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Hannah Oblau * Marijke ten Cate

Gute Geschichten zur Nacht

Bibelgeschichten zur Schlafenszeit

Inhaltsverzeichnis

Gott macht wunderbare Menschen

Gott gibt Noah ein Versprechen

Gott hält sein Versprechen an Sara und Abraham

Esau und Jakob vertragen sich wieder

Josef verzeiht seinen Brüdern

Mose bekommt eine große Aufgabe

Rahab ist mutig

Noomi bleibt nicht allein

Samuel hört auf Gott

David wird ausgewählt

Ester rettet viele Menschen

Daniel glaubt an Gott

Jesus kommt auf die Welt

Bei Jesus sind Kinder willkommen

Ein Kind macht viele Menschen satt

Ein Fremder hilft sofort

Ein Sohn kommt nach Hause

Zachäus macht es gut

Anhang: Kindern gute Geschichten erzählen

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Gott macht wunderbare Menschen

Am Anfang ist alles dunkel und leer. Aber Gott ist da und er sagt: „Es soll die Erde geben.“

Also macht Gott eine ganze Erde mit Seen und Meeren, Wüsten und Bergen. In den Meeren türmen sich riesige Wellen auf. Über die Wüsten brausen Sandstürme. Auf den höchsten Bergen liegt Schnee, der niemals schmilzt.

„Das ist sehr gut“, sagt Gott.

Dann macht Gott alle Pflanzen: von winzigen Blumen bis zu riesigen Bäumen.

Es gibt Blüten, die so zart sind, dass ein Windhauch sie wegpusten kann. Es gibt Blätter, die so groß wie ein Boot sind. Einige Pflanzen duften süß und andere tragen Früchte.

„Ganz wunderbar“, sagt Gott.

Auch die Tiere macht Gott.

Er denkt sich so viele verschiedene aus, dass man sie kaum zählen kann. Er macht manche mit Flossen, manche mit Flügeln. Manche haben gar keine Beine, andere mehr als hundert. Es gibt welche mit Federn und welche mit Fell. Manche Tiere tragen ihr Haus

auf dem Rücken und kriechen zum Schutz hinein.

Andere buddeln tiefe Höhlen oder bauen sich

Nester. Ein paar haben lange Nasen und ein paar haben große Ohren.

„So ist es gut“, sagt Gott.

Und Gott gibt allen Dingen Farben.

Dem Himmel gibt er ein strahlendes Blau, den Wiesen ein sattes Grün. Die Wolken am Himmel macht er weiß und den Boden im Wald macht er braun.

Erdbeeren macht er rot und Zitronen gelb. Und die Tiger und die Zebras bekommen schwarze Streifen auf ihr Fell.

„Großartig“, sagt Gott.

So schafft Gott unsere Erde.

Ganz schön viel Arbeit ist das gewesen. Es gefällt

Gott sehr gut, was er geschaffen hat.

Aber irgendetwas fehlt ihm noch. Soll Gott sich ganz allein über diese wunderschöne Erde freuen?

Da überlegt Gott: Ich werde Menschen erschaffen.

Vögel haben Flügel und können fliegen. Stiere haben

Hörner und sind unglaublich stark. Bienen summen

und sammeln Honig. Wale werden riesig groß und tauchen tief im Meer. Aber die Menschen, denkt Gott, die sollen so sein wie ich. Denn so schnell und so stark die Tiere auch sind, keines kann mit mir sprechen. Keines sagt mir, was es denkt oder teilt eine Idee mit mir.

Also macht Gott die Menschen. Er gibt sich sehr viel Mühe dabei. Ganz oben kommt ein kluger Kopf hin. Nicht zu klein und nicht zu groß darf er sein. Darunter kommt ein Hals, damit der Kopf sich bewegen kann. Sorgfältig formt Gott

Beine und Rücken, geduldig gestaltet er Arme und Bauch. Scharfe Kanten macht Gott nicht, die tun beim Umarmen weh. Aber zu rund darf der Körper auch nicht werden, sonst rollen die Menschen weg. Nach langer Überlegung macht er die Hände mit Fingern und die Füße mit Zehen. Behutsam formt er feine Nasen. Er gibt ihnen zwei Löcher, falls eines mal verstopft ist. Er denkt sich wunderschöne Augen in vielen Farben und Formen aus. Für die kleinen Kringel im Ohr nimmt er sich besonders viel Zeit. Und von den vielen tausend Haaren pflanzt er jedes einzelne ein.

Dann ist Gott schließlich fertig. Er schaut sich die Menschen noch einmal von vorne und hinten, von beiden Seiten und von oben und unten an. „Ganz wunderbar“, sagt Gott. Die Menschen gefallen ihm sehr gut.

Mit den Augen, die er ihnen gegeben hat, entdecken sie die Erde. Mit den Füßen, die er gemacht hat, erkunden sie ihre Welt. Mit den Händen, die er geformt hat, schaffen sie viele Dinge. Sie reden und lachen und haben großartige Ideen. Die Menschen gefallen Gott besser als alles andere, was er gemacht hat.

Da nimmt Gott sich vor: Ich werde immer gut auf die Menschen aufpassen.

