besser als die Gelben.
Sie wollten, dass sich ihre Kinder voneinander fernhielten.
Hütet euch vor den Blauen. Sie sind nicht unsere Freunde! Wir Gelben sind viel besser als die Blauen.