Er sagt zu den Menschen: „Ich schenke euch die ganze Erde mit allen Pflanzen, die darauf wachsen und allen Tieren, die darauf leben. Alles ist für euch da. Geht behutsam damit um und gebt gut darauf acht.“

Dann ruht Gott sich aus.

Nach: 1. Mose 1,1–2,4

Gute-Nacht - G e bet

Danke, Gott, dass du alles so wunderbar gemacht hast: den Himmel, über den wir staunen, die Erde, auf der wir laufen, das Meer, in dem wir baden, die Berge, auf die wir steigen.

Danke, Gott, dass du alles so wunderbar gemacht hast: die Bäume, auf die wir klettern, die Blumen; an denen wir uns freuen, die Vögel, denen wir hinterherschauen, die Tiere, die wir streicheln.

Danke, Gott, dass du alles so wunderbar gemacht hast: den Menschen, jede und jeden einzigartig, unverwechselbar, großartig, liebenswert.

Danke Gott, dass du mich wunderbar gemacht hast.

Ein Kind macht viele Menschen satt

Jesus steht am Ufer und schaut über den See von Galiläa. Die Sonne steht schon niedrig am Himmel und taucht alles in goldenes Licht. Der See liegt still und friedlich da. Die Boote der Fischer schaukeln sanft auf und ab. Sie sind schon mit ihrer Arbeit fertig und ihre Netze hängen zum Trocknen auf.

Jesus dreht sich um und blickt über die Menschenmenge. Vorne kann er die Gesichter der Menschen erkennen. Sie sehen müde aus. Es war ein langer Tag. Die vielen Menschen haben sich schon früh versammelt. Sie wollen die Wunder sehen, die Jesus vollbringt, den Trost spüren, den er ihnen spendet und seine Worte über Gott hören. Viele Arme und Kranke sind unter ihnen. Sie haben geduldig ausgeharrt und lange zugehört. Bestimmt haben viele noch einen langen Heimweg vor sich.

„Ich möchte allen etwas zu essen geben“, sagt Jesus zu seinem Freund Philippus, der neben ihm steht. Philippus schüttelt mit dem Kopf. „Es sind mehr als 5000 Menschen hier. Selbst wenn wir alles Geld zusammenlegen, haben wir nicht genug, um Essen für alle zu kaufen.“ „Das brauchen wir nicht. Ich will

mich um alle kümmern“, beruhigt Jesus ihn. Dann wendet er sich der Menschenmenge zu. „Hat jemand noch etwas zu essen?“, ruft er. Aber keiner meldet sich. Jesus fragt wieder: „Hat niemand mehr etwas zu essen?“ Wieder herrscht Stille.

Da kommt plötzlich Bewegung in die Menge. Weit hinten stehen ein paar Menschen auf und treten beiseite. Zuerst sieht man nicht, was dort geschieht. Dann kann man erkennen, dass jemand sich einen Weg durch die Menschenmenge bahnt. Die Menschen drehen sich um und recken ihre Köpfe, um zu sehen, wer nach vorne kommt. Dann geht ein Raunen durch die Menge. Es ist ein Kind, das zu Jesus läuft. Es trägt einen Korb bei sich. Endlich ist das Kind bei Jesus angekommen und streckt ihm den Korb entgegen. In dem Korb liegen fünf Gerstenbrote und zwei Fische.

Philippus schaut verwundert, als Jesus den Korb voller Freude annimmt. „Das sind fünf Brote und zwei Fische“, stellt er fest. „Ist das nicht ein bisschen wenig für mehr als 5000 Menschen?“ Aber Jesus nimmt das Brot und die Fische und dankt Gott dafür. Dann

Lieber Gott,

wir sehen oft Menschen, die Hilfe brauchen, Menschen, die Hunger haben, Menschen, die alleine gelassen wurden, Menschen, die in Not geraten sind.

Gute-Nacht-Gebet

Es sind so viele, dass wir nicht allen helfen können.

Wir bitten dich:

Zeige und den Menschen, der unsere Hilfe braucht, mit dem wir teilen, was wir haben, dem wir zur Seite stehen, und dessen Not wir lindern können.

geht er in die Menge hinein und verteilt das Brot. Weil es nur fünf Brote sind, bekommen nur wenige Menschen davon.

Aber was ist das? Die, die von dem Brot bekommen haben, teilen es mit denen um sich herum. Und auch die teilen das Brot und reichen es weiter. Von Gruppe zu Gruppe, von Reihe zu Reihe. Aber das Brot wird nicht weniger. Es wird immer mehr. Dann nimmt Jesus die zwei Fische. Wieder passiert es. Alle teilen miteinander und der Fisch vermehrt sich.

Selbst ganz hinten in der Menge kommen Brot und Fisch für alle an. Und zwar nicht nur zwei Krümel und eine Gräte. Alle haben genug Brot und Fisch, um richtig satt zu werden.

Die Menschen setzen sich auf dem weichen Gras hin und machen es sich bequem. Sie essen gemütlich und ruhen sich aus. Sie reden und lachen, während der Tag langsam verstreicht. Als alle gegessen haben, gehen die Freunde von Jesus los und sammeln die Reste ein. Da staunen sie: Die Reste füllen ganze zwölf Körbe! Es war mehr als genug für alle da. So gut hat Jesus es mit den Menschen gemeint.

Nach: Johannes 6,1-13

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